Ausgabe 
24.1.1913 Drittes Blatt
 
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W7WL-« SRL 2Ban«n>crf 1 276 469,65 Mk., Elektrizitätswerk 1 401764,22 Ml., Strafcrnbafm 665-109,58 Mk., jnfammcr 13905 745,67 Mk. ES verbleibt also ein Reinvermögen -von 8 5 57 61 5,0 5 Mark Am Ende des vorhergehender Utifnnmwafrrfs betrugen das Gcsamtvermögen 26 986 306,08 Mk uxb die Schulden 18 375 766,76 Mk, das Reinvermögen alsc 8 610 539,32 Mk, also rund 53 000 Mk. mehr als in diesem \*3dHce. Lu her dem nachgemicsencn Reinvermögen stehen 153 706,02 Mk. Ltisrungskapilalien unter stSdtischer Verwaltung die in der Berechnung nicht enthalten iuib. Tie Kapitalschulden setzen sich zusammen aus 358 935,54 Mk bei der Stadtkasse bczw der Armenkasse eingezahlten Stisrnngslapitalien, 436 710,13 Mk Schuldverschreibungen aus Namen und 18 200100 Mk. Anlchen Das älteste noch vorhandene Anlehen stammt aus dem Jahre 1890. Zu 3i/. Proz. sind 9 011 600 Mk. und zu 4 Proz. 9 188 500 Mk zu verzinsen. Die Tilgung erfolgt bei den älteren Anlchen mit 2 Proz., bei den drei letten mit 1 Proz., 11 i Proz und l'/z Proz. zuzüglich der ersparten Zinsen. Während bei orn früheren Anlchen die Tilgung stets durch Auslosung er­folgen muß, ist Bei den neueren Anlehen ffetf 1905) auch Rückkauf vorgesehen TaS ergibt bei niedrigem Kursstand einen Gewinn für die Stadtkassc.

** Erledigte Lebrer stellen: Eine mit einem kath Lechrer M 'besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeichulc zu Klein-Zimmern und eine mit einem evang. Lehrer M besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu O st - Hofen.

** Die Wanderknrse der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen über Ernährung unb Pflege des gesunden Kindes in den ntoti ersten Lebensjahren erfreuen sich einer grosren Beliebt­heit. Augenblicklich findet ein Wanderkurs in Wald­michelbach (2045 Eirrw.) statt. Der Mäbcheit-Kursus snaclmlittags von 46 Uhr) rvird von 61 Mädchen, der Abendkursus (von 810 Uhr) von 75 Frauen besucht. Der Kursus besteht aus 1'2 Doppelstunden, in denen Mädchen und grauen praktisch und tl>eoretisch von einer hi er,zu langjährig ausgebildeten Wanderlehrerin (Schivester Hed­wig von Below) in allem Wissenswerten über Ernährung und Pflege des Säuglings unterrichtet werden. An die Vorträge reihen sich praktische Hebungen in der Herstellung von Kmderwäsche und Kinderbetten, Baden, Wickeln, Zu- bereiten der Nahrung asm Gleiche Kurse fanden bereits in Dieburg, Ober-Ramstadt, Groß Zimmern, Heubach, Weisenau und Hirschhorn statt; sie wurden von 937 Frauen und Mädchen besucht Da es sich nur um Okmeinbeu zwischen 11006000 Einwohnern handelt, ist der Besuch außerordentlich gut. Anmeldungen von Gemeinden, die der­artige Wanderkurse wünschen, sind möglichst frühzeitig an die Zweigstellen der Zentrale l Meisamt) oder direkt an die Zentrale in Darmstadt zu richten.

