162. Jahrgang
Zrrrttes Statt
tr. 2<6
■ icklossen. die Regierung cinzuladen. Eine Vorstellung von einige,»
Dcutfcbe» Reich.
ausschließlich
WM* gesellst
«ne irt rS- 19.
M russische Ministerpräsident und die wirtschaftliche Lage Ruhiands.
E^u Heim für ehemalige Angehörige der Marine.
Um ein Heim für ehemalige Angehörige der Marine au er* richten, will der Deutsche ^lottcnuemn be» Eckernförde ^ großes Gelände ankaufen, das teils mr die Gebäude, teils für ernen Park Lcrinendung finden fall.
Die Bemerkschaftsfrage. ,
Am Donnerstag taqte in Köln der Ausschuß des Geiarnt- Verbandes der christlichen Gewerkschaften Deutsch- lands, um zu der Lage Stellung zu nehmen, dadurch tue päpstliche Enzyklika über d,e ckwstlichen Gewerkschaften acschaücn ist. Ter Ausschuß beschloß einstimmig, zur Klärung und zum Abschluß der Angelegenl-eit einen außerordentlichen Gewerkschaftskongreß für den 26. November nach Es,en an der Ruhr cinzuberufen.__
A .der end-
schäftsaufgäbe bis dlen^mM
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tyapierltoNltyii] 36 SeltersuW Nr. 36
Tr-scheim tö-Nch mit Ausnahme des Sonntags.
Di« ^Gießener KamiNendlätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beiqelegt, das '.Krebblatl für den Kreis zweimal
wöchentlich. Tie „L«nd»trtschastltchen Seit' fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Glessen.
Ssfc Lehrgang
Geister "°°SS< dea Kind,,.
Lösch- oder Filtrier papier, durchfeuchtet es tiickftig mit Wasser und legt es auf einen sauberen Teller, den man dann mit einer Glasgloeke überdeckt: man l>at ,ich aus diese Weise eine sogenannte feuchte Kammer hergestellt. Nun nimmt man vorsichtig mit der Spitze eines Mesters eine oder zwei der gekochten Kartoffeln, legt |ic aus das feuchte Papier und schneidet sie in zwei Stikfe ,o, dap die Schnittflächen nach oben liegen. Man darf aber dabei die Kartoffeln nicht mit den Händen berühren. xsm dunkeln oder schwach erleuchteten Zimmer streicht man nun, nachdem maii die feuchte Kammer und den Fischteller nebenclnander- aestcllt hat, mit einer absolut reineii, am besten ausge- qlühten Nadel leise über die Oberfläche des leuchtenden Herings Irin und ritzt dann mit der d^adel die Schnftt- flächeii der Kartoffel an mehreren Stellen. Behutsam wird sofort die Glasglocke wieder übergestülpt und die^feuchte Kammer nun ebenfalls an einen kühlen £rt gesellt. Nach Ablauf eines oder höchstens zweier Tage wird man bo- obachteii, baß nunmehr auch die Oberfläche der Kartoffeln leuchtet Man tann nun von der ersten Kartoffel die Leuchtbakterien mit der Nadel noch auf andere in der feuchten Kammer befindliche Kartoffeln übertragen und hat aus diese Weise eine Reinkultur erzielt, deren Leuchttrast man mit Muße allabendlich studieren und beobachten kann. Wenn die Kultur gelungen ist, hält die Lichtentwicklung zwei bis drei 'S-ochnt an, ohne merklich nachzillassen, erst nach dm er ■3eit wird sie schwächer, um allmählich ganz zu ver,chw,ndcn. ^ie Leuchtkraft der Batterien ist bei guter Reinkultur eine ziemlich starke: man kann die Zeit auf einer ui die Nahe Gebrachten Taschenuhr deutlich erkennen und vermag selbst Gedrucktes, wenn es nicht zu klein ist, zu leseii. Die eigentliche Ursache des Leuchtens dieser Bakterien isl genauer noch nicht bekannt: die interessante Erscheinung must aber auf einer bestimmten Tätigkeit der 3efle beruhen, die dabei spielendeii Kräfte, seien sie nur ck)emischer oder anderer Narur sind aber so außerordentlich gering, so dast wir bis heute noch keine Mittel haben, sie genauer zu messen oder zu analysieren.
