Ausgabe 
3.5.1913 Fünftes Blatt
 
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fünftes Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

R. Lange, Gießen.

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Redaktion, straße 7. Redaktion:

Expedition und Druckerei: Schul- Expedition und Verlag: 51.

e=^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

etephon 36

D.15.3.

Famelren-Naehrrehten.

8. Bayerischer Frauentag in Regensburg.

Nachbem am Sonntag eine Festaufsührung im Stadttheater den &om_ Hauptoerband bäuerischer Frauenvereine veranstalteten k. bäuerischen Frauentag cingelcitet hatte, fand die Eröffnung am Montag vormittag durch die Vorsitzende, Frau v. Forster (Nürn­berg) statt.

Nachmittags wurden die Verhandlungen mit einem Vortrag 'ln Fräulein Sofia Gonbstikker (München) überRechtsbewußt Un int Volke" fortgesetzt. Aus den großen, in ihrer Tätigkeit " der Münchener 3iechtsfchutzstclle für Frauen, beim Jugend bricht und bei ordentlichen Gerichten gesammelten Erfahrungen iecrns, untersuchte die Rednerin die wichtigsten psychologischen Grundlagen für das Rechtsbewußtsein des Volkes, das leider in- olge der historischen Entwicklung noch tief eingewurzelte Miß-

xjit der Menbv er sammlnng am *28. April sprach zunächst Frl. Lotte Willi ch (München) überSoziale Hilssarbeit."So­ziale Frauenberufe" behandelte Dr. F. Tuensing (Berlin, Ihre Darlegungen gipfelten in der Forderung eines sozialen Ans bildungsjahres als zehntes oder elftes Schuljahr innerhalb der höheren Mädchenschule und weiteren 2 bis 3 Ausbildungsiahren ntit besonderen Lehrplänen für diejenigen, bic " ' ' rufen zu weit den wollen.

Zenttalvercin deutscher Zahnärzte.

Frankfurt a. M., 2. Mai.

llnter Teilnahme der Behörden und Vertreter von wissen- sckaftlichen Korporationen wurde hier im Physikalischen Verein die 52. Jahresversammlunq des Z e n t r a l ve r c i n s d c u t s ch e r Zahnärzte eröffnet. In Verbindung mit dieser Tagung be-

Samstag, 3. Mai 19(3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen lläv Universiläts - Buch- und Steindruckerei.

Bilbungs- und Erziehungsfragen" wurden am 2. Tag ver­handelt. lieberFortbildungsschulen" sprach Frau ~ Rosa Kempf (München). Sie skizzierte u. a. einen schnittslehrplan für landwirtschaftliche Pflicht-Fortbildungsschulen, der die weibliche .Handarbeit als Volkslvirtschaftliche Kraftverschwen­dung ablehnt und die Hebung der produktiven Tätigkeit der Frau in den Vordergrund schiebt. --

ment Großherzog (1. Badischen) Nr. 14, seither beim Stabe des 2. Gro'gh. Hefs. Feldartillerie-Regiments Nr. 61; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Rittmeister v. Go rissen, Eskadronchef im Lchleswig-Holsteinschen; Dragoner-Regiment Nr. 13, seither Oberleutnant im Garde-- Dragoner-Regiment (1. Hess.) Nr. 23; das Silberne Kreuz desselben Ordens: dem Wachtmeister a. T. Riegel, seither im Hessischen Gendarmeriekorps.

** Fen sh er, Balkons und Vorgärten im Blumenschmuck! Durch die Ungunst der Witterung im Sommer des vorigen Jahres hatten die Schmückungen ein wenig befriedigendes Ergebnis, wenn auch einige prach- tige Dekorationen zustande gekommen waren; der gute Wille lag überall vor und bet Wertungs-Ausschuß des Verkehrs- Vereins konnte bei seinen Rundgängen im Frühjahr und Herbst doch noch seine Anerkennung zollen und in 3 Abtei­lungen 71 Preise zur Verteilung bringen. In diesem Jahre hofft der Berkehrsverein bei der Einwohnerschaft eine größere Unterstützung seiner Bestrebungen zu finden, denn es ist unbestritten, daß eine Straße mit blumengeschmück- ten Häusern nicht nur auf die Einwohner einen wohl? tuenden^ Eindruck macht, sondern auch die Fremden, die unsere Stadt besuchen, werden sich wohl und angeheimelt und zu längerem Verweilen veranlaßt fühlen. Bei der Bepflanzung der Vorgärten lasse man unsere städtischen Anlagen als Muster dienen.

