Samstag, 6. vezemver |9i5
€rfies Blatt
165. Jahrgang
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Die heutige Nummer umfafet 26 Seiten.
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zurcnlcn. Mit der löeicfrkuniaintg de- frieqBarrtd)thtuen Berfa vcn5 wird man zunächst überhaupt nichts ansangen können B
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, Tas Phantom" von Hermann Vahr.
(Urauf ührung im Tarmstäd:cr StabLbeaterj
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allen seinen Lor üaen. die im unterbauenden Dialog Irenen: auch manäc aciüvolle SnCunj! und manche gut beobachtete Figur nn.'ti sich darin Sin anderes Gesicht zeigt uns der neue Bobr aber nicht. 5r m der n^k.g? Soöttn: geblieben, der aus die Schwächen und Eullkeirrn und vor allem auf die toeLwerbessernden
Gießener Statttbcatcr
Pygmalion.
jkomödie von Bernard 5 6 o tu.
Das „Berliner Tagebla tt" schreibt:
Man wird schwerlich zu dem Ergebnis gelangen, daß die Ent- scheid'ing von Donaueschingen geeignet sei. die Situation wieder ein- — - ... - - * •—^—sah-
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Nr. 28!
Ter •kfcrucr Anzelßer erscheint täglich, anser Sonntags. - Betlagen: vie rinn ( wöchentlich tir|K«tr5«ellkwMtltrr jioeiinat iröd fnil.Kieit: bloHftir6e«Krtii6iffcee (TimiLiq im&rfreiiOQl; zwei i el mnnoit. kaak »irtlchoflllch« i< illraje r rfi i'piidi. Anschlüße:
Verlag n. Expedition 51 Adresse tot Tevllcken:
Anzeiger Sieben.
Annahme van Anzeigen ffit die Tagecniiminer bi« eormülag* 9 Uhr.
Ikern der Menschen seine Pfeile richtet und auch zumeist gut zu ir.fien w ist , . , -
Tie Aufführung des Darms: Mer SoskheaterS war unter Bruno Harbrechts Leitung in o'l n Teilen lobenswert TaS flotte Tempo : !i über Längen besonders IM dritten All himvtg Ten £t Schmort iricltc fturt Ehrlc und bewies auiS neue. dar. cc auch im Gesellst- astSstück f men Mann zu stellen weist Was seine Nolle an Charakter enthält, machte er iH tbar. i bnlottc £ 14 als nrflit V:r war echt m ihrer Un.rfabre-ih i: um - ''wär. mere. Den Bcrsübrer tmDer Willen gab Brmw varprcdit. Er t-rmie> glüdlid) die Gefahr, nur Marahiur m werden, wozu ric Holle in minder geübten Landen leicht verleiten mag Frau Müller Rudolvh war a s Schwiegermutter mit dem <ioig pol. ternr-cn aber doch gutmfiiiien Weien ausgezeichnet und konnte es zu e.nem Son: rrriolq bringen. Frau Meisner war als Frau McgaiümSiefrcLirin lolctt und doch versülirerrsch
Bruno Slümke.
