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Sechstes Blatt
162. Jahrgang
Gießener Anzeiger
Erscheint t8gn<6 mtt Ausnahme lefl Lonnla-L.
General-Anzeiger für Oberheffen
tu „Oletzener LmnIllendlStler" roerben dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich deigelegt. bn« „Krtiiblatt für dev Kreis «letzen" tn>etmal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Samstag, |8. Mal |9(2
R*fottonlbrucf and Verlag der Br ü hl'schen UnantfuM • Buch- und Steindruckeret.
9t Lange. Vielen.
Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul» strotze 7. Expedition und Verlag: eagt 6L Hebaftiorce^ 118. Del.-Adr^Anze«gerGietzen.
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nulijitiniW ition des oberen Teiles rsheim erforderlichen M n öffentlich vergeben wck cbeitSbefchrcibungen und . ihrend den 5)icn|l|iunben: z Unterzeichneten lRegiem- ilipP'Platz 3, Zimmer Erböte, deren Unterlagen « llungskoften abgegeben we:. zmiiS, »»«.lot „p,°ch-»d-- MM ;en abzugeben.
:et den Bewerbern bleibt' rift 2 Wochen.
Mai 1912.
h, Kreisbauinfpektor.
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Ter Uhr.
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hessische tandwirtschastskammer.
T a r m st a d t, 17. Mai
Vorsitzende Haas eröffnet die Sitzung um 1O.3O
in Gunst zu bringen. Bisher vergeblich. Sogar soweit ist man gegangen, da st man angefangen hat, die Haare vorn, über der gtirn, auszutürmen, aber diese Versuche haben noch feinen An- Hang gesunden: sie haben immer das Bedenkliche, daß sic dem Stopf eine nicht ansprechende pyramidale Form geben.
— Blumen auf das Wellengrab Eine ergreifende Trauerfeier spielte sich vor einigen Tagen an Bord des Dampfers Germania ab, als dieser in die Nähe der Stelle kam, an der Die „Titanic" gesunken war. Unter den Passagieren befand sich Mrs. 3. L. Loring, deren Gatte, fick unter den Cpfcrn des Unglück befand. Sie brachte von London, wo fie aufgebrochen war, um das Grab ihres Gatten zu sehen, einen Immvri.l e.ikranz und eine Menge Blumen mit. Als fie an der tlnglücksstelle an- gekommen waren, hielt das Schiff und Mrs. Loring warf den ztranz und einen Arm voll Blumen hinunter in das leuchte Grab zur Erinnerung an ihren Gatten. Tann wurde sie ohnmächtig. Tic 500 Passagiere des Schiffes wohnten dieser eigenartigen Trauerfeier bei: sie standen alle mit gebeugten Häuptern, die Manner ohne Hut und viele Frauen weinten. Mrs Loring war nur kurze Jeit mit ihrem Manne verheiratet^ sie ist die Tochter des polnischen Violinvirtuosen Wieniaivski. Tie Germania sichtete auf ihrer Fahrt eine Reihe von Eisbergen südlich vom Grab der Titanic. Tie ganze Kundgebung und die klare, kalte Nacht, alles war geeignet, bie Erinnerung an das furchtbare Unglück lebendig herauizudeschwören, als die lautweinende Frau ihre Blumen in das unendliche, in so schauerlicher Ruhe da- licgenSe Wellengrab warf.
ff. Warum die Frauen hohe Absätze tragen. Sir James Erichton Browne hat sich kürzlich über dieses so anziehende Thema ausgelassen und zwar in einem Vortrag über — Minbet» erziehung. Er betonte, daß zwischen dem männlichen und weiblichen Körper Verschiedenheiten existierten, die den md ten Menschen wohl unbekannt sein dürften So wüßten denn auch wohl nur wenige, dast die Fustsohle des Mannes eine gröbere Laibung zeige, als die der Frau. Um Diesem Schönheitsfehler ab;uheli'en, trüge die Frau mit Vorliebe hohe Absätze, während der Mann dieses nicht nötig Habs.
Ter Vorsitzende begrüßt zunächst die Mitglieder der Kammer und die erschienenen Regierungsvertreter.
Als Stimmzählcr werden berufen die Mitglieder Tr. Tehlinger-Weilerhof und Stauffer Wachenheini: als Schriftführer werden die Mitglieder Biehl und Elbach gewählt.
