Ausgabe 
28.10.1912 Erstes Blatt
 
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Lin Vortragsabend von Lmil Milan.

Gießen, 28. Oktober.

u .^esMckMsverein hat sich gestern abend wieder einmal von trinil Milan Uterariiche Genüsse darbieten lassen. Sein r-)rgan hat noch die alte Klangfülle, uub in den Prosa stücken die wir gestern von «hin hörtet,, zeigte er, nw seine besondere 'Be- gabung liegt. Jens Peter Jakobsen, der Dichter des Niels Lohne und Theodor Storm sind nah verwandte Geister. Beide vertiefen slclt m psychologische Feinheiten unb werden von den Verfechtern der althetischen Eiufiihlungsll>eorie nent für sich in Anspruch ae- nommcn. Man konnte von einem Impressionismus der Seelen malerei sprechen : beide Tictüer sind gute Realisten, und Storm, ei« literarischer tforot, ist der mit beni lvärmeren Herzen, während Iakobsen bei seinen Schilderungen leidender und resignierter Ge­müter ott etwas Bedrückendes hat. InFran Fönß" ist eine wunderbar seine Stelle, die für Iatobsen ganz charakteristisch ist: Tie ihrer frühen Jugendliebe zurückgeführte Frau und Mutter verbindet ihre Halbtraume auss (Sngtte mit dem dämmernden Lese zimmer, wo das singende Gaslicht nnd die abschließende Fenster portiere diese ctgcntümlid>c Seelenatmospi>äre l^rvvrbringen £>crr Milan belebte diese Dichtung mit Meiftersdwit. Noch lebendigt-r ging er in der hübschen Skizze Storms auf, die. ,a um tnele* frischer und lebha'ter ist als das Jakobfensch? Wert:der Saal«' ist geradezu ein Meuterstück feinsinniger ,md gemütvoller Erzählung Wie Jakobfen und Swri» mrr bestimmte intime Lebensspharen zu durchs puren und zu erlauschen wußten, so hat die Stärke der Vor- tragskunst Emil Milans.auch ihre (Sinfdnänfuiig. Die Ökhidite Heb- M«, die zu den eben erlvähnten Prosastücken und) manche verwandt fdwstlidien Beziehungen habeu, gluckten seiner zvunst noch recht 0'*! ' "d, des frommen Matthias Claudius schlichtes Volkslied ''7n" .Mond ist ausgegangen", llmtg überzeugend in die Herzen. Uber ui dem Bortrag von WenherS erster Begegnung mit Lotte landen wir nicht ganz die Pollendung, die erhofft lverden durfte ^-3 HHir_audi die schwerste Llufgabe, die Herr Milan sich gestellt patte. Lenn der fveiierateni des. Hingen Goethe Hal nicht mir Cl,rSn ckwÜtiG Neil Rhythmus u Hera «eilender Lebenseittpfindungen getd'gffen, sondern ledem Won uud Sah ein Ausstrablunasver uJEJl wol.l teniperierte Gemütsanlage er

sordiit. oft spnd'i Werther von seiner Resignation, wie

a er GetudlSNUle den Dingen dock» immer ab' eine Künstlernatur gegenüber ^o audi bei demrawnbften Sck»u- 5-''r Zulauf, den Milan bei dieser wundervollen stelle nahm, war mitreißend und zündend 01 -I leitz aber unterstrich er zu sehr txiS Entzücken, und die seine Abtönung des Behagens, die wir aus Goethes Jeil.-n Mich beraub hören, wurde ein loentg erdrückt. \*Ln anderen Stellen de>-. Wercher-

fgcftedlc chäcke in

nächster Nähe des Zieles zur Erde, so daß er im Ernst, falle seine Aufgabe glänzend gelöst gehabt hätte.

Fräulein Möhring konnte leider nicht auffteigen, da der Motor ihrer Flttgmaschine nicht richtig in Oking kam. Sie vollführte deshalb nur einige Sprünge und fuhr eine Anzahl Kurven am Boden.

Eine Gedächtnisserer für Watloi.

In der >tuppell>alle des Reichstagsgebäudes fand am Sonntag mittag eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Erbauer des Reichstagsgebäudes, den Architekten Paul Wallot statt. Außer dem Staatssekretär Tr. Solf befanden sich unter den Anwesenden: Exzellenz v. Eucken-Addcn- hausen, v Wedell-Piesdorf und der zweite Vizepräsident des Reichstags Geheimer Justizrat Dove mit mehreren Rcichstagsabgeordn^ten unb Vertretern der Architekten-Ver- einigungen. 'Die Gedächtnisrebe hielt Architekt Professor Tr. Friedrich v. Thiersch-München.

