Ausgabe 
9.6.1913 Drittes Blatt
 
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nS5m- fetttan. fe.Mdn Ä.-fi eite Di/ 'elbst gc- J bic Än'E MMhÄnTeK eingcriidt in

-t. Ömgc über der llt herrlicher Aussjchi 22Ü* r°Ä gothiiche kirche. van£>1 J NWliche Baurestr.

vauptmann Mayn

; Stobt verlegt. Gros/ uc Jäger finden Bei. : nur die Grünen und men. Züge oon Na.

ollieä. WeMuscr Honebad. Alte Stein. !ont morand) über bi; Anlagen dort. Stielt Ivürdigieiten aller Art. Stcötijsuj. Schöne, lhohen Häusern, impo- honen Brücken über Die Am 21, 28. und 29. i Ceftr. Stabsossjzitt- öand oermundel. Tn gen und bestrast. Ter i-rnindliche, zuvoriom. von Jdi)on, namentlich b Wohlwollen manch::

I. Junr 1814.

Geleite bis MoM mch Tamstadl.) ihclfe.

c ichönc Kirche, & t jungen, sreut»- t. .. , her Regen. 'inM

malsRegin.Snl.2i- t prächtigen liMienl'.n n-Monnmev'. W . noch schäme l-b.Ä-

-sch. a Sticnnt, fo> chr eintönig unb un» nt Stgtn *' idiilbe bei ME

t, W- v Soldat. Randal, hr ichmuv'ger Qbct Stabt und Gegend cts St Andre, arges. Ter Doubs-

Teluz. Mücke Tunnel. 2. Berg' nes. Früher^ ^LenünT»M ur Doubs, Spum Befort, Lesancourt. n$ Ie ?^Kol§er Gegend.

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ilr. 132

Drittes Blatt

163. Jahrgang

Erscheint ISglich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Gberhesien

es i)otf) her. Brausende Freiheitsrcdcn ertönten, die

chwcrter

Tod

serbischen

der

Literatur Art oon

Weiberknechtschaft ein SclMidsleck in der Geschicke Volkes bleiben wird.

Trinkgesäßcn, wie sie 5um Empfang der (Aaste auf den Willkomm frühen der Zünfte geteert wurden. Würdige Kinder ihrer Zeit Zechjahrhunderte" hat man ja das 15. und 16. Jahrhundert genannt waren diese gewaltigen Becher, Pokale, Kannen und

wurden zum Sck.wure gaütlt und einmütig erklang cd:

Die Mordnacht von Belgrad.

(Zur 10. Erinnerung an den 11. Juni 1903.)

Die Nacht rmnt 10. zum 11. Juni nach orthodoxer Rechnung vonr 28. zum 29. Mai der? Jahres 1903 brach heran. In der Belgrader Winkclkneipe, die den Namen des grossen serbischen OrdensZum weissen Adler" führte, ging

van Vermögen von der Steuer überhaupt Rücksicht auf die ganz erheblichen Lkus- Regierung dringend, es bei dem Fünfnnd- zu belasseit. Ter Abg. Behrens stellte die Ä ä r t n e r e i b e t r'i e b e als landwirt­

ganze Anzahl befreit. Mit fälle bat die zwanzigfachen den Antrag,

vom deutschen Willkomm.

3 m Jahre 1556 erscheint zum ersten mal in

der freundliche NameWillkomm" für eine bestimmte

Der verband hessischer vcrkehrr-vereine, dem eine große Zahl mit der Hebung und Verbesserung he* Ver­kehr-? und verwandter Jragen sich beschäftigender Verkehrs Vereine, Stadtverwaltungen usw. angchören, vertreten durch seinen Ar leitsausschus, trat am Mittn>och, dem 4. d. Mts, in A uer - bad) äh einer Arbeitssitziing zusammen, zu welcher iid) Vertreter aus Bad-Nauheim, Bingen, Mainz, Worms, Tarmstadt, Neu-Isen­burg und der Bergstraße eingefunden hatten.

