tttrb mhtbrQn-5 800 000 Fleischschafe nach Deutschland liefern kSnnte. Südwefiafrika ist die einzig« deutsche Kolonie, m der Nordeurvpäer dauernd leben können. Der Heimaturlaub der Beamten und Offiziere verschlingt Riesensummen. Welche .Reisebeihilfe" mag wähl Herr Gouverneur Dr. Seitz bekommen, um hier erscheinen z» können? Für soziale Fürsorge für Beamte and Arbeiter ist kein Geld da. Sie fallen daheim der Armenpflege zur Last. (Sin Ivjähriger Neger hatte ein 4jährige» Kind vergewaltigt, wurde deswegen zunächst zu 18 Jahren Zuchthaus und dann, als der Rastenhaß losbrach, zum Tode verurteilt. DaS ist eine Lynchjustiz, dir um so schlimmer ist, als sie ttn Rahmen des Rechts geschah. Sie entehrt und schändet den deutschen Namen in der Welt, und deshalb wenden wir uns dagegen. Die schwarzen Arbeiter dürfen den weißen keine Konkurrenz machen.
Gouverneur für Deutsch-Südwestafrika Dr. Seitz:
DaS Urteil gegen den 18jährigen Neger wurde zurückverwiesen, weil einige Fragen noch nicht geklärt waren. Die Tat stellte stch als schwerer heraus, als man zunächst angenommen und der Junge wurde zum Tode verurteilt. Ich habe ihn dann zu 10 Jahren Gefängnis begnadigt. (Hört! Hört! b. d. bürger- Lchen Parteien.)
Die Lohnverhältnisse für dre weihen Ar- beiter sind im allgemeinen günstig; ungelernte bekommen 10 Mark, gelernte ca. 18 bis 20 Mark. Der Gesundheitszustand der Eingeborenen ist leider immer noch schlecht; die bisherigen Versuche mit Salvarsan haben einen günstigen Erfolg gehabt. Die Verbannung der Hottentotten nach Kamerun war unbedingt erforderlich; sollte sich Herausstellen, dah sic das dortige Klima nicht vertragen können, müsien wir sie allerdings nach Sudwest znrückholen. Es ist kein Hottentottcnstamm, sondern mir eine Bande, die sich wahrend des Aufstandes zusammen- gefunden hatte.
Abg. Hoch (Soz.):
Die Versprechungen, die der Staatssekretär im Vorjahre uns geyeben hat, hat er zum gröhten Teile erfüllt. Wie man die Interessen der Diamanteninduslri« weiter fördern kann, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die alte Schablone von Schutzzoll und Liebesgabe darf man gegenüber einer so leistungsfähigen Industrie nicht anwcnden. Die Interessen der Arbeiter müssen in erster Linie berücksichtigt werden. Die Hauptsache für die Industrie ist, dah sie gute Steine bekommt.
Staatssekretär Dr. Sols:
Die Interessen der Arbeiter haben wir nach Möglichkeit besser als bisher berücksichtigt. Es ist eine Schleifschule in Hanau gc- schaffen imd eine Schleiferei in Berlin eingerichtet — beides ün Interesse der Arbeiter. Der PreiSnachlah von 5 Prozent fat nicht so im Interesse der Arbeiter aewirkt, wie wir hofften. Wir haben daher das Syndikat veranlagt, die Steine den Leuten so zu liefern, wie sie sie schleifen können. Wir können selbstverständlich das Syndikat nicht zwingen, den Lohnschleifern ihr Brot zu geben.
Die Resolution wird angenommen.
Die Resolution, die eine Zurückfühmng der nach Kamerun verbannten Hottentotten in ihre süd- westafrikanische Heimat fordert, wird angenommen.
Die Etats für Neu-Guinea und Samoy werden erledigt.
Der Etat für Kiautschou.