Ein Besuch des italienischen Ministers des Auswärtigen in Berlin.

Die Agenzia Stefani gibt bekannt: Der Minister des Acußern di San Guiliano reist in Begleitung des Kabinettschefs Martino am 2 November nach Berlin ab, um den Besuch des Staatssekretärs v. Kiderlen- Wächter zu erwidern. Guiliano tritt die Rückreise am 7. November nach einem Festmahl an, das die italienische Kolonie gibt.

DieTribuna" erklärt, die entsprechende Meldung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", daß di San Giuliano außer nach Deutschland auch nach Oesterreich-Un­garn reisen werde. Die Reise, die die Erwiderung des Besuches des ^Grafen Bcrchtold sei, werde demnächst er­folgen. "Der Zeitpunkt sei noch nicht festgesetzt und falle nicht mit iber Reise nach Deutschland zusammen, die die Erwiderung auf den im Januar dieses Jahres in Rom er folgten Besuch ^des Staatssekretärs von Kiderlen-Wächter erstelle.

Der französische Ministerpräsident über die Lage.

Nantes, 27. £)ft. Ministerpräsident Poincar6 hielt auf dem Bankett, das ihm zu Ehren gegeben wurde, eine Rede. Er sprach von dem Sturm, der soeben auf dem Bal­kan losgebrochen jei und erinnerte daran, daß die Re­gierung getreu der vor den Kammern übernommenen Ver­pflichtung den französischen Finanzquellen die Unterneh­mungen vorzubehalten, welche der französischen Politik die­nen, in kluger Weise, trotz der friedlichen Versicherungen Bulgariens, die .Eröffnung des französischen Marktes für eine bulgarische .Anleihe verhindert.

Wir haben die Genugtuung gehabt, festzustellen, daß die friedliche Initiative, die von Frankreich in Uebereinftimmung mit seinen Freunden und Verbündeten untergebilligt wurde. So nützlich und unerläßlid) diese allgemeinen Besprechungen sind, so dürfen sie weder heute noch morgen den Zweck oder das Er gebnis haben, die wesentlichen Linien unserer auswärtigen Politik zu verändern. Fran kreid) ist einer Unbeständigkeit oder Untreue nicht fähig, wir suchen auch keine Freundschaften zu wechseln und glauben, daß die große Nation es sich selbst schuldig ist, in der Leitung ihrer auswärtigen Politik Beständigkeit ihrer Ideen und Festigkeit ihrer Absichten zu zeigen. Wir bleiben eng verbunden mit Rußland,' unserem Verbündeten, und mit England, unserem Freunde. Wir bleiben verbunden mit ihnen durch die fest verknüpfte und unzerreißbare Bande des Gefühls, des Interesses und der politischen Redlid)keit. In schwie rigen Fragen, die der Krieg im Osten aufrotF, haben sicherlich sie wie wir das Recht, besondere Neigungen (preference^ respeetives), bezüglich der zu studierenden Lösungen zu haben. Aber da wir in diese Prüfung im Geiste vollen Vertrauens und unverbrüchlicher Freundschaft cintrcten werden, wird nichts dies Einvernehmen durchbrechen können, dessen Festigkeit notwendig ist und bleibt für das europäische Gleichgewicht. Frankreich ge­brauchte .ohne Unterlaß alle seine .Kräfte, um diese Ueberein- stimmung zu verstärken und zu festigen. Und wenn es hier und da vorkam, daß ein Teil der öffentlichen Meinung sich nervös und ungeduldig zeigte, so haben die drei Regierungen in der Ueber- zeugung, die tiefen und dauernden Gedanken i,hrer Länder zum Ausdruck zu bringen, nicht ausgehört, in Ruhe und Kaltblütig­keit zufammenzuwirken.

In dieser fortbestehenden Herzlichkeit finden wir einen der besten Grunde für die Hoffnung, daß der Krieg auf dem Balkan beschränkt bleibt, und daß er im er ft en g u n st igen Augenblick von Europa zum Stillstand ge­bracht werden kann. Die Unterzeichnung des italienisch-türkischen Friedensvertrages hat bereits die Möglichkeit gefährlicher Verwick­lungen vermindert.

