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Der Siebener Anzeiger erschein! täglich, nutzer Sonntags. — Beilagen: öiermcil wöchentlich Siehener,^amiIienbIÄ1er, iroetmal wöchenll.Nreir- blattsiirdenNreisSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirischaflliche Zeitfragen Ferusprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag ». Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Giessen.
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Erster Blatt
163. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhessen
Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei U. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. rL? wr dm Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhosstrahe 16a. Anzeigenteil: H. Beck.
Dienstag, 14. Zamtar 1913
BezuasvreiZ: monatlich 75 Bi., viertel- r jährlich Bit. 2.20; durch Abhole' it. Zweigstelle:: monatlich 65 Pf.; durch diePost Alk. 2.—viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Bi^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": K. 9leu»
Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Die neue Unfallversicherung.
Am 1. Januar 1913 ist das dritte Brich der Reichs- versicherungsorduung, welches die Unfallversicherung behandelt und zwar die gewerbliche, die landwirtschaftliche und die Seeunfallversicherung, in Kraft getreten. Vorangegangen ist am 1. Januar 1912 das Inkrafttreten der neuen Invalidenversicherung, und folgen soll am 1. Januar 1914 die Krankenversicherung. Ihr Inkrafttreten ist hinausgeschoben, weil die Errichtung der neuen großen Krankenkassen, welche die jetzt bestehenden Heinen Ka sen zusammentasten sollen, sich nicht so schnell hat durchführen lassen.
Wir haben die Unfallversicherung im Deutschen Reiche feit dem 1. Oktober 1885 und sie umfaßte zunächst nur die ^roß-Jndustrie, also vor allem die Fabriken, daneben die Bergwerke und den Hochbau. Sie wurde schon im folgenden Jahre auf die Eisenbahnen sowie auf die militärischen Betriebe, auf die Spedition und Lagerei, auf Post und Telegraphie ausgedehnt. Im Jahre 1887 wurden ihr auch die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter unterstellt und fast gleichzeitig die sämtlichen Erdarbeiter, besonders beim Bau von Kanälen, Chausseen und Eisenbahnen und die Seeschiffer. Im Jahre 1900 kam eine Anzahl von Betrieben hinzu, die man int allgemeinen dem Handwerk zuzählt, die aber auch mit erheblichen Gefahren für die darin beschäftigten Personen verbunden sind und die deshalb sämtlich, auch wenn sie nur mit einem Gesellen betrieben werden, der Unfallversicherung unterworfen wurden. Es waren die Schlosser, die Schmiede, die Fleischer, die Fensterputzer und die Fischer aus hoher See. Zugleich wurde auch der Handel insoweit der Versicherung unterworfen, als es sich um die Lagerarbeiten in einem größeren Geschäfte handelt; als Kennzeichen hierfür war die Eintragung der Firma in das Handelsregister angenommen.
Die Ausdehnung der Versicherung auf immer neue Gewcrbszwcigc geschah au f Verlangen der darin beschäftigten Personen, welche der Wohltaten der Unfallversicherung gleichfalls teilhaftig werden wollten. Auch die mit der Ausführung des Gesetzes befaßten Behörden, besonders das Reichsversicherrmgsamt und die Landesver- srcherungsämter, haben aus eigenem Antriebe die Erweiterung angeregt, um Lücken, die sie bei der Anwendung des Gesetzes als Härten e-rpfandeu, zu beseitigen.
_ Es kann deshalb nicht Wunder nehmen, daß die Reichs- bcrsicherungsordnung wiederum eine Erweiterung der dcr Unfallversicherung unterworfenen Betriebe bringt. Es sind folgende Betriebe jetzt neu in die Unfallversicherung einbezogen worden:
Die Apotheker, die bisher nur bei ihren Lagerarbeiten der Unfallversicherung unterlagen, sind jetzt in ihrem gesamten Betriebe, also auch bei der Anfertigung der Hcil- mittel und Arzneien, sowie im Laboratorium der Unfall- u crsicherung unterworfen. Auf Drogisten ist sie nicht in , diesem Umfange ausgedehnt, sondern umfaßt hier nach j iaie vor nur die Lagerarbeiten:
alle Gerbereibetriebe auch die ganz kleinen,
das Dekorationsgewerbe, also das Anbringeit von Gardinen, Vorhängen, Bildern usw.;
die Steinzerkleinerung;
der Betrieb von Badeanstalten; .
die Fischereien auf Binnengewässern, die Fischzucht, die
Die Radioaktivität in Oer Medizin.
