Ausgabe 
8.12.1913 Drittes Blatt
 
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Freuden zu begrüben, daß Herr Rechtsanwalt Dr. Spohr

der Angelegenheit angenommen hat.

Li.

Herr H i l b e r g mit Bürgermeister Walt

mit 4 Stimmen Mehrheit über den bisherigen

Die

Buchstaben

des am

mit sich

.. . er siegte, die Wahl jedoch werden vorge­

kommener Unregelmäßigkeiten durch Kreisausschußurteil als un

Magenstörungen, die Folge von zu viel Säure.

Hektar anbouieises Gelände verfüge, wovon 268 Hektar dem Staat, 207 der Stadt und 197 Hektar dem Großgrundbesitz ge­hörten. ., ,

F. Fulda, 5. Dez. Der 55 Jahre alte Dachdecker H o l l e n b a ch in Wiesenthal st ü r z t e bei Ausbesserungs- arbeiten an der Kirche in Wickers von dem Dache der Kirche herab und verletzte sich so schwer, daß er kurz darauf starb.

alphabetischen Namensverzeichnisses liegen

6. und 8. Dezember zu jedermanns Einsicht in unserer

UniversetHts-NaHrichten.

Der bisher,qe Privatdozent an der Wiener Universität Dr phil. Arthur Erich Haas ist zum ausieretatsnrSßigen außer­ordentlichen Professor für Geschichte der Physik an der Universität L e i v z i a ernannt worden

Ernannt wurde der Privatdozcnt Dr. med. Kurt Zieg­ler in Breslau zum etatsmäßigen außerordentlichen Professor für innere Medizin und zum Direktor der medizinischen Poliklinik an der Universität Freiburg i. Br. als Nachfolger von Prof. P. Morawitz. _______________________

Bei vielen sogenannten Manenstörungen, wie Indigestionen, tau* rem Ausstößen, akuten Schmerzen, bandelt cd sich meist weniger um ein ernstes Leiden, als um einen Gärunasvorgang im Magen, der zur Bildung von Kaien und Säure führt. Diese Gase üben einen Druck auf die Magenwand aus. der lenes bedrückende Gekübl von Bolle und von Sodbrennen verursacht, wahrend die Säure die zarren Gewebe der Magenwand angrcist. Diesen Vorgang muh man aber nicht etwa dem Magen selbst, sondern der gärenden Nahrung zuschreiben. Diese Gärung und die Bildung überschüs­siger Säure sind unnatürlich: letztere kann darüber hinaus noch gesundheitlich gefährlich werden, wenn man sie nicht bereiten behebt. Ihn der Gärt.- a cutgegenzuwirken und die Magcnsanre au neutralisieren, d. h. milde und unschädlich zu machen, genügt ein halber Teelöffel voll bisurierter Magnesia, wahrscheinlich das besti und wirksamste Nahrungs Korrcktivuni, das man kennt. Man nimmt sie in einen, halben Weinglas voll marinem oder auch kaltem Waffer sofort nach den, Esten, oder wenn man saures Aus' stoßen bekommt. Dies beseitigt die Gärung und neutralisiert die Säure in wenigen Minuten und befähigt den Magen, seinen natür­lichen Funktionen nunmehr unbehindert nadjAufommcn. Sibirier le Magnesia kann man in jeder Apotheke oder Drogerie bekommen.

- M. F. P.

Notabene! Ein Avotheker weist darauf bin, daß cs sich hierbei nicht etwa um die gewöhnliche, sondern um bifurtetlc Magnesia bandle, die nur in genau etikettierten, blauen Flakons verkauft wird, mitBisuriertc Magnesia" in das Glas selbst eingeblasen.

Landkreis Hietzen.

L. Holzheim, 5. Dez. Auf dem Gelände zwischen der Holz­heimer Straße unb der Leihgestcrner Straße, welches 120 Morgen umfaßt, soll eine große Apfelpflanzung hergestellt werden. Es dürste diese Anpflanzung die erste in Hessen sein.

