Ausgabe 
27.1.1912 Viertes Blatt
 
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162. Zahrgai.'s

Diertes Blatt

Ir. 25

Grlcherni tUflOdf mH CuSnabme bei bormlagi.

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Telephon 298

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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50 Pfq. gesammelt und an die Wahlkasse in Gießen ab.

geführt worden.

Arris Schotten.

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Samstag, 27. Januar 1912

RottuwnSDrud rind Verlag öei Brüblichen UiiiDenuät6 - Buch- und EtemönideceL 9L Lange, Dieven.

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Sietetjener FainUlendlLNer- werden dem #tinAfiaere oiennal n>ö(teiiilid) beigrleqi. das Kreiiblaii für de» Kreit Oletzen ' «weiinal rvochei'il'ch. Die£anöotrtl4)aftH(t)en ocU» frage»" eridjemcn monatlich zwennal.

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Vebafhon, ErvedtNon und Truderet: 6<bul» fttaue 7. Eroev non und Verlag: 5L

Redaktion:«^ 112. LeU-Adr^ AnzelgerGießen.

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<42,5 4- 3.7

Januar + 4,3$. 0 2*C.

Landkreis Gießen.

= Großen» Buseck, 26. Jan. Zur Wahlkasse für Wahl de« Abg. Dr. F. Werner-Butzbach sind hier 40 Dik

handel.

Dom Kaffeema ki.

London, 26. Jan. Ter (-vefÄäftSauSschuß Nir Kaffee» valorisalion des Staates Sao Paulo belchlob tu einer heute abaebolteueu eitpmg, daß zukünftig alle Verlaute von '-Hegte- runaSlaffee entiueeer aut «ärunb privater Abinacki-ngen in Neivyork aeUnehen lollcn ober ditrch '.hiegebot in Ettrooa. toemäü vieler (huLhetbuna sind beute 40» 000 Sack Lasfee ui stlewyork zu-n Breiie von 15 (5euls, Stanbard Nr. 4, nach den Usaneen für die Newi)0iler RaiieebÖric uetfauft worben. 300000 Sack werben tu Europa durch AuSgebot in folgender Weite ver- kauit werdeit: 120 000 Sack in Havre und Marseille, 100 O00 Sack in Hamburg und Bremen, 30 000 ©ad in Rotterdam, 400()o Sack in Antwerpen und 10 0^0 Sack in Trieft ($-§ ,vtrd zu Geboten aufleorbert werden fiir Mengen von io 000 Sack Die Entgegennahme der Oiebote wird seitens der Firma Schröder u. (io. bis zmn 12. Februar erfolgen.____________

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Mit der Herba 1 habe ich einen m Erfolg erzielt; natt wöchentlichem ueti war der

Ausschh

Heilung von Kohlenbriketts, zur Bereitung von Firmsten und Laden, und, mit Schweröl verdünnt, Sur Fabrikation von Asphalt, Dachpappe, Tckmstervech ufro. Tie slüch.igen Bestandteile des Steinkohlentcers zerlegt mau wieder in vier Teile, die bei ver- chicdenen Temperaturen fid)cn. ES gehen über biS loO E. Leichtöl", von 150210°Mittelöl", 210270°Lxlstverol", 270400°Anthrazenöl". Tiefe vier Destittationsprobukte ent halten wieder sehr v.-rfdnebene Stoffe, die in teioitberen uohrifcn getrennt werden. Es seien genannt von Leichtölen Benzol, Benzin und Toluil, von Mittelölen die anrisepftschm Dtittel ffarcoljmire, Kreolin, Naphtalin und Lvfol. DaS Schweröl dient hauptläch'.ich fitm Imprägnieren von Volz, das Anthrazenöl zur focrircllung oes Anthraeens. Tie Haupt menge der so gewonnenen Produlii wandert in die Farbenfabriken. Es gibt keine Far dennüan ce, die man nicht aus Steinkohlenteer Herstellen könnte. Tie Stctnkohlen- teerfarben haben fast alle natürlichen Farben verb rängt, vor allem hat man die beiden wichtigsten Naturfarben Alizarin und Indigo künstlich Herstellen können und damit zw i früher wichtige Zweige der Landwirtschaft, den Anbau bet Krappflanze und des Indigo- strauches, zum Erliegen gebracht.

O Laubach, 26. Jan. Das Gymnasium Frie» dericianum veranstaltete heute nachmittag im festlich geschmückten Saale des Solmser Hofes eine Vorfeier des Geburtstages des Kaisers verbunden mit einer

vermischtes.

