Nr. N8
Erscheint tögllch mit Ausnahme be# Sonntag*.
meld.
61
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Mk.
Mk.
46—60
84-90
50-56
89-97
57'/,-59
72-74
55-56'/,
69-71
Meteorologische beobachtungen der Station Lietzen.
Mai
Wetter
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1912
8
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Mai
such damit führt gewiß zu dauerndem Gebrauch.
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Sonnenschein Gewitterregen Sonnenschein
43—46
45-49
94-98
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64—66
52—62
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47—51
106-111 87-108 88—93 78-85
66—76
60—70
56 V,-58
55'/,-57
80—86
78-78
-t- 23,0 J a
4- 7,3 e C.
1803 1837
1853 1876
1S88 1896 1904 1918 1971 1973 1957 1975 1981
36-41
30—86
76—81
86—91
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58—56
52—54
Gebend- Schlachtgewicht
48-52
44-47
Svmtur-r^. Lamm Kckcn Subtr ®tatöiannt Hujmcsier vfilobanb Kegenkeiie sichel
33
37
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Mannheim, 20. Mai Dem Flieger B e a> l e r, der gestern früh mit einem neukonstrnierten kSinbecfcr Probe- slüge ausführte, versagte in einer Hübe von etwa 100 Meter der Motor. Bechlcr versuchte im Gleitflug niederzugehen; schließlich neigte sich aber der 'Apparat bedenklich seitwärts. Kurz entschlossen sprang der Flieger aus etwa 10 Meter Höhe zur Erde und erlitt erhebliche Verlegungen. Der Apparat brach in der Mitte auseinander.
P a r I s, 20 Mai. Ter Militärlenkballon „El m n Bo yard 4" hat während eines heute vormittag vom Luftsänsipark bei Compiögne aus unternommenen Fluges eine Höbe von 2900 Metern erreicht und damit einen Weltrekord ausgestellt
London, 20. Mai. Eine Flugmaschine, geführt von Leutnant Ashton, fuhr gestern in Amesburh bei Salesbur» nach glücklicher Landung in eine Gruppe von Soldaten und Zivilisten. Einer wurde sofort getötet und zwei schwer verwundet.
Redaktion, Expedition und Dnickerei: Schul- straße 7. Exved'.tion und Verlag: 6L
Redaktion:«^ 112. TeU-?ldr^AnzeigerGieben.
Milchkocher Wen-Zuber Huimelser Valcbanb liicken Jubn Valvbanb Mckiovl 5viritub'.Qo6c Zicaenrausr «erv Wcltcmr J
928
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tie „6t<tatet Samilienblätter- werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da* „Kreiiblatl f6r den Kreit Eichen" zweimal wöchentlich. Die „raadwlrtschastllchen Seit- frofleo" erscheinen monatlich zweimal.
Ciift|diiüabrt
Eine Spende von 25 000 Mk. für das militärische Flugwesen.
München, 20. Mai. Tic „Korrespondenz Hoffmann" meldet : Ter Kaufmann Wilhelm Bos»e, Teilhaber der Firma EncrgoS u. Eo. in München, hat, wie wir hören, dem bäuerischen K r i c g ö m i n i sl e r i n m den Betrag von 25 OOO Mk. zur Besserung des Flugwesens im Heere und zwar besonders zu der Schassung eines Flughafens zur Pcriügnng gestellt. Ter Prinzreaenl hat die Gencbmigung zur Annahme der Spende er teilt. Tie hochherzige Strstnttg wird von der Heeresverwaltung mit ganz besonderer Genugtuung begrünt, lasst sie doch erkennen, dast es uns keuiesivegs an Mannern iehtl, deren nationales Gefühl zur praktischen Betätigung drängt Tic Anlage von Flughäfen verteilt int ganzen deutschen Lande, ist geeignet, das mili- lärische und das allgemeine Flugwesen einen guten Schritt vorwärts zu bringen. Tenn bic Flughäfen, die ja günstige Gelegenheit zum Landen, zur Einstellung von Flugzeugen und zu Reparaturen bieten sollen, ermöglichen eigentlich cm die Ausbildung von wirklichen Ueberlandsliegern, und gerade das ist dringend notwendig.
baltsplan siebt 29 500 Mark vor Tic Schillerspende betragt noä' 941,07 Mark Bis an) Professor Möbelt, bei eine Wiederwahl ablcpnie, wurde der bisherige Vorstand wtedergen ablt
IM 1244 1245 1254 1260 1261 1271 1272 1329 1337 1338 1340 1:346 1354 1357 1360 1365 1378 1396 1402 1428 1459 1465 1477 1492 1501 1518 1542 1607 1621 1642 1678 1716 1761 1783 1791
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Dienstag, 21. Mai 1912
Äotationlbrud und Verlag der Brühlfchcn Universität# - Buch- und Steiudruckeret.