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— Gefährdete Literaturschätze in Konstantinopel. Eine der kostbarsten und interessantesten "Bücher- und .Handschriftcnsanmilungen der Welt ist drc Bibliothek des allen
zerge.
6UeöÄnlen bie Lh • otl dem A, ft""*“*«
zreitag, 22. November (912
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UnwerstlälS - Buch- und 6teinbnidcrei.
R. Lange, Dieven.
Redaktion, Erpedition und Tniderei: Sckul- ftraec 7. Expedition und Vertag: e^N 51.
Redaklwm^^llL. reU-Adr^AnjelgerDieven.
en*Fest
Grenze in schöniler fr - vrav.u. stischem M,nr arösttrr Auswahl zu -
»erei Carl SM unteren krriedboi'SeinM
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesien
Au» fielen.
Aus dem Bittschriftenausschuh.
bs. Darmstadt, 21. Nov. Der 4. Ausschuß genehmigte in seiner heutigen Sitzung den Bericht des Abg. Best über den Antrag Diehl, betr. das Werngesetz Zur Beratung über einige W i r t s ch a f t s k o n ; e > s i o n s g c, u ch e wurde be
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verSnderunqen in der italienischen Diplomatie.
Dem italienisck>en Botschafter in Berlin Pansa ist au, sein Ersuchen der Abschied bewilligt worden. Die italienische Regierung drückte ihm bei diesem Anlaß ihre höchste Zufriedenheit für seine laiigjährigeu ehrenvollen Dienste mis Der Generalsekretär des Ministeriums des Aeußern, Bollati, ist zum Botschafter in Berlin ernannt worden. Der Bevollmäästigte Gesandte d e M a r - tino wurde zum Generalsekretär im Ministerium des Aeußerii ernannt. _ , , . , . _
Der König unterzeichnete ein Dekret, durch das ein Ministerium für die Kolonien eftigerichtet toirb. Der Abgeordnete Pietro B e r t o l i n i ist zum >wlonial- minister ernannt worden. Deni .Kolonialministerium werden Tripolis, die Cyrenaika, Erytlxräa, Italieiiisch-Somali- land und die Protektorate von Nord-Somaliland unter- srehen.
anschlag der
anschlag der
Leuchtende Batterien.
Die mikroskopischen kleinem Lebewesen, die man nach ihrer Form und Entstehung Batterien nennt
’M>cn im allgemeinen in keinem guten Rufe, bemt sobald •JoiTibnen bk Rede ist denkt man•«"*>«■ Mtglieder dieser an Zahl fast unendlichen, aber an Groß o winzigen Gesellschaft, und man übersieht dabei ganz, Mfc neben diesen sehr scktzidlichen noch viel mehr nützliche We Aitm «uftou
«Äen3 auf der Erde durchaus notig und unentbehrlich sind. So einfach nun alle diese, nur aus finer einzigen Zelle bestehenden Kleinwesen smd, so vielseittg sind doch schon bre Funktionen, die sie verrichten können, und von dielen st die Fähigkeit, zu leuchten, wohl die merkwürdigste und rru meisten in die Augen fallende. Es. ,md al^rdings nur wenige Arten von Bakterieii, die diese Eigen,ckmft bc- schen^bL eine von ihneii ist ^besonders ,tark üerbrntet: « ist das sogenannte Bacterium pho^phoreseeii^ ,^ede ixiusfrau hat gewiß schon die merkwürdige Erscheinung beobachtet daß die Oberfläche frischer Seefnche, die einige «St im kühlen, dunklen Keller gelegen haben, IN einem milden Licht aufleuchtet. Die Ursache dieser -ichterschei- nuna ist eben das vorhin genannte Bakterium, das sich iii grosten Mengen auf der Haut der Fische angeftedell fiat. Bleiben die Fische noch länger liegen, so dast ste all- mälüicb in Fäulnis übergehen, dann verschwindet die leuch tenibe Erscheinung wieder. Es gibt nun ein sehr einfache Mittel diese leuchtenden Batterien genauer zu beobachten und ihre Leuchtkraft bis zur höchsten ent
falten indem man eine Reinkultur von ihnen sich?ulegt, wobei' von vornherein nftch besoiiders be^nt s^ datz diese ^eucktbakterieii absolut unschädlich und l?armlo-. find.
