Ausgabe 
8.5.1913 Erstes Blatt
 
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Statut Ächt, sechs Monate sorher ent dttttes Ästnstiahr an zuordnen unter Beruf ung auf die durch die neuen deutschen Rüsstrngen verursachten dauernden Notwendigkeiten. Diese Frage kann nur durch ein Gesetz geregelt werden. Die willkürlich und ungesetzlich xurückbehaltenen Soldaten werden das Recht haben, gegen diesen Mißbrauch der Gewalt beim Staatsrat Beützwerdc ?(u erheben. Diese Uebereilirng, diese Brutalität, diese-? Staats ftreichdekret, durch das zweirnalhunderttausend Soldaten in den Kasernen xurückbehalten werden sollen, kann nnr die Wirkung haben, die Bewilligung der deutschen Militärvorlagen zu beschleu­nigen und dem französischen Militarismus neue Vorwände zu liefern."

Aus Argentinien.

Die argentinische Parlanrentssession wurde durch eine Bot­schaft des Präsidenten eröffnet, welche darauf hstuveist, daß Argen­tinien sich eines vollen Friedens erfreue und die Rente einen höheren Kursstand erreicht habe als jemals, daß der Handel aufblühte, die Einwanderungszifscr im Jahre 1912 die Ziffern früherer Jahre übertraf, daß Gold ins Land komme und daß die auswärtigen Beziehungen vorzügliche seien. Die Staats­einnahmen während des ersten Vierteljahres 1913 überstiegen die des gleickjen Zeitraumes 1912 um 16 Millionen. Die Ein­fuhr ist im Fahre 1912 mit 384 855 000 Pesos mehr als um 18 Millionen, die Ausfuhr mit 480391 000 um 155 Millionen höher gewesen als ini Vorjahre. Der Ackerbau schreite fort, die Anbaufläche l)abe um eine Million Hektar zu­genommen, die Ernte habe 1912.13 Millionen Tonnen betragen. 1820 Kilometer Eisenbahnen seien erbcnrt, das ganze Netz zähle jetzt 32 624 Kilometer, ferner seien 1730 Kilometer Telegraphen­linien neu erbaut.

Heer und Flotte.

Ein Unfall in der Marine.

Berlin, 7. Mai. Gestern abend kenterte bei Hörnum das Beiboot des TorpedobootesG. 89". Die darin befindlichen Personen, der Kommandant Kapitänleut­nant v. Zastrow mit den To r p c do-o b e r m at r o s e n Dorn und G-eb Hardt sind ertrunken. Tie Leichen sind noch nid# geborgen.

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Berlin, 7. Mai. DasArmee-Verordnungsblatt" ver­öffentlicht unter den Fonnationsverärrderungcn usw. anläßlich des Neichslwushaltscrats 1913 u. a. folgende Neucrrickitungen mit der Gülligkeil vom 1. April 1913 an: l$ine Inspektion der Eisenbahntruppen, Standort Berlin, mit einem Inspektor der EisenbcihutrifpPen iDivisionskommandeur5 einen Eisenbahnbrigade­slab für bic zweite Eisenbahnbrigade, Standort Hanau, mit einem Brigafe>elommandeur, ein Artilleriedcpot in Altona unter Wegfall des Ärtillerienedeneevots in Stade und eine Geschoßfabrik Span­dau. Vom 1. Juli 1913 ab: Ein Remonte-Depot aus dem Vor­werk Weniwhnen im Kreise Rastenburg, vom 1. Oktober 1913 ab: Achtzig Maschinengewelwlom^pagnien, ein Kavallerieregiment Jäger zu Pferde Nr. 7, Standort Trier, eine Ofnzierreitschule in Sol­tau, zehn Scheimrerserzüg'', ein Eisenbahnbataillon, Standort Berlin, eine Funkenschnle, die mit der vom Telegravhenbaraillon Nr. 1 übertretenden Stammabteilung der Kavallerie-Telegraphen­schule zu einer Kriegstelegravheuschule, Standort Spandau, ver­einigt wird. Der Etat erhöh' sich bei den höheren Trupvenbe- sehlshabern um erneu Armee-Inspekteur für die bestehende Armee- Inspektion, außer dem oben anfgezählten Inspekteur der Eisen­balmtruppen und dem Kommandeur der zweiten Eiscnbahn- brigade.

