Nr. M
SoMersmg. 15. Alai WZ
Erscheint ta-Lch mtt Abnahme des Sonntag».
1
Die ^alTitenMtur soll in Zukunft so betrieben
sollen.
,1
-erzogin an
f
ife Ebel
Karl Oh» tephon 586.
äg, 417. und
• Ew. Kgl. Hoheit spreche Ich der Prinzessin und meinen ausrichtigen Dank aus für die Worte warmer Begrüßung, die iSto. Kgl. .Hoheit zugleich im Nanren der Fran Großh
Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Der prinzregent von Vayern in Darmstadt und Offendach.
Die Trinksprüchr.
Darmstadt, 14. Mai. Bei der gestrigen Galatafel zu Ehren des Prinzregenten von Bayern hielt der Groß- Ye r z o g folgende A n s p r a ch e:
Bald 20 Jahre sind verflossen, seitdem ich Eurer Königl. Hoh. nunmehr in Gott ruhenden Herrn Vater, den Bruder meiner verewigten Großtante Großherzogin Mathilde, als Gast in meinem Hause begrüßen durfte. Wie damals, so hat auch heute Darm stadt Festcsschmuch angelegt, um den herzlichen Empfindungen Ausdruck M geben, welche Hessen und sein Fürstenhaus dem Regenten des fdjönen Nachbarlandes und seiner l-vheu Gemahlin entgcgcn6ringcn, dem Prinzen aus dem erlauchten Königshause, mit dem nahe verwandtschaftliche und freundsckraftliche Beziehungen seit Generationen mein Haus verbinden. Von ganzem Hmzen txnßen die Großherzogin und ich Euere Königl. Hoheiten will - kommen und bitten, unseren tiefempfundenen Dank für die Ehre Ihres Besuäxs entgegenzunehmen. Euere Königl. Hoh. haben das reiche E r b c der Sympathien aller Deutschen angetreten, das der hochselige Prinzregent Luitpold, das Vorbild eines deutschen Fürsten, yörterlassen hat. Dos über die Grenzen des Bayernlandes hinaus bekannte tiefe Verständnis Eurer Königlichen Hoheit für alle Fragen der Volkswirtschaft, für die Bedürfnisse des Verkehrs, der Landwirtschaft, der Gewerbe und für die im Hause der Wittelsbacher traditionelle Pflege der Kunst knüpfen das Band .noch fester, welches das deutsche Volk mit seinen Fürsten verbindet. Möge Bat;ern auch ferner bin unter dee Führung seines Regenten blühen und gedeihen, möge reicher Segen seinem Königshause beschieden sein und ungetrübt die Freundschaft erhallen bleiben, die mein Haus mit ihm verbindet! Alle Empfindungen der Freude und des Tankes fasse ich zu lammen in dem Rüfe: So. Königl. Hoh. der Prinzregent und Ihre Königl. Hoh. Frau Prinzessin Ludwig von Bayern, sie leben Hoch! Hoch! .Hoch!
Der Priuzregent erwiderte:
ffarz Und r°lants arben
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« ftraße 7. Expedition und Vertag: 51.
Redaktion:112. Tel.-Adr.:AnzeigerGieben.
Tiroler Kapelle jelweiss“ Mitwirkung von
werden, daß. Palmwein ohne Vernichtung der Bäume hler- gestellt werden kann. An Europäer will der Gouverneur Palmenland verpachten, wenn sie sich verpflichten, keinen Raubbau zu betreiben. Das Gouvernement will sogar die Anlegung von Pa lmöl wer ken in die .Hand nehmen. Große Sorge machten dem Gouverneur bisher die menschenarmen Bezirke in Südlogo. .Hier soll An s i e dlun gsp ol i ti k getrieben werden, indem' man Reger aus Nordtogo seßhaft machen will und sie siir Baum- wolltulturen interessieren will. Man hat festg'esteklt, daß in den Südbezirken für Bäittuwolle günstige Bedingungen vorliegen, daß hier, wo Baumwolle fast gar nicht an- gebaut wird, wertvolle Gebiete erschlossen werden könneit.
