Ausgabe 
19.5.1913 Erstes Blatt
 
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1. R. Lf ).

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neu Protokolls. Nach feinem Eintreffen werde er, wenn auch nicht in der öffentlichen, so doch in einer Der fr au* lichenSitzung dem Parlament Aufklärungen geben können. Die Ausfühvuugen des Ministerpräsidenten wur­den wurden mit langanhaltendem Beifall aufgenommen.

Demobilisierung iu Oefterreich-Nugarn.

Die WienerMilitärische Rundschau" ist z-u folgender Mitteilung errnächtigt: An die Korpskommandos des 1. bis einschliestlich des 14. Korps ergeht ein Erlaß, nach welchem alte Reservisten der Jahrgänge 1909 und 1908 zu entlassen sind. Die Entlassung umfaßt etwa 35 000 Mann. Ferner ttnitbc die teilweise Entlassung der Jahrgänge der Ersap- reserve von 1910 und 1911 in einer Gescrnrtzahl von etwa 15 000 Mann verfügt. Die Zahl der zu entlassenden Reser­visten und Ersatzrejervisten beträgt somit etwa 50 000 Mann. In den Bereichen der Korps in Bosnien, der Herzegowina und Dalmatien finden vorläuftg keine Entlassungen ein­berufener Mannschaften statt.

Die Zühluntt auf der Insel Nhodus.

Rom, 18. Mai. General Ameglio hat derTri- buna" telegraphisch milgeteilt, daß die Zahlen der Volks­zählung für die Stadt Rhodus richtig seien, daß da­gegen die Zahlen für die ganze Insel folgende seien: Orthodoxe: 17 246, Muselmanen 6490, Israeliten 4290, Ka­tholiken 318, insgesamt 28344 Einwohner. \

Derrtßckes Ikidf.

Zum Fall Trömel

leirb aus Saida in Algerien gemeldet: Die Milirärbebörda ßabc aus eigenem Antrieb verfügt, daß der Geisteszustand Trörnels untersucht werde. Die hiermit betrauten drei Militärärzte halten einstimmig erkannt, daß Trömel geistig völlig gesund sei. Mehrere Blätter vcrösst Eichen Unterredungen mit Trömel, bei- unter anderem erklärt habe, er habe seinen Entschluß, in die Fremdcnlcgivn einzutreten, mit Zustimmung seiner Gattin aus- gcführl. Es gefalle ihm in der Fremdenlegion sehr gut und er werde, sobald er das Recht dazu erlangt habe, die französische Nationalität erwerben. Nach Pariser Blättern hat der frühere Burgermcistn von Usedom, Trömel, der jetzt in der Frcmden- legwn Tungel genannt wird, erzählt: Eine Beinwunde, die er Uw mr Militärdienst zugezogcn, habe ihn gezwungen, seine Al>- stchl, Ostizier zu werden, aufzugebeil. Er fei sortschrittlicher Freisinniger, also Regiernngsgegner. Bei einer Reichstagswahl sei er durchgefallen. Tie Schwierigkeiten, die er mit der Re­gierung gehakt hätte und die Verärgerung, die ihm die Politik emgebracht hätte, hätten die Sehnsucht nach dem Heere wieder :n ihm erweckt. Im Einverständnis mit seiner Frau sei er in die Fremdenlegion eingetreten.

AnsianS.

Frankreich und der Panamakanak.

Ter Bericht der vom französischen Kolonialminister ent- sanoten Mission, welche die aus Anlaß der Eröffnung des Panamakanals zur Förderung her H an dels in t e r e s s e n Frankreichs notwendig scheinenden Maßnahmen studieren sollte, Werst daraus hin, daß der neue Seeweg ziveifellos einen bebetrtenben Handelsverlehr Australiens und Neuseelands mit den Häsen her Ostrüste Nord- und Südamerikas zur Folge haben werde. Die französischen Besitzungen in diesem Teile des Stillen Ozeans seien naturgemäß dazu berufen, aus der zu erwartenden Vermehrung des Schiffahrtsverkehrs in großem Maße Nutzen zu ziehen. Zu diesem Zwecke schlägt die Mission vor, den Hasen von Papeete (Tahiti) in einen den modernen Be­dürfnissen entsprechenden großen H a n d e l s h a f e ir umzu - gestalten, hier neue Leuchttürme zu erbauen, welche den Schisteii dm Weg nach Tahiti weisen sollen und auf Tahiti . ft^^^Aentelegraphische Station zu errichten. Tie Kosten für diese Bauten toerben auf etwa 7 Millionen veranschlagt. 'Der Reichstagsabg. Frhr. v. Thünefetd (Ztr.) ist am Freitag abend plötzlich einem .Schlaganfall erlegen. Er war Vertreter des sechsten Oberbayerischen Wahlkreises und gehörte dem Reichstag seit 1898 an.

