stanzen, in denen die geschulten und von oben und unten freien Berm^richler allein entscheiden müßten, durchaus zu verwerfen sei.
Die Ausführungen des Landgerichtsrates Tr. W o h l i (Wien) über
„Die Stellung des Richters im Zivilprozeß", die er in folgende Leitsätze zusammenfaßte, fanden lebhaften Anklang: „1. Tie Ausfüllung der Parteidisposition über dieTcr- imne ist die erste, unerläßlich? Voraussetzung für einen wahrhaft münblidpunmittelbaren Zivilprozeß. 2. Die Strcitoerharrdlung muß vom Richter vorbereitet werden durch Bereitstellung der für die Verhandlung und Beweisaufnahme erforderlichen ErkenMnis- auellen (Parteien, Zeugen, Sachverständigen, Urkunden, Akten usw.). 3. In der Streitverhandlung hat der Richter durch ziel- bewußte Prozeßleitung für die Vollständigkeit des Parteienvorbringens und für das Herausarbeiten der entscheidenden Streitpunkte zu sorgen: von besonderer Wichtigkeit für die Prozeß- ökonomic iß die richtige Verwendung der Prozcßleitungsmittel, der Verbindung und Trennung der Verhandlung. 4. Tic Beweisaufnahme soll, wenn dies tunlich ist, vor dem erkennenden Richter im Rahmen der Streitverhandlung vor sich gehen. 5. Ter Grundsatz der freien Würdigung der Beweise durch den Richter darf auch vor dem Beweismittel der Patteiaussage nicht Halt machen."
In der Ausspracl)e wurde darauf hingewiesen, daß die demnächst in Kraft tretende ungarische Zivilprozeßordnung ähnlichen Prinzipien >oie die jetzige österreichische Prozeßordnung huldige, und dargelegt, daß schon seit geraumer Zeit in Deutschland sich eine starke Strömung geltend mache, um in Anlehnung an das österreichische Vorbild den Richter zum wirklichen Herrn des Prozesses zu machen und den Prozeßabsolutismus der Pattcien und der Anwälte im Interesse eines schleunigen Verfahrens und einer wirklickjen Wahrheitsermittlung zu beseittgen.
Landgerichtsrat Dr. Hauke (Wien) behandelte das Thema der „Vormundschaftsrichte r".
Seine Ausführungen gipfelten in folgenden Leitsätzen: Die Ohervormitndschaft hat bei den Gerichten zu verbleiben. Die Gerichte als Vormundschaftsbehörden sind von den in den Wirkungskreis des Vormundes fallenden Funktionen zu befreien. Die obcrvormundschaftlichen Agenden gehören teils in das Gebiet der Verwaltimg, teils in den Bereich des eigentlichen Richteramtes. Die Agenden der Verwaltung sind von dem Gerichts- vott'teher unter Beihilfe von geeigneten Beamten und Hilfsrichtern zu besorgen. Bei Ausübung des Richteramtes in Vor- mundschaftssachen soll der Richter über Einrichtungen verfügen, die ihm eine schnelle und richtige Information ermöglichen. Das Verfahren soll mündlich und möglichst formlos fein.
Infolge der vorgerückten Zeit wurde zu diesen Leftsätzen nicht Stellung genommen und nur aus ungarischen Richterkreisen darauf hingewicsen, daß dott zu allgemeiner Zufriedenheit das Vormnndschastswcsen den Verwaltungsbehörden und ebenso das Verlassenschastswesen den Notaren überwiesen sei, so daß man sich in dieser Hinsicht dem J^eal der möglichsten Befreiung des Richteramtes von Verwaltungsgeschäften nähere.