** Uebcrwachung der Schrankdrogerien. Be­stimmte Großfirmen vertreiben als Spezialität den Verkauf sog. Drogenschräntc. Zungenfertige Reisende vcrspred)en kleinen Ge- schäjtsleuten, namentlich Kolonialwarenländlern, Wirten, auch Handwerkern großen (Gewinn aus dem Absatz der im Drogcnschrnnk ausgestellten, gebrauchsfertigen Arznei mittel. Namentlich das platte Land ist Mit Drogenschränlen völlig überschwemmt. Den Käufern fehlt in den meisten Fällen jebr Kenntnis über die Be­schaffenheit von Arzneimitteln Ter Inhalt des Schrankes gerät daher leicht in Unordnung, es kommen Verwechselungen zwischen den einzelnen Mitteln vor, zersetzte oder verdorbene Mittel werden nicht erkannt und so kann leicht ein Schaden angerichtet werden, für den der unerfahrene Geschäftsmann haftpflichtig ist. Der Gewinn aus deni Verlauf ist gering. Tenn unter den zahlreichen Mitteln im Drogenschrank sind sehr viele, die gar nicht geben. Durch das lange Lagern werden sie unwirksam und werben desli-alb bei den behörblichen Revisionen, denen die Trog en schränke geradeso unterliegen wie die Trog en gef drifte, beanstandet. Der Umsatz ist überhaupt nur gering, weil das Publikum viel lieber in Apotheken oder richtig geführten Trog enge schäften kauft. Ter Käufer des Drogenschrankes (oninit daher häufig nicht einmal auf seine Unkosten. Die Geschäftsleute werden deshalb in ihrem eigenen Interesse gut tun, die Versprednmgen der Reisenden, die ihnen de» Ankauf von Drogenschränken empfehlen, nur mit größter Vorsicht cntgegcmunelymen.

Ncklameschilder längs der Eisenbahn. Die wider die Verunstaltung landschaftlich schöner Gegenden durch Reklameschildcr usw. gerichteten Bcstrebltngen haben den Er­folg gehabt, daß die ausdringlichen Reklameschilder einer Zigarettenfabrik an den Eisenbahnlinien entlang, ivenn auch nicht entfernt, so doch fast durchweg von den besonders un­angenehm ivitTenbcn Figuren befreit worden sind. An der Strecke Frankfurt Gießen Kassel sind Schilder mit Figuren kaum noch zu sehen.

** K onzertverein Am Sonntag, 26. Zanuar, findet in der Aula der z w c i t e K a m m e r m u s i k a b e n d statt. Er führt eine s oll frische Kraft, Fräulein Carola Hubert aus Köln, wieder zu uns, die von früher her in bester Eriimernng steht und uns schon mit mancher Gabe vollendeter Kunst erfreute. Fräulein Hubert ist eine in den Rhein lande» besonders gesd>ätzte Künstlerin, die sich in ihren Vielen Liederabenden die Bewunderung ihrer Zu­hörer allenthalben ersang. Tie Kritik rühmt ihren schönen weichen und bod) des mächtigsten Ausdruckes fähigen Sopran und das geniale Erfassen bet textlichen und musi­kalischen Inhalts; echte Kunst, die aud) den Kritiker zum Verweilen eiulädt. Die Ki'mstlerin singt mehrere der selten gehörten Lieder von Schubert Ihr Programm verzcidmet nudi den neuen Namen Weismanu, eine ganz eigen­artige, höchst bemerkenswerte Kimstlerpersönlichkeit, die hier zuui ersten Male zu Worte kommt.