lickes <stüd. TSrrftnr Zteinaoelter leitete,
Tie.dluNuhrung. dre E> - ^UL nn^ in munterem
war dank ""er^ glückliche - - Zn'^auer von !. >ug tu
Auizu7mch-bÄ^u Auch biceinädn« iciftunjer. waren rechl
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— Ein neues Fugendwerk Rembrandts entdeckt Ein großes Gemälde von Rembrandt, cm b<-dennarneS Fugendwerk des Meisters, das wohl noch in Lenden entstand, ist gegenwärtig im Haag zu sehen unb errett in der stunstwelt das gcbüst'-ende 9lun>hen Wie im „(Surr'ne" berichtet wird, stammt da- Bild, das bis b'utc unbekannt geblieben war, a:i England. ES stellt einen Mann m blauer Hemdrnbluse dar, wie sie noch bis vor einem Fahrzednt in Holland allgemein von den Müllern getragen wurde Der Targestellte, der hdi augenscheinlich soeben einen Gänsekiel mgrdminrn bai — a hält ibn in d-er einen Hand und in der andern ein Mei'ier — hat einen Stoff geö'sneter und geschlossener Bücher vor 'ich liegen, wahrend aut einem Brett zur Linken lederne d'cldsäcke auigestavelt sind Ter Kopf des Mannes kehrt in Bildern Rembrandts häutig wieder: man hat den Torgcstellten wohl fälsch- hdb als „Rembrandts Later" bezeichnet: doch war er vielleicht ein Bluisrerwandter von Rembrandt und stand au seines LaterS Mühle in De.iebunz Der deberri<chende Farbenton ves Bildes ist das lichte Blau der Blu'e, das mit dem echt Rembrandtkchan "Braun der im wundervollen Helldunkel gehaltenen Bücher und Papiere vortreif- lich zuiammengeh:. Lbwohl im ganzen Berk des Meisters kein Stück verkommt, das mit diesem eine besondere Uebereinsttmmung zeigt,
tritt doch die eigentümliche Technik seiner Frühzeit so klar zutage,
spricht sich der Charakter seiner ftunft so deutlich aus, dast es nur
em Berk dieses Meisters sein kann Die Leinwand trägt keine Be- zeichnuna, doch haben es vorzügliche Kenner, vor allem Lode, al- echt anerkannt
— Gin interessanter Liszt-Fund Aus Leipzig wird uns geschrieben: Die erste Fassung der „Elocke: de Getrne" von Liszt, deren Ertsten; in völlige Vergessenheit geraten war wurde von Bruno Hinze Reinhold. oer bekannlltch vor kurzem al« erster Lehrer an die Grostderzogliche Mufikickin primär berufen wurde, im dortigen Li'zt Museum au'c tnden . 1 äe erste Fassung ist von auf; \
gearbeitet und für den Spieler Höch t dankbar '??rr - mv .v.xxv hold wird sie am 14 D-ezember zum ersten Male in Leipzig lPillen.
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Tas Phantom" ton Bohr, eine Komödie m drei Akten, die beute" im Darm ’ i't r vostbcotcr zur er .en Auts .hrung gelangte, brach.e es kaum üb r e.nen Achtung.erfolg, dem nun einem Ler- lasser io vieler amüsanter Stücke schuldig ju jein btmidm Ate truvn ersten Akte des Stückes habm einen tlotren Dialog, der brüte Akt dagegen fällt ab. da in ihm die Moral von der <3e- । fch.di: etwas zu breit behandelt wird
Enn junges Ehepaar lebt solange glücklich, bis eines Tages • tie Frau hd: m einen Mann verliebt, der ihre Liebe aber nicht erwr.'ert Sicki seine Frau zurückzugewinnen und sre von der m ihrer Ppanta ie lebenden Liede, von dem Phrntom zu berreren, bat fick Tr Schmore in .'.m Hopf geübt & üt an luitiger und lei»en.kluger Bursche, der d,e Dinge bcderridu und tub nicht von i'.ncn beherrschen lä-'t £r kommt nur den Einfall, den Gegen statü der unglücklichen Liebe seiner Frau in 'ein Vaus zu schleppen, kam st der Theosoph und Legationssekretär dort bekennen toll, datz er auch Frau Luz Itrbt Die- gei'd^ebt aber nicht. Und 10 bei läge besehen, schaut der „falsche Fnder" ganz anders aus, als wenn er m seinem stimmungsvollen ixim ferne Welt Weisheit 'einen vielen Ber^brerrnnen omapft. Mit dieser Vorführung im eigenen xaus verschwindet auch für Frau Lnz das Fdealbild Am Ende must aber doch der Mann ferner Frau Abbitte für den geistigen Ehebruch der Frau l.isten „Bir Männer sind doch an allem Schuld." Dies der BeiSheir le^ter Schlux.
