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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten
Mein Lager
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Die versunkene Glocke.
Aus Berlin wird uns noch geschrieben:
Der Rücktritt des G e n e r a l i nsp e kt eu r s
^n^AnEyvotbergesucht.
Die erforderliche heererverstartung ii.
— Eine neuentdeckte Meeresströmung. Herr Wada vom meteorologischen Observatorium in Zinsen hielt dort eine Vorlesung über eine bis jetzt nicht näher bekannte Meeresströmung. Er hat, nach der „Köln. Ztg.", sorgfältig über 130 verschiedene Punkte bestimmt, wohin mehr als 370 schwimmende Minen, die im russisch-japanischen Kriege von der russischen und japanischen Flotte in der Nähe von.Wladiwostok versenkt worden waren, sowie leere Flaschen, die man von der „Kosai Maru" über Bord geworfen hatte, getrieben waren. Herr Wada stellte fest, das; die bei Wladiwostok und an der koreanischen Küste bei Utsuryo versenkten Minen und Flaschen sich zumeist nach der Insel Jki und nach den von der Japanischen See umspülten Provinzen des japanischen Hauptlandes, insonderheit nach Jzuino, Tango, Noto, der Insel Sado und noch weiter nach Norden ,verirrt liatten. 31 Minen und 6 Flaschen erreichten die zwischen dein Hokkaido und der japanischen Hauptinsel, gelegene Straße von Tsugaru, andere wurden noch weiter nach Norden getrieben: so landeten einige Minen an der Westküste von Kamtschatka unter dem 48. Grad und einige Flaschen im nördlichen Hokkaido an der Küste von Teschio. Einige Flaschen passierten die Straße von Tsugaru und schwammen an der Ostküste des japanischen Hauptlandes wieder lftuab bis nach Kinkazan, das in der Nähe von Sendai liegt, ja, eine Flasche, die man in Kankgodo ins Wasser geworfen hatte, witrde in Tokio int Sumida-Flusfe wieder aufgefischt. Faßt man alle diese Tatsachen zusammen, so gelangt man zu der Heberzeugung, daß der nach Süden an der Küste von Sibirien entlangsließende Lima-Strom bis nach Kogendo herab die Küste von Korea bespült, dann um1 die Insel Utsuryo herum- ftießt und von hier an der Westküste des japanischen Hauptlandes sich wieder nach Norden hinaufbewegt: ein Zweig dieses Stromes fließt dann durch die Straße von Tsugaru, 'ein anderer setzt seinen nordwärts gerichteten Lauf fort bis zum Tatarensund (der die Insel Sachalin vom asiatischen Festland trennt und die Japanische See mit dem Amurdelta und dem Ochotskischen Meer verbindet), um sich schließlich wieder mit dem nördlichen Lima-Strom zu vereinigen.
— Kann d i e Halsentzündung Blinddarmentzündung Hervorrufen? Diese auf den ersten Blick überraschende Frage beschäftigt seit kurzem die Kreise der medizinischen Forschung in England und ist eine Folge der Experimente und Forschungen, die in jüngster Zeit im Krankenhause des Londoner „Universtty College" unternommen wurden und deren Ergebnis in der britischen Äerztewelt berechtigtes Aufsehen erregt. Schon seit einiger Zeit vertreten inantfx Mediziner eine Hypothese,
Wunderaugen kam sic entzückte durch ihr das sie ofsensicht- hatte. Keusch und riß ihn dann mit sich
Heeresdienst, die Stärkung des vaterländischen Bewußtseins und die Notwendigkeit t>er Erhaltung eines mannhaften Geistes im deutschen Volke behandelt.
