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Nr. 176
Zweiter Blatt
162. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Die „Olefeener $amllicnHätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beiqelegt, da» „Ureirdlatt für den Kreis «iefjen" zweimal wöchentlich. Die ..candwirtfchaftlichen Leit- tragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefien
Montag. 29. Juli 1912
Rotationsdruck und Verlag der Brüdt'fchen t Unwersuäts - Buch- und Steii idrnckerri.
R. Lange, Dieben.
Redaktion, Expedition und Druckerei- Schul-
strabe 7. Expedition und Verlag:
Redaktion:^^dl12.Tel.-Adr.:Anze,gerLieben.
'jede echte Osram-Lampe muss die Inschrift „OSRAM" tragen. - Überall erhältlich. Auergesellschaft Berlin 0. 17
Vortrag brachte.
Nürnberg, 28. Juli.
Mleorologiiche Beobachtungen der Station Sichen.
Wetter
+ U2* C.
Siiebrigfte
Juli
1912
anwesend waren Der Königliche Regierung-rot Hogenmülloi auv Weisen leitete diesen Teil der Feier mit einer Begrüßung der Bcteronen und aller Vertreter der Deutschen Sängerbünde ein Während seiner Ausführungen erschienen etwa 50 junge Äadcken. geschmückt mit Bändern in den deutschen und östcr reichlichen Farbeit. die den greisen Veteranen und den Bor ntzenden der Deutschen Sängerbünde die Ehrengaben, bestehend auo einer golbniai Denkmünze, btc_ an einem schwarzseibenen Bande getragen wird, überreichten Sie zeigt aus der Vorderseite das Nürnberger Wappen, aus der Rückseite die Jnschrnt . „fünfzig Jahre Deutsmer Sängerbund 1912". Insgesamt erhielten 58 Bete rannt die Denkmünze
Unter lautloser Stille der ungeheuren Menschenmenge ging dann das Hauvtereig-.ns der Jubelseier, der Schlußakt aus den M e i st e r s i n g e r n in S,ene Die Leitung des gewaltigeti Chors hatte der Königliche Musikdirektor Karl £) i r i di Nürnberg) über nommen. Als Solisten wirkten die K K. .<tammerfängcrin rfrl. Gertrud Iörstel aus Wien als Eva, der jtönigliche Kammer länger Ctto Dols «München! als Walter Stolzing unb ber .Höniglidx Kammersänger Alfred Käse Leipzig) als Hans ^aws, owie der L>osovernsänger Wilhelm Felten (Mannheim) als Pegner. Ein Sturm der Begeisterung ging durch die fcalk, als der Chor geendet hatte. Tie Solisten hatten dabei ihr Bestes gegeben unb bie Nürnberger Sänger legten mit Wi-.bergabe der Volksszenc große Ehre ein
Höchste Temperatur am 27. bis 2*5. Juli
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4 ! Sonnenschein
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Am Sonntag nahm nach einer jubelnden Bemühung der beibat Fürstlichkeiten bei ihrem Eintressen in der Festhallc im Luitpoldhain hier vor etwa 15 000 Zuhörern die eiaentlirfic Zu bei- feier ihren Anfang. Mit Unterstützung des Philharmonnchen unb Stadttheater Orckfesters und der G r o ß h e r z o g l i ck e n D o P kapelle von Darmstadt brachten zunächst der Vereinigte fränkische Säitgerbund unb die Nürnberger Längcr-Genosfenfchaft, unterstützt von etwa 1000 anderen Sängern, Hermann Hutters „An den Gesang" unter Leitung von Professor Max Meycr^ Olbersleben iWürzburg) in vollendeter Weite zum Vortrag. Tann