Abg. Heckscher (Vp.)
fragt nach der Südbahn und der Hochschule. Es gibt kein besseres Mittel, um deutsche Tüchtigkeit, Kultur, deutschen Handel und deutsche Industrie zu verbreiten als die deutsche Sprache. Der Redner verweist aus die Schrift von Dr. F. Wertheimer über Deutsche Leistungen und deutsche Aufgaben in Ch ino.
Abg. Nacken (Zentr.)^
Erfreulich ist die günstige Entwicklung Kiautschous und besonders Tsingtaus. Die deutschen Unternehmungen müsien noch mehr unterstützt werden. Die deutsch-chinesische Hochschule muh gefördert werden.
Staatssekretär d. Tirpitzr
Auch ich glaube, dah Tsingtau in den letzten Wochen einen star- ken Aufschwung genommen hat. Bezüglich der Südschantungbahn können wir mir auf die Basis deS KiautschouverttageS zurückziehen. Der Staatösekrteär verweist auf seine gestrigen Ausführungen in der Budgetkommission. Deutsche Schulen in China werden wir gern fördern. Wir wissen, welchen Wert sie haben. Wir sind aber nocy nicht so weit, um 'm eine kulturelle sprachliche Konkurrenz mit Amerika zu treten. Die Krönung aller deutschen Schulen in Cchina muh die Hochschule in Tsingtau sein.
Damit sind die Etats der Kolonien erledigt.
Nächste Sitzung: Mittwoch, 2. April, 2 Uhr: Antrag Ablah (Vp.) auf ein Verbot der Errichtung und Erwerbung von Familien- sidcikommisscn, Petitionen.
Präsident Dr. Kaempf:
Ehe ich die Sitzung schliche, fühle ich mich gedrungen, den Gedenktagen, die demnächst begangen werden, ein Wort zu widmen. Die Erinnerung an jene glorreiche Zeit vor hundert Jahren gilt der Gesetzgebung von Stein und Hardenberg unter Friedrich Wilhelm HL, die das Volk innerlich befreit und zu aröfeen Leistungen befähigt bat. Sie gilt den Gesetzen der all- gemeinen Wehrpflicht aus Grund des Scharnhorstschen Gc- dankens des BolkSheereS. Sic gilt den begeisternden Aufrufen .An mein Volk!" und „An mein KriegShcerl". Sie gilt der Opferfreudigkett und dem Opfermut, den zu jener Zeit alt und jung, nrm und reich betätigt haben. Sie gilt dem ersten Auf- [flammen des deutschen Gedankens. (Beifall.)
Und nienn von tiefem ersten Anfflammen des deutschen Ge- dankens bis zur Errickstung des Deutsäien Reiches der Weg hart und dornenvoll war, so sicht das Eine fest, dah nunmehr endgültig mir alle leben unter dem sckpvarz-weih-roten Banner, bat unS beschützt. Meine Herren, angesichts dieser Tatsachen feiert das Deutsche Reich zusammen mit dem preußischen Volke und desien König freudig die Gedenktage an den grohen Beginn der staatlichen Erneuerung, an den Dölkerfrühlchg in Deutschland. (Seb= Hafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien, die sich von den Plätzen erhoben hatten. Dir Sozialdemokraten waren fitzen geblieben.)
Der Präsident entläßt daö Haus mit einem Ostergrnh in di« Ferien.
bach, Freiherr Gilbrechr von Löw zu Nieder-Florstadt, Hotelbesitzer Max Lehr-Bad-Nauhetm: a u f 3 I a h r c (1913 bis Ende 1915 Kammerdirektor Dern-Asfenheim, Fabrikant W. Rohbach- Friedberg, . _
2. Ergänzungswahlen zu mKreisaus schütz. 2,tc ausscheidenden Mitglieder Hotelbesitzer I. P. Aletter zu Bad- Nauheim, Geheimer Justizrat Jockel zu Friedberg, Bürgermeister Reuhl zu Gamback und daS Ersatzmitglied Großh. Bürgermeister Kayser-Bad-Nauheim wurden für die Jahre 1913 bis 1918 einschl. wiedergewählt.
