Zweiter Blatt
162. Zahrgang
Erlc-ena tLgllch mit Uirtnabme bei Eonntagi.
Der M ni erpräsiden cmp ini gen
Paris, 23. Im.
-Lcuartcmcutd Bauches
abend den Deputierten T h i e r r n des
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Der Vorsitzende der revo
ist auf politische Motive
völkerung herrscht Erregung.
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Durchsuchung des franzosi'chen Dampfers „Tavignano". Rom, 27. Jan. Tie „Agenzia Stefani" veröffentlicht
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W'Äuktlich nbenbr 2Utc Gewerbeschule mtalvorti Bedingungen des; ov Dr. Markert —Pa» Ihm
greiser, wahrscheinlich ein plosion um.
Mukden, 27. Jan.
Bekannte per Literflascbei
empfieL'
E. Dort, W
Gicfzencr Stadttheater.
Äolberg
von Paul Hehse.
Gießen, 29. Januar.
Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers wurde vorgestern abend bei festlich beleuchtetem fcaufe, dem durch die
Ttt ..•leftenet LamtliendlLNer- merben dem #Un*eiqer' otennoJ roödienthcfa betqelefll, das ^Krttiblotl für Ice Krcb Stegen ' troeimol t»od)emhd). Die „Laabwiritchastllchen Lett« fragte" erldjemen monatlich »roeunaL
der dieses Tongemälde so anziehend und rührend macht. Einige frischempiundene, volkslürnlick heitere Zwiegesänge standen in wirkungsvoller Weise am Schluß.
Eine nicht minder bedeutende künstlerische Kraft bestritt der instrumentale Teil des Abends: Prof. G. Wjsle, Hofkonzert- meistcr in Dresden, weiß seinem Violoncell nicht nur erstaunliche Virtuosenkünste, wie chromatische und andere Läufe, Doppelgriffe, hohe Flageolettöne u. dergl. zu entlocken, sondern auch — was noch höher steht — einen Gefangston von vollem edlem Klang und warmer Empfindung abzugewinnen. Kein Instrument vermag ja gleich dem Violoncell zu „singen" und darin mit der menschlichen Stimme einigermaßen zu rivalisieren. Interessant war die Violoncell-Sonate von P. Locatelli, einem alten italienischen Gcigenkünstler (1693—1764), der neuerdings wieder zu verdientem Ansehen gelangt. Neben der Sarabande (ohne Begleitung' von I. S. Back und dem innigen AbendliÄ» von Schumann dürften wir noch den mehr auf äußerlichen Effekt zu- gestunten „Elfentanz" von D. Popper hören, der nun einmal zu dem eisernen Bestand sämtlicher Bioloncellvirtuosen der Welt gehört. — Die Klavierbegleitung hat wiederum Herr W. Fischer- Wiesbaden in dankenswerter Weise durchgeführt: das Zusammenspielen mit dem Instrumental-Solisten kann natürlich bei der Kürze der Vorbereitung und bei der vom Solisten beansvruchtcn Freiheit der Vortragsweise nicht stets so Haarschars stimmen, wie man es bei einem länger zusammenspielenden Ensemble erwarten würde: manchmal, z. B. bei dem Schumannschen „Entflieh mit mir", hätte das Klavier schon etwas mehr aus sich herausgehen und mit volleren Akzenten Mitwirken, dürfen.
Wir verließeii die Aula mit dem befriedigten Gefühl, eine wirkliche Bereicherung unseres Schatzes an musikalischen Erlebnissen erfahren zu haben — und nebenbei mit der leisen Hoffnung, daß wir dank der jüngsten hochherzigen Spende eines kunstsinnigen Mitbürgers nun doch wohl in absehbarer Zeit auf einen eigenen Konzertsaal rechnen dürfen? P.
Iptbc Note: 2Qn 25. Januar um 4 Uhr nachmittags traf der korpedobootszerstörer „Fulmine" den französischen Dampfer .kavignano", der neun Meilen östlich von Zanzir nahe der tripoliranischen Grenze angehaltcn worden war, mit fertig gerächtem Ladebaum, während drei Segelboote nordöstlich fuhren. Nachdem der Kommandant des „Fulmine" sestgestellt trttc, daß kr „Tavignano" sich außerhalb der ter i'ortalen Gew's, er be'and da cs allgemein hieß, daß der „Tav gnano" auf offener S.e
Redaktion. Ervedition und Druckerei: Schul« ftraBe 7. Erped'tton und Bering. £>L Redaktion:112. rel.-2U>ruAii»eigerÄ'even.