Es wird sodann die Mitgliederliste verlesen. Anwesend sind 43 Mitglieder.
Ter Vorsitzende ipridn der Zweiten Kammer für die Ueberlassung des Saales den Tank aus.
Mitgl. Eibach schlägt die Wahl des ersten Vorsitzenden durch Akklamatioii vor.
Ter bisherige Vorsitzende Haas wird einstimmig wiedergewählt, der dafür seinen Tank ausspricht.
Bei der Wahl des zweiten Vorsitzenden schlägt Mitglied Hensel die Wiederwahl des bisherigen zweiten Vor- litzcnden Bähr vor. Mitglied Noemer-Rheinyessen erhebt im Namen der rheinhessischen Mitglieder dagegen Einspruch und schlägt Mitgl. Hahn-Heßloch zum 2. Vorsitzenden vor.
Es entfallen auf Mitgl. Bähr 17 Stimmen und auf Cefonomierat Hahn 25 Stimmen. Hahn ist somit gewählt. Ein weißer Zettel wurde abgegeben.
Mitgl. Hahn danlt für seine Wahl
Tann wird zur Wahl des 3. Vorsitzenden geschritten. Tic Wahl erfolgt durch Aktlamation. Mitgl. Bähr wird einstimmig zum 3. Vorsitzenden gewählt.
Tic Wahl weiterer Vorstandsmitglieder erfolgt gleichfalls durch Zuruf. Für Lberhesien Mitgl. Hensel, für Starkenburg Mitgl. Walter, für Rheinhessen Mitglied Schätzet.
Zu Schristsührern werden gewählt die Mitgl. Biehl mit 30 und Schott mit 29 Stimmen, zu stellvertretenden Schriflsiil rern die Mitglied. IosttBcrmuichsheim und Krapp- Sickenhofen.
Zn die Wahlpriifungskommisfion werden die seitherigen Mitglieder wiedergewählt, und zwar: die Mitglieder Bähr, »eutzer, Trautmann, Friedrich Fenchel, Eibach und Schmitt. Zn die RechnungsprüfungSkommission werden gewählt die Mitglieder Mrapp, Muller-Usenborn und Schmitt-Gunters- blum. In die Kommission III für Wirtschaftspolitik usw. werden gewählt die Mitglieder Stauffer, Morell-Angenrod und Mrapp. In die Mommisston IV für Handel, Verkehr und Versicherungswesen werden gewählt die Mitglieder Cefonomierat Fritsch, Bürgermeister Hahn und Weith-Nie- dcr-Wöllstadt. In die V. Mommission für Bodenkultur, Versuchs- und Maschinenwesen sind gewählt die Mitglieder: Walter-Lengfeld, Tr. Tehlinger, Friedrich Fenchel, Schneider-Utphe, Meller-Spietzhetm unb Schott-Uffhofen. In die Mommission VI für Tierzucht sind gewählt die Mitglieder: Cefonomierat Heil, Jakob Friedrich, Korell-Angen- rod, Bürgermeister Meller, Weil-Lang-Göns und Bürgermeister Eibach. In die Mommission VII für Pferdezucht werden die bisherige,i Mitglieder Cefonomierat Fritsch, 3. H. Stauffer und Gustav Mogk wiedergewählt.
Tie Mommission VIII für Obst-, Wein-, Gemüse- und Gartenbau soll in Zukunft nach einem Vorschläge der Regierung aus sechs, statt wie bisher aus drei Mitgliedern bestehen. Es wurden wiedergewählt die Mitglieder: Brei- denbach, Fritz Bauer, Bürgermeister Schmidt, Bürgermeister Saalwächter, Bürgermeister Benner. In den Be- zirlöeisenbaynrat werden gewählt die Mitglieder: Haas, Lähr und Cefonomierat Mahler; als stellvertretende Mitglieder werden geivählt: Cefonomierat Walter, Breidenbach und Schätzet.
Tic Mitglieder Haas, Bähr und Hahn-Heßloch werden als Sachverständige zur Landwirtschaftskammer gewählt; als Stellvertreter die Mitglieder Walter-Lengfeld, Hensel und Schätzel. ., .. 1 ±
Ter Sekretär kündet eine Tenkichrist an und teilt mit, daß aus diesem Grunde keine Mitteilungen gemacht werden.