erschien, von Delegierten des Schwäbtsck)en Sängerbundes getragen, das Bundesbanner des Deutsdxm Lwngerbundes au, der Tribüne, wo e- an Oberbürgermeister Ritter Dr. Georg v. S ch u h in die Obhut der Stadt Nürnlrerg übergeben wurde. xci «or* sitzende des Deutschen Gängerbundes, Reid)stagsab^ Rechtsanwalt Friedrich List Reutlingen > hielt die Festantvrache Er führte u. a ans: Al.- eine machtvolle Verkörperung des deuNck^n LiebeS hat sich der Deutsche Sängerbund tn den50 Jahren ieinci. B^ stehens erwiesen Der Festspruch des Nurnberger Sangeneste, vom Jahre 1861 „Deutsches Banner, Lied und Wort, eint in Liede Süd und Nord" bat eine gl an zende ^erwirkl ickun g e^ Was den Gründern des Deuttchen Sängerbunds vorsckumbte, durch die Verbreitung und Vertiefung des deut'ckxn Mannergesang das Leben unseres Volkes zu bereichern und ,uglcich durcy die «mdn&iidic Arbeit für das deutsch- »* “ •«W ■ Inneren Zufammengehorigkcrt a Ile r ~ e u t, m c zn starken und den Gedanken damit m den dienst einer hohen nationX Idcc zu ildlen, ei ilt int. 2"ufc bei IcBtcn M 3ab« jur Tat geworden, i ^türmuchcr Beifall.) ivür unsere stamme genossen im Auslande ist das deutsche Lied ort da? omzige Binde^ mittel zur Erhaltung deutscher Art, durch das kuttch«. -ted bleiben sie mit der deutschen Hetmat verbunden, und mit Stol, kann ber Deutsck)c Sängerbund von sich sagen, bau ui 1 einem Reich die Sonne nicht nntergebt, das; es keinen Erbtest gibt, der nicht Deutsche Sänger und Mitglieder des deutschen Langer-
6Un^Vvicltmisti!dkövsige Versammlung stimmte begeistert in den Kocknus ans dm deutsckseti Sängerbund cm, erhob sich twnn wie ein Mann, und aus 60 000 5t eh l.en erb rauste das Lied. Deutschland, Deut, ckland ube^c alles.
Es folgte nunmehr die Ehrung Langer und der Zanger
Sieben goldgepanzerle Reiter charakterisierten dann die < Städte, in denen bisher Sängerbundesfeste getagt haben. Als achter festgebenden Stadt ist ber Frau ^°r.s ein besonderer Wagen cinqcräumt. An seinem vorderen Teile erhebt sich das ehr würdige Bundesbanner. Frail Noris selbst lehnt in hoheitsvollster Gebärde auf einem Thron. In ihrem Hofstaate befinden sich schöngeschmückte Hagen, Jünglinge mit Blumemtaben unb eine Anzahl mittelalterlicher Reiter Wieder nahen sich in unuber- ichbarer Zahl die Sängerbünde Mittel-, Nieder- und Oberschleften, Nassau, Ostpreußen, Pfalz, Posen, Salzburg Frankfurt a. M., Oldenburg, Wiesbaden, Schleswig-Holstein und Schwabisch-Bayern. Ein Wald von Fahnen wird sichtbar. Tie von den Bunden mit geführten Musikkapellen sind zum Teil beritten. Eine Erinnerung an die Freiheitskriege unterbricht hier den Zug- ^er a l t c m r ü di c r erscheint, umgeben von Offizieren und Soldaten aus der Zeit der Freiheitskriege. Der Wagen mü der ^'Sur der Germania inmbolnicrt die Einigung Tcutsdümids. Junge Mädchen Itreilen der Germania Blumen. Den schlug ber Gruppe fuhrt der Freiheitskämpfer Theodor Korner an der spitze der „Wilden verwegenen 3(har".
Die folgenden Zugteilnehmer stellten Schwaben mtt $roct Kapellen, Steiermark, Tirol, Thüringen, Hamburg-Altona, Lübeck, Westfalen. Tann kam in der Kostümgruppe „Anr Rhein, am Rhein da wachsen un'ere Reben" ber Humor zu seinem Rechte. Wcinfrohe Gesellen, Maler unb Studenten Winzer und Winzerinnen hulbiqten dem Vater Rhein. Unter ihnen durfte natürlich der Herr v. Rodenstein nickt fehlen. Nach dem westmeutzlichen Sängerbunbe schlossen dann die beiden Nürnberger Bünde den Fest zug ab.