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Z n m Bischof von M ü n st e r wurde Kapitularvikar und Gmeratvilär Johannes Poggenburg gewählt. Der Gewählte war Gcmeralvikar in Münster und ist in Beveringen an der Weser geboren. Er stehl im 51. Lebensjahre.

Aus Stadt und Lund.

Gießen, 8. Mai 1913.

Die Zeitung im Dienste des Unterrichts.

Schon in Schulverord-ttunqen, die vor 100 Fahren her- ausgegeben toitrben, ist auf die Zeitttng als Unterrichts­mittel hingewiesen. Ein regeres Interesse hat dieses päda­gogische Problem aber erst in letzter Zeit gefunden. Ver- suche, die man in DanKig anstellte, haben bewiesen, daß die Zeitun-g als Erziehungsmittel wohl zu verwenden sei. Verschiedene Artikel der Tagespresse finden in Volksschul- lesebnchern Aufnahme. Ereignisse, die allen Schülern aus der Zeitung belannt sind, finden als Anknüpfungspunkte für unterrichtliche Besprechungen naturgemäß bei den Kin- bent weitgehendes Interesse. Namentlich gevgrnphische, gescknchtliche, naturwissenschaftliche Mhandlnngen der Zei­tung, die meist dem neuesten Stand der Forschung ent­sprechen, sind ein treffliches -Quellenmaterial für Unter­richtslektionen, z. B. Polarexpeditionen, Erdbebenregistrie­rungen. War auch für die religiös-ethische Erziehung kann die Zeitung von großer Bedeutiin-g werden. Da die Schule den Ki»dern so viel von den.Heldentaten aus vergangenen Zeiten erzählt, kommt bei ihnen von selbst der Gedanke: Sind denn in unseren Tagen Hekdensinn und Opfermut ausgestorben? Man verschreit unsere Zeit immer als die, welche mtr vom Materialismus beherrscht wird. Die Tages- presse gibt uns die beste Antwort, daß dem nicht so ist. Sie erzählt von kühnen Männern, die im Unterseeboot im Dienst des Vaterlandes den Tod fistben, die inö bren­nen be Bergwerk eindringen, um die Kameraden zu retten, die bei der Eroberung der Luft ihr Leben aufs Spiel setzen nsf. Solche Beispiele des starken Menschcnwillens erwecken in der Jugend Nacheiferung und erwecken ziel­strebiges Wollen. Denn hier werden die Erfahrungen des Lebens noch frisch und warm in Bildungsgut umgesetzt, und gerade die Note des Lebenswahren, die den der Tages­presse entnommenen Ereignissen anhaftet, wirkt stärker als alle Beispiele, die für uns bereits die antike Patina angesetzt haben.

** Bahnpersonalien. Ernannt wurde techn. Bureau Aspirant Gersten b erg (früher in Gießen) zum technischen Eisenbahnpraktikanten, EisenbalMgehilfe Ilgc Ml Brrtzbach, W i n g e f e l d zu Bermutshain, B i n g c l zu Niederwalgern, Stur nr und Nicolaizu Gießen, D o w i c zu Friedberg und Ze zu Großen-Linden zu Unterassi­stenten. Verseht wurde EisenbahnassisteiU Bartel von Eitorf nach Wetzlar, Ackermann von Gießrn nach Eitorf, komm. Eisenbahn ass ist mit Klingelhöfer von Gießen nach Bad Nauheim, Stationsaspirant Nürnberg von Butzbach nctrti Frankfurt, Lokomotivführer Rutosski von Gießen nach Frankfurt, Dangendorf von Gönnern nach O^iehen. Belohnungen erhielten die Lokomotivführer Weber in Frankfurt und Schäfer in Bad Homburg, weil sie das Ueberfahrenwerden von Personen verhütet haben: die Schrankenwärterin Groth in Alsfeld, weil sie durch besondere Aufmerkjamkeit und schnelles Handeln bei Löschung eines in Brand geratenen Schneeza-unes größeren Schaden verhütete.

