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23.1.1912 Zweites Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweites Blatt

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6r1d)etnl tlafld mH UuSnohme deS Sonntags.

General-Anzeiger für Gberhesien

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b e 11 i i d) e T . nserlnnen Ganz Paris fleht im feiert am 24. Jaru Streifes Des U-orpö de ballet. Lange Zeit hindurch war Oswald Achenbach.

fr. Rebellische 2"

Zeichen des

^anos

Flasche 85 Pjg.

Tie Sd)iuetj . . . diußlanö . . . . Vereinigte Staaten, tjranheid) . . . . ItiTOBbriiannien . .

Literatur. ,

Argentinien, Brasilien und Chile mit einer Bevolferung von zusammen 25 674OOU beziehen 5 Mal soviel deutsche Bücher als Spanien mit 18 618 OOc) Einwohnern.

Tie Schlüsse, bte sich hieraus ergeben, liegen auf der Hand. Wir sehen deutlich, wohin die Ströme deutscher Gedanken gehen, die aus der Buchliteratur quellen. Wir sehen, in welchen Lan­dern die Erzeugnisse des deutschen Geistes am meisten begehrt und in welchen sie wenig gejucht werden. Wir sehen aber vor allem, daß nicht nur die Lander germanischen Ursprungs, son­dern die mit einem ansehnlichen Bruchteil deutscher Bevolterung: Oesterreich-Ungarn, die Schweiz, Rußland und die Bereinigten Staaten von Nordamerifa durch das deutsche Buch in engster Ge- dantengemeinschaft mit dem Mutterlande stehen. Bekanntlich ist die Erzeugung an Werfen der Literatur in Deutschland allein

Dienstag, 25. Januar 19(2

RoianonSdrua und Derlaq der Crüblichen Umoerniäls Blich- und Stetnöruderei.

9L Lange, Öicsen.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Ter Landschaftsmaler Albert Arnz in Düsseldorf feiert am 24. Januar seinen 80. Geburtstag. Er ist Schüler von

Redaktion, Erveduion und Druckerei: Schul- strage 7. krved non undBerlaq; fcnN 6L Redaktion. ^»Al12. TeU-AdraAnzeigerGieven,

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DieGletzener ^emlHenblätler* werden dem ,<ln«e»aer^ etenna! wöchentlich beigelegt, bat Kretsblatl Iflr 6<e Krd« Stehen" trorunal wöchentlich. Dteravdwirtfchaktltchen 3tlt» kragen" erscheinen monatlich irocimoL

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Die Schweiz, Schweden, Norwegen, Dänemark und die Nieder» lande nahmen, obwohl sie nur insgesamt 18 375 000 Einwohner zählen, für 12 234 000 Mark dculsdic Bucher aus, während Frank­reich nut einer mehr als doppelten Bevölkerung 39 2o2üOO Einwohner deutsche Literatur nur zum ungefähr s e ch ft e n Teile dieser Summe taufte. Sind hiernach die germanischen Länder ohne England mehr als 12 Mal so stark am Bezüge des Deutschen Buchs beteiligt als unser westlicher unmittelbarer Grenznachbar, so nimmt Schweden, dessen Einwohnerzahl sich zu derjenigen von Großbritannien verhält wie 1:8, nahezu dieselbe Zahl deut­scher Bücher auf wie England, Schottland und Irland. -Spanien bezieht nur für 18u OoO Mark, Iapanfür 818 OUO Mark deutsche

Tie amtliche Statistik des Deutschen Reichs gibt für einen überaus wichtigen Teil unserer nationalen Stillung, den deutschen Buchabsatz neuerdings Aufschlüsse, welche dte höchste Beachtung verdienen. Ter deutsche Buchhandel versandte, wie dieMit­teilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland" berichten, in solche Länder des Auslandes, bei denen der Ausfuhrwert min­destens 120 000 Mark erreichte, im Jahre 1010 Bucher im Ge* samtwerte von 51017 000 Mark. Davon erhielten: Leiterreich-Ungarn . .

der Rückgabe der ausgelieferten Reisenden eine baldige Re­gelung der Streitfrage erfolgen werde. Tie Rede des Mi­nisterpräsidenten wurde überhaupt mit ungewöhnlich ein­mütigem Beifall ausgenommen, und der versöhnliche Schluß­satz rief sichtlichen Eindruck hervor.

