Kt. 285
Drittes Blatt
162. Jahrgang
Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „fiitfofntr $awiilicnblätter" werden dem ,yni«fler' mcrntal wöchentlich betgeleqt, das „Kreisblatt für bei Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „tandwirtlchaftllchea -eil- fragen" erscheinen monatlid) zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
samstag, 30. November |9|2
Rotation-drnck und Verlag der Brüdl'lchen UnwersuälS» Buch- und Sreindrnckeret.
R. Lange, Sieben.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. E-xpedlNon und Verlag: öl.
Redaktion:e^Slir.Tel.-Adr^AnzetgerEte8en.
Sind erst die rcchtsprcchenden Ju-
lültig auszutragen.
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eil A-üritenialoit „adi den bercitstchendiM Automobilen des Prinzen - Y . 1 L ... .Ix. .*.1uax AI- 1» AflMS
ausgestellt.
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Die Männer des Zwanzigsten.
Skizze ans dein russischen Beamlcnlcbcn. Bon Cedar Grosbcrg (St. Petersburg
Ausländer im Deutschen Reich.
Bon den rund 65 Millionen Personen, die bei
„Billig ist schlecht!" ist ein Warnungsruf für Käufer von L e d e r k l u b s e s s e l n. Nirgends ist er mehr berechtigt, als bei diesem Vertrauensartikel. Man soll nur da kaufen, wo volle Garantie für beste innere Arbeit und nachweisbare Verarbeitung echter ungespaltener Kernleder geboten werden. In eignen Werkstätten nach Ausprobierung der geeigneten Paßform, vor dem Ueberziehen gefertigte Klubmöbel empfiehlt zu reellen Preisen Hofmöbelfabrik Th. Brück, Gießen, Ecke Schloßgasse, Brandplatz, Kanzleiberg.
NB. Mehrere Modelle sind in meinen 10 Schaufenstern
ikigt gewesen sind. Ter Autor macht darauf aufmertsam, laß die unmittelbare Abführung des Beitrags durch Post- iteck und die Eintragungen in die Versichcrungskarten iür verschiedene Arten ,ron Ängesdetlten vhne schwerwiegende nateriene Schädigungen der Versicherten lauin durchführ- cr sein werden. Tie Zulassung eines anderen Beitrags- »erfahrens, das den besonderen Bedürfnissen dieser Klassen lesser gerecht wird, ist zwingende Nottvendigkeit.
Vermischte».
* G r o ß f c u e r auf der Werft i n Wilhelmshaven Auf der Werft in Wilhelmshaven entstand kurz vor Mitternacht G r o st f e u e r, das am Südkai großen Schaden angerichtct hat. Gegen 11 Uhr 15 Minuten nachts geriet das Artilleriemagazin Nr. 2 an der Königstraßc in Brand. Ter wertvolle Inhalt fiel teils den Flammen zum Opfer und wurde teils beschädigt. Tas davor gebaute Gcschußlagerhaus sowie die angrenzende Artillerie- und Mechanilcr-Werkstätte wurden nicht ui Mitleidenschaft gc- zogen Von dem ausgebrannten Gebäude sind nur die Umfassungsmauern stehen geblieben
* Gin frecher Gauner. Gin im LandcSgcfängms zu Mannheim imtcrgcbrachter Verbrcch'r schlug den Aufseher mit einem Kammer nieder, nahm ihm die Schlüssel der Geldtasche ab und flüchtete in einen Vorort, wo er im Krankenhaus Kleider und Ausweispopierc stahl. Darauf begab er sich nach Mannheim zurück, wo er in einer Herberge verhaftet wurde. Ter Auf- schcr hat daS Bewußtsein noch nicht miedererlangt.