Der ganze Zug gestaltete sich zu einem Ausdruck der Verbrüderung der deutschen Stämme und zu einem machtvollen Aus-
bildete den Gegenstand der Verhandlung gegen den Gemeinde- sckmer I. N. von Münster bei Butzbach. Er hatte einer auf Grund des alten Reichs Viehseuchengesetzes von 1H80 erlassenen Verordnung des Grosth. Krcisamts in Friedberg iuroibergthanbelL Tie von dem Angeklagten cingcftaubcnc Tat war am 16. -vcai 19V- begangen worben. Das neue Reichs Viehseuchengesetz von 1909, das am 1 Mai 1912 in Straft getreten ist, Ixit in seinem 8 82 Abs. 2 mit diesem Tage das alte Reichs-Viehseuchengesetz aufgehoben Damit haben auch alle auf Grund des alten (oesetzeS erlassenen Ausiübrungsverordnungen der Verwaltungsbehörden ihre TcditlidK Wirksamkeit verloren. DaS Grosck. StTeidaint Friedberg hat nun die Atissührungsverordmingen auf Grund des neuen Reidss Viehseuchengeseves erst am 21. Mai 1912 nlafien. In ber Zeit vorn 1. bis 21. Mai 1912 haben also nn Kreise Friedberg rechtsgültige Aussührungsverordnirngen w dem N^nchs-Vieh- euchengesetz, das, ebenso wie bas alte, falt ganz Vlankettgesetz ist, > h. die Festsetzung der einzelnen strafbaren Tatbestände den Denvaltungsbehörbcn überlasst, nicht bestanbeii. Nach dem obersten Grundsatz des modernen Strasredsts: SVeine Strafe ohne «<raf- gefeit, musste ber Angeklagte freigesprochen werben. Auch ferne notioenbigen Auslagen würben ber Staatskasse auferlegt.
Wegen Diebstahls
wurde ber jugendliche W. F. von Uwhe zu vier Wochen Gefäny- nis verurteilt. Er hatte bei dem Kaufmann L. St. in Inheiden ein Fahrrad gegen An^ahlimg gekauft. Als er den Rest bezahlen ollte, nahm er, da feine Ersparnisse nicht ganz dazu reichten, xn fehlenden Dettag von 16 Mark aus der Kasse seines LnkelS. Wegen seines jugeichlichen Alters unb seines reumütigen Geständnisses beschlost bie Strafkammer, ihn zur bedingten Begnadigung zu empsehlen.
Wegen Verbrechens wider bie Sittlichkeit wurde der P. E. von Kohden, der schon wegen ähnlicher Delikte in Zwangserziehung gebracht worden war, unter 3ubiUigung mildernder Umstände zu einer Gefängnis,träfe von 8 Monaten ohne Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Von dem Vorgehen der Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens 'Brandstiftung), wurde er freigefprochen, weil nicht erwiesen war, das; durch diese Androhung der öffentliche Friede gestört worden sei, wie dies das Gesetz erfordert.