R. Odenhausen (Rabenaul, 5. Dez. Nachdem vor vierzehn Tagen hier ein Ziegen zücht verein gegründet wurde, fand heute bte erste Ankörung und Aufnahme statt. Don etwa 40 Ziegen wurden nur 10 Stück angekört, die übrigen mußten zurückgewiesen werden.

Starkenburq und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 5. Dez. Steckbrieflich verfolgt wird von dem Kommando be§ Garde-Draqoner-Regiments Nr. 23 hier der Dragoner Jakob Schnellbacher mi5 Luhel-WiebclSbach von der 5. Eskadron des NegtS., welcher seit dem 1. d. MtS. verschwunden ist. Er hatte Feldmütze, Waffenrock, Reithose und Reitstiefel an, Koppel ohne Degen. Nach der Personalbeschreibung ist er 1,66 m groß, gesetzte Gestalt, spitze Nase und bat blonde Haare.

Hessen-Nassau.

X Hanau, 5. Dez. Der Kreistag des Landkreises Hanau hat beschlossen, die schon im Sommer d. I. mit 10 000 Ml. Kapital errichtete Kaiser-Wilhelm-Jubi- läumsstiftung 3ur Förderung sanitärer' und hugie- nischer Zwecke zu. bestimmen und alljährlich weitere 3000 Mark im HaushaltungSplan? für diese Zwecke bereitzarstelten. Bei der Errichtung der Stiftung ist die nähere Zweekbestim- muitfl der Stiftung einem späteren Beschlüsse Vorbehalten geblieben.

F. E. Wiesbaden, 5. Dez. In der heutigen Stadt- v cr o rd n et c n s i tzun g wurde zunächst über den Neubau des Pavillons III des städtischen Krankenhauses berichtet und dafür 317 000 Mark bewilligt. Eilt Antrag auf Errichtung eines Neu baue' an der Beausite, der mit einem Kostenaufwand von etwa 100 000 Mark anstelle des setzt dort befindlichen veralteten Ne slaurationsgebäudes treten toll, wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt. Daö D e f i z i t d c s Arbeitsamts aus dem Jahre 1913 14 wurde mit 4000 Mark auf die Stadtkasse übernommen, der Zuschuß für das Arbeitsamt pro 1914/15 auf 10 000 Mark festgesetzt. Bei der Wahl eines gemischten Ausschusses zur Prü fung der Frage, ob das vorhandene anbaureife Gelände den Er fordernisseu der städtischen Entwicklung genüge, verbreitete sich Oberbürgermeister Gl äs sing und erörterte Maßnahmen zur Vermehrung der Zu-zugsmsglichknr für Besitzer eines mittleren Einkommens uuö betonte, daß Wiesbaden zurzeit über 1188

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 5. Dezember. Wegen Meuterei ,

batten sich vier Sträflinge ans dem LapdeszuchtlMls Marienichloi; zu verantworten. Sie sollen im August d. I. sich zusanunenqerottet und mit vereinten Krä'ten einen gewaltsamen 2lusbrnch ans der Strafanstalt unternommen haben. Zn überfuhren waren indeffen nur zwei von ihnen, von denen der eine des Nachts bereits unter einem ßenftev eine große Oefsnung in die Maner gebrochen hatte, alS die Ausieher aufmerksam wurden, und der andere durch Zer- chnciden seiner Bettdecken Mittel zur Flucht geschaffen hatte. Der erste, der Sträsiing Joh Tomsik von Likai in Kram, wurde mit einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr, der andere, der Sträfling Dal. Rühl von Jugenheim, mit 6 Monaten GemngniS bestraft. Die beiden übrigen wurden, da ihnen eine strafbare Beteiligung nicht nachzuweisen war, sreigosprochen.