Nach der Abfahrt des Zeppelin veranstaltete Herr von Stoephasins, der Inhaber der Mainzer Fliegerschule, eine ganze Reihe von schönen Flügen, worunter namentlich die wunderbaren Kurvengleitflüge lebhafte Begeiste- rung hervorriefen. Auch das Bombenwerfeu verlies sehr gut. Herr von Stoephasins überflog das als Ziel aufr*1 Zelt und brachte seine als Bomben dienenden Sani

rcJ u^. Entwicklung des Anschauungsvermögens bet Kindern.

gibt in dieser wichtigen Angelegenheit noch mancherlei zu Horen und besonders diese Frage ist für das Verständnis des tindlick-en Geifteslebens und für die richtige Anpassung des Schul' Unterrichts an das Mnd von grober Wichtigkeit. Um nun über ein reckst reiches Tatsack-emnaterial verfügen zu fthmen, wenden wir !! Nicht vergeblich an die Eltern, insbesondere aud) an

bie Mutter, die hier einmal die schönste Gelegenheit finden, ihr Knw nach einer besonderen Anleitung pshchologisch zu beobachten. ,^as hierzu notwendige Material (Anleitung nebst den auszu füllenden Fragebogen) findet ein jeder im ersten .Heft des be- herDeutschen Ellermeitschnft". Md ötr Verlag »ermann Beyer u. Söhne .Beyer u. Mann in ^.angensalza allen Eltern auf Wunsck) gerne kostenlos zu sendet.

fv Berichtigung Der Romanschriftsteller Tr.

* Stilgebauer m Frankfurt a. M. ichreibt uns: Es ist ei» von Herrn Pfarrer Erich Fverster in Frankfurt a. M. aus der r.uft gegriffene und in pem dort erscheinenden BlattDie Ge­meinde verbreitete Erfindung, die durch keinerlei Anhalt^puiilb 'n meinem Roman gestützt wird, daß die Figuren Flach, Glarner 'n meinem RomanPfarrer Schröder" die Herren Ernst Leicknnaini und Battenberg seien. Ich fordere Herrn Foerster auf, feine Behauptung vor der Oefsentlichkeit zu beweisen' Die 'nfame Unter,trilung, daß ich rinnt Racheakt an einem $er m ebenen unternommen hätte, iveise ich hierdurch voll Entrüstung zurück. In vorzüglicher Hockwchtung sehr ergeben Tr Ewald stilgebauer.

frhn7t ??°^ichten aus Kunst und Wissen-

1«°' k Kultusministerium hat dem außerordentlichen Pro- m Heidelberg die Einstellung feiner ttfSÄSSStej ^nkeit bis zum Austrag des gegen ibn bei der VhUoioph11chen Fakultat fchwebenden Disziplüiarveriahrens geboten, x .au n^irbe am Tamstag vormittag das neueZahn

PiÄr?n'htu4 Universität in der Jnvalidenstraße feierlich

~ dar ts ist der Professor der Chirurgie S egon °0,V t61 fahren gestorben. - Der König von nrüffltif*lTr9iub01, ,nxe-2f-r "^>taatsanzeiger" meldet, dem ffnl vreuylfchen Geueralmunkdirektor an der Berliner Hofoper Tr. a f? V Sn 9. r P & c Goldene Medaille ffl«

fzn b Wi, senIchaft am Bande des Ordens der roflrt* 1-5lT0*!1n m Direktor des Deutschen ?beaters in

V0,S,,or R em Hardt sowie dem Schriftsteller

?"0v^v. Hof m a nn st ha l in Wien dieselbe Medaille am Bande .bcm Sireftor Edmund Reinhardt am

Deutsches Reich.

Das Kaiserpaar

ch am Samstag nachmittag von Weimar wieder in Pots­dam emgetroffen.

Dasinternationale Uebereinkommen zurRe- gelung des Aus stellun g s w esens

ist am Samstag in Berlin unterzeichnet worden. Damit fanden dre Arbeiten der seit Anfang Oktober tagenden ersten diplomatischen Ausstellungskonferenz ihren Abschluß Erne der wichtigsten Bestimmungen des Uebereinkommens beschrankt die Zahl der großen allgemeinen Ausstellungen die von den Vertragsstaaten nur noch beschickt werden dürfen wenn sie nicht häufiger als alle drei Jahre und in­nerhalb desselben Landes nicht häufiger als alle zehn Jahre veranstaltet werden und außerdem durch eine genaue Klassi- sikation sestgelegt ist, welche internationalen Ausstellungen als amtliche oder amtlich anerkannte gelten. Für die Art der Einladung zu solchen Ausstellung'eii, für die Orqani- ation, Tauer und die,Einrichtung der fremdländischen Ab­teilungen, besonders für die Zusammensetzung, das Ver­fahren des Preisgerichts und die Verteilung der Auszeich­nungen sind gewisse Grundsätze vereinbart. Das Ueber- einkoninien erstreckt sich nicht unmittelbar auf private Aus­stellungen: es laßt aber voraussehen, daß seine Grund­sätze auch auf diesem Gebiete in den Vertragsstaaten an Bedeutung gewinnert werden.