Der Fest zug ging unter glühender Sonnenhitze und bei drohendem Gewitter vor sich. Gcwissermsstz-ii als Auftakt des Zuges, der eine Fülle Bilder von überwältigender ^choilden und hoher künstlerischer Wirkung bot, war bie erste Kostumgrupve Vi betrachten, ein allegorisches Bild, die Pflege der Musik tm alten Nürnberg darstellend Aus 8 Fanfarenbläser folgte eine Reitertnippe in goldgleistenben Panzern auf schweren Jlanbrnchrn Pferden mit prächtigem Zaumwerk und vergoldeten Hufen, vu trugen stilisierte Embleme der M»»sik und des Gesanges. Ihnen olgten Bürger und Volk aus dem alten Nürnberg unter alter- tümlidicn Weisen (rhrroürbig schritten dann Vertreter der Meister- ingerzunst dahin, die ihr Zunftbanner mit ,'ich führten. Zn verfchiedenen Wagen kam bann die Oberleitung des ^estzuges und durch einige Auslandsvereitie getrennt ber Vorstand und der Ausschus; des Deiiti'ckien Sängerbundes. Darauf hatte man den Anbaltifchen, den Badischen unb den Banerischen saugerbunt' einrangiert, insgesamt etwa 2000 Sänger, die mehrere SVaVx’Uen mit sich führten. Der Zug wurde hier unterbrochen durch eine weite Kostümgruppe von unbesdireiblich poetiichem Reiz, eine Darstellung des Liedes „Sah ein STnab' ein Röslein steh n . Die Idee zu der Gruppe rührte von dem Kunstmaler I ohn, en her Einen Prächtig ausgeschmückten Wagen sichen sechs Pferde, die Maiengrmi am Satteljeuge trugen. Aus dem Wagen wird bargeftcllt, wie sich ein junges Mädchen deut nad) ihr hafchenden Geliebten zu entziehen sucht. Neben dem Wagen schreiten Srnaben unb Mädchen in festlichen Gewändern, Sommerstäbe m der Hand, als Svmbole der Treue unb ber Jugend. Dem Wagen folgen eine Anzahl Vertreter der verschiedenen Volkstradsten. ^njlottem Tempo marfdnerten bann bie 650 Sänger des Berliner Sängerbundes vorbei. Es sdflossen fid) an die Auslandssatigerbutide Böhmen, Mähren, Oesterreidf-Schlesien, Rumänien unb ^üblirth’ ähren Nach der Frankfurter Sängctoer-cmigung kamen die wachsen, die vor allein burd) bie enromc Anzahl imponierten. ~ann unterbrach wieder eine Kostümgruppe die Reihen der Sanger, eine Darstellung des Liedes Walters von der Vogelwetde „Minne ist zweier Herzen Freud". Die Idee rührte von dem Kunftinaler Ritter unb dem Bildhauer Hasenstab her. Ns ibcah,irrte Pcrsoni fitation deS Minnegesangs reitet auf kostbarem Roste cm toon geschmückter, blondgelockter Jüngling, umgeben von einer Schar von Freunden. Er reitet dem Wagen vorauf, auf dem Frau Mimte selber thront. Vor ihr steht Herr Walter von ber Bogel weide unb singt ihr sein schönstes Liebeslied von der tm Herzen getragenen Königin mit dem Schlick: „verloren ist das Schluffe nn, bu muost immer darinnen Ion". Ten Wagen begleiten Gestalt en aus ber Geschichte des deutschen Mittelalters, so Wolfram v. Eschen- backi, Hartmann v. d. Aue, Tom ber Reimer, Heinrich von Meisten, bcrii bie dankbaren Frauen den Namen „Frauenlob gaben und den sie selbst in Mainz zu Grabe trugen, u. a Es tarn bie zweite Abteilung der Sachsen, ber Glbgaiibunb, bie Sänger aus bem Obererzgebirge, der sächsifchen Obcrlauutz, aus dem Meistcner Lande, aus Tresden, Zwickau, dem Vogtlande unb Auertag. Ihnen schlossen sich an bie Cartner dte Km- hcsscii, die Mecklenburger, Mittclpommern unb Mittelschlesier. 'Jin dieser Stelle des Zuges wurde das Bundesbanner mitgefulyrt, und zwar in ungemein prunkvoller Umgebung Eröffnet nnirbe bie Gruppe durch mittelaterliche Paukenschläger unb tyanfarenblmer.
8. Deutscher Sängerbunöcsftfl
~ Nürnberg, 27. Juls.