Es wurde zunächst festgestellt, daß über die Beschlüsse des Verbandes betr. die Auflösung der Angehörigkeit der Verbände- Mitglieder zum Bund Deutscher Verkehrsvererne in Leipzig nicht allgemein Klarheit bestände. Es ergeht daher an alle Mitglieder dos Verbandes die dringende Bitte, ihre direkte Mitglicdsdwft beim Bund Deutscher Berkehrsvereine in Leipzig zu lösen und durch ihre Mitgliedschaft beim Verbände Hessischer Verkehrs-Vereine korporative Mitglieder des Bundes zu roeröen. Hierdurch erleiden die Mitglieder des Verbandes keine Nachteile, während sic auch keine Vorteile haben, wenn sie direkte Mitglieder des Bundes bleiben. Im (Gegenteil, sie haben als direktes Bundesmitglied höchstens eine Stimme im Bund, während ihr? Interessen durch den Verband mit 10 Stimmen im Bund vertreten sind.

Auf Antrag des neuen Vorsitzenden wurde eine Verbesserung der Organisation des Verbandes beraten. Es wurde zunächst di' Bildung von 3 Ausschüssen beschlossen. Zum Obmann des Aus- schnsses für den Verkehr mit den Verwaltungsbehörden wurde Stadtverordneter T t c m m c r Tarmstadt und zu seinem Mit­arbeiter Landtagsabgeordneter Kommerzienrat M 0 l t h a n - Mainz gewählt. Zum Obmann für den Ausschuss für das Verkehrs wesen Eisenbahn- und Automobil-Verbindungen- wurde Stadt­verordneter Stemmer - Tarmstadt und zu seinem Mitarbeiter Kommerzienrat Sch mahl Mainz, 2. Vorsitzender der Handels­kammer Mainz, und zum Obmann des gleichen Ausschusses, betr. Schisfahrt, Stadtbaumeister Koch-Bingen, gewählt. Um die Wünsche der einzelnen Provinzen zu sammeln und geschlossen dem Ausschuß vortragen zu können, wurden für Oberhessen Herr Notar Stahl Bad-Nauheim, Syndikus der Handelskam­mer Friedberg, für Rheinhessen Stadtverordneter Webel- Mainz und für Starkenburg Herr Sieben- Auerbach gewählt.,

Zum Obmann für den Ausschluß für Reklame wurde Herr Sieben- Auerbach und zu seinen Mitarbeitern die Herren W a l l m a n n Bad-Nauheim, Kod)-Bingen, Herbst-Worms und W c i d km a n n - Neu-Isenburg gewählt.

Es soll angestrebt werden, dos; dem SScrbanbc Sitz und Stimme int Bezirks-Eisenbahn rat eingeräumt wird.

Die den Verband sehr interessierende Frage des Schicksals der T i 0 r a m e n - Ausstellung der Hess. Städte und der Berg- frraßc in der Trinktüranlage von Bad-Nauheim wurde ein­gehend besprochen. Nachdem das Gvoßh. Ministerium entschieden hat, d- die Ausstellung während der laufenden Kurzeit iwch in Betrieb gehalten iverden dürfe, das; sie icdoch mit deren Ab- lauf entfernt werden dürfe, wurde beschlossen, die Ausstellung für den Rest der Kurzeit dem Publikum unentgeltlich zur Besich­tigung zu öffnen und in bescheidenen Grenzen und unter Ver­meidung größerer Unkosten und unter Aufsicht des Verkehrs- Vereins Bad-Nauheim zu betreiben. Ein Beschluß über die spätere Verwendung toitrbe nicht gefaßt, jedoch stehen günstige Möglichkeiten in Aussicht.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« ftraye 7. Expedition und Verlag: et^dl. 5Rebaftion:^a® 112. Tel.-Adr.tAnzetgerÄteöen,

TieSietzener Zamtlienblätter" werden dein .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblati für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.

dem Vatcrlandsschciitder Alexander I."

