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25.2.1913 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

TQnstag, 25. Februar M3

165. Jahrgang

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Nr. 47

Der Sletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich

qsvrei 5: monatlich75Mviertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstelle.: nionnt(id) 65 Pf.; durch diePost Mk.2> viertel« jährt, ausschl. Bestellg. Zeilenoreis: lokal löPf., auswärts 20 Piennig« trheiredakteur: A Goetz, Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; fürFenille" ton",Veriniichles" und Gerichtsfaal": K. Neu­rath; fürStabt und Land": E.Heß; für bei: Anzeigenteil: H. Beck.

hundert stantmen können, und mit Säulen, die man in das 8. oder 9. Jahrhundert setzen kann. Augenscheinlich ist also jene! Gestaltung wieder ans Licht getreten, in der nach den großen Bränden der Krvpta zu den altchristlichen Formen neue Elemente bereits getreten waren. Die Verwüstung der uralten Kirche ist leider so graf;, daß man an eine Herausschälung der alten Form nicht denken tonn; der Leiter der Arbeiten G. G- Giovenale wird sich daraus beschränlen müssen, die Ueberrefte der Basilika zu retten und dem Bau im übrigen ein modernes organisches Aussehen zu verleihen.

If. © i it c M aschine zu'M Um blätter n. Jeder Klavier-- spieler und jeder ausübende Musiker überhaupt .nnpfindet es äußerst unangenehm, wenn er die Noten umblötterir muß unb dazu keine Hand frei hat. Ein sardinischeriLehrer bat hierfür eine Abhilfe geschaffen. Er hat nämlich, wie der(Sortiere" mitteilt, eine kleine Maschine erfunden, die das Umblättern besorgt: ein Hebel, der am Ende einen Gummiknopf trägt, verschiebt Hiuuichst den Blattrand, dann greift ein zweiter unter die entstandene Wölbung und klappt das Blatt um'. Die ganze Maschine ist an einem Rahmen angebracht und der Gröhe nach verstellbar, so das-, sie für jedes Notenformat brauchbar ist. Tie Auslösung der Maschine wird mit dem Fuß bewirkt. Leider nennt das

. Verschnitt

Walltorstrji,1

schwach. Zwischen der.Hauptlinie und ben feindlichen Bat- terie.it entwickelte sich ein kleineres Artilleriegefecht. _ Tie militärische Lage vor B u l a i r ist unverändert. Bei T s ch a- t a l d s ch a treten die Bäche ans den Ufern und erschweren die Bewegungen der Rekognoszierungskolonnen. In dem Kampfe, der westlich von Alpassan bei Tschataldschcr stattfand, hatten unsere Truppen 5 Tote und 22 Verwun­dete. Tie Verluste des Feindes sind bedeutend größer.

Tie Vermittlung der Mächte

in der rumänisch-bulgarischen Frage.

Sofia, 24. Febr. (Ägcnce Bulgare.) Die Regierung übergab den Vertretern der Mächte die Antwort auf deren gestrigen Schritt. Die Regierung erklärt, daß sie int Vertrauen auf den hohen Gerechtigkeitssinn der Groß­mächte deren Vorschlag, sich bezüglich der Lösung des ru­mänisch-bulgarischen Streitfalles der Entscheidung der sechs Möchte zu fügen, an nehme, falls ihn auch Rumänien akzeptiere.

DasBerliner Tageblatt" will aus Berlin erfahren haben, Deutschland vertrete den Standpunkt, daß die. Stadt Silistria nach Abtretung der strategisch maß­gebenden Forts und Höhenzüge Bulgarienverbleibt. Da auch die Triple-Entente zweifellos dem zustimmen wird, so dürfte auch Rumänien, falls es gewisse Konzessiv-- nen an der Küste des Schwarzen Meeres erhält, dieser Grenzregulierung zustimmen. *

SiehencrZamiliendlätter, zweimal wöchentl.Nrelr- blatl für öei! Kreis Gnefoen (Dienstag und Freitag) ; zweimal mönatl. Land­wirtschaftliche Zeitsragen sterujprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112,

General-Anzeiger für Oberhessen

für die Tagesnuminer Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchuistraße 7. vts vormittags p llhr. BSd'.ngen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße {6a.