In der Kanzlei glitten die Federn weniger rasch über Papier, wie sonst. Man hörte Flüstern und Husten: in paar stillen Ecken standen Gruppen von Beamten und schwatzten. Man sah gerötete Gesichter und glänzende Augen. Vorgestern nwr der Zwanzigste gewesen, der Tag, an dem m Rumand die Staatsbeamten ihr monatliches Gehalt empfangen, weshalb ie den spöttischen Beinamen führen: die „Männer des 20."; die Herren haben thn in der üblichen Weise im Restaurmiit „Iagodla" begangen, und man plauderte nun über die Ereignisse, die fick im Restaurant „Zagodka" und in anderen Kneipen abgespielt hatten: ein paar Leute, die noch einige überflüssige Rudel ii der Tasche hatten, steckten die Köpfe zusammen und schmiedeten
Pläne für heute. _ . . v
Während der Terstunde kamen ^mmjin und Lbramom^ mit heißen Köpfen und verschwollenen Augen. Beide waren alte Still- 'äufer, sie erschienen nach dem Znmnzigsten erst am dritten Tage. Niemand kümmerte sich um sie. Sie nahmen ihre Plätze cm und holten Akten hervor. . . „ .
Aber Fedorow fehlte noch. Fedorom, der tonst allenfalls nur einen Tag zu bummeln pflegte, der prachtvolle Misckw Fedorow, der- bei jeder Kneiperei dabei war, und wenn er Geld hatte, jeden sreihielt. . . „ . . . . .,
„Sollte Fedorow etwas painert >ein," meinte per dicke Mickmilow nachdenklich. „Wenn der einmal losgeht, ist es alleweil gefährlich . . . Freilich sängt ihn die Frau immer ab." „Nickt immer," warf Tolbucknn ein, „ein paarmal ilt er ihr doch burd-gebrannt, und da ist es dann alles zum Teufel gegangen. Auch der Paletot. Erinnert euch, wir haben sogar gesammelt."
„Wir sind allzumal Sünder," quäkt der kleine »efretär im predigenden Tonfalle.
Alle lachen. Sorgliche Kameraden legen aus den Tuch Fe- dorows geöffnete Akten und stellen ein halbes Glas Tee hin; wenn der Chef vielleicht hineinschauen sollte, tarnt er meinen, daß Fedorow fick für kurze Zeit entfernt habe.
Und dann ist Fedorow plötzlich da. -sein hübsches Gesicht ist bleich, seine Hände zittern. Man sieht, daß er schwer getrunken haben muß. Aber nun ist ergänz nüchtern.
Seine Freunde umringen ihn. Sie überschütten ihn mit Fragen. Man reicht ihm Zigarren und heißen Tee. — „Also, was ist los, Mischa, wo hast du gesteckt?"
„Schleckt steht es, meine Herren, der Satan hat mich wieder einmal gepackt. Tie ganze Gage ist futsch, die Miete ist nicht bezahlt: ich kann nicht nach Hause . . . Meine Herren, spuken Sie mir ins Gesicht,- ick bin ein Schwein. . ."
Fedorow sinkt in sich zusammen und itarrt .abwesend vor sich hin. Er ist völlig gebrochen: in seinen.Augen schimmern Tränen.
In der Kanzlei wird es ganz still und die Beamten gehen nachdenklich an ihre Arbeit. Ein paar Freunde flüstern auf Fedorom ein. „ . . , . , - . .
Ta steht einer der etilliauier aut: er hat in der Hand einen Bogen Papier und seine Tienstmütze: auf dem Papier steht in zittrigen Buchstaben sein Name: Swinjin und dahinter: 3 Rbl., in ber Dienstmütze liegt ein schmieriger Dreirubelschein. Er übergibt ohne em Wort zu sprechen, Mütze und Bogen seinem Nachbarn, und nun wandert die Kollekte von Tisck zu Tisch. Nach einer halben Stunde sind 80 Rbl. beisammen, das ist um acht Rubel mehr, als Fedorow vertrunken hat.
Ter dicke Mickailow zählt das Geld und summiert sorgfältig die einzelnen Beträge und dann tritt er ganz feierlich m Federow.
„frier, Mischa," sagt er, „ist das Geld. Es kommt von gutem Herzen. Nimm's! Wir sind allzumal Sünder ... Es ist wahr, Tu bist ein Schwein, aber wer von uns ist nicht ein Schwein?" ... . • .
Und alle brummen: gut getagt. Fedorow umarmt Michailow und sie küssen sich dreimal. Fedorow verbeugt sich tief vor den Kollegen und murmelt seinen Tank.