Seitdem durch das Ehepaar Curie das erste Energie ans- sendende Clement, das Radium, entdeckt und dargestellt worden ist, habe» sich sofort die experimentellen Naturnnsseusckzasten dieses eigenartigen Körpers beinächtigt, um seinen Einfluß auf die Lebensprozesse zu erforschen. Auch die späterhin isolierten aktiven Elenrente, das Aktinium und das aus den Rückständen der Glüh'- strumpssablikation dargestellte Thorium, wurden in den Kreis iber Untersuchungen einbezogen, da gleich oder ähnliche Wirkungen vermutet wuroen. In der Tat ergab sich, daß die strahlende Energie der Elemente, die in unsichtbaren Strahlen besteht, es vermag, die Lebensvorgänge zu beeinflussen. Im allgemeinen tourb e als Ges et ermittelt, daß viel Strahlung zerstörend oder doch schädigend, wenig Strahlung aber wachstumfördernd wirkt. Zwischen den einzelnen Elementen untereinander bestehen jedoch Bwschiedenheiten der Wirkungen, die bisher erst zum Teil klar- gestellt sind, die aber sicherlich mit dem physikalischen Verhalten der Stoffe Zusammenhängen. Tas Körpergewebe reagiert je nach feiner Beschaffenheit verschieden unter dem Einflüsse der strahlenden Energie.
Die Wirkung der Bestrahlung der gesunden Haut sieht ganz oitders aug als die einer kranken, pathologisch veränderten Stelle. (3ei gewissen Hauterkrankungen wie Warzen, Feuermälern und den schon zu den bösdrtigen Geschwülsten gehörigen, aber dennoch gewöhnlich günstig verlausenden Hautkrebsen (Cancroiden) leistet ibie erkrankte Partie der strahlenden Energie einen größeren Widerstand als die gesunde Haut es tut, kann also ihr länger ausgesetzt rcrden. Natürlich muß die normale Haut geschützt werden, und ries geschieht wie bei Röntgenbestrahlungen, durch Bleiplatten 30er besser durch WiSmut-Blei-Pasten, die völlig die auf sie '.ressenden Strahleu verschlucken. Auf diese Weise sind, wie Prof. Ar ton Sticker-Berlin in der Berliner Klingchen Wock>enichrift irri (jtet eine ganze Anzahl der obenerwälmten Hautveränderungen mblntig und'schmerzlos dauernd geheilt wordew Ter Wunder - äckkeit (Kitter sei auch erwähnt, daß auf diese Weise em H u h n c r- iuge an der Fußsohle beseitigt werden konnte Aber auch auf )ie bösartigen Neubildungen im Innern des Körpers, die das normale Gewebe durchsetzen und ueri)rängen, erstreckt sich die Wirksamkeit der radioaktiven Substanzen. Wenn auch hier noch nicht die Hoffnungen erfüllt worden sind, so sind sie doch auch iid)t enttäuscht worden. Jedenfalls sind eine größere Anzahl doii Krebsgeschwülsten, die zum Teil von den Chiirurgen für nicht nehr operierbar erklärt worden waren, unter dem Einslnsie der Üabium und Thoriumstrahlen geschwunden, und es bleibt nur «bzuwarten, ob diese Heilung eine dauernde sein wird. Natürlich fttgent sich die Aussichten auf Erfolg, je früher die bösartige Geschwulst erkannt ist.
Teichwirtschaft und Eisgewinnung, sowie das Halten von Fahrzeugen auf Binnengewässern;
das gewerbsmäßige Halten von Reittieren, und Ställen, aber auch das nicht gewerbsmäßige Halten von Fahrzeugen, die durch elementare oder tierische Kraft bewegt werden, also z. B. von Automobilen, Autofahrrädern, von Equipagen, sowie das H-alten von Reittieren. Die Chauffeure, Kutscher und das sonstige Bedienungspersonal der Fahrzeuge und dcr Reittiere war bislang nur versichert, wenn Fahrzeuge oder Reittiere im gewerblichen oder landwirtschaftlichen Betriebe gebraucht wurden und deshalb als Zubehör des Betriebes der Versicherung unterlagen, nicht aber lvenn sie sich ein Privatmann oder auch ein Geschäftsmann lediglich für seinen Privatbedarf hielt;
die kaufmännischen Unternehmen find in erweitertem Maße der Unfall-Versicherung unterworfen. Es wird die Eintragung in das Handelsregister nicht mehr erfordert, sondern lediglich ein Umfang des Geschäfts, der über den Kleinbetrieb hinausgcht. Dies soll nach einer Bestimmung des Reichsversichcrungsamtes schon angenommen werden, wenn der Inhaber während mindestens 300 voller Arbeitstage jemanden beschäftigt, wobei die Tätigkeit eines Verkäufers nur zur Hälfte angercchnet wird. Denn die Versicherung erstreckt sich- überhaupt nur auf die technische Arbeit, nicht auf die kaufmännische; sie umfaßt jetzt aber nicht nur die Lagerarbeit, sondern auch die Arbeit im Laden beim Verkauf. Der Versicherung unterliegen nun auch die Konsumvereine, die trotz ihres oft großen Umfangs bisher befreit blieben, weil sie nicht im Handelsregister eingetragen waren; man hat beim Erlaß des Gesetzes vom Jahre 1900 au sie nicht gedacht, vielmehr geglaubt, mit dem Erfordernisse der Eintragung ins Handelsregister alle größeren Geschäfte erfaßt zu haben. Tas Versehen ist jetzt gutgemacht.