** Vortrag über S i lb er s ch m iede kuust. In dem in her Univcrfitäts Aula von dem Kaufmännischen Verein unb Ortsgewerbcvercin veranstalteten 5. ösfenttichen Vortrag sprach Professor Dr. Wa tzi n g c r Gießen überA n t, k c Silber 1 d) m i c b c f u it ft". Tie Kunst, silberne Gebrandis- unb Prunk- gcgenstänbe anzufertigcu, sdyon alt unb reicht Weit in bie 3eit vor librifu OlrfniTt hinein. Vor allen anbcren Völkern waren es die Griechen, bie hierin Hervorragendes, zum Teil beute itod) nicht UebcnroffeneS leistete» Ter y«ebner führte seine Zu­hörer in Gcbankei, in einen Basar der Metallarbeiter unb SUbcrschmiebe ber Stabt Aleranbria. Zivar ist heute daselbst trin solcher mehr vorlwuben, aber es ist uns möglich, mit Zuhilfenahme ber Phamasie auf Grund uns überkommener Sdul benmgeu und analog ben heutigen vritittalischen "Zaiären an derer Städte ein Bild zu entwerfen, bas ben bamaitgeit Per hälttnssen einigermaßen entspridü. Zn einem ioldxn Basar wirb nickt bloß ^erkauft, sondern die Gegenstände stellt man auch an Crt unb Stelle her. Tie in letzter Zeit gtmodtten Zünde, in erster Linie bet von Memphis in Lberägypten, lassen lincn Blick tun in die Ausstattung und den Betrieb einer antiken Silberfchmiedc. Neben fertigen Erzeugnissen der Silbcrschnuede kunft smd eine Reibe von Gipsabgüssen unb 'DZobellen, sowie verschiedene Gerätschaften aufgefunden luorbcn, bie im Römer imiKum in Hildesheim^beivabrt werden unb wahrscheinlich aus beut 3 Zadrbunderi vor Christi Geburt stammen Auch bei ben uiiteritalicnisdten Städten Tarent unb Neapel nmtben äußerst wertvolle antike Silbetgesäße ausgegraben, was nicht 2Bunber nehmen kann, ba die Bewohner infolge ihres blübcnbeu Handels uitgcbeure Reichtümer pnbauiicn unb dura» Prunk unb Wohlleben bekannt waren Tn in Uiiteritalien gefundene, aus 109 6Kfaßeu bestehende, sehr wertvolle SdbersdraN wurde eurd den Baron von Rothschild erworben unb bcn< Louvre ui Paris

verschenkt. Als im 2. Jahrhundert v. Chr. Gricdrenland zu einer römischen Provinz gemacht wurde, siedelten eine Meng< griechischer Künstler nach Rom über. So wurde auch die Silber schmiedckunst nach 9tora verpflanzt. Tie Römer erreichten in dessen ihre griechischen Vorbilder nicht. In dem Augusteuchen Zeitalter entstand großes Interesse an antiken griechischen AunU gegenständen, die mit großem Eifer gesammelt und so teuer be zahlt wurden wie heute. Ein Sammler bezahlte ein solches Prunstüd mit 1 Million Sesterzien, was nad) unserem Gelbe etwa 150 000 Mark ausmacht, wobei aber in Betracht kommt baß baS Gelb damals gegen heute den zwei- ^a.uch brenadx;n Wert besaß. Eine solche Sammlung antiker Silbergefäyc ist der aus dem Galgcnberg bei Hilbesheim von Solbatcn ausgc grabenc Silberschatz, bcstehcnb aus 62 verschicbenartigen Gefäßen Er ist wabtid^rittlid) von ben Germanen erbeutet unb ins Land ber Cherusker verschleppt worben. Zurzeit befinbet er sich im Museum in Berlin. Tic von bem Vortragenben vorgcführtcn Lichtbilbcr zeigten Basen, Schalen, Trinthörner, Bcdicr unb Urnen in mehr ober weniger künstlerischer Form unb Verzierung. Neben ber rein griechischen Auffassung entwickelte sich von Alexandria aus, durch ägvvtiskhe Einflüsse hervorgerufen, ein Mischstvl, an dessen Stelle später im Gegensatz zu her reichen griechischen Ornamentik eine gewisse gesuchte Einfachheit tritt. Es gebrach bem Zeitalter des Augustus an ber schöpferischen Kraft. ES brachte aud) in ber Silberschmiebeknnst nichts Neues hervor unb bilbctc nur ben Absdstuß ber griechisdfen Slim ft. Für uns aber soll baS Studium der alten Kunst Genuß und Anregung bieten, nicht um sie blindlings nachzuahmen, das würbe nicht in unsere Verhältnisse passen, sondern unsere Anschauungen zu bereichern und daraus weiter zu bauen. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall zuteil.