R. Lange, Diesten.
Handel.
"Postscheckverkehr. Zum .Verzeichnis der Kontoinhaber bei den Postscheckämtern im Reichü-Postgebict" erscheint in den nächsten Tagen der 1. Nachtrag (Stand vom 1. Mai), der für 40 Psg. bei allen Postanstalten käuflich ist. Taö Verzeichnis selbst (Stand vom 1. Januar 1912) kostet 1 Lik. 60 Psg. Kontoinhaber erhalten Verzeichnis und Nachtrag nuf Verlangen von ihrem Postscheckamt unter Lastschrist des Preises; auch können sie sich den regelmästigeu Bezug des Verzeichnisses sowie der im Lause des Jahres erfcheineudeu Nachträge durch einmalige Bestellung bei ihrem Postscheckamte sichern
Märkte.
F.C. Wiesbaden. B lehh os-M ar k tb e rt ch t vour 20. Mai- Austrieb : Ninder 118 (Ochsen 70, Bullen 0, Kühe 48), Kälber 446, Schafe 28, Schweine 360.
Marktverlaui: Allgemein reges Geschäft; bei Großvieh Heber,taub, bei Schweinen und Kleinvieh geräumt.
PretS für 100 Psd.
‘U'Vn0*
Milchiw S SleltSe 80 wiche, Nmesser Tichci
Sport.
Frankfurt a. M, 19. Mai In her Zwischenrunde um die deutsche Fußball meist erschüft siegte heute nachmittag aus dem Plaße des „Frankfurter Fustballvrr- eins" der K a r 1 s r tl h e r Fußballverein mit 3 1 Toren (Halbzeit 2:0) gegen die Spiel-Bereinigung Leipzig
19. bis 20.
19. , 20.
Öcnrouk bkocher Sturmlaterne Halsband
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hessischer Rlchtertag.
Ter Hessische Nichtertag hielt am 18. Mai seine 13. ordentliche Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Oberstaatsanwalts von Hesscrt in Gießen ab. Tic Bersammlung war aus allen Teilen des Landes gut besucht. Als Vertreter des Justizministers war Get>eimcrat Dr. Best erschienen.
Aus dem Geschäftsbericht ist milzutetlen, daß schon lange alle hessischen Richter und Staatsanwälte mit verschwindender Ausnahme dem Verein angehören. Man gedachte der verstorbenen Mitglieder Landgcrichtsdireklor Zimmermann und Senatspräsident Schäfer. Mit Befriedigung kamt der Verein aus die lepte Justiz- bebaite der Zweiten Kammer zurückblicken, in der im Gegcn- ia» zu früheren Jahren dem benuepen Richlerstande nur Anerkennung gezollt wurde. Ter Ersten Kammer ist es zu danken, daß die, wenn auch praktisch nicht sehr bedeutungsvolle, so doch für die Richter immerhin schmerzliche Beschräittmig der Bewilligung von 15 Amlsrichterstelleii ans den Inhaber wieder be- 'ftitigt worden ist.
Heber die Besoldungsvorlage wurde einstimmig beschlossen: .
Ter Hessische Richterverein erkennt dankbar an, baß der Gesetzentwurf über die Tieilstbezüge der Staatsbeamten eine erhebliche Verbesserung des Tienstcinlommens und Erhöhung der pensionssähigen Beträge vorscklägt:
er erachtet eS für dringend geboten, daß zunächst auf Grundlage des Gesetzentwurfs sobald als möglich der Be amteiischait die schon io lange erwartete unbedingt notwendige Aufbesserung zuteil wird; ..
zugleich spricht er die zuversichtliche \xnmung aus, daß alsdann, möglidift noch un Laufe dieses Etatiahrcs, wie von der Regierung ui fkluSsicht genommen, eine organische Besoldungsreform zustande kommt, bei der auch die berechtigten Wünsche der Richter berücksichtigt werden.