DaZ Stück ist, wie man zu sagen pflegt, ein echter Bahr mü
dann, statt das Ukbel bet der Bürzel .zu fassen, sein unbedachtes Bart Dt>n der L^vpresse, die alles Undetl aitfle- richtet habe Und der Retchslanzler, der über hu* Elemente der Staatslunst doch befjer Bescheid wissen sollte, sand erst am zweiten Tag der Beratung sich bereit, zu unterstreichen, das-, Fehlgriffe und Geschesmistachtung ihre Sühne sittden sollten Es wurde auch erhärt, brr Leutnant v Forstner fei streng bestraft worden, aber das glaubte niemand mehr, da ihm iq "Gelegenheit gelassen worden war. vorläufig in her Geh’entführet t hoch erhobenen Haupte» über seine Be schuldiger zu triumphieren.
Nein, es hat nicht nur daran gefehlt, dast der amt liche Aufklärttngsdienst seine Obliegenheit richtig erfüllte, sondern cs sind von vornherein die richtigen Mastnahmen versäumt worden Ter schuldige Leutnant musste alsbald, ohne einem Druck der erregten Bevölkerung zu folgen, von seiner Behörde aus freiem Ermessen verübt werden Die An feiner Bestrafung müsste längst bekannt fein. Warum hat der Reichskanzler gewartet, bis er gerufen wurde? Er Halte von vornherein in Donaueschingen die staatliche Notwendigkeit durchsepen müssen. (Heftern abend wurde nun verkündet, dast da. Regiment Nr. 99 einstweilen für unbestimmte Zeit auf den Truppenübungsplad nach Hagenau verlegt worden sei. Dir begrus.en diesen Beschlust, obgleich er der Wirkung einer rechtzeitigen MastnaHme nicht gleichkomnit. Es ist notwendig, auch daraus hinzuweifen, dast unserer Reichs» regierniig zurzeit noch der geschickte amtliche Pressedienst fehlt, wie ihn z.B die bancrtfd>e Regierung seit einiger Zeit besit t Es genügt doch nicht, immer die .s?est- und Seniationspre'se müstig zu beklagen, man must ihr auch wirksam entgegenarbeiten Fr>i'ich nicht in dem Cüifte, wie der oberste Beamte es im Reichstag getan bat. Denn Unter- redungen mit dem Kaiser vorher uncrläf'.ltch notwendig srntzz so ni'ist er aulge licht werden, wenn er a-rade abwesend sein sollte, sonst wird es dabei blctb.m, dast die Herren Sebcbour unb Pefrotes die Pau en ausfülleii. lieber beten Tonorl, die in der schadenfrohen Feslst'-llung der schmäh idien Behandlung eines Unteroffiziers der Reichskanzler hat sie als unwahr gekennzeichnet) ihren Gipselpiinkt erreichte, laßt sich viel Neues nicht mehr sagen.
Giesten, 6 Dezember^
Vernarb Sbaw kommt diesmal anders als sonst: wie der Müll, kutscher in seinem neuesten Werk vastt auch er sich der „Moral de MittelstandeS" an und wo er früher mit bitterem geistelte, ba fih.-lt er :e»i nur Zwar ganz vermag er leine scharfe äungc alücklicherweiic nicht ;u vihmfii, und fo fällt denn in dem blendend Stb m*bö- nil rtn« I'«1” "STt*"’» ”
schlief lick, ist ..Pirgmalisn , der alS B ich b.i »vt^djer tn cRrrlin erfdm-nen. doch nichts andere», als eine lustige satire aui > n i^lehrtendünket, auf die g'iellsck inuche B.rlvgenbeit und au' bie Emporkömmlinge, die sich schon ,ür.gebildete Memchen halten, wenn iie anständig iprcchen können und 'ich m ibretn 3Üfnehmen et mafi von dem Benehmen der Mullkiit'cher unterscheiden ^