Der 'Gouverneur will ferner das Schulwesen weiter ausblauen, tritt dafür ein, daß! Eingeborene bei kaufmänni- scheu Unternehmungen mit selbständigen Posten betraut wer- dm und daß der Eingeborene zur Erkemrtnis kommt, daß durch Fleiß und Arbeit er viel erreichen kann. Die Kolonie zählt bei 70 000 Ein geborenen nur 3 00 Weiße. Der Gouverneur will die Eingeborenen dazu anleiten, an der wirtsck-astlichen Hebung der Kolonie mitzuatbeiten, ohne dadurch ein ftlebercheben der Eingeborenen über 'die Europäer zu begünstigen. Es ist auch gelungen, die Missionen für landwirtschaftliche Pflege zu interessieren und durch sie Musterpftanzungen anlegen Ku lassen.
Die „Sleheuer Zamitt-ndkätter" werden dem „Anzeiger" viermal ivöchenllich beigelegt, daS „Kreis&kiit für den Kreis Sichen" zweimal roöctieniltd). Die „Landwirtschaftlichen Seit» (ragen" erscheinen monatlich zweimal.
rif das Prinzregentenpaar ans, worauf die Nationalhymne gespielt wurde, welche das Publikum stehend anhörte. In >er Zwischenpause nahmen die Herrschaften int Foyer den Tee ein.
Offenbach a. M., 14. Mai. Der Prinzregent von Bayern und der Großherzig trafen gegen 11 Uhr vormittags von Darm- Itobt hier ein. Tie Herrschaften, besichtigten die unter der Leitung des Architekten Hugo Eberhardt stehenden Technisckjen Lein anstalten. Nach Besichtigung der Ausstellung von Arbeiten der ü u n st g ew e rb e s chnl e wurde der Bange w e r kschu l e und der M a schi n e nbau s chn l e ein Besuch ab- geslattet. Daran schloß sich eine Besichtigung des Ateliers von Professor Eberhardt und des Bildhauers Karl Huber, sowie der Werkstätten der Anstalten. Professor Eberhardt, bem Oberbürgermeister Dr. Düllo und Regierungsrat G a ß n e r wurde der St. Michaelsorden dritter Klasse verliehen. Zuletzt besuchten die Herrschaften noch die Offenbacher Lederwaren-Fabrik von Krumm. Der Besuch dauerte etwa eine Stunde, worauf sich die Herrschaften im Automobil nach Darmstadt zurückbegaben.
Der Prinzregent und der Münchener Mordanschlaq
München, 14. Mai. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Der Prinzregent Ludwig von Bayern hat von Darmstadt ans an Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm gerichtet:
Soeben erhalte ich die Nachricht, daß der Militärattachee der preußischen Gesandtschaft Major v. Lewinsky von ruchloser Hand ermordet worden ist. Ich bin auf das schmerzlichste berührt, daß ein trefflicher Offizier Deiner Armee in München einer so entsetzlichen Tat zum Opfer gefallen ist, und ich bitte Dich, meiner aufrichtigen Anteilnahme versichert zu sein. Ich habe das Staatsministerium des Kgl. Hauses und des Aeußern beauftragt, sofort einen eingehenden Bericht über das tiesbe- dauerliche Vorlommnis zu erstatten.
Tie Korrespondenz meldet noch: 'Der Prinzregent wird sich bei der Beisetzung des Majors von Lewinsky durch den Kgl. Generaladjutanten General der Kavallerie z. D. Freiherr v. Könitz vertreten lassen, der im Auftrage des Prinzregenten im Trauerhause einen Kranz niedergelegt hat.
politische Tagesschau.
Der Reichstag
wird bis zur Sommerpause außer der Wehrvorlage und den Decknngsvorlagen noch eine Reihe anderer Vorlagen verabschieden. Fn erster Lime handelt es sich um zwei Vorlagen, deren Verabschiedung dringend erwünscht ist, das Staatsangehörigkeitsgesetz und den Entwurf über die Errichtung von Jugendgerichten. Die Verabschiedung dieser Vorlagen wird kaum auf Schwierigkeiten stoßen. Ferner sollen die dem Reichstage kürzlich zugegangenen Entwürfe 1 über die Diätengewährung an Schöffen und Geschworene und über das deutsch-russische Literatur Mkommen, sowie die beiden demnächst zugehenden Entwürfe über die Gewährung freier Bahnfahrt an die Reichstagsabgeordneten während der Legislaturperiode und betreffend die Einführung der Konzessionspflicht für Kinematographen-Theater noch beruhen und verabschiedet werden. Wenn die Geschäftslage des Reichstags es zuläßt, soll auch der Entwurf über die Errichtung kines obersten Kolonialgerichtshofes noch jetzt dem Reichstage unterbreitet werden. Man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, daß der Reichstag sich spätestens Ende Juni auf den Herbst vertagen wird.