Gesetzes, welches eine allgemeine, den verschiedenen Besitzformen gerecht werdende Besitzsteuer vorschreibt,, spätestens am 1. Ok­tober 1913 in Kraft. Der Gesetzentwurf ist dem Reickzstage bis zum 30. April 1913 vorzulegen."

Allzuviel Zeit haben die verbündeten. Regierungen also nicht mehr, und wenn auch, wie schon betont, der Beschluß einer Ermäßigung der Zuckersteuer rückgängig gemacht wer­den dürfte, so bleibt doch van !der alten Militäraorlage noch immer ein Rest von etwa 25 Millionen Mark, zu denen noch die mehr als 100 Millionen. ivird doch sogar von Beträten bis zu 150 Millionen gesprochen der neuen Militärvorlage treten.

Wie die Deckung hierfür beschafft werden soll, dar­über sind bis jetzt nur Vermutungen laut geworden, aber das ist jedenfalls klar, daß auch eine V e s i tz'st c u e r in dem Rahmen, wie sie bisher gedacht wurde, dafür nicht aus­reichen dürfte. Gegen die am nächsten liegende Reichsver­mögenssteuer sträubten sich bisher die Einzelstaaten, gegen die Erbanfallsteuer wehren sich Konservative und Zentrum: die Vermögenszuwachssteuer ist von Seiten der preußischen Regierung abgelehnt worden, und der Plan, dem Reiche die Stempelsteuern und den Einzelstaaten dafür die direkten Steuern zu überlassen, ist auf allgemeine Ablehnung ge­stoßen. Die Lage ist also gegen das Vorjahr um nichts klarer, sondern vielmehr durch die oppositionelle .Haltung des Zentrums noch viel prekärer geworden, so daß es, ob auch verfrüht, so doch begreiflich ist, wenn sich die Ge­rüchte über eine angeblich in Aussicht genommene Auf­lösung des Reichstages verstärken und die Par­teien in Bezug auf ihre Organisation dieselbe Taktik befolgen, die für das Deutsche Reich angesichts der Welt­lage und der Haltung seiner Nachbarn eine zwar bittere aber unabweisliche Notwendigkeit ist, nämlich: die Rüstungen zu verstärken! Wi

' vor foenf Kriegsende?"

Wieder machen sich Anzeichen bemerkbar, daß nicht etwa, wie Mehrfach gemeldet worden war, eine große Schlacht bei Bulair in Vorbereitung ist, sondern daß die Waffen allmählich zur Ruhe kommen. Nichts Neues auf dem Kriegsschauplätze, so lautet der letzte Bescheid, und aus Sofia nrirb melancholisch hinzugesügt, daß auf allen Operationsplätzen Schnee gefallen sei. Das ermuntert nicht zu großen Taten. Nach einer freilich nicht sehr zuverlässigen Meldung der BerlinerMorgenpost" hat Schukri Pascha, der Verteidiger von Ad'rianoHel, "in entehr Funkentele- grammm nach Konstantinopel mitgeteilt, daß er sämtliche Pferde l-abe töten lassen, um für die Bewohner Nahrung zu schaffen. Die Kapitulation sei unvermeidlich, wenn den Besatzung nicht inner­halb 14 Tagen ein Ausfall ermöglicht werde. Ter Tapfere hofft also auf einen Vorstoß der türkischen Tschataldschatruppen. Tie aber liegen still wie zuvor. Dagegen ist von einem Kriegsrat unter dem Vorsitz des Großwesirs wieder einmal ein Ober­kommandierender wegen Unfähigkeit abgesetzt worden. Ferid Pascha der Oberkommandierende der Dardanellen-Truppen, soll die Ver­zögerung der Truppenlandung in Scharköj verschuldet haben und daher von seinem Amt entbunden worden sein. Das zeigt wieder einmal, daß es um die Organisation des türkischen Offizierkorps recht schlecht bestellt ist.

