Ausgabe 
15.5.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

3560

Die trauernd Hinterbliebenen.

I. d. N.: H. Horst, Briefträger.

Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Mal, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt

MhMhI am Stritten, sowie Be­finden von Strümpfen cmvt ich mich angelegentlich^.

Strickgarne (besteQuai.) habe itetfl vorrätig- tr Preise dilligit. "E Ernestine Hopfner Kaiser-Allee 22.

Tantjagung.

Qfür die vielen Beweise herzlicher Teil­nahme bei unserem schweren Berluste sagen wir allen, insbesondere Herrn 'Pfarrer Gluck für seine trostreiwen Worte, sowie der Kranken- schwerer für ihre liebevolle Pflege auf diesem Wege unseren innigsten Tank.

Lamilie Wild. Ruvvert.

Heuchelheim, den 14. Mai 1912. 3M6

Danksagung.

Für bte zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir allen unsern innigsten Dank.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Brückel.

LanggönS, den 13. Mai 1912. 3548

Todes-Anzeige

Gestern abend entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Bertha Horst geb. Borsch

im Alter von 33 Jahren.

Giessen (Ebelstrasse 9), Suhl, den 15. Mai 1912,

Bluiuenbepiiauianaea von Ballons, ^nHcrntW» u. Gartenbeeten. Moderne Tevvichbcct Aulagca sowie nandige, Unterhaltung von Garten erleb, prompt u. gewlsiendo illffliet WcbCI*

Munir- iu L'attbfd)'i?ß*11.1 VV Edcritr. 1. WM Tcl.-»^

la.Tortoun-1*'^*;;

«\achn. 1 or/streu bUL. Peru-Guauo <kEhon.- Marke) ÖO-kg-Sack M. 1^- Melasse - lorfmehl - r Utter 75 kg Mk. 7JSU, Hulxwolle us*

Prospekt gratis. .McKeU, Eltville a. Rhein. IV J

Stichwahl mit bem Mn Dauli gelangl Jnsolgedrifen beantragt der WahlprüsungSaMchuß, das Mandat des Abg. Pauli für ungültig zu erklären. Dieser Beschluß erfolgte mit 8 gegen 4 Stimmen.

Legitimationrkarlen für die Handelsagenten.

Ter Bittfchriftenausfchuß verhandelte heute über eine Eingabe aus kaufmännischen Kreisen, die darum bittet, daß es den selbständigen Bollkaurleuien erlassen werden mochte, bn der Entgegennahme von Warenbestellungen durch Auf suchen der Kundschaftbesondere Legitimationskarten mit sich xu führen Jedenfalls aber solle in verschiedenen Gemeinden, bte rin Wirtschaftsgebiet bilden, die Ausstellung nur einer Legiti- mationskartc genügen. Ter Ausschuß hat einen Rcaterungskom- miffar zugezogen. Er betonte die Notwendigkeit der Beibehaltung der Legitimationskarten, weil bei der Eintrag u n g i n das Handelsregister keinerlei Nachprüfung über bte Persönlich^ Feit des Handelstreibenden vorgeschrieben sei. Dagegen bürrtc wohl der Fortfall von mehreren Legitimationskarten für Gemeinden rin und desselben Wirtschaftsgebiets in Erwägung gezogen werden. Eine Eingabe der Kaufmannschaft v o n Berlin liegt bereits dem Reichskanzler vor und es sollen fetzt dort Nachprü­fungen veranstaltet werden Ter Ausschutz beschloß, die Bitt­schrift z u r Erwägung zu überweisen

A«» Stadt und Land.

Gießen, 15. Mai 1912.

Christi Himmelfahrt.

Das Himmelsahrtssesl richtet den Blick des Christen nach der jenseitigen Welt und mahnt ihn, himmlische Ge­sinnung in sich zu tragen Biele Menschen sind der An­sicht, daß himmlische Gesinnung und sehnsüchtiges Er­warten des himmlischen Freudenlebens gleichbedeutend sind. Gern malen sie sich aus, wie es einmal im Himmel sein wird. Ter Himmel ist ihnen der schöne Freudensaal, in den die Sterne scheinen, dasJerusalem droben von Golde erbaut". Dort herrscht wunderbare Klarheit, dort blüht ein ewiger Frühling. Dort wandeln die Erlösten in weißen Kleidern und tragen Palmen in den Händen. Auf rosenroten Wolken sitzen musizierende Engel, süß klingt ihr Lied zur Harfe. Sterbenden ist es mitunter, wenn das Leben noch nicht ganz entflohen ist, gegönnt, das Rauschen der Harfen und den lieblichen Sang zu ver­nehmen. .