Die Landwirtschaftskammer hatte am Dienstag die Inhaber der Sammelstellen für den Pflanzenschutz- dienst, sowie die Landwi rtschaftS lehre r zu einem JnstruktionSknrsuL eingeladen, wobei Regierungsrat Dr. Appel-Dahlem von der Kais. Biologischen Anstalt einen Demonstrations- und Lichtbilder - Vortrag über die Be­

kämpfung der Pflanzenkrankheiten,besonders bei den Kartoffeln und anderen Hackfrüchten, hielt. In der Land­wirtschaftskammer fand gestern eine Beratung des Milch- verwertungS-AuSschusseS statt, zu der and) Ocfonomic« rat Dettwe«ler-Kl.-Winternheim, Direktor Hirschel-Friedber und Direktor Dc. Krüger-Darmstadt zugezogen waren. Es wurde beschlossen, über die Verkaufs- und BerkehrSoorschrifteu, besonders auch den Fett- und Schmutzgehalt der Milch, die Hergebrachten Wünsche an der zuständigen Stelle zu Gehör zu bringen.

** Tierscha u zu Grünb erg am 3. Pfingst- fei er tag. Um den Anmeldern für die in letzter Stunde wegen Klauenseuchegefahr abgesagte Kr e is s chau zu Gießen einen Ersatz für die bereits getroffenen Vor­bereitungen zu bieten, wird der Landwirtschaftskammer- Ausschuß im Mai zu Grünberg, Gießen und Lich Tierschauen mit besonderer Abgrenzung der Beschickungs­gebiete veranstalten. Eine solche Tierschau finbet am dritten Pfingstfeiertag, nachmittags 1 Uhr, in Grünberg statt und erstreckt sich auf die' Vogelsberger au§ dem Bezirke Grünberg, die Ziegen aus den Bezirken Grünberg und Geilshausen-Londorf und d<w veredelte Laubschwein. Es sind zur Prämiierung angemeldet in der Abteilung Vogels­berger : 5 Dullen, 20'Kühe, 6 Familien und eine kleine Sammlung: in der Abteilung Ziegen: 8 Böcke und 40 Ziegen: in her Abteilung Schweine: 3 Eber, 8 Sauen und eine große Sammlung. Während an der Beschickung mit Vogelsbergern und Ziegen eine größere Anzahl, meist kleiner Landwirte beteiligt ist, werden die Schweine aus der vom Laudwirtschäftskammer-slusschuß anerkannten Stammzucht des deutschen berebeiten Landschweines zu Winnerod zur Schau gestellt. Wenn auch mit Rücksicht auf die eigenartigen Verhälttnsse der Beschickung und Zu­lassung kein allgemeines Bild von dem Stand der Vieh­zucht in dem Bdschickungsgediet zu erwarten ist, so kann doch angenommen werden, daß die auf dem Gebiete der Viehzucht in der Gegend erzielten Höchstleistungen ver­anschaulicht werden, denn an der Beschickung von Kreis- schauen pflegen sich nur die besten Viehzüchter des Kreises zu beteiligen. Aus diesem Grunde dürfte die Veranstal­tung allgemeines Interesse bieten und eines Besuches wert sein.

** Besi chtigun g des städtischen Schlacht- h o f s. Am Dienstag traf im ^Schl-achthof eine Avyrdnung der Stadt Dillingen ein, um die neuen Anlagen zu be­sichtigen. Die fünf Herren, darunter der Architekt Freese- .Köln, der bereits 47 Schlachthäuser gebaut hat, erklärten, sie hätten bei uns viel Neuerungen gefunden, die ihr höchstes Interesse erregt hätten. Man sei in Gießen bei der Schlacht­hofseinrichtung sehr praktisch zu Werke gegangen: sie hätten hier vieles gesehen, was man selbst in großen Städten nicht finde.

Zur Jnfanterie-Schießschule sind vom 3. bis 23. Mai die Hanptlente Vnhtz, J.-N. 116, und Platz, J.-N. 116 kommandiert worden.

Der Ehrenpreis, den die Stadt Gießen für den Prinz-Heinrich-Flug gestiftet hot, ist im Schau­fenster der Firma Julius Ba ch ausgestellt. Er ist eine Statue aus Bronze und stellt Mucius Seävola dar.

