Kt. 40
Zweites Blatt
165. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des SonnragS.
wollen.
M
nhofstr. 31
Nach obiger Berechnung ergäbe sich dann nach 14 Jahren
Ungarinnen aus München, Dresden,
hervorragender Sänger und
Berlin und Leivzig gegeben.
ihnen Sünftlerr. dargestellt.
Besonders hervorzuheben sind:
em berühmt. Verl ctave Feuillet innert in 2 alten
Lchausvieb da- •le und feine Kio- : enthüllt, ist über»
Dieser Mehrbetrag wird im Laufe der nächsten 14 Jahr^ sukzessive erreicht werden, während die Sumstie von 63 200 Mar' H für die Versicherung dem Staate während dieser Zeit dauern' erwächst. Daraus dürfte sich aber ergeben, daß dieses Kapital trenn man cs 14 Jahre zusammen nimmt, mit seinen 884 800 Mar nach 14 Jahren zu 4 Prozent gerechnet, etwa 35 392 Mar ■ Zinsen tragen würde, womit also dem Staate allein an Zinse über 12 300 Mark jährlich verloren gehen würden, die int Fall « >er Anstellung der Schreibgehilfen erspart würden. Darauf ergibt ■ sich, daß es einmal sehr im Interesse des Staates liegt, den Schreib- ■ gehilfen die Anstellung zu gewährleisten, andererseits wäre damit ■ ctbcr auch den Interessen der Schreibgebilfen gedient, indcnr ihnen ■ die versprochene Anstellung belassen und ihnen durch die Anstellung ■ das zugeführt würde, was ihnen so kaum zu gute kommt. Mso, A trenn man in Hessen sparen will, so empfiehlt es sich dringend. 8 für die Schreibgehilfen, die vor dem 1. April 1912 im Dienst S waren, die Anstellung in der früheren Weise bestehen zu lassen ■ itnb durchzuführen. Für die später eintretenden kann ja ein W anderer Ausweg gesucht werden. Aufgabe der Landständc, und j z'ivar der Ersten Kammer, sowohl wie der Zweiten Kammer wird ■ « sein, die obigen Gesichtspunkte bei Beurteilung der Schreib- ■ Aehilfenfrage zu beachten und M befolgen.
Bau einer Eisenbahn von Bischofsheim nach Goddelau
Die soziald. Abg. Berthold u. Gen. beantragen:
Die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, den Landständen alsbald eine Vorlage über den Bau einer Eisenbahn von Bischofs fttim, Ginsheim, Bauschheim, Astheim, Trebur, Wallerstädten, Geinsheim', Leeheim über Erfelden nach Goddelau unterbreiten
1 Staatsdienst nicht bei der Anstellung mit gerechnet werden können p Außerdem kommen etwa 75 Leute nicht in Betracht, weil sie aus ;■ irgend einem anderen Grunde von vornherein nicht auf die An B stcllung rechnen konnten. Verbleiben also noch 575 Schreib
Dentsche Kolonien.
Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft und Kolonial Frauemchule.
Zwischen dem Frauenbund .der Deutschen Kolonialgesellschaft und der G. m. b. ö- Kolouial-Frauenschule sind kürzlich Vereinbarungen getroffen, die ein enges Zusammenarbeiten der Kolo- nial-Fraueuschule in Bad Weilbach bei Flörsheim (Reg.-Bez.
Aus Hessen.
Die Gebühren für Revisionen der Gemeinde- uni» Kirchen-Rechnungen.
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iumoxcüle. ar
Die „Lietzener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „KrcisBlatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen oeil- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
AusLanS.
Ein Besuch des Königs von Italien in Berlin?
Das Berliner „Tageblatt meldet aus Rom: Es heißt, daß König Viktor Emanuel aus Anlaß des Regierung s j u b i l ä u m s Kaiser W i l h e l m s am 15. Juni nach Berlin reifen wird. Der Kaiser toird noch im Herbst ben Besuch erwidern und gleichzeitig das neue Nationaldenkmal am Capitol besichtigen. Die „Deutsche Tageszeitung" erklärt dagegen, daß der Besuch König Viktor Emanuels in Berlin wohl erwogen werde, aber noch nichts endgültiges beschlossen sei.
