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Samstag, |a. September M
Erstes Blatt
tbZ. Jahrgang
ietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Ur. 215
Ter Siebener Anzeiger erfd)eint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerFamilienblätteri -wennalwöchenll.Areis- dlatt fiirden Breis Sieben (Dienstag und Freitag); zweimal inonatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernjvrcch - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag n. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
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6c \ it «toorct monatlich 75W., vierteljährlich Alt. 2.20; durch 'Jlbljole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestella. Zeilenpreis: lokal 15 Pi., auswärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für »Feuille. ton', .Bermischles' und ^G«richtsjaal": SL Neurath; für .Stadt und Land": E.Hcß; für den Anzeigenteil: H. Beck.
Die heutige Nummer umfaßt 16 Seilen.
Tageskalender aus dem Jahre 1813.
13.—21. Sept. Tie hessische Brigade verweilt bei Bischofswerda, unweit Dresden.
14. September. Blücher drängt die Franzosen unter Marschall Macdonald nach Dresden zurück.
politische Wochenschau.
Gictzen, 13. Sept.
Das temperamentvolle V^lk der Japaner hat die politische Stis.e dieser Septembertaqe mit Kriegslärm unterbrochen, und es schien, als sollte der Reformator Man- schikai einer neuen, von außen her nahenden Gefahr gegen- überstehen. Es ist ihm geglückt, mit der Revolution int Innern fertig zu werden, und die letzten Blutopfer von Nanking haben der Regierungsgewalt schließlich doch zum.Heile gedient. Mer während Deutschland die Uebergriffe der chinesischen Aufrührer, die bekanntlich einen unserer Kreuzer beschossen haben, als lokalen, bedeutungslosen Vorgang behandelte, nachdem der deutsche Schiffskommandant sich so wirksam selbst zu helfen gewußt hat, sind die japanischen Bvlksleidenschaftcn wegen einiger chinesischer Uebergriffe in ein stürmisches Kriiegsvcrlangen hineingewachsen. In Nanking sind japanische Volksgenossen getötet, andere, darunter eilt Offizier, aufs schändlichste mißhandelt worden, und cs ist begreiflich, daß der stolze und selbstbewußte Charakter der Japaner nach strenger Sühne lechzt. Mer es sind nicht blinde Leidenschaften allein, die sich jetzt im Lande Nogis regen. Der Volksmeinung, der die Regierung gegenübersteht, liegen auch wohlverstandene politische Motive zugrunde. Soll man den Wcrdcprozeß des himmlischen Reiches so ganz selbstlos sich vollenden lassen, sind die Naitkinger Vorkommnisse nicht victntehr ein willkommener Anlaß, den Siegen und Errungenschaften von Shimonoscki aus dem Jahre 1895 neue hinzuzufügen? Damals mußte Japan dem vereinigten Widerspruch von Rußland, Frankreich, Deutschland lind Spanien sich fügen und auf die Erwerbung der .Halbinsel Liautung verzichten. Es begnügte sich mit der mittelbaren Beherrschung Koreas, der" Insel Formosa und den Pescadorcs; außerdem wurden chinesische Häfen dem Verkehr eröffnet. Der Frieden von Portsmouth brachte den Japanern dann nach dem entscheidenden Ringen mit Rußland noch den Besitz der einen .Hälfte der Insel Sachalin. In diesen früheren Jahren war Japans Augenmerk immer darauf gerichtet, die Selbständigkeit und Integrität Chinas zu erhaltet!, die man in Tokio vor allem durch Rußland bedroht sah. Nach den neuesten Meldungen scheint es, als wolle die Regierung in Tokio der alten Üeberlieferung treu 'bleiben, die ja auch in zwei Verträgen niedergelegt ist: nämlich dem Abkoinmen mit England und Deutschland vom 16. Oktober 1900 und dem englisch-japanischen Bündnis Vom 30. Januar 1902. Wahrscheinlich übt heute England einen sanften Druck auf die japanischen Eittschlicßungen. Die deutschen Interessen sind in dem Vertrag von 1900 gewahrt, und zwar sind es ausschließlich wirtschaftliche Interessen, die an die Forderung der offenen Tür sich knüpfen. Im Artikel 3 des Vertrages heißt es: „Sollte eine andere Macht (in diesem Falle also Japan) die chinesischen Komplikationen benutzen, um unter irgend einer Form territoriale Vorteile zu erlangen, so behalten beide Kontrahenten (England und Deutschland) sich vor, über etwaige Schritte zur
Sicherung ihrer eigenen Interessen in China sich vorher untereinander zu verständigen."