Wir erhalten folgende Nachrichten:

Schnee auf dem Kriegsschauplätze.

Sofia, 24. Febr. Nachrichten von dem Kriegsschau­plätze besagen, daß auf allen Oper atio nslinren große Sch nee mengen vorhanden sind, durch die die militärischen Operationen.einige Tage gehüidert werden.

Ern türkischer amtlicher Kriegsbericht besagt: Im Laufe des Sonntags bombardierte der Feind Adrian opel, doch war die Kanonade nur

Deutsches Reich.

Hinsichtlich der Universität Frankfurt a. M. erklärte der Kultusminister im Budgetausschuß, es sei noch nicht sicher, ob die Universität schon zum 1. Ok­tober 19 14 eröffnet werde. Bei der Besprechung der finanziellen Verhältnisse der Universität führte ein Regierungs-» kommissar aus, daß die wesentlichen Einrichtungen bereits voc- handen seien, so die Akademie für Sozial- und Handelswissen­schaften, die naturwissenschaftlichen Institute «Senckenberg), die Krankenanstalten und Bibliotheken (Stadt und Rothschild). Schon jetzt würden 600 000 bis 700 000 Mk. ohne Krankenhäuser jähr­lich aufgewendet. Künftig würden jährlich 1,4 Millionen, wie­derum ohne Krankenhäuser, zur Verfügung stehen. Die letzteren würden nach den Verhältnissen der Universität Breslau berechnet und jährlich etwa 700 000 Mk. erfordern, so daß jetzt im ganzm 2 100 000 Mk. jährlich zur Verfügung ständen. Dazu kommt ein gesicherter Kapitalbestand von 8,3 Millionen Mark. Hieraus seien für Bauten 2,5 bis 3 Millionen Mark zu entnehmen, 2 Millionen Mark zu einem festen Reservefonds unter Zuwachs der Zinsen, während der Rest zinstragend angelegt werde und tatsächlich als Reservefonds für spätere Bedürfnisse diene.

Zulassung von Ausländern andenUniversitäteN.

Im Budgetausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses fand eine Aussprache über die Zulassung von Ausländern an den Universitäten statt. Aus mehrere Beschwerden aus der Mitte des Ausschusses wegen ungenügender Vorbildung und besonderer Rücksichtnahme auf ausländische Doktoranden erklärte der Kultus­minister, das weitgehende Gastrecht an den Universitäten sei für Deutschland von großem Werte, da durch die studierenden Aus läuder für spätere Zeiten nützliche Beziehungen zu ml Auslande angeknüpst würden. Voraussetzung sei aber, daß die Ausländer das Gastreckt zu würdigen wüßten und das Studium der Heimischen nicht beeinflußten. Die Gebühren für die Zulassung zu den Instituten seien eingehend verdoppelt worden und es würden in neuerer Zeit bezüglich der Vorbildung tunlichst die gleichen Anforderungen gestellt wie bei den Jnläirdern. Der Hallesche Studentenslrei? sei veranlaßt worden durch unrichtige Handhabung cincs Ministerialerlasses au5 dem Jahre 1896. Remedur sei ge­schaffen worden. Jetzt würden an allen Universitäten die Stu­denten zu den Kliniken nur zugelassen, welche das Physikum be­standen hätten. Weitere Maßnahmen zur Beschränkung der Be-- suche der Ausländer an den Universitäten seien erwogen worden, doch seien sie noch nicht abgeschlossen. Mehrfach werde alsdann noch verlangt, daß wie in München nur ein bestimmter Prozent­satz der Studierenden Ausländer seien dürften.

