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22.8.1913 Erstes Blatt
 
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Zreitag, 22. August 19(5

Erster Blatt

163. Jahrgang

General-Anzeiger für Gberheffen

Nr. <96

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"n<b!?,eT^e nmmne" Rotationrdnick und Verlag der vruhl'jchen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. ia^

bis vormittags 9 Uhr. Sefchäftspele Büdingen, vahnhofstrahe 16a. Anzeigenteil. *v. Beck.

Rußlands Rriegsaufmarfch.

Kaiser Nikolaus II. hat dem Führer der französischen Militärmission in Petersburg. Generäl I o ff re, den Alerander-Newskn-Ordcn mit Brillanten verliehen, einmal in üblicher Ehrung des Besuches, dann aber auch zum Tank für einen guten Rat. Der künftige Generalissimus der französischen Armee wies nämlich darauf hin, daß Rußland unbedingt lernen müsse, schneller mobil zu machen, vor allen, durch den Bau strategischer Eisenbahnen Aus diesen, gewiß ganz gut gemeinten Rat macht der "PariserMatin" einen Tithnrambus auf die heutige russische Armee, die im Augenblicke der kTiegserktärung schlagfertig dastehe, zum mindesten fast gleichzeitig mit der französischen Armee ausmarschiercn könne.

Diele Hymne ist nicht nur übertrieben, sondern grund­falsch und zeugt von haarstränbender Unkenntnis der wirk­lichen Verhältnisse. Das russische Eisenbahnnetz ist bekannt- h'!' im Vergleich zu anderen Landern höchst weitmaschig. Auf 10000 Quadrattilomcter kommen 90 Kilometer Bahn strecke, während man in Deutschland auf 10000 Quadrat­kilometer etwa 1000 Kilometer rechnet. Bei der großen Fläche des russischen Reiches, der dünnen Bevölkerung und den in den Kulturverhältnissen begründeten geringen Verkehrs- bediirsnissen ist diese Weitmasck'igkeit sehr erklärlich, Große Gebiete im Norden oder Osten fällen wegen ihrer geringen Besiedelung für den Verkehr überhaupt aus und nur der dichter bevölkerte industriereiche Westen Rußlands verfügt allerdings über ein verhältnismäßig engmaschiges Bahn­netz, das an acht Stellen zur deutschen oder österreichischen Grenze führt. Von den russischen Linien sind nur wenige zweigleisig, so daß die militärische Leistungsfähigkeit im Vergleiche zuni dichten westeuropäi­schen Balmnetz nur sehr gering ist; etwa 20 Zugpaare bei eingleisigem, 50 bei zweigleisigem Betrieb werden als Höchst- leistung angesehen. Ferner muß man bedenken, daß sich dem strategischen Bahnbau in Rußland trotz der meist ebenen Beschaffenheit des Geländes oft reckst erhebliche Schwierig keilen in den Weg stellen; neben den grgßen Entfernungen ist es sehr häufig das fuinpfige Terrain oder der Sand­boden oder der Mangel an Steinen bei der Befestigung des Bahnkörpers, die einen raschen Ausbau der russischen Eisen­bahn hindern. Jedenfalls muß das weitmaschige, größten­teils eingleisige Bahnnetz vorläufig stark verzögernd auf die russische Mobilmachung mirtcn. Die wenigen, zur deut schen und österreichischen Grenze führenden Stränge ver­raten bentlid) die defensive Absicht Rußlands, und die Eiscnbahnkarte läßt die überragende Bedeutung der an der Weichsel gelegenen befestigtenZentral- Position" klar erkennen. Tie Zentralposition kommt in Der ganzen Anlage zum Ausdruck; während nämlich links der Weichsel nur wenige Hauptftränge gegen Deutschland und Oesterreich führen, drängen sich rechts des Stromes die Linien um den Verteidigungsabschnitt bei Warschau zusammen. Die beiden aus dem Anstande heranführcndcn Schienenstränge: der von Alcrandrowo nach Warschau und der von Granica nach Warsck>au haben die westeuropäische Spurweite, alle übrigen die größere Spurweite. Aber die nnlitärische Bedeutung der russischen Schienenbreite ist er­heblich acsunken, seitdem der deutsche Eisenbahningenieur Breidsprccher eine Vorrichtung konstruiert hat, die die Benutzung der Wagen mit westeuropäischer Spurweite auf