DieEichener LamHienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblctt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtjchsstlichen Seit- stagcn" erscheinen monatlich zweimal.

Unter den 30 000 eingeborenen Christen der Basler Mission auf der Goldküste ist die Polygamie tatsächlich abgeschafft, und die »Uten Folgen zeigen sich dort im wirtschaftlichen Aufschwünge der Leute. Wir dürfen ähnliche gute Wirkungen auch in unseren Ko­lonien von der fortschreitenden Missionierung erwarten, deren rctkraftige Ermöglichung auch die N a t i o n al s p e n d e zum rlaiserjubiläuin unserem Volke aufs Herz und Gewissen legt.

o r t-? \n 9 c 7 ,?8* ^pyU* (Schoffengerichtsfitzung). Tie I' H- Ehefrau, geb. I. von 'DHttelgrünbou wurde wegen Forst- entmendung im dritten Rücksalle 31t einer Geldstrafe von 6 Mk. oder 2 Tagen Heckt verurteilt. Der Fahrbursche B. H. von Büdingen luurbe von der?lnklage wegen Körperverletzuitg als nicht schuldig sreigesprochen. Als er am 18. Februar (. Js. mit seinem Pritschenwagen durch die Stadt fuhr, hängten sich mehrere Buben daran. Um einen Unfall zu verhüten, wehrte H. mit der Peitsche ab mit) traf hierbei den 7jährigen O. Scb. von Büdingen am Kopfe, so daß ein schmerzhafter Striemen an der Stirn entstand schlimmere Folgen hat die Verletzung nicht gehabt. Tie ^rivo.t- klage des Mittlers und Landioirts I. L. von Hitzkirchen gegen den

gebt der Frankfurter Zahnärzte-Verein sein 30 jähriges Stif­tungsfest. Die von mehr als 500 Zahnärzten besuchte Ver- fammlung hat ein Überaus reichhaltiges Programm von wissen­schaftlichen Vorträgen und.Demonstrationen zu bewältigen, aus denen cm klares Bild von der bedeutenden Entwicklung der zahn­ärztlichen Wissenschaft und von dem Ansehen der deutschen Zahn­arzte zu entnehmen ist.

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Die Nachmittagssitzung wurde durch einen Vortrag von Fräu- lem Anna Freund (München) überHöhere Mädchenbildung" cmgcleitct.

^^?lkbruugsschichten. oic betonte bann die bringenb notiuenbige Rechtsbelehrung, vor allem für bie Frauen und ging näher auf die verschiedenartigen Rechtsbegrisfe von Mann und Frau cm um Nch bann bem Rechisbcwußtsein der Jugenblichen zuzuwenden' Kraulern Goudstckker schloß ihre Ausführungen mit bem Hinweis, da>'. bie Forderung bei" F-rauen nach weiblichen Schöffen beim Jugendgericht unermüdlich bis zu ihrer Erfüllung erhoben werden muß, weck ein wirkliches Recht nur gesprochen werden könne, wenn le- nach den zur Verhandlung stehenden Fällen Mann und Frwl bas Laien-Richleramt ausiiben. Die Versammlung nahm bann folgenbe Entschließung an:

i 3 "2er 8. bayerische Frauentag spricht sich für eine Regelung de.' Danlenpckegewesens in Bayern aus unb erwartet, daß die staatliche Krankenpflegerinnenprüfung, wie sie in allen größeren deutschen Bundesstaaten schon längst besteht, baldigst zur Ein führung gelangt."