X 4.50 Mk. usw. reiten, das Mete I 10,1.20 Mk. la*/! iCi PABVEBEINIG^I

Ein Mn zur Schme Mg des polareres.

sss darf als geschichtlich erwiesen gelten, daß in prähistorischen 'Zeiten die arktischen Polargegenden sich emeS bei wertem milderen Limas zu erfreuen hatten als jetzt. Beweis dasur smd die zahl­reichen Reste des Mammuts und tropychen Pflanzen, die ntan m äer heutigen Eiszone gefunden hat. Auf welche Ur>ache dre allmahnche Abkühlung der arktischen Gebrele zuruckzufuhren ist, dieses Raffel hat die Wissensck-aft noch nicht zu losen vermocht. Nach einem ianadischen Gelehrten, Professor Mae Lonnan, ist bre Vereisung des Polargebietes nicht auf eine llrinaniche Veränderung zuruck- zuführen, die geologische Phänomene im Gefolge hatte An der ßcgenivärtigcn Gestalt der arllischen Gebrete hat pch mchts geändert, leitdem die Erkaltung eingetreten 0t, so daß. der Schluß gestattet ist, daß die Veränderung rem Molkige Urlachen hat, erster Linie die Vereisung der beidm großen Zuchten, den Llrktrlchen Ozean einerseits und den Pazlfischen Coian anderer,elts v binden, das heißt also der Behrmgstraye und der ^avrsstraße^

Ehemals war der Arktische Ozean ern vfienes Mttr rn das die beiden Zweige des Golfstroms und der Kuro-^ivo ungehindert nntraten Gerade diese beiden warmen Strömungen dursten aber, so sonderbar es klirren mag, die Katastrophe hmoeigemhrt haben, mdenr sie von der Polarzone LlsmaNen ^lösten die nun Öre genannten Wasserstraßen versperrten und ^ Mbanx bildeten, Die sich jetzt wie eine unüberstergvare Barrtere zwischen dem Polar mecr und den anderen Ozeanen aufturmt. ??s. d°larmeer, da tun dieses warmen Zustromes beraubt war, kühlte sich allmählich ab, bis die ganze Wasserfläche tu Eis verwandelt war. Im übrigen aber dürfte .auch heute noch mit Ausnahme der erwahntm Lisbank die Eisschicht der Polargebiete von temer ^-MMwßen Stärke sein. 9)tac Lonnan beantwortet m^n Menage, , nötig wäre, um den alten Zustand wreder herzustellen ^sg, mau müßte den warmen Strömungen wieder den ^eten Jutntt in das Polarmeer verschaffen. Die schwemmende Sauere, bie den arktischen Ozean t»on .den anderen Meercm.^ennt muMe be Icitigt und die Eisbank zerstört n;erben. ^^ luarmen Strome von selbst besorgen. g^[[

reckstlung zeigt, daß eine Strömung von Grad über .tun von der Größe des Golsstromes und des Kuro-stvo 1006IW Bieter Eis pro Tag zu schmelzen vermochte,, und Prose sor ^ca Lonnan hat berechnet, daß nut 1»«/^ Jimf Mr '

um aus diese Weise die ganze Eismaße des Polarmeere., zuu Schmelzen zu bringen.

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rrößter Auswahl I vom Stück das i, 1.1(1 Mk usw.;

50,-MPfg.

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>tte das Meter zu .60 Mk. usw. usw.

italienisckw Blatt nicht den Namen des Erfinders und sonst keine weiteren Einzelheiten an, ob die Maschine Handel zu haben ist, ober nicht.

- Drei einaktige Versfuß spiele : Eulenber g s.Die Welt will betrogen fein",

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Wehrvorlage und Deckung.

Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns:

Die Balkanrechnurrg schwillt allgemach zu einer unheint- Achcn Läwge an, denn zu den unmittelbaren Kosten der am Kriege selbst, beziehnnasweisc an den dadurch bedingten Mobilmachungen Beteiligten gesellen sich die mittelbaren Losten für die anderen Großmächte in Gestalt einer Steige­rung der Kriegsrüstungen. Nicht nur weil die internatw- rale Spannung durch die Austragung des Balkankonfliktes eine erhebliche Verschärfung erfahren hat, sondern weil das Schicksal der Türkei eine Mahnung für alle Staaten in trponiertcr Stellung darstellt, empfindliche Lücken in der Rüstung auszubess-em, bevor es zu spät ist.

