Nr. 245
Drittes Blatt
163. Jahrgang
ließen sie fortbringen. Meiner Ansicht nach
zuführen.
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WERG=MARKE
i bei Senner & jfrmnc- Seibel, Drogerie; Qeov 311Umann, &rabeniti; 7
Samstag, 1?. Oktober 1913
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
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Deutsches Reich.
Der Reichstag
wird, dem „Vorwärts" zufolge, seine Arbeiten schon am 20. Nove rn der nachmittags 2 Uhr wieder aufnehmen. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen, wie üblich, Bittschriften, dann folgt die Beratung der in Aussicht stehenden Anfragen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: eo51. Redaktion.^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Ausland.
GouverneurSulzervorGericht.
Aus Albany wird gemeldet: Der Gerichtshof erklärte mit 39 gegen 18 Stimmen den Generalgouverneur Sülze r für schuldig eine falsche Erklärung über die Beiträge zur Wahlkampagne abgegeben zu haben. Ferner wurde Sulzer des Meineides und der Unterschlagung von Beweismaterial für schuldig befunden. Dagegen sprach der Gerichtshof Sulzer von der Anklage der Bestechung einstimmig frei. Heber bie übrigen vier Punkte der Anklage wird am Montag abgestimmt werden. Sulzer wurde seines Amtes entsetzt.
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.
Die „Siebener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sietzcn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen** erscheinen monatlich zweimal.
Die Explosion des £ 2.
Das Marineluftschiff „L. 2" ist, wie bereits gemeldet, gestern vormittag um 10.15 Uhr kurz nach seinem Aufstieg vom Flugplatz Johannisthal in 300 Meter Höhe explodiert. Keiner von den 28 Insassen ist am Leben geblieben. An Bord befanden sich außer der Fahrbesatzung die Abnah'me- kommission unter Führung des Korvettenkapitäns Beh- nisch vom Reichsmarineamt und als Vertreter der Zeppelinwerft Kapitän Gluud. Es ist der zweite schwere Luftschiffunfall, der die Marine betrifft. Erst vor wenigen Wochen hat man sich beim Absturz von LI damit getröstet, daß das neue Ersatzschiff besser ausgerüstet und den Stolz der Luftschifftechnik darstellte. Und nun wiederum diese furchtbare Katastrophe! Das ganze Volk ist in Trauer versetzt und der Tod der braven Besatzung erregt überall das größte Mitgefühl. Die Schuldfrage schaltet völlig aus, denn die verderbliche Explosion ist wohl nur einer noch nicht vollkommenen technischen Einrichtung zuzuschreiben. Das Nähere wird die Untersuchung ergeben, und man wird sich bemühen, bei späteren Luftschiffbauten die traurige Erfahrung gebührend zu beachten.
Johannisthal, 17. Okt. In unmittelbarer Nähe der Luftschiffhalle, etwa 200 Meter entfernt liegen auf freiem Felde die schwelenden Ueberreste des verunglückten Marineluftschiffes „L. 2". In einer Höhe von 100 Metern erfolgte in der vorderen Gondel eine Explosion. Das Luftschiff senkte sich und in wenigen Sekunden war alles Leben erstorben. Die s e ch s I n s a s s e n der vorderen Gondel stürzten zur Erde. An der Unglücksstelle sind Gardepioniere und Abteilungen des Kaiser-Franz- Grenadier-Regiments Nr. 2 zur Absperrung anwesend. Während die Feuerwehren von Treptow und Schöneweide Wasser auf !das Luftschiff geben. Eine amtliche Verlustliste wird gegenwärtig aufgestellt Von den 2 6 Insassen des Luftschiffes zeigt nur noch einer schwache Lebenszeichen. Es sollen auch einige Vertreter des Kriegs Ministeriums und des Reichsmarineamtes umgekommen sein.