Um deii interessanten Versuch zu machen, legt man einen frifdten Hering, ohne ihn abznwafcksen oder abzu- Teller, die man an einem kühlen l£t üi Kelle^oder den Eisschraiik, stellt.. Nach 24, längstens nach 48 Stunden, wird man sehen, dast die L^ber- N des Fisches im Dunkeln leuchtet. ..Nun kocht mcm einige Kartoffeln in sehr starkem ^älnaller gar und lostt üie nach Abgießen des Wassers, in dem Kochtopf völlig ab- Lühlen. Währenddem nimmt man ein ~tüd gutes, weißes
Serails in Konstantinopel: nur wenigen europäischen ForfHern ist es bisher vergönnt gewesen, inmitten dieser schätze ihren Studien obliegen zu können. Der Reickfturn diezer Bücheckamm- lung ist noch nicht fruchtbar geniacht worden und die Kultur- welt har ein großes Interesse daran, für den Fall einer Eroberung Konstantinopels ausreichende Maßnahmen,ur den Schutz und die Erhaltung dieser Bibliothek getroffen zu sehen Antonio Muno^, der im Marzoecs den Kostbarkeiten dieser Sammlung einen interessanten Aussatz ckidmet, weiü darauf hin, daß diese Bibliotliek zugleich wohl die am wenig,ten besuchte ber Welt ist; seit dem Zahre 1850 ist es nur wenigen europäischen Gelehrten gelungen, durch Empfehlung und mit 5)il,e ihrer Botschafter Zutritt zu diesem bracht Legenden Heiligtum der Wusemchait zu erlangen. 1905 setzte es Munoz mit Hilfe des österreichischen Botschafters nach langer Mühe ourch, von Abdul Hamid Die Erlaubnis zur Benutzung des Bibliotl-cksaales zu erlangen. Jn dem schönsten Kiosk des Serails sind hier unsä>atzbarc Sammlungen alter persischer und arabischer Haiidschriften aufgehiuft, neben türkischen, koptischen, griechischen und lateinischen Manuskripten, die zum großen Teil aus Klosterbibliotl^ken stammten. Muno; l,at naturgemäß nur einen geringen Bruchteil dieser Schätze kennen lernen können: er berichtet von einer griechischen Bibel aus deni 13. Jahrhundert, die mit mehr cüö 300 prächtigen Miniaturen geschmückt ist und eine wertvolle Ergänzung der m der Vatikansbibliothek vorhandenen Bibel bildet, ^te enthält die ersten acht Bücher der heiligen Schrift, und die MimaturNi gemahnen überraschend an Die berühmte Josuarolle des Vatikans, an jene srühck)ristlick>en Bilderhandscknift, deren EMstehung auf das fünfte oder feckchte Jahrbundert zuruckgehen soll. Man ftndet Stil und Motive dieser Konstantinopeler Miniaturen auch m den Mosaiken von Santa Maria Maggiore und in anderen Monumenten des 5. und 6. Jahrhunderts, so daß man es m dem Eremplar des alten Serails offenbar mit einer wertvollen Kopie nach einem älteren unbekannten Vorbild zu tun hat. Unter Den anderen Handschriftenschätzen, die m jener türkischen Bibliothek venvalm liegen, erwähm Munoz auch eine Ilias, die aus dem 13. Jahrhundert stammt, ent Fragment.bes^Gumd aus dem 12. einen illustrierten Ptolemäus aus dem lo. Jahrhund^t, einen Pindar, einen Oppian und einen Polybros aus der gleichen Zeit. Eine Reihe von Indizien aber wechen daraufhin, daß eine genaue Durchforschung der Bibliothek und ihrer großen manuskrirtgefüllten, bisher nicht zugänglichen Merraume unter anderen Ueberraschungen wahrscheinlich auch eine bedeutsame Entdeckung zeitigen könnte: es ist Grund zu der Airnahme vorhanden, daß fick in diesen >rellergewölben bisher unbetanntc Kapitel des Tilus Livius vorftnden müssen.