Die durch den Balkankrieg nicht etwa hervorgerufenc, «her gesteigerte Spannung hat in Frankreich beredten Tusdrnck gefunden in der phrasenreichen Antrittsbotschaft Les Präsidenten Poincare, der diegrausamen Prüfungen Don 1870" wieder au fleben ließ, und in der Rede des Lriegsministcrs Etienne, der zur Opferwilligkeit gegen­über den neuen Mllitärsorderungen mit dem vielver­sprechenden .Hinweis darauf mahnte, daßdie Besiegten von gestern die Sieger von morgen sein könnten". Diese Hoffnungen und diese Revancheträume gründlich zu zer- ilören, das ist der Zweck der erneuten militärischen Dkü ftu n g en, welche das deutscheVolk auf sich nehmen ! soll. Und in einer Beziehung ist Deutschland hier den Franzosen jedenfalls weit überlegen. Diese sind zwar noch imstande, durch allerlei Heine Mittel und das große einer Lerlängerung der Dienstzeit die Friedensstärke zu erhöhen, -der einer Vermehrung der Kriegsstärke stellt sich der durch den Stillstand in der Bevölkerungsbewegung bedingte und schon jetzt sehr fühlbare Rekrutenmangel ent­gegen. Ein solcher Mangel kommt für uns trotz der stark übertriebenen Klagen über den Geburtenrückgang für ab­sehbare Zeiten nicht in Frage, und so handelt cs sich für uns auch bei der neuen Militärvorlagc nur um eine Geldfrage.

Aber auch das ist eine Frage, denn zum Kriegführen ge-.cren nach einem bekannten Worte mc allem drei'Linge, nämlich Geld, Geld und nochmals Geld. Gewisse mili­tärische Kreise in Deutschland, in deren Dienst sich einige Zeitungen gestellt haben, die sich den Anstrich des Offi- ziösentums geben, suchten freilich diese Tatsache zu ver- ^schleiern, indem sie die Losung ausgaben: erst Rüstung, r Dann Decku'ng! So verkündete der Chorführer in diesem Konzert der Scheinoffiziösen, der Berl.Lokalanz.":Mag der Reichstag hinterher darüber beraten, welchen Weg er einschlägt, um die großen Mittel aufzubringen: in erster Linie muß die .Heeresvorlage unter Dach und Fach fein". J Aber dieNordd. Allg. Ztg." hat darauf prompt erwidert, ,,daß an allen maßgebenden Stellen Uebereinstimmung j dahin besteht, daß die Militärvorlage und die Bor- Lage über die Deckung der neuen Forderungen t gleichzeitig dem Reichstage zugehen sollen".

Tas muß in der Tat nicht bloß als die Vorbedingung I eines gesunden Finanzgebahrens bezeichnet werden, sondern | die Mehrheit nicht nur dieses, sondern wohl auch jedes I anderen Reichstags wäre für eine andere Taktik schwer- I lich zu haben. Ist doch heute die Rechnung der letzten I Militärvorlage noch nicht völlig beglichen, selbst dann nicht, I trenn die vom Reichstag beschlossene Ermäßigung der Surfer ft euer wieder, wie es aller Wahrscheinlichkeit nach feer Fall sein wird, rückgängig gemacht werden soll. Auch in diesem Fall wären von der letzten Militärvorlage noch . »und 25 Millionen Mark zu decken und zwar nach Maß- t Zabe des Reichstagsbeschlusses vom 21. Mai 1912:

Die im Artikel 5 des Gesetzes, betreffend die Aendcrnngcn -int Finanzwesen vom 15. Juli 1909 vorgesehene Ermäßigung feer Zuckersteuer tritt sechs Monate nach der Einführung cmes

