Ausgabe 
28.10.1912 Zweites Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweiter Blatt

r. 254

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».

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BahnhoÜ* 31

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TieGiehener Hamiliendlätter" werden dem »Anzeigert viermal wöchentlich beigelegk, dar Kreistlatt |Br den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Tictandwirtlchastllchcn Zeit» tragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Jnsanicrie-ÄenilM!!

-finiter Villiclni Wr. r-

wüchse, versteht sich, des bürgerlichen Lebens, denn .in hoher ?ldcl war selbstverständlich der Satire entrückt, tm Keben hingegen von reinster Güte und einschmeick)elnder Höflichkeit.Er schrieb Satiren und hatte keinen Feind," sagte ,em Schuler Mofrebuc von ihm, und ihm, dem Freunde aller literarstckxm Größen Weimars, konnte Herder in seiner Gedächtnisrede nut Fug nachrühmen:Eine gefällige und friedfertige ^ccle hat der Verstorbene besessen, der an Einfalt des Charakters, an Güte des Herzens ein Kind, an unverdrossenem Fleiße und an Liebe zum allgemein Besten ein Mann, ein redlicher Mann war."

schliinmst^r ^lr yu^iImmgcn tm:breitete sich wdann noch Ge­heimer Regierungsrat Professor Foerster (Berlin) über,Moral und sogenannte .Staatsraison", woraus die Tagung gesckstonen wurde.

stLma<ithen Erdal lil

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strahlende

srmer gehabt.

Musäus war am 29. Mär; 1735 zu Jena geboren, studierte P rGeologie und sollte die Pfarre in Fernroda bei Eftcmack er

-n ten. Allein seine th.ologisckx' Laufbahn fand ein >ahes Ende, h'iin die Bauern weigerten sich, ihn al* Marr er zu nehmen, reii er an einem Tauiv.rgnügen leilgenommen hatte! Er wurde ltn Philologe und als solcher 1763 Pagenhofmeister in Weimar, 1769 ebendort Professor am Gnmnasium. ^inen Namen in

r Literatur machte er sich durch seinen Kampf gegen Rtckaickion | Lavater Musäus, eine durchaus rationaliitisch gerichtete I »Qtur tvar ein abgesagter Feind aller Gefühlsduselei und Schwär nerei' In seinem anonnm erschienenen dreibändigen Roman c^randison der Zweite oder Geschichte des Herrn v. N." gelang

ihm in witziger Form nicht so lehr.Rickrardion, wie dessen lefchmacklose deutsche Nachahmer zu trenen trotzdem er leibet k Wirkung durch breite Langweiligkeit stark abickstvachte. j-te | krkenntnis dieser Mängel bewirkte nach zwanzig Jahren eine Eckige, in zwei Teile zuiammengesckstoiiene llmarbettung. 1788 »ersuchte er sich noch einmal Mil Glück am dem Gebiete der -ttirc als er in seinenPlmiiognonusck^n Reisen, voran ein Ylviswgnomisch Tagebuch," Lavater und die jrrmtger.es m seiner Äeise durch bis in die Sprache durckigesuhrtc Parodie trat. We Niger von Belang sind seine S in g spiel texte:xaS Anstnsrs- n..dck>en" undDie vier sturen des menschlichen Alters . Auch dais 17S5 erschienene BuchJ-reund ^eins Erscheinung m Dol- be-ns Manier", m dein er den Text zu R. Lck^llenbcrgb, rartentanz schrieb, erfriert in Eagsnioral Jn ie.nem Lwdes- vfK 1787 erschien ein Bändchen unter dem Tuet. straust- ieücrn", in dem er nach entlehntem Stoss wer Novellen ver­öffentlichte, platt und unbedeutend, deren Kern lüsterne Liebes - etoenteuer und plumpe Intrigen, bilben. 'Jiuiau» ilj^ eine in nscke Erscheinung des 18. Jahrhunderts, in dem ~ebcn und Dicksten noch durch Welten voneinander getrennt waren, sinnlich und lüstern in seinen Werken, ein trockener, braver Philister am Leben: ein mit schirfern Witz begabter Satiriker gegen Aus-