Die Leistungen der Berufsgenossenschaften an die Verletzten sind wiederum etwas erweitert worden. Der Absicht des Gesetzes entsprechend, die Verletzten einen Teil des Schadens selbst tragen zu lassen und sie nur vor Not zu schützen, war bestimmt, daß der Jahresarbeitsverdienst nur bis zu 1500 Mk. der Rentenberechnung voll zugrunde gelegt werden soll, während der Mehrvcrdienst nur zu ein Drittel angerechnet wird. Durch die Reichsversicherungs- orduung ist die Grenze auf 1800 Mk. erhöht. Betriebsbeamte unterlagen der Versicherung bisher nur, wenn ihr Jahresgehalt *3000 Mk. nicht überstieg, jetzt bis 5000 Mk. Wenn infolge eingetretener Besserung die ursprünglich gewährte Rente herabgesetzt oder gar eingestellt wird, trat die Wirkung mit Ablauf des Monats -ein, in, dem dcr betreffende Bescheid zugestellt war; jetzt erst nach Ablauf des auf die Zustellung folgenden Monats.
Im Verfahren ist eine Mitwirkung der Versicherungsämter, allerdings nur in sehr geringem Umfange, vorgesehen; aber die Bedeutung der bisherigen Schiedsgerichte, jetzigen Oberversicherungsämter, ist sehr gesteigert. Sie entscheiden nicht nur wie bisher über Streitigkeiten aus Anlaß des Heilverfahrens endgültig, sondern auch über die Festsetzung dcr nur vorläufigen. Renten in den ersten zwei Jahren nach dem Unfall und ferner immer als letzte Instanz, wenn streitig ist, ob eine wesentliche Besserung oder Verschlimmerung eingetreten ist. Der Rekurs an das Reichs- versicherungsamt oder in demjenigen Staaten, die ein Landesversicherungsamt errichtet haben, an dieses, ist für derartige Streitsachen nicht mehr zugelassen.
Das dürften die wichtigsten Neuerungen sein, welche
Die Auslösung und Verkleinerung der sonst so üppig und schnell wuchernden Tumoren ist aus eine eigentüml che Anziehungskraft (Affinität) zurückzufül-ren, welche die Geschwulstzellen auf die Strahlen ausüben, und insbesondere sind es in den Zellen die Teile^ von denen die Vermehrung ausgeht, die Kern c, die von der Strahlung geschädigt werden. So unterbleibt ein weiteres Wachstum der Geschwulst, ja im Gegenteil diese schmilzt sogar ein unb. umgibt sich mit einer dichten Bindegewebsnarbe, welche die Verschleppung der Geschwulstkeime in den Körper verhindert. Damit aber sind die Einflußsphären der Radioaktivität auf den Körper noch keineswegs erschöpft. Sie beschränken sich nicht nur auf anatomische Verändern gen an einzelnen Organen, sondern sie greifen auch in Stoffwechselprozefse ein. Allerdings ist es hier nicht die strahlende Energie direkt, sondeim die gasförmige Emanation der Elemente, die Radium- und Thormmemanation, die durch Einspritzungen oder durch Getränke dem Körper einverleibt wird, entfaltet hier eine Dauerwirlung. derartige Erfolge sind in letzter Zeit häufig bei Gicht und Rheumatismus beobachtet worden. Auch bei Bluterkranknugen sind sie angewandt worden. Hier beruht ihre Wirksamkeit im Gegensatz zu dem früher Gesagten auf einer Reizivirkung, die die Blutbildungsstätteu in der Milz und im Knochenmark -zür Produktion normaler Blutkörper anregt. Daß wir mit der Fülle der Erfahrungen, die heute nach einer Arbeit weniger Jahre vorliegen, noch nicht an das Ende der Erkenntnis gelangt sind, sondern daß gewiß noch manche Offen- barungen uns be.vorstehen, darüber kann kein Zweifel obwalten.