russischen Bahnen ermöglicht. Nach der Stirnseite der Zentralposition führen nun vier Linien aus dem inneren Rußland heran, nämlich von Petersburg, von Bologoje, von Moskau und von Kiew (b^c letztere sogar einglersia». Als Querverbindungen in diesem Raunte recksts der Weichsel dienen vier zum grüßten Teil eingleisige Linien. Durch das weite Gebiet links der Weichsel führen nur zwei Verbin­dungen nach der deutschen Grenze: die wichtigere von Warschau über Mexandrowo nach Thorn (Berlin, die an dere von Warschau über Lodz nach Kalisch <von da nach Lisfas. Beide Bahnen sind eingleisig. Nach Oesterreich führt von Warsckmu über Petrokow und von Iwangorod über Kjelzy je ein Schienenstrang, die ganz nahe beieinander die galizische Grenze überschreiten Als Querverbindung im südwestlichen Polen dient nur eine Strecke.

Der Ueberblick über dieses Eisenbahnnetz des sog vor­deren Äriegssck)auplatzes, das im Vergleich zum benachbar­ten deutschen sehr licht erscheint, läßt erkennen, daß Ruß­land auf eine Offensive von vornherein v-rzichtet, indem es sich mit den genannten »venigen Linien begnügt, die der Grenze zustreben. Allerdings ersckgvert diese geringe Anzahl von Schrenensträngen andererseits auch einem siegreich vor- gedrungenen deutschen Heere die Einrichtung seiner rückwär­tigen Verbindung. Günstiger liegen die Verhältnisse erst für die an der Weichsel defensiv auftretenbe russische Armee; hier erscheint bic Heranziehung von Ergänzungsmannschaften aus allen Teilen des Reiches, die Zufuhr von ürieasbedürf- niffen jeder Art, auch aus den reichen südlichen Gouverne­ments und die etwa notwendig werdende Verschiebung von Truppen von einem Flügel zum andern durch die vorhan­denen Linien gewährleistet. Weil aber Rußland zur Siche­rung seiner Zentralposition stets genügend Zeit zu haben glaubt, denkt es nicht an den Ausbau strategischer Bahnen gegen Deutschland und Oesterreich. Man kann den Pariser Boulevardsstrategen nur raten, sich in diese Tinge etwas zu vertiefen. Tie politische Aussprache kann dadurch nur gewinnen.

Der Haager Zriedenrlongretz

beschäftigte sich am gestrigen Donnerstag mit den Fragen der friedlichen Vollstreckung von Schiedssprüchen, besonders mit dem Entwurf einer internationalen Polizei von dem holländischen Professor van Vollenhoven. Ter Aus­schuß des Kongresses, der den Entwurf prüfte,, schlug eine Ent schließnng vor, in welcher der Entwurf weder für praktisch »wch für opportun erklärt wird. Nach langer Beratung nahm der Kongreß einstimmig die von Fried und Prof, van Eysings oorgeschlagenc Entschließung an, daß die erstmalig aufgewor­fene (Trage einer intezuattonalen Polizei auf der Tagesordnung des folgenden Kongresses bleiben solle. Darauf nahm der Kon­greß den Vorschlag Starr und Jordan aus Kalifornien an, daß das Bureau in Bern eine Untersuchung cinleite über die möglichen Folgen von Maßnahmen zur friedlichen Vollziehung, insbesondere des wirtschaftlichen Boykotts. Ferner soll das Bureau eine Zusammenstellung von Mitteln zur Vollstreckung von Schiedssprüchen veranlassen.