‘ Mit enicm eigenartigen ersten Aufzug beginnt das etud rojh- renb eines Gewiii.-rs unter dem Tor der «t dmüskirche. wohin firti v rfchiedene Menschlein vor dem Regen geiluditet haben J)\tx ii<bt X'iqqu-.v. der lr.'ckw.'dlwei'e Pr^te ivr>er A?denetik zum ersten- mal Eliza das Blumenmädchen. Eine Weite mit 'einem «''rciind Pickering veranlastt ibn zu dem seltsamen B-r'uch. binnen sechs Monaten aus dem gewöhnlichen, am der re träne graR Blumenmädchen eine Dame der vornehmen Sdt lu maAen^inbem er ihr auf den Grundlagen seineS^vhonetlichen -v tems die Lvracke Her Gebildeten beibringen will *er Denuch gelingt, obgleich sich der gute Proieisor selbst recht ikgelbatt benimmt, unter drm guten K m rp,rfini Pickering: eher mm döch'ten Ernaunen des k>'^.ggn ^üdl und
83? wehrt e» sich dagegen, nur eine Maickine zur Vfrüorbrmgung S hS l' u nu fein, und brenn: fchl.estlich durch, zur Mutter SräroieiToi? Ta aber erkennt der gelehrte Herr, dar, er 'ich
Werk verliebt hat ir-.e einst Pmrmau.'n in das inne und er Jfin j,.,. NflA "'iadcheu. das ihm noch am Tag zuvor ern tat. °» Mn 3r.ud.cn .cSr
Stan! bcnb,m»Kbn«n «unbar.cn S.n s „.^rieben iü. verliert in der bochdeut'chen Ueberfegung natur b0 --S mnnrne* von dem allem schon durch den Dia'^kt a-.-icbenen aemah manche, von 0 no(j) cinc rvülle des Sire- usrig, Vumor. adrr auch gezwungenen Gang des Stückes unter
beiter l Gestalten, aber die sonst be; -bam jo ’lott
lefsor, daS liiw »H«® lauit öicamal wie cm um::: Sieienbad.- ÄÄÄmU und Umnwflcn. Si V. ern zu. bür,«.
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nach Donaueschingen besohlen, um weitere Bortrage über die bclanntcn Borgange in Zadern entgcgenzuneiinten xci >1 a i s e r H a t d a r a u f b e st i tn m t, d a st d » e G a r n i' 0 n von 3 a b e r ti bi# au f weiteres n a ch be ni Trup- ten ü b ungsplad verlegt wird. Die jchtvebenden ir,eg s gerichtlich en Bers ähren werden mit Beschleunigung durchgefuhrt werden
Der Kaiser in Stuttgart.
Stuttgart, D?r Der Kaiser ist Heute adenb 5* Uhr im Sonderzug aus Donaueschingen Hier eingetros* sen ^ur Begrüsuiig am Bahnhof hatten sich eingesunden, der König, die Herzöge Albrecht, Philipp und Albrecht Philipp von Württemberg und die männlichen Mitglieder des loniglichen .Dauses, zfriegsministvr v Marchtaler, der lomntandierende General v. Fabeck, der .stommandeur des Dragoiierregiments Rr. 2.'> Oberstleutnant v Gleich und andere Rach Borstellttng brr beiderseitigen Gesolge auf dem i! ahnsteig verliest der Kaiser mit dem König die Bahnhoss- Halle, an deren Ausgang die Burgergarde Stuttgarts Aufstellung genommen hatte. Unter stürmischen 3urnien t'1 * * * * * **1" nach Tausenden zählenden Menschenmenge unb des spalier- bilbenbcn Fnngbeutschland-Bundes fuhren der Kaiser und der König im Automobil in» Resibenzschlost, wo der Kaiser vr,«i der Königin begrüstt wurde Ter Kaiser hat in dem Clbrnburgcr Zimmer Wohnung genommen
Rach dem Diner besuchte der Kaiser in Begleitung deS KönigSpaares zunächst die Borftel.'ung im Kleinen Sxiufc des Lostheaters, wo er Dem zweiten Alt von „Fig a rock Hochzeit" beiwohnte. Dann begaben si,i> die Mafest.iten in das Groste Hau», wo Schillers „Lied von bet Glocke" vorgetragen wurde Der Kaiser trug die Uniform setneS DragonerreaimentS; der König war in .^usarenunisorm erschienen Auch die Mitgli.der der lönig- heben Familie unb das Gefolge des Kaisers wohnten den beiden Porstellungen bei.