Das wichtige Thema:
„Die Stellung des Richters im Rechtsstaat" behandelte Landgerichtsrat Dr. v. EnLel (Salzburg), der folgende Leitsätze ausstellte: 1. Die gegenwärtige Stellung des Richters vermag der Aufgabe, die er im Rechtsstaate zu erfüllen hat, nicht zu genügen. 2. Tie Stellung bc§ Richters bedarf einer Reform durch materielle Begrenzung des Richteramtes, wobei möglichste Rcinmaclmng des richterlichen Arbeitsfeldes von Verwaltungsgeschästen anzustreben wäre: außerdem durch rechtliche und materielle Ausstattung des Richteramtes in einer den Aufgaben dieses Amtes entsprechenden Weise. 3. Die Ausgestaltung der ttchterlichen Stellung hat in besonderen Richtergesetzen zu erfolgen.
Eine Aussprache über den Vortrag fand nicht statt, um seine Wirkung nicht abzuschwächen.
Nach Dankesworten des Vorsitzenden des Deutschen und Oester- reichischen Richterbundes wurde die Tagung für geschlossen erklätt. Hieran reihte sich im weißen Saale des „Riedhofer" ein Festmahl, an dem viele Hunderte von Richtern teilnahmen. In zahlreichen Reden wurde der Hoffnung .Ausdruck verliehen, daß die Tagung zum Besten der Rechtspflege und zur Schaffung eines modernen Richtertums sich wiederholen möge.
Deutscher verein für öffentliche Gesundheitspflege.
:: Breslau, 3. Sept.
Unter zahlreicher Beteiligung feiner Mitglieder aüs allen Teilen des Reiches traf beute hier im Konzetthause der Teutsche Verein für öffentliche Gcsundlieitspslege zu feiner 37. Verfarnrn- liinfl zusammen, nachdem gestern im großen Saale des Konzerthauses ein Begrüßungsabend vorausgegangen war.
Nach den begrüßenden Worten der Vertttter der Staats- regierung, der Universität und der Stadtverfvaltung erftattete der ständige Sekretär des Vereins, Prof. Dr. Pröbsting (Köln) hierauf den Iahresbettcht. — Als Beittag für die Errichtung eines Koch-Den km als sind vom Verein 500 Mark beigesteuert worden.
Hierauf erftattete Stabsarzt Tr. Mayer, Dozent an der militärischen Akademie in München einen Vortrag über
im wesentlick)en den auf der Ausstellung schriftlich fixierten Er- läuterungen — die lebendige Körpersubstanz zum größten Teil aus Eiweiß besteht. T-ieseS wird durch die Kürpettätigkeit andauernd abgenutzt und muß ersetzt werden. Ta Eiweiß auch Glidfiofi enthält, kann zum Aufbau von Körpereiweiß auch nur eine stickstoffhaltige Substanz verwendet werden, aber das in der Nghtnug enthaltene Eiweiß, Kohlehydrate und Fette ent» halten keinen Stickstoff, sic können.also in der Nahrung das Eiweiß nicht ersetzen.
Nach diesen allgemeinen Feststellungen wird eS interessieren, die Zusammensetzung einiger der wichtigsten Nahrungsmittel naher zit betrachten, die auf der Ausstellung teils in natura, teils in tauschend ähnlichen Nachbildungen gezeigt Iverden. Fettes Rindfleisch enthält pro Kilogramm 145 Gramm Eiweiß, 373 Gramm Fett, 7 Gramm Salz und 475 Gramm Wasser, mageres Rind- fleisch 205 Gramm Eiweiß, 28 Gramm Fett, 12 Gramm Salz und 755 Gramm Wasser. Hühnerfleisch enthält 210 Gramm Eiweiß, *5 Gramm Fett, 10 Gramm Salz unb 735 Gramm Wasser, Pferdefleisch dagegen 215 Gramm Eiweiß, 35 Gramm Fett, 10 Gramm Salz und 742 Gramm Wasser; eine normale Leberwurst 160 Gramm Giroei6, 