Landkreis Gießen.

Klein-Linden. 23. Ian. Ter Gesangverein Arian hält ain nächsten Sonntag seine Wintcricier in den Räumen der Deutschen Eiche bei Konzert, Gesangövorträgen, Theateranffuhrungen und Tanz ab.

Kreis Alsfeld.

OK. Alsfeld, 22. Ian. Die hiesige Stadtbleichc wurde dem seitherigen Pächter für jährlich 500 Mk. auf wertere sechs Jahre verpachtet.

OK. Grebenau, 22. Jan. Hier sind, wie in mehreren Orten des Stzreifes, ebenfalls die M a f e r n stark aufgetreten. Um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen, wurde die 3. Schulklasse vorläufig eine Woche geschloffen.

in Ilsdorf, 22. Jan. Die Ausbeutung der GrubeLusc" an Eisensteinen bei unserem Ort dürfte bald erschöpft fei». Umso größere Lager Eisen- fteine besitzt dir Gesellschaft in den Nachbar gemeinden Landenbad) und Stockhausen. Ei» neues Eisensteinlager in unserer Gemarkung hat die Eisensteingesellfchaft Grube Luise" erworben. Da der Boden hier mit Jungwald be­wachsen ist, sollen drei Morgen Wald abgetrieben werden. Gegenwärtig werden die Fundamente für die zu erbauende Drahtseilbahn gegraben, die die Eifeusteine nad) Weickarts­hain zur dortigen Anlage bringen soll.

Kreis Schotten.

1. Feldkrücken, 23. Ja». Gestern verunglückte beim Holzfällen ber Waldarbeiter' Sch » ch m an» von hier, indem ihm ein Baumstamm auf das linke Knie fiel unb nach Aussage bcS ArztcS baburch die Sehnenbänder zerrissen und auch ein Knochen etwas zersplittert wurde.

Hcssen-Nassinl.

h. Marburg, 22. Ian. Der HauSh altungs- pla n der Stadt für 1913 schließt bei den ordentlichen Ei» nahmen und Ausgaben mit 1 534 700 (gegen 1 441800 Mk. im Vorjahre) ab. Trotzdem die Ausgaben uni 92 900 Mk. stiegen, ist eine Erhöhung der Steuerznschläge, die zuletzt 182°'o der staatlich) veranlagten Realsteuern und 160"o der Einloinmenstcucru betrüge», nicht erforderlich, da ein Stcuerausgleichungsfonds vorhanden ist. Heute hielten die Marburger unb Gießener Burschenschafter in den Stadtsalen ihren S1 a i s e r g c b u r t s t a g -- Kom­mers ab. Die Vorbereitungen ber Hundertjahr­feier des I ä g e rb a t a i l l o u S K ön i g i n Marg h.e- r i t a v o n Italien find flott im Gange. Anfang nächsten Monats wird im Hotel Freidhof eine Versammlung ehe maliger Jäger aus Marburg und llmgegcub tagen, ber )td) int März ein Bertretertag sämtlicher Verciniguugeit ehemaliger Jäger anschließt. Das Fest wird jedenfalls vom 9. bis 11. August abgehalten werden.

fc. Franken berg, 23. Ian. sJlad) Fertigstellung der Ebdcrtalsperre ist beabsichtigt, mit dem Bau einer clek - tr isch cn Bahn zwischen Frankenau, Frebershausen, Getter' häufen, Kleinern unb Giflitz-Berccheim zum Anschluß an die Bahn (Sorbad)Wilbimgen zu beginnen.

rv. Hanau, 23. Jan. Die Typhus-Epidemie beim Eisenbahit-Negiment Nr. 3 ist weiter int Rückgang begriffen. Seit 14 Tagen ist kein nruer Erkrankungssatt hinzugetreten. Heute sind »och 111 Kranke vorhanden, von deni» 16 hohes Fieber habe». Die Zahl der Genesenden beträgt 73.