3. Kreiskasserechnung und Verwaltungsbc- richt des K r ei s a u s s ch u s s es für R j. 1911. Tie Rechnung schließt ab mit einer Gesamteinnahme von 609 495,76 Mk., einer Gesamtausgabe von 590862,03 Mk., bleibt ein Restbestand von 18 633,73 Mk., wovon verfügbar sind 12 640,95 Mk. Tie Kreisschulden betrugen zu Anfang des Rj. 1911 474 117 Mk., am Ende 467 317 Mk., haben sich mithin um 6800 Mk. verringert. Tas finanzielle Gesamt-Ergebnis kann gegenüber denjenigen vorhergehender Jahre als ein recht günstiges bezeichnet werden.
1910 z. B. betrug der Rechnungsrest nur 901,05 Mk., und 1909 nur 712,20 Mk.) Die Rechnung, sowie der Perwaltungsbericht ür 1911 werden ohne weitere Debatte einstimmig genehmigt.
4. Antraader Gemeinde Vilbel auf Gewährung eines Zuschusses durch Kreis und Provinz zu den Kosten der Ortsdurchfahrt Vilbel. Tie Ge meinde Vilbel ist genötigt, die Ortsdurchfahrt umzupflastcrn und hat daher um Gewährung eines Zuschusses durch Kreis und Provinz zu den auf 160 000 Mk. veranschlagten Kosten gemäß Art. 19 Abs. 5 des Kunststraßengesetzes nachgesucht. Sie begründet ihren Antrag damit, daß die in Frage stehende Ortsdurchfahrt den ganzen Verkehr von und nach Oberhessen aufnehinen müsse. Ter Kreistag beschließt nach längerer Debatte das Gesuch dem Antrag des Kreisausschusses entsprechend, der Konsequenzen wegen ab zulehnen. Um der Gemeinde jedoch in anderer Weise wieder entgegenzukommen, wird ein Drittel der Kosten für Neuschaussierung und Grosipflasterung eines anderen Teils der Ortsdurchfahrt W» aus 18 600 Mk.) auf den ftrciS übernommen. Ein weiteres Drittel trägt die Provinz.
5. Voranschlag der Kreiskasse für 1913 (Rj.). Der Voranschlag bietet im allgemeinen ein günstigeres Bild wie in früheren Jahren, wenn er auch eine Umlagenerhöhung Vorsicht. Diese wird lediglich durch bestimmte Mehrsorderungen bedingt, so z. B. haben sich die Kosten der Straßcnuntcrhaltung usw. um rund 18 000 Mk. erhöht: ferner sind die Provinzial umlagen mit einem um 5000 Mk. erhöhten Betrag eingestellt worden. Der Ansschlagskoeffizient geht durch die vorgesehene Umlagenerhöhung bei Annahme einer gleichen Steigung der steuerlichen Grundzahlen wie in früheren Jahren von 19,9178 Proz. aus 20,2381 Proz. in die Höhe. Die Umlagenerhühung wird also kaum bemerkbar sein. Besonders zu erwähnen sind die vorgesehenen Kleinpflasterherstellungen. Für 1913 l ammen in Betracht die Straßen Bonames—Hombupg v.,d. Höhe, Ortsdurchfahrt Vilbel. Hierfür sind im ganzen erforderlich 182 880 Mk., der Kreis trägt hiervon 80 650 Mk., die Provinz 80 650 Mk., die Gemeinde Vilbel 21580 Mk., zusammen 182 880 Mark.
An Straßenneubauten kommen in Betracht: a) die Straße Friedberg—Bad-Nauheim (Kosten 120 000 Mk., zurzeit im Bau), b) die Straße Harheim—Berkersheim bis Landesgrenze an der Nidda Gesamtkosten 250 000 Mk. — von Kreis und Provinz genehmigt — die Zustimmung der Stadt Franl- ürt ist wohl in Kürze zu erwarten, c) die Straße Stendal— sironau (von Preußen noch nicht endgültig genehmigt. Bei der Kreiswasenmeisterei soll eine Sammelgrube hergestellt werden, in die alle Mwässer aus der Anstalt eingeleitet werden. Die Kosten sind auf 2200 Mk. veranschlagt. Der Voranschlag schließt ab mit ctitcr Gesamteinnahme und ^lusgabe von je 959 941,66 Mk.