Nach der Landung, zu der sich die beiden freiwilligen Gießener Feuerwehren in anerkennenswertester Weise zur Verfügung gestellt hatten, hielt Oberbürgermeister Mecum eine kurze Begrüßungsansprache, in der er betonte, daß Gießen eine der ersten deutschen Städte gewesen sei, die dem Grafen Zeppelin nach dem Unalück bei Echterdingen 3000 Wt. zur Verfügung gestellt habe. Seine Aussprache schloß er mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Grafen Zeppelin, woraus die Nationalhymne gesungen wurde. Ter Führer des Luftschiffes dankte und darnach wurde der Passagienvechsel vorgenommen. Nachdem dann noch bie, Mannschaften bewirtet worden waren, stieg das Luftschiff mit 12 Fahrgästen wieder auf, um seinen Weg nach Frankfurt zu nehmen, wo um 3.50 Uhr gelandet wurde.

Das ziugsest in Gietzen.

Gießen, 28. Oktober.

Der erste Gießener Flugtag, der vom Wetter sehr be­günstigt war, verlies unter der lebhaft n Anteilnahme nicht nur der Stadt, sonderii auch ihres nähereii und weiteren Hinterlandes auss glücklichste und beste. Schon in den Morgenstunden brachten die Züge viele Schaulustige und lange vor Mittag schon begann eine wahre Volkerwande-- rung nach dem Trieb, den der L u f t f a h r e r-V er e i n Gießen nach den Plänen der Herren Stadtbaumeister Braubach und Bautechniker Köhler sehr geschickt und sachgemäß zu einem Flugplatz umgestaltet hatte. Flieger­zelt, Wirtsck>aftshalleii und Sanitätswache waren glücklich in die Gesamtanlage eingefügt, doch war es übersehen wor­den, die Ankunft des Zeppelin oder das Aufsteigen der Flieger durch farbige Wimpel oder Körbe, wie das sonst wohl üblich ist, vorher anzuzeigen. Dadurch kam es auch, daß die Flieger mehrfach miteinander verwechselt wurden. 3in übrigen aber waren die Vorbereitungen sehr überlegt und auch völlig ausreichend getroffen worden, und der veranstaltende Verein hatte eine große Arbeitsleistung darangesetzt, um einen schönen und erfreulichen Verlauf dieses eriten Gießener Flugfestes zu ermöglichen. So war es ihm unter erheblichen Schwierigkeiten gelungen, die Viktoria Luise zu einer Landung zu' gewinnen und damit war der Erfolg des Tages schon im vorhinein gesichert Tie Viktoria Luise, die am Samstag früh von Fried­richshafen nach Frankfurt gekommen war, verließ die alte Kaiserstadt gestern mittag um 1.03 Uhr, nachdem 16 .Herren und Damen aus Gießen in der Kabine Platz genommen hatten. Sie umflog den Vilbeler Berg und schlug bann bie auch von ber Eisenbahnlinie verfolgte Richtung nach Gießen ein, wo sie kurz nach 3/42 Uhr gesichtet wurde. Die Fahrt, deren Genuß durch den herrschenden Nebel zunächst ettvaS beeinträchtigt wurde, verlies auss schönste und eine Minute vor 2 Uhr ging das Luftschiff unter dem Jubel der Anwesenden auf dem Trieb nieder, nachdem es vorher eine Schleife gefahren und feinen Wasserballast abgegeben hatte.

bricf Ivar Milan glücklicher. Sv besonders, als er bei dem Hereinbreck^en des Elewitters anlangte und bie überschwänglich empfundene Klopstok-Stimmung meisterte, nwbei er es sich nidtf nehmen ließ, bie betreffende Stelle der Ode selbst in den Vortrag aufzunehmen. Mit den fd)Iid>teit Tönen Konrad Ferdinand Meyers gab er der Goethesckxrn Gesühls,oelt zum Abschluß einen wirksamen Rahmen. Der Vorttag des Goethesck)en GedichtesTer Fisck-er" imrd nach manchem Empfinden ein wenig zu viel der rhetorifck>en Künfte gebracht haben. Man denkt an die Freude, die man beim Lesen dieses Gedichtes so oft gehabt hat, und daS Spiel der ge- sprod^eneii Worte geht rigene Wege: man ist ein wenig enttäuscht, z.