Ter einzige Lebende von der Unglücksfahrt des „L. 2", Leutnant v. Bleuel litt, als er unter den Trümmern! hervorgezogen wurde, unter furchtbaren Qualen und^schrie, als er'mit dem Krankenwagen weggefahren wurde: Schlagt mich tot!
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ist die Ursache der Katastrophe auf einen Vergaserbrand zurück-
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Die Toten.
Berlin, 17. Okt. Das Reichsmarineamt gibt ein Verzeichnis der Teilnehmer an der Unglücksfahrt des „L. 2" bekannt. Darnach sind, soweit bis jetzt festgestellt, gelötet worden: vom Reichsmarineamt Korvettenkapitän B e h - nisch, Oberbaurat Neumann, Baumeister Pietzker, die technischen Sekretäre Lehmann, Prieß und Eisele, von der Marineluftschiffabteilung: Kapitänleutnant Frey er, Kapitänleutnant Alexander Trenk, Marineoberingenieur Hausmann, Marineoberingenieur Busch, Steuermann Pittelkow, Maschinist Lasch, Bootsmannsmaat Werner, Signalmaat Kluge, die Ober- maschinistenmaate Kramer, Dressel, Beckert, Focken und Paethe und die Maschinistenmaate Weber und Fricke, von der Zeppelinwerft: Kapitän Glund, Ingenieur Sch n I er und die Monteure H 0 heust ein und au er. Schwerverletzt ist der als Passagier' mitgenommene Leutnant Freiherr v. Bleuel vom Köni- gin-Augusta-GardegrenaLier-Regiment. Auch der Segelmachermaat Müller ist getötet worden.
Berlin, 17. Okt. Heute vormittag 10 Uhr wollte Kapitänleutnant F r e p e r, der Führer des Luftschiffes, eine Probefahrt mit dem Schiff machen, an der auch Korvettenkapitän Beh- nisch, der neue Leiter des Marineflugwesens, der nach dem Tode des bei Helgoland ertrunkenen Korvettenkapitäns v. Metzing dessen Posten übernommen hatte, teilnahm. Der sBallon, der nur schwach gefüllt war, da er sich in geringer Höhe halten sollte, wurde aut das Feld heraus gebracht. Der Flieger Scherst umkreiste mit seiner Maschine gerade den Flugplatz, als „L II" in die Höhe stieg. Ordnungsgemäß erhob sich ,,L II" bis auf etwa 150 Meter Höhe, machte eine Schleife über dem Felde und wandte sich dann in westlicher Richtung nach sSrib, um von dort aus über Berlin nach Döberitz zu fliegen. Plötzlich schlägt aus der vorderen Maschinengondel eine helle Flamme empor. Wie eine Rakete sckwß ein feiner Flammenstreifen bis zur Mitte des Schiffes. Dann folgte eine furchtbare Detonation, ein Krach, der so stark war, daß in allen Straßen Johannisthals und sogar in den benachbarten Orten in Rudow und Treptow alle nach dem Felde zu gelegenen Fensterscheiben auf eine Entfernung bis zu zwei Kilometer zertrümmert wurden. Dann barst das Luftschiff. Eine ungeheure Flamme schoß 20 bis 30 Meter zum Himmel empor. Im nächsten Augenblick sah man unförmliche Klumpen Eisenstücke, Leinwand und Körperteile von menschlick^en Körpern durch die Luft fliegen. Das nachte Aluminium- ge rippe flog noch zwei, bis drei Sekunden etwa 30 bis 40 Meter weit durch die Luft, da die Motoren noch immer arbeiteten und die Propeller sich drehten. Dann schoß das S-Iß r a cf senk - recht zu Boden. Sofort eilten Hunderte von Personen auf Wagen und Fahrrädern mit Beilen, Aexten und Spaten bewaffnet auf'das Feld, um zu helfen, um zu retten, was noch zu retten war. Born Flugplatz her schossen die Automobile in schärfster Fahrt cran, jedes trug 10 bis 12 Mann der Marinedetachements, die bereits mit allen Rettungsmitteln versehen waren. Die Trümmerstätte bot einen furchtbaren Anblick. Auf den ersten Blick erkannte man nichts als einen wirren, gen Himmel ragenden Berg von Aluminiumröhren und Spanten, zwischen denen sich unentwirrbar Tausende von Drähten hindurchzogen. Der ganze Platz war von Tausenden von Neugierigen umsäumt,, die dicht gedrängt in atemlosem Schweigen das Bild der Verwüstung umstanden. Alle nur verfügbaren Gendarmen waren herangezogen worden, um dem Militär bei der Absperrung des Trümmerfeldes durch dicke Stricke zu helfen. Die Leichen waren zur Unkenntlichkeit entstellt und zerschmettert.
