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Drittes Blatt
Nr. 118
163. ZahrgMg
Erscheint Lägttch »rat Ausnahme des Sonntags.
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) {'m Innern nahezu fertig gestellt ist, wird jetzt in . tzten Waldecke wieder eine Villa gebaut. Ein Tele« v h o n i st i n n e n - E r h o l u n g s h e i m ist auch geplant. Während der Saison werden wieder alle 14 Tage evangelische Gottesdienste gehalten werden.
Hessen-Nassau.
Tie Umgehungsbahn bei Elm.
h Elm, 21. Mai. Trotzdem seit 5 Jahren Hunderte von Arbeitern an der Fertigstellung der U m geh u n g s - bahn zwischen Schlüchtern und Flieden arbeiten, ist es doch nicht gelungen, den Eröffnungstermin vom 1. Mai 1913 inne zu halten. Die Ursache hierin ist in den gewaltigen Schwierigkeiten beim Bau des Tunnels durch den Distelrasen zu suchen. Wenn man im allgemeinen im Tunnel bei dem stark drückenden Nötgebirge schon mit peinlichster Sorgsalt vorgehen mußte, so traten an zwei Stellen, die von breiten Verwersungsspalten durchzogen wurden, ungewöhnliche Schwierigkeiten auf. Der Druck dieser beiden 275 und 150 Meter breiten, mit Ton, Wasser und Braunkohlen durchsetzten Gebirgsmassen war so stark, daß es nicht möglich war, einen kleinen Sohlstollen durchzutreiben, geschweige denn mit der sonst angewandten Bauart der Zentralstreben vorzudringen. Darum mußte eine Verbauung mit Eisenrahmen stattfinden; für den Ausbau des Profils wählte dann die Bauleitung die Schildbauweise, wobei ein Eisenschild mit Schutzschleppe in die Tonmassen vorgedrückt wurde. Der 3560 Meter lange Tunnel ist nunmehr der zweillängste Deutschlands. Auch die Erweiterungsbauten der Bahnhöfe Schlüchtern und Flieden erlitten durch fortwährende Senkungen des Bodens erhebliche Verzögerungen. Die Betriebseröffnung der Bahn und der neuen Bahnhöfe ist jetzt auf den 1. Mai 1914 festgesetzt. Nach Eröffnung der Umgehungsbahn wird die Fahrtdauer der Schnellzüge von Berlin über Bebra nach Frankfurt um etwa 2 Stunden verkürzt, wozu allerdings die neue Berbindungsbahn zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und dem dortigen Ostbahnhof beiträgt.
25 Mk. ober 5 Taste Gefängnis verurteilt. — DieDreschmaschinen- bescher I. B. M. und I. Sx M., beide von Bindsachsen, wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt als nicht hinreichend überführt von Strafe und Kosten sreigefprochen. Sie sollen in der Nacht vom 9. aus 10. Februar 1913 in Bindsachsen den dortigen Nachtwächter Joh. Pt. während der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes tätlich angegriffen haben. — Ter Schweizer I. Z. von Mittelgründau war angeklagt wegen Körperverletzung und trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Tie Hauptöerhandlung mürbe ausgesetzt und neuer Termin bestimmt. Ter Verteidiger will dafür (Sorge tragen, daß der Angeklagte rechtzeitig erscheint. — Ter Friseur C. B., zuletzt in Tübingen, jetzt in Cottbus, wurde wegen Diebstahls zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Von der
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e^s^51. Redaktion:^^112. Tel.-Adr.rAnzeigerGießen,
Gcrichtssaal.