Karl Goedeke. Dieser Name des heute vor einem Bierteljahrhundert, am 28. Oktober 1887, verstorbenen Literar­historikers ist ein Begriff geworden. Wenn man ui dem Antiqua- riatskatalog eines deutschen Buchhändlers hinter einem dort an­gezeigten alten Buch den Vermerk lieft:selbst bei Goedeke nickst genannt", oder:Nickt einmal von Goedeke erwähnt , so bezeichnet das den Superlativ der Seltenheit eines Buches, denn in Karl Goedekes LebenswerkGrundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung" ist eben nahezu alles erwähnt, was die deutsche Literatur bis in unsere Zeit hinein hervorgebracht hat. Das Werk ist eine Fundgrube literarhistorischen Wissens von autoritativem Werte, ein einzigartiges Denkmal von eckst beutf schein Gelehrtenileist, bas Karl Goedeke in die Reihen der un­sterblichen einreiht. Die Laufbahn dieses Gelehrten war eigenartig genug. Am 15. April 1814 in Celle geboren, studierte er in Göttingen Philologie und Literaturgeschickste und lebte dann in seinem Geburtsort lediglich seinen privaten Studien und ckchte- nschen Arbeiten. In einem unter dem Pseudonvm Karl Stahl erschienenen aristophanisck^n LustspielKönig Kodrus, eine -liß- geburt der Zeit", liest er seinem Mistmut über ine damaligen Zustände in Hannover, die zur Absägung derGöttinger Sieben' geführt hatten, in satiriscker Weise freien Lam, Zustande, die es ihm versagten, einen Lehrstuhl an der vannovericken Landes­universität anzustreben. Nack-dem er dann and noch Novellen und einige literarhistorische Arbeiten veröffentlick t hatte, trat er als Korrespondent in die Hahnsche Hofbuchhandlung in Hannover ein widmete sick aber doch vom Jahre 1846 an wieder ganz, abwechselnd in seiner Geburtsstadt Celle, in Göttingen und Han­nover lebend, literarhistorischen Studien, denen zahlreiche Werke versckiedener Art enN'loi'sen. Erst als Hannover dann eine preu- gisck-e Provinz und Goedeke durch den ersten Band seinesGrund­risses" eine Berühmtheit und literarhistorische Autorität geworden war, wurde er, dem Greisenalter nahe, zum austerordentlichen Professor an der Göttinger Universität ernannt. Sein gesamtes literarhistorisches Schaffen ist ungemein reickhaltig und zeugt von Bienenileist und Sammeleifer seltener Art.

Mascagni über seine neue Over. Mascagni hat sein neues Werk, die Musik zu Gabriele d'Annunzios TragödieP a r i s i n a" nunmehr im Entwurf vollendet und in römischen Kunstkreisen erwartet man mit lebhafter Spannung

nachmittag 2 Uhr, v steigere ich 'BalinlwM dahier, argen zahle

1. iReMneiMewaL:. - 30 Lorbeerbäume.

2.4'l^riUc Aiaarn,»^ Aiqarenen, 10

i hüte,Ä Paar Herm-i

I iLadeneinrickia-sti- ichrankZPianmo,!,.

i-lid, 1 5d)rcibtud)u.;-. Lersteigerung iu L r

Zum 125. Todestag von Z. Karl August Itlufäus.