359 Gramm Fett, 26 Gramm Kohlehydrate, 36 Gramm Salz und 423 Gramm Wasser. Weiter enthält ein gesalzener Hering 189 Gramm Eiweiß, 169 Gramm Fett, 164 Gramm Salz und 478 OJramin Wasser, geräucherter Speck 90 Gramm Eiweiß, 728 Gramm Fett, 80 Gramm Salz und 102 Gramm Wasser, Butter enthält 835 Gramm Fett, 135 Gramm Wasser und 30 Gramm Kochsalz, Kartoffeln 20 Gramm Eiweiß, 2 Gramm Fett, 209 Gramm Kohle- hudrate, 10 Gramm Holzfaser, 11 Gramm Salz und 748 Gramm Wasser, /.ul,milch 31 Gramm Eiweiß, 35 Gramm Fett, 49 Gramm Kohlehydrat, 7 Gramm Salz und 875 Gramm Wasser. Der Fisch besitzt im allgemeinen den gleichen Nährwett, wie das Fleisch von Schlachttieren, Rind und Schwein, und wird auch in gleicher Weise gui verdaut unb vom Körper ausgenützt. Die Fische enthalten jedoch keine sog. Extraktivstoffe, man kann keine Bouillon aus ihnen bereiten. Von einem nicht gefütterten Karpfen enthält 1 Kilogramm 184 Gramm Eiweiß, 17 Gramm Fett, 12 Gramm Salz und 787 Gramm Waner: es muß aber hierbei mit in Betracht gezogen werden, daß bei 1 Kilogramm Fisch ca. 250 -300 Gramm an Eingeweidcn, Kopf, Schuppen, Schwanz usw. verloren geht Im Deutschen Reich wurden im Jahre 1909 pro Kops der Bevölkerung 7 Kilogramm verzehrt, 6 Kilogramm Seefische und 1 Kilogramm Süßwasserfische. Der deutsche Fifchfana stellte sich 1909 auf 33 Millionen Mark, für 44 600000 Mark Fische und für 32’; Millionen Mark gesalzene Heringe wurden vom Ausland eingeführt. Ein stärkerer Gewiß voit Fischen in Deutschland könnte im Interesse des
Massenerkrankungen durch Nahrungs- und Genußmittel.
Er stellte hierbei eine Reihe von Leitsätzen auf,, in denen er zunächst die Ursache der Mafsenerttankungen auf chemische Ohne, Bakterien und deren Giftstoffe, sowie auf Trichinen zurückfühtte und erläuterte, auf welche Weise die Massenerkrankungen als Folge dieser Ursachen austreten. Als Mittel zur Abhilfe schlug er polizeiliche Aufsicht und Verordnung, sowie Belehrung von Produzenten und Konsumenten vor.
In seinen weiteren Ausführungen teilte der Redner einige besonders krasse Fälle von Nahrungs- und Genußmittelfälschungen mit, besprach im Zusammenhang damit die einzelnen Materialien, die zur W u r st b c r c i t u n g verwendet würden.
In der Aussprache nahm zunächst das Herrenhausmitglied, Oberbürgermeister Fuß (Kiel) als ehemaliger Staatsanwalt das Wort, um gegen einen Teil der von dem Redner verlangten, gesetzlichen Beittmmungen zu polemisieren. Die Forderungen des Redners seien zu weit gegangen. Gegen Nahrungs- und Genußmittelfälschungen gehöre sich natürlich ein durchgreifendes gesetzliches Vorgehen, und diesem würden die maßgebenden Persönlichkeiten wohl gern die Hand geben. (Beifall.)
Rechtsanwalt Häublein (Nürnberg) verlangt eine Bestimmung, wonach Hunde in Räumen, in denen Nahrungs- und Genußmittel hergestellt, ausbewahrt oder verkauft werden, weder gehalten noch mitgebracht werden dürfen.
In feinem Schlnßwott stellte der erste Redner fest, daß allseits schüttere Mittel gegen Nahrungs- und Gcnuß- mittelvettälschung verlangt würden. Für die Auswüchse auf diesem Gebiet genügten Geldstrafen .nicht, es müßten unbedingt Gefängnisstrafen hierfür eingesetzt werden.