Danzig, 21. Mai. Die Geschichte einer unglücklichen Ehe entrollte eine Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer, die sich gegen die Tischlersfrau Kreft richtete. Die Angeklagte ist 67 Jahre alt und seit einiger Zeit stark dem Trünke ergeben. Ihr Ehemann hatte das 80. Lebensjahr bereits überschritten. Der alte Mann war zudem völlig erblindet und litt an einem schweren Magenleiden, jo daß er nichts mehr verdienen konnte. Die Verhältnisse des Ehevanres gingen daher immer mehr zurück und schließlich mangelte es am Nötigsten. Die Fran machte den franfeu Mann für die schlechte Lage der Familie verantwortlich und brachte es fertig, den hilflosen Greis noch zu mißhandeln. Eines Tages gegen Ende Februar hörten Nachbarn wieder, daß der alte Mann mißhandelt wurde. Sie eilten ihm zu Hille und fanden ihn am Boden liegen, aus einer Kopfwunde blutend. Bald nachher verstarb er, ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben. Tie Sektion ergab, daß der Körper des Toten viele blutunterlaufene Stellen auiwies, doch konnte nicht mit Sicherheit festgestellk werden, daß der Tod eine unmittelbare Folge der Schläge gewesen ist. Ter Gerichtshof verurteilte die' Angeklagte wegen schwerer Mißhandlung, unter Berücksichtigung ihres hohen Alters, zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr.
Die „6ießt«er Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „KreisVIatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Vermischte».
* AusLiebe. Ans Köpenick wird unterm 21. gemeldet: Heute vormittag stürzten sich in der Nähe der Marienlnst der 30 Jahre alte Vorstand der Ortskrankenkasse, der Drechsler T i n i u s und seine 21 Jahre alte Nichte Clara Schimm ing iit die Cbev= svree. Am Ufer fand man die Handtasche des Mädchens mit der Mitteilung, daß sie mit dem Onkel in den Tod ginge, da ihrer Neigilug unüberwindliche Hindernisse sich in beit Weg stellten. Tinins war verheiratet und Vater mehrerer Heiner, Kinder.
* Rechtsanwalt Aurcli, Rom, der Vermögensverwalter zahlreicher römischer Aristokraten ist seit vier Tagen verschwunden. Die Prüfung seiner Bücher ergab das Fehlen von einer Million Lire.
* Erdbeben. Am Dienstag abend 8 Uhr 30 wurde in Innsbruck und Umgebung ein schwaches Erdbeben beobachtet und am Mittwoch morgen 8 Uhr 25 wurde ein stärkerer Erdstoß verspürt.
* Hanseinsturz. Aus Paris, 21. Mai, wird gemeldet: In der Avenue Felix Faure ist heute nachmittag ein Neubau eingestürzt. Sieben Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Bisher wurden vier Arbeiter schwer verletzt geborgen.
* Im Ausland verhaftet. Dem „Berl. Lokalanz." zufolge ist der anfangs August vorigen Jahres flüchtig gewordene Rechtsanwalt Bredereck in einer Stadt Südamerikas verhaftet worden. Wegen seiner Auslieferiliig schweben bereits Verhandlungen.
* Nächtlicher Ueberfall. In Heinbach a. d. Nahe hatte sich der Stationsvorsteher von Bchsen mit seiner Frau in eine beim Bahnhof gelegene Wirtschaft begeben und sich gegen Mitternacht für kurze Zeit ans dem Gasthof entfernt. Als er auffallend lange autzblicb, wurde nachgeforscht. Man fand ihn blutüberströmt mit schweren Schädel- verletzuu gen vor dem Eingang des Bahnhofsgebäudes liegen. Sein Geldbeutel fehlte. Mehrere Stunden danach starb er ohne das Bewußtsein iviedererlangt ztl haben.
* Der lange Arm der Camorra. Am Montag wurde in New Iork von Angehörigen der Camorra ein Italiener, Angelo Defino, erschossen, nachdem ihn die Camorra 10 Jahre lang rund um die ganze Welt verfolgt hat. Er sollte in Italien einige Gefährten denunziert haben, floh nach Aus^alien, sah sich dort bald verfolgt, ging dann nach Argentinien, aber auch hier konnte er seine Verfolge'- nicht abschütteln. Am Abend seiner Ermordung besuchte er in New Jork einen Tanzsaal und erzählte hier einen Freunde, daß er jetzt überzeugt sei, seine Verfolger endlich los zu sein und irregeführt zu haben. Ehe er jenes Tanz, lokal verlassen konnte, hatte ihn die Rache der Camorra ereilt.
