die rumänische Regierung sich das Ziel ihrer Politik und I Sui unterrichtete durch eine schriftliche Mitteilung die Mächte, vallerie :
And fernen sruy^en Rumäniens harte bisher keine I wird. Güterzüge werden auf allen Lil S-fErur WW?nach«hmevsw°rtcr WStziguns Mte I Strecke M°'chti-R°r-i°---° -erjeh-en.
zwischen Lombolanca und Sofia mit einer Brigade der 9. bulgarischen Division zusammen, die den Rückzug der Division des Generals Kutnischew decken wollte. Rach einem kurzen Kampfe
'arest, 19.Juli. (Amtlich.) Eine fliegende Kolonne Ka- unb reitende Artillerie stieß gestern bei Fcrdinandowo
ftanza abfahrcn. Tie Eisenbahnverwaltung kündigt an, daß ab Montag auf jeder Hauptlinie ein Schnellzug verkehren wird. Güterzüge werden auf allen Linien mit Ausnahme der
daß sie sich mit der Linie Turtukai-Baltschit unter Aus- gestaltung zu einer strategisch brauchbaren Grenze begnüge. Auch zu der t ü r k i s ch-e 'n Regierung möchte man das Vertrauen haben, sie werde sich auch fernerhin durch die mehr scheinbare als wirkliche Gunst der Umstände und durch das Drängen der öffentlichen Meinung nicht zu verhängnisvollen Schritten fortreißen lassen, sondern getreu an dem bisherigen Standpunkt festhalten, daß die endgültige Bestimmung der Grenze des osmanischen Reiches gegen seine Feinde des letzten Feldzuges Sa ch e d er Großmächte ist. In Uesküb hatten die Ministerpräsidenten Griechenlands und Serbiens eine Besprechung, in der für die gemeinsame Richtung der Politik ihrer Länder gegenüber Bulgarien eine Einigung festgestellt wurde. In Sofia dürfte das neue Ministerium Radoslawow- Ghenadiew durch die sofortige Entsendung des früheren Ministerpräsidenten Geschow zu Unterhandlungen nach Bukarest einen nützlichen Schritt getan haben. Es scheint ein Vorzeichen zu diplomatischem Einlcnken zu sein. Jedenfalls 'kommt Bulgraien damit dem Wunsch Rumäniens, Griechenlands und Serbiens nach Eröffnung unmittelbarer selbständiger Verhandlungen zwischen den Batkanstaatcn über die Friedenspräliminarien entgegen. Tic Haltung der G r o s; m ä ch t e blieb weiterhin die gleiche, in der Vermeidung von Sonderunternehmungen und in der Bewahrung der Einigkeit, deren Wert Sir Edward Grey im Unterhausc wie namens des europäischen Gewissens ein-
Die Lage auf dem Balkan.
Die Nordd. Allg. Zeitung über die BaLkankrise.
' Berlin 20. Juli. Die „Nordd. Wg. Ztg-7. schreibt in ihrer Wochenrundschau: In ter ätzten Woche es aus dem Balkan zu größeren Kämpfen zwr>d)enben Snmmen und feinen, früheren Verbündeten n-cht mehr■
dringlich ausgesprochen hat.
Die Friedensverhaudlungeu.
Bukarest, 20. Juli. „L'Jndependance Roumaine" erfährt, daß Rumänien, Serbien und Griechenland über die Grundlagen der Friedens Bedingung en sich geeinigt haben und eine Konferenz aller Kriegführenden einberufen werden solle. Als Kons-erenzort schlagen Serbien und Griechenland Sinaia vor.
Belgrad, 20. Juli. Tas Preßbureau meldet: Heute früh 11 Uhr würde ein Automobil von Pirot nach Obrenovatz an die serbisch-bulgarische Grenze entsandt, von wo es die bulgarischen T e l e g ie r t e n , die nachmittags 41/2 Uhr dort ein getroffen waren, abholen sollte. Die Delegierten sind (General Paprikow, Herr Jvantscheff und der ehemalige Militärattache in Konstantinopel Topaltschi- lioff. Mit ihnen war auch der russische Militärattache in Sofia Romanowski und sein Adjutant gekommen. Ter Oberst im Generalstab Jwayowitsch begleitete die Herren von der Grenze bis Pirot. Nachdem sic dem General Stephanowitsch in Pirot einen Besuch abgestattet hatten, setzten sie ihren Weg im Sonderzug nach Risch fort.