** Vom Alice- Frau enverein für Krankenpflege waren am 14. Oktober 1912 auf Wunsch der Prinzessin Andreas von Griechenland zwei Schwestern, Margarethe H a st e r und Anna Knaf, nach dem Kriegsschauplätze entsandt worden. Die Schwestern sind am 2. SO^ai nach inner arbeitsreichen Zeit bon 6V2 Monaten wohlbehalten in Darmstadt wieder eingetroffen. Sie1 waren die ersten der ausländischen Hilfsschwestern, die an 'Ort und Stelle waren, ehe der Krieg zwischen Griechenland und der Türkei ausgebrochen war und haben die Schrecken des .^lrieges von An­fang bis zu Ende kennen gelernt. Unter der Leitung griechisck>er Chefärzte waren die Schweftertr nacheinander in den Lazaretten in Larissa, Elasfona, Verria, Cosena, Bodena und zuletzt in Philippias vor dem belagerten Janina tätig, nachdem sie die La­zarette nach Anordnung der Prinzessin Andreas eingerichtet hatten. Anv Sonntag, 4. Mai, war von dem Vorstand beiden Sck)western, die in schwerer Zeit tapfer ausgehalten und mit ihren schwer ver­wundeten, sowie auch schwertranken Pflegebcfohlenlm Hunger, Durst und Kälte ertragen haben, in dem Micehospital ein herz­licher Willtomm bereitet. Pfarrer Vogel .hielt eine warm­empfundene Ansprache intb widmete beiden Schwestern herzliche Worte der Anerkennung. Die Großherzogin, die hohe Präsidentin des Vereins, wohnte der Feier bei, die noch für einige Sttmdcn Vorstand und Schwesternschaft vereinte.

** Ter Segen der Waldschule. Ein Bericht über den Waldschulunterricht für Nürnberger Kinder schrickst sich über die Erfolge sehr anertennend aus. Der Unterricht bat bei allen Kindern seinen Zweck, ihnen bei der Rückkehr in die Stadtschule ein ungestörtes, müheloses Weiterkommen zu ermöglickren,^völlig er­reicht. Die größeren Schüler lyaben sämtlich am Schluß des Sommerl>albjahres die Prüfungen ihrer Klassen in der Stadt mitgemackl. Fast der ganze Untcrridjt wurde den Kindern, wal)- rend sie auf Liegestühlen ruhten, im Freien erteilt. Besonderes Augenmert' wurde auf Turn- und Atemübungen und Gcscurg gelegt. Auch Gartenarbeit wurde eifrig getrieben. Von den in der Waldsckmle untergebracksten 108 Kindern wurde eine durch- sck.nittliche (Gewichtszunahme von fast 3 Kilogramm ermittelt; im einzelnen schn^ankten die Gewichtszunahmen zwischen 0,5 und 6,5 Kilogramm.

Kreis Büdingen.

Lorbach, 7. Mai. Ans dem Fürstlichen GlitShofe Cnm heute nacht gegen 2 Uhr im Vrcnnercigebäude ein Kaminbrand zum Ausbruch, der recht verhängnisvoll hätte werden können. Ein Bahnbediensteter, der von seiner Arbeits­stätte in Büdingen hcimkehrte, sah die aufsteigende Rauchsäule und machte Lärm. Dadurch war es der Feuerwehr möglich geworden, den Brand zu löschen, bevor er größeren Umfang angenommen hatte.

Bleichenbach , 5. Mai. Gestern hielt der Bors ck u ß- und K r e d i t v e r e i n seine .Harrptverfmnmlung ab. Der Ver­ein steht int 35. Gesckstistsjahr Au der Hand des Geschästsberichts trug der Rechner, Bürgermeister Naumann, über den Stand des Gesck'äftsumfanges folgendes vor: Tie Bilanz am 31. Te zember 1912 weist eine ^Gesamtsumme von 1 000 901,85 Mk. auf, darunter' jinen Reservefonds von 42 000 Mk. Die Kaffe hat 384 Mitglieder. Tie Spareinlagen betrugen Irtbe 1912 911 349,97 Mk., der Geschästsanteil beträgt nad? letzter Fest­setzung 200 Mk.: der Reingrnviim für 1912 betrug 5009,34 Mark. Die Gutschrift zum Reservefonds war diesmal bedeutend höher, da man von einer Dioidendenverteilung Mstand nahm. Tie Verwaltung arbeitet vorsichtig.

Kreis Alsfeld.

Storndorf, 7. Mai. Ihr 50jährigeS Jubi­läum begeht am 9. Mai d. Js. Marie Stock von hier, die in Diensten der Familie des unlängst verstorbenen Herrn r^ch. OberschulratS ©reim in Darmstadt steht. Die Zubilariil sieht in ihrem 74. Lebensjahre, ist aber noch rörper(id) und geistig rüstig.