Trotz aller Volksversammlungen in den Städten des Landes und trotz aller chinafeindlichen Kdrud^ebungen scheint es, als würden die Nanktnger Zwischenfälle in Frieden aus der Welt geschafft werden. Wir Huben gestern die Forderungen der japanischen Regierung wiedergegeben; es wird Entschuldigung, Bestrafung der Schuldigen und die Zahlung einer Entschädigungssumme verlangt. China hat seine Bereitwilligkeit erklärt, diesen billigen Forderungen nachzukommen. Heute verbreitet die Petersburger Tclegraphcnagcntur indes noch eine Meldung, wonach Japan außerdem noch fordere, daß der chinesische General Changsuan sich bei dem japanischen Konsul in Nanking entschuldige und mit Truppen vor dem Konsulat defiliere. Das russische Organ meint, Changsuan werde wohl ablehnen. Wir glauben, daß, wenn Japan auf diesem Verlangen besteht, Juanschikai nicht zögern wird, klein beizugebcn. Es gibt also nur wieder eine Sühneaktion, nichts weiter. Das amtliche Japan verfolgt keine Politik, wie sie Danew in Sofia zum Unheil seines Landes getrieben hat. Es wartet günstigere Zeiten ab, bis seine Früchte reifen und will nicht wegen der Frevel einiger unverantwortlicher chinesischer Aufrührer einen großen Krieg in Szene setzen, bei dem es, abgesehen von China, auch auf andere Gegner stoßen würde. Dem deutsch- englischen Vertrag zur Sicherung der Integrität des chinesischen Reiches liegen noch die alten Wünsche zu Grunde.
Ein anderes Schauspiel Ivon Schuld und Sühne spielt sich zwischen Frankreich und Griechenland ab. Frankreich sieht seiner Eitelkeit genüge getan, denn die gesamte griechische Presse streut Äsche auf das sündige Haupt des Königs Konstantin, der am besten daran tun würde, seinen Besuch in Paris auf einige Zeit zu verschieben. Das würde allerdings auch wieder allerhand bösen Kombinationen Tür und Tor öffnen. Mler Augen sind jetzt weniger auf den König der Hellenen, als vielmehr auf Venizelos, seinen Ratgeber, gerichtet. „Kommt er mit, oder kommt er nicht mit?", das ist jetzt die Frage. Uns scheint, die amtlichen Noten aus Athen könniten auch den stolzesten GaUiern genügen. Vielleicht aber wird, nach dem chinesischen Muster, eine Sühnemission, an ihrer Spitze der kluge Kreter, zur Hinwegräumung des Zwischenfalles vor dem Quai d'Orsay defilieren? Auch auf die demnächstigen Pariser Trinksprüche darf man in gehobener Laune warten. Vielleicht wird man dann ausrufen: „Welch Schauspiel! — Aber ach, ein Schauspiel nur!" Wo faßt man aber den Faden des Herrn Venizelos, und wird er nach Berlin ober nach Paris gesponnen? Der trinkspruchreiche Sommer hat uns darauf noch keine bindende Äntwort gegeben.
Griechenland und die Türkei.
Athen, 12. Sept. (Agence d'Athenes.) Nach Informationen aus guter Quelle befinden sich die Vorbesprechungen über den Frieden zwischen Griechenland und der Türkei auf gutem Wege. Amtliche türkische Kreise erklären offen, daß die griechischen Vorschläge im allgemeinen annehmbar seien und als Grundlage des Friedens dienen würden. Der Großwesir erklärte einem Vertreter Griechenlands, der Friedensvertrag werde in einigen Tagen unterzeichnet werden. Da die griechische Regierung sieht, daß die Mächte in der Frage von Dedeagatsch noch keine Antwort geben, so wird sie wahrscheinlich heute eine neue Note an die Mächte richten, in der fie um eine bestimmte Antwort ersucht.
Kämpfe der Montenegriner.
Paris, 12. Sept. Die Agence Havas meldet aus Cetinje über blutige Zusammenstöße zwischen den montenegrinischen Truppen und Angehörigen des Stammes Hoti. Auf beiden Seiten gab cs mehrere Tote. Man glaubt, daß die Hoti beabsichtigen, nach T uz i zu mar chieren.
DaS Kapitel der Grausamkeiten.
