Ausgabe 
3.3.1913 Erstes Blatt
 
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trägt, verringert soweit es irgend geht, falls ferner die Vermögen unter 50 000 Mk. freiLloiben und dem Besitz noch etwas größerer Vernrögen tunlichste '5r[ ich^rungen gewährt würden. Tann ntulic die liberale Linie cnrid teben die Aushebung der Ltcucrfrechcil der Landcsfürsten verlangen, auch mühten die einmaligen und die dauernden Forderungen gleichtzeittg geprüft werden und cs müßte gleichzeitig für ihre Deckung gesorgt werden.

DieDeutsche Tageszeitung" will sich,grundsätzlich das Ovser tüi das Vaterland nickt versagen, nur muß das mobile Kapital in stärlerer Weise herangezogen roerben. Tie freikomer vativcPost" will den von der Negierung eingeschlagenen Weg für diesen besonderen Fall als annehmbar und gangbar gdten lassen, will aber nicht verschweigen, daß einer derartigen Ab­gabe vom Vermögen in anderen Fällen, oder auch nur ganz allge mein, grundsätzliche schwere Bedenken gegenüberstchrn.

Der Wille zum ßriedeu.

Aus Konstantinopel werden bedeutungsvolle Nach­richten übermittelt. Eine Meldung über Rom stellte fest, daß die Pforte der Friedensvermittlung durch die Grvß- mächte sich bedingungslos fügen wolle. Tas wird nun -war in einer späteren Notiz aus Konstantinopel derncn- tiert, aber den leitenden Fungtürken hat vielleicht nur die Form der Mitteilung nicht gepaßt. In Wirklichkeit steht das dringende Friedensbedürfnis der Türkei fest, die ja auch schon mit der Zurückbeförderung von Truppen aus dem Gefechtsgelände begonnen hat. Auch unsere amtlid)e Nordd. Allg. Ztg." erklärt, daßvoraussichtlich" die Türkei die Vermittlung der Großmächte angerufen hat. Konnte sie sich nicht etwas bestimmter ausdrückcn? So kommt es also nur auf die geschickte Form des gemein­samen Vorgehens an, das dem Stolz der jungtürkischen Regenten etnws entgegenkonnnen muß, um in wenigem Tagen den Frieden zu verwirklichen. Wir verzeichnen fol­gende Meldungen:

Rom, 1. März. DieAgenzia Stefani" meldet aus London: Die vttomanische Regierung teilte der englischen Regierung mit, sie gevc sich bezüglich des Friedens­schlusses vollkommen in die Hände der Mächte.

Auf sder Pforte wird die Londoner Meldung der Agencia Stefani, daß die Pforte England geantwortet habe, sie ver­traue sich wegen des Friedensschlusses vollständig den Groß­mächten an, dementiert. Die Meldungen, daß in Petersburg mit offiziellen Vertretern der Türkei Friedens- besprechungeu stattfinden, werden gleichfalls dementiert. Trotzdem geht das Gerücht, daß ein ottomanischer Diplo­mat demnächst nach Petersburg reifen werde, oder bereits dort weile.

Das nach Gallipoli entsandte 10. Armeekorps scheint vollständig oder zum größten Teil zurücktrans­portiert worden ui sein. Zehn Bosporusdampfer haben Truppen in San Stefano ausgeschifft, andere Truppen wurden hier gelandet.

Die Regierung beabsichtigt die Offiziere, denen Schuld an den Niederlagen bei Kir kkiliss e und Lüle B ur-- g a s beigemessen wird, vor ein K r i e g s g e r i ch t zu stellen. Es heißt, auch der Kommandeur der Ostarmee Abdul­lah Pascha würde sich zu verantworten haben. Der heutige Ministerrat wird sich mit dieser Angelegenheit be­schäftigen.