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— D i e N a ch f o l g e T s ch u d i s. Die Nachfolge des Generaldirektors v. T s ch n d i ist in der Weise entschieden worden, daß der Konservator Braune die Geschäftsführung der bayerischen Staatsgalerien erhält und Pros. Toni Stadler sich als verantwortlicher künstlerischer Beirat ihm zur Verfügung stellt. Braune ist, obwohl noch jung an Jahren (geb. 1880), feit längerer Zeit in den Pinakotheken tätig, seit einigen Monaten als Leiter der neuen Pinakothek, und hat sich auch,als Mitarbeiter Tschudis bewährt. Seine wissenschaftliche Tätigkeit liegt vornehmlich auf dem Gebiete der altdeutschen Malerei. Es ist etwas Neues, Museen der gemeinsamen Leitung eines schaffen den Künstlers und eines wissenschaftlich orientierten Museumsfachmannes anjuöertraucn. Nach allem, was von den Leistungen der beiden Männer bekannt ist, darf inan hoffen, daß von ihnen das Erbe Tschudis in seinem Geiste verwaltet werde.
— Franziska Ellmcn reich, die in der Geschichte der deutschen Schauspielkunst immer ihren ruhmreichen Platz behaupten wird, ist ämumehr endgültig and denn Verbände des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg ans geschieden. Ws Fürstin Isabella in der „Braut von Messina" verabschiedete sie sich, so
die Reichsversicherungsvrbnung für die Unfallversicherung gebracht hat. In ihrer Ausdehnung sowie in ihren Leistungen überragt die deutsche Unfallversicherung noch immer bei weitem diejenige aller anderen Staaten.
Die Tu kei vor der Entscheidung
Auch am gestrigen Montag mittag hat die Botschafter- konferenz wieder in London getagt, ohne daß mein über das Ergebnis etwas Bestimmtes erfährt. Das Reuter-Bureau erfährt aus diplomatischen Kreisen nur, daß der Text der Note der Mächte nach Konstantinopel telegraphiert worden sei, aber unter den günstigsten Umständen frühestens am Dienstag ober Mitttvoch dort vorgelegt werden könne. Die Note sei kurz, aber^bestimmt und gehe ohne Umschweife auf das Ziel los. Sie weise die Pforte klar und ernsthaft auf die Notwendigkeit hin, Abrianopel abzutreten und die Frage der ägäischen Inseln der Entscheidung der Mächte zu überlassen. Ändere Fragen seien darin nicht b?rührt.
Auch über die Entschließungen dcr Türkei weiß man noch nichts Bestimmtes. Ob eine Nationalversammlung schließlich zustande kommen wird? Wir erhalten folgende Meldungen:
Ein türkischer Ministerrat.
Konstantinopel, 13. Jan. Auch heute fand auf der Pforte unter dem Vorsitz des Großwesirs ein Mi- nisterrat statt, der über die Lage beriet, hauptsächlich über die Telegramme der türkischen Friedensbevoll- mächtigten und türkischen Botschafter. Trotz der offiziellen Erklärungen, die, wie es heißt, auch den hiesigen Botschaftern gegenüber wiederholt worden sind, daß die Pforte in den Fragen bezüglich Adrianopcls und- der ägäischen Inseln niemals nachgeben könne, erfüllt der bevorstehende Kolleklivschritt der Mächte die Pforte mit ernster Besorgnis. Tie Regierung ist durch ihre bisher befolgte Haltung derart festgelegt, daß sie außer Stande ist, ernste Entscheidungen zu treffen und für den Krieg oder ein Zurückweichcn vor dem Willen Europas die Verantwortung zu übernehmen. Dcr heutige Ministerrat beschloß, eine große Versammlung ein zuberufen, die alle hohen Zivilen, militärischen und kirchlichen Würdenträger, darunter die Häupter der nicht muselmanischen Gemeinschaften umfassen soll, ferner die hervorragendsten Senatoren und mehrere el)emalige -Minister. In dieser Ver- sominlnug will die Regierung alle Phasen des Krieges sowie die gegenwärtige militärische und diplomatische Lage auSeinanbersetzen. Die Versammlung soll bann ihre Meinung barüber aussprechen, welchen Entschluß bie Türkei fassen soll. Eine ähnliche Versammlimg fand vor dem russisch-türkischen Krieg im Jahre 1877 statt.