Das war das Vorspiel zu der großen Tragödie, die in der Weltgeschichte ohnegleichen fdicint, die noch in derselben Nacht ihren Höhcptittkt und ihr Ende erreichte. Tic mitternächtliche Stunde naht. Sechsundzwanzig Auserkorene erheben sich. Von jubelnden Ermunterungsrufen der Genossen begleitet, brechen sie aus, um den Beschluß des Berschwörertribunals auszuführen. Sie lenkett ihre Schritte zum alten Kanal Die anderen aber kehren in die Kasernen zurück, um dort die letzten Vorbereitungen zu treffen. Als kluge Strategen haben die Offiziere in den vier Straßen, die zum Konak führen, Bataillone aufgestellt. Bor der rufftfd-cn Gesandtschaft stehen dräuend zwei Batterien Artillerie. Ter .Perschwörerzug naht sich dem kleinen Tore des Palastes. Es ist unverschlossen, benn der Offizier vom Dienst ist auch einer vom Bunde. Int Hofe treffen sie einen Gendarmen, einen treuen, biederen Menschen. Tie Verschwörer stürmen auf ihn zu. Einer will ihn auf ihre Seite ziehen, such: ihn mit Reden zu betäuben. Da, gerade will der Verdutzte antworten, durchbohr, hm eine Reoolverlugel das Gehirn. Damit ist das Signal zum Angriff gegeben. Tie sechsundzwanzig stürzen auf die innere Türe zu, die ja nach einer vorher getroffenen Verabredung geörnct sein soll. Aber der Versdyvorer Oberst Naumovitsch, dem diese Auf­gabe oblag, batte sich auch an dem Schlaftrünke, der den lonigs- trcucn Offizieren tückischer weise verabsolgt worden war, b'- causchk. Tic Meine Schuld büßt er mit dem Leben. Ta erlischt Aötz.lich das elektrische Licht. Jemand hat die Drähte durch­schnitten. Wütend jagen die secltsunüzwanzig durch ^ic Gänge auf der Sude nach dem Schlafzimmer pes Königs. Sic können es nicht finden. Ein Hauptmann erscheint mit Soldaten. Er bringt Kerzen: die sechsundzwanzig brauchen nur noch zu folgen. Ein .Qradtfn: wieder werden Dhnamitpatronen geschossen, die die Türen sprengen. Im Gange hinten steht ein Soldat mit dem Gewehr in der Hand Er ist der Hüter des königlidren Schlafgemaches.Id) habe'strengsten Befehl ....." Ter Arme kann den Satz nicht vollenden. Hochanf spritzt sein Blut! Der ftönig und die Königin erwachen au» schwerem Schlummer. Sie ahnen, was ihnen bevorsteht. Waren doch längst Anzeichen genug vorhanden für ihr Schicksal. Die sechsnndzwcmzig brachen durch die Tür. Im Rahmen halten die Vordersten inne. Sie

Montag, 9. Juni 19(3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sthen Universitäts - Buch- und etcinbrucfercu R. Lange, Gießen.

Arrs Stadt und» fand«

Gießen, 9. Juni 1913.

** Tageskalender: T r i n k e r s ü r s 0 r g e st e l l e für Stadt und Landkreis Gießen, Gießen, fttslerweg 9. Sprechstunde: Jeden Dienstag abend von 6l/28 Uhr.

Boni Gr0ßh. Hof. Der Großherzog und die Groß Herzogin, die am Donnerstag der Beisetzung des Prinzen Hermann von Stolberg-Wertiigerode in Wernigerode beiwohnten, trafen am Samstag in Langen ein. Von dort begaben sie sich nach dem Schloß Wolfsgarten.