Zum Staunen aller ergreift Swinjin das Wort. „Meine Herren," sagt er, „nichts für ungut, aber der Mensch ist schwach. Ein Pferd bat vier Füße und dock stolpert es, um wieviel leichter der Mensch! Darum soll Fedorow noch einmal stolpern? Seien
politische Tagerscbau.
lieber die Grenzen der Angestelltenvecficherung
Mt sich in ber neuesten Nummer der „Deutschen Zuristen - Leitung" Kammergerichtsrat Cito fragen - Berlin aus. jus seinen intcreisanten Ausfichruugn seien einige (betonten tviedergegeben. Während die bisherige Invaliden- ind Hinterbliebeuenversicherunß nur für die eigentliche ‘(rbeiterfiaffe bestimmt war, ist das Angestclltenverfichc- nmgsgesetz auf eine grundsätzlich unbeschränkte Verfassung ter gesamten Mittelschicht zwischen dem eigentlichen Arbeiter und dem Selbständigen zugeschnitten Troi.'.dem die , affung des Gesetzes klar ist, bestellen noch Zweifel über He Grenzen der Angestelltenversicherung. Nach dem Ge- können nur Angestellte unter das Gesetz fallen, es nutz also ein Verhältnis wirtschaftlickzer und persönlicher ?Lhängigkeit nackstveisbar sein. Fest ang.'stellte pensions- berechttgte Beamte sind vom Geltungsbereich des Gesetzes naturgemäß ausgeschlossen. Zm Reichstage und im preußi- shen Abgeordneteuhause ist trotzdem die Auffassung vertreten worden, daß alle unverh.-irateten weiblichen B amten unter die Angestelltenversicherung fielen Diese Auffassung ist aber weit abzuweisen. Es liegt darin ein so übler Buch- jtabenbtcnp, wie man ihn sonst wohl nur den weltfremdesten oller Juristen zuzutrauen pflegte. Eigentümlicherweise sind alle Zweifel schon vor dem Inkrafttreten der Versicherung praktisch geworden. Tic Beunruhigung weiter Kreise ist n'ohl zu einem guten Teile darauf zurückzuführen, daß d einstweilen an jeder Instanz fehlt, diese Fragen cud-
wir weise, geben wir ihm Tolbucbin und Michailow mit, die sollen ihn nadi Hause geleiten. v . M
lind wieder ruien alle: gut geiagt, und Tolbucknn und Mick)»., low sind gern bereit.
Sic nehmen Fedorow in die Mitte und schlendern laitgiam dahin. Fedorow fd <cbt die Mütze keck auf ein Cbr und zwinkert jebern bübjdxn Madd:en zu, während lolbudnii sehr solid seine „Papiros" passt und Mickzailow seinen >11ioten|tock scknvmgt.
So gelangen sie bis vor die Tür des Restaurants Jagodka.
„fre?" sagte Michailow.
„Mlcmal," nickten Tolbuchin und Fcdoww.
Und sie treten ein. .
„Also, frerzensbruder," sagt Mickailow zum Kellner TosUei. „Schnaps her, Sakuska und Bier. Aber man so'n bißchen plötzlich."
Man trank und aß und trank wieder. Tin Fläschchen wurde geleert und das andere.
Um 6 llbr waren alle drei betrunken, und sic lagen sich weinend in den Armen. Um 7 Uhr erklärte Michailow, ein Kerl wie Fedorow sei ein Lump und ein Schwein, dem kein an ständiger Kerl die Hand reicke Um 1 Uhr sdsteudertc Fedorow eine leere Flasche auf Tolbuckin. woraus der Wirt erschien und erllärtc, es sei an der Zeil, daß die Herren nach fraui'c iüfyrni Nur nad langem Bitten gab er noch eine halbe Flasckw Sckmapc her und bann wurde die Rechnung gemacht.
Tami fuhren sie ab. Sic geleiteten Fedorow bis an dn Tür seiner Wohnung, wo sic von ihm frärtlid) '?£bjdneb nahmen „fralt," murmelte '))?id?ailon> plötzlich, „sicher ist sicher."
Gr zog die Klingel.
„Verehrte Niadame, Nadesckda Petrowna," sagte er, „ttnt bringen hier Miscka, unfern lieben Freund. Und hier, in dieser feiner Tasche, find 65 Rubel. Es waren 80, nun sind es 65. So ist das Leben. Verzeil n Sic, verehrte Madame. Wir sind Schweine. Ausgemachte Sd;n\'iitc. Gute Nad)t. Gott gebe 3"I>nn. Eintracht und Liebe."