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weiteren Anklage des Betrugs wurde er als nicht hinreichend überfuhrt freigesprochen. — In der Privatklage des I. M. von Klein-Steinheim gegen die R. B. von Büdingen wegen Beleidigung durch anonyme Briefe wird die Entscheidung in acht Tagen verkündet.
Kreis Friedberg.
w. Bad--Nanheim, 21. Mai. In der 40. ordentlichen Hauptversammlung der Ortskrankenkasse wurde folgendes Ergebnis für das abgelcuüene Geschäftsjahr feslgestellt: Nach Zuführung von 5000 Alk. in den Reservefonds betrugen die Gesanuausgabeu 65 515.53 Mk, denen 68 358.17 Mk. Gesamteinnahmen gegeuüberftehen. Tas Rücklagevermögen beträgt zur Zeit 43 217.80 Mk. An Erkrankungsicillen waren im »ergangenen Jahre 463 männliche und 283 weibliche Personen mit 8254 bezw. 6724 Krankheitstagen zu verzeichtten. Deut Oberversicherungsamt wurde der einstimmige Aiitrag unterbreitet, die Ortskrankenkasse Bad- Nauheim als solche bestehen zu lassen. Die Satzungsänderungen, die wohl eine Erhöhung der Beiträge von 2,4°/0 auf 3% des der Berechnung zugrunde liegenden Tagelohnes und dementsprechende höhere Leistungen vorsehen, wurden einstimmig angenommen Das Oberversicherungsaint haue als Vertreter Kreisamtmann Dr. Probst entsandt, der der Versammlung die notwendigen Erläuterungen gab.
A Butzbach, 21. Mai. Die Lehrerkonferenzbezirke Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach hielten heute eine amtliche Konferenz ab. Der Vorsitzende, Schulrat Süß- Friedberg begrüßte die 165 Lehrer. Die Verhandlungen beschäftigten sich mit der Frage der staatsbürgerlichen Erziehung und der Jnngdeutschlandbewegung. Ein Vortrag beschäftigte sich mit Pestalozzi, Fichte und Stein, sowie mit den Jahrhundertfeiern.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 21. Mai. Ans dem Truppenübungsplatz Darmstadt wird soeben mit den Anlagen für die Lieferung von 'Elektrizität begonnen. Auch Grieshenn soll nach Fertigstellung der Anlagen auf dem Truppenübungsplatz Anschluß erhalten.
— Offenbach, 21. Mai. Am Sonntag versammelten sich die hessischen Vertreter des Bundes der Technisch-Jndu- striellen Beamten hier zu ihrer Gautagung. Tr. rneb. Hanauer (Frankfurt) hielt einen Vortrag über „T i e Arbeitszeit im technischen Berufe". Tr. H. tarn zur Anerkennung des 8)tünbigen Maximalarbeitstages, der aus hvgient- schen, sozialen und nationalen Gründen gefordert roeroen müsse. Aus den übrigen VerlMndlungen des Gautages, der den Bericht der Gauleitung, sowie einen Bericht über den letzten Bundestag in Berlin entgegennahm, interessiere die Entwicklung der Gewerf- schast der deutschen Ingenieure. Trotz einer inneren Krise im Frühohr ist im vergangenen Jahre die Mitgliederzahl gewachsen und die Neuaufnahmen im neuen Jahre haben ihn heute'schon auf 23 000^ Mitglieder gebrach:. In Berlin hat er in der Werft- straffe 7 ein eigene» Haus erworben, das er durch seine >,Jn- dnstriebeamten-L/parbank" auf genossenschaftliche Grundlage gestellt und jetzt Jur seine Zwecke zum Jndustriebeamten-.vaus umgebaut hat. 'Für die Vertretung der Standesintereisen hat er auch im verflossenen Jahre bedeutende Summen ausgegeben; allein ber Rechtsschutz seiner Mitglieder lastete thn über 40 000 Mark. An Stellenlosen-, Solidaritüts-, Gemaßregelten- und Hinter- bliedenen-Unterslützungen wurden über 300000 Mart' ausgegeben. Nach den Wahlen des Gauausschusses, der Bundestagsvertreter und der Bestätigung des netten Gaube amten, des Leiters der süddeutschen AgstationS-Zentrale in Stuttgart, Granzin, tonnte der Versammlungsleiter die Tagung mit einem .Hach auf die soziale Bewegung der deutschen Jndustriebeamten schließen.