DieNorddeutsche Mgem. Zeitung" schreibt:

Für die Klärung der Orrentlage ist nunmehr voraussichtlich ein entscheidender Schritt erfolgt. Die Türkei hat sich erfreulicherweise bereit erklärt, die Vermittlung der Großmächte zwecks Friedensschlusses anzunehmen. Im Besitz dieser Mitteilung wenden sich die Mächte ungesäumt an die Regie rungen des Balkanbundes, um sestzustellen, ob diese ebenso wie die Pforte, die Vermittelung Europas anpehmen wollen. Man wird mit Rücksicht auf den überall geltend gemachten Wunsch nach Wiederherstellung des Friünms erwarten können, daß auch die Balkanregierungen sich den Großmächten anvcrtraucn. Ge­lingt es, europäische Friedensverhcrndlungen endgültig in Fluß zu bringen, darf man sich von dieser gemeinsamen Arbeit der Diplomatie auch eine günstige Rückwirkung auf die Lösung der von den Großnüichten bisher noch nicht erledigten, ihre eigenen Interessen berührenden Fragen versprechen.

Konstantinopel, 1. März. Der russische Bot schafter hatte heute nachmittag auf der Pforte eine Unterredung mit dem Minister des Auswärtigen. Man mißt dieser Zusammenkunft, der auch der Großwesir bei­wohnte, große Bedeutung bei.

Adrianopel

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Konstantinopel: Die Regierung erhielt heute ein wichtiges chiffriertes Fun kentelegrnmm von S ch ü k r i-P a s ch a, das betreffs der Widerstandsfähigkeit Adrianopels genaue An gaben enthält. Danach soll Adrianopel noch für eine ver­hältnismäßig lange Frist ausreichend Proviant und Muni­tion haben und oer für nahe bevorstehend angekündigte Fall «der Festung nicht M erwarten sein. Gegenwärtig weilen in Adrianopel 42 Reichsdeutsche, 73 österreicksische Staatsangehörige, einige deutsche und etwa 400 österrei­chische Schutzbefohlene, die noch alle wohlauf sind.

wird noch in aller Gedächtnis sein. Wie gern hätten wir z. B. noch die schönen Blätter der deutschen Kl ein meister aus dieser Sammlung vorgefillxrt. Der Obcrl>cssische Zkunstverein aber darf Herrn OKHcinirat Schmidt zum Abschied noch einmal für die Güte danken, nut der er und seine Mappen öffnete und es so ermöglichte, das Ausstellungsgut, das von außen kam, wirksam zu bereichern. * Ehr. Rauch.

Der Ausbau des Go e the-N a tio n al- M u scumö soll, wie aus Weimar geschrieben wird, von der Großh. Staatsrcgierung, auf Anregung und Begründung durch den Di­rektor, Geheimrat von Dettingen, in Angriff genommen werden. Es werden dem versammelten Landtage 114 000 Mark als For­derung vorgelegt, zur baldigen Errichtung eines feuersicheren Sam mlu ugöbaueS. Dieses Gebäude soll errichtet werden zwischen dem Hanptbau, dem alten Goethe-Haus am Frauenvlan und den anschließenden Häusern an der rechten Seite der alten Scisengassc. Damit soll die Einrichtung einer Zentralheizung und elektrischer Beleuchtungsanlage verbunden werden. Die Zu­stände in den Bauten des Cfoctbc Hauses sind nicht mehr derart, daß die volle Sicherheit der unersetzlichen Sammlungen un­bedingt gewährleistet werden kann. Auch widerspricht die bis­herige Auibewahrunqöwcise den ausdrücklichen W ü n scheu Goethes. In seinem Testament hat der Dichter genaue Be stimmungen über seinen Nachlaß an Naturalien und Kunstwerken getroffen. Da beißt esMeine Rachlassenschast ist so mannig faltig, so bedeutsam, nickt bloR für meine Nachkommen, sondern auch für das ganze geistige Weimar, ja für das ganze Deutsch land, daß ick nicht Vorsicht und Umsicht genug anwenden kann um zu verhüten, daß großes Unbeil augeriebtet werde Meine Sammlungen jeder Art sind der genannten Fürsorge wert. Nicht leicht wird jemals so vieles und so vielerlei an Besitztum inter essantester ?lrt bei einem einzigen Individuum zusammenkommen Ich habe nicht nach Laune ober Willkür, sondern jedesmal mit Plan und Absicht zu meiner eigenen iolgmchti ich Bildung ge­sammelt und an jedem Stück Meines Besitzes <-twa-- gelernt. In diesem Sinne möchte ick diese meine Sammlungen konserviert sehen." Die Vorlage wurde von der ä1 ilm <;b n In. ,ur äußersten Linken mit Zustimmung begrubt, und fcic Ausführung dieser Ehrenpflicht gegenüber Goethe scheint gesichert.