T-
Die Beförderung von Spätlingsbrtefen
ist, wie uns aus Berlin geschrieben ivird, seitens der Post wesentlich eingeschränkt worden, da die.se Einrichtung mir wenig benutzt wurde. Bekanntlich können Briese gegen ein Naclchorto von 10 Pfg. bei bestimmten Aemtern für entfernt liegende Bahnhöfe bis etwa 20 bis 30 Minuten vor Abgang der betreffenden Züge aufgeliefert werden und werden mit diesen Zügen befördert. Im Durchschnitt wurden bisher bei den 13 Aemtern, die solche Briese annehmen, nur etwa 20 Briefe pro Tag ausgeliefert. — Auch die von der Post getroffene Einrichtung der Abholung von Eilsendungen aus der Wohnung nach telephonischer Antrag- stcllung wird vom Publikum sehr selten benutzt.
uns 'zu richten die Güte hatten. Der- Empfang, den wir am Hofe Ew. Kgl. Hoheiten und in der Residenzstadt des schönen Hessenlandes fanden, hat uns durch seine Herzlichkeit erfreut und gerührt. Darmstadt hat uns im Festessckmmck willkommen geheißen, die Bevölkerung hat uns den Gruß aufrichtiger Shmpatlste citt boten. Ich erblicke hierin den Ausdruck gegenseitiger Zuneigung, in der Hessen und Bayern in treuer Nachbarschaft miteinander- verbunden sind und stets verbunden bleiben mögen. Ew. Kgl. .Hoheit haben das nahe Ver ivandtschaftsverhältnis erwähnt, das zwischen unseren Häusern besteht und liaben meinen hochseligen Vater, durch dessen Schwester diese Beziehungen erneut worden sind, Warle hoher Wertschätzung und Verehrung gewidmÄ. Ich sage Ew. Kgl. Hoheit warmen Tank dafür und ebenso mich für die herzliche Kundgebung ohrou den Vertrauens, mit der Ew. Kgl. Hoheit meinen Regierungsantritt begrüßen Ich hoffe, daß eS mir vergönnt sein wird, in treuem Zusammenwir!en mit Ew. Kgl. Hoheit an der Förderung der vielseitigen Interessen zu arbeiten, in denen unsere Häuser und unsere Länder sich berühren. Diese^ Interessen haben ein gemein sames Ziel: die Wohlfahrt unserer Staaten und aller ihrer Berufs stände, das Ansehen und d i e G r ö ß e des ganzen deut ichen Vaterlandes. Der Erreichung dieses Zieles alle Kraft tu widmen, ist die vornehmste Aufgabe unseres fürstlichen Berufes. Tarin weiß ich mich mit Ew. Kgl. Hoheit eines Sinnes. Ich bitte Ew. Kgl. Hoheit den Dank und die Freude über den überaus gütigen Empfang in den Wunsch kleiden zu dürfen: Möge Ew. ttfiL Hoheit lange Jahre reich gesegnet wirken, möge dem Lande Hessen eine blüheride Weitermtwistelung in allen Zeiten beschieden fein. Se. Kgl. Hoheit der Gvoßherzog, Ihre Kgl. Holwit i>ie Frau Großherzogin und das gesamte Großl-erzogliche Haus leben hoch!
Darmstadt, 14. Mai. Ter Prinzregent von Bayern em> 1ir(a heute vormittag im Residenzschloß den Oberbürgermeister Tr. <ilässing, der ihm das neueste von der Stadt herausgegebene Werk über Darmstadt überreichte. Ter Prinzregent nahm es mit Tank^an und erkundigte sich im einzelnen nach freu Verhältnissen fcer Stadt. Er sprach b em Oberbürgermeister für den freundlichen Empfang, der ihm und seiner Gemahlin von der Bevölkerung Darmstadts bereitet worden sei, seinen Tank aus.
Heute abend sand zu Ehren des bayerischen Prinz-- reqerrtenpaares im .Hoftheater Festvorstellung statt. Gerieben wurde Flotows „Alessandro Stradelta". Ms die Fürsten die große Hofloge betraten, brachte der General- iretfor des Ho st Heaters Tr. Eger ein dreimaliges Hoch
Evangelisch-sozialer Kongreß.