Aettag, 25. Mai 1913
Rotationsdruck und Berlag ber Brühl'fchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
wandern und Reisen, Bäöer und Sommerfrischen.
... X Bad Salzhausen, 21. Mai. Man liest erst in größeren Blättern, wohin man Sonntags wandern soll, um einen reinen Naturgenuß zu haben. Da geben die Ratschläge meist in bas Weite. Und bad) liegt ba5 Schöne so nahe! Unser Park steht eben in voller Frühlingsprachl. Wunderbares Baumgrün uev- schiedenster Schattierung, lauschige Plätzchen zum Ausruhen, schön
Aus StaSt msfc TswH.
G ie ff en, 23. Mai 1913.
, ** Privatangestellten-Vesicherung. Tie Reise- mtschädigungen usw. für die Vertrauensmänner sind folgen* hermaßen festgelegt Warden: I. Bei Tätigkeit innerhalb des Wohnortes des Vertrauensmannes aber seines Umkreises tun 2 Kilometern werden die turchgewiesenen baren Auslagen erstattet. Jedoch wird bei Teilnahme an den Sitzungen eines mit der Reichsversicherungsardniing int Geschäftsverkehr stehenden Ortsausschusses, und zwar zugleich als Pauschvergütung für bare Auslagen, der Betrag van 4 Mark gezahlt. Dieser Betrag kann mehr als zweimal im Kalenderhalbjahr nicht beansprucht werden ^.11. Bei Tätigkeit außerhalb des Wohnortes und eines Umkreises von 2 Kilometern werden 1. für bare Auslagen folgende Pauschvergütungen gewährt: a) für den Eisenbahnkilo- meter, bemessen nach der kürzesten benutzbaren Strecke, in der -■ Wagenklasse 4 Pfg.; und in der 2. Wag entlasse 7 Psg.; für leben Kilometer Wege strecke, wo eine Eisenbahn nicht benutzt Merden konnte, 40 Pfg.; der 3. Eisenbahnklasse steht die 2. Tchiffklasse, der 2 Eisenbahnklasse die 1. Schiffsklasse gleich:
'für Verzehr an jedem Reisetagte 4 Mk.; c) für jede notwendig gewordene Uebernachtiing 4 Mk.; 2. als Entschädigung für Zeitverlust oder entgangenen Arbeitsverdienst 4 Mk. für den Tag, Jei einer Abwesenheit von höchstens 6 Stunden jedoch 2 Mk. Wenn es sich um die Teilnahme an einer Sitzung des Ortsaus- fchusses banbeü, beträgt die Vergütung 4 Mk.; dabei findet die Bestimmung unter t Ws. 2 letzter Satz Anwendung. HI. Für die Tätigkeit .als Schriftführer eines mit der Ncicköverficherungs- «nstalt im Geschäftsvertehr stehenden Ortsausschusses werden int allgemeinen für jedes Vierteljahr 20 Mk. gezahlt. Die Entschädigung beträgt jedoch auf je angefangene zehntaufenv Versicherte in Wahlbezirken mir mehr als zehntausend 25 Mk. und ut Wahlbezirken mit mehr als fünfzig'ausend 30 Marl. IV. Die vorstehenden Grundsätze gelten auch für Ersatzmänner.