L n f t sch i f f ka p i t än Gl und, der bei der Katastrophe seinen Tod fand, war am 22. Oktober 1875 geboren. Er ist aus der Handelsmarine hervorgegangen. Bis vor wenigen Jahren war er Offizier beim Norddeutschen Lloyd, wo er längere Zeit als Kapitän dem Lloydschulschisf Vorstand. Im Januar 1911 trat Glund zum Luftschiffbau Zeppelin über und wurde noch im gleichen Jahr Führer. Bekannt ist feine Reise mit einem Milttärluftschist nach Luneville. Kapitän Glund war verfönlich mit dem Grafen Zeppelin befreundet. Zeppelin lernte Glund auf der Reise nach Spitzbergen kennen, wo dieser als erster Offizier aut der „Mainz" tätig war: auch der nachmalige Kapitän Blew, der Führer der „Viktoria Luise", wurde auf dieser Tvahrt für die Zepvelinsache gewonnen. Kapitän Glund war ve.heiratet: er hinterläßt Frau und zwei Kinder'.
Korvettenkapitän Behnisch ist 1891 in die Marine ein- getreten: er war seit 1999 Korvettenkapitän und Dezernent im Reichsmarineamt für das Lufttahrwesen der Marine. Früher war er Navigationsoffizier auf der staiferjacht „Hohenzollern" und später Kommandani des Kanonenboots „Panther" an der westafrikanischen Küste. Er war unverheiratet. Kapitänleutnant Frey er ist bei der Marine 1899 eingetreten und war Kapitänleutnant seit 1909. Er war früher persönlicher Adjutant des Prinzen Adalbert von Preußen und war zugleich mit diesem an Bord eines Torpedobootes kommandiert. Er hatte mit ihm die Marineakademie besucht. Nach Verlassen der Akademie wurde er ins Reichsmarineamt kommandiert und 511m Kommandanten des Marineluftschisfes „L II" ernannt. Er war verheiratet. Korvettenkapitän Behnisch stand im Anfang der 40er, Kapitänleutnant Frey er im Anfang der 30er Jahre.
In dem Augenblick des Unfalls des „L 2" spielten Schulkinder der Mädchenschule in Johannisthal auf der Wiese, als fast unmittelbar über ihnen die Explosion erfolgte. Zunächst starr vor Schrecken stoben die etwa 10jährigen Kinder in unbeschreiblicher Angst auseinander und flohen in die Schule. Die Eltern mußten gerufen werden, um ihre zitternden Kin-
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der, die sich nicht allein auf die Straße wagten, nach Hause .zu geleiten. Die sMetallteile des Fahrzeuges waren wie elastische Körperchen zusammengcknäult.