■Tic Sitzung schließt um 12 Uhr.
Fortsetzung morgen, Samstag, 9 Uhr.
der Regierung sind anwesend: Ministerialrat Hollinger, Cefonomierat Müller und Regicrungs- rat opamer.
Verfälschung von Gewürzen.
Mit Fug und Recht hat die Gesetzgebung aller Kulturstaaten auf Grund von Vorschlägen der Nabrungshrigieniker Itrcngc Vorschritten gegen die Verfälschung der Nahrungsmittel ertasten. Indessen läßt überall noch eine mangelhafte Aufsicht und Kontrolle des Lebensmtttelvertehrs diese Erscheinungen nicht verschwinden. Leider ist hieran auch Der Mangel einer allgemeinen volkstümlichen Aufklärung in Fragen der Ernährung selbst rote des Nahrungsmittelroesens Schuld. . . _ ,
Man kann wohl sagen, baß eigentlich rast alle unsere Nahrungsmittel in mehr ober weniger raffinierter Weise von ttrupel- losen Leuten verfälscht roerben. Tie beliebteren ^ästchungS- obieftc sind dabei in erster Linie untere täglichen Nahrungsmittel, insbesondere Wurst, Butter, Milch, auch Mehl u. bgu mehr. In nicht viel geringerem Umfange kommen aber auch Verwischungen von Gewürzen vor. Terartige Verialichungen von Gewürzen sind nicht einmal eine Errungenschaft unterer modernen Zeit Berichtet doch der bekannte Satvriier ^ebaitian Bram (1467—1521) in seinem „Narrenschifs" von geradezu ekelerregenden Geroürzversälschungen. . , .
i-'eute linden roir bei den Gewürzen, insbeiondere bet den gemahlenen, als Verfälschungsmittel hauptsächlich das Mehl. Daneben werden eine Reihe anderer ^Stoffe verwendet, bie, den Gewürzen jeweils angcoastt sind. So werden Jo. getosten er Pfeffer und Piment mit gcmabLncn Nußschalen, Lägemehl, <sanb unb Ziegelmehl vermischt. Mttunter wirb auch rocirem gemahlenem Pieffer Kochsalz zugeietzt. Sattran, der freilich aus unserer modernen Küche fast ganz verbann: ist, wird verfälscht durch Lchroer- spar unb Mreibe mit einem Zusatz^von gelbem Farbstott sowie durch Safflor falschen Safttan, Satidelhol; und Brot, ötmt wird sehr häufig mit gepulvertem Zigarrenkistenholz und Ztmt-
ienen Venrag die Straste zu unterbauen bat. Ta letzt der Bebauungsplan jener Gegend festste hl, soll die Stabt die Sttaße in Eigemum übernehmen und den vorn Staat für 3241,77 Mk. errichteten Manal vergüten.
Nach kurzer Besprechung, an der die Stadtv. Sckaffstaedt, Wtnn und Troß sich beteiligen, wirb dem lugefrimmt.
Für die Umgestaltung der West Anlage sind im Voranschlag öOOOOMk. vorgesehen Tie beabiicbugt." Verlegung der Fahrbai,n nach der Häuserseite bin ist nicht möglich, da J>err Gei linst Einspruch erhoben bat und auch anfangs Erfolg versprechende mündliche Verbaitblungen mit ihm ergebnislos blühen. Es wird deshalb jetzt pon J)ci Baudeputation vorgeschlagen, die Fahrlal n an ihrer jetzigen Stelle zu belassen und neu zu pflastern und längs der Häuser einen befestigten Fußsteig an*,ulegen. Tie Falrla! nberstellting kostet 27 GOO Mk. und her Fußsteig <500 Mk. Tarüler hinaus beantragt der Vorsitzende, den befestigten Brome- nabenroeg auch durch die Westanlage zu führen und auch das Stück dis zum Selterstor anzulegen, so daß die ganze Anlage bann~ einen solchen Weg hat.
Stadtv. schaff staedt unterstützt dies und beantragt weiter, zwisckiett dem Fußsteig und dem Promenadenweg einen Rasenstrrifen anzulegen.
Ter Vorsitzende spricht sich mit Rücksicht auf die in der Frankfurter Straße mit einem solchen Rasen streifen gemachten Erfahrungen dagegen aus.