Türkisches Elend.

Saloniki, 1. März. Ueber 300 Familien tür­kischer Offiziere trafen heute aus Monastir und Ues- üb hier ein. Sie befinden sich in größtem Elend und wurden teils in Herbergen untergebracht, teils nach Kon-- 'tantinopel eingeschisft.

Silistria.

Sofia, 1. März. Anläßlich der 35. Wiederkehr des Tages der Befreiung Silistrias richtete der Bürger­meister im Namen der Einwohnerschaft an den König und an den Kaiser von Rußland, den russischen Minister des Aeußern Sasanow und an den Staatssekretär Grey Depeschen, in denen sie um Unter stützunb gegen )ie Einverleibung Silistrias in Rumänren ge- reten werden.

Bulgarische Uebergrifsc?

DieDeutsche Tageszeitung" meldet aus Konstanti­nopel: Bulgarische Feldbatterien beschossen einen englischen, einen französischen unb einen italienischen nahe bei Eharköj nach Konstantinopel vorbeifahrenden Dampfer. Der italienische Dampfer wurde schwer beschädigt und mußte bei Eharköj vor Anker gehen. Die beiden anderen Dampfer trafen leicht beschädigt in Kon- tantinopel ein. _____________________

Eine irrtümliche Mobilisierung in England.

Die Engländer brauchen über den Hereinfall der Straft* rurger Ctarnifon auf eine angebliche Mobilisierungsordre res Kaisers nicht mehr zu lachen: ihnen ist jetzt ein ähnlicher Fall passiert, wie folgende Meldung beweist:

P o n t y p o o l (England), 1. März. Der hiesigen Poli­zei ist, vermutlich auf Veranlassung der Frauenrechtle­rinnen, eine scheinbar am flicke Verfügung zu- gegangen, die Territorials zu mobilisieren. Die Polizei hat den Befehl durch Anschläge zur allgemeinen Kenntnis bringen lassen und hatte sich bereits mit einer Reihe von Territorials und Reservisten in Verbindung gesetzt, bevor der Streich entdeckt wurde.

Die Polizei erklärt, daß es sich bei der gestrigen Mobili- tcrung der Territorials nicht um einen Streich der Frauenrechtlerinnen handle. Die Mobilisierungs­befehle waren irrtümlich durch die Post verbreitet worden, da sie durch Unachtsamkeit mitten unter andere militärische Papiere geraten waren, die mit der Post versandt wurden.

Aus Stafct und fand«

Gießen, 3. März 1913.

Die Beerdigung Professor BiermerS.