Gießener Strafkammer.

Gießen ,21. Januar.

In der Privatklagesachc der M. F. in Gießen gegen den Zugführer K. M. und dessen Ehe trau wurde das frcisprcchcndc Erkenntnis des Schüffengeridtts bestätigt. Das Gericht nahm au, baß bic in Frage kvmmcnbe Acußerung Feine Beleidigung barstelle unb baß sie auch in Wahrung berechtigter Interessen geschehen sei.

B c r u f s v e r w e r f u n g.

Ter Hänbler R. K. von Rainrob hatte gegen mehrere Straf­befehle, bic er wegen Fahrens auf einem Fahrrab ohne Nummer­platte erhalten hatte, Einspruch eingelegt, war aber zur Verhand­lung vor bent Schöffengericht nicht erschienen. Audi in der heu­tigen Verhandlung, die auf seine Berufung hin hätte ftattfinbeii sollen, blieb er aus, so daß auch bic Berufung zurückgewiesen würbe.

Freisprechung

erzielte der Sänveinchirt L. I. in Ortenberg, der vom Schöffen gerichk Ortenberg locgcn Völlerei mit 3 Tagen Haft bestraft worben war.

Nächtlicher Tiebstahl.

Der Eisendreher I. F. in CSießen, ber wegen Diebstahls schon mehrmals vorbestraft ist, hatte )id) in ber Nacht vom 29. aus 30. September v. I beim Verlassen einer Wirtschaft in ber Neu stabt in bas Schlafzimmer bes Wirts eingcfdilichen unb hier dessen Hose mit 6 bis 7 Mark Wechselgelb gestohlen. Der An­geklagte leugnete bie Tat, allein bas CKridN erachtete ihn auf tzirunb gewichtiger VerbachtSgrünbe für überführt unb verurteilte ihn wegen schweren Diebstahls im luicbcrboltcit Rückfälle zu zivri Jahren Gefängnis.

Ein gesährlidier Einbredier ist ber Metzger G B. von Würzburg, bem ein Einbruchsbiebstahl m bet Wohnung bes Pfarrers S. in Friedberg zur Last gelegt 'oll dabei 373 Mk., eine Anzahl Schmuckstude unb anöcre Mcgcnttanbe gestohlen unb ben Pfarrer unb bessen Tochter mit Totschlag bedroht haben. Der Angeklagte, der wegen Dieb Ilabls lchon imederdolt mit empfindlichen Zuchthaiisftrasen belegt jvorben ist, ist geftänbig, schützt aber Not vor. Tie Verhaiiblung I 'räob ober, baß eS sich um ein planmäßig vorbereiteles Ber bredfen Handelt. Die Strafkammer verurteilte ihn wegen idjwmu

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an ber 13jährigen Martha Pirtung aus Neunkirchen int Oktober 1908 begangen hat.

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würbe ein Stallsdpvcizer namens Johann Weiß, ber Ockonom 5d)äcf in Neunkirchen in Stellung war, als verbäebtig verhaftet, später jedoch wieber sreigelassen. Photographie, wie sie in einer Berliner illustrierten

der Tat bei bem bet Tat Aus ber

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Universitäts-Nachrichten.

Die 15. Versammlung ber Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie findet vom 14. bis 17. Mai 1913 in Halle a. S. statt.

Zum Nachfolger des Verstorbenen Hofrats Prof. Dr. Salomon Lefmann aui bem Lehrstuhl bet inbischen Philologie an ber Universität öcibelbcrg ist der Privatbozent Prof. Tr. Bruno Licbich von ber Breslauer Universität berufen worben.

Ter einer, orbentlidie Professor ber Psnchiatri an ber Bonner Universität Geh. Mcdirinalrat Tr. Karl Pelman voll- enbet am 24. b. M. bas 75. Lebensjahr.