Die Halbmonatsschrift „Nord und Süd" (Herausgeber Professor Dr. Ludwig Stein) veröffentlicht eine Reihe von ■ Beiträgen hervorragender russischer Per.önlichkeiten, darunter einen Brief des Ministerpräsidenten Kokowzow an den Herausgeber, in dem es u. a. heißt:
„Ich wiederhole hier, was ich stets gesagt habe, daß Nachbarn einander so gut als möglich kennen lernen müssen und daß diese nähere Bekanntschaft nur dazu beiträgt, die gegenseitigen Beziehungen immer besser zu gestalten und die Achtung voreinander zu erhöhen. Rußlaiid kennt man sehr wenig, urteilt Mrfiber nach den Berichlen zufälliger Korrespondenten der Pre,,c. informiert sich über dieses Land aus einzelnen Werken, Mono .rovhien und Untersuchungen, die mitunter genügende Grund lufcTeit vermissen lassen, und schließlich ergibt sich die überraschende Tatsache, daß wissenschaftliche Forscher, wenn sie in ^einzelne ^tbensgebietc Rußlands tiefer eindringen und auf des -stuDium dersrlben reichlich Zeit und Mühe verwenden, sehr bald gewissermaßen eine neue Welt vor sich sehen, deren Entdeckung bei ilmcit iMgesähr dasselbe Gefühl hervorrust, wie bei dem ioridjcnbeii -ternkundigen das Ausstichen eines unbekannten Gestirns, das bis dahin sich im fernen Weltenraum dem Blick entzogen hatte Än augenfälliges Beispiel dafür bietet die in diesem Jahre Mn Vertretern der Wissenschaft und der Praris unternommene bcutfcfic Forschungsreise auf dem Gebiete der Staats- künde und der Landwirtschaft. Als die Teilnehmer dieser Erpe dilion sich an Ort und Stelle mit der neuen russischen Agrarreform bekannt gemacht hatten und mir die von ihnen rinvfangenen Eindrücke schilderten, mußten sic offen eingeitehen, sie hier zum ersten Male etwas lennen lernten, wovon ,tc bisher nicht die geriilgste Ahnung hatten."
Ter Ministerpräsident erinnerte ,odann u. a. an die Be urteilung Der Finanzlage Rußlands in den Jahren 190a unD 1900. Rußland galt für verloren; es erklang das Verhängnis volle Wort „Morakorinm". Seitdem sind erst sechs Jahre vcr flössen und das Bild erscheint stark verändert, ivenn nickt ganz uitrtatnbar. Ter Kurs unserer Staatsfonds Hal sich gehoben, bit Rente flieg aus 94 Prozent, die 1906 in Pans zum Kurse ren 83 Prozent emittierte Anleihe erreichte den Stand von Ik'ü Prozent Von dem Uiwermögen Rußlands, die Goldwährung u ertragm, ist weiter keine Rede mehr, weil der Goldvorrat des Staates und die bei den Finanzinstituten Westeuropas deponier- len Mittel des russischen Staatsschatzes belfer als alle Ab Handlungen und Journalartikel die wahre Sachlage erkennen Janen. Auch in dem, was stets eine Eigentümlichkeit der rumfehen sstnanzgebarling bildete, in der Ansammlung des logenannten srften Darbestaiides, trat derselbe günstige Entwicklungsgang zu- Ter russische Staatsschatz verftigt nach bem Benckst der Feichskontrolle zum 1. Januar 1912 über einen Betrag von über 450 Millionen Rubel, d. i. genau eine Milliarde Reichsmark. 3d) bin schon längst gewohnt, von meinen Opponenten in der Aeichsduma zu hören, daß das Gedeihen der Staatsftnanzen nur eine schöne Fassade darstellt, hinter der sich der größte Tiefstand des Volkswohlstandes birgt. Ich konnte fi allerdings niemals begreifen und begreife es auch letzt nickst, wie ein Land mit zerrütteten Finanzkräften mit nnmmalcr Leistungsfähigkeit Der Bevölkerung, die angeblich an l ckreck- l i d) e m Alkoholis nt u s zugrunde gebt dennoch von Jahr zu Jahr sein Budget um Hunderte von Millionen Rubel erhöhen und Mittel zur Befriedigung des vielleicht )ogar übermäßigen Wachstums aller seiner Bedürfnis)e aufbnnaen kann. Dieses mir unbegreifliche Geheinnlis konnten meine Gegner mir niemals oufflärcn. Ick will auch nickst die enorme ©t e i g e r ung u u i c r e 5 Exports hervorheben, da hier die allbekannte Meinung vorherrscht, daß Rußland Getreide aussühre an dem es ftlbst Mangel leidet. Ick) empfehle >ll)nen aber die AuÄvcise dn rulttlchin Sotlflatiftit für dir treten wer biä mm Jahre durckzusehen und danach zu ermitteln, wieviel M afchinen, noimentlick landwirtschaftliche, eingefuhrt worden sirck. wie groß der I m p o r t a u s l a n d N ck) e r B a umroolle neben dem Berbrauck des einheimischen Produkte^ gewesen ist, wie enorme Ziffern der Import von Gegenstandes aus dem Auslende überhaupt aufweist, und hiernach stch die ,z-rage vorzulegen. iurr denn eigentlich alle diese Gegenstände bezahlt hat, wer diese ilngcheurc Menge von Werten verbraucht hat und wie es inoglick st, daß der K'otisum einen solchen Umfang erreichen konnte, venn das Land darniederliegt und des taalicken Drote-o ermangelt.