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7 Wir
Heer und Flotte.
Dem ersten und zweiten Bataillon deS Braunschweigischen Infanterieregiments Nr. 92 ist der „Braunschweigischen Landeszeitung" zufolge vom Kaiser der Tote n k o p f verliehen worden.
Montag. 29. Januar 1912
Roicmonsdrua und Verlag der Vrüblichen UnlversuälS • Buch- und breindruckeret.
R. Lange, Gießen.
(Siebener Aonzertverclu.
6. Moniert: Dritter Solisten.-Lbcnd.
Gießen, 28. Januar.
Man muß es unserer Konzertleitung lassen: sie ist unbeirrt und vsclgreich bemüht, nur künstlerische Genüsse ersten Ranges zu £<n_ Die bei dem heutigen musikalisckxrn Schnellbetrieb so zu findende planlose Trausgünaerei uiid Massenabfütterung lieben Publikums mit allerlei Kost zweifclhastcr Güte findet Wer keine Stätte, und das Gießener Publikum hat alle Ursache, .ür Re hierin liegende schmeichelhafte Einschätzung seines ftunlt- Mcitanbcs dankbar zu sein. — Nun, an dankbarer, ja begeisterter il.iinahnie hat es dem heutigen Solistenabend verdientermaßen Acht gciehli. Das Künstlerpaar Kammersänger F. Senins und fr au C. Senius-Erler Berlin) genießt nickt umsonst einen so btbcutenben Rus int Musikleben der jüngsten Zeit: was sie an ^lumm-Begabung und -Ausbildung sowie an beseeltem Vortrag lüften, ist bewundernswert. Die Tcnorstimmc des Künstlers zeigt dittn etwas baritonal gefärbten, männlich festen Klang, daneben eher eine ganz scltcii zu hörende Feinheit und Wärme in den leben Lagen, wo ihm ein prackwolles Pianissimo zu Gebote Cibt. Seine Partnerin ist ihm nahezu ebenbürtig: auch sie weil, i ihrs vorzüglich geschulten Mittel so wirkungsvoll in den Dienst einer lebensvollen Auffassung des Textes und der Komposition |ii stellen, daß sie es gar nickt nötig hätte, daneben auch noch dw ch ein lebhafte- Mienenspiel die Wirkung verstärken zu wollen. > Tie- Auswahl der dargedotenm Lieder war recht^glücklich, fehlten «utvirlick auch nickt die bekannten Prygranrm-Stützen wie das Liegenlied von R. Wagner, das man unschwer entbehren, könnte, ebex die wundervolle aber nächstens totgcsungenc „Feldeinsamkeit" ' ton. Brahms, so stand daneben doch auch eine Reihe weniger be- bnwter wertvoller Kompositionen, unter denen wir besonders die hm yerrn Senius mit warmer Empfindung vorgetragenett zwei : kch-nbert-Licder sowie das Lied „Sotist" von H. Pfitzner hervor- Itian, das ein entzückendes Rokkokvbildckten Eichendorfss treffend ver- tenM. Daß ein Künstlerehepaar auch in feinster gegenseitiger Anvas- Irnieg gemeinsam zu singen versteht, war im vornherein anzu- «-hnren. Tic Duette mit ihrem vollendeten Zusammeuklang und ^ctiandergreifen der beiden Stimmen bewährte dies in genuß- ttuffcer Seife. Tie ..Tragödie" von Schumann wurde mit all ta schlichten Schot >t und dem poetischen Schmelz vorgetragcn,
Utter dem Verdacht, türkische Soldate« zu f e ijt, s' stgeno m m e n und an Bord des „Volturno" gebracht. .Äregenz" dampfte nach zweistündigem Aufenthalt weiter.