nach der die Blinddarmentzündung durch einen Bazillus hervor- geruscn werden soll, der mit wissensck-aftlicher Sicherheit bisher noch nicht festgestellt werden konnte. Eine Reihe von Versuchen haben dieser Theorie manche Stützen gegeben. Jetzt aber ist cs, wie die ärztliche Fachzeitschrift Laneet berichtet, int Londoner „University College" gelungen, einen Bazillus festzustellen, der imstande ist, bei Tieren Blinddarmentzündungen hervorzurufen. Dabei wurde aber beobachtet, daß der Patient, in dessen Organismus der Bazillus gefunden wurde, zugleich an einer leichten Halsentzündung litt und mit Ueberraschung wurde festgestellt, daß der gleiche Bazillus, den Man als einen Erreger der Appen- dicitis ansah, in der Mandelgegend des betreffenden Patienten eine Kolonie begründet hatte. „Mau weiß," so bemerkt hierzu der Laneet, „daß empfindliche Kehlen eine willkommene Eingangspforte für Mikroben aller Art sind: im vorliegenden Falle wird es wahrscheinlich, das; Halsentzündungen nrittelbar zu Blinddarmentzündungen führen können und daß manche Fälle von Blinddarmentzündung als die mittelbare Folge einer Halsentzündung anzusehen sind. Aber," so fügt das amtliche Organ der englischen Äerztewelt hinzu, „diese Beobachtung bietet keinen Grund zu besonderer Besorgnis: diese Feststellung mag dazu dienen, die Allgemeinheit daran zu erinnern, von welcher Wichtigkeit es ist, den Hals und die Mundhöhle stets in einem hygienisch einwandsfreien Zustand zu erhalten. Vor allem bei Kindern sind schadhafte Zähne und chronische Mandelentzündungen Vorläufer und Symptome schwererer Störungen, denen beizeiten durch eine radikale Behandlung des Halses und der Mandeln vorgebeugt werden must"
— Siegfried-Ochs-Stiftung. Tie Kgl. Akademie der Künste zu Berlin schreibt eine Bewerbung für die Siegfried-Ochs-Stiftung aus. Die Stiftung gewährt Beihilfen an ausgebildete, selbständig wirkende deutsche Musiker (Komponisten, Dirigenten, Sänger und Instrumentalisten). Zu diesem Zweck wird ein Teil der Zinseinkünfte der Stiftung verwendet, der für das Jahr 1913 auf 450Mark festgesetzt ist. Dieser Betrag kann sowohl _ einem einzigen Bewerber bewilligt, als auch an mehrere Künstler, keinesfalls aber an mehr als 10, verteilt werden. Ausführlich begründete Bewerbungsgesuche nebst einem Nachweis über die deutsche Neickrsangeh'irigkeit sind bis zum 1. März 1913 an die Kgl. Akademie der Künste in Berlin W. 8, Pariser Platz 4, einzureichen. Verheiratete, welche für ihre Familie zu sorgen haben, werden vor Unverheirateten, Erwerbsunfähige vor Erwerbsfälstgen berücksichtigt. Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Konfession bleiben außer Betracht.
Gerhart Hauptmann hat sich kürzlich recht vorsichtig über seine Werke geäußert, und gerade die versunkene Glocke, die bei ihrem Erscheinen so großes Aufsehen erregte, hat er anscheinend am weitesten von sich gewiesen, indem er sie als eine Jugendarbeit erklärte. Dem großen Publikum aber ist Hauptmann wohl in erster Linie durch dieses aus Märchenromantik und Realismus gemischte seltsam versonnene Spiel von dem Rautendelein und dem armen Meister Heinrich befannt geworden — und nirgends versagten die starken Wirkungen, die von der versunkenen Glocke ausgehen, sobald nur die Hauptrollen gut besetzt sind. Diese Erfordernisse waren bei der gestrigen Aufführung im besten Sinne erfüllt, denn "nicht nur die Regie hatte sich vollauf glücklich betätigt, sondern auch alle einzelnen Mitglieder traten in günstigster Weise hervor. Der Eindruck, den namentlich die beiden Hauptpersonen hiitterliesten, »vor tief und nachhaltig und hielt die Zuschauer den ganzen Abend über in seinem Bann. Fräulein Dagny, die und in kleineren Rollen schon oft erfreut hatte, hatte gestern zum ernsten Aufgabe ihre
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Militär Verkehrswesens General der Infanterie Frhr. v. L y n ck e r steht, ivie in parlamentarischen Kreisen mit Bestimmtheit behauptet wird, im engen Zusammenhang mit der Ausstellung des neuen militärisck-cn Nachtragsvoranschlags. Frhr. v. Lyncker hat mit großem Nachdruck eine erhebliche Vermehrung der militärischen Luftflotte und die Gewährung großer Mittel zum weiteren Ausbau des m,Manschen Fliegerwesens gefordert. Frhr. v. Lyncker hatte seine Forderungen als dringend notwendig bezeichnet und sich der neuen Waffe gegenüber mit.seiner Person für die DurchfÄwung seiner Forderungen eingesetzt. Seine Forderungen sind im K r i e g s m i n i st e r i u m a n f st a r k c n Widerspruch g e st o ß e n , einerseits weil sie als zu weitgehend betrachtet wurden, andererseits weil der Kriegsminister diese Forderungen, die allerdings sehr hohe finanzielle Mittel in Anspruch genommen hätten, im Reichstage nicht vertreten zu können glaubte. Frhr. v. Lyncker ist der Meinung gewesen, daß die neue deutsche Flugwaffe es verlangen könne, daß ihren berechtigten Wünschen endlich nachgekommen werde. Deutschland hätte die Pflicht, auf dem Gebiete des militärischen Flugwesens mit seinen Nachbarn
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Die Beratung der Pforte.