S a l o n i k i, 11. Sept. Die Agcnce d' Athenes gibt olgcndcs bekannt:
Tic Agcncc bulgare hat der Presse einen Bericht mitgcteilt, in welchem sic erklärt, daß Bulgarien auf einer internationalen Untersuchung der Grausamkeiten trotz der gegnerischen Haltung -scr bicns und Griechenlands besteht. Wir müssen daran erinnern, bau sich Griechenland niemals einer Untersuchung widersetzt yat, wohl aber der Teilnahme von Personen an derselben, die allgemein als ausgesprochene Bulgarenfreunde bekannt sind. Eine linier suchung, rocidtc in einem offenbar günstigen und nachsichtigen Sinne für die einen, feindseligen aber für die anderen geführt wird, würde keineswegs die Wahrheit zutage fördern, welche die einzige Sorge der griechischen Regierung ist, die sich nichts vor zuwerfcn hat. Die Agence bulgare zieht stützen aus der Unmöglichkeit, in der sich Griechen und Serben befinden, sich zu beteiligen an einer Untersuchung, die von einer Mission geführt wird in der 2 Mitglieder sind, deren Parteilichkeit stillschweigend von der Agence Mitglieder sind, deren Parteilichkeit stillschweigend von der Agence bulgare anerkannt wird, welche die Serben und Griechen grausamer Handlungen bezichtigt, die besonders bei Kil kitsch, D o i r a n und Serres vorgekommen sein sollen. Wir weisen diese Verleumdungen energisch zurück. Tic Konsuln Oesterreich-Ungarns und Italiens und zahlreiche fremde Journalisten haben die Gegend bereist und einstimmig Grausamkeiten seitens der Bulgaren fcstgestcllt. Nicht ein einziger hat eine Ausschreitung griechischerseits bemerkt. Im Gegenteil hat die griechische Verwaltung gegenüber den Bulgaren nur Beweise von Milde und Duldung gegeben. In Ki l kitsch selbst kann man heute noch ganze bulgarische Familien sehen, die unterhalten und beherbergt werden auf Kosten der griechischen Regierung. Ermordung von Greisen und Kindern ist eine Sache, deren allein — und das ist unwiderleglich bewiesen — Bulgaren fähig gewesen sind.
Man sieht, wie groß der Haß zwischen den beiden Völkern geworden ist, und man erinnert sich des Wortes von General Sawow: „Niemals werden wir uns mit diesem Volke (Griechenland) verstehen."
Deutsches Reich.
Verbot des Auftretens sozialdemokratischer Ausländer.
Die sozialdemokratische Parteileitung von Groß-Berlin hatte für den Freitag ihre Funktionäre zu einer Versammlung zusammenberufen, in der die be l g i s ch e n Sozialdemokraten Huhsmann und Vandersmissen über das Thema sprechen sollten: „Warum und wie wurde von den belgischen Genossen der Generalstreik organisiert?" Das Berliner Polizeipräsidium hatte von dieser Versammlung Kenntnis erhalten und hat daraufhin ihre Abhaltung untersagt. In dem Schreiben des Polizeipräsidenten an den Vorsitzenden des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvcrcine heißt es: „Ich mache darauf aufmerksam, daß ich diese Berichterstattung durch Ausländer nicht dulden und ihr mit sofortiger Landesverweisung entgegentreten werde." Der .„Vorwärts" ist natürlich über dieses Verbot sehr aufgebracht und behauptet, dadurch sei Preußen-Deutschland um eine Polizeiblamage bereichert worden. Was die Genossen
Das neue fgl. Schauspielhaus in Dresden.
Mit einer Festvorstellung, zu der Herbert Eulcnberg einen szenischen Prolog gedichtet hat, wird man diesen Sonnabend das neue königliche Schauspielhaus eröffnen. Und damit dem Ereignis nicht die Pikanterie feljft, wurden in diesen Tagen allerlei Gerüchte verbreitet, die darauf hinauslaufcn, daß der Generaldirektor der Dresdener Hostheater, Graf Scebach, die Gunst des Königs nicht mehr habe und über kurz und lang seinen Abschied nehmen werde. Gerüchte, die rasch dementiert wurden, was na- lurliid) nicht hindert, daß die Leute sagen: etwas wird immerhin dran sein. Aber es ist gewiß gar nichts dran, außer daß Gras Seeba.ch wegen der modernen Führung des Schauspielhauses tatsächlich Gegner hat, die ihn beim Hofe schädigen möchten und die sich dazu jetzt wieder den Augenblick der Einweihung des neuen Schauspielhauses ausgesucht haben. Ein ungeeigneter Augenblick. Er zeigt ja den Grafen Seebach gerade auf dem Gipfel seiner erfolgreichen Arbeit.