** LandesUniversität. Die Gesamtzahl der Studierenden im Sommerhalbjahr beträgt 1535, davon sind 841 Hessen und 595 Nichthessen immatrikuliert, 3 als Hospitantinnen, 40 als Hörer und 56 als Hörerinnen ein­getragen. Den Fächern nach verteilen sich die Studierenden

Humpen. Aber sie zeichneten sich nicht allem durch Umfang ans, sondern meist auch durch künstlerische Schönheit, edles Material und burd) den gewinnenden Reiz einer humoristischen Sinnigkeit. Sie lehnten sich in ihrer Pforrn an die Gewerbe-Abzeichen der ver­schiedenen Zünfte an, und so gab cs Willtommc in Gestalt von Hüten, Schissen, Stiefeln, Tonnen, Kanoneil uff. Tic Nürnberger Schneider z. B. harten seit dem Jahre 1586 einen wahrhaft reizen­den Willkomm. Es war ein großer Becher aus Edelmetall, der die J-orm eines Fingerhutes zeigte. Auf dem Tetfel stand ein kleiner, zierlicher Putto: in-der Linken hielt er, gleichsam wie eine Varize, eine ihn selbst überragende Nähnadel, mit der Rechten führte er natiirlid) nicht das Schwert, sondern die Schere. Willkomme gab cs aber nicht mix auf den Stuben der Zünfte: Jede Stadt, jedes Schloß hatten ihre mehr oder weniger berühmten Bewill- kommgefäßc, die bei festlichen Begrüßungen Dienst taten. Beliebt waren namentlich auchSturzbecher", die man gefüllt nicht aus der Hand setzen konnte. Ter Slurzbccher der Stadt Erfurt be­stand aus einem trichterförmigen Becher, der keinen Fuß zum. Stehen batte, sondern in einen weiblichen Kopf endete. Solche Becher mußten natürlich verkehrt, mit dem Lippenrand nach unten, hingesetzt werden. Ein bofrbclicbter, später noch oft imitierter Scherzbecher dieser Zeit bestand aus einer Jraueniigur, deren Rock als Becher diente, und die zwischen den erhobenen Armen einen halbkugelförmigen, kleinen Becher hielt, der beweglich war, und so beim Kippen der ganzen Figur dock seine richtig'' Lage be­hielt. Beide Becher, sowohl den kleinen als auch den Rod der J-rau füllte man gleichzeitig mit Wein und bot das Ganze zuerst einem Herrn, der ohne etwas verschütten zu dürfen den großen Beck;er leeren mußte, um bic Figur bann seiner Tarne hin­zureichen, Tür die der kleine bestimmt mar.

Tem Trinker Schwierigkeiten zu bereiten suchte auch mancher Willkomm" auf fürstlichem Schlosse. Berühmt ist die lebens­große, vergoldete, ho-hle Auerhcnii' aus Silber, die feit alten Zeiten dem Gast bei feinem ersten Besuch im Schlosse zu Schwarz­burg kredenzt wurde. Tamit der gute Tropfen aber nicht allzu bequem in die Kehle rinne, wurde dem Gaste zuiiächst das<ste- ichmeide" oder dieJungfrau gut" vor das Sinn um den Hals gehangen nämlich ein herber, mehrere Jahrhunderte aller Holzklotz. Ein lieberrasdmngswillkomm war auch lange Zelt im ^chwarzburger Zeughause zu sehen: Ein Zinnkrug, auf dessen Boden rollende Kugeln lagen, die dem unvorsichtigen Trinker gegen die Zähne schlugen 1 Aber keinen falschen, sondern einen wirklich gutgemeinten Willkomm bot ein unvergessener Becher anderer Art: TerSchlotzbecher des Lüneburger Sd)akes" ihn bot man zur Stärkung und Aufridttuitg den Steuerzahlern an, wenn sie tanen und ihren Beutel einer schmerzhaften Erlecchte« rung unterstehen lassen mußten.

sehen die leeren Betten und schreien:Hier ist ja fein Mensch'" Regungslos aber stehen Draga und Alexander in ihren Nacht- gewändcrn vor den J-cnstern. Sie |d}.einen gerettet, Denn die Mcxdbubcn stürmen davon.