Jacques Urlus (Tristan, SiegMUnd und Siegfried'': Frau Mottl- Faßbender (Isolde); Frau Rüsche-Endorf (Brüuhilde): Frau Eva von der Osten (Senta): Bender (Wotan): Kahn (Mime): Gentner (Loge): Braun (Marke, Fafner und Hunding); Weil (Holländer).
— Eine aeronautische Wetter st ation in England. Die englische Zentralstelle für Meteorologie hat jetzt einen besonderen Dienst in Verbindung mit der Königlichen Flug- rnas'binmfibrik in South Farnborough eingerichtet, um die meteorologischen Beobachtungen und Voraussagen in den Dienst der Flieger zu stellen, und andererseits auch die Flieger zu einer schärferen Beobachtung der meteorologischen Probleme zu der- anlasicn. Ein wissenschaftlich geschulter Meteorologe I. S. Diucs ist zum Leiter dieser Station ernannt, und so sollen alle Methoben und Apparate der Wetterbeobachtung in engftem Zusammenhang mit der Flugtechnik zur Anwendung gelangen. Ein besonderer telephonischer Dienst verbindet diese Station mit der Haupt- stelle in South Kensington, so daß auch von dort für die Flieger wichtige Nachrichten sofort nad) South Farnborough übermittelt werdet: können.
— Kurze Nachrichten aus Kunst^uud Wissenschaft. An: 7. und 8. Mai findet in Stuttgart hie 20. Tagung des Vereins deutscher Laryngologen statt. — 'Der 1. deutsche Kongreß für alkoholfreie! Jugenderziehung, der unter der Geschäftsführung des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke vorbereitet wird, wird in der Osterwoche m Berlin ftattfinberc und 3 Tage (26.-27. März), in Anspruch nehmen. — In München ist am 12. d. Mts. der ordentl. Professor der Ex- perimentalphvsik und Vorstand des phpsikalischen Instituts an der Technischen Hochschule Geh. Hofrat Dr. Hermann Ebert im 52. Lebensjahre gestorben. — Der cmerit- ord. Professor der Philosophie an der Wiener Universität Hofrat Dr. phrl. Emst Mach begeht am 18. d. Mts. seinen 75. Geburtstag.
Montag, 17. 8ebruar 1913
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts - Buch» und Steiudruckerei.
R. Lange, Gießen.
Die Haltung der W e l f e n p ar t e i.
Das Direktorium der Deutsch- hannoverschen Partei veröffentlicht unter dem 15. Febrstar ein Extrablatt, unterzeichnet Frhr. v. Scheele-Scheelenburg folgenden Inhalts:
Auftrag des Gesamtausschusses' der Deutsch-Hannoverschen Partei bringen mir folgenden einstimmig gefaßten Beschluß >cr berufenen Vertreter der Partei zur öffentlichen Kenntnis: Me Deutsch-Hannoversche Partei begrüßt mit aufrichtigem Danke Ür Gottes gnädige Fügung die Verlobung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Ernst Augiist, Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg, mit Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, einzigen Tochter Seiner Majestät des Deutschen Kaisers, als ben ersten Schritt auf dem Wege des Friedens und crblrkt in der dadurch vollzogenen Annäherung der führenden Häuser Wclf und Hohenzolleru die Möglichkeit der Beendigung des Bruderzwistes zwischen den königstreuen Niedersachsen und dem preußischen Volke. Indern die Deutsch- hannoversche Partei weiter eintreten wird für das Recht au allen Gebieten des öffentlichen Lebens, erstrebt sie, zu einem wahrhaften ehrlichen Frieden und Ausgleich der vorhandenen Gegensätze zu kommen um der Einigkeit und Größe unseres deutschen Vaterlandes willen. Für dieses zu kämpfen, ist deni niedersächsischen Volke und den: mit ihm verbundenen Fürsten Hause der Welfen durch ein Jahrtausend nie verletzte, heilige
Pflicht gerne?en. In solchem Kampf für das Recht und den Frieden erschöpfen sich die Aufgaben der Deutsch-Hannoverschen Partei."