Athen, 19. Juli. Wie die Agence d'Athenes meldet, hat die griechische Regierung bisher keine Antwort auf den Vorschlag Rußlands erteilt.
Paris, 20. Juli. Der Saloniker Sonderberichterstatter des „Figaro" meldet: Veniselos habe ihm auf die Frage, ob er nicht fürchte, daß die Mächte auf Griechenland einen Druck ausübcn werden, um Bulgari c n den Hafen von K a v a l l a zu erhalten, folgende Antwort erteilt: Ich hoffe, daß sich niemand finden wird, um mir eine solche Frage v 0 r z u l e g e n. Wie sollte man wagen, von uns zu verlangen, daß wir das Leben und das Schicksal von einer Bevölkerung unseres Stammes Leuten preisgeben, die nur auszurotten und zu verwüsten verstehen. Es handelt sich um eine Frage der Zivilisation. Bom serbisch-griechisch-bulgarischen Kriegsschauplatz.
Belgrad, 20. Juli. (Serbisches Preßbureau.) Ter gestrige Tag ging ohne Kämpfe von größerer Bedeutung vorüber. Gegen 1 Uhr früh versuchte der Feind auf dem rechten Ufer der Nischara bei Pirot unsere Grenzlinien anzugreifcn, wurde aber energisch zurückgewiesen. Bei St. Nicola drangen unsere Truppen auf bulgarisches Gebiet vor und kamen bis Tschipren. Ter Feind zog sich nach Bjelogratschik und Ferdinandovo zurück. Auf Befehl der Bulgaren mußten alle Bewohner der Gegend das Land verlassen. Bei ihrem Rückzug steckten die Bulgaren einige kleine alte Häuser in Brand. Bei Egri Palanka griff der Feind gegen 3 Uhr früh an, wurde aber schnell und energisch zurückgetriebcn. An der oberen Bregalnitza und in der Richtung auf Zarevo Selo griffen unsere Truppen erfolgreich an. Ter Feind versuchte mit einer ganzen Division einen Gegenangriff von der Grenze aus, wurde aber energisch zurückgeschlagen. — Gestern nachmittag besetzten unsere Truppen Kula in Bulgarien. Ter Feind zieht sich auf Vidin zurück. Mit der Einnahme Kulas haben wir die serbisch-bulgarische Grenze überschritten. Unsere Truppen setzen über vier Punkte, die sämtlich in Bulgarien liegen, den Vormarsch fort.
Sofia, 19. Juli. Verspätet emgetrossen. Grrechyche Kavallerie, die vom Strumnitza-Tal über den Strumafluß vorrückt, äscherte alle Ortschaften auf dem Wege ein. — Ter Kommandant der gegen die Griechen operierenden Truppen meldet, daß die bulgarischen Truppen K a w a l l a und Drama räumten, ohne sich &11 verteidigen. Tie Griechen äscherten die bulgarischen Ortschaften in dieser Gegend ein. Tie bulgarischen Bischöfe von Dibra, Köprülü und Uesküb, die von den serbischen Behörden 10 Tage vor Beginn der Operationen in ihren Wohnorten verhaftet und sodann bis an die Donau« eskortiert worden waren, sind hier eingetroffen.
Die rumänischen Operationen.
Bukarest, 19. Juli. Der König ist gestern aus dem Häupt- auartier hier eingetroffen. Der Dampferverkehr zwischen Konstanza uud Konstantinopel ist wieder ausgenommen worden. Die Dampfer werden Sonntags und Donnerstags in Kon-
Diplomatie und Chinawirren.
Die letzten Nachrichten aus dem Reich der Mitte lassen "klipp und Hot erkennen, daß die Flammen ter Revolution in China hoch emporschlagen, zeigen, daß die Empörung ver Südstaaten gegen die Pekinger Zentralregierung nicht Don gestern auf heute entstanden, sondern von langer Hand, seit Monaten, kräftig vorbereitet sein muß. Darauf deutet besonders die offenkundige Parteinahme Japans für die -Südstaaten hin. Es kann als festgestellt gelten, daß über >50 japanische Offiziere im Heere des Südbuntes die leiten den Stellen bekleiden. Was besagt demgegenüber noch die diplomatische Aktion Jüanschikais in Tvttv? Seine Stellung ist vollkommen erschüttert; schon soll das Gcsamt- kabinett seine Entlassung gegeben haben, so daß in Peking eine große Kopflosigkeit herrscht und Jüanschikai als ein -unhaltbarer, verlorener Mann gilt.