Diese Erwartung ist, wenn man das in Abzug bringt, was orientalische Phantasie, südländische Freude an edler Form und bunter Farbe und was deutsche Schwärmerei hin- zugetan haben, biblisch begründet. Die Bibel redet von der zukünftigen Stadt, von dem besseren Vaterland, von der Ruhe, die dem Volke Gottes

vorhanden ist, und sie kommt damit dem tiefsten

Zehnen und Verlangen des Menschenherzens entgegen. Es sind auch wahrlich nicht die schlechtesten Christen gewesen, die sich aus einem unruhigen Erdenleben, aus Mühsal und Streit heraus nach dem Himmel gesehnt haben. Paulus hat gejagt: Ich habe Lust abzuscheiben und bei Chri tus zu jein, von Luther stammt das Wort: Ich bin der Welt müde, so scheiden wir desto lieber, wie ein reifer Gast aus einer gemeinen Herberge, und ein so rastlos tätiger Mann wie der Freiherr vom Stein, der in schweren Jahren den preußischen Staat auf eine neue Cfrunblage gestellt hat, hat, wie Arndt erzählt, gern an den Himmel gedacht, wenn er in seinem Alter nach seiner Familiengruft un­weit Nassau an der Lahn wandelte und unter frühlinas- grünen Bäumen dem Gesang der Vögel lauschte. Aber es wäre doch ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man an­nehmen wollte, daß das ganze Leben des Christen in diesem Sehnen nach dem Himmel aufgehen solle. Himmels­sehnsucht ist oft etwas recht Schwächliches. Tie Mönche unb Nonnen, die sich im Mittelalter so lange kasteiten, bis ihr Körper so krank und ihre Phantasie so erregt war, daß sie Christus im überirdischen Glanze unb Maria, die Himmelskönigin, zu sehen glaubten, waren tatenscheue Einsiedler. Wahres Christentum ist klar und nüchtern und steht auf bem Boden der Wirklichkeit. Ein ernster Christ wird aber auch me übersehen, daß bei Jesus nichts we­niger zu finden ist als weltfremde Himmelssehnsucht und schwärmerisches Schwelgen in zukünftigen Freuden. Phan-

tastischen Erwartungen seiner Jünger hat er stets die Spitze abgebrochen. Als ifjn einst die Brüder Jakobus und Jo­hannes baten, daß er ihnen geben möge, zu sitzen, einer zu seiner Rechten und einer zu seiner Linken, m feiner Herrlichkeit, da hat er ihnen ernst und streng erwidert: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Gleichzeitig hat er sie auf den Boden der Wirklichkeit »urückverwiesen, indem er ihnen sagte, daß es die Aufgabe seiner Jünger sei, zu leiben und zu dienen. Im Himmel fein, so iu seine Mei­nung, heißt bei Gott sein, und himmlisch gesinnt ist der, der so gesinnt ist wie er selbst, der im Vertrauen auf Gott, im Gehorsam gegen feine Führungen den Erdenweg geht, der an sich selbst arbeitet, um Fehler und Sünden abzu- legen, unb ber in tätiger Menschenliebe bas Glück und Wohlergehen bes anberen zu sörbern sucht. H. B.

** Tie X. Hauptversammlung der Land­wirtschaftskammer ist für Freitag unb Samstag, 17. und 18. ds. Mts., einberufen. Tie Sitzungen finden im Sitzungssaale der Zweiten Kammer der Landstände in Darmstadt statt. Bei ber hier erfolgten Wahl bes Pro- vinzverbanbes Lberhessen wurde ber seitherige Vorsitzende, Cetonomierat Korell, zum zweiten Vorsitzenden unb ber seitherige Stellvertreter, K. Breidenbach, zum ersten Vor- sitzenden gewählt.