3d) empfehle Ihnen ferner darauf zu achten, wie progressiv die Ansammlung von V o l ks e r s p a r n ,e n , die wirklick) erstaunliche Entwicklung des G e n o s s c n s ck a f t s we len? unter ■ dem Volke um sich greift, wie beispielsweise der Zuckcrver- I brauch steigt und sogar in schnellerem Tempo forftchreitet als in Westeuropa. Endlich bitte ich Sie, einen Blick mn die Entwicklung Tc» Hüttenwesens zu werfen. Legen Eie ftch^dock nur die Frage vor, woher das alles kommt und ob ein Staat mit sinkender wirtschaftlicher Konjunktur wirNick imnandc fein kann. Derartige ganz unlogische Erscheinungen zu zeitigeii.^ za ist ferner die russische Agrarreform und ihre außer Frage stehende zukünftige Emtwicklung. Von 1 906 bis August 19 12 bat Die staatliche Bauernagrarbank durch ihre Darlehen dazu beigetragen, daß fick der Fläch en raum des bäuerlichen Grundbesitzes um ü b c r 4l/s Mi Ihon e n De ß - jatinen vergrößerte, wöbet über 2* 4 Millionen xen- latineti von Gutsbesitzern erworbener Ländereien an Bauern veräußert wurden. Auf diesem gesamten Flächenraum, towie auf einem ebenso großen, wenn 'nickt noch größeren Areal von Min- Dercicn, die trüber im Genreinbesitz der Bauern standen, vollzog und vollzicbt sich die iogciiannte Agrarreform, die tu dem stetigen llcbcrgang zu persönlichem Individual-- Eigentum und zu besseren Methoden der Bodenkultur besteht. . << =
3um Schluß noch ein paar Worte darüber, wie dies alles gekommen ist und was namentlich diese erfreulichen Erlckelnnngcn gezeitigt hat. Meiner festen Ueberzeugung nach besteht mir cme Ursache: Rußland hat 165 Millionen leistungstähiger und arbeitsamer Einwohner: in ihm kommen alle Arten von Klima vor, vom arktischen bis zum subtropischen: seine Boden, cha tze sind il n e r m e ß l i ch , ebenso unermeßlich ist auck die ArbeltS- sähigkeit der Bevölkerung uiid ihre unbestreitbare Geickikttickkeit In diesen Umständen liegt der Schlüssel zu dem anschemend unbegreiflichen Rätsel. Wenn der Mieden nach außen und tm In lande sickergestellt ist, wenn der Bevölkerung die Moglickttit gewährt wird, ruhig und selbständig ihre Arbeftsttatt zu verwerten, wenn ihr Dabei Kenntnisse und eine gute Verwaltung zu .Ville lommen, so wird man gewiß meine Ansicht teilen, Dan leDer. der Rußland liebt und an seine Zukunft glaubt, gleich wir em überzeugter Verfechter des „wirtschaftlichen OptiMis- m <öcrr Kokowzow, bekanntlich der frühere Finanz Minister, ist zweifellvs ein sehr tüchtiger Staatsmann, der nut ein« gehendem Sachverständnis gerade den im Vordergründe stehenden w i r t s ch a f t l i che n Aufgaben nack)gehen konnte. Er freut sich heute über sein Werk. Dast er setzt gerade Wert darauf gelegt hat, in einer deutschen Zeitschrift die deutschen Nachbarn zu überzeugen, daß die Bund- nissähigkeit Rußlands nicht erschüttert ,ei, hat gewitz eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Wohin aber geht wohl der Mirs der russischen auswärtigen Politik? Dav hat man noch nicht mit Sicherheit erkennen können.
