Ausgabe 
28.2.1913 Erstes Blatt
 
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Sonnenstrasse 20

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fc. Wiesbaden, 27. Febr. Heu- undStrohma rr t. Anaeiahren waren 17 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte. t)e°u 6.807.60 Mk., Stroh (Nichtstroh) 3.605.20 Mk. Frachtmarkt. Haier 17,4018,00 Mk. Alles stir 100 Kilo.

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Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen für ^amstag, den 1. Marz 1913. Groden, (älter, nellenweise Nachfrost, nördliche Winde.

Handel.

Düsseldorf, 27. Febr. In der heutigen Ham't- versammlung des St a hlw e rks v erb a ndes wurde benchtell das; die Beschästigung bei den Derbandsmitgliedern nach wie vor durchaus befriedigend ist. Die Weiterentwidlung de« Gescha'te. wird davon abhängen, ob dem Kriege der Balkanstaaten Ende gesetzt wird und mit der Entspannung der pohtt dien:lag< auch eine Erleichterung des Geldmarktes eintritt. Das Auslands gdchät liegt noch befriedigend, nur tm Verkehr mit den Balkan floaten herrscht nach wie vor Stille. Die nächste Hauptversammlun ist auf den 17. Adril anberaumt.

Bahmsche BermiWg Gleye«.

Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß unser Mitglied

Herr Geheimer Hofrat

Magnus Biermer

° Dr. jur. et phil.

am 26. Februar entschlafen ist.

Wir bitten um zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung am Samstag nach­mittag 3Vi Uhr auf dem neuen Fnedhof.

Der Vorstand.

schloß, sind 15 (auch noch lebende» Kinder heroorgegangen, von denen acht, alko die gute Hälfte, ges deckt finb wie die Tluttcr, wahrend die anderen rein schwarz sind. Von den Gescheckten wie von den gleichmäßig (Gefärbten haben sich bereits je drei ver­heiratet, und unter deren Nachkommenschaft tritt die Eigentüm­lichkeit der Scheckung wieder deutlich hervor. Unter neun Nach­kommen der Schecken sind sieben wieder gescheckt und nur zwei oleichmäßig gefärbt, wahrend die gleichmäßig gefärbten Kinder der Stammmutter zusammen vier Kinder haben, unter denen le ms gescheckt ift. Diele Verhältnisse entsprechen ganz gut den tforber- uii'cn des Mendelschen Gesetzes über die Vererbung von Eigen- schien. 9lu6er der zahlenmäßigen Bestätigung des Mendelschen (Gesetzes zeigt diele merkwürdige Familie ja ailch, da» sich die norm der Eigentümlichkeit wiederholt. Tie Stammmutter hat au' dem Kovl eine wecke, weiftbebaarte Hantstelle, ferner einen groben wecken Fleck in der Mitte des Gesichtes und ein weibes Abunchen auf der Brust. Hände und Nüße sind bei ihr schwarz, ebeuio 'er Rücken. Diese weiften Abzeichen kehren nun mit geringen Ab­weichungen bei Kindern und Enkelkindern wieder. Manche der ge­scheckten Nachkommen zeigen an Seiten und Armen ebenfalls Helle Flecke und bei eininen ift der weifte Brick fleck schwarz getüpfelt. Das .Sammelamt für Eugenik" in New York wird natürlich die Vererbung in dieser Scheckenfamilie weiter verfolgen.

kf. WaS der Pariser ißt und trinkt. Der Panter Statistiker Armand Gautier hat an der Hand der letztjährigen Erträgnisse der Pariser Stadtsteuer, des bekannten >>ctrock, Unter­suchungen darüber veröffentlicht, was jeder Pariser im Durchschnitt täglich lftk und trinkt. Innerhalb der Oetroisphare wohnen 2 8Q0 000 Nteulchen. V ach Professor Gautier verzehren diese 2 800 ODO Menschen täglich je Kopf 350 Gramm Brot, 3o0 Gramm Wisches Gemüse, 225 Gramm Fleisch ohne Knochen (!?) und 115 Gramm Kartoffeln. An Getränken nimmt Jeder der 2 800000 Menschen au sich 1 Liter Wasser, '/, Liter Wein (mit 9°/» Alkohol tm Durch­schnitt) und V, Liter Milch. Der Verbrauch der anderen Acchnings- mittcl ergibt sich aus folgender Tabelle: Trockengemuse 10 Gramm, (rische Früchte 70 Gramm, Zucker 40 Gramm, Eier 24 Gramm, Käse 8 Gramm und verschiedene Fette, wie Untier iufro. 28 Grainm. Manche der Zahlen in der Tabelle Professor Gautiers Hingen nicht grabe wahrscheinlich.

Kleine Tagerchronik.