** Feuerwehrübung. Eine interessante Feuer­wehrübung unternahm gestern abend die städtische Frei­willige Feuerwehr an ber Marburger Straße auf dem Grundstück von Helfendem. Branddirektor Braubach traf kurz nach V<9 Uhr auf dem Uebungsgrunbftüd ein unb befahl, in einem mit brennbaren Stoffen versehenen ge­wölbten Keller unter bem massiven Eishaus einen Brand anzulegen unb bann den Zugang zum Brandherd fest zu schließen. Darauf wurde mit Automobil dem am Turmhaus am Brand versammelten Löschzug der Befehl überbracht, zur Brandstelle anzurücken. Der Löschzug war in 11 dis 12 Minuten zur Stelle und erhielt den Befehl, den Keller- branb zu löschen. Der Zugang zum Brandherd wurde geöffnet. Dicker gelber Rauch stieg aus der Ceffnung empor. Während Die Schlauchleitung vom Hydranten aus angelegt wurde, wurde ein Feuerwehrmann mit bem Rauch- heun und ber Laterne versehen und angeleint. Er stieg das Schlauchmundstück haltend, die steile Treppe in den vollständig von Rauch erfüllten Kellerraum hinab. Durch das am Helm befindliche Sprachrohr, durch das dem Rtanne auch Lust zugesührt wurde, ertönte der Ruf: Wasser, und man hörte deutlich, wie das darauf zuströmende Wasser seine Wirkung ausübte. Nach 10 Minuten Arbeit wurde ber Mann wieder durch das Sprachrohr abberufen, unb mit bem Rauchhelm angetan fliegen noch drei Feuerwehr­leute in die Tiefe, bis das Feuer abgelöscht war. Die vier Leute erklärten, daß der Helm gegen Rauch und Qualm vollständig Schutz gewähre. Zum Schluß wurde noch an einem Holzhausen eine Löschprobe mit MinimaxafIparaten gemacht und auch die Wirkung der für Zimmerbrände an- geschasten neuen Knickerspritze gezeigt. Mit ihr soll bei kleineren Zimmerbränden vorgegangen werden, um eine Ueberschwemmung ber Wohnung zu verhüten.

Landkreis Gießen,

b. Wies eck, 13. Mai. In der heutigen Gemeinde­ratssitzung wurde vom Vorsitzenden eine ausgearbeitete Satzung verlesen, die die Polizeivorschriften über die Ent­wässerung von Grundstücken, und Kanal- anschlüs s e enthält. Ter Gemeinderat fand nichts da­gegen zu erinnern und erteilte die Genehmigung. Ferner lag eine Taxation über Sand vor, ber von zwei hiesigen Bürgern von Gemeindegelände entnommen und verwertet woroen ift Es wurde von ber Baukommifsion eine Ent­schädigung angesetzt, und es soll ihnen mitgeteilt werben, daß im Wiederholungsfälle jedesmal eine Anzeige erfolgen soll. Das Gesuch des Johannes Kreiling um Abgabe von Gelände an ber Marburger Straße zu Bauzwecken wurde dahin befchieden, daß es Kreiling zu 3 Mk. pro Quadratmeter bekommen kann. Ter Gesangverein Jugend- grunb sowie der Turnverein haben Gesuche eingesandt um Ueberlassung von je einem Festplatz auf bem Rieb. Beide

Gesuche wurden genehmigt. Tas Gesuch der Freien Turne-- schäft um Ueberlassung des Schulhofes an Sonntag Rac. mittagcn zu Spielbewegungen soll ihr, wenn sie ft* nr- pflichlet, für alle Beschädigungen aufzukommcu, aus W'.oce- ruf genehmigt werden. Ferner wurde bestimmt, die Ge- meindekrankenversicherung Sief cd an di? Ortskrankenkasse Gießen anzuschließen. T-.c Au schaffung von Baumgürtel f.tr die Gemeinde-Baum-' wirb? genehmigt Dann wurde über die Herstellung bt Yrau- Hausgasse beraten, wozu die anliegenden Eigentümer gc laben waren. Es wurde ihnen mitgeteilt, daß sim > Gemeinbe erbietet, ein Trittcl ber Kosten zu tragen, nov- bem bie Gasse kein Gemeindceigentum ist. Sollten b Anlieger nicht bereit fein, bie übrigen Kosten zu d. cf . , soll von der Gemeinde nur ein zum dortigen Backhaus führender Fußpfad hergestellt werden. Die Grundfl cigentümer, welche mit ber Einfriedigung ihrer Grund- stucke noch im Rückstände sind, erhalten eine Frist dis zum 1. August If. Js Die bis dahin ihren Verpflichtungen noch nicht nachgekommen sind, erhalten bie Einfriedigung durch bte Gemeinbe, jeboch auf ihre Kosten hergesteN' Ter Beitritt zum hessischen Lanbesoerein zum Roten Kreuz wurde abgelehnt.