Die festlichen Veranstaltungen des 8. Teulschen Sängerbunbes festes nahmtu nm heutigen Samstag mit dein Einzug ber beut iditn Sängcnchait in Nürnbergs Mauern ihrnt Ansaug. Tie alte , etabt ist wund.rvoll geschmückt, von Haus zu Haus ziehen sich , fische grüne Ofulanben und überall wehen bie Fahnen von Häusern unb Türmen m ben Reicks- unb banerischen Lanbesfarben. Grnze Strabenzüge sinb von ber Nürnberger Künstlerschatt einhtiiHdj beforiert worden Ein ungeheuerer Verkehr herrscht^ seit den frühen Morgensvlnden in den Straßen der Stadt. Sind doch nicht wemg'i als iOOOOSängcr mit Frauen unb .stin h<tn, sowie Sknvanblen unb Freunben aus dem ganzen Reich' ■unb aus dem Auslände eingetrossen. Tazu kommen die Teilnehmer des soeben zu Ende gegangenen bayerischen T u r n s c st c 4 in Würzburg, die in ganzen Scharen hier eingetrossen sind, sowie der riesige Freindenverkehr der dicsiährigeii Ferien Ein herrliches Sommerwetter scheint die ieftlidven Tage begiin'ti'fen >u wollen, bie am heutigen Samstag mit ber Ankunft ber Säuger beginnen und heute abend eine große Begrüßungsfeier in der Städtischen Festhalle und am Montag und Tienstag die grofun Hauptau'führungcil des Deutschen Sängersestes bringen. Für brn morgigen großen Festzug sind nunmehr 28000 Te,ck nebmer mit über 1500 Fahnen angcmelbet. Die Gedenkfeier aus Anlaß des .50jährigen Bestehens des Tcutsck-en Sängerbundes ,oird in Ok-gcnipart des Prinzen Alsons von Bayern als Vertreter heg Wittelsback>r Königshauses und des Prinzen Karl Eduard von Sachsen-Kohurg (f>otha als Vertreter des Fürstenhauses statt' finden, auf dessen Feste Koburg vor nunmehr 50 Jahren von dem damaligen Herzog Ernst II. die Anregung zur Einigung sowohl der Deutschen Schützen, wie ber Deutschen Sänger gegeben ivor*
Um *'|9 Uhr begann in ber Stäbtischen Festhalle bic Begrüßungsfeier Nack» bem „Einzug der Gäste" aus „Tawihäuscr" begannen zunächst bie musikalischen VoNräge. Der Fränkische Sängerbund und bic Nürnberger Säuger-Genossenschaft trugen »wei Lieder vor, „Fcstgruß" und „Deutsches Lied". Tie Sänger he« Sächsischen Elbgausäiigcrbundcä trugen unter Leitung des Bundesdwrinkisters Fr. Kettner eine KckmpostUon des Dirt- aenten, „Gruß ans Baycrland", vor. Der vollendet durckge- führte Vortrag fand stürmischen Widerhall, so daß er micbcrbolt n,erden mußte. Zum Dank dafür stimmten bie Sänger bas sächsische Bunbeslicb an: „Grün unserer Elbe ^tranb, Weck unterer Berge Wand, Deittich unser Lied". Ein wunderbares Stimmeumatcrial stellte bann der Vorarlberger Sängerbund, der unter Leitung von Musikdirektor N. Schwenk (Bregenz „Mein Lieb" von Angerer zum Vortrag brachte. Die Vorarlberger hatten vor allem schöne Bässe.
Hierauf hieß als Vertreter bes Nürnberger Sanger-Aus- schusfes Schulrat Reiß (Nürnberg) bic Sangesbrüber aus Norb unb Ost, aus Süb unb West willkommen. Es folgten bann weitere imififalifdk Vorträge.