Arrs Stafct rrnd

Gießen, 19. Mai 1913.

Die erste Lupusheilstätte in Deutschland.

würde heute vormittag durch den Vorsitzenden des Heit- stättenvereins für Hessen, Geh. Regierungsrat Tr. Tietz- Darmstadt ihrer Bestimmung übergeben. Das GebLn.de, das in modernen Barockformen nach Entwürfen des Architekten .H. M e y e r - Gießen errichtet ist, hat feinen Platz auf der Höhe des Seltersberges, in dem Kliniksviertel erhalten. Darch das der Hauptfront des Baues vorgelagerte turm- artig durchgeführte Treppenhaus bat das sonst' einfach ge­haltene Gebäude, eine kräftige Ausgestaltung erhalten und bildet mit feiner 2Morgen großen Gartenanlaqe eine Zierde unserer Stadt.

Im Kellergeschoß des Hauses besindeii sich die Küche und die sonstigen Wirtschaftsräume der Anstalt. Im Erdstock befänden sich der Operationssaal, das Tireltorzimmer und Wohnränme für den Hausverwalter. Tie beiden o6eren Geschosse sind für die Kranken bestimmt. Vorerst haben 30 Setten Ausstellung gefunden, die nach Bedarf um weitere zehn vermehrt werden können. Ian zweiten Stockwerk des Gebäudes sind außerdem die RäiMie fiir die elektrische Behoirdlung der Patienten nntergebracht. Im Dachgeschoß ist das Licht- und Luftbad und die Waschküche, die ma- schineNen Betrieb hat, für die Anstalt untergebracht. Auf der Rückseite des Gebäudes hat man durchlaufende gedeckte Balkone angebracht, um den Kranken bei jedem Wetter deii Aufenthalt im Freien zu ermöglichen. Tie Innen­einrichtung des Krankenhauses entspricht auch den weit­gehendsten Anforderungen. Tie für Heilzwecke bestimmten Einrichtungen gewährleisten die günstigsten .Heilerfolge Tie Erbauung der Heilstätte sür Lupuskranle ist ein Verdienst des Landes-Heilstättenvereins. Das größte Verdienst aber an der Entstehung dieser humanen Einrichtung hat Geh Regierungsrat Dr. D i etz - Darmstadt, der Vorsitzende des Heilstättenoereins, der es in kurzer Zeit verstanden hat, das , Werl' entstehen zu lassen, womit er sich ein bleibendes Teni- ma£ geschaffen hat. (Geh. Regieruugsrat Dr. Dietz mürbe von her Medizinischen Fakultät die Würde eines Doktors honoris causa verliehen ' In den Gießener Universitats- Hinileit fehlte es, wie bisher auch in den übrig'n Universitätsstädten, an Räumen unb Einrichtungen zur mir!- scmien Behandlung von Lupuskranken. In größeren Uni- versitätsstädtcn hat man rnohl eine besondere Abteilung für Lupuskranke, aber ein besonderes Krankenhaus ist sonst nirgends vorhanden. Tas neue Krankenhaus ist der Leitung des Direktors der Universitätsklinit für Haut- und Ge- schlcchtskrante, Professor Dr. I e s i v n e k unterstellt.

** Gerichtspersonalien. Der Großherzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Homberg Theodor Jost zum Oberamtsrichtcr bei diesem Gericht ernannt, dem Amts­richter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Dr. Gust. Maurer und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Dr. Emil Hof den Charakter als Amlsgerichtsrat erteilt j

** Ernannt wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem

Amtsgericht Lampertheim Mart. Will zum Amtsgerichts Diener bei dem Amtsgericht Herbstein.