Tie Teilnehmer am Friedenskongreß besuchten heute den Friedenspalast, wo die ,B ü st e v o n Hugo Grotius ent­hüllt wurde. La Fontaine hob in einer glänzenden Rede hervor, der Palast sei das Ergebnis von dessen pazifistischen Be­mühungen. Der Kongreß sandte an Carnegie ein Huldigungs­telegramm ab.

rühren, weder Pudding ganz uns erwärmt

Liber bald

lung und dem Magistrat einen neuen Antrag unterbreitet, der dahin geht, daß die Stadt eine selbstschuldnerische Bürgschaft von 700000 Mk. übernehmen möchte. Tas Theater soll nun

T a s S pandauer Stadttheatervrofekt. Aber­mals ist die Frage des Baues eines Stadttheaiers für Spandau in ein neues Stadium getreten. Nachdem das anfängliche Bau Programm mehrfach umgeändcrt worden und die Finanzierung des Unternehmens wiederholt auf Schwierigkeiten gestoßen war,

Scott auf dem Wege zum Pol.

Ein ergreifendes Bild von dem tragischen Ringen um die Eroberung des Südpotes geben die neuen Abschnitte aus dem T a g c b u ch e Scotts, die imJournal" veröffentlicht werden und die lehren, von Bangen und Hoffnungen erfüllten Tage vor der Erreichung des so bitter erkämpften Zieles schildern. Längst liegt das Sänff weit hinter der kleinen Gruppe von Wannern, die mühselig und doch uiwerdrosfen bie schweren SMitten durch die Dclt bce. einiger. Eises über Klippen und Hänge voranschieppen, unermüdlich gegen Süden. Das Sctnckfal macht Scott und seinen Gefährten ein W c i hn a eh i s g e sch en k, am Weihnachtstage wer den a ii» einige Zeit die Geländeschwiemgkeiten geringer, und freudig feiern die dein Tode f'knvibten sogar ein kleines FestAm Nachmittage," io berichtet Scott,nach einem durch allerlei Lecker hissen wie Schokolade und Rosinen gewürzten Festmahle brachen wir wieder auf, aber bald gerieten wir tn S(tünchten und Eis spalteit, in denen wir ort hin fielen. dtachdcm wir uns von diesen Hindernissen frei gemacht hatten, zogen wir auf einem Hange dahin, der leicht absiel, wir Tarnen in großen Schritten weiter herr­lich!' M'er wieder gleiten die tvedanken des Heiden zu der