Verbrannte Postsendungen. Wie die von dem Rcick)spostamt bei der französischen Postverwallung telegraphisch gehaltene Nachfrage ergeben hat, sind >cim Brande eines -Pkstgepäckwagens auf dem Bahnhof in Mesml' Müigc am 17. Januar wahrscheinlich auch Brtefbeutel der Bahnpost Strastburg^lvricourt (aus Straßburg am 16. Jan. 7 Uhr 26 Minuten abends) für Neuyork (über Cherbourg mit Dampfer der American Line- durch Feuer vernicht tet worden. Unter den Brandrcsten haben sich mehrere aus Deutschland herrührcnde Einschreibsendungen vorgefunden, die vermutlich dieser Briefpost entstammen. Nähcre Mitteilungen fehlen noch.

Religiöser Fanatismus. In Lodz versuchten dreißig Anhängerinnen der von der Gruppe der Moriev- tinnen gebildeten neuen Sekte einen gewissen Kowalski, den sie als Heiland betrachteten und dessen Auf» erstehung ihre Lehre rechtfertigen soll, zu bewegen, s i ch kreuzigen zu lassen. Während man noch verhandelte, umringten die Anhängerinnen daS Haus. Nur das recht­zeitige' Eingreifen der Polizei rettetd Kowalski vor dem I ich er en Tode. Mehrere Frauen sind verhaftet worden.

* T i e neue n e n g l i f d) e n ll n i e r f e e b o o t e der E-SUaffc haben ein Deplacement von '00 t bei einer Länge von 53.'i m uhö einer grötnen Breite von 7 m. Die Boote sollen imter Wasser eme bebeutenö größere t^eielnvinbmkeit haben als die bisherigen Untcifcebooie. Tie Dlnfdnncn stellen den, neuesten Typ für Lckiver» öibetrteb dar. Die Zahl der Laucierstatiouen in vermehrt^voiden; auch sollen die Torpedos bedeutend uerbefieit fein. 'Jliu Deck fmd Siimell'enerkanoneu auige-ellt, ohne daß dadurch die Unterwasjer» «abvt be mbcit wird. Durch Mit'üinen größerer 'DI en gen von IrcBlut kann der Aufenthalt unter Wasser bedeutend langer ai9 bisher a.iSgedel-iit werden.

Kleine Tagezchronlk.

Der amerikanische Milliardär Rockfeiler hat der Stadtgemeinde D-els, die das Geburtshaus Pasteurs anEaufen unb es in ein Museum verwandeln will, dem zum Kaufpreise noch fehlenden Restbetrag von 53 000 Franks geschenkt.

Die große Malmöer D a m p f f ä h r e lief auf dem Wege Kopenhagen -Malmö in der Mhe des Hafens auf Grund. Unter öen fünfzig Passagieren brach eine Panik aus. ES gelang einem Rettungsdampfer, die Passagiere und die Besatzung zu retten. Während der Nacht konnte auch die Fähre abgebracht werden.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Gedenkfeier des 200. Geburtstages Friedrichs des Großen. Tas sehr reichhaltige Programm trug daS Gepräge der Zeit Friedrichs dcS Großen und brachte in abwechselnder Reihenfolge teils von ihm selbst verfaßte Deklamationen, komponierte Klavierstücke und mchrslimmige Chöre, die von den Vortragenden gut wicdcrgegeben wurden. Die Fest­rede hielt Direktor Dr. Müller. Er entwarf in fesseln» der Weife ein LebensbildFriedrichs des Großen", und brachte am Schlüsse seiner Ansprache ein Hoch auf den Kaiser aus. Ein allgemeiner Gesang schloß die würdig verlaufene, gulbesuchle Feier. Von den 20 Schulern, die sich zur Maturitätsprüfung gemeldet hatten, wurden drei zurückgewiescn.