Ein gefährlicher Einbrecher

ist der schwer vorbestrafte Taglöhner R. G. von Gießen. Ihm werden drei Rückiallsdiebstähle,' darunter zwei EinbruchSdiebstäble, zur Last gelegt. Aus die Spur de? Verbrechers führte sein Ein­bruch bei dem in der Frankfurter Straße im Erdgeschoß wohnenden Privntdozenten Dr. 6. dahier. Dieser hatte int August ds. IS. nachts das Fenster seines Schlaszimmers geöffnet und war etwa zwei Stunden spater infolge eines Geräusches in dem Zimmer aiifgetvadit Als er cmlsah, erblickte er einen Mann ein der Nensterbrnstung, der, als er sich entdeckt sah, sogleich die Flucht ergriff und trotz sofortiger Verfolgung nicht fest- zunehmen war Zwei Tage später miirbe die goldene Kette, die mit einer goldenen Uhr dem Privatdozenten gestohlen war, von bem Angeklagten dem Juwelier Schmidt dahier zum Kans augebolen. Dieser hatte indessen bereits von der Polizei eine Be- chrei''ung der gestohlenen Wertsachen erhalten unb erkannte, daß e5 sich um die vei H. gestohlene Kette hanbclc. (iine Untersuchung bei dem Angeklagten schaffte eine Reihe weiterer durch Diebstähle erlangter Gegenstände zu Tage, so einen Holzkasten mit wertvollen Silberfarben, die der HattSverwallcrin Emma Mandler gestohlen worden ivaren, ferner ein Paar Stiefel unb eine silberne Uhrkettc, die bei einem Ginbntch in das Schlafzimmer deß Kaufmaims- lehrlmg« Heine. Sdinabcl dem Dieb in die Hände gefallen waren. Alle dtesc DiebSstucke ivill der bartnärfig leugnende Angeklagte von Unbekannten käuflich erworben haben. Er hat jedoch hiermit fein Glück. Die Kammer erfannte in Anbetracht der vielen und schweren Vorstrafen des 9lngc'Ingten auf eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren, Aberkennung der bnrgcrlidjrn G()remed)te aus die Tauer von zehn Jahren unb Stellung unter Polizeiaufsicht.

Gerichts««!.

Darmstadt, 5.Dez. Das Schwurgericht verurteilte! Uutc nacht 12 Uhr nach 13 stündiger Verhandlung den cm Jahre 1866 zu Köln a. Rh. geborenen Gendarmeriewachtmeister x. P. Paul Feit st von hjer, ber am 11. August d. I. feinen 16 jährigen Sohn durch einen Schuch in den Kopf tötete und dann einen Selbstmordversuch verübte, zuzehn Jahren Z u ch t da u s , ab­züglich drei 'Monate der Untersuchungshaft. Der Angeklagte hatte mit einer Arbeiterin ein Verhältnis, das ruchbar würde, wcs-< halb ihm Entlassung drohte, daher habe er beschlossen, feinen Sohn und sich zu töten. t ,,

Straßburg, 5. Dez. Heute abend V;10 Uhr wurde vorn Schwurgericht nach viertägiger Verhandlung das Urteil im Gift- mordvrozeß Wendel gesprochen. Die Angeklagten Frau Magda­lene Wendel und der Tagner Josef Wirt, beide aus Hagenau, wur­den wegen Giftmords an dem Ehemann, dem Tischler Michael Wendel, zum Tode und zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Landwirtschaft.

Großen-Lin den, 5. Dez. Vei ber Vieb zäbl u n g am 1. Dezember wurde folgendes Vieh gezählt: 611 Stück Rind- uieh, 260 Schafe, 984 Schweine, 498 Ziegen und 321 Kaninchen. Seit ber Zählung vom 1. Dezember 1912 ist bei bem Rindvieh eine Zunahme von 11 Prozent und bei den Schweinen 19 Prozent zu verzeichnen.

m. Offenbach a. M., 6. Dez. Bei der am 1. Dezember stattgesundenen Viehzählung wurden in der Gemarkung Offen­bach'einschließlich Forst Offenbach 113 Stück Rindvieh, 373 Schafe, '316 Schweine und 153 Ziegen gezählt: in der Gemarkung Bürgel 86 Stück Rindvieh, 314 Schafe, 149 Schweine und 147 Ziegen. Auf Ersuchen der hessischen Kaninchenzüchter wurde gleichzei­tig die Anzahl der Kaninchen festgestellt, die sich in Offenbach auf 2561, in Bürgel auf 847 Stück belauft. Im Vergleich zur vorjähri­gen Zählung bat sich der Rindviehbestand um 29, die Anzahl der Schafe um 54 Stück vermindert, während der Schweinebeitand sich um 49 Stück erhöht hat. Der Ziegcnbestand weist eine unwesent­liche Verminderung auf.