Teddn Evans ist für unsere Expedition von unschätzbarem Unter solchen Verhältnissen einen Schlitten zu Iinstruieren, ist eine Leistung, die besonders notiert iperden muß." Am folgenden Tage friert man Neujahr, indem man sich den Luxus einer Tatet Schokolade gestattet, man ist guten Mutes, die letzten 170 c/iglisck?en Mellen wird man sicher überwinden.3 Januar 150 Meilen vom Ziel Ich beschloß gestern abend, die Expedition tu reorganisieren, und heute morgen erklärte ich Teddn <wans, Lafblev und Crean, daß sie umkehren 'müßten. Sie sind ent- läu'cht, aber sie tragen ihre Enttäuschung tapfer. Bowers wird in unser Zelt Um men, und von morgen ab werden wir unfern, Weg als Gruppe von fünf Männern fortfetzen." Und mit einem Unterton verhaltener Begeisterung fetzt Scott hinzu:Wenn wir morgen mit unserer gesamten Last gut marschieren können, find wir gerettet, dafür bürge ich." In den nächsten Tagen erleidet Bowers am Fuße, Evans an der Hand eine Verletzung, Wunden, die bei diesem Mima furchtbar sind, weil sie dem Frost den Weg öffnen. Am 8. Januar überstehen die Männer einen furchtbaren Blizzard, der sie zur Rast zwingt, und am 9. überschreitet man den äußersten Punkt, den Shackleton erreichte.Alsts vor uns ist neu," schreibt Soett freudig in sein Tagebuch Sonnenschein bricht durch und legt neue Qualen auf, der Widerschein auf dem Schnee wird fast unerträglichNoch gestern hätte ich mir gesagt, daß der Erfolg sicher ist, aber die Sonne überschreitet heute jebe Grenze, wenn das so fortgebt, werden wir bic größte Not haben, unteren Marsch lange wrtzufetzen." Die Tagesleistungen werben kürzer, die Arbeit, die Schlitten vorwärts zu schlerven, immer auf reibender, Irife Zweifel schleichen sich ein.Ungefähr 74 Meilen vom Pole. Werden nnr das in sieben Tagen bewältigen tonnen? Bri-diefem Gedanken geraten wir fast außer uns." Aber vorwärts, vorwärts? Arn 15. Januar wird das legte Depot gelegt;am Abend war es verteufelt schwierig und anstrengend, Richtung zu behalten, oft konnte ich nubts mehr sehen, und Bowers stieg auf meine Schultern, um mir den Dcg zu zeigen." 'Ter 15. Januar bringt etwas Erleichterung, der Weg wird besser, nun trennen nur nöcki 27 Meilen die Männer von ihrem Ziele, und man spürt, wie Scott wohl unwillkürlich tief aufatmete, als er in fein Tagebuch schrieb:Jetzt müssen wir es erreichen." Sie crrrirfjicn es: aber nicht, wie sie es erhofft hatten. Ihre Flagge war nidji die erste, die am Südpol aufgepflanzt wurde ...

schichten Weihnachtsfeier Zurück, die nun hinter ihnen liegt; er zählt vergnügt die beschidenen Erlragcrickte au', an denen man ei sich an bicicfh Tage wohl sein liest, Plumpudding und Ingwer- lon'itüren.Wir konnten uns nach diesem Festmahl kaum noch Wilson noch ict. «xwrmodjtcn unsere Portton Plum aufzuessen. Wtr haben herrlich geschlafen, fühlten alles Dir kungelt der reicttichcn Nahrung." nimmt bae Ringen mit dem Trotz der antarfriüben alle Sinne in Anspruch Eisberge mimen über

Nattlr wieder ,

fletrert werden, es wird immer nbnnenger, die ccfchncn durch dieses Gel in de zu zerren: Scott übernimmt es, als Schrittmacher vorauszurilcn.Es ist keine ganz leichte Aufgabe, frier als Aufklärer zu wirken. Man kann nicht, wie die anderen, die (ne danken vagabundieren lassen, wenn man inmitten von Hinder­nissen steckt iv.e heute nachmittag. Ich emrin&e die Arbeit als sehr anstrengend unb ermüdend. Diese Märsche sind entsetzlich eintönig. Die Gedanken eines jeden wollen immer wieder zu schönen Szeneii und freunblidwn Orten entfliehen, aber die Sckrwierigkriten des Terrains zwingen einen immer wieder schnell zur Gegenwart zurück. Heute barten wir einige Stunden leidlich regelmäßiger Arbeit, was das Herrlichste von allem ist, denn das bedeutet Freiheit des Geißes und Vorwärts kommen." Am Sil- Vcftcrtage wird das Depotdritter G^ad" gelegt, denn die Me,tun- gen haben ergeben, daß man stch etwa unter dem 87. Grad befindet.Wir tranken eine gute Menge Tee und machten uns ________ ________o______ ___________

an die Arbeit, die Schlitten abzuladen. Das ging schnell, aber die bat jetzt die Theaterbaugefcllschaft der Stadtverordnetenv.rsamm Aonstrnktton der 10-Fuß-Schlitten (gegenüber den 12 Fuß langen / Schlittenzügens tuar eine langwierige Arbeit Teddn Evans und

Ercan öesefttgten sie mit Seilen, was eine tüchtige Leistung ist.