Paris, 22. Jan. Wie der Agenee Havas aus Rom von besonderer Seite gemeldet wird, hat die i t a l i e n i s ch e Regierung der französischen vvrgesch lagen, alle mit der Beschlagnahme derEharthage" undManuüa" zusammenhängenden Fragen dem Haager Schieds­gericht zu überweisen

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Wirfl. Geheimrat Dr Kirchhoff und die hessischen Lisenbahnfinauzen.

Wir erhalten folgende Zuschrift:

Aus der Feder des Wirkt. Geh. Rats Dr. Kirchhoff, eines an den gesamten Einigungsmaßnahmen im deutschen Eisenbahnwesen, insbesondere also auch am preußisch-hessi­schen Lisenbahnvertrag bekanntliid in erster Linie beteiligten Beamten, ist vor kurzem ein Merkchen über die deutsche Eisenbal-ugemeinschaft (Stuttgart-Berlin,I. G. Cotta s Nachf.) erschienen, das bereits an vielen Stellen eine her­vorragende Beachtung gefunden hat.^ In Hessen sollten namentlich diejenigen Abschnitte der Schrift eine besondere

htung erfahren, in betten sich der Verfasser mit den hessischen Eifenbahnfinanzen befaßt.

In dem jüngsten Verlauf der hes.ischen Finanzschwierig­keiten erkennt Dr Kirchhoff genau die Entwickelung wieder, die auch [ein Heimatstaat Preußen infolge der gleichen Verhältnisse und der gleichen Fehler in der Finanz- gebarung erleben mußte. Hier wie dort habe man allzu­sehr auf die hohen Eisenbahnerträge an sich und für die Deckung der allgemeinen Staatsbedurfnisse gebaut. Und wie dort, so erschalle auch jetzt in Hessen der zweifache Ruf: Sparsamkeit und Schuldentilgung!" Wahrend aber Dr M irchhoff in den ersteren nicht laut genug einstimmen kann, lr*arnt er andererseits vor einer mechan.scheu Inszenierung eines rein schematischen Tilgungsverfahrens mittelst bei Eisenbahnüberschüsse. Er stellt hier den 1 ich er zuerst etwas paradox klingenden Sav ans:Zum ier Vermögens irhaltung bedarf es bei den Eisenbahnen Überhaupt keiner Tilgung". Begründet wird dies Wort damit, daß es ganz unzutreffend fei, von einem raschen Verschleiß der aus An-

en beschafften Fuhrwerksparks und Bahnanlagen zu s.!rechen. Weder auf Grund und Boden, noch auf die Kunft- 1 nuten, noch auf die Betriebsmittel, die Gebäulichteuen ' uh Bahnanlagen treffe dies zu, da jene a u s dem lau­se n d e n Etat musterhaft erhalten und diese auS den gleichen Mitteln erneuert, ja bei Objekten bis zu 1Ü0 000 Marl sogar ergänzt würden. Setze man hier Mil einer Tilgung ein, so fchafse man eine Ainortisation eines rollig unabgenützten Verm<gcnstcils. Zur Erhaltung drs iüi Eisenbahiibeiitz inveftierten Vermögeits bedürfe eS al|ü tnt Hessen, wie sonst wo, einer Tilgung nicht. Eine solche fei, zum ausgesprochenen Zweck der Vermögensverwahrung, nnelmel)r nur dann gerechtfertigt, wann und insoweit Geld­mittel dafür frei verfügbar seien. Jedenfalls aber fei es eine falsche Finanzpolitik, durch Tilgung zu Gunsten bei Ankunft die Gegenwart mit Steuererhöhungen zu belasten