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* Große Diebstähle. In der letzten Zeit waren in Mülhausen und nächster Umgebung mehrere gröbere Einbruck- riebstähle vorgckomtnen, so il a. in der Mülhauser Steuerkasse wnb im Postgebäude in Dörnach, wo allein für über 10 00 0 0 NarkBriefmarken gestohlen worden waren. Man hat nun­mehr einen Italiener nameirs Rogalli verhaftet, der bei der Kriminalpolizei wegen seines auffälligen Benelnnens von seinen bausleuten angezeigt worden war. Rogalli hat seit Monaten riebt mehr gearbeitet. Besonders machte er sich dadurch ver­dächtig, daß er zu jeher Nachtzeit int Dause aus- und einging. Sei einer Haussuchung wurden eine größere Menge Briefmarken inb andere Objekte gefunden, die keinen Zweifel mehr daran ge­lten, daß Nogalli einer der Täter ift, die die Anbrüche tm kDornacher Postgebände und der Mülhauser Steuerkai,e verübt taben. Auch stimmen die aufgefundenen Fußspuren mit denen «ogallis überein. Außer ihm! wurden gestern noch zwei Italiener »erliaftet, so daß man hofft, binnen kurzem die ganze Bande Linker Schloß und Riegel zu bringen.

* Schwerer Unfall beimFelddienst. Aus Straß­burg i E, 27 Febr., wird gemeldet: Ein schwerer Unfall hat sich gestern im Gelände nahe bei Geispolsheim bet einer llebung mit gemischten Waffen ereignet. Ms die Artillerie vor- cing, stürzte beim Nehmen eines Grabens ein Geschütz der 2 Bat terie des Straßburger Feldartillerie-Negimcnts Nr. 84 um. Dabcr hmri)e der Kanonier Friedrich getötet, dem' Kanonier agel wurden beide Beine gebrochen und der Kanonier Schwartz erlitt Verletzungen am L>mterkopf. .

* T i e Rasierseife als Verräter. Aus Polen, 27. Februar, wird gemeldet: In Buck wurde vor einigen Tagen ein Einbruch in die Kämmerei und die Sparkasse verübtz Als Täter wurde ein Papiergehilse ermittelt, der sich mittels Ra, ter - scife einen Abdruck des Schlosses machte. Bei einer Ausbcffc- rung des Schlosses wurden die Seifenreste gefunden und dadurch bt ?äerinTmo6e -hnc Wasser. Dir B-w°ha°r «n-s Kaufes int Norden von Berlin gerieten der ,,Morgmpost zu- fölge dadurch in eine unangenehme Lage, daß -d^r ^^ntumer Fcinnt Verpflichtungen gegenüber dein Wagerwiwk nicht nachkam. Weil er ihm 59,90 Mark schuldete, ließ das Wasserwerk wmt- rfthc Leitungen sperren. Das Haus ist infolgedessen feit einer ^Woche ohne jede Wasserversorgung.

* Eisenbahnunglück. Aus Rw de Janeiro, 27. Febr. wrb gemeldet: Auf der Fahrt von Campinas nach $ c c o y

Letzte Nachrichten.

Aus der Hessischen Zweiten Kammer.

bs. Darmstadt, 28. Febr. ^Tie Spezialberatung des Staatsvoranschlags wird bei Kapitel 3^, Polizei^ fortgesetzt. Abg Siünert (Soz.) erklärt, die Verstaatlichung der Offenbacher Polizei Ke bis jetzt die in Aussicht gestellten Vorteile noch nickt gebracht. Bei .Kapitel 35, Kirchen- und Neligwnsgemetw schäften, entspinnt sich eine ausgedehnte Aussprache, an der sich die Mg. Korell (Fortschr. Volks^.), Schonberger (Ntl), Moltdan (Ztr.), H a r tma nn (Soz.) und W o lf (Vbd.), w ivie der Minister des Innern Dr. Braun und Geheimerat Best beteiligen. *

Der neue Mannheimer Theaterintendant.

Mannheim, 28. Febr. Zum Intendanten des Hof- und Nationaltheaters wurde Direktor Bernau vom Deutschen Theater in Köln einstimmig gewählt.

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des Caldas entgleist« ein Sonderziig, vier Personen wurden getötet, dreißig schwer verletzt.

kf. Tätowierte Fürst l ich ketten. Ein englisches Wochenblatt weiß zu berichten, daß eine ganze Reihe von A u- gehörigen königlicher Häuser Tätowierungen tragen. So soll beispielsweise der Großfürü Alexis von Ruftland höchst künstlerisch tätowiert sein und dasselbe wird vom Herzog von Sachsen Koburg und Gotha behauptet. Ter König von Schweden und die Königin von Griechenland sind ebenfalls durch Täto­wierungengeschmückt". Prinz Georg von Griechenland trägt auf dem Arme die kunflvolle, vielfarbige Darstellung eines fliegenden Drachens. König Georg von England soll sich eines ähnlichen Schmuckes erfreuen.

kt. Eine Familie von gescheckten Negern. Das New Yorker .Sammelaint für Eugenik" ift soeben um einen wert­vollen' und ainleid) merkwürdigen Beitrag bereichert worden: zwei ameiikanische Gelehrte, Simpson und Castle, haben dort das D.uellenmaterial zu einem Aussatz über eine gescheckte Negerfamilie niedergeleak, den sie für den .American Naturalin" geschrieben haben. Eine Negerfrau in Louisiana, die 1853 geboren wurde und noch heute lebt, ift die Stammmutter dieser Familie von ge­scheckten Negern. Sie stammt von Eltern, die durchaus keine Anomalien aufweisen, ift aber trotzdem gescheckt. Aus der Ehe mit einem vollkommen schwarzen Gatten, die sie Dnüt 15 Jahren

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Donnerstag nachmittag 4 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden unser geliebter Vater, Schwiegervater und Grossvater

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in Fronhausen a. Lahn in seinem 62. Lebensjahre.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Frankfurt a. M., Giessen, Kinzenbach, Naumburg a. Saale, Niederwalgern, Fronhausen a. L., 27. Februar 1913.