ZI Für Erholungsbedürftige und leichtere Hl AMIRH Kranke.towiS^bisüSht. |W M pWirt | ieRurarstait üofhelm i. T. I M fis S B H 9 i/iSUindo v. Frankfurt a_M. Prospekte M M UM JH U WM 11 durch6r. Schufzi-Kthleje»,Nervenar*

Börsen-Wschettbericht.

--- Frankfurt, a. M., 5. Dez.

Wenngleich das Geschäft an der Börse in den letzten 8 Tagen wieder etwas ruhiger geworden ist, kennzeichnete sich btc Grund- itimnumg doch als v o r w i c g e n d f e st. An Versuchen der Baisfe- spekulatton, die Kurse von neuem zum Weichen zu bringen, hat cs allerdings nicht gefehlt, zumal die Grundlagen für eine Auf­wärtsbewegung noch etwas unsicher sind, lücmgltenö fotüett btc Kon- imitturverhältnisse in Frage kommen. Sonderlichen Erfolg bat btc ^aissefvekulation indes nicht gehabt, vielmehr hat der htcliae Markt gute Widerstandskraft an den Tag gelegt, obwohl er tm wesentlichen auf sich selbst angewiesen war, denn von den Auslandsmärlten war die Anregung nur gering. Eine wesentliche S-tntze bot auch diesmal die befriedigende Entwicklung der GeldverhaltnUse. Außerdem liegt aber auch in dem zweifellos noch bestehenden De- coubert ein guter Rückhalt, und wenn auch nach Erledigung der Monatsliquidation die Dcckungskäuse in einem etwas^ langsameren Tempo erfolgten, so hörten sie doch keineswegs auf. Für das Ver­halten des Privatpublikums, daß allmählich anfängt, sich wieder mehr am Börsengeschäft zu beteiligen, dürste tit der nächsten Zeit von ausschlaggebender Bedeutung sein, ob, die Aufwärtsbewegung ber Kurse weitere Fortschritte macht und stärkere Rückschläge ver­mieden werden. Einweilen hält sich das Publikum von gröberen Spekulationsgeschäften noch fern: es betätigt sich im wesen tlicyen am Kassamarkte, und auch da sind es überwiegend Anlagekäufe, um die es sich hanvelt. Bevor das Publikum sich der spekulativen Beschäftigung wieder mehr zuwendet, muß aber das Vertrauen zu dem Anhalten der Besserung noch größer und allgemeiner wer­den. Ob das noch im lausenden Monat gelingen wird, erscheint noch fraglich, zumal durch den Geldmarkt, von dem letzten Endes alles abhängt, mit einem Anziehen der Sätze zu rechnen ist. Hier handelt es fick aller­dings lediglich um die zum Jahresschluß übliche Erscheinung. Wenn auch aflgemciu angenommen wird, daß das Jahr ohne sonderliche Schwierigkeiten zu Ende gehen und eine eigentliche Knappheit an Mitteln nicht eintreten wird, w wird man doch mit weit höheren Sätzen zu rechnen haben aks fritier. Hinsichtlich

Gießen, 6. Dez. Ta dieses Jahr No t st a n ds a rbcil vorgesehen und in der Stadtverordnettnsitz-ung schon vor Längerer^eir genehmigt worden ist, ist es erstaunlich, warum bis jetzt noch nicht damit begonnen worden ist, trotzdem die Arbeitsgelegenheit zurzeit sehr schlecht ist, und viele Leute arbeitslos sind. Daher möchte man dock) wissen, woran doS hingt, ist doch anderwärts schon längst damit begonnen worden. Zum Frühjahr braucht man doch keine Norstandsarbeit mehr.