Amtsgerichtsrat Müller Gießen sprach über Fragen der Strafrechtsreform und pellte folgende Leitsätze auf:
TaS Arbeilsl.aue ist als selbständige Straiart nut erziehlichem Tharalter für alle diefe Erziehung bedürftigen und ihr zugäng- amen Berbrecherkalegorien auszugestalten.
Tie Unterbringung in ein Arbeitsbaus oder eine -irinterbeu* »ustalt muß an Stelle jeder Art von Freiheitsstrafe treten formen.
Soll das Arbeitshaus der Erziehung aller Be,'erungsfahigcn hielten, jo ist die Befchränlung auf Stüdfälhgc zu verivenen.
Tie Versammlung folgte mit großem Jntcrene den Ausfuhr tungen des Redners, sah Aber von einer Abstimmung ube| die Ütiifäßc ab. . . .
Schließlich erörterte man noch die tyragc der o r t v 11 o u n g 81 r Richter, nut der sich der Verein fdwn mer.rrad) be'd anigt texte. Man war darüber einig, daß mehr wie bisher nir ine ö°rt» hUbung der Richter geschehen müße, hofft auf iinanzielle^uiiter- Itübung durch die Justizverwaltung, mit der nd) la auch der Mnanz^ awsschuß der Zweiten Kammer einverstanden erklärt hat, uns i'Ciprad) die verschiedenen Möglichkeiten der Fortbildung, wie Be iil) der rechts- und ftaatswisiemchaftlichen Kurie m Berlin, Koln mb Franlfnrt, Abhaltung besonderer Kurse etwa m Gießen und ItarmftQbt ober Veranstaltung Treier Besprechungen zivuchen Kaui- (einten, Jnbustrielien und Juristen, wie sie der Verein „Recht Md Wittsdiast" erstrebt.
Rad» mehr wie dreistündiger Tauer wurde die anregende Versammlung geschlossen. — Ein gemeinsames Miltaasmaht Mldete »sn Abid luß. — Tie nächste Hauptversammlung finbct in a.arm- :icbt statt.
Nr. Preis 3i,L 919
Z!ottenbund deutscher Zrauen.
~ Hildesheim, 19. Mai.
Tic 6. Tagung des Flottenbundes Teutscher Frauen, die in der alten Biidiosssiadt Hildesheim mit einer geschlossenen Tclc* gicrtcnversammlung begann, wurde abends durst) ein vom Lokal- fpnutcc gegebenes großes historisch# Marktsest cingelcitct. Heute mittag 12 Uhr sand die Hauptversammlung statt, zu der Telegierte von etwa 50 Ortsgruppen aus ganz Tcutidilanb erschienen waren. Besonder» stark vertreten waren bic Landesverbände von Sachsen und Bauern. TaS Reichsmarincami hatte als Vertreter den Kapitänlcutnant Humann entsandt. Nach Be- grüßungsansvrachen seilens dcS Vertreters der Stadt, Oberbürgermeister Tr. Erlicher, und des Vorsitzenden des hiesigen Flottcn- vercins, Tr. Striickmann, überbrachten die Vertreter der einzelnen Landesverbände deren Grüße.
Ten Hauptgegenstand der Beratungen bildete die Unterstützung dcS S c c m a n n s e r b o 1 u n g s h e i m s i it K l e i n - M a ch n o w bei Berlin. Tie Vorsitzende, Frl. Müller (Hannover, unterbreitete der Hauptvcriammlung einen Antrag des Zentralvorstandes, dem Seemannserholungsheim wie bisher jährlich 3000 Mark zu bewilligen, aber in der abgeänderten Form, daß man sich direkt mit den Marinestationen in Kiel und Wilhelmshaven in Verbindung setze, um erholungsbedürftige Seeleute aut Kosten des Flottenbundes nach Klcin-Machnow zu entsenden. Tic Summe wurde bisher aus 3 Jahre bewilligt, soll aber nach den neuen Bestimmungen nur jeweils aus ein Jahr bewilligt werden.