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n Zentner mit Zack «t Mausen, auch mehren: t
Ehringshausen löt.!
amtlichen Vertreter der Studentenschaft noch eine besondere Farbigkeit gegeben war, Heyses nahezu 50 Jahre altes Schauspiel K o l b e r g aufgejührt. Eingeleitet wurde der Abend durch daS Vorspiel zur Over Raymond, von Thomas, das unter der Leitung des Herrn Obermusikmeisters W. L ö b e r eindrucksvoll gespielt wurde. Im Anschluß daran gedachte der Regimentskommandeur, Herr Oberst von Trotta gen. Treyden, in kurzen Worten der Bedeutung des Tages und brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Nack der Nationalhymne, die von den Versammelten flehend angehört wurde, hob sich der Vorhang über der alten Historie, die selbst bei ihrem ersten Erscheinen nur wenig zu begeistern vermochte. Eine Reihe farbiger Bilder zieht in wohlgeordneten Gruppen an uns vorüber, aber jede Szene beweist, daß Paul Heysc kein Mann der Bühne war. Sprache und Gesinnung macken allein kein Drama. Tic Regie, die von Herrn Kurt Gühne geführt wurde, hatte sich deshalb auch mit Glück auf schöne Bühnenbilder beschränkt und auf reizvolle Gruppen, nur wäre zu wünschen gewesen, daß die Uniformen etwas weniger nach Garderobe ausgefehen oder doch wenigstens gepaßt hätten.
In der Darstellung tat sich besonders Fräulein Hilde Knokh vom Kgl. Theater in Hannover hervor, die für die Rose als Gast gewonnen war. Sie erfüllte die Rolle des vaterlandsliebenden Mädchens mit ftischem Leben und hatte einen tiefgreifenden Erfolg zu verzeichnen. Für den erkrankten Herrn Schröder war Herr Theo Münch vom Resideitzlheater in Wiesbaden einge- sprungcn und bemühte sich mit Glück um die wenig hervorstechende Figur des Leutnants Brunnow. Von unseren einheimischen Künstlern machte Herr B a k o f als Nettelbeck den stärksten Eindruck. Er sowohl als Herr Gühne in der Rolle des Rektors, Herr Norden als Invalide und Fräulein Brehm als Witwe Blank gaben ihren Rollen einige persönliche Züge, während alle übrigen in der Rethorik Hcyses stecken blieben. Herr Kaiser als Gneisenau hatte sich völlig im Ton vergriffen und machte den Eindruck starker Unpäßlichkeit, deren Grund wir nicht näher untersuchen wollen. Herr Rappeport brachste sich als Heinrich durch sein häufig zu hastiges Sprechen um einen großen Teil seines Erfolges. In den kleineren Rollen fielen Herr Conradi als Wirt, Herr Grosser als Wachtmeister angenehm auf.
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du-Rhöne, der lebha t gegen das Vorgehen der italienischen Kriegsschiffe den französischen geg nüber und be'onders g gen die Beschlagnahme des Postdampscrs „T a v i g n a n o" m> testierte. Poineare erklärte, daß er, bis er genauere Einzelheiten über den Zwischenfall deZ Dampfers „Tavignano" erfahre, fick Vorbehalte, bei der italienischen Regierung Vorstellungen zu er heben. Es hat nicht den Anschein, als beabsichtige Poincarö, den letzten „Tavignano"-Zwischensall mit den beiden andern zu verouicken, derentwegen das internationale Schiedsgericht im Haag angerusen werden soll.
vom türtifd)dtalienifd)cn Kriegsschauplatz.
Anhaltung eines österreichischen Dampf rs.
Triest, 27. Jan. Die Gcneraldirektion des Oesterreichi- scheu Lloyd teilt folgendes mit: Der Dampfer ,^Bregenz", der tflem in Suez eintraf, berichtet, daß er am 22. Januar vor- ittagS, 15 Meilen nördlich von Perim, von dem italie- I i s ch e n Kriegsschiff „Volturno" angehalt en wurde, (in Passagier zweiter und 13 Passagiere dritter Klasse wurden
Evhcngrin, ' ^egsried, m • "Ula, Carmen, icnUinotc,Ganiii Zairer, Morcna.1 9lleb,t und Schülp
lickens, inlonberbeit bei n Damen und -verreib v umsverannaltumi, bo: brachen, den vielen - i der Zitzuna öoefe acwst Kniidjicn die erütembr i iinb nm scher - hm es geradezu Milcht h*- r im ifnterefle der «ll 1 iW - W J jiditen, lonar noch mj ebene unlrer fomt timr r SißuM nicht )ii ctiw1 'in rrchhaliiges ‘Nhig rcsnamichesAudilam hrn ist für Karneval re sichet EiM wn W >er Äür el ntgeialu Ln Zarnevalbun.. iniersiellt >'ch 'i-- im menschlichen
reitet dem urwuchnktt' Kimnätte^tui SS
Das wo jährige Jubiläum Der girma 6g. Phil. 6aiL
Gießen, 29. Jan. 1912.