3ündhoüsckackleln-Mackerii wegen Unterstützung wurde abgelchiu gegen eine Summe. Gin Antrag Ulrick au, \taaüito'lRo- b i l a r v c r s ick c ru n g wurde gcfien 2 Stimmen abgeletmt. i.ic nächste Sitzung des Ausfcknisses soll am 28. d. MtS. abgchallen werden ___________________________ --
ige.
10 Schtner7i;,
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Itt.
S. »fS'nn MS »5
Vom Bundesrat.
In der Sitzung des Bundesrats am Donnerstag wurde olge^nden Entwürfen die Zustimmung erteilt, zem Voransck 'ag d'S Reichsmilitärgerichts, d?m des allg meinen Pensionssonds, dem Nachtrags-Voranschlag für das R. ul)s- kolonialaml pro 1912, deni Nachtragsvoranschlag jur Ma- nteruu 1912, dem Entwurf des Gesetzes betressend die Fest stellung des 'Nachtrags zum Hausl>altsvoranschlag der Schutzgebiete für 1912, dem Voranschlag des Reichskolo- nialamte- für 1913, dem Voranschlag der Schutzgebiete
Kiautschou, für 1913, dem Hcmtztvor- Sckmligebiete für 1913, dem Dor- allgemeinen Finanzverwaltung t*tr 1913. “ dem Nachtragsvoranschlag für 1912 dem Voranschlag der Reichsschuld für 1913, dem Voranschlag des Reickrsschatzamtes für 1913, dem Gesetzen wur, betreffend die Feststellung des Nachtrags zum Reichshaushaltsvor- anschlag 1912 und dem Gesetzentwurf betreffend bic Feststellung des Reichsbaushaltsvoranschlags für 1913.
Der Entwurf betreffend vorübergehende Zollerleichterung beider Fleische ins u h r, der dem Reichstage zugegangen ist, ermächtigt den Bundesrat, für die Zeit bis zum 31. März 1914 an Gemeinden, die ausländisckws Fleisch einführen wollen, den nach Nr 108 des Zolltarifs erhobenen Eingangszoll b,S aus einen Betrag zu erstatten, der sich ergibt, wenn anstatt der Zoll- sätze von 35 oder 27 Mk. der Zollsatz von 18 Mk. für den Doppelzentner zugrunde gelegt wird. In der deArnn- düng wird hervorgehoben, daß der Zweck dieser Riaßnahme sei durch vermehrte Zufuhr ausländischen Fleisches die Preise zu senken. Die Genehmigung zur Einfuhr soll nur für große Städte erteilt werden, sofern gewährleistet ist, daß 'das Fleisch zu einem unter behördlichift Mitwirkung sesigesetzten möglichst niedrigen Preise an bie Verbraucher vertäust wird. Micht zu bezweifeln fei auch, da ßdie Maßnahme in den beteiligten Städten selbst zu emer Senkung der Preise führen wird. Um den Gemeinden die Lieferung billigen Fleisches zu erleichtern, mußte zu den Mitteln der lollerleichterung gegriffen werden. Bei dieser Maßnahnte handelt es sich um eine Z o l l er st a 11 u ng , wie sie auch sonst vorkommt, die aber hier in einer Allgemeinheit vorgesehen ist, welche die Befugnis des Bundesrates hierzu anfechtbar erscheinen läßt. Aus diesem Grunde wird ine Zustimmung des Reichstags durch besonderes Gesetz xux&r gesucht Die Regierung hofft nach der Begründung daß die ill'rigen noch getroffenen Maßnahmen (F«rchtvergünftt- guiigen für Futter-Gerste und Mais) die heimische Viehzucht förbeni werden Es sei zu erwarten, daß mit ihrer Hilfe das inländische Fleisck)angebot auf eine Hohe gebracht wird, die von selbst zu ausreichender Senkung der Preise fuhr«
langem, mit orohtr durch einen fachen
idenHinterbliebenen. 'nrich Reuichling i. den 21. Nov. 1912.
>ct ^ametao mittag 'lhelrnitr. 24 ans statt.