^stadtv. Eichenauer meint, man solle Buschwerk an» pflanz« n
Etadtv. Plank ist bafiir, die Sache jetzt so billig wie möglich zu machen, da die wünschenswerte grünblidn* Umgestaltung durck^ die alten Geilfusschen Bretterbuden verhindert werde
Stadtv. Wallenfels meint, die jetzt uorgeühlagcne Herstellung könne nur ein Provisorium sein, da ledcnsalls später die Fahibahn doch noch verlegt werde. Man solle deshalb die Sttaße nur ausbessern und das Trottoir an den Häusern anlegcn.
Nach Ansicht des Borjitzeiiden muß die Fahrbahn neu gepflastert werden, da sie in sehr schlechtem Zustand ist.
Stadtv. Troß hält die vorgeschlagene Aenderung für die glücklichste Lösung. Es müsse aber der jetzige Asphaltkleinschlag entfernt und bafür Lahnkies genommen werden.
Stadtv. Tr. ©immenauer hält die vorgeschlagenen drei Fußwege nebeneinander für zu viel. Man solle den mittleren fallen lassen und dafür einen grünem Streifen anlegen. Vielleicht könne man Herrn Geilfns n-ranlajien, die Bretterbuden etwas durch Anpflanzung von w,i > Reben zu verdecken.
Stadtv. W i n n spricht sich in ähnlickier Weise wie Stadtv. Plank aus.
Stadtv. Krumm hält das Vorhandensein bei" häßlichen Holzbaracken für eine Rücksichtslosigkeit: man solle versuckien, auf Grund der ^Bauordnung ihre bessere Instandhaltung zu verlangen.
Auch Saldtv. Plank meint, wenn Geilsüs so rigoros sei, müsse man versuchen, auf Grund des Gesetzes eine Besserung herbeizuführen.
Stadtv. Huhn schlägt vor, noch einmal mit Geilsus zu verhandeln. <•-' | • I - r |
Tie Anträge der Baudeputation und des Boriitzeiiben werden gutgeheißen. Wegen des grünen Streifens soll in nächster Sitzung nochmals verhandelt werden.
Ter weiter beantragten Neubefestigung der Fahrbahn in der Schulstraße wird zugesttmmt.
Bei der Boranschlagsberatung war die Verbesserung des Feldweges von der Schönen Aussicht nach dem Bergwerk angeregt worden. Nach der Vorlage des Tictbauamtcs würde diese Verbesserung 2500 Mk. kosten.
Nach Ausführunyen bei" Stadtv. Simon, Troß unb 2ober handelt es sich um ein anderes Wegstück, dessen Verbesserung leichter und billiger her.iuftellcn wäre. Tic Sache wird zur näheren Feststellung zurückgestellt.
Tie Verlegung des Stadtbacheinlaufs an der Mösus- schen Mühle, die 3500 Mk. kosten soll, wird genehmigt.
Ein Zuschuß für die Zugendwehr
ist von deren Ucbungsleiter nachgesucht worden. Ter Finanzausschuß beantragt, mit der Bewilligung mit Mcksickit auf die gegenwärtig in Entwicklung begriffene Iungdcutschlandb wegung einstweilen zu warten.
Stadtv. Vetters ist dafür, daß für die Jugend etwas getan wird. Für die Soldatenspielerei b:r Iugendw.hr habe er aber nichts übrig, denn dadurch werde die Jugend eher verroht als ausgebildet. (£r sei gegen jebe Bewilligung, zum.il es sich dabei um nichts anderes handele, als ein Gegengewicht gegen die von Arbeiter feite eingerichtete Jugendfürsorge.
Stadtv. Urftabt hat sich nur zum Wort gemeldet, um gegen die in der Gründungsversammlung der Iugendwchr s u-ar übrigens in der „Iungdeutschland"-Versammlu»g Red.) gefallenen Aeußerung zu protestieren, daß der Turnunterricht in den hiesigen höheren Schulen sehr mangelhaft sei Taß dies nicht der Fall sei, habe die Veranstaltung des Männeriurnoereins vor zwei Jahren bewiesen. Sladtv. Petters müsse hoch eigentlich
^Ucher Seite versucht worden, die „L am balle-Frisur"! bruch vermengt b. h. Zimtrinden, aus denen zuvor ber werb- DD - —' '*•* ----r—----I volle Scitanbteii, bas Zimtol, herausbesttlliert worden ist. Nicht
I selten sind ferner Verfälschungen von Muskatblüte durch Bow> bahmaeis. — Man kauft deshalb am besten ungemahlene Ge-
Sitzung der Stcr-tveror-neten.