Johannisthal, 17. Okt. Ein Augenzeuge berichtet: Wir suchten die Verletzten aus dem Trümmerhaufen heraus- zuziehen. Die Rcttungsarbciten waren sehr erschwert durch die glühenden Drähte und brennenden Aluminiumteilc. Wir zogen die Verunglückten aus den Flammen und legten sie auf die Wiese. Einer war sehr schwer verletzt und schrie wie wahnsinnig vor Schmerzen. Hülfe war jedoch bei ihm nicht mehr möglich. Ein anderer, der in den letzten Zuckungen lag, verschied in wenigen sMinuten. Ein Kapitän-Leutnant, der herausgezogen wurde, war ebenfalls tot. Bei fünf anderen, konnten wir feststcllen, daß nur die Füße verbrannt waren, während der Kopf und die anderen Körperteile schwere Verletzungen aufwiesen. Noch schwieriger gestaltete sich die Arbeit bei der vorderen Gondel. Jede Hilfe war beim besten Willen unmöglich. In der vorderen Gondel sah ich einen vollkommen verkohlten Menschen stehen. Wegen der zu großen Hitze haben wir unsere Bemühungen vorläufig einstellen müssen.
sBerlin, 17. Okt. Der Reichskanzler richtete an Großadmiral v. Tirpitz folgendes Telegramm: „Tieferschüttert durch die Trauernachricht von dem Verluste des L. 2 spreche ich Eurer Exzellenz und der Kaiserlichen Marine meine herzlichste Teilnahme aus. Eure Exzellenz bitte ich gleichzeitig, auch den Hinterbliebenen der Besatzung, die im Dienste des Reiches den ehrenvollen Soldatentod fand, den Ausdruck meines Beileids übermitteln zu wollen. Bethmann-Hollweg."
Berlin, 17. Okt. Bezüglich der Besitzverhältnisse des verunglückten Luftschiffes „L. 2" wird uns von unterrichteter Seite folgende Auskunft gegeben: Jedes Luftschiff hat, bevor es in den Besitz der Marineverwaltung übergeht, zunächst eine Anzahl sogenannter Werftprobefahrten zu erledigen, auf denen die allgemeinen Einrichtungen nutz die gesamte Brauchbarkeit des Luftschiffes erprobt werden. Diese Werftprobefahrten hatte „L. 2" hinter sich gebracht und ist am 20. September daraufhin von der Marineverwaltung in Besitz genommen worden, aber nur unter einem Vorbehalt, der während der weiteren sogenannten „Marineprobefahrten" üblich ist. Während dieser Periode ist die Marineverwaltung in der Lage, gewisse Abänderungen, die noch als notwendig erscheinen, zu verlangen unb von der Erfüllung dieser Forderungen bleibt die endgültige Uebernahme abhängig. In diesem Stadium hat sich „L. 2" befunden, der also im Besitz der Marineverwaltung! unter dem üblichen Vorbehalt gewesen ist und in solcher Lage bis zur gänzlichen Erledigung der Probefahrten verblieben wäre.
Frankfurt a. M., 17. Okt. Die Direktion der Deutschen Luftschiffahrtaktiengesellsckaft hat aus Anlaß des Unfalls des Marineluftschiffs „L 2" angeordnet, daß am morgigen Tage mit ihren sämtlichen Luftschiffen keinerlei, Fahrten stattfinden sollen.
München, 17. Okt. Graf Zeppelin traf heute mittag von Friedrichshafen hier ein. Er erhielt zufällig am Hauptbahnhofe die erste Nachricht von dem Unglück des Marineluftschisfes „L. 2". Er setzte daraufhin seine Reise nach Leipzig zur Jahrhundertfeier nicht fort, sondern fuhr sofort nach Friedrichshafen zurück.
