:1 cd en bet Bedeutung fixe Oie Führung brächten, hätten ihren Zweck erfüllt.
Beim Train werden 20 neue Kompagnien gefordert und die Vermehrung von 25 auf 26 Bataillone. Ein na» tionallibera ler Vertreter regt an, eine Hebung d e S A n s c h c n s,'d c s Trains sh erb eizuführen, etwa durch feine Angliederung an die Verkehrs truppen. In Anbetracht der -Wichtigkeit sollte man jedenfalls dafür sorgen, daß der Offiziersersatz für den Train nicht Not leide. ES werden übrigens auch Zweifel geäußert, ob gerade der Train nicht auch nach der Turchführung der Heeresvermehrung doch noch nicht voll feiner Aufgabe ge- wachsen sein würde; ob die schwachen FriedenskaderS des Trains in der Lage fein werden, die außerordentlich zahlreichen Kriegsformationen auszustellen, könne man bezweifeln. Der Balkankrie^ habe gezeigt, daß Versäumnisse auf diesem Gebiete sich bitter rächen.
Generalleutnant Wandel gibt zu, daß von verschie denen Seiten schon die Einreihung deS Trains unter die Vertehrstruppeu gefördert worden fei, sie stoße aber auf Bedenken. Der Train werde in alten Armeen besonders gegliedert. Tie Offiziere und Mannschaften der Verkehrstruppe sollen technisch gebildet sein, während die mechanischen Aufgaben des Trains eine andere Ausbildung erfordern. Ein nennenswertes Manko an Offizieren beim Train bestehe nicht; man habe ernstlich geprüft, mie weit man mit der Vermehrung gehen müsse. Die Grenzen dafür feien gegeben durch die Unsicherheit, wie sich das K r a f t f a h r w es e n weiter verändern werde, ob etwa die Kraftwagen den Truppen bis in die erste Linie folgen können. Mit Rücksicht darauf sei es nicht zweckmäßig, den Train zu der mehren: man glaube aber, daß man die notwendigen Mannschaften aus den anderen Waffengattungen bekomme. Die Erfahrungen des B a l k a n k r i e g e S können nicht ohne weiteres übertragen werden, da eß' sich dort uni ganz besonders schlechte Verhältnisse gehandelt hat
Ein Zentrumsmitglied stimmt den nationalliberalen Anregungen auf eine Hebung des TrainS zu; es sollte mindestens der Name geändert werden.
Von nationalliberaler Seite werden die Aus- führungen der Regierung s Vertreter für noch nicht durchschlagend erklärt gegenüber den Bedenken, ob die Verpfle gung unserer Truppen sichetgestellt sei. Es müßten doch bei den Manövern eingehende Versuche gemacht werden. Der Kriegs Minister will zwischen Ausbildung und Verwendung des Trains unterschieden wissen. Für den Trainoffizier ist wesentlich die Kenntnis des Truppen dienftes. Man glaube, daß man die Offiziere des Be urlaubtenstandes hierfür verwenden könne. Bei den Verkehrstruppen möchte er eine Erweiterung nicht empfehlen, es käme hier eher eine Teilung in Frage. Man bemühe sich andauernd um die Hebung des Trains, aber es sei eben immer das im Wege, daß der Train keine fechtende Waffe sei; bei den Manövern könne man nicht alles üben.
Ein nationalliberaler Antrag will die Umwandlung der Bezeichnung „Train" in „Ver- kehrsbataillone". Ein sozialdemokratisches Mitglied bezweifelt, daß das Intendanturwesen bei n'ns auch nur einigermaßen seine Aufgabe erfülle. Es müsse hier endlich reformiert werden; die Erfahrungen mit der Intendantur im süwestafrikanischen Feldzuge seien noch in frischer Erinnerung. Es fei ganz falsch, wenn auf den Train heruntergesehen werde, weil er keine fechtende Waffe sei.
Der Kriegs Mini st er wendet sich gegen den Antrag der Nationalliberalen. Er sei förmlich nicht zu lässig, da dann im Reichsmilitärgesetz deswegen der Gesetzestext geändert werden müßte. Der Begriff „Verkehrsbataillone" würde Verwirrung Hervorrufen. Die An griffe gegen die Intendantur seien nicht berechtigt.