~ Hamburg, 14. Mai.
Unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern sozial und reliös interessierter Kreise und Organisationen, sowie von Einzelpersonen aller Stände, begannen hier im Curio-Hause die Beratungen
*«Ä*
t fj** W' «hnTÖt J,anw”lf>,
Hauptversammlung de; hessischen Landeslehrerverein;.
Bad-Nau heim, 14. Mai.
Nach einem eindrucksvollen Kirchenkonzert in der Tankeskirche, bei dem Frl. Wehrheim, Lehrer Diehl und Konzertmeister Schach t ebeck mitwirkten, begann heute früh um 10 Uhr unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung int Konzertsaal des Kurhauses die Hauptversammlung des H c s s. L a n d e s - L e h r e r v e r e i n s. Für die Schulleitung war der Leiter, Geheimerat Süffert, für die Kreisschulkommission Kreis - rat Schliephake und Schulrat Süß, für die Stadtverwaltung Bürgermeister Tr. Kayser, für das Friedberger Seminar Seminar- Iobrer Höcker, für den Geschästsfübrenden Ausschuß des Deutschen Leltrcr-Bcreins Rektor Günther-Berlin erschienen. Um 10 Uhr eröffnete der Obmann des Landes-Lehrervereins, Hauptlehrer Huff-Darmstadt, mit herzlichen Worten die Versammlung. Besonders der Willkommen an den Leiter der Schulabteilung, Herrn Geheimerat Süffert, und die Hoffnung, daß er solche Eindrücke mituehmen möchte, um gern wiederzu kommen, fand bei Lehrern und Lehrerinnen lebhaften Beifall. Diese Versammlung sei ein Feiertag für die Teilnehmer, darum seien die Lehrer stolz auf sie. Als Erzieher dürfen diese nicht bloß auf die Schulwäitde sich beschränken, sie müssen als Volksschuilehrer ihre Tätigkeit hinaus ins Volk tragen, ein lebendiges Gewebe inniger Arbeits- und Kulttiraemeinschaft schassen. Tas Gedenken an das Erinnerungs- fahr 1813 muß in jedem das Bestreben lebendig machen, daß auch der letzte im Volke wahrhafte Vaterlandsliebe und Opferwilligkeit pflegen möge. Alle als Erzieher sich vorantwoi-tlich Fühlenden verlangen beute für die * eine staatsbürgerliche Er
ziehung. Das allgemeine, gleiche, geheime Wahlrecht setzt das vormis. Der Gedanke Steins, nicht nur von oben alles Heil zu crloartcn, verlangt Bildung als Voraussetzung, aber nicht nur allgemeine Menschenbildimg, sondern mich Bildung und Erziehung zum gottesfürchtigen und treuen Staatsbürger. Drei Tugenden waren es, die das erniedrigte Preußen wieder auscrstehen ließen: Treue, Ernst unb Kraft. Die wollen >vir betätigen im Beruf, als Staatsbürger, im Verein. Für den Landes-Lehrervcrcin gilt der Wunsch, daß durch diese Tugenden er bald seine sich gestecktm Ziele erreichen möge. ^Lebhafter Beifall.)
Geheimerat Süffert dmikt für den Willkommengruß und besonders für die freudige Zustimmung, die er in der Versammlung gefunden hat. Er fei gerne hierhergekommen, um die Grüße der vorgesetzten Behörde zu bringen. Sie bringe den Bestrebungen der Lehrer Verständnis, ihrer Arbeit Anteil, ihrer Organisation Vertrauen entgegen. (Stürmischer Beifall.» Vertrauen gegen Vertrauen! (Bravo!) Das sei aber auch der Behörde gegenüber nötig, ohne das eine ersprießliche Arbeit nicht möglich wäre. Die Behörde lebe des Glaubens, daß die idealen Aufgaben nur erreicht werden könnten, wenn dabei mithelfe ein materiell gesickerter Lehrerstand. (Lebhaftes Bravo und Händeklatschen!) Das Zusammenarbeiten könne nicht geschehen, wenn jeder Teil seinen Standpunkt allein durchsetzen wolle, sondern nur durch Versenken in die Umstände und Gründe, die den anderen bestimmen. Vertrauen, auch wenn Anschauungen einmal auseinander gehen, oder es den Anschein dazu hat. Die Schulabteilung hat den Willen, alle Anregungen des Vereins vomririlslos zu prüfen Er wünscht, daß die Tagung rocht gute Erfolge zeitigen möge. (Stürmischer Beifall.)