Dm Samstag waren 100 Jahre vergangen, daß in einem Hause am Kreuzplatz, neben der Pelikan-Äpo- theke, mit kleinen Mitteln ein Geschäftsunternehmen gegründet wurde, von dem damals niemand voraussehen tonnte, daß es .nicht allein sich selbst tüchtig entwickeln würde, sondern daß es auch den Anstoß zur Begründung einer blühenden Industrie werden würde, die Tausenden von Familien in und um Gießen lohnenden Verdienst und vielfach Wohlhabenheit verschafft.
Fast ein Zufall lvar es, der den Großvater des jetzigen Chefs des Hauses Gail, den Kaufmann Gg. Phil. Gail aus
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
27. Jarruar 1812: Georg Philipp Gail aus Dillenburg gründet mit acht Arbeitern aus Tillcnburg eine Tabakfabrik in Gießen in einem Hause am „Kreuz", neben der „Pelikan-Apotheke". — 1825: Verlegung dcr Fabrik in das Haus in der Neustadt, wo sie sich jetzt noch befindet. Im Betrieb waren damals 40 Arbeiter tätig. — 1. November 1840: Gründung ber Zigarrenfabrik durch Georg Philipp Gail. Teilhaber wird Will). Köpfer, Georg Philipps Schwiegersohn. — 1847: Karl und Ferdinand Gail, Georg Philipps Söhne, werden Teilhaber der Zigarrenfabrik. — November 1849: Georg Philipp Gail errichtet die erste Krank.'nunterstützungskasse in Gießen für Zigarren- arbeitet". — 27. Januar 1852:* 40jährige Gedächtnisfeier der Gründung der Fabrik. — 1852: Errichtung der Zigarren-Filiale in Maricnschloß, ausgegeben 1883/84. — 1854: Errichtung ber Zigarren-Filiale in Rockenberg, aufgegcben 1894. — 1857: Errichtung der Filiale in Rodheim. — 27. Januar 1863 : 50jährige Gedächtnisfeier der Gründung der Fabrik. Infolge eines Trauersalles in der Familie um 1 Jahr verschoben. — 350 Arbeiter nehmen teil. — 30. August 1865: Georg Philipp Gail, der Gründer, stirbt, 80 Jahre alt. — 1865—69: Fortführung der Firma durch Karl und Ferdinand Gail. — 1869: Karl Gail wird alleiniger Inhaber der Fabrik. — 27. Januar 1882: Karl Gail, Kommerzienrat, stirbt, 62 Ekahre alt. — 1882—85: Fortführung der Firma durch Erich Wasscri'chleben, Wilhelm und Karl Gail. — 28. Februar 1882: Errichtung einer Stiftung von Karl Gails Erben für Arbeiter nach 50- und 25jähriger Dienst-
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Aus Hessen.