Der nativ n all iber ale Antrag wird zurückgezogen und dafür eine Entschließung Bassermann - Erzberger - Semler eingereicht, „Maßnahmen zu treffen, um den Train z u heben, auch eine Namensänderung in Erwägung zu ziehen und die volle Leistungsfähigkeit des Trains für den Krieg sich'er- zu st e llen."
Die Mehrforderungen für den Train werden bewilligt- Die Dauer der Dienstzeit.
Nach der Mittagspause nahm der Budgetausschuß zu näckist die am1 Schlüsse der Bormittagssitzung gestellte Ent- schließung Bass ermann-Erzberger an. Sodann erfolgte die Beratung und Beschlußfassung über die Ent schließiingen und Anträge, die'zu dem Gesetz über die Friedensstärke gestellt sind. Die So zi aldemvtraten begründen ihren Antrag auf gesetzliche Herabsetzung der Dauer der Dien st p flicht im stehenden Heere für sämtlich c M annschaft e n a u f ein Jahr. Es könnte durch Beseitigung überflüssiger Dienstobliegenheiten ganz wohl zu der Mrzeren Dienstzeit übergegangen werden.
Herabsetzung der DiyMeü. rechtfertigen. Dir Ein^:
Ein Volks parteiliches Mitglied begründet eine Guts chließung auf zunächst versuchsweise Einführung einer zweimaligen Rekruten ein stellun g im Iahre, im H erb st un d i m Frühjahr, bei je einem Infanterieregiment jeder Division und bei je einer Kompagnie jeden I ä g e rb a t a i l l v n s mit Beurlaubung der Mannscl-asten schon nach achtzehn monatig er Dienstzeit Die Einführung des Ei n j ährigen d ien st e s nach den Vor schlügen der- Sozialdemokratie sei undurchführbar 'Die neue Entschließung sei eine praktisckie Ausgestaltung dcr ursprünglichen Entschließung der Freisinnigen, die eine Erleichterung und Abkürzung der Dienstzeit durch spätere Einstellung oder frühere Entlassung der Mannschaften an reRte und die Vorbereitung einer gesetzlichen Verkürzung 1 cr Dienstzeit für das stehende Heer entsprechend der besse reu geistigen und körperlichen Ausbildung der Jugend.
Krr-egsmiuister v. Heering en erwiderte, die Aus- blldnna sei zu </Ä nur auf Heranbildung von tüchtigen Eharakteren und mir das Gerecht zugeschnitien. Das geringe 'Katz zur EriwKierarlsbildung sei unentbehrlich und werde m ieder tüchtigen Armee hoch gehalten wie in der Schweiz 'U'd Amerika. Auch in F r a n Frei ch sei einer qe mjltii ^ldlassigkeii der Straffheit energisch entgegen- getreten und die Di.k;iplin als erfk Anforderung hiiigesiellt worden. Die zweiiahrige Tunsizcit fei nur mit der größten Aufopferung des Äusbildungsnei noch weiter herunterKUgeben, ; abgesehen davon, d a y d c r
onols durchzuführen Jetzt sei nicht zu verantworten, ganz . - •-v. .'. Zeitpunkt angesichts
«der Rückkehr zur d r e i, lU; r i g e n Di e ii st r e i t i „ Frankreich der denkbar ungeeignetste scr Der Jugendbewegung werde lebtzajie Förderung r
Jbie Resultate dieser Bewegung können keines,aus -ii
rigen seien Leute von besonderer Vorbildung, die von besonders tüchtigen Lehrern ausgebildet seien. Daraus eine Folgerung für allgemeine Einführung der einjährigen Dienstzeit ziehen zu wollen, sei in keiner Weise berechtigt.
Es gehen weiter zweiEntschließungcn Bassermann ein. Die eine ersucht den Reichskanzler, der Entwicklung in der Armee, die in wachsendem Maße zu Regimentern mit ausschließlich oder überwiegend adligen Offizierkorps geführt hat, entgegenzuwirken. Die andere ersucht den Reichskanzler, dahin zu wirken, daß ein ständiger Austausch zwischen den Offizierkorps der Grenzregimenter sowie der unter ungünstigen Lebensbedingungen stehenden Garnisonen und den in großen Städten und unter bevorzugten örtlichen Verhältnissen garnisonierenden Truppenteilen stattsindet.