Es steht außer aller Frage, daß die Revolution Fortschritte macht und daß bis jetzt von den Siegen der Nordtruppen, die Pekinger Depeschen meldeten, nichts zu spüren ist. Wie aber ist es möglich, daß Europa und besonders feine Diplomatie von den Ereignissen im fernen Osten wieder einmal über Nacht und völlig unvorbereitet überrascht wurde? AuS welchem Grunde sitzen denn in Peking die Vertreter der großen Reiche von Europa und von Amerika? Zwei Gefahren bedrohen Chinas Bestand: Tic Habgier Rußlands, Japans und Englands von außen, die Revolution von innen. Tiefe ist zurzeit die gefährlichere Form. Zweifellos sind die europäischen Niederlassungen und Interessen stark bedroht und bedürfen außerordentlichen Schutzes. Wohl heißt es, auch die deutsche Regierung Tyabe „sofort Schritte getan, um gegen alle Möglichkeiten gerüstet zu sein". Ob es aber nicht schon zu spät ist? Man hätte früher wissen müssen und durfte nicht überrascht werden. Schon seit Monaten lagen ernste private Nachrichten aus den chinesischen Provinzen vor. Briefe deutscher Kaufleute, die mit offenen Augen ihre Umgebung sehen und deren Tun kühlen Verstandes abwägen, zeigten ie bevorstehenden Veränderungen und drohenden Um- välzungen an. Nur die Diplomatie wußte nichts. Man 'wurde eben wieder einmal erst von den Ereignissen belehrt, genau wie damals bei den Boxerunruhen und erst vor Jahresfrist bei dem Ausbruch des Balkankrieges, Es ist doch ein Skandal, ein bemerkenswertes Zeichen für die Kurzsichtigkeit der zünftigen Diplomatie in der Beurteilung der' — allerdings sehr schwierigen — chinesischen Verhältnisse, daß sich in diesem ernsten Augenblicke von den in Peking beglaubigten diplomatischen Vertretern der Großmächte nicht weniger als sechs auf Europaurlaub befinden. Leider ist auch der deutsche Gesandte, Freiherr v. Haxthausen, unter ihnen, der sich seit einigen Wochen in Europa aufhalt.
Man wird von offiziöser Seite natürlich wieder ein- wendcn, auch die auswärtigen Diplomaten bedürften des -Erholungsurlaubs. Aber cs ist nachgerade sehr sonderbar, >daß immer in hochernstcn Zeiten unsere Vertreter nicht auf ihren Posten sind. Man denke an den Fall des Herrn v. Wangenheim, der im vorigen Jahre kurz nach seiner Versetzung von Athen nach Konstantinopel auf Urlaub ging und in äußerst kritischen Zeitläuften nicht auf einer für uns damals besonders wertvollen und kostbaren Stelle st'tcrnd. Die Größe der chinesischen Revolution und ihr Ernst fläßt sich nicht mehr verkennen. Warum aber konnte man das tricht früher einsehen? Es liegt daran, daß die Gesandten Europas in Asien — abgesehen von einigen wenigen rühmlichen Ausnahmen — nichts, aber auch absolut nichts vom letzten Kern des chinesischen Wesens wissen. Sie vermögen es nicht, diese der ihrigen total wesens-, ft ernte Grundlage eines uralten Gefühllebens zu erfassen und von ihr aus das China von heute zu beurteilen. So bleiben sie — der Chinese spielt ja von vornherein, wie -jeder Asiat, dem Fremden gegenüber Komödie — in ihrer Stadt der Tiplomatie von einer viel höheren und undurchdringlicheren Mauer umschlossen, als es die ist, die früher die verbotene Stadt vor neugierigen profanen Augen schützte. Wieder, immer wieder hat sich diese Harmlosigkeit bitter gerächt. Jedesmal wurde Abänderung und Besserung versprochen, und doch ist alles beim alten geblieben, -^ie schier unglaubliche Tatsache, daß gegenwärtig, da es vielleicht um Chinas Sein oder Nichtsein geht, da das aanze Jangtsebecken mit seinen ungeheuren fremden Jnter- essenkomplexen in wüstem Aufruhr steht, bie Vertreter «vieler Mächte in ihren Positionen fehlen, muß zu denken »geben Wie überaus schnell kann sich jetzt alles zur Kata- Ürophe wenden. Wenn dann die allgemerne Verwirrung noch durch die Bestürzung der Diplomatie erhöht wird, iso dürfte nicht mehr viel zu retten sein. Es scheint, alH '-habe man an maßgebenden Stellen hie Kon,ularberichte fthr oberflächlich behandelt; denn was die Kaufleute sehen, dürften doch die Konsuln auch wissen
Jetzt also gilt es! Wenn etwas versäumt wurde, )o muß es doppelt schnell nachgeholt werten. . Es ist zu hoffen, daß Herr v Jagow mit starker .Hand emgrersen wird, um Vernachlässigtes gut zu niachen, ehe uns die Andern zuvor- ko^men Sonst kommen wir auch rn Asien ins Hintertreffen Und heute sind unsere Interessen iu Chinaji gewaltige, um das ohne eminenten achaten an Gut und Ansehen ertragen zu können!