6. Bestimmung der Straßen, die im Rj. 1914 mit Klein Pflaster versehen werden sollen. Vorgesehen werden die Straßen: Butzbach—Lieh, vorn Bahnhof nördlich Okarben bis Okarben, vorn Bahnhof südlich Okarben bis Okarben, Ortsdurchfahrt Okarben, Klein-Karben—Gehfpitz, Asscn- heirn—Bahnstation freie Strecke, Assenheim—Bahnstation, Ortsdurchfahrt.
7. Abtretung von Gelände der alten Kreis- traße Bad-Nauhei m—R ob gen an die Eisen- b a h n v e r w a l tu n.g. Der Kreistag hat sich mit dieser Angelegenheit bereits in den Sitzungen vorn 14. April 1909 und 5. Dezember 1911 beschäftigt und beschlossen, das zu dem Umbau des Bahnhofs Bad-Nauheim erforderliche Gelände zum Preise von 5 Mk. für den Quadratmeter, und das zur'Verlängerung der Unterführung der SchwalHeimer Straße erforderliche Gelände zum Preise von 1 Mk. für den Quadratmeter abzutreten. Die Eisenbahndirektion hat jedoch die Zahlung der geforderten Preise abgelehnt unb bas Enteignungsverfalwen ein- geleitet. Durch Entscheidung bes Provinzialausschusses vom 4. Dezember 1912 ist dem Kreis eine (riitschädigung von nur 1,25 Mk. bezw. 30 Psg. zugebilligt worden. Ter Kreistag beschloß, von einer Weiterverfolgung der Angelegenheit abzusehen.
8. Organisation der Krankenkasse im Kreise Friedberg. Da die erforderlichen Vorarbeiten noch nicht solveit gediehen sind, daß die Beratung unb Beschlußfassung über biefen Gegenstanb ftattfinben konnte, soll zu diesem Zweck in Kürze eine besondere .Kreistagssitzung ftattfinben.
Die Verhandlungen des Kreistages ergaben eine erfreuliche Uebereinüimmung ber Ansichten bet Vertreter des Kreises mit denen der Kreisverwaltung in den wesentlichsten Punkten.
Universitäts-Nachrichten.
— Fortbild ungsku r s e für höhere Bcrw a l - tungsbeamte und Juristen. Das Programm des 17. Frankfurter Staats unb w i r t f cha f t s - w i s s e n- schaftlichen Fortbi ldun gskn r suS für höhere Verwaltungsbeamte unb Juristen ist erfefnenen. An dem >kurs»S, ber gemeinsam von ber Städtischen Verwaltung, dem Institut für Gemeinwohl, der -?lkademle für Sozial und Handel sw i s sen schauen unb der Gesellschaft für wirtschaftliche ^Eisbildung als Gcsch'ifts filhrerin) in der Zeit vom 28. ?lpril bis Ende Juni in den Räumen der Akademie für Sozial- und Hmrdelswissenschaften veranstaltet wird, können wie bisher wieder Herren des höheren Verwalttings- unb Justizdienstes teilnehmen. Um die Veranstaltungen auch weiteren Kreisen als bisher .zugänglich zu mo m, sollen zu den einzelnen Veranstaltungen des Kursus and» Hörer zugelassen werden.
Schluß Vk Uhr.
vnror. .Hututn. >> _
6 Jahre .1913 bis Ende 1918) volclbchtz^ I. P Alciter -ar
Auheim, ik'crbtmicrcibqiticr (El;riitvpb Jakob ..Zdduoi II.-
Kreistag der Kreises Friedberg.