*

Daubringan, 4. Dez. Bei der gestern vvrgenomme- uen Gemeinderatswahl siegten mit ziemlicher Majorität sämtliche 3 Kandidaten ber Anhängcrpartei des Bürgermeisters Walter über die Kandidaten der Gegenpartei, der Anhänger des Bürgermeister-Kandidaten, Streckenarbeiter Wild. H i l b e r g. Wenn man bedenkt, daß bei der Bürgermeisterwahl am 23. Sept.

Geschäftsstelle offen. Zur Vermeidung von Ungenanigkeiten werden die Zntereffenten um Nachprüfung ihrer Adreffen- eintragung gebeten.

Verlag des Udrehbucher für die Stadt unb den Kreis Sichen SHulstratze 7(9.

der Weiterentwicklung oer industriellen Lage haben ixe letzten Tage keine latiaciycn gebracht, die eine Aendemng des» zwar etwas zuversichtlick)ercn, aber doch noch zurückhaltenden Urteils hätten veranlassen können. Dementsprechend wurde die Richtung der Kurse auch weniger durch Nachrichten besonderer Art als dlrrch Erioäaungen allgemeiner Natur und die technischen Per- -ltnisse des Marktes bcitimmt. Neben Montan werten er folgten namentlich in Schüffahrtswerten sowie in Elek- t ri'z.i t ätsa ktien Deckungen. Bon anderen I ndustrie papieren icarcn die Aktien chemischer Fabriken wieder lebhafter gefragt und hoher: Holzverkohlung stiegen 6'/, Proz., Höckftcr Farbtverke 15V» Prvz. und Sckreideanstalt 12 Proz. Hilgers 23er zinkerec gewannen auf die Verlängerung des Zinkhüttenverlrandes 12'2 Proz. Höher stellten sich u. a. auck MetalläHwcrke 53 4 Proz., Aluminium 6 Proz., Fuchs Waggon und Tränkner u. Würkcr je 8 Proz., Elsässer Baumwollspinnerei 10 Proz., Zellstoff Wald- Hof, Lothringer Zement je 5 Pro;., Heidelberger Zement und Westeregeln je 51/. Proz., Hoch- und Tiesbml 6'/? Proz., wogegen Daimler 7 Proz. verloren. Am Bahn en markt waren wieder Oesterreichische Werte, Mittelmeer und Orientbahn begünstigt. Bankaktien lagen ebenfalls etwas fester. Beffere Kauflust be­stand auch für Staatsanleihen, die sich meist Bruchteile be­festigten, auch Mexikaner waren gebelfert. Privatdiskonto 4'/i Prozent. '

viri) gefunOes Dcukfchtum ist der Sinn ieiiicr Worte." Paazcb. Mitherausgeber des Vortrupp, hol sich m jüngster Zen o-ckanders um oic Bestrebungen zur Erküch^iq'ung des deutschen Volkes ver­dient gemacht. .

** Der Altdeutsche Verband teilt uns mit: 26-ährend die letzte Veranstattunq ber hfesigen Ortsgruppe der Vergangenheit vor 100 Jahren gewidmet und mehr volkstümlicher Art fvar, führt der Abend am näckOen Dsunerstag wieder auf das Gebiet Oer hohen Politik und zu einer Gegenwartsfrage. Dr. Alb. Ritter 'Mainz, der falt genau *er einem Jahre hier bereits einen Vortrag über ,,D entf ch land v. n b be r Ba^l kanf r ie g" hielt, wird nun bte Folgen d-S Balkankrieges für Oesterreick) und Deutschland besprechen. Zur Zeit dcS ersten PmTtrags konnte man natürlich nicht nxffcn, wie der Krieg verlaufen werde: um fo reizvoller wirs der Vergleich zwischerr der damaligen Auchaffnng mch den heutigen Ergebnissen sich gestalten