** Kreisausschnß des Kreises Gießen. In der Sitzung des Kreisausschusses am Samstag rnurde über das Gesuch der Anna Tropp auf der Mittelstmühle bei Alten-Buseck um Erlaubnis zum Betriebe einer Schank­wirt sch ast verhandelt. Tas Gesuch wurde im Beschluß- versahren von dem Krcisausschuß unter in 12. April l Is. abgclehnt, weil ein Bedürfnis zur Errichtung einer Wirt sck)aft auf der Mittelstmühle picht nachgewiesen war und von Dem Krcisausschuß auch nicht anerkannt werden konnte. Gegen den das Gesuch ablehnenden Beschluß hat die Gesuch­stellerin durch ihre Vertreter, die Ncchtsanwälte Justiz- rat Katz unb Kaufmann zu Gießen, Antrag auf münd­liche Verhandlung vor dem Krcisausschuß stellen lassen. Zur Verhandlung war eine Reihe Zeugen geladen, die be­kunden sollten, baß ein Bedürfnis zur Errichtung einer Wirt­schaft auf der Mittelstmühle vorliege. Nach der Beweisauf­nahme und Anhörung der Parteien erkannte der KreiSaus- schuß zu Recht, daß die uachgesuchte Wirtschaftskonzession zu erteilen sei unter der Einforderung der 51 osten des Ver­fahrens auf die Gesuchstellerin.

"* Die studentischen Unterrichts kur sc finben wieder von Montag, 19. Mai, statt. Kostenloser Unterricht in Deutsch (Montag), Rechnen (Dienstag), Geographie (Mitt­woch int Geogr. Institut Vrandplatz 4II), Französisch (Donnerstag), Englisch (Freitag). Anmeldungen gegen Ein- schreibegebi'chr von 50 Psg. in der Universität, Hörsaal 13, parterre, rechts.

** Verein ehcm. 116er. Am Samstag fand eine eußcrordentlich stark besuchte Mitgliederversamm­lung statt, in der die Regimentsgeschichte kostenlos ver­teilt wurde. Der 1. Vorsitzenbe, 'Rechtsann alt.Ka u f m a n n , teilte mit, daß das Erscheinen des Großherzogs bestimmt zu erwarten sei. Er komme am Festsonntag im Automobil hier an unb steige in der neuen Kaserne zu Pferde. Ter Verein tritt am Festsamstag abends um 71.Uhr auf dem Oswald saarten an und begibt sich von dort unter Voran­tritt der die verhüllte Fahne tragenden Damen nach dem Fcstplatz. Der Zutritt zu der Festhalte I, in der der Verein das Fest der Fahnenweihe begeht, ist nur gegen Karte ge­stattet. _ Die Weiherede wird Pfarrer Schwabe halten. Am Festsonntaa treten die einzelnen Vereinigungen in be­stimmten Straßen der Stadt an und marschieren geschlossen nach dem Trieb zur Paradeaufstellung. Sie sind regimenter­weise formiert. An dem Flügel der einzelnen Abteilunaen stehen die Vereine mit eigenen Musikkapellen. Ter Vorbei­marsch wird in der Stärke von etwa 10 Regimentern statt­finden. Außer den bereits genannten vier Kapellen werden bie Vereine Frankfurt und Mainz mit der Kapelle des Regi­ments 117 erscheinen. Ein Viertel der Tribünenkarten ist bereits verkauft, ohne daß der Vorverkauf begonnen Hat. Es empfiehlt sich deshalb, solche bald zu bestellen. 'Die Fcsthallen dürfen am Festsonntog vor 2 Uhr nicht betreten werden. 'Dann totrb bataillonsweise zum Essen geblasen. Zutritt zu den einzelnen Zelten fyaben nur die Kameraden, bie mit Gutschein in der Kompagnie färbe versehen sind. Eine Festteilnehmerliste (ist im Druck und wird kostenlos an die Kameraden abgegeben. Der Bericht des 1. Vorsitzen­den wurde durch die Berichte der Vorsitzenden der Einzel- ansschüsse ergänzt. Auf eine Anfrage aus der Versamm­lung stellte Rechtsanwalt Kaufmann fest, daß selbstverständ­lich 'das Fest nicht nur ein solches für den Verein oder das Regiment, sondern auch für die gesamte Bürgerschast sein solle, und daß diese zu allen Veranstaltungen, ausgenommen das Mannschaftsessen am Sonntag, Zutritt habe. Er be­merkt noch, daß die Festdenkmünzen an die Vereinsnritglie- ber am Festsamstag beim Antreten auf Oswaldsgarten ausgegeben werden und bittet um allseitige Beteiligung. Mit Rücksicht darauf, daß der Verein am 17. Mai 1911, also vor 2 Jahren, gegründet wurde, schließt der Vor­sitzende die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser. Der 2. Vorsitzende, Odertelegraphenassistent Reitz, dankt sodann unter dem Beifall der Versammlung dem 1. Vor­sitzenden für seine eifrige Tätigkeit in den zwei Jahren.