F r i e d b e r g , 8. März. In dem Saal über den Pferdeställen dahier sand unter dem Vorsitz des >breiSrats Sck>liephake die dies- jährigc ordentliche Sitzung des Zkrcistags des Reifes Friedberg statt.
Der Dagesordnung entsprechend, kamen folgende Gegenstände zur Verhandlung:
1. Die im Herb st 1912 vorgenommenen Ergän-
zu ngSwadlen zum Kreistag mürben für gültig erklärt. Es sind gewählt worden: a) burthbic '8 c D o 11 -- Mächtigten ber Gem eindevorstünde auf 6 I a hre 11913 bis Ende 1918): 1. im Wahlbezirk 4. Bu(>bach: Altbürger - mcifter Bernhard üä»el Bn'.bach: 2 im Wahlbezirk 3. Vilbel: Gemeinderot W. Möß Vilbel: im Wahlbezirk 7 Rodlxim
v d tz - Beigeordneter Jakobi Rodheim: 4. im Wahlbezirk 9. Wölfersheim: Rentner Phil >Mler IV. Melback»Reichelsheim: 5 im Wahlbezirk 12. Ober Mörlen: Bürgermeister Rumpf Ziegen berg' 6. im Wahlbezirk 13 Helbenbergeu Sdirnnenneti'ter forin rich Wilhelm Schaub Düdelst-nin 7. im Wahlbezirk 11. Ober« Erlenbach: Bürgermeister Fr.'^el-Ober itübadr 8. uu Wahl- hciirf 15. Groß Karben: Karl 'Silbeim Br».!- ann Dogclmuhle bei Groß Karben: b) durch die 50 Ho ch n b Nt e^u er t c n auf
Cericbtsfaal.
ä Nürnberg, 7. März Ein fast unglaubliches Sittenbild entrollte eine Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht, vor dem sich der Tischlergeselle Friedrich Haiger megett ber Verbrechen der Blutschande und des Totschlags zu verantworten hatte. Neben ihm mußte feine jetzt 21 Jahre alte Tochter Else unter der Anklage von Sitllichkensvergehen auf der 'Anklagebank Platz nehmen. Der Angeklagte Haiger wird be* schuldigt, an seiner Tochter Else fortgesetzt unzüchtige Handlungen vorgenonrmen zu haben, und zwar schon von deren 9. Jahre an. Als dem Angeklagten im Jahre 1908 die Frau starb, trat er zu dem damals 18 Jahre alten Mädchen in intime Beziehungen, die er bis in die letzte Zeit fortsetzte, '^üifeerbem verführte er vor zwei Jahren seine ziveite Tochter 'Babette, die damals 14 Jahre alt war. In einer Septembemacht des vorigen Jahres verweigerte sic sich ihm, worüber er in fo große Wut geriet, baß er auf das Ptädchen schoß. Als sie aus dem Bett sprang unb flüchtete, eilte ihr der rohe Patron nach und feuerte fünf Kugeln auf sie ab, von denen drei löbliche Verwundungen hervorriefen. Das Mädchen starb bald daraus, mi(übern es noch vernommen worden war In der Verhandlung trat der Angeklagte mit den schmutzigsten Beschuldigungen gegen seine TöclUcr auf, obwohl die Mädchen mir aus Angst ^gefügig waren Aus Verzweiflung hatte die mit angeklagte Tochter Elfe sogar schon einen Selbstmordversuch ge mach! Die Geschworenen bejahten bei Haiger die Schuld'ragen und versagten ihm mildernde Umstände, währeno bei der Ängc-
klaßten Else Haiger die Schuldfragen verneint wurden., so daß diese freigesprochen wurde. Der Angeklagte Haiger erhielt zehn Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust.