Einstweilen wird über eine Reihe anderer Entschließungen abgestimmt. Ab gelehnt wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten der Antrag dieser Partei, durch den die besonderen Vorschriften für das Gardekorps und die sonstigen Eliteformationen, die diese von den übrigen Truppenteilen unterscheiden, aufgehoben und ferner, daß für jede Waffengattung ausschließlich eine einheitliche Feld- uniform zulässig sein soll.
Ab gelehnt wird ebenso, hier gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Volkspartei, die fortschrittliche Entschließung über die versuchsweise zweimalige Rekruteneinstellung, mit Beurlaubung nach achtzehnmonatigem Dienst bei einzelnen Truppenteilen. Desgleichen werden ab gelehnt Entschließungen der Fortschrittler auf Erleichterung und Abkürzung der Dienstzeit durch spätere Einstellung ober frühere Entlassung der Mannschaften, Vorbereitung einer gesetzlichen Verkürzung der Dienstzeit nsw.
Angenommen wird dagegen eine weitere Entschließung der Volkspartei, die den Reichskanzler ersucht, dafür zu sorgen, daß in allen deutschen Bundesstaaten die Wehrfähigkeit der Jugend durch eine bessere körperliche Ausbildung gehoben wird, und daß alle Verbände, die der körperlichen Erziehung der Jugend sich widmen, in dem Bestreben unterstützt werden, durch systematische körperliche Hebungen die schulentlassene Jugend für den Heeresdienst vorzubereiten.
Es folgt eine längere Aussprache über die Entschließung Erzberger, die sich auf den
Einjährigendienst bezieht. Der Begründer des Antrags führt aus, es gebe verschiedene Schulausbildungen, die durchaus gleichwertige Ausbildung garantieren, wie die bisher berechtigten. Zweitens handle es sich darum, zu prüfen, ob nicht in Ansehung des Offiziersmangels die Einjährigen noch eine Zeit- lang zurückbehalten werden und bann Offiziersdienste tun.
Generalleutnant Wandel erklärt, daß bic Militärverwaltung durchaus bisher schon in der Richtung dieser Entschließung tätig war.
Ein Vertreter der Sozialdemokratie wendet sich gegen die Entschließung, obwohl sie zunächst annehmbar scheine. Die Leute, die auf Grund der Erleichterungen dienen, stehen in eigentümlichen Verhältnissen. Die Schaffung neuer Privilegien sei kein Vorteil für die betreffenden Schulen, z. B. die Kunstschulen. Die Annahme von Erleichterungen wird auch nur die endgültige Beseitigung des Privilegiums verzögern.
Ein konservativer Redner erklärt die Zustimmung zu der Absicht, eine Erweiterung der Zulassung zu ermöglichen. Aber das', man au5_ dem Antrag auch wiitergehende Wünsche heraus- lesen könnte, stimme er gegen die Entschließung.
Ein nationalliberales Mitglied äußert sich zustimmend, zumal da bei Durchführung dieser Entschließung eine Entlastung der höheren Schulen von einem ganz unnötigen Ballast eintretcn könnte, die für den ganzen Schulbetrieb wünschenswert wäre. Auch eine eventuelle Verlängerung der Dienstzeit der Einjährig-Freiwilligen über das Jahr hinaus zur Ausübung von OfsizicrSdienst sei feiner Partei sympathisch.
D i e Entschließung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokratie und zweier Bvl kspartei- l e r angenommen, ein Volksparteilcr stimmt dafür.
Zur U n i s o r m f r a g e führt ein Sozialdemokrat aus, die heutige Uniform fei nicht zweckmäßig. Es können auch bei einfachen Uniformen schmucke Kleidungsstücke geschaffen werden. Ein Zentrumsmitglied erklärt, daß seit der Hauptaussprache festgestellt sei, daß es sich bei den Neuanschaffungen von blauem Tuch um ganz minimale Quantitäten handle, um eine Ausgabe von 100 000 Mk. Damit sei die Entschließung unnötig.