Tie Ortsgruppe Lübeck brachte einen Antrag aus Errichtung eines selbständigen Erholmigsheims ein, dieser Antrag wurde über, nachdem die süddeutschen Tclegiertcn lcbkxnt widersprochn hatten, mit großer Mehrheit abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag Hildesheim abgelehnt, der die Verwendung der vorhandenen Mittel unter Ausschluß des vorhandenen Fonds für Wohltätigkeilszweste, aber nicht für Kriegszwecke fordert. Tie Ortsgruppe Berlin beantragte die Bewilligung von 3000 Mk. auf 2 Jahre: dieser Antrag wurde aber abgelehnt und der Antrag des Zentralvorstandes mit großer Mehrheit angenommen.
Ter Antrag der Ortsgruppe Kiel, in Zukunft die Hauptversammlung nur alle 2 Jahre ftattfinben zu lassen, sand ebenfalls keine Annahme. Im Lause der weiteren Verhandlungen wurde betont, daß es nötig sei, daß der Flottenbund deutscher Frauen eine große Werbetätigkeit einzuleiten beginne, trotzdem gerade in letzter Zeit sich zahlreiche neue Ortsgruppen gebildet und besonders Jugendgruppen zustande gekommen sind. Ta im Juli d. Js. in Tüsseldors ein großer Marine-Kongreß ftatt- iinbet, zu dem auch Großadmiral v. Köster sein Erscheinen zugesagt hat, wird die Vorsitzende des Bundes dort vertreten sein. Als Ort der nächsten Tagung wurde Gotha bestimmt.
Höchste Temperatur am Niedrigste „ ,
Niederschlag: 2,0 mm.
8 129 105 52 72 63 113 35 53 11 91
109 13 55 110 112
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45 21
IM 30 126 107 124
97 102
16 17 130
Der Kampf um die preußische Wahlrechtsreform.
Berlin, 20. Mai.
Tas Haus und die Tribünen des preußischen Abgeord- netenhauses waren heute, da die Reform des preußischen Wahlrechts wieder einen Ruck vorwärts geschoben werden sollte, dicht besetzt Nur die Regierungsbänke waren leer Ern Beschluß konnte auch ohne die Regierung gesaßt werden. Leider ist dieser, um das Ergebnis vorweg zu nehmen, negativ audgcfallcn.
Drei Anträge standen zur Erörterung: ein nationalliberale und zwei sortschrittlichc. Ter Antrag der Nationallibe- ralcnjorberle die geheime und direkte Wahl unter Beibehaltung des LystemS eines abgcituitcn, plutokratische Auswüchse vermeidenden Wahlrechts und unter Beseitigung der Trittelimfl in den Urwahlbezirken. Ter volksvarteiliche Hauptantrag sorderte kurzerhand die Einsührung des Rcichstagswahlreststs mit gleich- zeitiger Aenderung der Wahlbezirke: in der Voraus,,cht, daß dieser Antrag keine Aussicht aus Annahme hat, forderte die Vollspartci in einem Eventualantrag das „allgemeine und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe In der Begründung des nationalliberalen Antrags schilderte der Abg. Tr. Lohmann eingehend die Mißstände, die das indirekte und ösfentliche Wahlrecht zeitigt. Er erklärte schließlich, daß seine Partei gegen den freisinnigen Hauptaiitrag, wohl aber, falls der Eventualantrag zur Abstimmung komme, für diesen stimmen werde, wobei er freilich bemerkte, daß unter allgemeines Wahlrecht nicht das gleiche Wahlreckst verstanden werde.
Die Stellung der fortschrittlichen Volkspartei, die Abg. Tr. Wiemer darlegte, ergibt sich aus den beiden Anträgen der Partei. Tast die Konservativen sämtliche Anträge aus Aenderung des Wahlrechts ablehitten, war zu erwarten. In der Begründung dieser Haltung zeigte aber Herr v. Heydebrand nicht allzu großes Geschick. Ter Grundton war wieder, dast das jetzige Wahlrecht gerade im Interesse des Mittelstandes aujrechterhalten werden müsse, eine Behauptung, die begreisliche Heiterkeit hervorries. Im übrigen roid) der konservative Führer dem eigentlid>en Thema säst ganz aus und erörterte Parteiverhältnisse, wobei er dem fortschrittlich-sozialdemotratischcu Wahlkompromist ganz be- ionbcrc Fürsorge widmete. Diese Taktik wurde hernach von den Schlußrednern der antragftcllcnbcn Parteien, den Abg. Tr. Friedberg und Pachnide bleuchlet.