Mittlerweile aber ist die ganze Belgrader Garnison in Auf­ruhr. Kaum hären die Massen, daß man das Königsvaar noch nicht gefimbcn hat, als sic zu wüten beginnen. Selbst an den Modeln fühlen sie ihr Mütchen: alles wird zerschlagen, zer­brochen, zerrissen. Nad dem Berichte eines Ven'chworenen gleicht der Palast einem Kartoffclfelde, das von Wildschweinen au'ge- mühlt worden ist. Königin Traga und ihr Gatte haben sich mittlerweile in die enge Loggia geflüchtet, welche die doppelten Fenster bilden. Draußen fahren Kanonen auf. Tie Königin glaubt sich und ihren Gemahl gerettet, sie öffnet das Jenster und ruft:Her zu uns! Wir [eben noch!" Nicht das emsige treue Regiment, wcldws ihren Namen trägt, ist eS. Ihr antwortet nur das höhnische finden der Morobuben, denen sie fidi verraten hat. In wilder Unordnung stürzt alles die Stufen hinaus, ins Zimmer hinein. Ter König lauert in der Nähe des Jenstcrs am Jußboden. Aufrecht und stolz steht Die fast nackte Königin in blendender gebieterischer Schönheil vor ihm. In ihrer Ruhe ist sic wahrhaft intponierend. Sic deckt mit ihrem Körper beit Leib des Gatten. Tie vordersten halten zurück. Ta durchbricht die feierliche Stille ein SckMß. fincr der Jüngsten hat zwischen den Reihen der Ramcradcn hindurch auf das Königspaar ge­schossen. Ta erwacht auch der Mut der anderen wieder. Traga und Alexapdcr fallen von Schüssen durchbohrt zu Boden und dann beginnt eine widerwärtige Metzelei, die mit Worten nicht zu schildern ist. Ter Leichnam des Königs fliegt zuerst zum Fenster hinaus. Wie toll stürzt sich die Menge darauf los. Jeder such r feinen Tanz auf dem Körper des Toten zu machen. Im Nu ist er eine formlose Masse. Tragas Leib aber wird von unten nach oben aufgesckkitzt und zerstückelt, bevor auch er der Menge übergeben wird.

Tas war das Drama des letzten Obrenowitsch, ein Trama, das durch ewige Zeiten trotz der hochtönenden Phrasen von Vaterlandsbefreiung, von der Erlösung mtS Tvrannenmacht uno

Der Vehrbrittog der Landwirtschaft.

:: Berlin, 7. Juni.

~ Der Bubgetausschuß des Reichstags hat nnt heutigen Samstag die gestern abgebrochene Beratung über die Be­rechnung des Wertes von land- und forstwirtschaftlickien Grttndstücken sowie von bebauten städtischen Grundstücken für die Heranziehung zum Wehrbeitrag zu Ende geführt int großen uno ganzen im Sinne des bereits gestern skizzierten Zentrumsantrags. Tann vertagte man sich zum Montag, ido man mit der ersten Lesung des Wehrbeitra^s zu Ende zu tommen hofft.

Aus der Beratung sei hervorgehoben, daß zunächst die Regierung eine schätzungsweise Ücbcrsicht gab über den mutmaßlichen Ausfall an Auftommen für den Jall, daß das Zwanzigfache des Ertragswertes nach dem Anträge Erz- berger. angenommen wird, an Stelle des Jünfundzw anzig- fachen des Regierungsentwurfs. Wenn der Ertragswert auf ca. 33 Milliarden angenommen wird, so ergebe sich ein Ausfall von e a. 3 0 M i l l i 0 n e n bei durchschnitt­lich 5 Proz. Durch diese Herabsetzung werde natürlich eine