Darauf entbot her Oberbürgermeister Ritter v. di u h den Sängern seinen Willkommensgrust. Es folgten noch eine Reihe von musikalischen Darbietungen. Tie Vereinigten Mäniiergesang. vereine Hamburg-Altona sangen unter Leitung deS Bunbes-Ehor Meisters John Julian S dies s l er ,^Sck>ließe imr dte Augen bi'ibc" unb „Teiitsdstanb sei wach". Ter Henneberger Sanger° l'und trug „Ermtmtermig" von M. v. Weinzierl üor. Der Preu- ßisdie Sängerbund sang unter Leitung von Eugen Peterson (Königsberg) bas einsad) sdzöne „Vale earissima". Großen Beifall fanb der Julius-Otto-Bund iDresdcn) unter Leitung von Profefwr Snmo Jüngst mit einem Fränkisdien Volkslied „Altes Wanderlied" unb einer bclgisdxm Volksweise „Ter Pilger Mcnblieb , beide von dem Dirigenten komponiert. Schließlid) langen noch die gastgebenden Bünde „Fahrender (geselle" und „Mutteriprachc". Den Schluß der musikalischen Darbietungen machten szenen aus der „Walküre", bic bas verstärkte Phil har moinfdfe Ordxiter zum
4 - !Z
handel.
Paris, 27. Juli Der Staatsrat hat tn Bestätigung eines früheren Urteils entschieben, daß bet Staat ber Orleans- bahn und der Süd bahn die Zinsgarantie bis zum Erlöschen ber Konzession, also für bic Orlcansbahn bis 195b unb für bic Sübbahn bis 1960, zu zahlen habe. __
Verantwortlich für „Feuilleton" unb „Vermischtes":
I V.: A u g u st G oe tz.
Müller'fche vaveanstalt.
W aI s e rw ärme b er L a hn am 29. Iuli : 19* K.
wickelte sich ein srobeS .'efibtreiben, bem am Adenb ein Kommet» ui Ehren der deutsch-öfterrcichiickten Sänget folgte, bei bem bic Dogen ber Begeisterung sehr l-o.ck gingen
Giesjener Strafkammer.
Gießen, 26. Juli.
Der Kriegskamerad
Wegen Betrugs im wiederholten Rückfälle wurde der ^.OI- lohnet D. F. von' Elpenrod zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, auf bie ,hm 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft eingerechnet ivurben. Er batte ben Veteran W H. von Ostcfien aut der Straße als ÄriegSkamerab aus bem Fclbzuge 1870 71 begrüßt. Der Angetebete glaubte auch einen seiner Kricgskametabcn in bem D. Ä zu erkennen und lieb ihm auf seine Bitte 2 Mark. Nack>- (läglid) sckwpste ber Zeuge Betdadü, forschte bem angeblichen Kameraden nach, traf ihn auch in einer Wirtschaft und liefe sich ft in Gelb nric berg eben Daß dem Betrogenen infolgedessen kein Sckwden cnvadifcn ist, kam sttastnilbcnib in Betrackst, Urafcthöhenb fielen aber bic zahltcickfcn Vorstrafen beS Angeklagten wegen glcid'artiger Betrügereien ins Gewicht. Der Verurteilte erkannte die Strafe sofort an.
Schwerer unb einfacher Diebstahl.
Der Angeklagte K. T. von Wetzlar hatte feiner Logiswirtin E D in Gießen aus einem verschlossenen Schrank 16,50 Mark gestohlen. Außerbem hatte er in einer Wirtsdfaft bem fcblafmben F 3d) von Gießen das Porteniounaie geleert. Er wurde zu einer Gesamtstrase non einem Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt, auf die ihm 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft an gerechnet wurden. Wegen des groben Vertraucnübruchs, unter dem die beiden Delikte begangen worden sind, würben ihm bie bürgerlichen Ehrenrechte aus die Dauer von 3 Jahren aberkannt. Auch dieser Verurteilte erkannte bic Strafe sofort an.
Wegeti Vergehens gegen baS Reichs-Viehseuchen- roar ber Viehhänbler E. I. von Ostoß-Karben von bem Schösfen- m richt in Vilbel zu einer Woche Gefängnis verurteilt worben. Ti' Strafkammer craditcte nur Fahrlässigkeit für er triefen unb verurteilte den Angeklagten zu einer Gelbstrafe von zehn Mark.
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