So ungeheuerlich dieses Projelt auf den erstens Wick erscheinen mag, so ist es sicherlich nicht unausführbar. Ter Minister des Innern von Kanada bat es ernster Erwägungen für würdig bc- fnnden und die kanadische Regierung hat Anstalten getroffen, um Cngland und die Vereinigten Staaten für das Umernehmen zu interessieren. Diese beiden Staaten sollen eventuell einen Teil ihrer Flotte zur Verfügung stellen, um die/Eisbank durch mädnige Torpedos zu zerstören und die Trümmer durchsbekannte Verfahren zu vernichten. Der Angriff müßte gleichzeitig in Ostgrönlano, in der Behringstraße und in der Davisstraße erfolgen und sich^nach Nordwesten fortfetzen. Mae Lonnan zweifelt nicht daran, daß die Eisbank an der Stelle, wo sie die warmen Strömungen unter­bricht, in drei Stücke zerschnitten werden kann, und daß sich nun­mehr diese warmen Ströme auf das Poleis stürzen werden, um hier ihr Zerstörungswcrk zu beginnen und zu vollenden.. Bei alledem ist in Betracht zu ziehen, daß Labrador etwa aus der­selben Breite liegt wie England, Neufundland auf derselben wie Nordfrankreich, Grönland wie Norwegen rmd Kamtschatka wie England. Wenn sich Europa trotzdem eines so milden Klimas erfreut, so verdanli es dies dem' Eim'luß des offenen Meeres. Auch die arktischen Gebiete, die am' Meer liegen, mürben sicher­lich von dem milden Seeklima profitieren, wenn man die Ge­wässer, die sie umgeben, frei machte.

Der Einsatz für das Unternehmen ist also sicherlich Nicht gering. Handelt es sich doch int Grunde,um nichts Geringeres als um die Möglichkeit, Kanada, Grönland, Alaska und Sibirien ihr früheres Klima wiederzugeben, Eiswüsten in bewohntere Gegen-- dcm zu verwandeln und Gebiete, die jahrtausendelang ansge- storbcn waren, wieder zum Leben ztr erwecken.

*

Di e Wiederherstellung der Konstantins^- Basitika. Die alte Konstantins-Basilika des Täufers in Al­bano bei Rom, dieses ehrwürdige Bauwerk frühchristlick)er Kunst, das nach dem Liber Pontificaliö von Konstantin dem Großen erbaut wurde, hatte schon zur Zeit Leos III. (795816) sehr gelitten und wurde dann bei denlgroßen Erneuerungsarbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts so völlig umgebaut, daß sie ein ganz modernes Aussehen erhielt. Wie in derKimstchronik" be richtet wird, sind nunmehr die W ie d er her stel lu n g s a rb ei ten des ursprünglichen Bauwerkes kräftig im Gange und von Erfolg gekrönt. Man stieß in diesen Tagen auf die Hebe r r e ft e einer Krypta mit Kapitalen, die recht >vohl aus dem 4. Jahr--

schwister",Die Wunderkur" erzielten bei ihrer gestrigen Ur-- ouffübrung_ im Neuen Schauspielhause zu Königsberg t. Pr. lebhaften Heiterkeitserfolg. NamentlichDie Gesclfloister" ge­fielen burd ihre nntzigen Verse und die Handlung. Direktor Geißel hakte, wie unser Königsberger Mitarbeiter drahtet, für geschmackvolle Inszenierung gesorgt.

Konzert skan dal. Aus Prag, 24. Febr., nnti> gemeldet: Bei der heutigen Aufführung von Arnold Schönbergs Lieder eines Mondsüchtigen" inr Konzert des Prager Sbammer- musilvereins, der vornehmsten Prager Musikvereinigung, kam es zu einem ungeheuren Skandal. Der größte Teil des Publikums zischte, johlte und pfiff. Das Programm wurde bei immer stei­gendem Samt ungekürzt erledigt. Schönberg war anwesend.