Die Sozialdemokratie halte jedoch ihren Antrag aufrecht. Es sei ja erfreulich, daß die Verwaltung seit der Haupt- a u S s p r a ch e sich entschlossen habe, keine n e u e n "Anschaffungen in blauem Tuch zu machen, aber der Antrag der Sozialdemokratie wolle dafür sorgen, daß jede Waffengattung eine cinheitüdK Uniform bekomme.
Der Kriegsmini ft er erläutert die Bedeutung der Abzeichen. Der Preis der sogenannten „Kinkerlitzchen" werde überschätzt, er betrage nur 12 Pfg. pro Mann und Kopf.
Außer dem schon vorher abgelehnten Antrag der Sozialdemo- l'vaten wird noch die Forderung, daß für jede Waffengattung ausschließlich eine einheitliche Feld uniform zulässig sei, ab = gelehnt. Dagegen wird die fortschrittliche Entschließung angenommen, den Reichskanzler zu ersuchen, angesichts der erneuten Vermehrung der Wclnlast, dahin zu wirken, daß endlich die z n g e s a g t e n Ersparnisse aus anderen militärischen Gebieten gemacht werden, insbesondere u. a.: a) durch CrinfüIrrung einer kriegsgemäßen, einfachen und einheitlichen Uniform für Krieg und Frieden; b> durch den Ersatz von aktiven Offizieren für olle Stellen, für welche die Felbdiensttauglichkeit nicht mehr die unbedingte Voraussetzung ist, durch inaktive Offiziere; c > durch Reform unseres P e n s i o n i e r u n g s s y st c m s in dem Sinne, daß Offiziere, die für ihre Stellen noch vollkommen geeignet sind, nicht deshalb pensioniert werden, weil ilyr Nach- mann sie überivningen har.
Die privilegierten Regimenter.
Von sozialdemokratischer Seite wird besonders die Rekrutierung des Gardekorps aus allen Landesteilen Ixxnutaudcl, was dazu führe, daß seine Mobilmachung um mehrere (Tage verzögert werde. Ein v o l ks p a r t e i I iches Mitglied wendet sich gegen die das Heer und das Offizierskorps zerreißende Bevorzugung der Garderegimenter. Ein Zentrumsmitglied spricht miS verfassungsmäßigen Gründen gegeii den iozialdemo» kratischen Antrag, der gegen Art. 63 der RciäxSverfanung vor äoße: cr sei auch praktisch nicht ganz so leicht durchzuführen, icdemalls nicht bis 1. Oktober. Das 3 ent rum werde für die uationalliberalen Anträge stimmen. — 'Ein n a t i o n a 1 l3 b e - raler Vertreter- bezieht sich zur Begründung seines Antrags auf uielfrtrfx frühere t'lusführangen im Plenum und im Ausschuß Es müsse einmal eine 9bndcrnug kommen. 37,2 Proz bringen cs durchschnittlich zum Major, m der Garde aber 81 Proz Bedenklich sei, daß d i c f e E n t mi ck l un g der Trennung i n adlige und bürgerliche Regimenter immer roeitcrc Fortschritte gemacht habe, so z. B. im badischen und hessi I ch C n K o u t i n g cm. Selbstverständlich machen diese Dinge in der A r m ee selb it böscsBlut also sckwn im Interesse der Armee muß eine Aenderung erfolgen.
Der Nrie a s miui fte r crmibin, daß ine künstliche Er- *eiignn<i von adligen Regimentern nicht bcbmnnct werben rmniv; man bemühe sich, Wandel zu schiffen. Homogenität dürfe 'urürlich nicht durchbrochen werden. Der .Kriegsminister führt gegen den Vorredner Beispiele von Regimentern an. in welcknm °* Vcuzentwr. orr adligen Offiziere nachgelassen hat. Der Antrag 1 der Sozialdemokratie verstoße wider den Artikel 63 der Rcict-H-
rerfanung, der von brr Kommandogewalt des Kaisers handelt. Da^ Gardelorps sei im übrigen eine Notwendigkeit: die Elitetruppe habe im Kriege 1870 1871 gezeigt, was sie leisten könne.