Diese Ansicht ist aber irrig. Die Steinkohle enthalt nämlich mir 75 -90 Prozent Kohlenstoff, außerdem aber _3,j>6 Prozent vcs'pcstofs, 3.519 Prozent Sauerstoff, 0,51,.-) Prozent LUck- Üo|f, einige Teile Schwefel und uiwerbrennliche Stoße, die w- Ifluinnte Asche Von diesen Elementen spielt neben dem Kohlen M oer Wasserstoff die Hauptrolle. Zunächst erscheint es ver­änderlich, daß die geringen Gewichtsmengen Wastcrstoft einen fülln Einfluß ausuben. Dies 9uilfcl löst sich aber sofort, wenn r-i bedenkt, baf ein Atom Kohlenstoff 12mat 'vviel wiegt, als Bl Atom Wasserstoff, daß also in den 6 Prozent Wasierstoft fast gltniobiel Atome enthalten und wie tn den rund ?O Vrozent loijlrnftoff. Von der Anzahl der Atome aber hängt die Manmg- sllli, > seit der clx'misckren Verbindungen ab. Dazu kommt, daß, tm <e,,iisatz zu allen anderen Elementen, der Kohlenstoss sich mit «er beliebigen Zahl anderer Atome geeigneter Elemente, be btr* Wasserstoff, Sauersüss und Stickstoff, zu den verschiedensten fombinationen verbinden kann. Wie der Maler aus wenigen fotlm tausende von verschiedenen i'arbcnpräckstigen Bildern her- W, so schafft die Natur oder der Chemiker gerade nut diesen vier k nannten organisckten Elementen die wundervollsten und manmg- fljqften Gebilde, die das Reich der organischen oder K'ohlen- te emie ausmachm. Auch die Steinkohle enthält diese Elemente lic i in ihrer reinen Form, sondern als die kompliziertesten Ver- Imbiingen, rwr allem in der Form der Kohlenwasserstoffe. /Die $6in r hat hier so innig gemischt, daß es bisher noch keinem U.miker gelungen ist, die maljren Bestandteile der Kohle auch mir Dm 4 eck zu indentifizieren und seftzustellen.

| Wird die Kohle unter Luftabschluß in Retorten^ erhitzt, fo iSiäKcn die komplizierteit Verbindungen in einfache. Ter Wasser- L's verbindet sich mit einem Teil des Sauerstoffes zu Wasser, t.i Rest vereinigt sich mit dem ©tiditoff und einem Teil des W.lleiistosfes zu den mannigfacheii Gasen und Tämpfen. Beim Sühlen werden die Dämpfe slüsiig und kondensieren in Gestalt

Schwarzen, zähen, unansehnlichen Gemisckrcs, des Teeres.

Mckstand besteht aus fast reinem Kohlenstoss, dem Koks. Eine Cim-bcre Form des Koks setzt sich an den glühenden Retorten- Bxnbcn ab, der als Retortengraphit zu den nwnnigsgltigsten Decken so zu den .Kohlenstiften für elektrisches Bogenlicht und 'tzi c!cltrock>emische Zwecke, zu Kohleiniegeln, zur Herstellung gal- :rnid;cr Elemente und berat Verwendung findet

Tie nach der Abkühlung unverdichtet übrig bleibenden Gase Iben das sogenannte Leuchtgas. Letzteres besteht seinerseits wieder t» den verschiedensten Bestandteilen. Im ungereinigten Zustande Mit es durchschnittlich in 100 Raumteilen ungefähr 46 Teile fisierstoff, 32 Methan, 8 Kohlenoxnd, 5 Aeethylen, Ben.zol und i'4'lstalin, 4 Kohiendhoxid, 1 Schwefelwasserswir, 1 Ammonl.ik, Ll ckhanverbinduiigell unb einige andere. Von dieseii müssen bei kr Verbrennung das giftige Stickoxyde lieiernbc Ammoniak, die tsiisalls giftigen Cyanverbinbungen und der das zum Husten dsende Sckyvefeidhoxid ergebende Schwefelwasierstofs aus dem L-. dbtgaa auf physikaliscksem oder chemischem Wege entfernt werden, k, schädlich diese Stoffe für das Leuchtgas sind, so liefernjic ki zweckentsprechender Verwendung wertvolle Nebenprodukte. a.as trnioniaf benutzt man unter anderem zur Kälteerzeugung, zur t?rWellung von Soda sowie als Stickstoffdünger in der Landwirt- hrt. Ter Schwefel wird auf Schwefelsäure verarbeitet. Aus kit wertvollen Chanverbindungen werden Berlinerblau, Blut- kxo.enfal$ unb Cvankalium hergestellt. 'M Cyankolium spielt B der Goldindustrie eine große Rolle unb wird besonders m Edbafrifa in großen Mengen verwandt, um das Gold aus dem innen Mineralschlamm auszulaugen.

Das wichtigste Nebenprodukt, der Teer, besteht wieder aus einer Inzahl chemischer Verbindungen, von denen man viele überhaupt jod) nicht isoliert hat. Durch Destillation scheidet man aus im rohen Steinkohlenteer die wertvollsten Verbindungen ab. -ras |idi fbleibenbe Steinkohlenpech dient als Bindemittel bei der Her-

Ans Srnöt nnd

(ft i e en, 27 Januar 1912.