Das Ergebnis der ratgebenden Versammlung ist Jo ausgefallen wie erwartet werden konnte: Von den 80 eingeladenen Würdenträgern stimmten alle bis auf einen für ben Friedensvorschlag der Regierung. Wie sich die Bedingungen für die Preisgabe von Adrianopel im einzelnen gestalten werden, steht noch nicht fest, dagegen hat die Pforte in der Frage der ägäischen Inseln an die Kabinette ein Rundschreiben gerichtet, in dem sie sich aufs Bitten verlegt. Ob der jungtürkische Widerstand ganz erlahmt ist, steht noch dahin. Es heißt, die ^jungtürklschen Führer hätten der Regierung noch einmal eine Nationalversammlung vorgeschlagen.
Wir erhalten folgende Nachrichten:
K o n st a n t i n o p e l, 22. Jan. "Der RatderPforte begann sich um 12i/2 Uhr im Palais Dolmabagtsche in dem auf das Meer hinausgehenden Saal der zweiten Etage, der für den Empfang der Botschafter bestimmt ist, zu versammeln. Das gesamte Kabinett war in der Versammlung anwesend. Der Rat der Pforte sprach sich für Annahme der Note der Mächte und den Abschluß des Friedens aus.
Konstantinopel, 22. Jan. Vor der Eröffnung der ratgebenden Versammlung empfing der Sultan die Prinzen Fahr Eddin und Abdul-Medjid und hierauf in deren Gegenwart den Großwesir und- den Scheich uel JMam. Die Prinzen wohnten in einem an den Verhandlungssaal Anstoßenden Salon den Verhandlungen bei Der Großwesir erklärte die Verhandlung namens des Sultans für eröffnet. Sodann verlas der Generalsekretär des Ministerrates die Kollektivnote der Botschafter in türkischer Hebersetzung, worauf der Kr i e g s m in i st er ein Bild der Lage und der Armee entwarf. Ihm folgte der Finanz Minister mit einer ausführlichen Darstellung der finanziellen Lage. Sodann verlas namens des Ministers des Aeußern, der durch eine Erkältung an der Teilnahme verhindert ist, der Generalsekretär des Ministerrats ein Expose über die äußere Lage. Daran schloß sich sofort die Erörterung an, die einen lebhaften Verlauf nahm. Sämtliche Redner, mit Ausnahme eines einzigen, billigten den Standpunkt der Regierung. Die Versammlung nahm die von der Regierung gegebenen Aufklärungen zur Kenntnis und sprach sich für die Annahme der Kollek.ivnote aus.
Die Regierung wird den Mächten antworten, daß sie die Ratschläge annehme, von ihrem guten Willen überzeugt sei und die Versicherungen, die türkische Regierung finanziell und moralisch za unterstützen und für die Erhaltung der dem ottomanischen Reiche verbleibenden Gebiete einzustehen, Kenntnis nehme.
Die rat gebende Versammlung, an der etwa
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Reserveregimenter bereits zu kriegsbrauchbaren Truppenteilen zusaminengeschweißt werden. Dies besonders dann, wenn diese Hebungen bei uns im gleichen Umfang stattfinden wie in Frankreich. Bisher blieben wir weit zurück. Diese Reserveladres könnten auch für Ausbildung der Ersatzreservisten dienen. Geschieht dies im Sommer auf vielleicht 4 Monate, so macht die Kasernierung kaum Kosten.
Durch die Aufstellung der Reservekaders ergäbe sich auch der Vorteil, daß der gegenwärtigen Ueberalterung oes Offizierkorps entgegengearbeitet würde. Die Franzosen haben auch nach dieser Richtung wirksame Maßnahmen getroffen, ebenso wie sie für tüchtige Reserveoffiziere durch Die zweijährige Dienstzeit sorgen.