Hierauf sprach Rechtsanwalt Dr. Ed. Brackenhost (Hamburg) über die
Feuerbestattung und ihre Ausführung.
Er legte folgende Leitsätze vor: 1. Tie Bestattung der Toten bildet eine wichtige Aufgabe der öffentlichen Gesundheitspflege. Als eine auch den Anforderungen der Pietät entsprechende Vc- stattunasart ist aus hygienischen und volkswirtschaftlichen Gründen die moderne Feuerbestattung anzuerkennen. 2. Für die Gestattung und Ausführung der Feuerbestattung ist bezüglich der gesetzlichen Voraussetzungen für die Einäscherung im Einzelsatte die Versicherung der nächsten Angehörigen zu fordern, daß die Feuerbestattung den Anschauungen des Verstorbenen nicht widerspricht und die Feststellung der Todesursache durch einen beamteten Arzt: bett, die Anlagen und Einrichtungen (Krematorien) ist die Herstellung einwandfreier Einäfcherungsappdrate, sowie geeigneter Räume und Einrichtungen in dem Zweck entsprechender Würde der inneren und äußeren Ausgestaltung für die Abhaltung von Trauerfeierlichkeiten, die Unterbringung von Leichen und die Beisetzung einer begrenzten Anzahl von Aschenüberresten zu verlangen. 3. Tie Aschenüberreste einer jeden Leiche sind in einem besonderen Behältnis in einer behördlich genehmigten Bestattungsanlage bcizusetzen (Beisetzungszwang).
Ter Vortragende wies darauf hin, daß diese Grundsätze sich auch die Städte mehr als bisher zu eigen machen möchten, nachdem die zunehmende Bevölkerungszahl mit Naturnotwendigkeit zur Verbrennung der Leichen im Gegensatz zur bisherigen Erdbestattung dränge.
In der Aussprache sprach zunächst Medizinalrat Dr. Riedel (Lübeck) gegen die finanziellen Bedenken, die vielfach noch gegen die Krematorien geltend gemacht würden. Tatsächlich sei der Betrieb der Krematorien sehr billig. Bürgermeister M ayr (Hameln) beschäftigte sich mit dem Ministerialerlaß betreffend die Feuerbestattung, und bemängelte, daß die Bestimmungen wegen Errichtung der Oesen so umständlich seien. Oberbürgermeilter Bender (Breslau) erflärtc, daß er kein Freund der Feuerbestattung sei, ihre Vorzüge jedoch anerkenne.
Morgen werden die Verhandlungen fortgesetzt.
Das neue statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich (33. Jahrgang, 1912), herausgegeben vom Kaiserlichen Statistischen Amte, ist jetzt erschienen. Es schlioßt sich in Form und Inhalt im wesentlichen den früheren Jahrgängen an. Die Zahlenreihen find auf den neuesten Stand ergänzt, einige ältere Uebersichten sind fortgelassen, andere neu ausgenommen worden. Von den Neuaufnahmen sei einiges kurz erwähnt: Die Haushaltungen betrugen am 1. Dezember 1910 in Deutschland 14 346692 (Preußen 8 807 405). In den Haushaltungen überwiegt das weibliche Element stets um ein geringes, 32 040166 Männern standen 32 885 827 Frauen gegenüber. Berlin hatte 556 113 Haushaltungen, darunter 55 800 von einzelstehenden Personen, darunter 70 Proz. Frauen. Der Stand der Ausländer ist folgender: Es befanden sich in Deutschland am 1. Dezember 1910 an Ausländern aus Europa 1 236 048, aus Afrika 148, aus Amerika 22 462, aus Asien 1215, zusammen 1 259 873, darunter 542 879 Frauen, 1900 waren es nur 778 737 Ausländer. A m stärksten sind vertreten die O e st e r r e i ch e r mit 634 983, die Niederländer mit 144 175, die Russen mit 137 697, die Italiener mit 104 204 Personen. Die übrigen Nationen fallen schon bedeutend ab: Schweiz 68 257, Ungarn 32 079, Dänemark 26 233 (geringe Abnahme seit 1900), Frankreich 19 140 (Abnahme gegen 1900), England 18 319, Luxemburg 14 356, Belgien 13 455, Schweden 9675, Norwegen 3334, die übrigen Staaten haben weniger als 3000 Repräsentanten. Die Zahl der Nordamerikaner betrug