” Versetzt wurde der Ftnanzamtsgehilfe bei dem Finanzamt Alsfeld Ferd. Schütz, z. Z. zu Osthofen, in Weicher Diensteigenschaft an das Finanzamt Friedberg.
"Erledigt ist die Stelle des Forstwarts der Forstivartei 6ühkapf, Oberförsterei Worms, vom 1. Oktober ab.
Kreis Büdingen.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Sberhesten
vüchertisch.
- Biermer. D i e finanzielle Mobilmachung Vorträge v. Geh. Hofrat Prof. Dr. M. Biermer. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Professor Liesinann. 55 Seiten. Preis Alk. 1.50. (Verlag Emil Noth, Gießen.) Die gegenwärtige oolitische Lage nimmt das allgemeine Interesse für den Inhalt dieser so aktuellen Aufklärungen und interessanten Beiveissührnngen über die sinanziellen Erfordernisse des Geldmarktes im Falle der Mobilmachung voll in Anspruch. Wie aus einem Schrien des Geh. Zivilkabinetts hervorgeht, hat selbst Se. Mas. der deutsche Kaiser von den dieser Broschüre zugrunde liegen- den Vorträgen mit lebhaftem Interesse Kenntnis genommen. Als ein Verdienst des Professors Liefmann ist es anzuerkennen, das im Nachlaß vorgefundene Material über dieses Thema in erweiterter Form gemeinverständlich zugänglich gemacht zu haben, um ieben Politiker, Finanzier, Großindustriellen, Offizier etc. über diese so wichtige Frage eingehend zu unterrichten. Den Inhalt dieser Broschüre zu fenuen, besteht für weile Kreise eine Notwendigkeit.
ICircbc uitfc SchrrTs.
** Südwest deutsche Konferenz für Innere Mission. Die Tagung vom 25.-27. Juni in Offenbach wird in ihrer 1. Hauptversammlung am Montag morgen eine der wichtigsten Gegenwartsfragen zur Verhandlniig bringen, nämlid) den Geburtenrückgang, über desseii äußerst 'komplizierte und dunkle Ur fad) en die Meinungen noch weit auseiiiandergehcn. Ein Fachmann, Geh. Medizinalrat Tr. Bornträger- Düsseldorf, wurde zu einem Vortrag gewoiineii. Er wird die Frage in einen größeren Rahmen stellen und z. B. auch die Alkohol- und Sittlich- feitsfrage berücksichtigen. Tie 2. Hauptversammlung am Mittag desselben Tages behandelt die Frage der „Jugendpflege — auch für Mädchen!* mit Pfarrer W n r rn - Stuttgart als Nedner. Im Festgottesdienst am Sonntag um 6 Uhr predigt Professor D. Schian - Gießen. Für die Abendvelsaminlungen am Sonntag nnd Montag sind Pxof. D. v. W n r st e r - Tübingen, Pros. D. Dr. Diehl- Friedberg und Geh. Konsislorialrat Käufer- Frankfurt als Redner gewonnen ivorden. Tie evang. Vereine Offenbachs haben ihre Mitwirkung bei den verschiedenen Veranstaltungen zugesagt. Eine Tampieriahrt und ein Kircbenkoiizert in der neuen Friedenskirche bilden am Dienstag nachmittag nach Len verschiedenen Sonderkonferenzen den Abschluß der Tagnng.
Die MeuiereiLN in Frankreich.
Paris, 22. Mai. In frem Vororte Pont St. Vin- eent bei Toul versuchten Soldaten eine Kundgebung gegen die dreijährige Dienstzeit zu veranstalten. — Drei Rädelsführer sollen verhaftet worden sein. — In Commercy intb 2 erouvikle Maas-Dep.) versammelten sich eine Anzahl Soldaten des 155. und 154. Infanterie-Regimentes im Kasernenhofe und gaben ißrcr Unzufriedenheit über die Zurückbehaltung der Jahresklasse dadurch Ausdruck, daß sie die Internationale sangen. Die Regimentsobersten griffen ein und machten der Demonstration ein Ende. In jedem Regimente wurden etwa zehn Soldaten nach dem Gefängnis abgeführt. — In Chat ons-sur -Marne versuchten mehrere Soldaten auf der Straße gegen die dreijährige Dienstzeit zu demonstrieren, wurden jedoch von einem Unteroffizier vertrieben.