Eine Proteslversammluiig gegen Vie Zabrrner Borsülle.
Frankfurt a M, .. Tez. Lanblagsabg.ordnetet Pfarrer tforell (Fngellieini 1, her heute von einem längeren Aufenthalt im Elsaß» u rückkehrte, sprach Henle adenb auf Grund seiner persönlichen Eindrücke vor einer stark besuchten, von der Fortschrittlichen Bo.kspariei ein berufenen öffentlichen Versammlung nbcr „Zabern" Fn einer ein- mutig angenommenen Entschlief ung legte die Versammlung Protest ein gegen den vom Retchstan'.ler aufgestillten Grundsap, dast die Militärgewalt bcsugt sei, sich selbst Recht ui verschaffen, wodurch der Militärgewalt ein auster der Verfassung stehendes Vorrecht eingeränmt wurde: zu danken sei der demonstrativen Einmütig.eit de» Reichstages, womit Verwahrung gegen die Ausnahmestellung der Mil Urgewalt eingelegt wurde, unb schliestlich sei zu erwarten, das; der Reichstag die Unterordnung der Militärgewalt unter die bürgerliche Reckteordnung durchsetze.
Prefsestimmen.
□ Berlin, 6. D e>
politifebe Wocbctifchatt.
Gießen, 6. Dez.
Run hat auch Herr v. Bcthmann Hollweg am gestrigen Freitag in Donaueschingen geweilt, unb mit einem Mißtrauensvotum bec Reichstags in ber Mappe trat er vor ben Kaiser hin. Die Falle von Zabern haben schon einmal, vor den Reichstagsverhanblungen, m Donaueschin gespielt. Ter Kriegsminister hatte sich bort für fein „festes" Auftreten die kaiserliche Ermächtigung geholt, unb nach Zabern hatte man, um die letzten Funken auszulöschen, einen Gencralmaior entiandt. Alles ganz in ber Stille. Ten Maß- gebenben schien alles in bester £ rbnuno zu fein, unb bem Reichstag sollte bttrch ein paar Villensworte ber Kopf zurecht gesetzt loerben.
Und nun ist doch alles anders gekommen. Auf die katfer lieben Blitze ist ein ohrenbetäubenber Tonner gefolgt, unb bic Lust war immer noch nicht gereinigt, nmbbcm Herr v. Beth mann Hollweg im Reichstag zum zweiten Male feine b schwichiigend Stimme erhoben hatte. Zn Donauefchingen mußte man sich nachträglich darüber einig werden, daß noch etwas geschehen muß unb baß bic politische Treffsicherheit nicht einfach mit bem Säbel erstürmt werben kann.
Es hat uns überrasch!, baß Weber ber Reichskanzler noch ber Kriegsminister bie Zaberner'Vorgänge anbers darzustcl- len vermocht haben, als es vorher in ben Blättern zu lefrn war. Es ist 1 ich einmal ti V rmutung a s ;cfp ochen worben, bast hinter ben lugendlicheii Läfierern, tie uas militärische Aufgebot veranlastt haben, eine p anmästtge Hetzerei von Erwachsenen gestanbcm habe-, im Gegenteil, es mußte ttn widersprochen bleiben, baß Zabern bis bahin eine gut bcutfd'c Stab! mar, bic nur Ine Heine Zahl von sranzö i|d) iprrd'cnbcu Einwohltern zählt. Ter politi.die Eharaller ber Stabt mit ihren s*XX) Einwohnern ist sre,konservativ. Der Kriegsrninistcr äußerte zivar einmal bei ber zweitägigen AuSeinanbcrsetzung: „Bringen Sie einen anbern Okift in bic Bevölkerung'" Aber er ließ es bei bicser Anbeutung bewenden, unb so steht oud) bic Annahme offen, bast nadj feiner Anschauung bic Zabcrncr mehr Berstänbnis für bic kleinen Entgleisungen bes Leutfiants v. Forstner hatten beweisen müffen.