Landkreis Gießen.

g. Annerod, 19. Mai. Tas gestern hier abgehaltene Ki r ch e n g es a n g s fe st der Kirchen-Chöre vom De­kanat Gießen hatte wohl etwas unter der Ungunst der Witterung zu leiden, nahm aber einen befriedigenden Ver­lauf. Die hiesige, 1880 erbaute, stilvolle Kirche gehört nicht zu den kleinsten im Dekanat, aber für den Massen­andrang, wie ihn ein solches Fest mit sich bringt, war sie trotzdem viel zu klein. Füllten doch die etwa 350 Sänge­rinnen und Sänger den gesamten Chorraum und das Schiss zu einem guten Drittel. Und schon ehe der Gottesdienst noch begann, war die Kirche bis in das entlegenste Eckchen gefüllt. Aus her Fülle und Güte des Gebotenen etwas Einzelnes besonders zu bewerten, ist recht schwer. Doch sei hier z. B. hervor geh oben die umsichtige und strafft' Leitung der Gesamtchöre durch Prof. Trautmann aus Gießen, der in der kurzen Probe bie Chöre zu einer ab­gerundeten und ausgeglichenen Gesamtleistung vereinigte. Von den gesungenen Liedern hat wohl am meisten gefallen: Komm, Ijeitger Geist erfülle mich mit deinem Segen mil- diglich!" Beachtenswert war auch das kunstvolle Orgel­vorspiel des Lehrers Rabenau und der unter Seituno von Lehrer Müller stehende Kinder-Chor, der das:O heilger Geist, o heilger Gott" recht erakt wiedergab. Ein­drucksvoll und kurz war die Ansprache von Dekan Guß- mann über: Lukas 12, 49. Die Nachversammlung, mit einer kurzen Begrüßung des Ortsgeistlichen eröffnet, war vollständig ausgefüllt mit dem Vortrag selbstgewählter Lie­der der einzelnen neun Vereine, unterbrochen nur von einer humorvollen Ansprache von Kirchenrat D. Schlosser aus Gießen über die Absichten und Aufgaben der Kirchengcsang- vcreinc. Alle Vorträge zeugten von guter Schulung und fleißigem Uebcn der Vereine. Jedenfalls wird man "sagen dürfen, daß die Kirchenchöre des Tekanats ihrem Ziel einen guten Schritt näher gekommen sind, nämlich dem Ziel,' in der Gemeinde Freude, an den Schätzen ihrer Kirchcn- lieder zu wecken und dadurch alle sittlichen und religiösen Kräfte in der Menschcnbrust lebendig zu machen.

----Reiskirchen, 18. Mai. Ein Racheakt wurde in der Nacht auf Freitag im Garten eine? hiesigen Einwohners an den Kraut- und Dickwurzpflanzen durch Begießen mit einer chemischen Flüssigkeit verübt, wodurch die Pflanzen voll­ständig vernichtet wurden. Anzeige ist bereits erstattet und man ist dem Tater aur der Spur.

Kreis Friedberg.

2. Friedberg, 18. Mai. Rach einem Beschluß der Stadtverwaltung und der Stadtverorbneten-Versammlung soll die Feier deS 25. RegierungS-IubiläumS deL Kaisers

am 16. Juni begangen werden. Tas Fest wird auf der Teewicse abgehalten. Alle Schulen und sämtliche Vereine von Friedberg-Fauerbach werden sich daran beteiligen. Ge­plant ist ein Festzug und ein Volks- unb Jugcndfest.