Er faßte den meinenden Tolbucknn unter den Arm und sie trollten davon.
letzten Volkszählung als ort San wesende Bevölkerung Teutschen Reichs festgestellt wurden, sind 632/z Millionen Aeichsangchörige und 1,26 Millionen Reichsausländer. Von den letzteren machen die österreichischen Staatsangehörigen mehr als die Hälfte aus. Es wurden nämlich als Staatsangehörige Oesterreichs (mit Liechtenstein) 635000 und als Staatsangehörige Lesterrekch-Ungarns (mit trSnicn und Herzegowina) 667 000 Personen ermittelt. An zweiter Stelle steht Holland, das 144 000 in Deutschland Ivvhnende Personen zu seinen Staatsangehörigen zählt Sann folgen 138000 Russen, 104000 Italiener, 63000 Schweizer, 26000 Dänen, 19000 Franzosen, 18 000 Briten, 14000 Luxemburger, 13000 Belgier, 10000 Schweden, 3000 Norweger. Staats- cngeyörig in europäischen Staaten sind von den im Deutschen Reich wohnenden Ausländern insgesamt 1 236 000. ins außereuropäische Staaten entfallen somit nur 24 000 Personen. Von den im Reich wohnenden 667 000 Staats- mgehörigen Oesterreich-Ungarns sind 373 000 Männer. Tie große Mehrheit hiervon steht jedenfalls im besten Mannes- jltcr und wahrscheinlich auch int militärpflichtigen Alter.
Eine Mobilmachung Oesterreich-Ungarns wurde sich demnach im deutjcksen Wirtschaftsleben recht empfindlich jemerfbar machen.
Cingesaildt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen. Wie ich aus dem „Anzeiger" sehe, hat in der letzten Stadtverordnetensitzung Herr Stabtncrorbnctcr Eichenauer gesagt, ick habe in einem Rundschreiben die Mitglieder des evang. Arbeiter Vereins aurgeforbert, ihren Bedarf an Lebens Mitteln anzngeben, um sie gemeinsam cinzukaufeii und hat dabei aur meine politische Richtung angcspieli, „die sonst stets die Interessen des Mittelstandes üertreten will". Auch Herr Löbcr bedauerte mein Vorgehen. Zck) gestatte mir darauf zu erwidern, daß bu rd) bi eses Runbschreiben die Mitglieder beroogm werden sollen, bei hiesigen 6)eschästsleuten zu kaufen, die sich bereit erklärt haben, bezw. nod> bereit erklären, zu etwar» billigcrnt Sätzen — bare Zahlung natürlich vorausgesetzt - an unsere Mitglieder zu verkaufen, nickt etwa an den Verein selbst, toie’ bas in anderen evang. Arbeiter-Vereinen sdwn seit einiger Zeit geschieht. Eine Schädigung der hiesigen, Detaillisten, also des Mittelstandes, ist nicht beabsichtigt; ich selbst rocrix mich auch als finanziell Bessergestellter nicht daran beteiligen, wie ich im Vorstand erklärt habe Wer sagt denn überhaupt, daß ich mit der Sache ganz einverstanben bin? Id) habe sie auch nicht angeregt, aber das Zirkular auf besonderen Wnnsch doch unter- schrieben, da ich deren Vorsitzender bin. llebrigens sind aus der Bestelliste einige Posten noch gestrichen worden, darunter noch das Brot, wie id) am Dienstag schon einem Bäcker mitgetcilt bähe. Wer von unseren Mitgliedern mit dem Vorgehen unseres sozialen Ausschusses, bezw. des Vorstandes nickst einverstanden ist, möge sich bei ber Hauptversammlung im Februar beschweren, es liegt übrigens doch im Grunde genommen auf derselben Linie, wie sowohl die Baugenossenschaft des Vereins als auch die neue gemeinnützige, welche beide von der Stadtvertretung gefördert, worden sind bezw. gefördert werden. Tas ganze ist auch zunächst, ein Versuch. Meine Parteipolitische Stellung hat mit dem Vorsitz im evang. Arbeiter-Verein nichts zu schaffen, id) hüte mich durchaus, in den Vereinsversammlungen von dem zu reden, denn mit Parteipvlitik hat der evang. A.-V. nicht das Mindeste zu tun, wie er ja auch Mitglieder der verschiedensten Richtungen zählt. Ich kenne darin Konservative, Ehristlich-Soziale, Deutsch- Soziale, Nationalliberale, ja sogar frühere National-Soziale.