Krei s krankenhaus Britz bei Berlin, 17. Okt. Leutnant Frhr. v. Bleul ist heute nachmittag 5.20 Uhr an den Folgen der schweren Brandwunden und den Verletzun« gen der Rückenwirbel gestorben.
glich. Dann erfolgte eine Detonation, daß die Fensterscheiben unseres Schleppens platzten und wir dur chden furchtbaren Luftdruck ganz benommen waren. Im nächsten Augenblick saßen wir, ohne zu überlegen, ganz mechanisch, in Hirt Hs Automobil und jagten durch den Hinteren Ausgang über das Feld. Zn kaum drei Minuten maren wir als die ersten an der Unfallstelle. Ter Anblick, der fich uns bot, war so entsetzlich, daß er sich kaum beschreiben läßt. In der Hinteren Gondel saßen Menschen, die sich in Flammen wandten und zuckten. Ein Offizier schria furchtbar um Hilfe und versuchte sich zu befreien. Umsonst! Untätig mußten wir da bei stehen und die armen Menschen verbrennen sehen. In'unserer Ratlosigkeit eilten wir nach dem s-8orber- tcil. Hier kamen wir besser an die Gondeln heran und konnten mit Hilse mehrere inzwischen herbeigeilter Mechaniker und Arbeiter drei Menschen hervorziehen, die noch lebten. Zwei gehörten zur Besatzung; einer war ein Offizier von der Armee. Ter eine Matrose, der über und über verbrannt war, stöhnte furcht bar, schlug aber nach einer Weile die Augen aus und schrie: „Schlagt mich tot, ich leide zu sehr." Ter andere kam ebenfalls wieder zu sich und sagte: „Meine Frau, mein Kiiid!" dann verschied er. Wir schafften die noch lebenden und die Toten in einen
en ml-luit und Verdauung mein an, daher tdinellere Hail bei größerem Schlacht* gewicht.
ereil zu haben. Ulan ver* |e Itels „Zuerg-morke" und : üdi vor Ffi.khu.igen. Wit in Packucgen mit neben- Hebender Sdiufcmatke
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Dberhefsen
Amtlicher Bericht.
Berlin, 17. Okt. Tas Marineluftschiff „L II" befindet sich seit seiner Uebernahme durch die Marine im Probesahr tverbältnis und sollte heute vormittag um 8 Uhr zu einer in den Abnahmebedingimgen vorgesehenen kurzen Höhenfahrt von Johannisthal aus aufsteigen. An Bord befanden sich außer ber ctatsinäfiigen Besatzung, dem Kommandanten, dem Ingenieur rind 13 .Mannschaften, vom Reichsmarineamt die Luftt'chiffabuahme- fommiffion, von der Zeppelinwerft ein Luftschiffkapitän, ein Ingenieur und zwei Monteure, ferner ein Kapitänleutnant als Koni- inandantenschüler und ein Armeeoffizier als Gast, im ganzen 28 Personen. Um das dur-ch dos Muahmepersonal von Marine und Werft bedingte Mehrgewicht auszugleichen, waren iüns Personen der normalen Besatzung und Ausrüstungsgegenstände zurückgelassen worden. StUrs nach 8 Uhr vormittags wurde das Luftschiff aus der Halle geholt, und stieg nach sorgfältiger Erprobung aller Teile, vor allem der Motore, um 10 Uhr 16 auf. Es erreichte rasch eine Höhe von etwa 200 Meter. Um 10 Uhr 19 wurde von zuverlässigen Personen beobachtet, daß im ersten Drittel der vorderen Motorgondel eine Flamme entstand, die schnell das Vorderschiff bis zur Spitze in Brand setzte. Das Feuer breitete sich schnell nach hinten aus und zerstörte die äußere Hülle. Für einen kurzen Augenblick waren die hinteren Gaszellen noch unverletzt sichtbar, um dann aber gleich vom Feuer ergriffen zu werden In höchstens zwei bis drei Sekunden stand das ganze Luftschiff in Flammen und man hörte eine Erploswn ans etwa 700 Meter Entfernung. Gleichzeitig senkte sich das Luftschiff und fiel zunächst horizontal, dann sich langsam mit der Spitze nach unten neigend bis auf etwa 40 Meter .hohe zum Erdboden. Hier erfolgte eine zweite Explosion, wie aus dec schwarzen Rauchentwicklung zu schließen war, vermutlich von Benzin herrührend. Bei dem Aufprall auf den Erdboden erfolgte eine dritte, jedoch schwächere Explosion. Tas Geripve stürzte in sich zusammen.