Anr 18. Oktober waren 100 Jahre versttichen, seitdem die bi über Grimm die Vorrede zu ihnen Märck^u schrieben. f ftni >. Oktober nun begehen wir den Tag, an Pem der Vertaner >-r , .Volksmärchen der Deutsckxn" vor 125 Ja In en neitorbcn ist Hier 1 erricht eine völlig unterschiedene Welt, denn die Mu uissck ii Märckien sind keine editen Volksmärchen, londern eher iMärckxmNovellen zu bezeichnen. Eine sttaffe Handlung, eine fc-rgftiÜige Charakteristik, vfvchologischc Vinrieinerung und gute UAfd mückuiig der alten Mtsthen und Lokalsagen denn richtige Zstksuuirck .n hat Muffius weniger benutzt sind ihr ^vrzug, »ährend eine stark didaktisch? Note, rationalilttsche Erklarungs- ,-t und nickst iinaiifdringlicke Anspielungen aus nwdernes Leben md Literatur ihrer Unbefangeiih.rit und dem Märchenduft Abbruch "in Trotzdem haben sie eine breite Wirkung und .viele Nack>-

Montag, 28. Moder M2

Rotationsdruck und Verlag der Br ü! I'lchen Universität- - Buch- und c tcinbrudcccie R. Lange, Siesten.,

Redaktion, Expedition und Tnicfcrei: Schul» slraste 7. Erpedltiou und bei lag: 31.

Redaktion.«^S112. Tel.-Adr.:AnzeigerLiesten.

politische 2age,schau.

Teutschtn-Hehe in England.

Welch unsinnige Blüten die Deutschenfurcht in ®ng ,d treibt, beivrtst, so teilt das B. T. mit, eine Postkarte, it mit eine englische Zeitschrift - keine von den befand ,i für fick Reklame zu machen sucht Immerhin scheint >, verhetzendc Machwerk ziemlich weit verbreitet zu wer i. Die Rückseite dieser Postkarte ist mit folgenderStunb ; bunfl" bedruckt: m

Deurickloud trifft aewaltige «orbereitUNgen zum m ritannicn. ' -cm Ziel ist, unfern Handel an sick AU reiften, dadurch, haft es UNS ruiniert. Unter Heim int unfern Sieben ist in Gefahr.

3ober Pennn der für deuticke Waren verwandt wird, ist H,lis- I rh für den deutschen Feldzug. Und beraubt unsere eigenen

Tmikn Sie sick entsckließen, vom heutige,i Tage an keinMade ^ermann" mehr zu kaufen? Unter gar keinen Umständen?

Indem Sie dies tun, werden Sie einen Streich lür König, ii'rrib und Heimat führen.

Wollen Sie sich demSckneeball"-«hstem der . . Titel der 1 idiriit anscklieften? Wenn ja, senden Sie gefälligst diese -karte an einen Bekannten und verlangen Sie von uns kostcn- 3. soviel weitere Karten, wie Sie zu haben wüm'cken.

God save thc kinp.

Wir haben, so schreibt dazu dasBerl. Tgbl ", den lernen der Zeitschrift weggelassen, um für ein Hetzblatt keine i.flame zu machen. Um den ganzen Irrsinn der Hetze ii erkennen, braucht man sich nur die Zahlen des englisch- 'iiilschen ("üterailstausches anzusehen, lvie ihn englische den für 1910 angeben. Er stellt eine Summe von ;cmmi Pfund, 2> ! Milliarden Mark, dar. Davon sind h ^30000 Psnnd deutsche Einfuhr nach England, 54 905000 xfiuild englische Ausfuhr nach Deutschland. 9hn der Güter- lu stansch mit den Bereinigten Staaten, in Höhe von r, ,8918)0 Pfund, ist höher. Wie können Leute mit halb iJcflS gesunden Sinnen den Güteraustausch unterbinden iat.. 1 en zwischen zwei Kulturvölkern, von denen jedes dem ,ii?mi jährlich Werte im Betrage von mehr als einer Mil°

- linrbe Mark zuzusühren hat?