Dberbibliotbefar Tr. Heuser als Vorsitzender des evang. Arbetter-Bcreins^
Die £anMnasa>aI)kn in Württemberg.
Stuttgart, 29. Nov. Im heutigen zweiten Wahlgange standen 24 Maiwate zur Entscheidung. Es erhielten tie Volkspartci 8, Konservative und Bauernbund b. National- liberale 5, Sozialdcnwlratcn 3 uiid das Zentrum 2 Mandate, s.'insgesamt sind bis setzt gewählt: 21 Zentrum 17 konservative ind Bauernbnnd, 15 Volkspartei, 13 Sozialdemokraten und !?!'Rationallibcralc. Seither desanden stch im Landtag 24 Volks- Urteiler, 13 Nattonallibcrale, 15 Sozialdemokraten, 14 ston- rvative und Bund der Landwirte, 25 Zentrum und em Partei- Ijjfer Wenn bei den nod) ausstehenden Pioporttonalwählen die iod) zu ocrgebcubcn 17 Mandate in derselben Wepc wie icither -sept werden, setzt sich der neue Landtag aus 2» Zentrions- nten (wie seither-, 20 Konservativen und Bundlern <> mehr:, 1 Nationallibcralen 2 weniger), 19 Volkspartcilern (5 weniger' - rtb 17 Sozialdemokraten (2 mehr) zusammen.
2lu*latiö.
Tic »errüdt gewordenen engli f eben Frauen- r c d) 11 c r i n n c n._
In der Nacht zum Freitag führten Suffragetten in London mik Ehemifalien, roten und sck varzen Tinten m'w. Attentate aut Brie sckasten aus, wodurch z a h l r c i d? c P o st s a d) e n ort nicktet wurden Allem in London Gith tnrrben ungefälst ei n Dutzend Briefkästen heim gesucht In einem der Briefkasten wurde ein Schlauch gesund n, der noch c.nen Teil der ätzenden Flüssigkeit enthielt. Ter S-thlaud) ist wadttcheinlicki einer der Suifragetten aus der Hand geglitten. And- ans dem Denen wer denn ähnliche, noch schlimmere Ausschreitungen gemeldet. A.\t Postbehörde verständigte tn; Polizei, die jetzt einen beiondercn Brieskastendienst ein gerichtet hat In Nottingham wurden Hunderte von Postkarten vernichtet ober beschädigt. Indien sammelt Geld für englische Kriegsschiffe
Das tRcutcridv Bureau meldet aus Bomban: -Lie _un ablängigen Fürsten und Edlen Indiens beraten über die Zdce, für ein kvniglid',es Geschenk an die Saiicr liehe Regierung, nämlid) drei Dreadnoughts^und neun Panzerkreuzer erster Klasse, die nötigen -Lum mcii zu sammeln. Man nimmt an, daß die Kriegsschme im Roten Meer, im Mittelmeer und Ziidiscken Lzean statwn.en werden. Ter Gedanke ist jedoch nod) im lEntstchen. Eine omztelle Bestäckigung steht aus.
Geheime russische F l o 11 e n p 1 ä n e.
Ter russische Marineministcr brachte in ber Rcichsduma buma eine geheime Gesetzesvorlage ein, die sich au) Hafcnbautcn und die Vorbereitung künftiger iy l o t1 tenaftionen im Zusammenhang mit bem Programm eines verstärkten Flottcnbans für 1912 bis 1916 bezieht.
Tie Abnahme ber Geburtenzahl Frankreichs.