Auf die durch das neue Kadergesetz vorgesehenen Hilfswafsen, auch auf die Vermehrung der Radfahr- und schwarzen Truppen soll hier nicht weiter eingegangen werden, zumal der Präsident der Republik betreffs der letzteren freie Hand hat und so viele Bataillone aufstellen kann wie er will. (!) Man rechnet mit 120 000 Mann.
Wie kann man also sagen, daß sich nichts geändert hat? Es hat sich so viel geändert, daß, wenn wir uns den Frieden und im Fall eines Krieges den Erfolg sichern wollen, nur übrig bleibt, auch unsere Rüstung so zu verstärken, daß unseren äußeren Feinden das Risiko, uns anzugreifen, zu groß wird. Glücklicherweise verstärken Oesterreich und Italien gleichfalls ihre Streitmacht. Auch greifbare Vorteile sind durch eine Heeresverstärkuug nicht ausgeschlossen, wie überhaupt jeder politische Einfluß von der Macht äbhängt. So schrieb z. B. vor nicht langer Zeit eines der gelesensten Pariser Blätter, der „Figaro": „Frankreich hat sich während der Krise des letzten Sommers erlaubt, Deutschland Trotz zu bieten. Wäre Deutschlands Heber» legenheit größer gewesen, würde es ein gut Stück Marokko und auf jeden Fall den ganzen Kongo erhalten haben."
Dringend kann nur geraten werden, sich über alle bez'P- lichen Fragen eingehend unterrichtet zu halten. Hier konnte vieles nur kurz erwähnt werden. Die geeignetste Quelle ist „Die Wehr", die man beim Beitritt zum Wehrverein (hiesiger Vorsitzender: Professor Frhr. v. Gall) kostenfrei erhält. Für Unbemittelte beträgt der Beitrag nur 1 Mk., sonst nach Einschätzung. 3—5 Mk. genügen. In dieser Zeitschrift wird auch die Jugenderziehung als Vorbereitung zum
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Schritt zu halten und den Vorsprung, den namentlich Frankreich bereits errungen hat, durch vermehrten Eifer einzuholen. Da der Generalinspekteur mit seinen Absichten kein volles Verständnis bei der Zentralinstanz, zu finden glaubte, so zog er kurzerhand die Konsequenzen und erbat seine Pensionierung. Der Chef des Stabes der Generalinspektion des Militärverkehrswesens, Generalmajor S ch m i e d e ck e, der in den meisten Punkten den Ansichten seines Chefs huldigte, wird ebenfalls seinen Posten aufgeben und das Kommando einer Jnsanteriebrigade übernehmen. Der plötzliche Rücktritt des Frhrn. v. Lyncker wird im Reichstage zur Besprechung gelangen und man wird bei dieser Gelegenheit auch seitens des Kriegsministers erfahren, wie weit das Kriegsministe- riimr bereit sein wird, in Zukunft den Wlmschen der Flugwaffe nachzukommen. Ter Nachtragsvoranschlag selbst steht in seinen Hauptzügen fest und wird in etwa 3 Wochen dem: Bundesrat vorgelegt werden können.
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Bl. Schmücker > | HacW. ' Ä Markier aase 8.
Es wird behauptet, Frankreich- sei reicher wie Deutschland. Das ist unzutreffend. Nach einer kürzlich erschienenen Druckschrift ist das Bolksvermögen, auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, gleich. Rechnet man nach den Familienhaushalten als den wirtschaftlichen Einheiten, so ist Deutschland aber viel reicher wie Frankreich. Nach einer anderen, sehr vorsichtigen Berechnung haben wir mindestens 50—60 Milliarden Nationalvermögen mehr Dabei erhöht sich das unsrige im Jahre um etwa 3V2 Milliarden. Hnsere Militärausgaben, die man als Versicherungsprämie auffassen muß, betragen etwa V/4 Milliarden Wir geben aber für Alkohol zu Trinkzwecken 4 Milliarden aus^ für Tabak weit über V2 Milliarde, über ly2mal soviel wie Franzosen und Engländer. Da kann niemand behaupten, daß wir nicht Geld für vermehrte Rüstungen hätten.