tlr. M Erstes Blatt M. Jahrgang Montag, 2!.Juli 1913
Der Eießeirer Anzeiger jtow M» a. **sST 0 AerugSvreiS:
erscheint täglich, außer monatlich7513t,vievtel-
SonntagL. - Beilagen: 4« ex A. a. a a AL A A A A A. A, A. AL AÄ ehrlich Mk. 2.20; durch
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(Dienstag und Freitag); öS K* Wä W Utz kJ JrÄ @S M Sfi B H Wk. Zeilenorets: lokal I5Pf.,
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BSV General-Anzeiger für Gberhessen WM- ^"‘^'Lnunune" Rotationsdruck und Verlag der vrSHI'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei K. Lange. Nedattion, Lrpedition und Druckerei^ Schulftratze 7. dm
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AuslanS.
Lissabon, 20. Juli. 10.45 Uhr. Tic Polizei war seit mehreren Tagen unterrichtet, daß für eine der nächsten Nächte ein Angriff mit Bomben auf verschiedene Punkte Lissabons vorbereitet wurde. .Heute morgen begannen tatsächlich einige verdächtige Automobile herumzufahren, die die Polizei anhalten ließ. Gleichzeitig erschienen kleine Gruppen verdächtiger Personen in der Umgebung einiger Kasernen. Als ein Automobil in der Straße Savüente von der Bürgergarde angehalten wurde, wurde aus einer in der Nähe stehenden Gruppe eine Bombe geworfen, wodurch ein Bürgergardist getötet wurde. Tie Insassen des Automobils wurden verhaftet.
Rom, 19. Juli. General Briecola telegraphiert gus Ben- ghasi: Tie Tivision Salsa bat gestern einen glänzenden Sieg über die Streitkräfte der Rebellen davongetragen, die bei Tobruk stehen. Im geschlossenen Angriff warf die Tivision Salsa den Feind zurück und bemächtigte sich des Lagers von M'darda. Eine Kanone, ein Maschinengewehr, sowie eine große Anzahl Waffen und Munition und Lebensmittel fielen in ihre^.Hände. Die Italiener hatten 30 Verwundete, die Verluste des Feindes, der 2000 Mann stark war, sind bedeutend. Er zog sich gegen Westen und Südwesten zurück, ungefähr sechs Kilometer verfolgt von der Division Salsa.
London, 19. Juli. Tie „Times" meldet aus Peking vom 18.d.M.: Nach zuverlässigen Berichten aus dem Sübcn erwartet man, daß die Provinzen Ktvangtung, Fukien, Tich.'kiang, Anhui, Szetschuan und Hunan sich der revolutionären Bewegung an schließ en werden. Ein Erfolg gegen die nord- chinesischen Truppen würde sicher auch andere Provinzen Tort» reiften. Ter wesentliche Faktor der Lage ist daher die Haltung der KrüppenLijuanhenas in Wutschang in der Provinz Äupeh und der Truppen Schangtschuns in J-entschusu ün Süden von Sck-anatamg.
Die Annahme öer französischen Mlitärvorlage.
Paris, 19. Juli. Kamm er. Zum Schluß der bis 3/412 Uhr nachts dauernden Sitzung wurde das T r e i j a h r« gesetz in seiner Gesamtheit mit 358 gegen 2 04 Stimmen angenommen. Tie Sitzung hatte einen ziemlich bemegtku Derlauf genommen, besonders, als Carl-
ergab sich die bulgarische Brigade mit einem General und zwölf Geschützen. Tie rumänischen Truppen auf dein östlichen .striegsschauplatz, welche die Linie Turtukai—Baltschik^beiet-st haben, schicken Erkundungsabteilunqen nach dem Süden und Südosten vor.