C Königsberg i. Pr., 7. März. Unter Anklage des Verbrechens gegen die Sittlichkeit standen nicht weniger als zehn Personen, die sich sämtlich an einem Mädchen vergangen batten. Das Opfer der Burschen war^eine Winschafterin, die hierher gekommen war, um sich eine Stellung zu suchen. Da sie in der Stadt fremd war, fragte sie einen der Angeklagten nach dem Beg und wurde nun üt eine einzclstchende Scheune verschleppt, wo die Straftaten trotz ber verzweifelten Rufe ber Uebersallenrn geschahen. Die Burschen ergriffen bann die Flucht, nachdem sie ihrem Opfer noch die Geldbörse gestohlen batten. Ter Gerichts^ Hof verurteilte den Haumschuldigen zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und fünf Jahren Ehrverlust. Tie übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von drei Jahren bis yi einem Jahre sechs Monaten.
Vcrmiicbtcs.
* Ter Lctte-Verein, Berlin W., Viktoria-Luise-Platz 6, macht zum Beginn des neuen Semesters auf seine Wirtschaftliche Frauenschule aufmerksam, die jungen Mädchen Gelegenheit bietet, in einem Jahreskursus alles das zu erlernen, wasfiftir die Leitung einer größeren Häuslichkeit erforderlich ist. Die Ausbildung, die gediegen unb vielseitig ist, umfaßt außer den hauswirtschaftlichen Fächern auch Unterricht in Schneidern, Handarbeiten, Maschinen- nähen, sowie in theoretischen Fächern wie Nahrungsmittel- und Gesundheitslehre, ein rache Buchsiihrung, Kür perl ehre, Krankenpflege am Bett usw. Neben ber ivirtschMichen Ausbildung iverden auch Wissenschaften wie Deutsch unb Literatur, Jugend!eljre ^Psnchologie unb Pädagogis) gepflegt. Einige technische stunden wie Turnen, Singen unb Zeichnen vervollständigen den umfangreichen Lehrvlan der roirtschaftlichen frauenschule. Nähere Auskunft — schriftlich wie mündlich — erteilt das Verwaltungsbureau des Lette-Bereins.
Börscn-Wochenbcricht.
— F r a n k i u r t, 7. März.
Börse und Industrie erwarten ungeduldig das Ende des Balkan- kn'egeS. Gibt man sich auch keinen ernsten Belorgnisien hin, fo macht man sich doch daran! gefaßt, daß die FriedenSverhandlunaen noch manche Schwierigkeiten bringen werden. Das «"efchäst bewegt sich andauernd in enacn Grenzen, zumal der Svokulation die Gefolgfctmft des PrivatvublikumS fehlt. Noch mehr als die politifcbc Vage trägt tue unerqutdli nc Situation am Geldmärkte bei. Ter Privatdiskont ist bis nahe an die Diskontrate der Reichsbank herangerückt. Ein Privatdiskont von fast 6 Proz. im März und ein Satz für tägliches Geld in der gleichen Höhe war noch nickt da. Im Vorjahre bewegte sich der Privatdiskont um 4 Proz. herum. Forscht man nach den Gründen für die'es Anziehen der Diskontsätze fo sieht man, daß sich das Wechselangebot sehr verstärkt hat, die schwere Industrie mit Hochdruck arbeitet. In der Industrie gehen infolge der politischen Lage die Gelder sehr schwer oder gar nicht ein. Die Großdiskonteure verhalten sich reserviert, weil sie ihre disponiblen Mittel für die Befriedigung der Rrcbit- bedür'nisfe ihrer Kundschaft verwenden wüsten. Dazu kommt, daß ber Geldmarkt seil 'Monaten auf seine eigenen Kräfte angewiesen ist, weil ihm die ausländischen Gelder entzogen worden sind. Zur Verschärfung der Geldknappheit tragen noch die Anleihen des Reiches und Preußens bei, zumal die Einzahlungen dafür unmittelbar vor dem Apriltermiu ftattfinben. Bei