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Vertag: e^@51.
Redaktion:eEI12. Tel.-Adr.: AnzeigerGießew
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)aS übrige hch ess. Program
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Brüsseler Th6atre Royal^de la Monnaie, Kufferath und Guid6, ihre diesjährige Spielzeit beenden wollen, ist jetzt fertig gestellt. Es werden sechs Vorstellungen und ein Konzert unter der Leitung von Otto Lohse ftattfüibcm In dem Konzert am 1. Mai wird das Präludium, die Kärfreitagsszeue uitb die große Schlußszene des ersten Aktes aus dem „Parsifal" und Beethovens Neunte Sinfonie mit 300 Mitwirkenden auf» geführt. Die Theateraufsührungen bringen den „Fliegenden Holländer" am 26. April, „Tristan und Isolde" am 29. April, „Rheingold" am! 5. Mai, „Walküre" am 6. Mai, „Siegfried" am 8. Mai und „Götterdämmerung^ am 10. Mai. Die Ausführungen werden in deutscher Sprache unter Mitwirkung
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Siehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefse»
»v eine Mehrausgabe des Staates für alle angestellten. Sckweib- fflml gchilfen — die jetzt angestellten haben außer Betracht zu bleiben — z von jährlich 86 250 Mark abzüglich der obigen 63 200 Mark i, | chikhin im ganzen 23 050 Mark.
Deutsche» Reich.
Prinz-entaufe.
In Berlin fand am Samstag abend im Palais des Prinzen und der Prinzessin August Wilhelm die Taufe des am 26. Dezember 1912 geborenen Prinzen tatt, welcher die Namen Alexander Ferdinand Albrecht Achilles Wilhelm Joseph Vik'or Karl Feodor erhielt. Außer )en fürstlichen Großeltern hatten Pa^enstellcn übernommen: Der Kaiser von Oesterreich, der König von Italien, das belgische Königspaar, der König der Bulgaren, die Kaiserin- Mutter von Rußland, die Königin-Mutter von England, die Großherzogin Luise von Baden, die Erbprinzes in von Sachsen-Meiningen, die Prinzessin von Rumänien, die Herzogin von Cumberland. Während diese Fürstlichkeiten sich bei der Feier vertreten ließen, waren von den Paten persönlich anwesend der Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinzessin Eitel Friedrich, Prinzessin Viktoria Margarete, der Großherzog von Sachsen, der herzogliche Paar von Kobnrg, die Erbvrinzessin zu Salm-Salm, Herzog Ernst Günther zn Schleswig-Holstein-Glücksburg.
Die Beratung des Po st Voranschlags.
Trotz unserer ausführlichen Reichstagsberichte konnten wir die umfangreiche Beratung des Postvoranschlags natürlich nicht wörtlich bringen. Wir verweisen die Interessenten auf den amtlichen stenographischen Bericht.
Ein Ueb ergriff des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe.
Die Abgeordneten Dr. P a a s ch e und Dove haben im R e i ch s t a g folgende wortreiche Anfrage eingebracht: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß der preußische Herr Minister für .Handel und Gewerbe dem Bankenkonsortium, das die Zulassung der jungen Aktien und Obligationen der Deutschen Erdöl-Aktiengesellschaft zur Notiz an der Berliner Börse beantragt hat, erklärt hat, -'r werde' wegen der ablehnenden Haltung der Deutschen Erdöl-Aktiengesellschaft gegenüber dem Gesetzentwurf über den Verkehr mit Leuchtöl die Beratung und Beschlußfassung iber die b e a n t r a g t c Zulassung seitens der Z u- las sungsstelle nicht d ulden. Welche Maßnahmen gedenkt der Herr Reichskanzler $u ergreifen, um eine derartige ungerechtfertigte Einwirkung auf ein P rivatu n t erneh men zu verhindern, das sich, rnWahr- iiehmung seiner Interessen handelnd, unter Darlegung fachlicher Gründe einem in feinen Geschäftskreis eingreifenden Gesetzentwurf gegenüber ablehnend verhält.