Nun ist es ein beliebtes Mittel, eine Ausgabe dadurch zu verhindern, daß man sagt: Erst muß sich zunächst über die Deckung geeinigt werden. Zeigt unser Hans Sprünge, so bessert man sie aus, wenn auch dadurch die für die innere Ausschmückung vorgesehenen Mittel knapper werden. Zudem ist gar nichts gegen eine erhöhte Heranziehung der besitzenden Klassen zu den Ausgaben einzuwenden. Man sagt zwar, kein Mensch zahlt Steuern gern, man sollte aber auf dem Standpunkt stehen: Glücklich der, der Steuern zahlen kann.
Nun fragt die „Frankfurter Zeitung": „Was hat sich denn geändert, das nun schon wieder andere Forderungen erheischte?" Leider sehr, sehr viel! In den Serben ist dem Dreibund ein neuer Gegner erstanden, die Türken, eine mögliche Hilfe, sind niedergcworfen, die Russen stellen sich nachdrücklich auf die Seite der Serben und vor allem haben die Franzosen ganz kürzlich ihr Kadergesetz, das die Feldarmee durch Aufstellung von Reserveformationen nahezu verdoppeln soll, durch Handaufheben genehmigt. Kein Sozialist stimmte dagegen. Bon den durch das gleiche Gesetz neu bewilligten 18 Jnfanterieregimentsstäben kommen 9, gleich dem Bedarf von P/s Armeekorps, an die deutsche Grenze, 1 nach Nizz<> 8 nach Nordafrika.
Mir diesem kadergesetz müssen wir uns nun noch etwas näher beßhästigen. Nach ihm soll jedos aktive Infanterieregiment und Jrcherbataillon ein ihm entsprechendes Regiment bezw. Bataillon der Reserve erhalten. Dabei erhalten alle Reserveregimenter Maschinengewehrkompagnien. Dazu iritt noch je ein Territorialregiment. Aktives Regiment, Reserveregiment und Territorialregiment machen am gleichen Ort, dem Garnisonort, mobil. Aus den Reserveregimentern und -Bataillonen werden unter Beigabe von Kavallerie, Artillerie «usw. Reservedivi ionen, aus den Territorialen eine Armee 2. Linie gebildet.
Alles das können wir auch aufstellen, aber wir müssen <md) für 'dieselben, ebenso wie in Frankreich, starke Kadres Intbsn. Während wir zurzeit für diesen Zweck beim Regiment nur 2 Stabsoffiziere, 1 Hauptmann haben, sind beim Iranzösischen Regiment, außer dem Kommandeur des Reserveregiments, für jedes aufzustellende Bataillon der Kommandeur, 3 Hauptleute, 1 bisher aktiver Hauptmann ans Ler Spezialreserve, 2 Leutnants, 24 Feldwebelleutnants, Feldwebel und Sergeanten, sowie 12 Korporale vorhanden. Welche Vorteile dies hat, springt in die Augen: Die Linienregimenter brauchen sich bei der Mobilmachung nicht durch dkbgaben zu schwächen, bei den Reserveübungen können die
Nr. 19 _____Erster Blatt 163. Jahrgang Donnerstag, 23. Januar 1913
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erstenmal Gelegenheit, in einer großen, Fähigkeiten zu entwickeln. Mit, großen daher wie ein Märchen selbst und tiefinnerliches und geistvolles Spiel, ■ lich mit größter Sorgfalt vorbereitet rein nahte sie dem kranken Meister und . ..
Ig fort in erwachender, jäh auflodernder Glut, bis )tc gebrochen und resigniert in den Brunnen stieg zu ihrem Nickelmann. Als Meister Heinrich schuf Herr Brnchwitz eine außerordentlich belebte Gestalt. Kraftvoll und kühn stand er da und rang mit ; seinem Geschick, als ein ganzer Mann. Seine Rede war Miss feinste erwogen und tönte voller Wohllaut und Klang. Seine Gebärden waren klug und klar. Als Nickelwann ck-aralteri vierte Herr Dworkowski sehr schön, er verbesserte aber mitunter der Dichtung ganz« unnötigcnvril'c. Daß ihm aber gerade das unartikulierte Sprechen verzüglich gelang, ist besoudlns zu betonen. Sehr ivirkimgSvoll war S?crr Grosse r als Waldschratt, sarkasttsch, zynisch - nur hätte ich ihm noch ein klein wenig Humor mehr geivünscht. Als Pfarrer bot Herr V o l ck wieher eine schöne Leistung und als altes Weib ist Fräulein * I) o 18 zu erwähnen. Als Heinrick>s Fran spielte Frl. Ra ppo verhaltener Zärtlichkeit ettvas zu kühl. N.