Geheimrat Kirchhoff warnt jedoch nicht lediglich, et negiert nicht nur. Von der Erfahrung ausgehend, daß, - genau wie in Preußen auch in Hes,en die Finanz- Librangnid im Ende nur aus dem schwaiitenden Charakter her Eijenbahnerträge beruhe, zeigt er zwei nebeneinander hcrlaufende positive Wege, wie Hessen aus e i - gener Kraft zu einer nachhaltigen Sanie­rung feiner Finanzen gelangen rönne. Von i.inen liegt nun allerdings der eine außerhalb der un­mittelbaren Zuständigkeit der Regierungsfaktoren Hessens, na ml ich der Vorschlag, die jahrzehntelang geübte Be- I Innung und Erhaltung reicher latenter Reserven im p r c isch-h es s ischen Eifenbahnorganismus ivjeder aufzunehmen. Die in guten Jahren an den bereit- gc stellten ttnierhattungsmitteln erübrigten Gelder sollten i and) fernerhin, wie eheoem, nicht als Ersparni,,e den Be- ditrsnissen anderer Verwaltungen geopfert, fondern als Etatsverstärtungen auf die folgenden Jahre übertragen werden, um so der Eisenbahnverwaltung bei unvorher­gesehenen Zufällen und Verlegenheiten als Ressourcen zu Dienen. Den zweiten Weg hat man in Hessen schon 190-1

Natur. Shakespeare, der von der Sache bekanntlich etwas verstand, rät (in Hamlet III, 2) seinen Schaufpieter-Kollegen Mäßigungselbst im Wirbelwind der Leidenschaft". P.

ff Die Glocke der Bartholomäusnacht, die das weltgeschichtliche blutige Ereignis am 24. August 1572 cinläutete, und die Verschwörer zuf'ammenrief, ruhte dis vor einigen Jahren in der Reliquienkammer der Eomsdie scaneaise. Daß bie denk­würdige Glocke erhalten geblieben i|t, hat fie wohl nur dem Dichter Marie-Joscph Ehenier zu verdanken. Um die Szene der Bartholomäusnacht in seinem durch seine aufrührerischen Ideen Aussehen erregenden Drama:Charles XI." wirklich naturgetreu darzustellen, erbat sich Ehenier sie zur Urausiührung im ^aljre 1789 Dieser Umstand rettete ihr dasLeben" und verhinderte, daß sie, wie so viele ihresgleichen, ebenfalls zu Kanonen um- geqoffen wurde. Sie blieb im Besitze des Theatre sraneaife, und in der Folgezeit wurde sie vornehmlich dazu verwandt, in Hinrichtungsszenen das letzte Stündlein etnzuläuten. L>o kündete sie z B. inMarion Telorme" die Hinrichtung von Dwter

und Sao ernt) an. __.

Französische Forschungen tn Su dm a r ok kv. Das französische Ehepaar Ladreit Lacharriöre hat un Som­mer 1911 das Susgebiet im südlichen Marokko bereift, das es als Kornkammer bezeichnet, da alle Arten Getreide und Lbftbäume Dort vorzüglich gedeihen; es bedürfe nur, den inneren Streitig­keiten ein Ende zu machen, um den Anbau in sichere Bahnen zu leiten und eine bedeutende Ausfuhr zu erzielen. NachPeterm. Mitteilungen" widmeten sie besondere Aufmerksamkeit dem Ober­lauf des Sn», dem Ras-el-Uöd, der von Berbern und Arabern bewohnt ist. Die Pariser Geographische Gesellschaft bereitet die Entsendung einer größeren wissenschaftlichen Expedition nach Ma­rokko vor, die auch das Vorkommen abbauwürdiger Mineralien und Erze im Atlas untersuchen soll.