X Ruppertenrod, 7. Mai. Unsere Friedens- iche, gesetzt zur Erinnerung an 1870/71, stand seither ohne Gitter auf freiem Platz. Jetzt hat die Gemeindevcttretung

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Verkauf der fiskalischen Grub e im Scheldetal wieder rückgängig gemacht. Dagegen ist die Grube »Kastor* bei Eisenroth endgültig stillgelegt worden. Das Bergwerk war erst in den Jahren 191012 mit einem erheblichen Kapital von einer Duisburger Bergwerks-Gesellschaft erschlossen worden. Zahlreiche Arbeiter sind durch die Stillegung brotlos geworden.

DL Münchholzhausen, 6. Mai. Kirchen- und Schulbau stehen in unserer Gemeinde auf der Tages- ordnung. Die Kirche tritt an Stelle der uralten kleinen Kapelle und die Schule kommt auf den sogenannten Zimmer­platz. Die Räume der jetzigen Schule sind nicht den Ver­hältnissen entsprechend, denn 165 Kinder werden in zwei un­zureichenden Klaffenräumen unterrichtet.

= Hochelheim, 6. Mcki. Unfcrm zweiten Lehrer Drescher wurde die erste Stelle übertragen und als zweiter Lehrer der Schulamtsbewerber Zeuge mrs Ober­wald bei Saarbrücken hierher versetzt worden.

Hessen-Nassau.

fi Marb urg, 6. 9Nai. Bei der heutigen Stiche wähl der dritten Wählerklasse wurden für die in den dNagistrat ausgeschiedenen Stadtverordneten Engel und Zeiß Bureauvorsteher Erd-enberger und Zeichenlehrer Becker gewählt. Die Freiw. Feuerwehr beschloß, an Sonn- und Festtagen auf dem Rathause eine ständige Feuerwache einKurichten. In der Nähe des Sud­bahnhofs wurde abends ein Student von einem ilM begegnenden Manne mit vorgehaltenem Revolver angesprocheu. Der Student gab seine goldene Uhr heraus und erstattete später Anzeige. Die Uhr ist jetzt hei einem Übel berüchttgten Manne in Kappel be­schlagnahmt worden.

w. Frankfurt, 6. Mai. Das Städtische Tiefbaw- anit veranstaltet Donnerstag eine Rundfahrt durch die Anlagen des Osthafens zu Ehren der Vertreter der Presse gelegentlich des vierten Wettstreits deutscher Männergesang vereine. Die Führung haberr Baurat Uhl­felder und Baninspektor Wäser übernommen. Die Vertreter der hiesigen Presse sirrd zu der Fahrt ebenfalls eingeladcn. Als Legitimation gilt die Pressekarte des Gesangwettftreits.

w. Frankfurt, 7. Mai. Zur gestrigen Abendtafel im königlichen Schlosse waren Oberpräsident Hengstenber,^ und Landwirtschaftsminister Freiherr v. Schorlemmcr ge­laden. Rach dem Theater sah der Kaiser noch die Inten­danten v. Mutzenbächer und Grafen Bylandt-Rheydt bei sich. Auf der heutigen Automobilfahrt nach Frankfurt hielt der Kaiser in Höchst und besichtigte dort, geführt von dem Oberbürgermeister und dem Landrat das neu hergestellte Rathaus.

h. Frankfurt a. M, 7. Mai. Unter reger Beteiligung hielt derMitteldeutsche Ilrbeitsnachweisverband" im Römer txitc Verbandsversammlung ab. Der Vorsitzende, Stadtrat Dr. Flesch, wies auf die hervorragende soziale Bedeutung des Verbandes für Hessen und Hessen Nassau hin. Nach dem Geschästs- beriebt 1910 bis März 1913 bat der Verband seine Arbeits- nachweisftelleii von 30 auf 41 erhöht: dementsprechend flieg auch die Zahl der' vermittelten Arbeitsgelegenheiten, nämlich ton 96 898 auf 125126. Wie der Geschäftsführer Dr. Schlotter iFrankfurt^ mitteilte, sind dem Verband gegenwärtig angeschlos­sen die Bezirksverbände Kassel und Wiesbaden, 37 hessische und preußische Kreisverwaltungen, 45 Stadt- und Land­gemeinden, 11 öffentliche Körperschaften und 21 'Vereine und Gesellschaften mit sozialen Tendenzen. In den Vorstand wählte man als Verbands vor s i tz endci t Provinzialdirektor Dr. B r or­dert lMainzl und als desseir Stellvettreter Stadttat Dr. Fl eich lFrankfurt). Für 'Oberbürgermeister D. A dickes trat Oberbürger* meister Voigt (Frankfurt) in den Vorstand ein. Direktor Dr. B u s ch vom Frankfurter stattstischen Amt gab Erläuterungen über die Arbeit des Verbandes. Ferner berichteten Dr. Wagner l Frankfurt! und Geheimrat B ü ch t i n g (Limburg) Üver die Lehr- stellenvemüttlima. mähr ent» O ber regier ungsrat Springoruin (Wiesbaden) die Beschlüsse des Verbandes der Verpflegungsstatioites über die V e r s chm e l z n n g der V e r p f le g u n g s sta t i o n en mit dem Arbeitsnachweisverbande und die Einsührung emes cm- heitlicheu Wanderpaffes der Konferenz mitteilte. Die Derimnm- lnng beschloß darauf 'die Vereinigung der Stationen mtt om Verband und nahm auch den Entwurf des Passes einstimnngan.