*

Der Entwurf über das Petrolenmmonopol

u.da5übrige9lä^

Programm

!LL_^nsprechen- WlUJMÜllttli! JSieVkierung an Karwneln soll bei'

das Ergebnis dieser Zusammenarbeit der beiden Tie

neue Over soll bereits im kommenden Monat in der Mailänder Scala ihre Uraufführung erleben. Einem Zeitungsmann machte Mascagni einige interessante Mitteilungen über das Werk und ein Zustandekommen.Ich freute mich ungemein, eine Dich­tung d'Annunzios in Musik setzen zu können, aber gerade diese Freude erschwerte mir auch die Arbeit. Tie große Verehrung, die nich der Sprachkunst d'Annunzios entgegenbringe, machte meine Ausgabe schöner, aber auch schwerer, denn Annunzio hat ganz eigene Ideen über das Theater. Für ihn bietet die Bühne keine Beschränkung, alles scheint ihm möglich und alles muft ausgeführt werden. An einer Stelle verlangte er, um die Groß­artigkeit des Augenblickes auck äußerlich auszudrücken, einen Chor von 350 Mitgliedern, ohne sich dabei um die finanziellen Schwie­rigkeiten zu kümmern und die Raumvcrhältnisse einer Bühne zu berücksichtigen. Aber unsere gegenseitige Svmpathie, unsere Begeisterung und unsere Achtung vor den Absichten des anderen ermöglichten es uns schließlich doch, säst alle Schwierigkeiten zu überwinden. Eines der größten Probleme für mich war die wort­getreue Beibehaltung des Textes. Ich mußte alle Neigungen, hier und da gewisse Zeilen zu ändern, unterdrücken, um dem Publikum einen klaren Eindruck der wundervollen Tragödie zu ermöglichen. Nur einige Kürzungen waren nötig. Das Werk umfaßte 1730 Zeilen und nach langer Prüfung beschloß ich, nur 250 davon fallen zu lassen, ohne dadurch im geringsten die Schönheit des Rhlsthmus und die Kraft der Sprache zu gefährden. Nun liegt die Arbeit hinter mir, und ich kann sagen, daß mir bas Werk gefällt. Ich glaube sicher, daß das Publikum den zweiten Akt als eine der schönsten Leistungen bewerten wird, die bei der Vermählung von Dichtkunst und Musik in einem Theater geboten werden können. Nach meinem Gefühl ist dieser s2Ih der schönste. Die Hauptttelle der ganzen Oper ist das Duett zwischen Ugo und Parisina, das 35 Minuten dauert; hier entfaltet sich die ganze Dramatik der Situation. Der vierte Akt ist sehr originell, denn hier läßt d Annunzio Ugo und Parii'ina selbst noch nach ihrem Tode von ihrer Liebe sprechen: hier wird ein Eindruck von etwas Uebermenschlichem, Unirdri'chem erftrebt, die Summen sollen wie aus dem Grabe erklingen." Tie Oper ent­hält kein Vorspiel, nur eine kurze Einleitung, eine Klage, die gleich das Hauptmotiv des ganzen Werkes anschlägt.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. In Göttingen ist am 22. d. M. der o. Professor der inneren Medizin an bet dortigen Universität Geh. Medizinalrat Dr. Wilhelm Ebstein im 76. Lebensjahre gestorben. In Paris ist der Tramatiker Pierre Verton im Alter von 77 Jahren gestorben. Vom 26.3Q. März 1913 findet in Berlin unter dem Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen August Wilhelm von Preußen der 4. internationale Kon­greß für physikalische Therapie' statt. Der Generalsekretär des Kongresses ist Herr Dr. Jmmelmann-Berlm, Lützowstraße 72.

l e g u n g eines [o genannten N ormalja dr csundd.e Zugrundcleming bestimmter Ausgabeiummni, um aur tuet er Dans

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheften

das Thema:

Bal kan krieg und Friedensbewegung. Er wies daraus hin, daß mit dem Interesse an der Friedensbe­wegung auch eine unerfreuliche Erscheinung verbunden sei in* sosern, als die Begriffe über das Wesen des Pazisismus, ihr den man sick immer erst allgemein zu interessieren beginne, wenn ein Krieg aus gebrochen sei, vielfach irrige Meinungen verbreitet seien. Der eine Teil ber Wegner wende ein, diq Bemühungen der .vtiedeus freunde seien zwecklos, weil ja der Krieg schon im1 Wange iei, die anderen erheben den Vorwurf, es sei nichts gescheheii, um den Ausbruck zu verhindern. Demgegenüber stellte der Redner die Fragen: Was will die 7<friedcnsgescllsckaft ? Wie stellen sich ihre Bestrebungen dem akuten Krieg gegenüber und was rit unter Welt­frieden zu verstehen? Tie Friedensfreunde erstreben die Her stellung einer gewissen Dtbnung zwischen den Staaten, bte Bi scitigung der nock- vorherrschenden Anarchie im^ internationalen Leben, um Verhältnisse bcrbeijuiüljren, die den Frieden im vazi fistischen Sinn bedeuten. Der Redner bezeichnete den Krieg als die akute, den Frieden als die latente Anarchie. Es liege tm ureigensten Interesse der Staaten sclblt, diesen Zustand des all gemeinen Friedens herbeizuführen. Die Friedensfreunde wollen auch nicht den Frieden schaffen, er kommt von selbst aus den Verhältnissen heraus. Es muß in weite Kreise des Volkes 21 in

ng getragen werden über die wahren Berl-ältmfse des polt tischen Lebens. Kein Krieg ist ganz unvernundltch, es handelt sich nur darum, bei den Menschen die Ertenulnts auszubauen, das; sie über diese Klippen hinwcgkommen können, xim Wesen des Krieges haben sich tm Laufe der Zeit erhebliche Jenbcrungen bemerlbar gemacht: die Kriege sind seltetter und ihre Art eine andere geworden, so daß sie lokalisiert werden könneit, außerdem ist die Zahl der Kriege, die nickt geführt wurden, erheblich großer als jene der taftäck^ich zum Ausdruck gekommenen, -tic Friedens- gescllsckast habe in den 20 Jahren ihres Bestehens erreicht, daß sich auch die Wissernckraft des PacifismuS als eines ernst zu nehmenden Faktors angenonimen hat. Die Anhänger der F-ne densidee erheben Anspruch auf den Titel wahrer Patrioten, weil sie ernstlich bemüht sind, die Schrecken des Krtegcs von ihrem Vaterlande sernzuhalten.

Ter Vorsitzende verbreitete sick kurz über das neugegrunbete .Verbundene Cnglisch-Deutsck-e Koultee für Verständigung inner- ijalb des britisckien und des deutMn Reiches".

Als zweiter Redner sprach Pfarrer N i t ha ck-S t a hn iBer­lin' über die Frage:I st her K amps gegen den Krieg eine ideelle oder wirtschaft liche Angelegenheit?"

Der dritte Vortragende, Professor Quid de (München), be­handelte die FrageR ü st u n g s st i l l st a n d o d e r R ü st u n g s- wertkampf". In der Friedensbewegung habe man sich von Anfang an mit der Frage besckKftigt, wie man dem.Rustungs- wahnsinn" Cinlwlt gebieten könne. Pralkisch sei am diesem Ge­biete noch kein Erfolg zu verzeichnen. An der Hand einer großen Reihe statistisckLr Angaben betonte der Redner, man mue sich fragen, wie die Verhältnisse liegen würden, wenn die für die Rüstungen ausgcgebenen Summen dazu verwendet würden, dem Cinzelnen bessere Lebensbedingungen zu om'draffcn. Etwas ent­scheidendes könne in dem einzelnen Lande nur geschehen, wenn die internationale Rechtslage sich ändert. Es müsse daher die Frage ins Auge gefaßt werden, ob nickst auch in der Zett der Rechtsunsickcrheit eine Beschränkung der RüsttlNgen möglich ist. Als einzig möglichen Weg beMchnete der Vortragende ben eines internationalen ^lbkommens, für das ein einheitlicher Maßstab allerdings kaum gefunden werden könnte. Er befürwortete F e it

wird, wie man uns aus Berlin schreibt, in den Aus­flüssen des Bundesrats in den ersten Tagen des Nv- | h-Mber beraten werden, ha der Berichterstatter für diese Mfilterte, das sächsische Bnudesratsmitqlied p. Sichert,