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Achtung! Achtung;.

Der Waggon mit Waren traf zu fvät ein. Der Verkauf konnte deshalb, wie gestern angekundigt, beute nicht vor genommen werden. Alle angegebenen Waren kommen °u denken morgen Samstag 'HJ 139S Klein aus Köln. ^Braunkohlen-Presssteine X der staatlich. Grube Ludwigshoffnun« billiger und vorzüglicher Brand, gleichwertig jedem Braunkohlenbrikett. J»

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Aus Win tcrb erg (Sauerland) itrirb grnieldet: Am Mitt- tvoch rnunte ein mit vier Damen besetzter L^ckltttcn gegen einen Baum. Die Insassen wurden heraus geschleudert, drei wurden schwer, eine leicht verletzt.

<Vn Rom ist der hervorragende Orientalist und Frie­densfreund Angelo de Gubernatis gestorben.

Bei dem Neubau eines tzochofens bei D etzingcn stürzte das Gerüst ein und begrub fünf Arbeiter; drei wurden getötet, andere schwer verletzt.

Der Raubmörder.Trcukler ist in der vergangenen SW im Untersuchungsgefängnis verstorben.

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Neu eingeführt:

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Ein H öhenflug-Rekord. '

mris, 28. Febr. Auf dem Flugfeld von Chartres flieg her Militärflieger Franke mit sechs Passagieren ui . einem Zweidecker aus. Nach einer Viertelstunde bet and sich der Zweidecker in 600 Meter Höhe, womit c.m neuer. ..hohen- rekord aufgestellt wurde. # f

Ein Kirche Lentoliert.

Paris, 28. Febr. Die Kirche von Neuillh-Plai- sauck wurde heute nacht von unbekannten Uebeltatern vollständig verwüstet. Die sämtlichen kirchlichen Utensilien, Heiligenbilder, Altäre und gottesdienstlichen Gegenstände wurden zerstört*

Eine Expedition in Marokko.

(Dran 28. Febr. Der Befehlshaber der ostmaroka> Nischen Truppen, General Alix, beabsichtigt, eine Ex­pedition gegen die links des Muluiaflues wohnenden Beni--Bujani, die den Franzosen immer noch feindlich gesinnt sind. ___________

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w. Darmstadt, 27. Febr. Die beiden Straßburger Flieger Oberleutnant Donnevcrt und Leutnant Was 0 w, die gestern W.achmittag um 3.20 Uhr von der Vahrenwalder Heide bei Han noltcr aufgcsticgcn und bei Hannoversch-Mündcn eine Notlandung »ornahmen, sind heute nachmittag auf der hiesigen Flicgerstation wohlbehalten eingetroffen. Die Flieger gedenken bis morgen früh Vier zu bleiben.

Vermischtes.

* Die Witwe des Kapitäns Scott ist mit dem -DampferAorangi" in Wellingtott angekommen. Als iie Witwe in der 9Lähe der Fidschi-Jnfelw den Tod ihres 4totten erfuhr, nahm sie ihn gefaßt auf und sagte:Ich imiß so tapfer fein, wie mein Mann es wünschte!" Die Vittvc wurde bei iherr Ankunst von dem Kapitän Evans, rem Leutnant Bruce und ihrem Bruder empfangen.

* Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern abend <m 5)afenplatz in Berlin ab. Mehrere Schulknabcit hatten sich <uf die Eisfläche des Hafens begeben, als plötzlich ein Schrei .«tönte unb der 11 Jahre alte Schüler G 0 llnick einbrach. Er nnsckMand alsbald unter dem Cis. Vom nahen Fcuerwehrdepot lattc ein Feuerwehrmann den Vorgang mit angesehen, er sprang lern Knaben nach und konnte ihn auch erfaßen und an Land »ringen. Der Tod des Knaben jvcrr aber f d) 0 n e 1 n g e t r c t c n.

Erklärung.

Arh Unterzeichneter erkläre hiermit im Namen meiner TockÄ das^Äe Berleunidung gegen den ZabntechnUer (inrfiithhier in GrofteN'Buseck auf Unwabiheit beruht utid SSSÄS"« welchem >ch liefe SluSfage bdee, gerichtlich belangen.

Alten-Buseck am 26. Februar 1913.

H. Marscheck.

Zur Beglaubigung.

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Fluge etwa 7 Auch i Fluge mir 8. Sn die» n erst« eine sroeiftij m Prinr-öeinrick

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