*i* Alt-Gießener Kaufhaus Es ist erfreulich, lverrn bei Umbauten untz besonders bei Herftelluxg von neuen Laden- ftonten der Charakter der Gegend uxb der Sttaße, in denen ^ic alten Gebäude stehen, gnvahrt wird. Wir haben iit_ letzfr Zeit mehrerer solcher Umbauten in Gießen, am -scttcrs- weg, Bahnhofftraste, erstehen sehen. Nun beginnt neuer- üings das Waklror, dem Zuge der Zeit folgend, aus.diesem GeÄet sich zu regen. Archttekt Schmidt hat das «lte Geschasts- !uai5 Karl Hensel, Vcilltvrstraße, im imterften Stock tn ferner Raumeinteil::ng vollständig um gebeut; *r hat den Hausettraang nack) der HtrndScUrsse verlegt und einen großen Laden geschaffen, der modernen Ansprüchen amgepaßt intb ntit vornehmen, eleganten Auslagen versehen ist. Dabei ist die Harrnonie des Hauses, ivelchcv in der Zeit unmittelbar nach dem dreißigjährigen Kriege erbaut ist, erhalten geblieben, es fügt sich /Hie rfeuc. uitfere (yrent bem Ält-Gießcncr Giebelhaus passend und unauffällig ein. Dem Inhaber der Firma Hensel, betm Kräuslnann Fritz Jung, ist das alte Bürgerhaus, gerade sv wie es ist, mit seinen traulichen Woffn- räumen in den oberen Etagen lieb und wert geworden. Mort hatte ihm geraten, HvlzfachnneiKgebäude niederzulegen unb einen Neubau zn errichten, er konnte sich aber nicht dazu entschließen, und mit ihm freut sich gSiviß heute jeder Vorübergehende, ber Ätnn sür Altgießener Einfachheit Irnt, über das schmucke alte Ge,chafts- qiauß, welches '.xttch die Kunst des Architekten uns erhalten ge­blieben ist. In diesem Jahre sind gerade 100 Jahre verflossen, -eit in dem Gebäude am Walltor ein gewisser Seipp, den man seinerzeit zum Unterschied von seinen sonstigen Nantensvettern mit Ossen-Scipp bezeichnete, ein Geschäft begründete, in dem er, wie es heuie noch in den kleinen Landstädtchen üblich ist, alle mir denkbaren Waren seilhielt. Seipp ging 1845 nach Amerika. Haus und Geschäft tvurden von einem Kaufmann Karl Hensel ermorben, Ve.r vorher bei Gelnmder Windecker lange Jahre als Reisender tätig war. Hensel starb bald nachher; denen -noch junge Witwe führte daS Geschäft bis 1880. Dann ging das Haus und Lager an ihren langjährigen ersten Mitarbeiter über, ier sich mtit dem Kaufmann Eduard Sack unter der Firma Schreiber & Sack vereinigt. Seit Ende 1897 von den Kanf- 'leuten ScrvaS & Jung gemeinsam übernommen, ist seit 1901 Kaufmann Fritz I u n g alleiniger Besitzer deS Anwesens und Jn- lhaber der Firma Karl Hensel. Das Geschäft bat alle Wandlungen eines Jahrhunderts mitqemacht. Vom KrSmerladen hat es sich im Jahre 1800 zu einem Eifenwaren- und Baurnaterialiengefchäft nebst Holzhandlung entwickelt. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde die Holzhaitdlung abgetrenut, alS V>uard Sack Haus und Geschäft an Servas & Jung verkaufte. Heute ist die Firma Karl Hensel ein Eifenwaren-L-pezialgeschäft, welches nur noch der Tra­dition halber den Brennmaterial handel beibehaltcn hat.