schastliche Betriebe zu rechnen. Gegen den Antrag wurde von fortschrittlicher Seite der Charakter der GärtNLrei als reiner Gewerbebetrieb ins Feld geführt. Tie Einwendungen gegen den voltsparteilichen Antrag, der die Abschätzung der landwirtschaftlichen Grundstücke nach dem P a ch t w e r l in V e r b i n d u 11 g mit dem K a u f w e r t vorschlägt, seien nicht stichhaltig Ter Ertragswert sei auch nach der 1906 von dem Jinauzminister Rheinbaben geäußer­ten Ansicht eine ganz un>ichere Grundlage, und ähnlich habe sich jogar der Konservative von .Hennigs-Techlin aus­gesprochen.

Ter preußische Generalsteuerdirektor wandte sich gegen den Antrag Behrens, sowie gegen die Schätzung bebauter Grundstücke nach dem Ertragswert nach dem An­trag Erzberger, die auch sehr viele Schwierigkeiten in der praktischen Veranlagung ergeben würde. Ein national- liberales Mitglied erkannte an, daß man bei der Er­tragsberechnung die Bewirtschaftung mit fremden, ent­lohnten Arbeitskräften zugrunde legen müsse, doch könne es sich nicht darum handeln, als abzugsberechtigt etwa eine hohe Besoldung für die Besitzer eines großen Gutes hinein­zunehmen. In vielen Teilen Deutschlands würde das Ver­mögen auf Grund der Ertragsberechnung ungefähr den Tatsachen entsprechen, in anderen Teilen aber wesentlich davon abweichem Im ganzen würde der Antrag Erzberger den Betrag der Steuer wesentlich zusammenschmelzen lassen. $er Redner würde den Regierungsentwurf, das Fünf- undzwanzigfache, vorziehen. Der voltsparteiliche Antrag gehe nach der anderen Seite zu weit und würde die Land­wirtschaft zu ungünstig behandeln.

In der A b st i m m u n g wurde der Antrag der Volks­partei abgelehnt, der 3cnimm»antrag mit dem Zwanzig fachen als Ertragswert und Berück- sichtigung des Wertes entlohnter^ fremder Arbeitskräfte angenommen mit den Stimmen der Konservativen, des Zentrums und eines Teiles der Na­tionalliberalen. Ter Antrag P a a s ch e - E r z b e r g e r, beim Ertrage der land- und forstwirtschaftlichen Grund­stücke auch die Verwertbarkeit eine s I a g d r e ch t s zu berücksichtigen, wurde gleichfalls angenommen. 2er Gärtnereiantrag Behrens wurde abgelehnt.

Montag 10 Uhr Z-ortsetzung.

Kreis Friedberg.

fi. Friedberg, 8. Juni. Bei dem vor 14 Tagen ab­gehaltenen 3. We11erauer Reiterfest erzielte der Reiter-Verein einen Reingewinn von 1100 Mk. Hundert Arbeiter arbeiten zurzeit am neuen Personenbahnhof. Das Empfangs- und das Verwaltttngsgebäude sind bald sertig- gestellt. Am 15. Juli findet die Ucbergabe des Bahnhofs an die Eisenbahndirektion statt.