der minimalen Differenz zwischen Irivatdtskont und offizieller Diskontrate der Reichsbank wird das 3entralnoteninftitut naturgemäß stark in Anspruch genommen, und es muß damit gerechnet werden, daß sich der Status weiter verschlechtert. Die Aussichten am Geldmarkt sind somit nicht günstig und man hat auch die Hoffnung auf eine Ermäßigung be« Zinsfußes der Reichsbank aufgegeben. Dem Quartalswechsel sieht die Börse mit Besorgnis entgegen und beobachtet erhöhte Zurückhaltung. Etwas lebhafter ging es in dieser Woche nur am Markte der 2 ch i f f a h r t 5 m e r t c zu, wo der glanzende Abschluß der vansa- Dampfschiffahrts-Gesellschaft und deS Norddeutschen Lloyd, sowie die Liguidation der letzteren Gesellschaft Anregung bot. ES wurde darauf verwiesen, daß der Krieg einen Ausfall in den Ernten bet Valkanftaaten bringen wirb. DaS fehlenbe (Betreibe wirb aber aus überseeischen Gebieten gebracht werden wüsten, was zu einer Belebung der Geschäftstätigkeit führen muß. Trotzdem konnten Schifi- fahrtSroerte sich nicht völlig behaupten. Bahnen und Banken lagen meist etwas schwächer, ebenso Montan werte. Don anderen Jnduftriepapieren hielten sich nur Chennsche Werte bester. Schcideanstalt haben 15 Prozent verloren. Kleyer habet: 10 Proz., Dürr ko pp 13 Proz. eingebüßt. Schwach lagen wieder heimliche und ireinde o n d S.
Sfanöcdmntsnacbricbten*
(Nachträglich eingegangen.)
watzenborn-Zteinderg.
Aufgebote: Mürz 4. Heinrich Euler, Ncaurer in Don- Gill, mit Maria Wallbott in Steinberg. — Ludwig Schmitt V., Fabritarbciter, mit Sophia Kolmer, beide in Steinberg.
Gebor e n e: März 1. Dem Weißbinder Georg Willi Möckcl ein Sohn, Willi.
Wichtig für junge Mädchen. ctti
Wenn die Jungfrau in die Jahre der Reise angelangt ist, stellen sich oft Störungen ein sie wirb bleich, matt unb abgc spannt, Koviichincr.zcn unb Schwindclanfälle treten auf: Ber bannuasbcfchwerbcn und Riickenfchincrzcn machen sich bemerkbar. In dieser Periode ist cs wichtig, Lccifcrrin (Ovoiecithinei<en) zur i-»and zu haben, welches das Blut bereichert, die Zirkulation befördert, die Berdauung unb Vfsimilation reguliert und frisches, geiundes Busiehen frbflfit.
Preis der großen J-lafchc M. 3.—, in Apotheken erhältlich, sicher von: Universitato Apotheke u. Hirsch Apotheke zu Gießen.
Über 34,000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungen!
Eutol-Boxibons wirken ganz vorzüglich gegen Husten und. Heiserkeit
Man achte nur auf das Wort ..Entöl“ und weise Nachahmungen mit Ähnlich klingendem Namen ___________________zurück. ss^/iq y
MU Für Erholungsbedürftige und leichtere 511 RWIIflfl Kranke.•wln^bX.ucht. IlbiniUll" Kuranstalt Mothelm I. T.
i i Stunde v. Frankfurt «.M. Prospekte
H M -W J W VH durchDr. Schulze-Uhlen», Nervenarzt.
Die
eg
tl& nl.tl eoM iltrntol
*<:ino|n' LflfirW r-rnstad itiinoi "
»rlagu-. xrtne f>> llüstig'
gi die MS vorw'
Ain btt ehen Sniwieh sollte in gedenken srarkung Leise v Prograr tum ges ihm ver
Es war be mehr 1] und bc tausend in sm deutsch der lä sah der ringen, himpft nutzten kennkni höhere sagte si lagt bi tommei sireubic kommet und ar
Un und se diesen! bei! Bi sammei iUaisfeij Bauern baraus Parität ■‘Wart
böi« ber Wr herrsch! tum er burch toorber alle fi ist bar
Ai schaftli in den auch i: rechter strebte Kräfte Bauer bringe imrt b unter, deutsch! bekonin