** A u s d e r S ch u 1 c. Der Lehrer schickt einen kleinen Jungen zur Reinigung nach Hause. Unterdessen setzt ein starker Regen ein. Der Schüler kommt etwas verspätet, aber sauber gewaschen zurück. Lehrer: Was sagte denn deine Mutter? Schüler: Ei "s wär b'r .'bir) nit ganz gant, sonst häste (hättest du) mich bei dem Wearrcr nit heemgescheckt.

gültig erklärt werden mußte, so muß dieser Erfolg bei der Ge­meinderatswahl als überraschend bezeichnet werden. Dies mag wohl darin fernen Grund haben, daß die Bürger durch die uner­quicklichen und traurigen Erlebnisse der letzten Zeit gelernt haben, nicht mehr nach der parteipolitischen Pfeife gewisser Agitatoren zu tanzen. Sie haben eingesehen, daß folgenden Sätzen eine ge­wisse Wahrheit nicht abzusprechen ist und unter allen Umständen Beachtung verdienen, nämlich: 1. Parteipolitik aehört nicht aufs Rathaus; 2. diejenigen, die es allen recht machen wollen, sind nicht die besten und diejenigen, die alles versprechen, halten am wenigsten: 3. wer allzuviel redet, leert gleichsam sein Gehirn aus und behält nickfts übrig für das Tun. Bürger! 2Zeherzigen Sie für die Zukunft diese Worte!

Spielplan der vereinigten zmnkfurter Stadttheater.

Spernyav.».

Montag, 8. Dezember, abends 1,8 Uhr:Falstaff.* Dienstag, den 9. Dezember, abends 8 Uhr: .Der fliegende Holländer.* Tlittrood), den 1". Tezember, abends '/.8 Uhr:Cosi fan tntte Donnerstag, den 11. Dezember, abends V,8 Uhr: .Ter Wider- svenfiigen Zähm-ma * Freitag, den 12. Dezember, geschloffen (G. Museums-Konzert). Samstag, den 13. Dezember, abends */,8 Uhr: Tie Hugenotten." Sonntag, den 14. Dezember, nachmittags */4 Uhr:Die luftige Witwe." Abends 7 Uhr:Madame Butterfly.* Montag, den 15. Dezember, abends V28 Uhr:Der Wildschütz."

5chauspie!hau5.

Montaa, 8. Dezember, abcubS 8 Uhv:Othello.^ Dienstag, 9. Dez. abends 8 Uhr: Anatol-ZyklnS. Mittwoch, den 10. Dezember, abends 8 Uhr:Eine Frau ohne Bedeutung.* Donnerstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr:Pygmalion." Freitag, den 12. Dez., abends 8 Uhr: .Püppchen." Samstag,^den 13. Dezember, abends 8 Uhr:Wenn ber junge Wein blüht* Sonntag, den 14. Dezember, nachm. '/.4 Uhr: .Alt-Heidelberg." Abends 7 Uhr: .Pygmalion." Montag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr: .Eine Frau ohne Bedeutung."

Eingesandt.

(Für Form unb Inhalt oller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 8. Dezember.

Ten Ausführungen des Herrn Recktsanwalt Dr. Spohr wegen Benachteiligung der Bewohner der Schwarzlach gegenüber anderen Gegenden können sich wohl alle Interessenten nur rückhaltlos an- schließen. Ich will eS mir versagen, die Fälle hier anzuführer,, in welchen die Stadt Arbeiten unternommen hat, die viel weniger dringend, manchmal sogar recht wenig nötig waren. Aber nach­dem die Anwohner wieder und immer wieder damit vertröstet wurden, das Enteignungsverfahren sei eingeleitet und nach Be­endigung desselben würde sofort mit dem Ausbau begonnen, stellt sich jetzt l^raus, daß dasselbe cigmtlich nur zur Ber schleppung gedient hat. Ganz eigenartig berührt hat cs, daß nun auck die Stadtverordnetenversammlung sich auf den Stan^ punkt stellt, die Angelegenh-eit ganz ruhen zu lassen.

Man muß sich unwillkürlich fragen, kommt denn von diesen Herren niemand mal in jene Gegend, um sich von den unmür digen Zuständen persönlich zu überzeugen? Man sollte dock meinen, dort wohnen auch Gießener Bürger, die ein Anrecht darauf haben, daß sie nicht schlechter behandelt werden, wie jeber andere.

Es wird die höckfftr Zeit, daß hier etwas geschieht und cs ist