Daß dem königlichen Schauspiel ein neues Heim errichtet wurde, ist das Verdienst dcS Grafen. Er hat den Bau vor Jahren schon angeregt und in einem Memorandum seine Notwendigkeit begründet. Des Planes nahm sich die Stadt Dresden an, die erkannte, daß sie nicht immer nur die Rolle des Empfangenden spielen könne, und war bereit, ihn gemeinsam mit einem dazu besonders gegründeten Theatcrvcrein zu finanzieren. Langwierige Kämpfe setzte es um den Platz, wo das neue Hostheater stehen sollte. Exzellenz Lingner, der bekannte Schöpfer des Pavillons „Der Mensch", wollte seinerzeit den Bau in der Herzogin Garten, unweit des Zwingers, ausführen lassen. Es war die beste aller in dieser Frage ausgesprochenen Ideen, die leider zum Schei- icrn gebracht wurde. Man einigte sich aus Gründen, die dem im- beiangenen Beurteiler niemals ganz einleuchten werden, dahin, das königliche Schauspielhaus an der Oraallee, gegenüber dem Zwinger, zu errichten. Wie aut der einen Seite des Zwingers das Övernhaus liegt, so erblickt man ieyt auf der anderen das Schwcftcrinstitut. Und erblickt c* mit geringem Wohlgefallen, wenn man gar durch den wundervollen Zwingerhof kommt und feine wuchtigen Massen über dem zierlich in die Luft schwebenden Krvnentor ragen sieht. Aenßerlich verstanden es die Architekten Lossow und K ü h n e nur wenig, dem Monumentalgebäude eine angenehme Gliederung zu geben, die neben den spielerischen Linien des Zwingers sich behaupten könnte. Die Fassade wirkt einförmig trotz ibr?r Anlehnung an das schöne Dresdener Barock, und der rückwänige Teil des Baues, das Bühnenhaus mit seiner über bas Dach .chnaufstürmenden Steilheit, entstellt das architektonische Bild vollends. Auf dem Giebelfeld der Fassade stehen die Worte „Königliches Schauspielhaus" in goldenen Lettern und zwei Sprüche: „Aeltestes bewahrt mit Treue — freundlich auf
gefaßtes Neue" von Goethe und „Schönheit ist immer nur eine — doch mannigfach wechselt das Schöne", von Schiller.
Viel anheimelnder repräsentiert sich das Innere des Hauses. Charakteristisch für die ganze Anlage ist ihre Breite. Der Platz an der Ostraallcc, der mitten in der Häuserreihe gelegen ist, bedingte eine gewisse Untiefe. Man beschloß aber von vornherein, ein intimes Theater zu bauen ,das nicht mehr als etwa 1300 Personen fassen sollte. So geriet der Zuschauerraum sehr breit, alle Plätze sind ziemlich nahe an die Bühne gerückt. Um doch etwas mehr Plätze zu gewinnen, springt der erste Rang ziemlich breit über das Parkett hervor. Zwei weitere Ränge schließen sich noch an. Grau und Gold sind die herrschenden Farben. Ter Plafond mit einem Glaslüster strahlt in üppigem Gold, in einem barocken Sternenmotiv. Die Logen reihen sich "im ersten Rang an die Hoflogen rechts und links an, bleiben jedoch im Hintergrund, während sich vor ihnen die Sitzreihen dehnen. Ungemein splendid sind alle Nebenräume ausgeführt, besonders ein in weißem Stuck leuchtendes Foher, von dessen Fenstern aus man auf die herrlichen Zwingerhöfe schaut, und eine mit Bildnissen großer Dresdner schauspieler geschmückte „Ahnengalerie". Tie beiden obersten Ränge sind mit den unteren merkwürdigerweise direkt nicht verbunden.
Die Einrichtung der Bühne wird von den Fachleuten als geradezu sensationell bezeichnet. Ihr Clou ist wohl die versenkbare und verschiebbare Szene, die es gestattet, schon während des Spieles das nächste Bild im .Kellergeschoß fix und fertig vorzubc- reiten. Ein Kuppelhorizont mit Fortunpbeleuchtung ist noch von dem technischen Oberinspektor der Hostheater, Linnebach, verbessert worden. Die größte Errungenschaft der Bühne ist aber sicher ihre Räumlichkeit. Was moderne Technik zu leisten vermochte, wurde hier nut einem Aufwande von mehr als zwei Millionen zusam- mengetragen. Die künftlenschen Leistungen des Drehscncr Schauspiels verdienen jedenfalls, von dem glänzendsten Apparat gc-- fördert zu werden. Ter wurde ihnen nun geschaffen. H.