Eine Stiftung zur Förderung deutscher Kultur in Amerika. Aus Neuyork wird berichtet,: xer bekannte Neuvorker Finanzmann und Bankier Jakob H. Schiff hat der amerikanischen Cornell-Universität eine Stiftung von 400 000 Mark überwiesen, die dazu dienen wll, deutfche Kultur und deutsch Geisteswissenschaften bei der akademischen engend Amerikas zu fördern. Die Art, wie die ausgesetzte Summe ange­wandt wird, bat Schiff nicht näher bestimmt und den Umver- sitätsbehörden überlasten. Die Fakultät wird in den nachften Soeben zusammentreten, um darüber zu beraten, ob neue Lehr­stühle errichtet werden, oder ob die deutsche Abteilung der Cornell- Universität vergrößert werden soll.

die Gefügigkeit des Balieteusen nahezu sprichwörtlich. Allerdings gab es auch in früheren Zeiten rebellische Tänzerinnen. Es handelte ftch damals iedoch mehr um Lannen derPrimavallerinen", die, wenn sie sich beleidigt fühlten, oder man ihnen nicht genug entgegen­kam, einfach nicht auftraten. Bekannt ift der Streik der be­rühmten Tänzerin Guimard im Jahre 1781. Fräulein Guimard nahm das Recht der unumschränkten Herrscherin des Ballets für ftch in Anspruch. Nicht der Direktor der Oper, sondern sie ver­keilte die Rollen an ihre Kolleginnen. Als eines Tages ihrem Vorschläge nicht ftattgegeben wurde, inszenierte sie kurzerhand einen Streif, und brachte den Direktor der Oper Dauvergne zur Vev- zweislung. In einem Berichte an den Minister schreiot Dauvergne uoer die rebellische Tänzerin:Sie oerbreitet im Corps de Ballet republikanische Ideen. Sie will bestimmen, welche Opern gespielt werden sollen; sie ändert ja sogar das Programm manchmal iu Der letzten Minute. Ihre Wohnung ist der Herd aller dieser umstürzlerischen Ideen. Dort werden die Rollen verteilt, ganj nach Belieben, ohne daß ich irgend welchen Einfluß oder die ge- geringste Ahnung davon habe." Man sieht, derStar" war all­mächtig, und zwei Jahre hindurch brachte fie all ihre Borgefetzt en bis zum Minister hinaus zur Verzweiflung. Selbst der große Brand der Opern im Jahre 1781 konnte den Groll Fräulein Ginrnards nicht besänftigen. In dem neuen Heime roeigerte |ie sich einfach, zu tanzen, und verlangte die unmöglichsten Ab­änderungen. Wohl oder übel mußte man aus die Forderungen des. Lieblings von ganz Paris eingeben, und so endete der zwestährige Kamps mit dem Siege der Primaballerina. Fräulein Bigottins kam im Jahre 1806 als einfache Statistin an die Pariser Oper. Tank ihrer Schönheit gelangte sie aber bald zu großem Einfluß. Als sie eines Tages eine andere Tänzerin vertrat, gewährte ihr Der Operndirektor in seiner Gutmütigkeit eine kleine Zulage. Das bildete jedoch für die Tänzerin den Anlaß, ihr Auftreten fedesmal von einer Gehaltszulage abhängig zu machen, und mit Hilfe mäch­tiger Freunde setzte sie ihre Wünsche stets burd). Einer anderen Tänzerin, Clotilde Malfleuroy, mußte der Direktor stets, wenn ihr Name auf dem Programm stand, ein in äußerst höflichen Tönen gehaltenes Schreiben zusenden, in dem er die ergebene Bitte aus­sprach, gütigst auftreten zu wollen. In einem Briese versicherte er z B, daßihr Auftreten nicht allein die Zahl ihrer Verehrer ver­vielfältigen, sondern auch seine Kasse hüten mürbes. llebrigcn^ war Fräulein Clotilde auch sonst sehr eigensinnig. Sie tanzte das, was sie wollte, unb als der Direktor sie einmal höflichst ersuchte, programinäßig zu tanzen, da schwor sie das <yräulein ihm beiihren Kindern" blutige Rache.

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Unsere öühnen-Akuslik.

Gießen, 22. Januar.

Die folgenden Auslassungen unseres Musiitriltlers [aßen bereits gestern vor, tonnten aber wegen Raummangels >eift heute veröffentlicht werden. D. Red.