Das kaofmannifche Foilb ldung-schulwesku in Hkffen kat na chdem jetzt erschienenen offiziellen Jahresbericht in Schuljahr 1910/11 wiederum einen Aufschwung genom- |rten. Die Gesamtzahl der Schüler ist von 1247 im Jahr vorher auf 1356 im Berichtsjahr gestiegen. Die Gesamt- tinnahmen erhöhten sich von 72154 Mk. auf 76 836 Mk., die Gesamtausgaben von 67 435 Mk. auf 71 763 Mk. Die !rätzte Schülerzahl in den unter Verwaltung oder Ansicht der Handelskammern stehenden Schulen wies Offen- ach auf, nämlich in 10 Schulklassen 282, darunter elf Schülerinnen. Darmstadt zählte ht 9 Schulklassen 267 Schüler, Mainz 232 in 9 Klassen, Worms 199 in 9 Klassen, Ließen 176 in 6 Klassen, Bitt gen 72 in 3 Klassen, Friedberg 65 in 3 Klassen, Alsfeld 34 und Lauterbach 29 in je 3 Klassen. Die Zahl der Lehrer betrug in Offenbach 11, in Darmstadt 12, in Mainz 10, davon acht im Haupte Icmt, in Worms 10, in Gietzen 8, in Friedberg 6 und ■ in den anderen drei Städten je 5. In Mainz ist die kaufmännische Fortbildungsschule ein Teil der von der dortigen Handelskammer unterhaltenen „Oeffentlichen Han- Z belslehranstalt", die neben der erwähnten Fortbildungsschule eine Handelsschule für Mädchen, eine Handelsoor- /schule und eine holdere Handelsschule, sowie handelswissen> schastliche Vortragskurse umfaßt. Die Besucher aller dieser Institute sind natürlich in der angegebenen Schülerzahl boi> 232 nicht mit einbegriffen.
$it Zahl ber Gewerbesteuerpflichtigen im Grosiherzoglnm Hessen belief sich im Jahre 1910 auf 81 740 Personen, von denen ein Gewerbesteuerkapital von 9 335 443 Mk. versteuert wurde, '(vite Zahl der zur Handelskammer wahlberechtigten Fir- jten betrug 7883, die mit einem Gewervesteuerkapital von ^62()5 522 Mk. veranlagt waren. Tie meisten Zugehörigen # im Handelskammer wies Darmstadt auf, nämlich 1820 (im Jahre 190.5 dagegen 1907), die ein Gewerbcsteuer- kstntal von 1 058657 Mk. ausbrachten, während in Mainz trrh der geringeren Mitgliederzahl (1655) ein Gewerbc- sieuerkapital von 1332962 Mk. aufgebracht wurde: die ‘ liahl der wahlberechtigten Firmen ist hier seit 1905 um 3B gestiegen. Noch leistungsfähiger zeigt sich die Handelskammer Offenbach, in der von 1042 Firmen ein Ge- Lerbesteuerlapital von 1 036 161 Mk.versteuert wird; hier hick en die loahlberechtigten Firmen gegen das Jahr 1905 * sick um 84 vermehrt. Im Bezirk der Handelskammer Lorms wiesen 784 Zugel)örige 869 912 Mk. Gewerbe- ' ßcverkapital auf, in Gießen 9/2 ein Gewerbesteuerkapi- von 441 371 Mk., in Bingen 855 281661 Mk. und in Friedberg 755 184 798 Mk. Mit Ausnahme von : -(oinz und Offenbach ist die Zahl der wahlberechtigten Firmen in allen anderen fünf Handelskammern z u r ü ck gegangen, und zwar um rimb 300 Firmen.
Konterbande auszuschiffen pflege, stieg der Kommandant an Bord des franzö fischen Dampfers, wo er das Fehlen ber Zollauswege feststellte. Daher b g'cilct' der , F.ilmine' den „Tavignano" nach Tripolis, wo er gc" een abend um 9 Uhr ein traf und sogleich einer Untersuchung unterworfen wurde, die ergab daß die Ladung aus Mehl, Zucker, Ocl, Wein. K'onservenfleisck und Leinwand bestand, daß jedoch spezifische Kriegs konterbande nickt vorhanden war. Nach dieser Feststellung wurde der ..Tavignano" soaleick 11 Uhr freigelanen
Dillenburg, veranlaßte, sein kleines Fabrikationsgeschäft .ins seiner Heimat nach Gießen zu verlegen Dillenburg gehörte damals zum Großherzogtum Berg, daS Kaiser Na- .oleon geschaffen hatte und das von ihm mit den Segi nungcn des Tabakmonopols beglückt werden sollte. Dem ivollte der tatkräftige Kaufmann entgehen und so wandle er sich nach dcr nächsten, in einem monopolfrcten Lande gelegenen Stadt, um dort sein Gewerbe zu betreiben. Trotzdem auch in Hessen das Gespenst des Tabakmonopols in dcr ersten Zeit des Bestehens der Gailschen Fabrik mehrfach auftauchte, entwickelte fich das Geschäft unter der tat- lräftigcn Leitung des ersten Chefs gut, so daß es auch die späteren, die Tabakindustric bedrohenden Stürme gut überstehen konnte und heule mit über 600 Arbeitern mit an der Spitze der hiesigen Industrie steht. Daneben haben die drei Generationen, die in den hundert Jahren des Bestehens der Firma Gail an ihrer Spitze standen, stets an öffentlichen und gemeinnützigen Angelegenheiten teil- genommen, so daß auch in nichtgeschäsllicher Beziehung Gießen stolz darauf sein kann, eine solche Familie sein nennen zu können.