Eine solche Beteiligung, wie sie am Samstag nachmittag ne Beerdigung 4>es Geh. Hofcats Professor Dr. jur. et ph 1. Magnus Biermer sah, hatte unser neuer Friedhof woh noch nicht oft anfzuweisen- In der stimmungsvoll aus- zeschmückten Friebhofslapellc hatten die Chargierten der ludentischen Korporationen unserer Landesuniversität mit ihren umflorten Bannern Aufstellung genommen. Auch der Artillerieverein hatte seine Fahnendeputation entsandt. Tie tiefempfundene Leichenrede hielt Pfarrer Bechtols- heimer. Nach einigen allgemeinen religiösen Betracht tungen kennzeichnete er das glückliche Fainilienlcben des Entschlafenen und schllderte dann seine öffentliche Wirk- amkeit und seine schriIstellerische Tätigkeit. Am Grabe wid­mete zunächst der Rektor Prof. v. E ck dem entschlafenen Kol- egen einen herzlichen Nachruf. Hierauf sprach im Namen )ct philosophischen Fakultät Prof. Tr. Sch Wally. Für die juristische Fakultät sprach Geh. Iüstizrat Pros. Dr. Leist. Weitere Ansprachen hielten unter Niederlegung von Kränzen ein Vertreter des staatswissenschaftlichen Seminars, Geheimerat Provinzialdirektor Tr. U sing er für den Prp- vinzialausschuß und den Provinzialtag, Cberbürgermciftcr Mecum für die Stadt Gießen, Stadtv. Fabrikant Eiche­nauer für die Loge Ludwig zur Treue, indem er dem verstorbenen Bruder die üblichen drei Rosen auf seinem letzten Weg mitgab, ein Vertreter der Studenten­schaft Schuhmachermeister Bernhardt für den Artillerieverein und ein Vertreter der Bayern-Vereini­gung. Kränze hatten gesandt das hffs'sche Ministerium der Finanzen, das durch Ministerialrat Tr. Weber vertreten war, die Landes-Universität, die philosophische Fakultät, die juristische Fakultät, her Lehrkörper der Landesuniver­sität, das staatswissenschaftliche Institut, der Ausschuß der Studierenden, der Provinzialausschuß der Provinz Ober- Hessen, die Stadt Gießen, die Bezirkssparkasse Gießen, die Loge Ludwig zur Treue, das Kloster, der Akademische Dürerbund, die Verbindung Hasso-Rhenania, die Burjchen- schast Arminia, die studentische Reformverbindung Adel- phia, der Verein bcutjdjcr Studenten, die christliche Ver­bindung Wingolf, die Burschenschaft Germania, die Bur­schenschaft Frantonia, die Verbindung Chattia, die Lands­mannschaft Darmstadtia, das Korps Teutonia, das Korps Stackenburgia, der Verband wissensckaftlicher Vereine, die Burschenschaft Alemannia, daS Korps Hassia, der mittel­rheinische Fabrikanten verein, der Artillerieverein und die Bayernvereinigung.

** Beerdigung ScduchardS. Am Freitag nach­mittag fand unter zahlreicher Beteiligung die Beerdigung des Herrn G^. Schuchard statt. Bei der Feier hielt Psarrer Becktholdsheimer die Gedächtnisrede. Er schilderte die Vor­züge des Verstorbenen, der nicht allein ein guter Christ, sondern auch in seinem Berufe ein tüchtiger Mann gewesen sei. In ihm betrauerten wir einen Menschen, der es so recht verstanden habe, durch seinen Charakter und seine Herzensgute sich die Sympathien aller derer zu erobern, die ihn gekannt haben. Ein großer Wohltäter sei nun abberufen worden, der so manches Elend unb manche Not gelindert habe. Aber auch in sozialer Beziehung fei er tätig gewesen, unzählig seien seine Verdienste, die er sich hier erworben hat. Nunmehr wurde der Sarg von sechs Angestellten zur letzten Ruhestätte getragen. Am Grade selbst wurden zahlreiche Kränze mit Ansprachen nieder­gelegt und dann schloß sich das Grab.

** AbschiebSfcier für Geheimrat Schmidt. Zu Ehren des Geh. ^ustizrates Professor Dr. Schmidt, her demnächst nach )einem neuen Wirkungskreise Tübingen übersiedelt, veranstalteten die Alterskvllegen des Jahrgangs 18611911 am Samstag abend im Hotel Köhler eine Ab s chieds feier. Die Beteiligung war sehr stark. Nachdem der Vorsitzende, Bureauvorstcher M ö b u s, die Altersgenossen aufs herzlichste begrüßt hatte, feierte Reallchrer Salomon den Ähcidenden als treuen Wächter von Staat und Gtemeinbe. In bewegten Worten dankte Geheimrat Schmidt Er wies auf die schönen Stunden bin, die er im Kreise der Altersgenossen verlebt habe unb gab der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm noch vergönnt sein werde, den größeren festlichen Veranstaltungen der Ver­einigung beiroohnen zu können. Die Herren Pro' K o v d . B i e r a u unb Möbus trugen durch humoristische Vor­träge sehr zur Hebung der Stimmung bei.

Militärpersonalien. Ter Großherzog hat den Oberleutnant a. D. Reinh. Lotheißen zum Hauptniann ä la suite der Infanterie ernannt.