In meinem Bericht über den Wohltätigkeitsabend des Autonwbillluds waren ein paar Worte eingeslochten über die Akustik unseres Theaters und über das undeutliche Sprechen mancher Bühneutünstler. Dies hat zu weiteren Er­örterungen Anlaß gegeben (vgl. die Einfeiidung in der Samstags-Nummer). Um bei der Kürze jener gaiig bet- läufigen Bemerkung nicht mißverstanden zu werden, möchte ich hier noch einiges ausführen. Ich sehe den Hauptgrund des Hebels denen Vorhandensein ja kaum geleugnet wer­den kann nicht etwa in einer MindermerJb^tt unseres Bühnenpersonals; wir haben eine ganze Reihe begabter unb achtungswcrter Kräfte. Es scheint mir viel mehr eine üble Gewohnheit und eine zu weitgehende Konzession art den Realismus" der Bühne zugrunde zu liegen, ^er Schau- fpieler spricht ja zweifellos unter ganz anderen und für wie Verständlichkeit ungünstigeren Bedingungen als der Rezitator; er kann sich nicht auf gemächliche Monologe be­schränken, er muß in den erregtesten Gesprächen und Masse- Szenen Tenipo einhalten, er muß in modernen Etüden oft flotten Konversationston anschlagen usw. All das ist nicht zu inversesten. Daneben aber liegt sicherlich oft eine grund­sätzliche Ueberschätzung und Uebertreibung des notwendigen Bühnen-Realismus vor man kann sich gar nicht genug t un, um ja rechtnaturgetreu" oberlebensvoll" zu sptelen. Da> ül).t z i einer Perlenaung der Grenzen -wissen Buh ie mnd Wirklichkeit. Im Leben mögen ja solche halbverftand- liiche Ge,ptacpe und turbulente Lz^uen ofi genug nortommen; d.as künstlerische Abbild des Lebens, das uns die Buhne giewähren soll, muß von solchen tlnzulänglichteiten ge- t rinigt, es muß den Bedingungen der K u n ft angepaszt, es Muß einigermaßen stilisiert sein. Und erstes ixrforbernty jotber Kunst ist darin habe ich die Mehrheit des Publikums jncher auf meiner Seite, daß fie unseren binnen zugänglich iiir, erst dann kann sie überhaupt erfaßt und genossen werden. Was Hälse mir z. B. ein GemäldeGießen bei Nacht', das . sionaturgetreu" wäre, daß man kaum etwas sähe als eine schwarze Fläche ? Also, bitte: Maßhalten im Realismus! Las Heil der Kunst liegt nicht im Photographieren der

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i VereinGabelsberger voä),d.Ll.Jan.lSft ereinsabend. chzü lerstaglbisOrir Heekoml

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Ein neuer Umschwung in China.

Nach einer Meldung derTimes" aus Peking zufolge weist die Lage eine bedeutende Veränderung auf. Sunna tjen macht die von ihm eingegangenen Ver­pflichtungen rückgängig, augensmeinlich überzeugt, daß V) u a n f d) i t a i die diktatorische Gewalt er­streb t. Sunhatsen forderte am Samstag telegraphisch, daß icinc provisorische Regierung un Norden errichtet werde, Yuanschilai solle in die republikanische Regierung nicht ein- treten, bevor die Machte sie anerkannt hätten und der Thron solle durch Abdaiuung die Gewalt direkt auf die republika­nische Regierung in Nagling übertragen.

Die Schwierigkeiten für Huanschikai werden vermehrt durch den plötzlichen Frontwechselvieler M a n d s ch u s. Der Mandschu Tichlang, der frühere Kriegs- minifter, der als Hauptgegner Puanschikais im Jahre 1908 d e ff en Sturz herbeisührtc, ist nach Peking zurückgetehrt.

Vie Verbreitung Se; deutschen Such; im Auslande.

oder leider erst 1904 beschritten: Tie Bildung i eines Ausgl-ichsfonds. Hier tritt Kirchhoff auf Grund der Erfahrungen in Preußen, Württemberg und Hessen energisch dafür ein, einen solchen Fonds unter allen Umständen ausreichend leistungsfähig zu gestalten. Weder die vier Millionen Mart des Gnauthschen Entwurfs, noch die sechs Millionen des neuesten Gesetzesvorschlaas reid)en nach seiner Auffassung aus. Er fordert eine Auffül­lung bis z u zwölf Millionen Mark und zwar dies nicht in endlosen Fristen, sondern recht schnell!