Bericht in den nächsten Tagen fertiggestellt haben Ituirb. Die Bundesregierungen haben dem Entwurf ^i, seinen Grundzügen bereits zu gestimmt und für Ihi endgültige Beratung im Bundesrat ihre Vertreter mit "'knisprechenden Instruktionen versehen. Die Verabschiedung b-- Cutwurfs im Plenum des Bundesrats soll möglichst roch im Noveinbei erfolgen, damit der Entwurf dem ; sieichstage bald nach seinem Wiederzusammentritt zuaehen Ifjnn. Man hofft, daß der Reichstag den Entwurf bis , f f: ern verabschieden wird, da beabsichtigt ist, ihn mit dem j Oktober 1913 in Kraft treten zu lassen, und einige Mo- Iratc Zeit vorhanden sein muß, um die Ausführungsbestim- riirngcn auszuarbeiten und bekannt zu geben. Der Ent- Hurf wird nach seiner endgültigen Annahme im Bundesrat nntlid) verö sentlicht werden.

'Vcbcn diesem Gesetz werben nach dem Reichstage b,s Weihnach im noch machen einige Ergänzungsgesetze zur Ange­l' c l l l c n v e r s i ch e r u n g , ber Entwurf über die Errichtung pp, 's ,l g c n b g c r i d) t c n unb ber Entwurf über die Kon- lu rrenz klausel. Der Entwurf über die Neuordnung ber 3c imtagoriilje wirb dem Reichstage voraussichtlich erst später zu- hnt, da die Bundesregierungen erst kürzlich ausgesorbcrt wor- . n sind, ihr Gutachten über diesen Entwurf abzugeben, ^as

Porten, . in der i,k,

-

5. D-ens.E

sich in Vorbereitung befindliche Reichstheatergesetz dürste wahrscheinlich dem Reichstage in seiner nächsten Tagung nidii zu gehen, doch sind nähere Bestimmungen darüber noch nicht ge- trosjen.

Jünftcr vculschcr zrie)cn;fongrch.

~ Berlin, 27 Oktober

Eine im Hinblick aus die derzeitigen friegeriid n Verwicke­lungen auf dem Balkan und die^davon drohende Gefahr eines europäisck.en Krieges inttrefiame Tagung trat hier im »reniaale des Charlottenburger Ralliauses zusammen. Die Tagung wurde cingelcitct burck eine öffenllickc Pollsversammlung, in welckier Geh. Reg Rat Prof. Foerster Berlin den Vorsitz führte. 3 ii er ft sprack Dr. A. H. Fried Wien', ber bekannte Vork immer her Friedensibee unb Träger des Nobel «rriedenspreises, über

versteigere

Sicndtag, ben 29.1

bcm Sailmen Mschattz.zimmer dcS Sor ton§-9leucMmeme-: 9ilM*,tuaul'fönnen Qu4 Jyft. beioiien roerbe VerlieciellcAngeboielm. Wnze Lieieruna mit bei* Idirirt ..Angebot für S- Mein" sind bis zum fc nungStermin am 1. Aere ber 1912,12 Uhr mittag d>e Kiichenverwaltuu-!. zureichen. \v

III. Baiailloti

Seer und Flotte.

Ein Denkmal aus dem Schlachtfeld von Vron ville.