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Heber den Fall Eulenb urg hat am Samstag im preuß. Abgeordnetenhaus bei der Beratung des Justizvoranschlags Justizminister Dr. Beseler folgende Auskunft erteilt:
Die erste Perhandlung gegen den Angeklagten sand 1908 statt. Schon am ersten Tag zeigte sich, daß der Angeklagte nicht im vollen Besitz seiner körperlichen Kräfte war, und es kam schließlich so weit, daß die Verhandlung in einem Krankensaal der Charite stattfinben mußte, so daß der Angeklagte im Bett liegend vor feinen Richtern stand. (Heiterkeit.) Das Gericht mußte schließlich die Verhandlung ab- brechen, und ich weiß nicht, was es anders hätte tun sollen. Es mar eben eine Zwangslage. Dann ist der Angeklagte beobachtet und von verschiedenen Aerzten untersucht worden: man wollte eine Sicherheit haben über feine Verhandlungsfähigkeit. Der eine Teil der Aerzte sagte, daß der Angeklagte nicht verhandlungsfähig fei, ein anderer Teil, und dazu gehörten medizinische Autoritätten, hielten es für nicht ausgeschlossen, daß der Angeklagte simuliere. Daraufhin wurde 1909 ein neuer Termin an- gesetzt. In diesem Termin, in dem gegen den Angeklagten wieder unter den Händen der Aerzte verhandelt wurde, zeigte sich aufs neue feine Verhandlungsunfähigkeit. Der Angeklagte wußte gar nicht mehr, was um ihn herum vorging, und die Gerichtsärzte erklärten nun, daß unmöglich gegen den Angeklagten weiter verhandelt werden dürfe. Dem Gericht blieb nichts anderes übrig, als die Sache abermals zu vertagen. Seitdem finden alljährlich mehrere Untersuchungen des Angeklagten statt. Im Jahre 1912 find zweimal Gerichtsärzte nach Liebenberg gefahren und haben ben Angeklagten eingehend untersucht und verhört. Das letzte und daher jetzt maßgebende Gutachten geht dahin, daß sich in dem Zustand des Angeklagten nichts gebessert hat: die Arterienverkalkung und die HerzanfäÜe haben eher zu- als abgenommen. Wörtlich heißt es: „Der Fürst war so schwach, daß eine Unterredung mit ihm nur schwer geführt werden konnte. Wir müssen unter Berücksichtigung aller Momente unser Gutachten dahin formulieren, daß der Angeklagte zurzeit und für die nächsten Monate nicht fähig ist, der Verhandlung vor einem Schwurgericht mit ihren großen seelischen Erregungen zu folgen. Die Frage der Be'rhandlungsfähigkeit und auch der Haftfähigkeit des Fürsten muß'mit aller Bestimmtheit verneint werden." Dies ist das Ergebnis der letzten Untersuchung. Heber das, was nun geschehen soll, kann ich nichts sagen, denn die Sache schwebt beim Gericht. Das Gericht hat zu entscheiden, wann ein neuer Termin angesetzt werden soll.