F r i edberg , 17. Mai. In diesem Jahre feiert der Oberhes sisckc Obftbauvcrcin fein 25 jähriges B e ft eben. Die Leistungen des Vereins haben ihn weck über die Grenzen Hessens bekannt gemacht. ES ist mit Freuden zu be­grüßen, daß dieses silberne Jubiläum mit der 25. Haupt­versammlung in Butzbach am Sonntag, 1. Juni, verbunden werden soll. So All und einfach, nnc sonst bie Tätigkeit des Vereins ausgeführt wirb, soll auch dieser Tag in bescheidenem Rahmen gefeiert werden. Anr Vormittag um 1?11 Uhr iinbet bie Hauptversammlung als Festsitzung am Geburtsort imHessi­sch en Hof" statt. Die TageSorbnung bringt neben den üblichen Punkten eine Ansprache des Präsidenten sowie einen Vortrag über dieKleinarbeit in den Kreis ob st- unb Gar­tenbauvereine it". Ein einfaches, genreinschaftlickieS Fest­essen lMk. 1,20) schließt sich an. Am Nachmittag finden Be­sichtigungen der Butzbacher Sehenswürdigkeiten, z. B. ^Nuscum, Maschinenfabrik Tröster, der Gärten der Herren Melchior, des GartenstadtteilS Butzbach usw. statt. Tie Führung hat b'cr Butz­bacher Gactcnbauvcrein übernommen. Jedenfalls wird her Besuch der 25. Hauptversammlung auch für. die Frauen der Mitglieder sehr lohnend sein. Tic Bercinsbaumwärter erhalten Fahrt­vergütung 4. Klasse.

Butzbach, 17. Mai. In der G e m e i n d e r a t s si tzu n g hielt Zorfrmcister H o s s m a n n einen Vortrag über die B o d en­de s ch a f f e n [j c i t des hiesigen Waldes, über di? A n o f l a n < 5 ung, Unterhaltung und W e g_a u ( a g e n im Stadtwalde, sowie über die Erträgnisse aus dem ostabb und Hosvitalwald. Bürger­meister Flach baiütc für ben interessanten Vortrag. Alsdann wurden die Wirtschastspläne über die beiden Waldungen pro 1914 durchberaten u'.nd einstimmig genehmigt. Tas Gesuch des Spediteurs Fritz Adam von hier um Erhöhung der Straße n- reinigunasgcbühren wurde an den Finaiisaussckmß zur mündlichen Verhandlung mit Herrn Adam zurückverwiesen. .Herr Müller ist gerade nicht sür eine Erhöhung der Straßenreinigungs- gebühren,aber sür die Müllabfuhr innerhalb der ganzen Stadt gegen Entrichtung einer se An setzend en Gebühr. Herr Tröster lstilt die jetzige Sck'uttadladestelle für die Müllabfuhr zu weit und schlägt vor, mit Gebrüder Vogt hier wegen Uederlassung einer solchen für die Stadt gegen einen geringen Pack tbetrag zu ver­handeln. Die 2 Bankfilialen her Mitteldeutschen .Kreditbank und der Darmstädter Bank, sowie Jakob Grünewald in Gießen haben Einspruch gegen den Beschluß des Gemeindcrats, betreffend F i l i a l st e u e r auf B a n k g e f chä s t e, erhoben. Tor Finanz- ansschust ist gegenteiliger Ansicht wie die Antragsteller, da nach ihrer Ansicht der Gesetzgeber, meint er eine Ausnahme für bie Bankfilialen hätte machen wollen, diese ausdrücklich im § 24 hätte namhaft machen müssen. Ter Ausschuß beantragt daher, b-r Gemeinberat wolle ber Berufung feine Folge geben. Nachdem Herr Tr. Vogt namcn§_ der Kommission berichtet hatte, wurde ber j Kommissionsbcschluß . einstimmig angenommen. Der Antrag der Handelskammer Wetzlar, betreffend Bahiütnie Wetzlar Dudenhofen^Butzbach, wurde von Herrn Tr. Vogt