Kreisrat Schl iephake-Friedberg spricht über das gute Emvornohmen zwischen Lehrerschaft und KreisschulkomMission und äußert sich anerkennend für die von den Lehrern außerhalb der Schule im Dienste des Gemeinwohls geleistete Arbeit, ilebhaftes Bravo!) Bürgonnrister Dr. Kayser, der im Auftrage der Stadtverwaltung und des Schulvorstandes spricht, nennt die Für- sorge der Stadt Bad-Pauheim für ihre (Schulen ein Vermächtnis aus früherer Zeit. Seine Mitteilung, daß die drei ersten Schuljahre für sämtliche Kinder gemeinsam seien, findet bei der Vor fammfung lebhaftes Interesse. Die Tatsache, daß Volksschule und höhere Schule in Bad-Naul)rim im Lehrplan organisch vor bunden seien, machten eine besondere Vorschule überflüssig. Tie Turchschnittsklassenstärke betrage nn der Stadtsclpile 38, was vor allem dem Entgegenkommen der Sck)ulbehörde zu verdau Feit sei. Seminarlehrer Höcker überbringt die Grüße des Friedberger Seminars. Seminar unb Volksschullehrerstand fühlten sich durch gleiches Gristosstreben verbunden. Rektor Günther Berlin spricht im Namen des Geschäftssührenden Ausschusses des Teutsäun Lehrervereins. Tie unruhvoUon Iol>re für den Landes Mehrer-
nstta"' * W
qA
hlW „-lidJ- A ■
MB* t seiner Gattin
SÄ
,tree M rw L M-Ii»
Deutychc Kolonien.
Einen it eiten wirtschaftlichen Aufschwun§ der deutschen Kolonie Togo will der neue Gouverneur Herzog ?bdolf Friedrich zu Mecklenburg hevbci- führen Luvch Ernsührung von neuen Verwaltungs- m a ß n a h m e n. Ans B e r l i n wivd uns bariUber geschrieben: Der IGouverneur will aus ixer Kolonie eine Art Mu st e r ko to n io schaffen und im Gegensech zu vielen Afrilanern will er zu diesem Zwecke die (Ängebovenen nicht nur als Plantugenapsteitor gelten lassen, sondern er will sie veranlassen, selbst Plantagen anzuilegen undi sich selbst wirtschaftliche Werte zu schaffen. Die (Ängieborenen- Verhältnisse in Togo sind für diese Experimente viel günstiger als anderSitvo: der Togonoger ist int allgemeinen intelligent und arbeitsam. Der Gouverneur will für die Eingeborenen Leyrkurse für den Kakao and an und die Del» patmenlültur einrichten. Die Regiierung soll beides nady* helfend fördern, und durch Landwirte sollen den Eingeborenen die Anpflanzung und die Behandlung! von Kakao gezeigt und sie zu sachgemäßer Oelpalmenkultur angehalten werden, wobei ebenfalls Lehrmeister eingestellt werden
Zwetter Blatt 165. Jahrgang
Siebener Anzeiger
General-Anzeiger für Sbrrhrfien
vor ‘24. Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses, die mit einem Festgottesdionst unb einem Begrüßungsabend eingeleitet wurden.
In der heutigen ersten Hauptversammlung hielt der Vorsitzende dos Kongresses Professor D. Otto Baumgarten (Kiel) die programmatische Ansprache, in der er'u. a. ausführte: Evangelisch- sozial und staatstron ist dasselbe, evangelisch-sozial und an die Nation gebunden ist eines. Dor gegenwärtige Rückblick auf die Zeit vor hundert Jahren und auf die Regierungszeit des Kaisers predigt uns das Gefühl für den großen Staat Friedrichs des Großen. Tiefem Staate fühlen wir uns verbunden. Wir sind stolz auf die aus der Regierungszeit unseres Kaisers hervor- leuchtenden Februar-Erlasse. Und wenn sie auch noch so traurige Nebouerscheinnngen gegeben haben, wir wollen sie nicht aufgebeu. Wir werden im Gegenteil weiter darauf bringen, baß ber Staat bic Schiitzgesctzgcbung ausbehno unb weiter ansbaue. Wir haben es aber auch ompfunben, baß unsere ganze Arbeit abhängig ist von ber Wehrkraft bos Staates Unb worben boshalb niemals seufzen über Blut- unb Wehrsteuern, die siir die Erhaltung dieses, uns allo tragenden Staates nötig sind. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser unb bcn Hamburger Senat.