Recht auffällig war die Stellungnahme der Freikonser- bativen, die wohl für eine Beseitigung der Trittelung in den Urwahlbezirken zu haben sind, nicht aber für das geheime und direkte Wahlrecht. Abg. Tr. Friedberg hielt dem Frhrn. von Zedlitz, der diesen Standpunkt zum Ausdrud brachte, den Widerspruch mit früheren Kundgebungen entgegen. Genau umgekehrt war der Standpunkt des Zentrums, das durch den Abg. Herold heute Farbe zum geheimen und direkten Wahlrecht bekennen ließ, wobei freilich an der Hand der genauen Mstim- mungslifte eine Nachprüfung angebradst fein dürfte; dagegen wandte fid) das Zentrum wie früher schon gegen die Beseitigung der Trittelung in den Urwahlbezirken Die Begründung, daß diese Driltelung gerade im Interesse des Mittelstandes ausrecht erhallen werden müsse — sie hatte auch Herr p. Hehdebrand in Anspruch genommen —, führte später der Abg. Tr. Friedberg ad absurdum, indem ev nachwies, daß gerade die Interessen des Mittelstandes eine Trittelung in der Gemeinde erfordern.
In der Abstimmung wurde zunächst der fortschrittliche Hauptaiitrag in beiden Teilen abgelehnt, ebenso der nationallibe- rale Antrag. Tie Abstimmung über den sortschrittlichen Eventualantrag war ii a m e n 11 i d): von 347 Abgeordneten stimmten 188 gegen, 158 dafür, cfn Abgeordneter enthielt sich der Stimme.
Danad) vertagte sich das Haus.
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s-zSrlB
56631
Ochsen« vollfleifchige, ouSgemästete. höchsten Schlachtwertes un Alter von 4—7 Jahren ... Die noch nicht gezogen haben (uugejocht) . . Junge, fleischige, nicht auigemäftcle und ältere aulgemäftete Bull en.
LollfieisHlge, auSgew, höchsten Schlachtw. . . Lollfleischige, jüngere ßärj eit, Kühr.
Vollfle,schlge autgemäflete Färsen höchsten Schlachtwert«»
VoUfteischige ouSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes dis zu l Jahren ....
Wenig gut entwickelte Färsen Aeltere ouSgemästete Kühe und ivenig gut ent- wickette jüngere Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen ....
Kal u cc.
Feinste Masttälber UJliUlett Ataft- und beste Saugkälber .... Genugere Atast- und gute Saugkälber . . . (Geringere toaugtalbec Schweine.
Dollfletfchtge Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht .....
VoUfleischtge Schweine unter 80kg Lebendgewicht Vollsteischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht .............
Vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht ..............
Zweiter Blatt 162. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesjen
Rhein-Mainischer-verband für Dolfsbilöung.
h Frankfurta. M., 19. Mai. Ter „Rhein-Mainische Verband für Volksbildung" hielt heute seine Jahresversammlung ab. An Stelle des erkrankten Vorsitzenden Professor K o b c l t - Schwanheim a. M. leitete Tr. Ernst Kahn- Frankfurt a. M. die Konferenz. Zunäckst't fprad) Rechtsanwalt Sturmfels -- Groß-Umstadt über „Tas Vereinswesen der Torfer und Meinen Städte und sein Verhältnis zur V o l k S k u 11 u r". Ter Redner führte aus, daß die Methode der Volksbildungsarbeit auf dem Lande wesentlich anders als in der Stadt fein müsse. Tort kann nur die Praxis entscheiden und nicht die Schablone. Ein in Stadt und Land weitverbreftetes übermäßiges Vereinswesen steht dem Verbände außerordentlich hindernd gegenüber. Mittel zur Förderung der Volkskultur sind Erziehung der Vereinsmitglieder zu praktischer Arbeit, die Jugend- pilegc au» "durchaus neutralem Boden, Organisation und persönliche Arbeit. An der Tebatte beteiligten sich Geschäftsführer Volk- Frankiurt, Rechtsanwalt Hainmacher-Jdstein, Pfarrer Sie. Fuchs- Rüsselsheim, Tr. Eppstein-Franksurl