Dr. hon. causa BlennerlfäfWt
Ladh Blennerhassett, die in München lebende Schriftstellerin, Sollender am 19. Februar ihr 70. Lebensjahr. Es erregte vor einem Vierteljahrhundert nicht geringes Aufsehen, als ausgezeichnet geschriebene Essays in einem vorzüglichen deutschen Stil von einer Lady Blennerhassett da und dort erschienen. Tas Iiätscl löste sich dann, als bekannt wurde, daß die der hohen englischen Aristokratie angeboren bc Autorin eine geborene Deutsche sei. Lady Blennerhassett wurde als Gräfin Charlotte Leyden am 19. Februar in München geboren und vermählte sich im Jahre 1870 mit Sir Rowland Blennerhassett auf Churchtown- Jrland. Seit Mitte der achtziger Jahre wieder in Deutschland lebend, wandte sie sich der literarischen Tätigkeit zu, und nicht nur ihre beiden großen biographischen Werke, ein dreibändiges Über „Frau von Stael", das sie in deutscher, dann in französischer Sprache veröffentlichte, und ein Werk über Tallcyrand, das gleichzeitig in deutscher und englischer Sprache erschien, lenkten sofort die wissenschaftlichen und literarischen Kreise auf btc Autorin ter geistreichen Werke. Zahlreiche Essays in der wigemchastlichen Beilage der „Münchener Allgemeinen Zeitung", sowie in der ..Deutschen Rundschau" usw., von denen auch viele in Buchform gesammelt erschienen, reihten die Autorin in die Zahl der ersten deutschen Essayisten. Größere Werke, wie das über „Johu Henry Kardinal Newman", wie andere Arbeiten, zu denen Lady Blenner- lafiett die Stoffe aus Siterahir und Geschichte fast aller europäischen Länder entnahm — sic schrieb über den spanlfchen iRomaii omd über italienische Literatur, über Stoffe aus der franzoinchen beschichte und über englische Künstler, Dichter usw. — ließen tbeiifo über das reiche Wissen wie über den Fleiß dreier Frau erbau»en und »nachten Lady Blennerhassett zu einer internationalen Berühmtheit, die nicht nur von der Münchener Hniverfitat nn Jahre 1898 den Doktortitel honoris causa der philofophifchen Fakultät erhielt, sondern auch zum Offizier der sranzosiicheu 'Ehrenlegion ernannt wurde und mancherlei andere Ehren genoß. Lady Blennerhassett, die jetzt ins Greisenalter tritt, hat emmal lot Jahren eine Rundfrage „Wann wird eine Frau alt? in bet "folgenden Weise beantwortet: „In ihren Anfprüchen an die Autzen- Delt niemals früh genug: geistig vom Augenblick an, da,gie nia)L> mehr erwirbt. Mit dem Herzen nie." Nun, die ^ubfiarni, die durch "ihre literarischen Arbeiten der jüngsten Zeit gezeigt hat — erst lot kurzem durch einen Brand Essays „Streiflichter —, bap sie sich ungeschwächter Geisteskraft erfreut,, beweist somit, daß üe auch ins Greisenalter nichts als Alte eintritt.
— Otto Ludwig-Feiern. Man schreibt uns aus Eisfeld in Thür.: Zur Wiedertehr des 100jährigen Geburts- :ages Otto Ludwigs veranstaltete seine Vaterstadt eine Ge-
Die Wünsche bet Schreibgkhilfeu.
Man schreibt uns:
Empfiehlt es sich für Hessen, bic Anstellungsverhältnisse ber Schreibgehilfen in der seitherigen Weise bestehen zu lassen, oder , sie unter die Angestelltcnversicherung fallen zu lassen? Diese Frage bildet eine Streitfrage, die einesteils das Interesse der ; Schreibgehilfen, audernteils das des Staates streift. Für Hessen kostet die Angestelltenversicherung bezüglich der Schreibgehilfen, ; nach Angabe der Regierung, int1 Durchschnitt 31 600 Mark jähr- I lich. Dazu kommt noch, daß diesen Leuten doch für die von ihnen zu zahlendeii Beiträge angesichts ihrer überaus geringen Bezahlung Ctsatz geschaffen werden muß, der sich cbeiiso hoch stellt, | wie bar obige Betrag, mithin also kostet den hessischen Staat • bic Angestelltem)crfickerung für die Schreibgehfien 63200 Mark i jährlich, in zehn Jahren macht dies 632 000 Mark aus.
■ Iw Falle die Anstellung den Schreibgehilfen gewährleistet M wird (es handelt sich hier noch um 800), so fällt diese Ausgabe H ioeg und dafür tritt dann die Erhöhung ber Bezüge der Schreib-
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■ gehilfen, für die die Anstellung noch in Frage zu kommen hätte pannenb unb ümII - i 2iefe 575 Schreibgehilfen würden etwa bis zum Jahre 1926, also in 14 Jahren, alle zur Anstellung gelangt sein.