* Grammophonabend. Man schreibt uns: Das crr c vom Alldeu.sckeii Derbaiib im Nooember _t>e;anflaite e Gcammo- phonkonzert fand eine febr beifällige Aufnahme; be: Verband wirb daher am nächsten Donnerstag, 1. Februar, einen -weilen Abend geben. Zum Vortrag kommen durchweg neue Stücke, e'wa zur Hälfte aus Wagneropern, zur andern Hält' aus ver­schiedenen Opern wie Alessandro S.radella, Carmen, Samson unb Dalila u. s. w. Knote, Caruso, Temutb u. a. werden ter treten sein. Ein Teil der Rein-Einnahme wird den lieber» schwemmten in Dlumenau zugeführt.

** Abschaffung des Mitspicls der Freilose für die Staatskasse bei der Preuß. Klassenlotterie. Die preußische Finanzverwaltung bat sich, zahlreichen an sie herangetretenen Wünsck?en entipTcd/cnb, dazu entschlossen, von der im Sommer d. I. abzuspelend-en 227. Lo.teri.' an auf das Mit- spiel der Freilose für die Staatskasse zu verzichten. Tiefer Entschluß dürfte dec Finanzvernattung nicht leicht gewor­den fein, denn es wird damit auf eine Einnahme von rund einer halben Million aus dem De.ri'be dec Staats.otterie ver- zichtet, um welchen Betrag die Chancen der Spuler sich gleich­zeitig verbefsern. Da die Bedeutung ie: Maßnahme ohne Kennt­nis der Eigenart der Preußischen Klassenlotterie nicht ohne wei- teres verständlich ist, sei eS gestattet, darauf kurz einzugehen. Zum Wesen jeder Klafsenlotwrie gehört es, daß die Einsatzpreise für die Lose in Teilbe.rägen für die mehreren in dem Lotterieplan vorgesehenen Klassen zu entrichten sind unb die Gewinne auf jene Klassen in dec Weise ver eilt werden, baß in den Vorklassen nur ein verhältnismäßig geringer Teil des au5 dem Verkaufe der Lose erzielten Erlöses wieder auscespielt wird, während die letzte, die sogenannte Hauptklasse, mit um so reichlicheren und nament­lich auch mit um so größeren Gewinnen ausgesta tet wird. Da eS hicrnach das natürlid* Bestreben d.r Spieler ist, am Spiel der die besten Gewinnaussich en bi tenben le.t.'n K affe te ljunehmen, werben zur ersten Klasse nicht alle Lose verkauft, fonbent es wirb ein Teil zurückbehalten, um den Spielern, bereu Lose in einer ber Vorklassen mit einem Gewinne gezogen worden sind, unb die daher mit ihrem Lose aus dem Weiterspiel auSscheiben, ein Ersatzlos verabfolgen zu können. Bei den Klassenlottericn, die das sogenannte Kauflossvstem haben, wird dies in der Regel in ber Weise bewerkstelligt, daß die Lotterieeinnehmer beim Be­ginn einer neuen Lotterie mehr Lose übernehmen, als sie zur ersten Klasse voraussichtlich abzusetzen in ber Lage sind. AuS bit-fern Mchrbestand von Losen geben sie alsdann in den folgenden Klassen für die gezogenen Lose Ersatzlose ab, -soweit ihr Vorrat reickst. Einen Anspruch auf Verab olgung eines Ersatzloses hat ber S-ieler nicht. Erwirbt er ein solches, so muß er nicht nur die Einsätz: für die bereits gezogenen Klassen, sondern auch für diejenige Klasse entrichten, auf welche das Los lautet. Die Lose spielen bis zu ihrer Abgabe an einen Spieler für Rechnung dec Lotterie­einnehmer mit. Im Gegensatz zu diesem Kauflossystem besteht bei der Preußischen Klassenlotterie das sogenannte Freilos- system. Nach diesem System hat der Spicker, desien Los in einer Vorklasse gezogen worden ist, einen Rechtsan spruch auf Vorab olgung eines Ersatz'oses, welches Frei os genannt wird, weil dafür ein Einsatz für die laufende Klasse, die Freiklasse, nickst zu entrichten ist; nur die Einsätze für die Vorklassen müssen nachgezahlt werden. Um nun zur Gewälwung dieser Frei­lose in der Lage zu sein, reserviert sich in Preußen die Lotterie- Verwaltung einen Freilosbestand von gegenwärtig 32 000 Frei­losen. Solange diese Freilose noch nicht verausgabt sind, sp e'en fic für Rechnung der Staatskasse in der Lott rie mit, und die Ge­winne auf fic belaufen sich bei dem gegenwärtigen Stande der Sache auf rund eine halbe Million. Irgend ine Benachteiligung der Spieler liegt hierin in feiner We.se. In letzter Zeit ist in weiteren Kreisen der Spieler eine lebhafte Unzufriedenheit über das Milspiel der Freilose zu Tage getreten und durch die Kennt­nis von vereinzel en größeren G winnen, d e auf die Staa!s?asse gefallen sind, geschürt worben. Die Finanzvenva.'tung hat sich unter diesen Umständen auf einen praktischen kaufmännischen Standpunkt gestellt, von dem aus es angezeigt ist, auch weniger begründeten Klagen £er Käufer nach Tunlichkeit Rechnung zu tragen. Es darf daher erwartet werden, daß ihr Entschluß, der, wie schon bemerkt, die Einnahmen aus der Lotterie ver­mindert und die Gewinnchancen der Spieler entsprechend er­heblich steigert, den Beifall der Spieler findet.