Darmstädter Hoftheater.Der liebe Augustin" Nach all dem Guten, das unser Hoftheater in der letzten Zeit her­vorgebracht hat, darf man dieses Zugeständnis an den modernen Opereittngeschmack nicht allzu schwer nehmen. Einem funftlüiniqen Theaterleiter wird es selbst einige Ueberwindung kosten, einen der­artigen odjinarren in den Spielplan aufnehmen zu müssen. Einer ernsten Kritik unterliegen solche Erzeugnisse ja nicht, und so nimmt man das Geboiene eben hin als eine kurze Unterbrechuna per kunstleriichen Arbeit der Darmstädter Hosbühne. Tie Ge- fchichte von dem Wiener Klavierlehrer, den das Schicksal nach dem Balkan ialfo ein durchaus aktuelles Thema verschlagen hat, und der sich dort in eine Pseudoprinzessin verliebt, obwohl er nut ihrer- Pseudokammerjungfer verlvbt ist, hat wenig Sinn ^as Mimkalische dieserOperette" steht dem Inhalt nicht allzu JSc1;. ^j^aaiw Mätzchen in der Jnfttumentation sollen den Effekt erhöhen. Einige Walzer wirken auf bie Beine, und damu

i 1,0 6 acsichert. Die Darstellung durch die Damen v. Blank Lcytrub und die Herren Jordan, Jürgas, Schützendorf war recht' munter. Herr Thomson, der siä» als neu engagierter Operetten- tenor zum ersten Male in einer größeren Partie zeigte, blieb leider zurück. z

** Die Wissenschaftliche Gesellschaft Frei­burg, die aus Anlaß der Einweihung des neuen .'kvllegien-

3av6re ,nit emem Kapital von einer halben v»1 itfcj ^rundet wurde, hielt am Sonntag vormittag L1 der Universität ihre erste Festsitzung ab. Ziel und

Aufgabe der Gefellidmit :1t die Gründung einer Akademie an ber henqcn Univerittät, wie solche bereits an verschiedenen Um oerntäten, u. a, in Heidelberg, bestehen. Hierauf hielt der Ge- Heime Hoirat Protei,or -br. Himstedt, der Physiker der Unt- verutat einen Vortrag über Atemlehre.

, 3 u r Psychologie des Kindes. Ter ®inbrrnfnrf>-i

fcng_c,J?. Mitherausgeber der Zeitschritt für Kinderwridm^g Tr

A' lITfr jeno bittet alle beutfdxm Ettern um Mit die bei eurer krnderpfydZslogischen .Untersuchung. Es handelt

Unter Leitung des Architekten Schramm wurde bann bie Urfunbc, ein Verzeichnis der Mitglieber unb alten Herren ber Burschenschaft, je ein Burschen und Korpsbanb in ben Grundstein eiilgefügt unb der Stein jofort feftgemauert.

folgten dann bie üblichen Hammerfchläge, bie zumcisl von Wünschen und Wah-lsprüchen burschenschaftlickien J>i^ Halts begleitet wurden. Der schöne (^brauch mürbe geübt bon Pros. Hanfs, dem Rektor der Lanbesuniverfität Pro» v. Eck, einem Vertreter des Offizierkörps, Architekt Schramm, Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt als Vertreter bes Verbandes alter Burschenschaftler von Gießen, Forst­meister Weber, Vertreter der Burschenschaften Alemannia und Germama und der hier stubierenben auswärtigeti Burschenschaftler. Den Tank der jetzt aktiven Bursdmi schaftler für die alten Herren, bereu Opferwilligkeit die Errichtung des Houses ermöolicht hat, sprach der Vorsitzende _ntC^ d l aus, der seine Rebe mit einem Hoch