Volkswohls nur erwünscht sein. Auch gegen den erhöhten Genuß von Pferdefleisch ist vom sanitären Standpunkt aus nichts ein- zuwenden. Die alten Germanen aßen es sehr gern, und es ist auch, wie seine Zusammensetzung zeigt, immer besser, als Fleisch von alten Kühen. — Im gleichen Raum werden weiter auch die verschiedenen Arten von Obst und Gemüse gezeigt und nach ihrem Nährwert zerlegt. Sie enthalten meist sehr viel Wasser und sehr wenig Nährstoffe, haben aber für die Ernährung des Menschen deshalb eine große Bedeutung, weil sie eine Mwechse- lung in die täglichen Mahlzeiten bringen, wichtige Salze liefern und meist sehr günstig auf die Verdauungsorgane einroirfen. Ten Hausfrauen wird es besonders erwünscht sein, auf der Ausstellung auch eine große Reihe praktischer Unterweisungen über die Fleisch-, Obst- und Gemüse-Konservierung zu erhalten, wie überhaupt bei fast allen ausgestellten Nahrungsmitteln zweckmäßige Winke und Ratschläge erteilt werden.
Tie Ausstellung erweist sich, wie aus den vorstehenden Schilderungen zur Genüge erhellt, im allgemeinen als ein höchst willkommenes Jnformierungs und Belehrungsmittel für Jeder- mann. Wenn auch die zahlreichen plastifck>en Vorführungen der verschiedenen Kran kheitserschei nun gen und Mißgebilde bisweilen bei manchem ein Gefühl des Unbehagens ober Widerwillens her vorrufen sollten, so steht es ja jedem frei, sie zu übergehen und sich den ihm mehr zusagenden Dingen zuzuwenden. Es ist überdies unmöglich, an einem Tage alles Wissenswerte zu betrachten und wir möchten deshalb wiederholt empfehlen, zu beftimmten Tageszeiten mehr generelle Führungen durch die Ausstellung zu arrangieren. Erst wenn der Besucher einen allgemeinen Hcberblicf über das ganze gewaltige Nusstellungsmaterial erhalten hat, wird es ihm möglich sein, sich mit Muße und Erfolg die ihn besonders interessierenden Abteilungen zu betrachten.
Fr. H.
. — Erne H undertjahrfeier der Dampfschiff- tabrt. In Glasgow und in andern Hauptstädten Schottlands finden gegenwärtig Jubiläumsfeiern zur Erinnerung an ein histo- rifc&c4 -Latum in her Gefänckte der Dampfschinahrt statt, bei benen unter Teilnahme verschiedener englischer Kriegsschiffe iitter- es,ante historische Bilder vorgeführt werden. Im Jahre 1812 wurde durch den Heinen Dampfer „Gomct", den Henry Bell erbaut hatte, der erste regelmäßige TampffchiffverkeHr für Pafsa- giere in England organisiert. Der erfte englische Dampfer ver- lehrte auf dem Clyde. Erst sieben Jahre später, im Jahre 1819 vollbrachte der Dampfer „Savannah" die erste Ueberauerung des Atlantischen Ozeans, zwischen New York und Liverpool
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t. Alsfeld, 3. Sept. Die Bürgermeister bc8 Ärci’H Alsfeld unternehmen vom 15. September ab auf mehren Tage eine vom Großh. HrciSamt vorbereitete Studien- reise nach Kassel, der WilhelmShöhe, der Edertalspettc uiü Waldeck.