EDas alles aus Steinkohle gemacht wird.

ES ist noch gar nicht lange her, da wurde die Steinkohle ük !aum verwertbare- Produkt angesehen, namentlich iregen tprc-' len yes verackstet und stellenweise ihre Verwendung von ber Cbrig, h !?crbotcn, So untersagte im 14. Jahrhundert der Magistrat N:i London ihre Verwendung, weil sie einLustverderber' lev Ki Laufe der Zeit wurde dieses Verbot nicht mehr io ftrena Idanbhatt unb Königin Elisabeth (15581603) beschrankte sich Kaut, bas Kohlenbrennen nur währenb d r ParlameiUS,itzungen p verbieten,damit die G.'sundheit der Ritter des Reiches bei irm Aufenthalt in der Hauptstadt nicht leibe'

Welch ein Umfdnrung ist seitdem cingetreten! ec&warje jten: n hat man die sonst so verachtete Steinkohle schon langst Wint, stellen doch unsere Steinkohlenlager grostere und wert- allere Reichtümer dar als Diamanten- und Goldfelder. Fruh-.r hr als minderwertiges Brennmaterial angesehen, fetzt bic totcin 11 ic heute tausende von Tampfmaschinen in ununterbrochene Cnmg; als Kvls unterhält sie Tag unb Rackst die Glut neftger Kt.Vfcn unb dient als Schmelzmittel bei der Verhüttung de.' Wers und anderer MetaUe. Als Leuchtgas läyt sie Millionen 101. l^aslampen erstrahlen, um uns in bet Nackt das Lwnncnlick.

ersetzen Elanz ungeahnte Sckätze wurden aber außerdem noch tu der unscheinbaren Steinkohle hervorgezaubert, als man Die peuiwrodukte ber Koks- unb Leuchtgasfabrckation, vor allem den etiifoblentecr, den man früher verbrennen liefe, verwerten lernte. 61 ei, was schön aussieht, gut riecht und wohlbekommt, rann jwit heilte aus Steinkohleuteer Herstellen.

?Aenn der Uneingcw.'ihte hört, daß man aus ^teintoblcntccr, lir on ben hunderlktlei Farbstoffen, Arzneimitteln, Parmmen, (irn-j i;mitteln, die man aus ihm gewinnt, nur einige zu nennen, itri dem prächtig roten Farbstoff Fuchsin, dorn bas Natur- tr biirt an Farl englanz weit übertreffenden Indigo, dem ycrr- 1-4 listenden Vanillin bic fdyarf riedxnbe als Antilep.itum Wirntc Karbolsäure, bas Fieberheilmittel Antifebtin, fnuT das wichtige Heilmittel S a l i e y l s ä u r e, das bei Zncker» irnitlcn angewandte Sacharin, dessen Süßkraft bic des Zucker^ ir ;.a» 500,'acke übertrifft, das Mottenmittel Naphtalin und taschiebene in der Likörfabrilation eine wichtige Rolle ipiclcnbe 6 scnzen unb Fruchtäther herstellt, so will es ihm zn> löy't völlig unglaublich scheinen, daß alle diese so verschieden^ «i rit Tinge mit oft geradezu entgegengesetzten Eigenschaften aus hrn .lben Stofs, der Steinkohle, herzustellen sind. In wetten fri'.n ist nämlich noch die Ansicht verbreitet, die Lteinkoh.e ,e> --ciilisch mit dem vom Chemiker als Kohlenstzoft bezeichneten

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