Pavis, 22. Mai. General Pau, der gestern abend aus Touchier eingetroffen ist und mit dem Kriegsminister Etienne eine zweistündige Unterredung hatte, erklärte einSin Berichterstatter unter anderem:
Die Garnison von Toul ist vollständig ruhig. Die Soldaten erfüllen ihre militärische Pflicht mit peinlicher Genauigkeit. Niemals haben sie auf der Straße ihre Vorgesetzten mit größerer Korrektheit gegrüßt als jetzt. Sie haben sich übrigens keinerlei Verfehlungen im Dienst zu Schulden kommen lassen. Wir stehen da nicht einer militärischen Meuterei, sondern einer Bewegung politischen Ursprungs gegenüber. Ich kenne die in Toul stehenden Pariser, die zumeist aus den Arbeitervierteln stammen, seit langem. Es sind brave Burschen und gute Soldaten, aber sie bringen eine eigenartige Geistesverfassung mit. Sie bilden sich ein, daß sie auch in der Uniform weiterhin Bürger sind, und wenn man ihnen ein Bürgerrecht wie z. B. das Versammlungsrecht bestreitet, so entrüsten sie sich in naiver Weise, als ob dies eine Ungerechtigkeit wäre. Wir haben eine neue Erscheinung vor uns, das Eindringen des Shn- dikalismus in die Kaserne, und gerade daS ist gefährlich. Die Militärbehörde kann einschreiten, wenn ein Fehler begangen wurde, sie kann den Ursprung des Uebels angeben, aber sie ist außer Stande, ihm vorzubeugen. Das gehört nicht zu ihren Besugnissen. Es ist Sache anderer Kreise, die erforderlichen Vorkehrungen zu tresfen. Mehrere Blätter veröffentlichen den Wortlaut eines Aufrufs, der am ver- aanaenen Freitag unter der Besatzung von Toul verbreitet wurde.
— Büdingen, 19. Mai. (Schöffengericht.) Ter Metzger
<3. N. von EckartShauseu wurde ivegen Betrugs als rnchtschlildig von Strafe und Kosten sreigefprochen. — Der Metzger H. B. von Mosbach, zurzeit hier in Untersuchungshaft, wurde wegen Bettelns einer Haststrafe von 14 Tagen verurteilt. — Der H. E. von
*iibtiigen wurde ivegen Vergehens gegen das Kinderschutzgesetz zu o M k. oder 1 Tag Haft verurteilt. — Gegen einen Jiigendlicben "urde wegen Diebstahls auf gerichtlichen Verweis erkannt. — Der Schuhmacher B. K. von Büdingen, der gegen einen arntsrichter-
red)to9Ä ®‘nJPr“cf) eingelegt hatte, wurde. icmeoermer Schattierung, lauichtge Plätzchen zum Atisruhen, schö, fTÄÄ0tUn4U’2 ant obei 1 Tag Hast uerui <- aic gepflegte Wege mit reichlicher Sitzgelegenheit. Dazu das munber-
R. Eheßau von Hatngrundau wurde wegen MUchfalschung zu «volle Wetter. Nicht weil vom Kaufmanns-Erholungsheim, das
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1 hergestellt aas herleder, entweder jder bolzgenagelt, iische Absätze. ,
. . . Mk.0.95 . . Mk. 1.50
. . . Mk. 1.95 . . . Mk.2.20 . . . Mk 2.40 . . . L. 2.60 . . . Mk. 3.15 . . . Mk. 3.95
ässe für 8ich n unsere « Knaben- 1
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27,30 Mk. 145
31/35 Mk. 3.95
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