, Unter koloniales Interesse gebietet uns, bie Mssionen

m bicjem Kampfe möglichst zu irnterstützen. Hie und

: und oa hat man wohl versucht, mit Vrordnuugen in bie eherecht- W? Verhältnisse einzugreisen. In Kamerun hat man schon 1896 itaudescrmtl'.che Register für ckpistliche Ehen Eingeborener pmufyet, mit vollberechtigten Wirkungen gegenüber An

fpruck)en, die auf heidnischer Sitte beruhen. Eine Konfeenz in x u a l a 1909 empfahl für einige Küstenstriche Maßnahmen i gegen Vielweiberei, Weiberkauf unb Kinderheiraten. Für einige Stamme Neupommerns hat man durch Bestimmuiigen über Eheoruch unb Ehcfcheibung versucht, ben uns geläufigen Rechts­anschauungen Bahn zu brechen. Auch in Ostafrika hat man für bie Ehen von Christen besondere Verordnungen gegeben Abcr ^^^^berische Behandlung in der Uebergangszeit ist schwer

I Wichtiger ist die Förderung der Mission, von deren Wirken ' allem eru Erfolg zu hoffen ist. Gouverneur Reiy schrieb mit Bezug üut Kamerun eKot. Rundschau 1909, 329); E- wird . «uyerott^ntlich viel schwerer fallen, die Bielwci- veoei abzuschaffen, als die Sklaverei. Sic ist in Pen mohammedanischen Gebieten ein Teil des religiösen Rechtes übrigen Stämmen dem Bewußtsein des Volkes so in Fleisch ^bvgegangen, daß ihre Aufhebung nicht mir eine Frage ber volitpchen Macht, wildern vor allem die Aufgabe einer Umwandlung rm Fühlen und Denken des. ganzen Vol- ' " m Hauptarbeit auf diesem Gebiete muß ben christ-

Men Mrs, wn en überladen bleiben unb sie werden sich, inbem ie ben Negerii einen Begriff von ber Ehe in christlichem unb qcr maniichem Stirne beibringen, um das Schutzgebiet ein Verdienst erwerben, bas ebenso auf nationalem unb sozialem wie religiösem Gebiete liegt." a 'v

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** Ordensverleihungen. Der Großherzog hak verliehen das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Oberstleutnant v. Ostrowski, Chef der Zentralabteilung der Fetdzeugmeisterei, seither beim Stabe des Großh. Artilleriekorps, 1. Hessischen Feld art - Regiments Nr. 25; die Mronc zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Major Andreae beim Ltabe des Husaren-Regiments Fürst Blücher von Wahlstatt (Pommerschen) Nr. 5, seither Eska- dronchef im Leib-Dragoner Regiment (2. Hess.) Nr. 24 und dein Major Becker beim Stabe des Infanterie-Regiments Markgraf Karl (7. Brandenburgischen) 60, seither Kom- pagniechef im Jnfanterie-Leib-Regiment Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Or- dens: dem Major v. Arndt, Batailtons-Kammandeur im 2. Badischen Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm I. Nr. 110, seither Adjutant der Hessischen (25.) Division dem Generaloberarzt Dr. Schneider, Divisionsarzt der 34. Division, seither Oberstabsarzt und Regimentsarzt des Garde-Dragoner-Regiments (1. Hess.) Nr. 23 und dem Major Becker, Abteilungs-Kommandeur im Feldartillerie-Regi-

Den Bericht über die Tätigkeit des Hauptverbanbes bayerischer fvmuerttiemne erstattete Frau Elise Hopf iNürnbergü Hervor- mheben ist folgenbes: der Hauptverbanb legte neben ber Pflege ber Idee burch Propaganda befonberen Wert auf prakttschc Tätig- icit; er beschäftgite sich mit der Frage ber Mädchen-Fortbilbungs- IcfiUcn, gab dem Gesuch bett, eine Staatsprüfung für Kranken­pflegerinnen eine neue Fassung, arbeitete einen Satzungs- Nkwurf für Jugenbgruppen aus unb nahm an ben Arbeiten des Bundes beutscher Frauenvereine" teil.

Die bekämpfMß der Vielweiberei in den Kolonien.