auf Veranlaffung des KriegerveremS ein Gitier bei hiesigen Schmieden anfettigen laffen. Das Gitter ist gegenwärtig auf« gestellt worden; es gereicht der Eiche zur Zierde. Run be­darf der Platz nur einer Anlage.

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 7. Mai. Gestern nachmittag ereignete sich in der Bahnhofstraße hier ein Unfall. DaS 6jährige Töchterchen eines Lehrers von hier ging hinter einem Frachtwagen her und lief in dem Augenblick nach dem Fuß­steig, als das 9lutonwbi( des Schloffermeisters Heiliger hier, an§ entgegengesetzter Richtung kommend, an dem Wagen vorbeifahren wollte, so daß baS Kind direkt in das Auto­mobil hineinlief und überfahren wurde. Zum Glück fuhr

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Ruppertenrod, 7. Mai. Nachdem die letzte O b st- b a u m b l ü t c sich erschlossen hat, läßt sich überblicken, was für eine Obsternte in Aussicht steht. Tie ersten Kirschen sind erfroren. Tie kürzlich bei dem warmen Wetter erst blühenden Slirfcf)bäume haben sehr gut abgeblicht und reichlich angesetzt, ebenso die Biriien. Tie Zivekichen haben ebenfalls günstig verblüht, zeigten aber keinen großen Blütcnflor. Tie ^leufelbäitme blühen jetzt; hält daS Wetter weiter an, so dürste die' ?Ievselblüie Schaden nehmen. Aufsalleno ist das Fehlen jeglichen Insektenfraßes an den Blüten. Unter den Obstlchadlingen haben die kalten Näcklle wohl vernicklend geionit

Gießener Strafkammer.

Gießen, 6. Mai. Zuhälterei und Kuppelei.

Unter Ausschluß der Oeffentlichtest wurde gegen den 'Köl­ner H. H. von Ersutt verhandelt, bem1 zur Last gelegt wird, rm vergangenen Jahre in Bad-Nanheim und Darmstadt als Zu­hälter tätig gewesen zu sein. T-er Angeklagte, ein nicht umntckm genter, aber arbeitsscheuer Mensch, hatte in Friedberg ein Acadwen kennen geleimt, das er veranlaßte, mit ihm nach BadMaubelM zu ziehen. Hier ergab er sich vorwiegend dem Müßiggang um> brachte schließlich das Mäd«t»ea dazu, der Gewerbsunzucht nackuu- gehen. Als sich im .Herbste das Mädchen von ihm losmacvtc. wandte er sich nach Tarmstadt, wo er frd) einer auberen Dam« anschloß und ihr Zukilteroienste erwies. Die Straifanrnrcr er­kannte wegen des ersten Falles auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten imb wegen des zweiten Falles mn eine solche von 6 Monaten unb zog beide ©trafen zu einer cvc iamtftrafe von 1 Jahr unb 9 Monaten zusammen, auf die aber von der Untersuchungshaft drei Monate in Anrechnung kamen. Außerdem ordntte das Gettcht an, daß der Angeklagte nach ver-

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der Führer langsam, so daß der Anprall nicht sehr stark unb H. bas Fahrzetig rasch zum Stehen bringen konnte, einem geschwollenen Bein unb einigen Hautabschürftingen das Kinb bavon.

Kreis Wetzlar.

st. Wetzlar, 7. Mai. Der Hanbelsminister hat