In der Ausspradie ber französischen Kammer über das Eadregcsetz wies der Teputierte Rein ad) eingchenb auf bic Abnahme der Geburtenzahl F r a ti k r e i ch s unb bic Folgen hin, welche bin" elatfachc für bie Armee nach sich zieht Tie Zahl ber männlichen Geburten, welche vor 40 wahren •194 000 gewesen sei, betrage jetzt nur 100000 unb nehme täglich ab. Tic Zahl der Gestellungspflichtigen sei im Jahre 1893 343 000 gewesen und belaufe sich gegenwärtig aus 301000. — Tie Zahl der eingestellten Rekruten, welche im Jahre 1904 238 000 betrug, sei aus 215 000 zurückgegangen und nehme nod) ab Man könne voraussehen, daß die Zahl der eingestellten Rekruten im Jahre 1927 auf 196 000 znrückgehen werde, mit anderen Worten, Frankreich hat 1 908 4 8 Bataillone, 1 9 12 9 4 Bataillone verloren unb werde im Fahre 1921 110 Bataillone und i m I a h r c 1 9 2 8 1 5 4 B a t a , l l on c verlieren. Angesichts dieser Lage gebe cs nur eine Abhilfe: Tic Einrahmung der Reservetruppen, sonst würde man die Truppen, wie groß audt ihre Tapferkeit und ihr .stnmpfcs- mut wäre, nicht zum Siege, sondern jur Schlachtbank führen. (Lebhafte Bewegung.)
Gewogen und zu leicht befunden
manche Da'me die verschiebensten Totleitcnfeifcn in bezug aufCualität unb Wirkung. Wer Naumann's „Faustring" Lanolinsecke benutzt, erlebt niemals eine Gnttäuidjung. 20 Bi-i- vro Stiitf. -5 St.
nAina in allen Arten, Qualitäten und Ausführungen von reize 3.- bifl 200.- bei A. Salomon * Cie. (a30 ,
i'j begeben. _ _
Tic konservative Rer cks ta g s t ra k t i o n uÄMte anstelle des verstorbenen Mgeordneten 9krbmann den Öeilfen Kaniy jum Vorsi tzenden und den Grafen Westarp Stdloerticter.
Tic Kaiserin in Straßburg.
Pünktlich, wie angelünbigt, traf am Freitag um 10.45 Uhr ; lormittags der Sonderzug der Kaiserin auf bem Haupt ; lalmhot in Straßburg ein. Ta die Reue tn ftreng Item inkognito erfolgt, fand besonderer Empfang nid)t statt. ~ic •aiierin, die sich bei besten Aussehens erfreut, wurde betm Ver- ;: 3fiert des froswagens vom Prinzen Joachim, ihrem jüngsten 'ohne, herzlidi begrüßt, ber zugleid) einen prachtvollen Blumen- rauB überreichte. Nachdem die hohe Frau mit Den Werren ttc Begleitung des Prinzen — Cbcrftleutnant von Roder, Lber- mtnant Freiherr v. Maltzahn und Shcrlcutnant d; <rotta — rjnige Worte der Begrüßung gcrocdnelt hatte, begab iic sich durch . v I . . —k .m« 01.. »Am j I i'it her. 'krtniftl
!.ii»ad)im, der dann an der Seite seiner Mutter die staden litlang zum Maiicrpalaft fuhr, überall in den -tränen tom Publikum lebhaft begrüßt Tie Kaiserin nahm am tymtag niitag da- Diner im engsten Kreise im Manerpalait ^den prinz- .icfcen" Gemächern ein unb fuhr nachmittags beim otatthaltcr- iiHaft vor, um dem Statthalter unb der Granu Wedel einen Men Besuch abiultattcn. Tann folgte eine ^vazienahrt mit Icki Prinzen Joadstm nach dem^ Rheinwald. Auch, den Jlhenö ncibrad)tc die Kaiserin bei ihrem toobne im^taiferpala|t. .^omstag rrüh 7,30 Uhr verläßt bie hohe Frau ^iranburg wieder, um lieft zunächst nad) Langenburg und nachmittags nach Baden-Baden
lonzen der Angestelltenversicherung in Tätigkeit getreten, l> wird die bloße Tatsache der rechtskräftigen Abgrenzung icc Lersicherungspfiicht viel dazu beitragen, manck;en osfe- ren und geheimen Widerstand zu besiegen und auch solche ireise mit dem Gesetze zu versöhnen, die bisher darin nichts mehr als ein politisches Experiment zu Heu ge-