veöles-en, ebenso das Protokoll des Finanzausschusses Herr Oppenheimer stellte hierauf folgenden Antrag, Der Gemeinberat wählt einen Ausschuß von 3 Mitgliedern:' bicfei wählt aus der Bürgerschaft 3 ihm geeignet erfck 'inende Mitglieder Dieser Seckäeraussckmß wählt feilten Vorsitzenden selbst, ber aus den 3 Mitgliedern des Gemeinoerats zu entnehmen ist. Ter Ausschuß soll gemeinsam mit der Handelskammer Wetzlar und anderen Körperschaften die Angelegenheit Bahnbau ButzbachWetz­lar betreiben. Tent Ausschuß sind sür dic nächsten 3 Jahre für das Jahr 50 Mark zu bewilligen. Bon Zeit zu Zeit bat ber Vorsitzende des Ausschusses dem Gemeinherat Bericht zu erfratten, mmbestenS aber einmal im Jahre. Tent Anträge wirb einmütig zugeftimmi Als Ausschußmitglieber fd;tägt Dr. Bogt Beig. Haber­mann, Müller u. Oppenheim.-i- vor. Ter Vorschlag wird nvgcnom- men. Ter Staffeltarif für elektrische Kraft wird mtaenoinmcn. Pms bis 3000 Kilowatt 20 Pfg. Preis bis 10 000 Milomatt 18 Psg. Preis bis 20 000 Kilowatt 16 Psg., über 20 000 Kilowatt 15 Pfg. Der von dem Finanzausschuß geprüfte Vertragsentwurf wurde auf 'dessen Antrag genehmigt. Für Ermittelung der Täter, die die elektrische Straßenlampen demolieren, sollen 20 Mark Belohnung ausgesetzt werden. Dem Kaninchenzuchtvereiit Butzbach wurden 20 Mk. und 10 Mk. zur Stiftung von zwei Ehrenpreisen bewilligt. Herr Müller führte Beschwerde über die int Rathaus- Hof stehenden Tonnen, in denen die bei der Fleischbefchau ve?- iwifcnen Fleischteile aufbewahrt werden, weil die Nachbarschaft durch den Geruch belästigt würde. Herr Dr. Vogt schlägt vor, sie in der Nähe der Klärbecken aufzustellen. Tem Vorschläge wird zugestimmt.

Starkenburq unb Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 19. Mai. Die Privilegierte Schützen- gcsellschaft beging heute ihr 350. Jubiläum. Es ist ein für acht Tage berechnetes Preis schießen vorgesehen, zu dem sechzig Preise gestiftet sind. Die Stadt stiftete eine große Erinnerungsmedaille, die dauernd im Besitze der Gesellschaft bleiben soll. Der Groß Herzog spendete einen Pokal. Trotz des heutigen schlechten Wetters ist die Be­teiligung, besonders aus den Nachbarstädten, sehr rege.

Kreis Wetzlar.

W Wetzlar, 17. Mai. Gestern Nachmittag geriet der Hilssrangierer Karl Ransan au5 Wctzlar-NiedergirmeS auf dem Bahnhof Wetzlar beim Rangieren zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen, wobei er totgequetscht wurde. Der Verunglückte war 24 Jahre alt.

Hessen-Nassau. '

X. Hanau, 16. Mai, Die Ende Novbr. v. IS. beim 1. Bataillon des Eisenbahnregiments Nr. 3 zum AuSbruch gekommene und äußerst heftig aufgetretene TyphnSepidemie kann nunmehr als erloschen bezeichnet werden. In ärzt­licher Behandlung befinden sich noch 7 Soldaten, die an den Folgeerscheinungen der Krankheit leiden. Einer ist noch schwerkrank.

Zciir Holländer doch frankfurter Intendant.

Frankfurt, 18. Mai. Der Aufsichtsrat der Neuen Theater-Aktiengesellschaft teilt derF. Z." mit:Mit Herrn Felix Holländer wurden neue Verhandlungen ausgenommen, die zu einem günstigen Resultat geführt haben. Herr Hol­länder wird die Leitung des Schauspielhauses als Inten­dant übernehmen. Der Termin seines Amtsantritts konnte noch nicht bestimmt festgesetzt werden, da Herr Holländer z. Zt. noch vertraglich an das Deutsche Theater in Berlin gebunden ist."

(Wer s. Z. den sentimentalen Brief gelesen hat, mit dem Holländer sich von Frankfurt loSsagte, wird seine neue Ent­schließung mit einiger Ueberraschnng aufnehmen. Hoffen wir, daß Herr Holländer, in dem Frankfurt einen Intendanten von hervorragenden künstlerischen Eigenschaften erhalten wird seinen Entschluß nicht abermals ändert. Die Red.)

prinz-heimich-flug.

Straßburg, 17. Mai. Um 5.20 Uhr morgens wurde der Start freigegeben. Kurz nach halb 6 Uhr startete ber erste Apparat unb zwar Leutnant Geyer um 5.39 Uhr, Leutnant Beau­lieu um 5.42 Uhr, Leutnant Coerper um 5.50 Uhr, Ingenieur Thelen 5.51 Uhr, Oberleutnant Barends 6.01 Uhr, Leutnant Canter 6.08 Uhr, Leutnant Joly 6.11 Uhr 22 Sek., Leutnant