Bei den Kriegsgefangenen in Belgrad.

Hinter den Mauern her Festungswerke von Belgrad schmachten bic bulgarischen Kriegsgefangenen aus dem Bru­derkriege so denkt man wohl Dort sind rvohl 2000 gc- \ fangens Bulgaren, allein, sic schmachten iveder, noch fiiü> sie eigentlich hinter Mauern gefangen, im Gegenteil, sic fuhren ein beschauliches Faulenzcrledcn und liegen den gan­zen Tag rauchend auf der Wiese, wenn sic nicht gerade in Der Donau fischen. So wenigstens schildert Guelso vi i Di­nin i, der Kriegsberichterstütter desCorricre", bas Le­ben ber gefangenen Bulgaren, unb ihr Gefängnis ist iiad) seiner Darstellung keine eigcnllick>e Festung, sondern mehr eine Operettcnfestuna, deren einzige Kanonen in ein'in klei­nen Mitseunt mit Nationaltrophaen flehen In friedlichen Zeiten sind dieseFestungswerkri' jedem zugänglich unb iver- den namentlich bei Mondschein von Liebeslenten attsgesucht. Tie Cfcian^cucn sind fast den ganzen Tag im Freien und liegen spnztercn. Die Tage verstreichen für sie träge unb die mctftc Zeit verschlafen sie. Sie sehen gelangweilt und ver­drossen tue, aber gesund Wenn sie nicht schlafen ober angeln, sind sie mit Rauchen ober Kartenspielen beschäf­tigt, und zuweilen öffnet auch der eine ober bet andere den Mund, um ein paar Worte zu sagen. Wenn sie reden, be­klagen sie sich meistens über die schlechte Kost und behaup­ten, es sei ja so schlimm, daß sie ihre Sti.'fslsohlen auf- essen müßten: die gefangenen Serben in Sofia hätten e.- viel besser unb würden wahrscheinlich in Palästen fürstlich be­wirtet. Allein, sie trösten sich damit, so sei es nun einmal im Kriege unb meinen im übrigen: warten wir ab, was ge­schieht. Fast alle schauen $pn,; überlegen barein, als seien sie üollfotpmen Herr der Situation und als sei es nur eine, Ironie des Schicksals, daß sie in die Gefangenschaft gera­ten sind. Es ist gerade (Civinini war am August bei ihnen), als warteten sie von Tag zu Tag darauf, die Ka­nonen der siegreichen Bulgaren vor Belgrad bannern zu hören, denn natürlich sind sie es, die gesiegt habtn. Tem Bulgaren kann niemand widerstehen; dieser Leitsatz von der Unbesiegbarkeit ihres Volles isti ihnen seit frühester Kind­heit von ihren Müttern eingeprägt.

Einige der (^cfanflenen haben es übrigens verstanden, sich eine wirkliche Beschäftigung zu machen, die beinahe an Arbeit grenzt. Dereine ober ber anbere har in bei Ge­fangenschaft ein kleines Geschäft äufnet an unb handelt mit Bleistiften, mit Stecknadeln, mit Seife, mit Stiefelwichse und Ansichtsvosttärten; andere verlaufen Früchte, wieder ein anderer kocht Tee und Kaffee, und gerade bcffcii (Safe, wenn man den Platz im Freien so nennen will, erfreu, sich w. regen Zuspruchs. Es gibt ein paar, die ihr Barbiergeschäft weiter betreiben, ebenso Stiefelputzer, und daher sehen bi* bulgarischen kriegsgefangenen vorzüglich aus: sie sind sau­ber, glatt rasiert und tragen blau le Stiefel. Von der San» bcrlett gibt es natürlich auch Ausnahmen. Civintpi hat manchen gesehen, ber sich heftig trotzte, allein selbstverstän?- iidi zwangen ihn dazu die infamen serbischen Flöhe. Ten Besuchern gegenüber scheinen die befangenen schwer zugäng­lich zu fein; bietet man ihnen eine Zigarette an, so lehnen sie die Gabe mit der Begründung ab, sie hätten ununter­brochen geraucht, und will man ihnen eine Nachricht aus ber Heimat bringen, so lehnen sie sie ab und behaupten, sie hätten alles schon in ber Zeitung gelesen Civimni hat aber boch einige zum Sprechen bringen tön non. Tanach scheint es, als seien die Bulgaren, wenigstens die in Bei-