- Märkte.^

fc. Frankfurt a. M., 14. Mai. Heu- und St rob markt. Angriahren waren 14 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: veu -MO4.60 Mk., ctio.' (ftpnitonflfirati) O.ou-c.O) Mk., Wirrßroh u,000,00 Mk. Alles für dj Kilo. Geschäft langsam. Tie Zufuhren waren aus den Ureisen Hanau, Dieburg und Fried verg,

MüUer'jche Badeanstalt.

Was i erwärme der Lahn a in. Mai: 15' N.

_____________-2______ ----L.--! . 1 1

Die nach- A p r 7 t P 8,nd von 12 Uhr m,tta&8 ,)h 12 1 hr stehenden Aul ul v nachts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen : D "»

Am llimmclfahrtetag, 16. Mai:

Dr. Ploch, Asterweg 34. l>r. Klein, Ost-Anlage 37.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Himmel sahrtStag, den 16. Mai: 3n der Stadtkirche.

Vormittags 9M Ubr: Pfarrer D. Schlosser.

3n der Iohanneekirche.

Vormittags VL Uhr: Pfarrer Ausield.

3n uer alten Hriedhofrlapelle.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheim er.

Kufel<B

in Milch,Kakao.Suppenoder Gemüsen die bestgeeiqnete. leicht verdauliche u. nahrhafte

Krankenkost.

Foulard - Seide - 95.»

Schon verzollt! Verlangen Sie Master! v"/, G. Henneberg, Zürich.

MotorUäs^enFahrräder --e.iuim iijumnn---------

Man verlange \

Preisliste.

Automobilvertr. Wilh. Hamel, Giessen, Bleichst . 7 Fahrradvertr. Adam Kircher, Giessen, Bleiohstr.

Rüsselsheim^-,

k-OPEL^

Hausfrauen

wahret Euern Vorteil!

Perlka

den neuen Kaffee - Ersatz.

mittel und doch nicht teurer

als diese. Dabei schmeckt er

überraschend kaffeeähnlich

und ziehen lassen

hr16,

Perlka ist doppelt so ausgiebig wie andere Kaffee - Ersatz­

hat keine lästigen Hülsen und ist durchaus gesund. Einfach überbrühen

Wer auf seinen Vorteil bedacht ist, verwendet

?erreo-

Rente v

>t: Cftobtr inperm. habere? PloMrdl hTXendicubiiufle: IriRtofmb ver Lyull . itcimtriuobuunflcn a-.enbehung zu vem AHermann k Kl*1

. ,e 7 Rnimrwobi : 2icrf, rerlßultzur /.ijeifi 'liarterte. _

i-bM, jfft

ee

"'M

-WS

Kk'I»nlL

»allMkb.v.1.ßuliz>

*.'iabfflilbelmilr

6 Zimmei

i-ZlimM. j i all fiomfort der Ni ilekir.Ml.AaSu.allL ttrltben I. loi. ob. fp. z. 1181 Nab-lord-Anlai Üif FjiraN oggia Sera/iöa unb £ ir zu vermieten.

Ub Sranffurttr -tr. iloberne K-Zim.-Wc

». Ladest. Stock, evtl i *7' 3im., z. 1. Mi z. t ±.''.'aocrcs Tiezitr. 6 :

5 Zimmer

ru oe

1Z1

jpmer

2

Uü5lt»n^ult °d- tri WZ

-LaLHlL

WW .tuii "1L*etti

Xo». ö'dimmertoobm Jiab>.^aune<Vi Ihttftrflht 22 pan.

. ^öderue ö-Zlmn «hmmg Neubau) Ifiel «teit M mi vermieten, -teobanftrafee ti

SÄT"

buuilfl D. l.^un All xi i-i.e&Ks *j.ubwlflittaÄe,

UZ Stlcbri^i 'ÄSS*