. Man kann sich schwer vorstelfen, baß bic Regierungserklärungen im Reichstag noch unzulänglicher hätlen aus- fallen lonnen, als sie es marcu. Man erwartet vom Volke, das, cs stolz aus ba» Heer unb seine Einrichtungen sei und will ihm doch nicht gestatten, über bic orbnungsmätzige Haubhabung bes militärischen Apparates eiscnüdNig zu Wacken Fst es nicht begreiilick unb sogar zu billigen, das; wegen der Verschlungen des LeumanlS v Forstner ein Sturm des Unwillens durch baS Volk ging? Es ist vom Rc- gicrungstisch keinerlei Einwenbung gegen bie Behauptung gemacht worben, daß ber Leutnant seine Eliäiscr habe an- treten lassen mit ber Meldung . „Fest bin em Wackes. Ist daS nicht ein grober Mistbranch der Beschlsgewalt, der von ber Presse im Znteressc bes Heeres pNichtgemast ge- bratibmarlt werden mußte? Herr v. Falkenhann aber sprack.
Die vesp'echung von ronaMcfcbhgcn.
Donaucschiiigen, <> Dez. Ter Reichskanzler ist in Begleitung seines Adjutanten Frhrn. v >-cll ab Finrnendingen im Sonderzug um 11 Uhr 20 Min hier einactroffen. Auf dem Bahnhof wurde der Reichskanzler von dem Fürsten zu F ü r st c n b e r a , dem Generalobersten v P l c s s e n und dem Gesandten v T r e u 11 c r empfangen Der Reichskanzler bci'ab -ich ins fürftlidyc Schloß zum Vortrag beim Kaiser.
Der Stat:halter von Elsast-Lothr,ngen Grat v. Wedel und der lommandierende General des 15. Armeekorps von Deimling sind heute früh turz nach 10 Uhr hier cin- qctroffcn unb haben sich alsbald nach dem fürftüdjeu Schlosse begeben. , . ...
Donaueschingen, 5. Dez. Ter K a i, e r hatte für heute Vormittag ben Reichskanzler, ben Statttaher Grasen v. Webel und den kommandierenden Genera! v Deiml.ng anförethenb. Ganz vorzüglich war Herr R 0 11 e ck als Professor Higgins: mit blendenhem Dm fdmf er eine köstlickie Jtiur btf •m orbcnthdirH, pedantifchen Gelehrten, dem anßcrb.ilb f’tner v. nm irfiatt alles fremd und wertlos i"t Das Sliimcnm.ib4)ri spielte .vrl o i n b e rf ebenfalls mit trelslichcr Eharakt. ri :ik Zwar nnien mir ihr Sdireirn anfangs etwas zu wild, aber im \ ueitrn Teile wucks ftd) ihr Spiel zu einer lehr feinen und wirklich icelenvolle-.i Dar fl- hing aus, die alle Anerkennung verdient. Sehr gut war auch »err Pc» lck al* Cbcrfl Pickering, bei aller verschrobenen Gelehnamkeit doch auch ein Mann von Welt, und nickt ganz unbekannt mit den Gefühlen der Aerrn-ken. A is dem MüllkuNcker machte Herr Goll einen ganzen Kerl, der trotz feiner Sonderlichkeit dock nut bnben Beinen fest im Leden stand Eine liebe, gute -rrm ©»gim« gab Frl Frenzel, voller Rockficht und Ledensklugheit E,n vrack- tige* Hausmüttcrdien, ganz Sanftmut und Güte, war Frb Martini als Frau Peares Zu erwähnen wären noch Frl. Aathu- fiud als Frau Hill, Frl. Rabe als Clara und Herr Kohler al» Freddy N-
MM Mnui’r.-I»:
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Gietzener Anzeiger
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IM- pol 1t. Teil lug. Goetz;
General-Anzeiger für Oberhessen
Uolationrdruck inö Verlag der Vrühl'jchcu Univ. vuch und Zlkindruckcrcl R. Lange. Rcbaftion, 4rpfbition unb Drndcrei: Sd^ulftra^ 7. Anzeigenteil: H. Beck.