Ta im Falle der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten eine Aktion der griechischen Flotte gegen die kleinasiatische K ü st e b. fürchtet wird, wurden beträchtliche Truppenverstärkungcn nach den wichtigsten Städten des Wilajets Smyrna entsandt. Auch die Truppen in Gallipolis wurden durch Kurden und Araber erheblich verstärkt. Der zuni Flottenkommandanten ernannte frühere Marineminister, Kontreadmiral Halil, begab sich bereits nach den Dardanellen. Er soll die Instruktion haben, sich für eine entscheidende Schlacht mit der griechischen Flotte bereitzuhalten.
Der Vorschlag des Grvßwcsirs, einen National rat einzubcrufen, soll angenommen, aber noch nicht vom Sultan sanktioniert fein.
Den Konstanttnopeler Müttern zufolge ist der Beschluß
wirb uns aus Hamburg geschrieben, am Sonntag- vom Hamburger Publikum, bas der Künstlerin enthusiastische Huldigungen brachte. Mit Franziska Ellmenreich scheidet eine Persönlichkeit aus dem- tätigen Theaterleben, bereu klassische ihnift vielen Tausenden Erschütterung und Erl-iebung gegeben hat.
— Ein Denkmal für Mönkeberg. Dem Andenken des Hamburger Mirgermeisters Mönkeberg will der Hamburger Staat, wie uns von dort geschrieben wird, ein Denkmal widmen, das ein Denkmal der Bürger kraft darstellen soll. Es ist gedacht als eine von einem Löwen gekrönte monumentale Brunnenanlage. Der Entwurf der bildhäuerisck>en Teile stammt von dem Dresden-er Professor Georg Wrba, der architektonische Ausbau wurde von Professor S chu m a cher (Hamburg) entworfen.
— Ein R e g i st r i c r b a l l o n, der am 7. Dez ember vor gen Jahres von dem Aerologischeu Observatorium in Paris abgelassen wurde, tyat eine Rekordhöhe von 37 700 Meter erreicht. Tie inindeste Temperatur, die bei diesem Ausstieg gemessen wurde, betrug — 56,9 Grad bei einer Höhe von 19 730 Meter. Bei her größten erreichten Höhe verzeickmete der Ballon eine Temperatur von — 51,6 Grad und einen Luftdruck von 3 Millimeter. Der Ballon bestand aus Kautsckmk, hatte einen Durchmesser von 1900 Millimeter und einen seidenen Fallschirm.
— Amerikanische zoologische Expedition nach d e m Kong o. Seitdem der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Col. stioosevelt, durch die Ausbeute seiner erfolgreichen ^agdcxpedition nach Britifck>-Ostasr!ka die Museen seiner Heimat in umfassender Weise bereichert hat, sind in vielen Teilen des Kontments amerikanische Zoologen in gleicher Absicht tätig, um wenigstens durch die Museen für die Nachwelt Eremplare der afrikanischen Tierwelt zu erhalten, die jetzt noch vvrlmnden sind. Am Kongo arbeitet zu diesem Zwecke eine vom Amerikanisckvn Museum für Naturwissenschaften in Neu Bork entsandte Exveditiou unter Leitung der Herren Lang und C h a p i n. Nach „Peterm. Mitt." befand sie sich Ende August in Faradje und stand im Begriff, nach Avakubi mifzubrecheu unb von dort den Rückweg au die Westküste zu bewerkstelligen.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. D i e H o ch s ch u l c s ü r k o m munaleund soziale Verwaltung in Köln veranstaltet in den Tagen vom 24. Febr. bis 1. Marz 1913 ihren „1. Fortbildungskursus für Kommunal beamte und Sozialbeamte, für Stadtverordnete, für sozial inter essiette Männer und Frauen überhaupt". Der 1. Kursus wird über .,die soziale Fürsorge der koimnunalen Verwaltung in Stadt und Land" unterrichten. — Zur Förderung der geistigen Bezieh ungen zwisckxm Deutschland unb den Vereinigten Staaten erläßt die „New Porter Staatszeitung" ein Preisausschreiben für einen modernen deutschen Roma n. Der Hauptpreis betragt 3000 Mark.