R. Alsfeld, 3. Sept. Das 25jährige Arbeit-« jubiläum begeht der Schneidergehilfe Konrad Dechert d« der Firma N. Spier Söhne. — In der neuen Synagoee findet zurzeit eine Erneuerung der Inneneinrichtung statt. — Die dritte diesjährige Gaufahrt des Gaues IXa Sieg-Lah» des Deutschen Radfahrer-BundeS sand Sonntag nach hier statt. Eine große Anzahl von Radfahrern war dazu erschienen. Mittags sand im BundeShotcl .Deutsches Hou»' ein Festessen statt. Nachmittags wurde die Stadt besichtigt und daran schloß sich ein Tanz.
A Ruhlkirchen, 3. Sept. Hier verletzte sich brm Dreschmaschinenfahren ein Landwirt dadurch, daß eine Zug- kette platzte und das Sielscheid gegen seinen Leib flog. |
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17 572. Sehr stark vermehrt haben sich die Chinesen 623 unb Japaner (455).
Sehr interessant sind neue Statiniken über die Ehe, schließenden nach Altersgruppen. So heirateten Jahre 1910 unter 20 Jahren 795 Manner und 43 015 hierunter bereits 17 Witwen, 3 Geschiedene, bis 25 Jahr,» 148 205 Männer und 245966 Frauen, bis 30 Jahren 2039^ Männer und 129 496 Frauen, bis 35 Jahren 76 510 MSm»r und 40 210 Frauen, bis 40 Jahren 28537 Männer und 17 21b Frauen, bis 45 Jahren 14 222 Männer und 9171 ^tdues, hierunter 4020 erstmalige, lieber 60 Jahre waren bei der schließung 3958 Männer (214 Ledige, 3619 Witwer, 125 schiedene und 1010 Frauen (80 Ledige, 888 Witwen, 42
schieden^. Die meisten Männer heiraten zwischen 25 und Jahren, die meisten Frauen bis zum 25. Jahre. Tie mci Witwer heiraten zwischen 30 uitd 45 Jahren nochmals, Witwen zwischen 30 und 50 Jahren.
Auch die neuesten Zahlen über die Arbeiterve bände im Jahre 19 11 haben Ausnahme gesunden, freien Gewerkschaften erhöhten von 1910 auf 1911 die gliederzahl von 2 128 021 auf 2 400018, die christlichen werkschaften von 316 115 auf 350 574, die unabhängigen von 711177 auf 763 935, die wirtschaftsfriedlichen Vereine 121 126 auf 162 262, die konfessionellen Vereine von 675 651 711414. Nur die Hitt'ch-Tunckerscken Gewerkvercine Mitglieder, von 122 571 ging ihre Mitgliedcrzahl auf 107 herab. In den Arbeiterverbänden sind zurzeit 3 791 665 beiter organisiert. ____________ ;
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Kreis Wetzlar. -
w. Wetzlar, 3. Sept. Für den Kreis Wetzlar lou ein vierter Schulaufsichtsbezirk unter Ceminordircktor Gretb gelnldet werden. Es kommen dafür 25 Klaffen mit 18 Lchmr
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Aus Stadt und Land.
Gießen, 4. September 1912.
** Die Manöver. Nach der jetzt bekannt gewordenen gültigen Zeiteinteilung über die Herbstmanöver im 18. Armer, korps sind nachfolgende Einzelheiten zu berichten: Tie Bri Manöver der 41. Insanteriebrigade werden vom 9. bis 13. tember bei Lindenfels, die der 42. Insanteriebrigade vom 9 bj 13. September bei Reinheim abgehalten. Tie Tivision' der 21. Tivision werden vom 14. bis 20. September Aroiidn Fürth und Reinheim abgehalten. Tie Brigademauöver der 49 Insanteriebrigade werden vom 6. bis 10. September bei Mainz. Alzey, die der 50. Insanteriebrigade in der gleichen Zeit da WormS abgehalten. Die Tivisioitsmanöver der 25. zicniuja finden vom 12. bis 18. September in Rheinhessen statt. U« auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt in der Zeit vom 6. bü 19. September übenden zwei Reserveinfanterieregimenter werde» als geschlossene Reserveinsantettebrigadc zu den Manövern ba 25. Division am 16., 17. und 18. September herangewgen. Üt schwere Artillerie nimmt an den Manövern nicht teil. Tas eigas- liehe Korpsmanöver fällt aus.