Die Beratung wird hier abgebrochen nnd die Mstimrnung. über diese und die anderen bisher noch nicht erledigten Entschließungen der weiteren Beratung Vorbehalten. Es wurden im Verlause der heutigen Sitzung zum Heeresergänzungsctat
erneute weitgehende Stre-chnngsanträge des Zentrums verteilt, anfänglich in so wenig Exemplaren, daß sie sofort vor-, griffen waren. Es sollen danach gestrichen werden: Neben fünf Jntendanturrätcn und zwei Jntendanlurafsessoren in der Jitten- dantur etwa 7500 Mk., d. i. die Hälfte der Neuforderung, ferner die Hälfte der sechzehn Kriegsgerichtsräte und geforderten Hilfs- Personen, sodann 1008 Leutnants und Oberleutnants nebst allen Konsepuenzen, weiter sämtliche angeforderte dreizehn Regimentskommandeure bei den De- zirkskommandos, sodann 10 4 4 Unteroffiziere, auch hier mit allen Konseguenzen.
Neben der schon erwähnten Entschließung des Zentrums über eine Reform des Einjährig-Frei willigen dien st es im Sinne einer Erweiterung und Erleichterung der Zulassung, spricht es in einer weiteren Entschließung die Erwartung aus, daß die Beschaffung des Kriegsmaterials tunlichst durch die reichscigencn technischen Institute er- solge. Auch diese Entschließung sowie die Streich'.ingsanträgc des Antrages werden erst in her weiteren Beratung verhandelt werden.
3m österreichischen Äbgeordnetenhanse
wurde am gestrigen Dienstag der vorläufige Haushaltsplan für die zweite Hälfte des Jahres von der Regierung eingebracht. Bei dieser Gelegenheit hielt der Miniftcrpräfibent G5raf Stür gkh eine Rebe, in ber er eingehenb auf bie von Oesterreich-Ungarn währenb ber Balkanwirreu verfolgte auswärtige Politik zu sprechen kam. Er besprach! sehr ausführlich bie bekannten Ereignisse unb fuhr bann fort:
Getragen von ben patriotischen Gefühlen ber weitesten Kreise der Bevölkerung unb ber opserfrenbigcn Bereitschaft, feiner trefflichen Arm^ee konnte Oesterreich-Ungarn gegen-. über ben Schwierigkeiten ber internationalen Lage seinem' Willen Geltung verschaffen, so baß Montenegro sich schließ-' lich in richtiger Erkenntnis ber eigenen Interessen dazu: verstand, den Beschlüssen Europas nachzukommen unb SFu-; tari ben Mächten zu übergeben. ;
Derzeit ist Aussicht vorhanden, daß der Friede, zwischen den Balkanstaaten und ber Türkei in nicht allzu langer Zeit geschlossen wird Es Wirb Aufgabe bcs Auswärtigen Amtes fein, rechtzeitig an die Regelung ber zahlreichen, bie Balkanstaaten interessierenben Angelegenheiten zu schreiten, unter benen jene wirtschaftlicher Natur tcn weitesten Raum einnehmen. (Zwischenrufe Oesterreich« Ungarn barf wohl erwarten, baß die durchaus freundliche Haltung, die es ben Balkan Völkern gegenüber an de.m Wenbepunkte ihrer Geschichte an ben Tag legte, bei. denselben Verständnis begegnet unb entsprechende Wür-, digung findet.
Zur Zeil ist die Lage auf dem Balkan nach mancher Rich-i tung hin noch ungeklärt. Däe Entwicklungsdauer einer so epochalen Umwälzung, wie jene, bereu Zeugen wir sind, läßt sich vorher nicht übersehen noch abschätzen. Das Auswärtige Amt wirb eS sich angelegen sein lassen, auf eine tunlichst rasche Klärung der Verhältnisse im nahen Orient hinzuwirken. Dann wird auch der Moment gekommen sein, die bis jetzt notwendig gewesv- nen Verstärkungen an ber Sübostgrenze rückgängig machen zu können.
Au» StaM und fand»
Gießen, 21. Mai 1913.