Georg Philipp Gail, dcr Gründer des Hauses, wurde schon fünf Jahre nach seinem Zuzug älterer Zunftmeister dcr Meisterzunft. Von 1822 b.s 1824 war er Bürgermeister, von 1823 bis 1830 Landtagsabgeordneter des Bezirks Heuchelheim, und 1855 gründete er die Freiwillige Gatlsche Feuerwehr, der er, wie seine Nachfolger, als stets opferbereiter Chef angehörte. Am 30. August 1865 starb der bis zu seinem Ende tätige Mann als Achtzigjähriger.
Sein Sohn Georg Karl Gail, Kommerzienrat, stand der Firma von 1835 bis zu seinem Tode 1882 vor. Er war namentlich als hilfsbereiter Freund und stiller Wohltäter bei vielen geschätzt, die seine milde Hand kennen lernten.
Wilhelm Gail war von 1887 bis 1898 Mitglied der Handelskammer, und ist seit 1907 lebenslängliches Mitglied der Ersten hessischen Kammer. 1892 wurde er Kommerzienrat und 1908 Geh. Kommerzienrat. Seine tätige Fürsorge wendet er neben vielen gemeinnützigen Einrich^ tungen namentlich den hiesigen wissenschaftlichen Samin* langen zu und die Wilhelm-Gail-Stiftung unseres Gc> schichtsmuseums und das Museum für Völkerkunde legen Zeugnis dafür ab, was Geheimrat Gail auf diesem Ge^ biet geleistet hat. Wie sehr gerade dieser Zweig seines! gemeinnützigen Wirkens anerkannt wird, zeigt die vor wenigen Tagen erfolgte Ernennung zum philosophischen Ehrens doktor der Landesuniversität.
Der Werdegang des Gailschen Fabrikun* t e r n e h m e n s sei im nachstehenden Auszug aus der Geschichte des Hauses Gail niedergelegt:
Die Wirren in China.
Tschifu, 27. Jan. Aus Dalny sind hier 400 Revolutionäre eingetroffen. Die Transportschiffe, die sie gebracht haben, kehren nach Schanghai zurück, um neue Verstärkungen zu holen. Nach Lung kau, unweit Schwanghsien, sind Mannschaften mit zwei Geschützen auf dem Seewege abgesandt worden. Es verlautet, von dort seien tausend Revolutionäre nach Laitschaufu ausmar- schicrt. Tie Städte Minghaitschau und Weihaiwei gingen zu den Revolutionären über.
Mordnnschläke.
Peking, 27. Jan. Gegen den Kommandeur von Tientsin, General T s ch u n g h u a i t s ch i, der als entschiedener Gegner der Revolution bekannt ist, wurden heute, als er, von Peking zurückkehrend, im Wagen von der Station zur Einaeborenenstadt von Tientsin fuhr, von einem jungen Chinesen zwei Bomben geworfen. Der Wagen des Generals wurde beschädigt, dieser selbst blieb unverletzt. Der Täter suchte zu entfliehen und feuerte
Wiener .e*<° ' -arten-
auf seine Verfolger, wobei ein Polizeibeamter verwundet wurde. Schließlich gelang es, den Fliehenden festzunehmen.
Gegen den früheren Mandschukommandanten der Kaisergarde, Liangpi, warf ein Chinese in Ofsiziersuniform eine Bombe, als Liangpi vor seinem Hause vom Wagen stieg. Liangpi wurden die Beine gebrochen, auch erhielt er andere Verletzungen. Der An- Revolutionär, kam bei der Ex-
lutionär gesinnten Vereinigung zur Beschleunigung der Reformen ist ermordet worden. Tie Tat zurückzuführen. Unter der Be-