Gießen, den 17. Mai.
Anroesend Oberbürgermeister Mecum: die Beigeordneten Meiler, Emmelius und Grünewald: die Stadiverorbiieten Tr Edel, Eichenauer, Friedberger, Tr. Haberkorn, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Iann, Mrumm, Leib, Löber, Loos, Petri, Plank. Sckraff' ftaebl, Simon, Troß, Urftabt, Vetters, Wallenfels. Tr. Wim menauer, Winn
Als llrkundspersonoi werden die Stadtv. Löber unb Heichelheim bestimmt.
Mitteilungen.
.... Vorsitzende erinnert an seine in ber letzten nicht- öffentlichen Sitzung fast einstimmig erfolgte Wiederwahl unb wieder tolt seinen damals ausgesprochenen Tank für sie und für die sehr entgegenkommende Regelung der finanziellen Verhältnisse. Er wiederhole seinen damals ausgefmochenen Tank, inbem er verspreche, noch mehr als seither stch bemühen zu wollen, das Wohl der Stadt Gießen zu fördern. Er wolle bei bet Oklegciibeit darauf Hinweisen, daß die Stadt Gießen in den letzten 10 Jahren erhebliche Fortschritte gemacht habe. Sowohl von der Stadt selbst, wie auch von der Bürgerschaft seien eine große Anzahl bemerkenswerter Neubauten entstanden. Namentlich das Aussehen der Ladengeschäfte habe sich außerordentlich verbessert und man habe hier eine Reilx' von Geschäften, die mit gleichartigen Geschäften in Großstädten mit Ehren in Wettbewerb treten können. _ Ter Vorsitzende hat im Namen der Versammlung dem Stadtv. Geh. Forstral Tr. Wimmenauer zu seinem 25 jährigen Tojenienjubiläunt gratuliert. Stadtv. Tr. Wimmenauer hat schriftlich gedankt.
Ein städtischer Bediensteter, dem zum 1. Juli gekündigt worden ist, sucht schriftlich um die Uebertragung einer leichteren Beschäftigung ober um eine Gnabenpension nach. Tas Gesuch geht an den Finanzausschuß.
Ter Armen verein bankt für bic Ucbcrrocifung ber Zinsen aus einer Stiftung
Vom Ortsgewerbeverein ist eine Eingabe an bic Versammlung gelangt wegen anderer Regelung des Verdingungswesens. Tie Eingabe gehl an bic Baubeputation unb ben Finanzausschuß.
Eine Eingabe von 1264 Bürgern wendet sich gegen die Verwendung der alten Klinik für die Zwecke der Bürgermeisterei. Sie wird dem noch zu wählenden Sonderausschuß überwiesen.
Ein Schreiben des Sportvereins von 1900 lädt die Versammlung zu dem Wettspiel der akademischen Mannschaft mit der gleichartigen Marburger Mannschaft am nächsten Sonntag ein.
Baugcsoche.
Oskar Gutmann will den Anbau West-Anlage .31 zu Bureauzwecken umbauen Tic Versammlung erteilt die Zustimmung, die nach der für bic Anlagen bestehenden Ortssayung erforderlich ist.
S. H. Sondheim will Nord-Anlage 11 ein Lagerhaus als Seitenbau errichten, was ebenfalls genehmigt wird.
An dem Bezirkskassengebäude in der Senkenbcrg- ftrafee ist der Vorgarten ioeggefallen, weshalb Fensterläden angebracht werden müssen. Ta die Läden an den etwa 1 Meter über dem Erdboden befindlichen Fenstern nicht nach innen angebracht werden können, ist bic Versammlung mit ber Anbringung nach außen hin einverstanden, zumal bas Gcbäubc nicht mehr lange stehen bleiben wirb.
Tie Firma L. Georgi will an ihrem Grundstück an ber Steinstraße eine Holzeinfriedigung anbringen. Tic Versammlung ist damit einverstanden.