• • Ordensverleihung. Der Kaiser hat dem Gefandtkn" a. D., Wirk!. Geheimen Rat Dr. Frhru. von Jenisch, die Erlaubnis zur Anlegung des Großkreuzes des Hefstschen Ludwigs- ordens erteilt.
* * Regiments fest. Arn Sonntag tagte zum letzten Male der Vorstand unb der große Festausschuß des Jubz- läumsverbanbes ehemaliger Angehöriger des .Kaffer-Wil- l)elm-Regiments in Gießen. Aus dem Bericht bes Vorsitzenden war z-u entnehmen, baß ber Verband in 52 Vereinen insgesamt 12 000 Mitglieder zählt. An Veteranen haben sich bei dem Regiment 720 gemeldet. Die Festteilnehmer» liste ist im Truck. Unter Führung des Herrn Obersten v. Trotta wurde alsdann auf dem Trieb die gesamte Pa- radeaufstellungslinie abgeigauqen, die Frontordnung unb bie Einteilung ber einzelnen Vereine in 4 Brigaden zu je 2 Regimentern beraten unb beschlossenDer Anmarsch zur Parabeaufftellung selbst muß am Fest-Sonntag Morgen bis 101/2 Uhr unb die Paradeaus stellung selbst bis 11 Uhr beendet sein. Um diese Zeit wird ber Großherzog in dem Hose ber früheren 4. BataillonS-Kaserne zu Pserb steigen um von dort aus im Schritt vor ben brei neuen bem Regiment zu stiftenden Fahnen nach bem Paradefelb zu reiten. Auf diesem Wege werben links unb rechts die Militärvereine des Hassia-Bezirks Gießen unb bie JUgenbwehr Spalier bilden. Die einzelnen Regimenter der ehemaligen 116 er stellen sich in folgenden Straßen auf: bas 1. Regt, auf Oswaldsgarten, bas 2. Regt, in der Ludwigstraße, bas 3. Regt, in ber Alieestraße, bas 4. Regt, in ber Liedigs- straße, bas Regt, in Sehiffenbergerweg, bas 6. Regt, in der Stephanftraßc, das 7. Regt, in ber Senckenbergftraße unb bas 8. Regt, auf bem Branbplatz. Die Veteranen ucrfammeln sich am Festplatz oben auf bem Trieb. Nachdem noch die Führer ber einzelnen Regimenter ernannt worden waren und eine photographische Ausnahme aller Mitarbeiter des großen Festausschusses bes Jubiläums-Ver- b an bet? auf ber Licbigshohe gemacht worben war, schloß der 1. Verbanbsvorsitzenbe Rechtsanwalt Kaufmann diese letzte Sitzung mit bem Wunsch, baß bie lose Organisation der Jubiläums Vereinigung bis zum Fahre 1916 weiter bestehen bleiben möge, bamit sich die Kameraden in diesem Fahre wieder zusammenfinden könnten, wenn das ^Regiment den Tag festlich begeht, an bem vor 25 Jahren ber Kaiser zum Ehef bes Regiments ernannt worben ist.
Der 2. hessische Schlossertag hält seinen VerbandStag am Sonntag, 1. Juni, hier im Hotel Groß- Herzog ab. Nur die Delegiertensitzung am SaniStag abend ist im Hotel Köhler.
• • Stadttheatcr. Wie schon bekannt gegeben, findet am Dienstag, den 27. Mai, ein einmaliges Gastspiel der berühmten Tanzkünstlerinnen Geschwister Wiese nthal statt, daS nur auf diesen Tag zu ermöglichen war, da c5 im Einschluß an Gastspiele in EmS und Nauheim ftnttnnben wußte. Vorauf geht die Vorführung Otto Erich HartlebenS einaktige Komödie »Die Lore". Vorbestellungen für diesen Abend, der sicher lebhaftes Interesse erregen wird, bittet man im Briefkasten deS Stadttheaters niederzulegen.
• “ 91 uS den Lichtspieltheatern. In BakofS Kammer - Lichtspielen bildet die gelungene Aufnahnie jom Prinz-Heinrich-Flug in Gießen gegenwärtig den , stärksten Anziehungspunkt. Die Aufnahmen des Prinzen sind