** Gegen den Tabaktrust. Tie Tatsache',, daß dn amerikanische Tabaktrust eine ganze Reche beutfeher Zigartttn». fabriken in seine Gewalt gebracht hat, veranlaßte eine stark besuchte Versammlung Wiesbadener Zigarrenhändler folgende (fn-- schließung anzunehmen: „Tie am 29. August 4912 ouncrorbeittti| zahlreich versammelten Zigarrenhändler von Wiesbaden crLimn in dem amerikanischen Tabakttust eine iuTtfrtbarc Gefahr st: das deutsche Tabakgewerbe und für die deutschen Raucher, eil verpflichten sich daher auf Ehrenwort, sich jeder Rettamc für all' trustverdächttgen Marken zu enthalten, insbefondere gllc 'Blcfa: und Reklamestücke zu entfernen, trustverdäcküiye Ware weder ie Schaufenster noch auf dem Kerkaufstisch auszustellen und nur aui Verlangen das unbedingt Notwendige zu verkaufen, wobei di: Raucher über die ihnen und dem Tabakgeroerbe drohenden flk* fahren aufzuklären sind."
•• Die 91 u8fte 1 hlng »Der Mensch* in Darmst ist am Sonntag von über 5 0 00 Personen besucht worden.
** Aberglaube. Mit einem eigenartigen Anli kam dieser Tage eine Frau aus Westphalen zu einem sigen Rechtsanwalt und bat ihn um Hilfe, da auS dem ihrer Kühe statt Milch Blut komme. Sie behaupt ihre Kühe seien verhext und ersuchte den Rechtsau einen Einwohner ihres Ortes, den sie als Täter int to dacht hatte, zu belangen. Einige Zettel mit Beschwörung formeln hatte sie gleich mitaebracht. Natürlich konnte * der Rechtsanwalt nicht Helsen, sondern suchte sic, all» dings mit wenig Erfolg, zu überzeugen, daß die fflbt erkrankt seien und gab ihr den guten Rat, sich an einen Tierarzt zu wenden, wenn sie das Nebel mit Erfolg bt- seiligen wolle.
Esf t jZ,
Hotelier Krone-AlSseld gehörige Automobil beim Nehmet» einer Kurve gegen ein HauS und wurde zertrümmert. $'T drei Jnsaffen wurden erheblich verletzt.
Kreis Lauterbach.
x Engelrod, 3. Sept. Zwischen hier und lammen wurde ein ausgedehntes Erzlager Roteisenstein) entdeckt. Obersteiger Rau leitete die Sckwrfungs- arbeiten. Das Lager ist etwa 1 Kilometer lang und ' • -ylm breit. Es wäre zu wünschen, daß bald die Eisenbahn von Mücke durck das OlMtal über Ulrichstein, Enarin nach Rixfeld gebaut würde, damit man Die Bodeichhatz« heben könnte.
Starkenburg und Nheinhessen.
! Mainz, 3. Sept. Heute nachmittag hat die stin- liche Einweihung der neuen Synagoge der frcitr israelitischen Religionsgemeinde stattgefunden. Sie ist in de: BonifaziuSstraße gelegen [unb gereicht dem Straßenbild großen Zierde. In die alte Synagoge in der Margarete- slraße wird ein Museum für israelitische Altertümer gelegt. — Gestern vormittag stieß am Aliieplatz das einem hieftger Möbelfabrikanten gehörige Auto mit einem städtischen siciftichl- wagen zusammen. Tie Insassin, die Tochter deS Fabukavlor erlitt erhebliche Kopfverletzungen; das Auto wurde fror^ beschädigt.
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