Stein-Psungstadt, Wir- belauer-Eronberg, Reines-Ossenbach, Pfarrr. Küster-Höchst, Tr. Marcus-Franksurt und der Vortragende. Geschäftsführer Volk erstattete den Berickst über die Arbeit des Verbandes. Tem Verbände waren am 1. Mai 1912 angeschlosfen 233 körperschaftliche Mitglieder und 612 persönliche Mitglieder. Aus Gießen ist der Lesehallenverein angeschlossen, ferner aus Butzbach der Volksbildungsverein, aus Gedern der Volksbildungsverein, aus Griedel der Leseverein, auS Hungen der Bczirkslehrervcrein und der gemeinnützige Verein, aus Klein-Linden die Vereinigung für Volksbildung, aus Lauterbach die höhere Bürgerschule und der VolkSbildungsverein, ferner Vereinigungen aus Lich, Nidda, Obcrrosbach, Reichelsheim, Rendel, Rödgen, Schotten, Steinbach, Albach, Steinfurth und Vilbel. Tie körperschaftlichen Mitglieder verteilten sich auf: Hefsen-Nafsau 81 Orte, Rheinprovinz 17, Hessen 120, Baden 8, Bayern 6, Oldenburg (Birkenfeld) 1, zusammen 233 Außerdem sind in etwa 100 Orten noch zahlreiche Einzelmitglieder vorhanden. Während des VerbandsiahreS sind 12 Vereine ausgetreten und 9 haben sich aufgelöst. Neu hinzugekommen find 39 körperschaftliche Mitglieder, namentlich aus Hessen und Nassau. Unter den Neuzutritten ist besonders erwähnenswert, daß sich darunter zahlreiche Vereine mit bestimmter politischer oder religiöser Tendenz beteiligten. Tie Zahl der gehaltenen Vorträge betrug 465. Ferner wurden Tiskussions- und Leseabende in 11 Orlen abgehalten. Hervorragende Erfolge in dieser Beziehung hat Hungen ausznwcisen. Auch die Zahl der Lehrgänge und U n t e r r i ch t s k u r s e ist gestiegen: z. B. die Stenographie-, Sprach-, Koch-, Näh-, Seesischkod)-, Geschichts-, Buchsührungs und Flick-Kurse. Von hervorragender Bedeutung und Wirksamkeit ivarcn bic Volksuntcrhaltungsabcnde und Konzerte. Letztere finden regelmäßig statt in Frankfurt, Wiesbaden, Worms, Mainz und Höchst a. M. Großer Beliebtheit erfreuten sich die ft üben- tischen Unterrichtskurse in Gießen Neu aufgenom men finb kinematographische Aufführungen Tas Vcrbanbsthcatcr gab mit wachsenbem Erfolge in 65 Ortschaften 166 Vorstellungen. 71 Vereine würben mit Büchern versehen, 45 Wanberbüd'ereien sind in Benutzung. Turch die VcrbandSbnckhandlung erhielten 180 Verkaufsstellen 8000 gute Schriften. In Hungen, Friedberg, Tillenburg, Trcicichen- ham, Lauterbach, Schwanheim, Rüsselsheim und. Niedernhausen entstanden Heimatmuseen; im Entstehen sind solche in Braunfels, Idstein, Wallerstädten, Bischofsheim und Pfungstadt. H e i m a t a u s ft e 11 ii n g e n veranstalteten Lichtenberg und Kelsterbach. Ferner sandte der Verband 100 Arbeiter zum Studium der englischen Arbeiterverhältnisse nach England. Neuerdings wird die Jugendpflege eitrig gefördert. Tic Besprechung des Jahresberichtes behandelte vor allem die Vermehrung der Lichtbilder, bte Verbindung der Jugendpflege mit den Bolksbil- bunge-beftrebungen unb bic Ausbehnung ber Arbeit auf bas flache Land. Eingehend wurde sodann der T h e a t e r b e t r i e b besprochen und der Sp.clplan für das kommende Winterhalbjahr erörtert, auch die Smelhonorarc erfuhren eine andere Regelung, ebenso die Beiträge von den Körperschaften und Einzelmitglic- bern. Tie Abrechnung ber Verbanbskassc ergab für bas verflofsene Geschäftsjahr^^999,03 Mark: zur Teckung ber Minbereinnahme mußten bei Schillersoendc 3000 Mark entnommen werben. Ter Voranschlag für 1912—1913 sieht 47 650 Mark Einnahmen unb Ausgaben vor. Tas Bcrbandstheatcr hatte im vorigen Jahre 29013 Mark Ausgaben unb Einnahmen, ber biesjährige Haus-
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