Tie Burschenschaft Frankonia beging am Samstag nachmittag die Feier ber Grundsteinlegung zu ihrem Burschenschaftshaus, das an ber Kaiser-Allee zwischen dem Teutonen- unb beni AdelpdenhauS errichtet kvirb. Um 4 Uhr begaben sich die Mttglieder der Burschenschaft, die alten Herren und zahlreiche'Angehörige anderer Bursck-enschaften vornAndres" aus im geschlosse­nen Zug nach dem Bauplatz. Nach einem Musikvortraq hielt der Vorsitzende des VereinsFran^ihauS" Pros. H au f f-Tarmftobt die Festrede, in ber er ein Bilb bet Entwickelung der Frankonia entwarf unb bie Bestrebungen zu einem eigenen Verbinbungshaus zu gelangen, fchilbertc. Ziiin Schluß gab er dem Wunsche AuSbrilck, daß daS neue Heim ber Frankonia allezeit Zeuge echt beutschcn burschen- schaftlichen Lebens sein möge. Sodann verlas Forstmeister Schneider die Stistungsurkunbe:

Am 26. Oktober 1912 eintausenbneunhundertundzwölf ilt an dieser Stelle in Gegenwart ber B u r s ck> c n s ch a f t Fran, tonia, ihrer Alten Herren unb ihrer Gäste ber Grundstein « dresem Hause, dem neuen Heim der Burschenschaft Frankonia z« Gießen, gelegt worden. Tie ant 4. Juni 1872 gegründete Fran- foma gebärt seit Pfingsten 1908 der Teutschen Burschen schal als Mitglied an. Tie Erbauung dieses Hauses verdankt sie ihr« allen Herren, die am 23. Juli 1910 den befondcrni Verein Frankenhaus Gießen" gründeten, dessen Vorstand zurzeit ange- Horen: Oberlehrer Professor Georg Hanfs zu Tarmstadt, Bor- sitzender, ^lpotheker Will>elm Seriba zu Tarmstadt, Schrittfuhrer, Rektor Professor Dr. Ludwig Schüz zu Langen, Rechner, Dterarzk ^akob Dexheimer zu Gladenback), Tr. Adam Olt, Professor der Universität Gießen, Direktor Karl)warz zu Frankfurt a. M, Oberlehrer Professor Heinrich Wcyell zu Darmstadt. Die Bau- plane sind von dem Architekten Philipp Schramm zu Gießen, Altem Herrn der Karlsruher Burschensdwft Germania, entronnen Arden. Sn feinen Händen liegt auch bie Bauleitung Am 28. August 1912 geschah ber erste Spatenstich, im Som nur rmefter 1913 soll bas ^-rankenhaus feiner Bestimmung übergeben werden. Möge in seinen Räumen, das ist der Wunsch der Stifter, die Burschensd)ast Frankonia durch die Pfleg, nigmtp lichen Frohsinns und studentischer Ritterlichkrit ihren Arikgliedern das Wort von den goldenen Stu deuten jähren auf viele Gescheckter wnaus zur Wahrheit machen, möge das Frankenhaus aber auch für alle Zett eine Heimstätte ernsten, idealen Strebens und be geistert er Hingabe an die vaterländischeir Ausgaben der deutschen Bursd>enschafl sein und bleiben!"

Prozent unterworfen sind. Die Waren aus anderen Landern müssen mit Ursprungszeugnissen versehen sein.

Dreiprozentige Zollerhöhung der Türkei?

Paris, 25. Okt. Betreffs ber von ber Türkei an­geblich beschlossenen dr e i p r oz en t ig e n Zollerhö hung melden mehrere Blätter, baß bie interessierten Mächte sich unverzüglich über biese Angelegenheit ins Ein­vernehmen setzen iverben. TieLiberte" schreibt: Ita­lien unb bessen Verbünbete mögen bie türkischen Maß­nahmen über sich ergehen lassen. Frankreich unb En g - lanb, welche burch bie Zvllerhöhung betroffen sind unb keinerlei Kompensationen erhielten, haben ihre Antwort noch nicht bekannt gegeben.

Mil einem letzten Flug von etwa 200 Meter Höhe nahm bas gut gelungene Flug fest sein Enbe.

Besonders hcroorzuheben ist bie musterhafte Ordnung, die bas Publitum hielt. Eine unrühmliche Ausnahme machte nur eine Anzahl Besucher des Startplatzes, bereu soziale Stellung sie eigentlich dazu verpflichtet hätte, ben übrigen mit gutem Beispiel voranzugehen.

Ter Verkehr in ber Stabt war außerorbentlich leb­haft, unb bie elektrische Straßenbahn, bie verstärkten Be­trieb ausgenommen hatte, machte außerorbentlich gute Gesck-äfte.

Aus Stabt unb £attö«

Gießen, 28. Oktober 1912.

Die Grundsteinlegung für das FrankoniahauS.