Bukarest, 20. Juli. Tie Meldung, daß Oesterretch-Ungarn behufs Einstellung der militärischen Ak^ion^ bei Rumänien interveniert habe, wird halbamtlich in aller Form dementiert.
Bukarest, 20. Juli. Dem „Adverul" zufolge haben der^sran- zösische und der russische Gesandte vor einigen Tagen einen schritt ■ bei der rumänischen Regierung unternommen, um die Einstellung des Vormarsches der rumänischen Armee zu erlangen.
B u k a r e st, 20. Juli. Die Direktion der D t s k o n t o - Gesellschaft und das Bankhaus S. Bl e ich rö der in Berlin haben der Königin Elisabeth 5 00 00 Mark für Werke der Wohltätigkeit zur Verftigung gestellt, deren Protektorat die Königin infolge der Mobilmachung übernommen hat. — In einer unter dem Vorsitz der Königin und in Anwesenheit der Kronprinzessin abgehaltenen Sitzung des Komitees zur Unterstützung cinberufener Reservisten wurde festgestellt, daß bisher an 6500Familienl 10000 Sei verteilt worden sind.
Der türkische Vormarsch aus 21drianopcl.
Konstantinopel, 20. Juli. Tie Pforte hat an ihre Vertreter int Ausland ein Zirkularteleg r a m m gerichtet, durch das sie beauftragt werden, den Mächten mit» Anteilen, die Pforte sehe sich infolge der gegenwärtigen Lage genötigt, die Linie Ma r i tz a-A d r i a n o p e l zu besetzen, welche Maßnahme für die Sicherheit K o n st a n t i n o - pelS notwendig sei. Nach authentischen Informationen handelt es sich nicht um eine Kriegserklärung an Bulgarien.
Konstantinopel, 19. Juli, 11,45 Uhr nachts. Tie türkische .Kavallerie ist vor Adrianopcl angc- kommen.
Tic Festsetzung der türkisch-bulgarischen Grenze.
Rom, 19. Juli. „Tribuna" schreibt: Tie Internationa Kommission zur F e ft s e tz u n g der türkisch-bulgarischen Grenze wird in der nächsten Woche in Ko it- stantinopel zusammentret en und ihre Arbeiten sofort beginnen. Alle Mächte haben schon ihre Vertreter ernannt. Ter italienische Vertreter Oberst Eapu reist heute oder morgen ab. Diese Tatsache dürfte für die Türket nicht ohne Bedeutung sein. Tie Linie Enos-Midßa ist___
durch die Londoner Konferenz festgesetzt worden, und die Mächte können nicht zugeben, daß ihr P r o t o ko l li verletzt wird. Alle Mächte sind sich infolgedessen darüber einig, daß man von der Türkei jedenfalls Achtung vor der ihr durch ihre Vermittelung aufcrlegten Grenze verlangen müsse. Wenn die Türkei das nicht begreifen wolle und ihre Truppen auf Adrianopel marschieren ließe, so würde eine direkte Kollektiv-Intervention beschlossen werden, auch um ein gesondertes Vorgeyen Rußlands zu vermeiden.
Deutsches Ueicb.
Balestrand, 20. Juli. Heute vormittag wurde Gottesdienst abgehalten. Das Wetter hat sich aufgeklärt. An Bord ist alles wohl. Der Kaiser unternahm heute vormittag während der Regenpause einen Spaziergang und nahm später die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Gesandten von Treutler, entgegen. Nachmittags arbeitete der Kaiser allein und hörte gegen abeno einen Iriegs- geschick-tlichen Vortrag. Tas Wetter i)t regnerisch.
München, 19. Juli. Zu der Meldung eines Blattes, nach dec im Herbst die bayerische K ö n i g s f r a g e wieder aui- gerollt werden soll, ist die „Bayerische Staatszeitung",^da diese Nachricht auch zu Erörterungen in der bayerischen Presse Anlaß gibt, zu der Erklärung ermächtigt, daß bei den maßgcbende'.j Stellen keinerlei Verhandlungen über die Wieder* a u f n a h m e der Frage schweben.