von einer leistungsfähigen Aräril.'ktenfirm?. mit einem .Qjften» auswand von 1 100000 Ml crrid/tel und für die Summe fertig übergeben merben. Die selbstschuldnerische Bürgschaft der 700000 Mark wird deshalb van bet Stadt erbeten, weil sonst die Be­schaffung der Hypotheken zu einem niedrigen Zinsfuß nicht mög­lich fein würde.

Gin neues Naturtheater in Binzaus Rügen. Aus Putbus iJusel Rügen wird uns mitgetrilt: Am Donners­tag nrirö ein neu's Naturtheater gr.'sen 2tito in Binz auf Rügen eröffnet, und poar mit Alfred HalmsHeilieen « iv a l b". Das Theater li?gt in einer tiefen, van prachrigem Baum­bestände umgebenen Schlucht unb ist nach Ansicht van Fach­leuten eines der schönsten Naturtheater überhaupt. Es saßt Sitz­plätze für 1000 Personen. Die Leitung wurde Tireklsr Adalbert Stefster vorn Hanauer Stadttheater <ruf mehrere Jahre über­tragen.

Ein 1000 Jahre alter Schädel mit plom­bierten Zähnen. Während einer längeren Forschungsreise durch Eluador machte Protesfor Marshall Howard Sau!l , der Leiter der arcbäologifdxn Abteilung der Columbia Universität, verschiedene wertvolle Entdeckungen, die viel dazu beitragen werden, über die damaligen Bewohner des Landes au'zuktären Ti>. Funde wri'en darauf bin, daß bnie ak^en Böller aut einer hohen Kultur­stufe senden und wisfenschastlicke K nntnisse befrii n bzibr' Zu den inlereisantesten Funden gehörten Schödel, die zeigen, daß die Männer ber damaligen Zeit bic Aztelen bei weitem überragten, denn nicht nur war die Schädetbildung viel vollkommener, sondern auch die Zähne selbst wief.'n Plomben von Gold und Zement auf, rin Beweis, daß die Zabntechnil vor unqefnf r 100f) Iahren bereits eine hohe Stufe erreicht hatte. In Mexilo waren Mcn- fchenzähne ausgegraben worden, die mit Steinen ausgestillt und vrnamenttert waren, aber dies ist der erste Fall, oaß füllungcn in einem vorgeschichtlich n Sck^del gefunden worden. Das Gold befindet sich in der Zahn Höhlung uno ragt nur wenig über den Rand des Zahnes hinaus. Es diente also mehr nütz­lichen als Berfchönerungs-zwecken. In allen Fällen, ob der Zahn nun mit Zement oder Gold ausgefüllt war, wi'S die Arbeit darauf bin, daß Instrumente benutzt wurden. Verschiedene andere Zäbne, die sich wahrfchrinlich gelockert hatten, waren durch G-old» frräfjte zusammcngehalten.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft Tie Kanzlei für Wappen- und Stammbaum­forschung in Wiesbaden teilt uns mit, daß die ningst in brr Presse verbreitete Nack-richt vom Verlaust der Herald'-cheu Sammlung Ledebur nach Frankreich falsch sei, daß di.' Samml'ing vielmehr in ihrem Besitze verbleibe und nach wie vor der Wisscn- schast -.um freien Gebrauche ost'enstehcn werde. Bei Erwerbung der Sammlung feien ber Kanzlei keinerlei das strie Vcrmgungsrccht beschränkende Berpriichtungen auferlegt worden.