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TT $0J1 Iustis literarischer Nachlaß. Die Hin- terlancmcfait des vor kurzem verstorbenen großen Historikers Carl Justi birgt noch eine Reihe köstlicher Schätze, nric die Kunst chrouik nach einem Bericht seines Nachfolgers auf dem Bonner Lehrstuhl, Pros. Paul Giemen, zu melden weiß. Ta sanden sich em Essay über PortEunst, Abschnitte über die großen Bildnismaler, Aphorismen über Rembrandt, Ausarbeitungen über Dürer und Holbein, in denen Justi niederlegen wollte, was er noch zum Thema der deutschen Kun ui sagen hatte, eine Mappe mit der Aufschrift „TZ ob eine I - t umer", Auslassungen über allerlei Torheiten der neueren jauift und Kunstpflegc. „Vielleicht mehr aber noch als bjefc AMhte feines .Geistes würden die
Briefe nach der Veröffentlichung verlangen, die er, zumal in früheren Jahren, an die Mutter und die Schwester gerichtet, Briese ans Italien und aus Spanien, lange Selbstgespräche, die oft die bedeutendsten Denkmäler der einsamen Menschen sind, die ihre Sieben und ihre Freunde in solcher Weise an ihrem Innenleben teilnehmen lassen, mit entzückender Frische der Schilderung und großem Freimut der Urteile, mit anmutigem Humor und oft mit feiner Selbstironisierung."
— Preisausschreiben. Herr Eduard Wocrmann in Hamburg hat dem Professorenrat des Kolonialinstituts in Hamburg 6000 Mark zur Verfügung gestellt als Preis für die beste Bearbeitung der Frage: „Durch ivclche praktischen Maßnahm m ist in unseren Kolonien eine Steigerung der Geburtenhäufigkeit und Herabsetzung der Kindersterblichkeit bei der eingeborenen farbigen Bevölkerung — des wirtschaftlich wertvollsten Äktivums unserer Kolonien — zu erreichen?" Nach der „Münch. Med. Wochenschr." sollen in der Arbeit außer den medizinischen auch die religiösen, ethnographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse untersucht und dargelegt werden, die von Einfluß auf die Geburtenzahl, und Säuglingssterblichkeit bei Eingeborenen unserer Kolonien sind, ferner sollen praktische Vorschläge zur Steigerung der Geburtenhäufigkeit und Herabsetzung der Kiiiderfterblichkeit bei der eingeborenen farbigen Bevölkerung gemacht werden. Die Untersuchung braucht nicht auf alle Schutzgebiete ausgedehnt zu werden, es werden auch Arbeiten, die sich auf cm Schutzgebiet beschränken, zum Wettbewerb zugelassen. Tie Bewerbungsschriften müssen in deutscher Sprache geschrieben sein.
— Volksabstimmung im Sommertheater. Die Direktion des Karlsruher Sommertheaters, dessen Spielzeit in diesen Tagen abläuft, veröffentlicht in der lokalen Presse folgende Aufforderung: „Da so häufig Beschwerden und Wünsche laut werden, wie es nicht gemacht werden soll, soll dem Publikum auch mal Gelegenheit gegeben werden, Vorschläge zu machen, nxldie ausgeführt werden können. Es möge daher jeder Besucher des Theaters am Montag, Dienstag und Mittwoch abend seine 2Bfin*'d c für die nächste Saison ausschreiben, und zwar: 1. Welche Mitglieder jeder im nächsten Sommer Wiedersehen möchte. 2. Welche Stücke von diesem Sommer im nächsten nochmals gegeben werden sollen. 3. Welche hier nicht gegebenen Stücke für nächstes Jahr gewünscht werden. — Sollte der Billett-Abschnitt dazu nicht reichen, so bitten wir, ein Blatt Papier (das zur Verfügung [teilt; mit diesen Wünschen zu versehen. Die „Wunschzettel" sollen jn den Pausen im Borraum in einen Kasten geworfen werden. Die Resultate werden von der Direktion dann bekannt gegeben." Tic Antworten auf die Frage 1 werden einen guten Maßstab abgeben für die Beliebtheit der Schauspieler und Schauspielerinnen; mit den Antworten 2 unldj 3 wird sich das BÄLiktwr
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Unentbehrlich
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