- Anleihe. Zu der Notiz in der letzten SamStagS- nummer, noch der daS Picußenkonsortiilm $O000 0<>0 Mk. 4pcoz. Deutsche Neichßanlcihe unb 100 000 <>00 Mk. 4vroz. Preui.ifche kons. Staatsanleihe sowie 400 000 000 Mk. 4proz. Preußische Schatzanweckunaen übernommen hat, ist nachzu- tiagen, daß auch bie Bank für Handel und Jn- du'strie (Darinstädter Bank) sowie alle anderen Bankgeschäfte Zeichnungen auf diese Anleihen unb Umtauschanmeldungen auf die Schatz- anrocifungen entgegennehmen.

- Vom Predigerseminar. Der Gr?ßHerzog hat den 2. Professor am coang. Predigerseminar zu Fried­berg D. Dr. Jak. Schoell zum Direktor und 1. Profeffor ernannt.

Stadttheater. Da baS dritte Gastspiel der Darinstädter Hofoper sich nur am Freitag, den 14. März, ermöglichen läßt und auch am Karfreitag keine Aufführung flaltrinbcn kann, muß die 20. FreitaaS-Abonne- mcnl-Vorstellung aus SaniStag, 15. März, verlegt werden. Die Direktion teilt uns mit, daß Herr C. Rottcck anstelle deS Herrn Brüdjarn für die nächste Spielzeit als Bonvivant verpflichtet wurde.

Feld bergfest. Ter gestern in Frankfurt-Niederrad abgehaltene 74. Fel d berq turntag bestimmte als Tag des Festes den 1. Juni. Als Wettübungen wurden bestimmt: Laufen über 100 Meter, Kugelstoßen (20 Pfund), Frechoch- iprung ohne Brett, Weitsprung und eine Freiübung. Zum Sieg berechtigen 56 Plinkte. Für den Völsungen- Wanderpreis wurde Schleuderbatlweitwerfen, Kugelstoßen, Laufen über 100 Nieter und eine Freiübung alß Wettübungcn bestimmt.

** Der Bezirkstag des HassiabezirkS Gießen sand gestern hier statt Be.strksvorsteher Daab-Lollar begrüßte besonders den als Gast anmcsendcn Berbandsschristfübrer Dr^ Vogt-Butzbach. Tr. Vogt erläuterte bie Frage desHessischen Kamerad". Das Bestreben des Präsidiums, das Verbandsorgan allen Mitgliedern derHassia" zugänglich, zu machen, wurde allerseits begrüßt. Es mürbe ein Ausschuß gewählt, ber Er­kundigungen einziehen und dem nächsten Bezirkstag Vorlage machen soll. Die Beteiligung an dem Iubelscst der 116 er wird ein­stimmig beschlossen. Der schwere Unfall des Herrn W. Bolp in Oberseibertenrod wurde günstig behandelt. Der Vorsitzende mahnt dringend zur Versicherung beim ^rcheibeiklckießen. Rechtsanwalt Kaufmann kommt auf die französische Fremden­legion zu sprechen. Mit dem itächsten Bezirkstag wird voraus­sichtlich ein ausklärender Vortrag darüber verbunden.

** Einbruch. In der Nacht auf, Samstag wurde in ein Lumvcnlager an der Krofdorser Straße ein gebrochen und für etwa 300 Mk ausgelesene weißwollene Lumpen sSkrunwi abfälle) gestohlen. AIS Verkäufer der gestohlenen Ware, der als der Dieb in Betracht kommt, wurde der K?UtbänDlcr aus Rodheim a. d. B. gestern ermittelt. Er war in der kritischen Nacht bemerkt worden, wie er vor einem Hause in der Neustadt mit dem Wagen hielt und Lumpen an eine dort wohnende Auskäuscnn absetzte. Das gestohlene Gut wurde beschlagnahmt und die Käuferin tmrö sich wegen Hehlerei zu verantworten haben. Der Täter mürbe gestern verhaftet, als er gerade seinen Koffer packte. Zur Auf­klärung trug wesentlich ein Wächter des Wach und Schließ-In­stituts bei, der das Fuhrwerk an dem Tatort bemerkt hatte unb der Polizei Mitteilung machte.

* * Schlägerei In der Nacht zum Sonntag kam es in den Neuen Banen zwischen jungen Leuten zu,einer Rauferei, in deren Verlauf ein Student einen Messerstich in den Arm erhielt. .