r. Bad-Nauheim, 8. Juni. Ter gestern abend im Konzerthaus abgehaltene erste Ball ohne Toiletten- zwang hatte mindestens 600 Teilnehmer Tänzer und Zuschauer bereinigt. Allgemein herrschte der Wunsch vor, daß die Veranstaltung möglichst bild wiederholt werden möchte. Für nächsten Sonntag steht unserem Badeplatz ein hochinteressantes sportliches Ereignis bevor. Auf unserem Golfplatz wird die Hocketz Mannschaft des Frankfurter Turnvereins 1 86 0 und der Deutsche H 0 ck e h k lu b Hannover ein Revanchespiel veranstalten. Beim vorjährigen Wettspiel blieb Hannover Sieger und errang den Pokal der Kurverwaltung. Frankfurt soll sich in diesem Jahr in sehr guter Form befinden und so dürfte es ein heißes Ringen geben. Das heutige Doppel- tonzert Kurkapekle uno GesangvereinFrohsinn" auf der Terrasse wies einen M asseybesuch von Kurgästen und der einheimischen Bevölkerung auf. Die Leistungen des Vereins fanden sehr freundliche Aufnahme. Ter Diri­gent, Lehrer B e ch t 0 l s h e i m e r, der den Verein seit bei­nahe 20 Jahren leitet, wurde durch einen prächtigen Lor- beerkranz ausgezeichnet.

Starkenburg und Rheinhessen.

M. Offenbach, 8. Juni. Ter seit mehreren Wochen entbrannte Kampf der Offenbacher Schweine- metzger-J n n u n g gegen die Stadtverwaltung wegen der Errichtung der städtischen Schweinemetzgerei und Wurstfabrik ist auf gütlichem Wege beigelegt worden, nach­dem in der am Samstag abgehalteiien gemeinschaftlichen Sitzung des städtischen Teuerungsausschusses, des Schlacht- hauSausschusscS und der Vorstände der Fleischer-Innung und dcS Schweinemetzgcr-Vereius eine Einigung auf der Grundlage erzielt wurde, wonach sich die Metzger vorbehalt-

iuic folgt: Theologie los, Rechtswissenschaft 115, Medizin 338, Tierheilkunde 213, Philosophie 41, Pädagogik 13, Mathe- matik 67, Naturwissenschaften 78, Ebemie 41, Pharmazie 28, Forstwissenschaft 35, Landwirtschaft 92, Geschichte 19, Klassische Philologie 63 und neuere Philologie 185. In der Zu­gehörigkeit zu deutschen Staaten außer Hessen und zu arißer- dentschen Nationen sind: 386 Prelißcn, 61 Bayern, 13 Sachsen, 14 Württemberg, 19 Baden, 6 Mecklenburg - Schwerin, 1 Sachsen-Weimar, 7 Oldenburg, 1 Sachsen-Meiningen, 13 Sachsen - Koburg - Gotha , 3 Anhalt, 1 Schwarzburg- Sondershausen, 1 Waldeck, 2 Neuß j. L., 1 Lippe-Detmold, 2 Bremen, 6 Hamburg, 12 Elsaß-Lothringen, 3 Oeslerreich- Ungnrn, 1 Schweiz, 2 Großbritannien, 1 Italien, 1 Belgien, 27 Rußland, 1 Schweden, 1 Norwegen, 2 Serbien, 1 Finn­land, 1 Nordamerika (Ver. Staaten), 1 Kanada, 2 Japan zugehörig. Hiervon sind 30 Studentinnen.

** Di c H ofbi b lio t h c f zählte am 31. März 1913 5 4 6 5 1 2 Bände am 31. März 1912: 552 463 , sie kommt also an Größe den Bibliotheken in Dresden und Stuttgart nn- aeiähr gleidr Im Lesesaale wurden 1912/13 non 16 089 Be­suchern 26 315 Bände benutzt 1911 12 von 13 709 Besuchern 19 852 Bände). In Darmstadt wurden au 6479 Einwohner 17 342 Bände abgegeben 191 I 12 an 6351 17 540 , im Groß- Herzogtum Hessen an 2732 Entleiher 9561 Bände ver­schickt 1911 12 an 2442 8697). Tic Gesamibenutz,ung außerhalb der Bibliothek betrug 9470 Entleiher und 27 823 Bände 1911/12 9086 Benutzer, 27 566 Bände . Tiefe Zahlen beweisen, daß daö seit Jahren bemerkbare Anwachsen der Benutzung, namentlich im Lescsaal und aus dem Lande, aud) im letzten Jahre unge­halten hat.