In Wien ist bet a. o. Professor für Pharmakognosie an ber bortigen Universität Tr. mcb. Wilhelm A2 i 1 lachct ge­storben.

Jcituna

crfdücncn ist, wollen nun einige Neuntirchener Bürger den Stall-

Ticbstahls im wiederholten Rückfälle zu 3 Iahtcit unb 1 Monat 3udnhaus unb Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von 5 Iahten. Ter Angeklagte nahm die Strafe sofort an.

Fteigefprochen

von der Anklage des Betrugs würbe bet Käunnann I. M. H. Pf. von Frankfurt a. O., ber vom Schöffengericht Grünberg zu vier­zehn Tagen Gefängnis verurteilt worben war. P. war im Februar vorigen Jahres auf einer Geschäftsreise mit drei in feinen Diensten stehenben Provisionsrrisenben nach Grünberg gekonnnen unb hatte 'ich in einer Gastwirtschaft einlogiert. Bei feiner Abreise bezahlte *r für sich unb bic Reisenden. Diese verblieben noch einige Tage in Grünberg unb entfernten sich bann, ohne ihre Schulb bei dem Gastwirt zu bezahlen. Wührenb bas Schöffengericht angenommen hatte, ber Angeklagte habe bei bent Wirt ben Glauben erweckt, er wolle für die ZÄc ber Rcisenben aufkommen, stellte bas Be­rufungsgericht fest, baß ber Angeklagte dem Wirt keine Ver­anlassung zu einem solchen Glauben gegeben habe, und hob das erste Urteil auf.

Wegen V i e h s c u ch e v c r g e h e u s

wurde ber Laubwirt K. B in Dorheim, ber vom Erscheinen in ber Hauvtvcrhanblung entbunden war, zu zwei Geldstrafen von je 15 Mk. verurteilt, weil er unterlassen hatte, cingcsührtes Vieh in Quarantäne zu stelleu und ailzumclden.

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Saarbrücken, 23. Jan. Tn« Schwurgericht verurteilte ben des Gatterinwrbes nngeflgten Tagelöhner (leidig wegen Tobfrhlaa« unter Beringung mildernder Umstände z» zehn "tnlnen ZuchthnuS, zehn Jnhren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaukstdit.

Pnri«, 23. In». Tic Pariser Geschworene» sprachen Fra» Snmbcrjacf, die ihren Galten, einen der bekanntesten Automodil- 'abriknnte» Frnnlreichs, wnbreiib eines durch einen Scheidung«- vrozeß verursachteil Wortwechsels in St. Germain erschossen hatte, frei.

schweizer Weiß wieder erkennen. Aud) bic Kinder bes Schack, bcneii bic Photographie gezeigt würbe, sagten: Tas ist ja unser I-ohann. Als Bestätigung ber gehegten Vermutungen erscheint eS, daß ber Mord an ber kleinen Martha Pirrung ebenfalls burch Erbrossclung geschehen war Diese llmftänbe erfchicnen ber Behvrbe so wichtig, baß sie sofort Nachforschungen nach bem späteren Aufenthalte bes Weiß anstettte. Solinger Mcl- bnngen zufolge soll ber Mörder Sternickel, ber sich aud) län­gere Zeit im Rheinlanb aufgehalten hat, mit bem bisher unaus­geklärten Raubmorb, der vor brci Jahren bortselbst pas fierte, in Verbindung stehen. T-amals würbe ber aus bem Kranken­haus entlassene Schneiber Dobra, ein Mann von 50 Zähren, ber mit seinen etwa 1200 Mark bctragenbcn Ersparnissen nad) seiner Heimat reisen wollte, ermorbet und beraubt unb später als Leid>e in einem Teid) aufgesunden. Zahlreiche Personen würben verhaftet, benen jebod) eine Schulb nicht nachzuiveisen war. Tic Behörbe Hat bic Untersuchung aufs neue ausgenommen. Tie Behauptung Sternickels, baß sein Vater seit Jahren tot sei, ist falsch. Ter alte Mann wohnt bei seiner mit einem Bergmann verheirateten Tochter in ber Näl)c von Dortmund. Seit 1905 steht er mit feiner Familie nicht mehr in Bcrbinbung.