Zu einer eingehenden Erörterung und Kritik der Kirch- hofsscheii Aussühiungen ist hier nicht der Raum gegeben, es mag der Himveis auf das folgende genügen: Ter Mei. nung, baß der Tilgung der Eisenbahnschuld aus dem Wesen des daraus erworbenen Besitzes und den tatsächlichen Ver­waltungsgrundsätzen der preußisd)-hesjischen Eisenbahn- gemeinsd-aft heraus eine Begrenzung erwachsen solle, kann Die Berechtigung nicht versagt werden. Eine Amortisation muß und darf nur insoweit cintrcten, als es sich nm aus An­leihen beschaffte Betriebsmittel handelt, soweit sie nicht auS dem lausenden Etat unterhalten werden, und um An­lagen (Gcbämichteiten und Bahnbauten, die ebenfalls nur aus geliehenem Geld erstellt sind, soweit sie tatsächlich um­laufende Werte dar stellen. Welcher Teil der hessischen Eisen­bahnschuld also von der Tilgung auszunehmen bleibt, ist eine Frage rein tatsächlicher und kalkulatorischer Unter­suchung. Tie Entscheidung über dielatenten Reserven" liegt in Berlin: Hessen wird sich hier nur, wenn überhaupt erforderlich icgen eine Uebcrjpannung dieser budgetrecht- lid) nid . ganz unbedenklichen und finanzpolitisch nur in engen ( enjen berechtigten Tendenz sichern müssen. Und endlich ist die Frage zu prüfen, ob mit der von Geh. Rat Kirchhoff geforderten Hohe des Ausgleichsfonds von zwölf Millionen Mark nicht doch einAllzuviel" geschieht. An­gesichts des hessischen StaatsvoranfchlagS für 1912 unb pes neuen Tilgungsgesetzes aber sollten die Gedanken und Anregungen eines Kirchhoff in der breiten Öffentlichkeit .ebenfalls nicht ungelannt, bei allen entscheidenden Faktoren nicht unberücksichtigt bleiben!

Lin Zwischenfall der Lharchage unö llianuba in der sianzösischen Kammer.

Paris, 22. Jan. In der heutigen Sitzung der Kam­in er sprach Laroche über bie Zwischenfälle derChar- lhage" undMaiiuba" unb sagte, solche Vorkommnisse seien unerträglich. Tie Blicke richteten sich auf den Haager Schieosgerichtshof (Protestrufe), aber da vor Abmuf ein cd Monats der Sprnd) nicht gefällt werden könne, dürf­ten bie Türken nicht in Haft behalten unb französische Schiffe .licht noch weiterhin mit Befchlag belegt werden. Man müsfe Die Wiederkehr solcher Ereignifie vermeiden und eine glän­zende Genugtuung erhalten.

Die gereizte Stimmung, die in der Kammer in Deputiertentreifen gegen Italien herrscht, kam sowohl m den Reden der Deputierten Laroche, Bienaime unb Guer- nier, wie and) in ber Rede des Ministerpräsidenten zum Ausdruck. Die Bemerkung GuernierS, baß die Prüfung, welcher die türkischen Rei,enden von den italienischen Be­hörden unterworfen werden sollen, eine Beleidigung Frankreichs darstelle, fand stürmische Zustimmung. Die Mitteilung des Ministerpräsidenten, ber fran- französische Geschäftsführer in Rom habe infolge ber Erklä­rung der italienifchen Regierung, baß die türtifchen Reisen- ben und Offiziere auf Grund der Konvention vom Jahre 1889 als Kriegsgefangene anzusehen seien, den Konsul in Cag­liari angewiefen, die Türken auszuliefern, verursachte großes Befremden unb mehrfache Ausrufe beS Un­willens. Einen Beifallssturm erweckte bie mit Nach­druck abgegebene Erklärung Poincares, er hoffe, baß nach

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