* * Zusammen sto ß In der Bahnhof,traye fließen gtitcrii abend zwei Wagen der elektrischen Straßenbahn infolge eineß Defektes an einem Wagen zusammen.

* * Unfall. Am Samstag nachmittag 3 Uhr wurde her sechsjährige Sohn der Frau Hemm .Mühlgasse 2, von einem Auto in ber Balmhofstraße, Ecke Mühlstraßc, überfahren. Das Kind wurde sofort von dem Chanffair zur Klinik gebracht. Den Chaussenr soll keine Schuld treffen, ba das Kinb birekt in das Auto hineingelausen sei. r ,

Preußische Klassen-Lotterie. Tie Lose ber 3. Klasse 22-<. Lotterie müssen unter Vorlegung bc§ VorklastenlofeS b:6 zum 7. März, abends 6 Uhr, einaclöft fein. Auch müssen die Freilose acaeit Rlickgabe der gezogenen Lose bis zu obigem Termin z»,r Einlösung aelangen.

Die Mnul» und Klalienfeuchc herrscht ,ioch m AngerS doch. Festgeftellt wurde die Seuche in Kranichstein.

Landkreis Gießen.

= Lang-GonS, 2. üstarz. Ter von hier stammende Vizefeldwebel d. Res. O. Rompf, z. Zt. Oberförster in Baltatesti in Rumänien, wurde zum Leutnant der Reserve deS 2. Bayerischen Jnsanterie-ReyinientS beföcdert.

-m. Hungen, 2. Mörz. Gestern feierten hier Flm> schütz Heinr. Jockel V. und Frau daS Fest ihrer goldenen Hochzeit. Am glichen Tage begingen Hernr. Sch m idt I. und Frau daS Fest ihrer silbernen Hochzeit. Ver­gangene Woche sind die auf dem Schlöffe nistenden Störche au§ dein Süden hierher zuruckgekehrt.

Universitätr-Nacbrrchten.

Mk. Marburg, 2. März. Professor Dr. med. Leonhard Jo res, ordenllickx's Mitglied der Kölner Akademie rür prak­tische Medizin und Direktor des pathologischen Instituts der städtischen ürrantenanftalten daselbst, hat den Nus an bie hiesige Universität als Nachfolger von Pros. Dr. Martin B. Schmidt angenommen unb wird sein neues Lehramt im Sommersemester übernehmen.

vermischtes.

Der Hotelbranb in Omaha.

Zu dem am Samstag schon kurz gemeldedm Hotelbranb, in Omaha Nebraska wirb noch mitgeteilt, daß von 50 Gästen des Hotels amchcüicnb nur 16 gerettet nxnbet sind Das Feuer verbreitete sich mit cmßerordenllicker Schnelligkeit über das ganze C^cbäubc, so daß die Feuerwehren machtlos waren. Fast alle Personen, die in die Sprungtücher ber Feuerwehr bmab- fprangen, verschlten sie und blieben zerfcknrcttert auf der Straße liegen. Das Feuer ist mabn'drmlid) dueck rate Gas­explosion entstauben unb richtete einen Schaben von etwa 2 40 000 Dollars an. Einige Bewohner des Hotels konnten das Nachbarhaus erreichen, aber viele wurden unter den ein- stürzenden Trümmern begraben. Mehrere Personen sprangen aus bei Fenstern unb Tarnen auf biefc Weise ums Leben

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Automvbilbanbiten bei Berlin. Aus Ber­lin, 2. Marz, wird gemeldet: Als in ber späten Abendstunde brr Berliner Juwelier Plunz mit seiner Familie von einem Automobilausflug aus der Umgegend von Berlin zurückkehrle, rannte er auf der Elmufsee zwischen M arwitz und Hennigs­dorf mit feinem Kraftwagen gegen zwei Dahtseile, btc Verbrecher quer über die Landstraße gespannt harten. Der Iu- ivcftcr unb seine Frau wurden von den Seilen stranguliert und fo» fort getötet, die 19 jährige Tockter lebensgefährlich verictzt. E-n- befreundete Familie des Juweliers und desfen 17 jährige iztcr ic'gtcn in funer Entfernung in einem zweiten Auw-