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denkfeier, bei der des Dichters Jugendwerk, das Singspiel „Die Geschwister" zur Auffüllung gelangte. Die jetzige Darstcl- lung durch Dilettanten, unter ber Leitung des Herrn Brahm vom Hoftheater in Kobnrg, gelang den äußeren Schwierigkeiten entsprechend recht hübsch. Wie hier die braven Handwerksmeister, Väter, Söhne und Töckster sich ins Zeug legten, um ihren bc- riiljmtcn Dichter zn ehren und zu feiern, das war, bei allen Entgleisungen und Naivitäten, etwas Rührendes. Namentlich bei dem zweiten Stück, der „Torgauer Heide", spielten sich die Darsteller in einen solchen fröhlichen Heüermut hinein, daß alles — von kurzen Unterbrechungen abgesehen — trefflich klappte und die gehobene Stimmung sich von der Bühne auf den Zuschauerraum fortpftanzte. Auch das Weimarer Hoftheater brachte zum Vorabend der Ln d wi g-G ede n k f c i c r eine sehr stimmungsvolle einmalige Inszenierung des Vorspiels zu dem Drama „Friedrich II. von Preußen". „Die Torgauer Heide" und das neu einstudierte Lustspiel „Hanns Frei" zur gut gelungenen Darstellung. Das Szencnbild der Heide nach der Torgauer Schlacht, mit dem Lagerfeuer vorn und dem düsteren, wolkenbewegten Himmel war berückend schön, und die wundervollen Dekorationen im „Hanns Frei", Lauben und Blumen, taten dem Geschmack alle Ehre an, ü6ertönten aber dadurch fast bic Rebe unb das Spiel ber Darsteller, die, wie Herr Vollmer (als Hanns) und Frau Erland (als Base) ihr Bestes taten.
Prof. W. Schölermann.
kf. Die Wiederherstellung der Pfalz kapelle Karls des Großen im Aachener fünfter. Die Wiederherstellung der Pfalzkapelle Karls des Großen im Aachener Münster soll nach einer Mitteilung ber Seemannschen Kunstchrvnik demnächst nach mehr als zehnjähriger Arbeit vollendet werden. Im Jahre 1902 wurde mit dem Wiederberstcllungsentwurfe begonnen, der es unternahm, das Innere des Achteckbaues in eine stilechtcre Form zu bringen, als sie die im Beginn ber siebziger Jahre heruntergehauene barocke Stückdekoration des Italieners Artari bot. Herman Sckaper schuf die Enttvürfe und seine E-chüler haben sie vollendet. In dem neuen Mosaikschmuck ersckfeinen die Apostel, Maria unb die Erzengel in riesenhaften Gestalten. Die Rund- gänge, die sich nach dem Mivvclraum hin öffnen, erhielten reich vergoldete Getvölbe. Die Kaiserloge, die den sogenannten Käiser- Karlstuhl birgt, ivurbc mit einer Darstellung der thronenden Maria mit dem Kinde und Engelgestalten geschmückt. Der unterste Rnndgaiig erhielt blaue Gewölbe mit Gold und Rosetten unb ist jetzt fertig Alle Bogen und Fenster strahlen in farbigem Glasin osaikschrnuck. Im Frühjahr soll die ganze Ausstattung der Käiserkapelle beendet sein.
— Die Brüsseler Wagner-Festspiele. Tas Pro- fgramm der Wagner-Festspiele, mit denen die Direktoren des
***!
Die Abq. Fenchel, Leun u. Gen. beantragen:
„Hohe Zweite Karniner wolle beschließen, Großh. Regierung ... ersuchen, die Gemeinden bezw. Kirchen nickst mehr zu den Kosten für Revision , ber Gemeinde- und Kirchen-Rechnungen heran zuziehen."
1 »gehilfen ein. Nach Abzug aller den nicht angestellten Schreib- I PllflA 1 bon dem Staate zu leistenden Nebenbeträge für 58er i vuviv Asichernng usw. stellt sich die Mehrausgabe des Staates für einen . I angefteilten Schreibgehilfen (ohne Berücksichtigung der obigen Ver OAlüTl silherungsbeiträge) auf durchschnittlich rund 150 Mark jährlich.
VvIvU Bon ben 800 noch nicht angestellten hessischen Schreibgehilfen sind
■ minbestens 150 abzurechnen, bie als Anwärter für ben mittleren