Kleine Eagerchronik.

Prinz Adalbert, der dritte Sohn unseres Kaiser- paares ist nach einigen Tagen Unwohlseins im Berliner Schlosse an Masern und Lungenentzündung er­trankt. Die Kaiserin hat die Pflege übernommen.

Wie aus Toulon gemeldet wird, sperrte die Polini abermals eine von einer Halbweltdame errichtete Opium- tneipe, die namentlich von Seeoffizieren besucht war. Die Untersuchung ergab, ibaft ber -Spinmlieserant ein schiffs- fähnrick) lnar.

Iw Bahnhose au Reims wurde ein angeblich ans Posen stammender junger Meirsch namens Josef C hai- » i tz k i verhaftet, dessen Gepäck ans einem Todschläger^, C®*1

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VermiMki.

* 10 Millio » eu Mart Berlust an einem Tage. Der 17 Januar war ein Unglücke tag für die große englische Bersidfcrungsanstalt von Lloyds. Nach einer oberflächlicheit Sd)ätz»ng, deren Ergebnis durch die endgültige Beredmung wahrfd)einlich nodi übertroffen loer* den wird, hat der eine Tag dem Geschäft einen Verlust von 10 Millionen Mart an Vcrsid)erungsgeldern berur- sad)t. Das ist, abgescheit vom Tage desTitanie"- Unterganges, der größte Verlust au einem Tage Es handelt sich im einzelnen um die folgenden Schisse:Ve r o- nese", der selbst mit 95000 Lstrl. versichert ist, während die Versid>ernngss»mme der Ladung 150 000 Lstrl. beträgt, Au ch c li ard c n", der mit 27OOÖ Lstrl. fürs Sd)iff und 50000 Lstrl für die Ladung versichert ist,Eston i ri (41000 und 60000 Lstrl > unb schließlich ,,B o st o n". Die­ses Schiff ist ans der Probefahrt gestrandet. Das Fahr­zeug war mit 83 000 Lstrl. versichert.

* Der alte Leichtsinn. Als die Arbeiterwitwe Schmidt in Z a n o w zur Arbeit ging, schloß sie ihre vier Kinder ein, die brennende Lampe auf bem Tische stehen lassend. MS ein Kind an der Lampe Papier an- zündetc, riß es dabei die Lampe nm. Das Petroleum ergoß sid) über das Kind und den Fußboden, wodurch die Betten der anderen Kinder in Braud gerieten. E i n Kind verbrannte, die drei anderen Geschwister, die in einem Alter von zwei bis fünf Jahren standen, er­stickten burd) den entstandenen Qualm. Tic Hilfe kam zu spät. Wann werben endlich diese grausigen Unglücks­fälle unterbleiben?

* Ein schwere r U nglückS f al l wurde am Mitt­woch durch einen Automobilomnibus in ber Vaugirard* straffe in der Nähe des Luxembourgbahnhofes ht Baris veranlaßt. Ter Wagen fuhr an einer Biegung, als er einem anderen Fuhrwerk ausn»eichen wollte, auf den Bürger­steig und zermalmte den gerade vorübergehenden 28iäfyri« ge» Sd>riftsteller Franc iS Latoud)es. Ein anderer Passant wnrde schwer verletzt.

* Sternickel. Aus Neunkirchen Saar> ivird ge­meldet: Tic Veröffentlichung der Photographie des Ortwiger Mörders Sternickel Hot hier den Verdacht iv.ichgcrufcn, baß Stcrnidcl auch bat bis jetzt unaufgeklärt gebliebenen Lustmord

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