Ein Gesuch des Engelbert Bürk wegen Anbringung eines Schaukastens am Hause Seltersweg 10 wird aus Verkehrsgrünben adgclehnt.
Städtische Arbeiten und Lieferungen.
Für die bauliche Herstellung ber Volkslesehalle am Selterstor stehen 1000 Mark zur Verfügung. 9kach der Be- sichtigung am 27. April wirb nunmehr bie Inangriffnahme der Arbeit beschlossen. , .
Tie Errichtung eines S t a l l g ebä u d es bei ber Forst- wärterwohnung an der Lieber Straße wird zurückgestellt.
Im Hause Frankfurter strafte 63 soll im Obergeschoß bie letzt z. T. sehr nichtige Küche vergrößert werden. Tie dafür erforderlichen 385 Mk. werden bewilligt. Ter Mieter ist bereit, 30 Mk. Miete jährlich mehr zu bezahlen.
Einige Lieferungen wurden freihändig vergeben. Tic Piassavabesen liefert KMermann für 1,40 MV. das Stück, die $ürftencinlagen für die Mehrmaschinen Beiz für 75 Mk. Für die durch die Einrichtting neuer Schulklassen erforderlichen Bänke war eine beschränkte Submission ausgeschrieben. Tie Vergebung an Lippvld-Frankcnthal, her mit 3944 Mk. der Wenig,fordernde war, wird nachträglich genehmigt.„
Sttaflcn- und lSrundstiicksaugclegenhtiten. _
Tic Klinikstraße links von ber Frankfurter Straße gehört dem Staat, während die Stadt nach einem 1894 abgeschlos-
Frauen-ZeuiUeton.
Tic neue Haarmode.
Tie goldenen Zeiten der „Haareinlagen", der künstlichen Bcr- ttebruna des Haares sind endgültig vorüber, xie ©unit der Mode tat sich entschieden einfacheren und funiilcmchcrcn ©aartrachten maeioanbi, bei denen von jeher „Vorspiegelung falscher Tatlachen ui Bezug auf den natürlichen Haarreichmm Mltand genommen r.ub. Mennzeichnend für die moderne Haartracht tu ber Hiebe iae Ebign 0 n , der in der Tat besonders geeignet ist, die anmutigen Umrisse eines wohlgebttdeten Moptes und> Ine ichonen Linien der Ucbetgäuge von Movi zu vals und Nacken auf das rorieilhaftcfte zur Geltung zu bringen
Einfachheit ist das lobenswerte Lo,ungsroort der gigenroartigm Üaarmode. Tas Haar wird hinten m einen Mnoten 5uummen Sibunben und von einem Mamme oder von fairnnengebaltcn. Im einzelnen ist "wividucllem Geichmacke^viel meiheit gelassen. <2ehr modern ttt es, das paar ubtr der «tun ui große Wellen zu legen, aber auch die berühmte Vaariramc irird zuweilen getragen, zu her dann regelmäßig ein■ nu- diiger Ehignon gehöre. Elegant und p^ranevoll -ugl«ch und mie Haartrachten, bei denen das .»aar an der Seite geicheltett irird Nach .griechischem Stile" lallt das vqar in siemlich | freien Locken, 'm der Mitte gescheitelt, über die sttm und^wird ajii einer großen Schildpatt,pange über dcM Mopi ge^uun. Tiefe Tracht nennt man auch im Hinblicks auda^ be^hmtt kildnis Lionardos da Vincis die <yri|ur en er»-rronnierc. ^änID »iltiDangen, -'Nadeln und -Mämme lind durch bien ^ciwung : h:c Haarmode zu besonderer Bedeutung kommen und n^den, ljifoenio wie Perlenschnüre und Diademe ailcr Art, mit ® ^tragen. Man verwendet einen großen Mamin wr den gan,cn k.gnon ober hält ihn auch mit zwei Heineren ^ beiden setten Rammen: man durchsticht den Mncjen nut uit.c Ut t ob . liSgt einen Kamm aur der Höhe des «chettels. ^tlb tver tanbluh , fai fick, nun Die Industrie gleich aller die,er Mamme unb Xa^eln IcLtächtigt, und es kommen hübsche machen derari audm r , fen verb'.ndet man Edelsteine mit ^chiibpatiEammen, roob ch l-tzr feine Wirkungen zu erzielen unb. - w i
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