<. Worte Vielweiberei verbinden viele zunächst nur

öic Vorstellung einer zügellosen Sinnlichkeit, die nom tropischen Klima nicht zu trennen wäre. In Wirklichkeit handelt es sich -5tne ^)lcrc^ Herkommen und Rechtsforderung legi- tmnette Einrichtung des sozialen und noch mehr des wirtsckmft- lichen ^bens. L-ie Frauen kommen als Arbeitskräfte in Betracht; bcc Beütz Dreier Fronen bedeutet darum Wohlstand und An- = mtrh in ein ein Zustande der SKaverei erhalten,

SLlr - als Fmnckiengut dem Erben des Mannes zu. Der Mann M leine ,yrau für sich arbeiten, entzieht sich der produktiven -Tätigkeit und ergibt >ich bem Biertopf, der Händelsucht und schlim rneren Lalt-ern. Es stimmt and) mit den Beobachtungen in anderen ^ai^ern überein, wenn der Gouverneur aus Kamerun schreibt die Melwecherei fmmit ein Hauptgrund für bie gering- Zahl und die schwache Zunahme der Bevölkerung". Die kulturfeind Iicyen Wrrkmrgen der Prstygamie werden am deutlichsten beim Begleich mit wehret en, in denen durch alte Sitte oder christ - lichen Einfluß die Einche vorherrscht. Mit ganz anberem Fleiß arbeitet ber Schwarze dort, wo er nur ein Weib als Gehilfin imb Feld um sich.hat; man findet da in Dörfern oft Famckienbckdcr, die an deutsche Bauernhäuser erinnern

Das stärkste Hindernis bildet bie Vielweiberei für die Christi antfierung. Katholische und evangelische Mission stimmen in ihrer Verwesung übereui, aber der Kampf wird ihnen nicht leicht. Zwar hat bie für unser Empfinden harte Forberung, daß ber Mann, wenn er getauft werden will, seine rechtmäßig verheira­teten #rauen bis auf eine entlassen, soll, in Afrika nicht ganz >?vrel zu bedeuten, denn die heidnische Vielehe hat nicht ben tiefen sittlichen Gehalt wie die christliche Ehe, und bie Frauen werden durch bie Entlassung keineswegs ber Not ober Schande preisgegeben, solidem kehren zu ihrer Fainilie zurück unb sind .nbezug auf Wiederverheiratung kaum in Verlegenlxnt 2lb'r es liegen auf diesem Gebiet allerdings schwierige Probleme vor, und nur eine durch Generationen fortgehende christliche Erziehung kann bie festgewurzelte Sitte überwinden. Der Islam mit seiner ©irfbung der Vielweiberei hat zunächst einen Vorsprung vor der christlichen Mission und ist auch aus diesem Grunde bei ben Häuptlingen beliebt.

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Gießen, 3. Mai 1913.

Anzeigen und Verhaftungen der Gendarmerie 1912.