Haltemannschaft der Marineluftschiffabteilung eilten nach der etwa 700 Meter Entfernung an der Rudower Chaussee gelegenen llnfallftellc Hier waren schon Mannschaften einer ut der Nahe übenden Pionierabteilung eingetroffen. Mit diesen zusammen wurden die Bergungsarbeiten aufgenommen. Aerztliches Perlonal war sofort zur Stelle. Nach kurzer Zeit encbien auch die Johannis-- chaler Feuerwehr und mehrere Krankenauromobrle der A-E.-G. Von den Insassen des Luftschiffes wurden zwei von den Mannschaften außerhalb der Trümmer vorliegend vorgesunden. Aus ben kümmern selbst wurde schwer verletzt Leutnant Freiherr von Bleuel befreit. Sämtliche übrigen 25 smafien wurden nach n»d nach in den Mmrncru aufgefunden. Sie gaben Tein Lebens- yjtAoM nrebr von sich. Von deii obigen drei Ueberlebenden starb zerchen mehr Ulfe, ,toeitc aut bcm Transport ins Krankenhaus Britz wo Leutnant Freiherr von Bleuel als einzig Ueb eck eben der mit lebensgefährlichen Verbrennungen darmedcr- S ilbmen im Luftschiff befindlichen find noch wahrend de^Ab^rzes oder mindestens bei dem Aufprall getötet worden r® J?1Sn Toten außer Verbrennungen schwere Vecketzunaen herBirWuIc und Schädelbrüche ausweilen. Tie NnfaMckL wurde sofort militärisch abgesperrt und betrag Aus ^n Tvifiberiaen Beobachtungen ergibt sich zunächst, daß die Ur- Unfalles in einer Entzündung zu suchen ist, die nicht fache des Unfanes^ „0^, fonbcrn in obcr über der vorderen itn x$nnern b - ~ nnrd versucht werden, durch genaue
Motorgvndel en s ^eberbleibsel über die Entstehungsursache Ge-
Käs“ & «« s Vaterland gelassen haben. _
Merlin 17 Okt. Ein Augenzeuge der Lustschmkatastrophe stand mit Sjrtl), der 6^. e ei diesem Augenblick
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Thronrede des Königs von Serbien.
Belgrad, 17. Okt. Der König hat die ordentliche Session der S k n p s ch t i n a heute vormittag durch eine Botschaft eröffnet. Sie gedenkt der im Kriege gefallenen Helden und der Befreiung unterdrückter Brüder, sowie der Beseitigung der territorialen Schranken zwischen Serbien und Montenegro durch die Taten der serbischen Armee, die Eröffnung eines Zuganges zur Adria und zum Aegäischen Meere und die Verdoppelung des Staatsgebietes. Tiefe Erfolge stärkteir das Selbstvertrauen des serbischen Volkes und wiesen ihm einen Ehrenplatz unter den Völkern an. Das neugegründete Albanien verstehe seine Nachbarpflichten nicht. Es sei jedoch gelungen, die Angreifer rasch abzuweifen. Die Skupschtina habe sich nunmehr mit dem Budget, der Jnvalidenverfor-i gung, den finanziellen Folgen des Krieges, der gesetzlichen Regelung der Verhältnisse in den neuen Gebieten und her Vermehrung der Wehrkraft zu beschäftigen.
C e t i n j e, 17. Okt. Nach amtlichen Meldungen scheinen sich die Albanese n gegen den Drin zurückzuziehen. Die Nachrichten von Kämpfen in der Gegend von Tuzi entsprechen nicht der Wahrheit.
Ko ritz a, 17. Okt. (Meldung der Agence d'Athönes.) Die Serben überschritten die albanischeGrenze und besetzten die Dörfer Kljetsche und Veheani. Sie dringen sieg-, reich gegen Elbassan vor.
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