Nach weiteren Begrüßungsansprachen sprach Hauptprebiger Dr. Ehr. Geyer (Nürnberg) über „Die Pflege ber Religion in ber Großstabt". Nach dem Rebner bebürfen bic kirchlichen Mittel zur Pflege ber Religion in ber Großstabt ber Ergänzung, nicht nur unter bem' Gesichtspunkte, möglichst viele Menschen religiös zu erreichen, fonberu noch viel bring en ber unter bem anberen, neue, religiöse Gemoinschasi.sbilbungon anzilbalmon. Ms solche Mittel empsehlon sich namentlich Diskussionsabenbe kleineren Umfanges, Besprechungsabenbe, Blätter mit Gelegenheit zu religiöser Aussprache für bie Leser unb religiöse Büchersammlungen. Tie ge- bUbeten Laien müssen zur religiösen Arbeit ermutigt unb möglichst ausgiebig herangezogen werben.
An bcn Vortrag knüpfte sich eine längere Aussprache.
In der zweiten Hauptversammlung behanbolte Frau Helene v. Forster (Nürnberg) bas Thoma: „Familie unb Persönlichkeitskultur". Sie ging bavon aus, baß die Familie in früheren Jahrhunberten ein geschlossenes Ganzes, eine Lebensgemeinschaft war, an ber alle Glieber der Familie persönlich kräftigen Anteil nahmen. Die Organe des Staates, der Gemeinde und der sozial- politijchen Betätigung sind verpflichtet, das lose gewordene Gefüge der Familiengemcinfckmft wieder fester zu schließen und für die Hebung der Perfönlichkoitskultur sozialpolitische Maßnahmen zu ergreifen, ebenso für die geistigen unb ethischen Bildungsbestrebungen Zweigorganisationen zu schaffen. Ein Wiebererwachen der Persönlichkoitskultur in der Familie bedeutet eine Werl- ftrigerung des ganzen Volkes, ein Sinken dagegen eine Minderung der geistigen, ethischen und wirtschaftlichen Güter aller Volksklassen.
Nach einer Aussprache wurden die Verhandlungen auf morgen vertagt.
Heer und Flotte.
Wechsel in Ma rin ekv m m an do stellen.
Berlin, 14. Mai. ckontreadmiral Trummler, zweiter Admiral des ersten Geschwaders und zurzeit El>ef der Mittelmeer-Division, wurde von der erstgenannten Stellung enthoben. Kontrea'dmiral Schaumann, Inspekteur der zweiten Marineinspektron, zugleich, mit der Vertretung des zweiten Admirals des ersten Geschwaders beauftragt, ist zum zweiten Admiral des ersten Geschwaders ernannt worden.
Ein Unfall in der Marine.
Berlin, 14. Mai. Ans dem mit der Hocksieeflotte bei Helgoland übenden Torpedoboot „S 148" wurden infolge e in er M afch inen Havarie der <M asckftni ften anwävtev Ku lisch imb der H inzer Slonina getötet. Schwer verletzt wurden Ingenieuraspirant Lüd em a nn, Ma- schinistenmaat Strötzel und Oberwärtev Kr ü g' e r. Tas Befinden der nach Helgoland gebrachten Verletzten ist zjurzeit nickft Mi günstig.
Helgoland, 15. Mai. Das Befinden der Schwerverletzten vom Torpedoboot „S. 148" ist sehr ernst. Sie hatten bis kuvz vor Mitternacht das Bewußtsein noch nicht wiedererlangt.
WZ n senleiden, ««tieieit in J: tränt ich hor^ter Bark- kn-MnnM°A ÄS ÄS wmmlosund blieb ”• trinle den lldeyetzNäglich,habe w roobl und fleiunb Die beule. H. farm ernoi. Fl K nderUmverfiiM e i. gold. Engel, gerier (c. Seibel, lager, A. Noll, C. ■ E. Noll, »sl»?, dfaden stricke etc. icklafüges Fabrikat. Yager von ca. 3090 tiert in den gang- tummem. M Sve- :c bei Angabe des ebarfs steht gern w 257 nifl Lazarus :g53 rfernipr.595