Metz, 27. Okt. In Anwcftnlunt von Vertretern der Zivil- und Militärbehörden, zahlreichen Veteranen, Offi­zieren Kriegcrvereinen und Psadfiudervereinen, sonne Ab­ordnungen sämtlicher Metzer Regimenter und eines trotz des regnerischen Wetters und der- weiten Entfernung zahl reichen Publikums erfolgte heute mittag tue Ein­weihung des an der Landstraße Rezonville-Vionville errichteten Denkmals zum Gedächtnis der tn dem bu- tiqen Ringen nach lst-ldenmütigem Kampfe am 16. August 1870 gefallenen Offiziere und Mannschaften des Infanterie- Regiments v. Alvensleben, 6. Brai^enburaisches Nr 52. Das Denkmal ist errichtet an jener Stelle, bis zu der das Regiment trotz des mörderischen der Gegner vorzndringen vermochte und durch seinen Borstoß den F^eine^ zum Haltet ztvang. Der Vorsitzende des Deiikmalkomitees, General der Kavallerie z. D. v. Kleist aus Wussekcn in Pommern, lftelt die Festrede. Das Denkmal ist eine Schop- ftinq des Berliner Bildhauers Pros. Arthur Schulz. Es stellt aus granitenem Postament eine überlebensgroße Sol- datenaruppe, ein Momentbild aus der schlacht vom 16. llug. 1870 dar. Der Kaiser lftitte die Bronze aus alten Ge­schützen sür den Guß der Gruppe gestiftet.

25. Zahrerseft öes hessischen hauptvereinr der Evangelischen Bunöes.

bs. Darmstadt, 27. Oktober.

Der Hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes, bet am 27. unb 28 Oktober hier sein 25. Jahresfeft abhält, leitete die Feier durch Geläute ber Glocken ber evang. Shrthen am Samstag abend ein. Heute vormittag sanden in sämtlichen evan-

...Ehre um Ehrt

Ä frl. Pina Fabbn. (sehmai® imßoi®

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in der HouptreUe

Herr Deed.

neuer bauen zu fönnen _ r *

Fn einer akademückeii Periaminlnng im großen ^aale des Schillert Heaters m Charlottenburg gab 'iinäckn Geheimer cke gierungsral Professor Foerster Berlin' bekannt, datz Be­grüßungstelegramme cingclaufen leien vom ^nternaitonalen tvrie bensbnreau m Bem, dem nationalen Friedensrat in Sonhmb ber Oesterreickiscken FriebenSgeselllckwst m Wien, umer |Ol®e aii'-> Elsaß Lothringen, Turin, ber «ckweiz unb aus «taiaii, lltzteres in Efparaiitospracke. - Der Vertreter der ^an.osischen Friedensliga Maure Paris' überbradi. bie Grüßr des Itair bigen Aussckufses ber französischen Friebensgeselllckast und w,es am die erfreuliche Tatsackf bin, bau die s^"-bsische und bie beistfcke Regierung hinsicktlick ber Amrechterbaltung beS enro- väiscken Friedens Hanb in Hand gingen. . <nrtrr;ül.hP her

Nachdem Dr. Rickter (Psorzbeun^. der Zorlitzende ber Deutschen FriebenSgesellickait bte Leitung ber Veriantmlungüber- nonuncii hatte, sprack Jusltzrat Heil berg Bi> Mail) über D i e internationale C r e k u live.

Er betonte, baß vor allem bie Verhähnille anders gefraltet roerbn, müficn burd) eine «eeinnerlichllNg' bes Sulammenlebcnä ber Völker, so bau bte Dtsterenzen innerhalb bir Voller ohne Kriege beseitigt werden können. Mächtiger als alle Armeen und mförinen ber Erbe sei bie moralische >tdee. Auch b e verschiedenen Interessen würden ftck auSgleichenlasieii^ Die Friedensfreunde Dcrlangtcn nichts unmögliches, sondern nur vie Beteiligung einer ntenfchlicken Einrichtung durch bie Witter ent Wickelung ber menschlichen Kultur, denn ber Krieg fei reine gott- licke Cinrickituna, sondern eine reut men schlicke SlJenn bic ganzen und halben Könige auf dem Balkan den öcgcn des -lll erb ochst eit anrufen für den Sieg ihrer Armeen, so ist- bas eine Blasphemie

inshr'imsaau

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