Die hessische Gendarmerie erstattete im Jahre 1912 28901 Anzeigen (in Starkenburg 11846, in Oberhessen 9294 und in Rheinhessen 77611, sowie 3825 Verhaftungen (in Starkenburg 1679, in Oberhesfen 787 und in Rhein­hessen 1359). Die Anzeigen erfolgten wegen unerlaub­ten Aufenthalt 89 (in Obedhessen 9), Uebertretung baupoli­zeilicher Vorschriften 374 (131), Bedrohung 461 (71), Be- tnigj und Urkundenfälschuug 892 (154), Bettelei, Kollek- neren, MüßiMang und Landstreicherei 157 (73,, Richtein- sriedigung von Brunnen, Stein brächen, -Land gruben und sonstige Verttefungen 134 (50), Konkubinat 103 (41), Dieb­stahl und Unterschlagung 1779 (452), Feld vergehen 514 (89), Feuerpolizeivergehen 469 (204), Fischereivergehen 100 (ö4), Uebertretung der Vorschriften über Aufnahme von Fremden, Reisenden und Dienstboten in Wohnungen 1460 (470), Uebertretung gefundheitspolizeilicher Vorschriften 2048 (937), Uebertretung gewerbepolizeilicher Vorschriften 1828 (724), Hausfriedensbruch 410 (95), Hehlerei und Begünstigung von Verbrechen 71 (17), Jagdvergehen 547 (106); Körperverletzung 2873 (790), Führung eines fal- schen Namens 37 (17), Geschäftsbetrieb ohne Patent 188 (105), Nichteinhälten der Polizeistunde 102«) (450), öffent­liche Ruhestörungen unb grober Unfug 3664 (1183), Sach­beschädigung 578 (145), SittlichPeitsverhrechen und -Ver­gehen 194 (49), Störung der Sonntagsfeier und des Gottes­dienstes 532 (209), verbotene Spiele 58 (19), Umgehung fron Stempelabgaben 1072 (489), StratzenpoliKei-Bergehen 5366 (1495), Beschädigung durch bösartige Tiere 421 (135), Werfen oder Herab fallen von Gegenständen 514 (174),' Widerstand und Beleidigung 60 (13) und sonstige Vergehen 288 (90). Verhaftungen erfolgten wegen 'nnerlaübten Aufeitthalts 44 (15 ,. Arrest-Entweichung 12 (31, Arre­tierungen auf richterlichen Befehl 53 (19;, Bedrohung 22 (8), Begünstigung von Verbrechen und .Hehlerei 15 (0Be­trug und Unterschlagung 87 (35), Bettelei 1272 (236 , Deser­tion und Verletzung der Wehrpflicht 27 (2), Diebstahl 213 (62), Hausfriedensbruch 26 (9-, Körperverletzung 76 (26), Landstreicherei 220 (211, Legitimationsmangel 12 (3st »Mord und Totschlag 13 (1., Raub und Erpressung 10 ((<, Sittlich- keitsverbrecheii und -Vergehen 100 (12), Strafverbüßung 1327 (217), Straßen- und sonstige Polizeivergehen 65 (38H grober Unflrg und Trunkenheit 69 (17), Ungehorsam gegen richterliche Vorladungen 56 (161, Urkundenfälschung 10 (3) und jonfeige 80 (31).

DenGemeinsamen Unterricht" behandÄte Herr Oberlebrer Dr. ö 1 e r t m a n n (Steglitz-Berlinst Er erklärte sich für den gcniciinamcn Unterricht überall da, wo innerliche ober äußer- lidje Grunde dafür sprechen, lebnte dagegen den Gedanken, grund- wtzlw, alle gesonderten Knaben- und Mädchenschulen zugunsten des gemeinsamen Unterrichtes aufzuheben als zu weitgehend int untere)ic der gesunden Entwicklung beider Geschlechter ab..

Endlich sprach Frau Dr. Ilse Berlin (Fürth) über Frauenstudium", indem sie den hoben Wert der Zusammen- q 1 beit von männlichen ujnb weiblichen Stndi er enden nachwies, auf die Bedeutung des Frauensttidiums für die Wissenschaft und das ofientliche Loben einging nnd die Zulassung der Akademike­rinnen zu juristischen und theologischen Berufen forderte.

In der Abeiidversammlung behandelte Frau Luise Kies- «elbach (München) das sehr zeitgemäße ThemaDie Frauen^ vewegung und ihre Gegner." Sie ging dann auf den Bund gegen die grauen Emanzipation" ein, ber mit seinem 'Feld- zrig ein 10 klägliches Fiasko erlebte und kaum erträumte völlige Einigkeit der gesamten deutschen Fraueichewcning zur Folae hatte. Frau Kie),clbach lohnte endlich die u n g l a n b t i ch c T a k flk der e n g l r s ch e n Su f f r a g e 11 es i m Kampf mit den Gegnern fehr e n er g i s ch ab.

. Daran schloß sich am Mittwoch jdie zweite Hauvtfrer- f a m m t int g desHmiptverbandes bayerischer Franenvereine".

Der Schluß der Tagung gehörte der Jugend, ihren Aus­gaben und ihrer Organisation.

In der letzten großen Mendversanimlung richtete Frau v Forster bcginsiert aufgenontmencWorte an bie Jugend" Sie betonte bie Notwenbigkeck ber Erwerbung leiner tiefen Menschenliebe für alle soziale Arbeit, feuerte die Jugend zu dieser Arbeit an, lüarnte |ie aber davor, durch Vernachlässigung etwa bestehender Pflichten im engeren Kreise ber Familie ben Wert bes Schassens für bic Allgemeinheit illusorisch zu macheii.

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* Sch wimmen. Wieviel besser sind wir doch heute gegen frühere Zeiten dran, da uns zu jeder Jahreszeit Gelegenheit zum Schwimmen geboten ist. Frei­ti ch kann nie das Hallenbad den freien Fluß mit dem fließenden Wasser, der bewegten, frischen Luft und der Lonne ersetzen. Aber es hat den Vorzug, baß es nie burch Fabrik- ober Kanälabwässer verunreinigt werben kann. Und jedenfalls ermöglicht es uns, daß wir stets die herrliche, gesunde Hebung des Schwimmens pflegen können. Wer diese verständig betreibt, dem ist sie eine Quelle der Kraft. Aber sie bietet daneben jedem Gelegenheit zur Ausbildung turnerischer Gewandtheit. In Gießen, wo doch die Bade­gelegenheiten jeder Art so sehr günstig sind, wird leider das Schwimmen noch nicht genügend gepflegt. Gewiß, vieleschwimmen", aber ein kunstgerechtes Springen und Schwimmen sieht man hier nur selten. Darin sind uns andere Städte vorausgeeilt, in denen große Schwimm­vereine die Kunst eifrig pflegen, wo sogar unentaeltlich Schwimmunterricht erteilt wird! Eine große Anregung bot unserer Jugeud schon das schöne Schülerschwimmen beim Gäuttrrnfest. Tas soll dieses Jahr wiederholt werden; in den Jungdeutschlandkreisen sind die Borbereittingen. schon im Gange, und der 26. Jun ist dafür in Aussicht genommen; die Militär badeansta.lt ist hierzu wie übrigens auch zu einem atabernischen Schwrmnrfest am 28. Juni zur Verfügung gestellt. Zur Vorbereitung werden nächsten M 0it t a g , o. Mai, .einigeHerr e n d es Ersten Frank­furter Schwimm kl ubs hier im Volksbad Sprünge und Schwimmarten zeigen) es gibt ja auch eine neue,, anderswo schon viel geübte Schwimmart, das Hand-übor- Hand-Schwimmen, das man hier noch gar nicht steht. Die gute Gelegenheit zu lernen, sollten die nicht versäumen, die sich für das Schwimmen interessieren. Hoffentlich folgt die Jugend jedes Alters zahlreich der Einladung, läßt sich velchren, um selbst auszuübeu oder wieder wetter zu lehren, und dann erleben wir im Sommer einen gewal­tigen Wetteifer aller im Springen und Schwimmen!

Kreis Büdingen.

lieberhandwerksmäßige Ausbildung ber Frau" sprach ber Syndikus ber Handwerkskammer in Augsburg, Dr. Pnrpiis der für die Befctziing von Jimungsämtcrn durch weibliche Hand' Werker eintrat.

In der Aussprache berichtete ber Syndikus ber Hanbwerkskam M ber Oberpfalz Dr. Z eitler, daß in Regensburg bereit 265 weibliche Lehrlinge im Damenfchneibergewerbe bic Gesellen Prüfung unb 71 Frauen die Meisterprüfung abgelegt hätten.

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, Zu bem, ben ersten Tag charakterisicrenben Thema:So ist al e unb konimunalc Fragen" sprach zunächst Frau Ilura Lang ^Zweibrücken! Sie behanbelteDie Frau in ber y-emeirtbe" unb kam im Interesse einer vollkommenen sozialen Msorgotätigkcit zu der Forderung ans umfassende Abstellung ton Frauen in ber Armen unb Waisen pflege, in ber Schick- torwaltung, in ber Wohnungs-Inspoktion, ini ArbeitSnackstvois, 'vber Trinker-, Tuberkulose- unb Säuglingsfürsorge, als Polizei- h'fistentin, als Schulärztin unb als Schulschwcstor. F-ran Lang 'erlangte außerbeni für bic Frauen bic Möglichkeit, in ben ^nieinben das volle Bürgerrecht zu erwerben. Die Verjammlimg tinnnte ben Forberungen ber Rcbnerin nach einer angeregten blssprache einstimmig zu.