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18.9.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.

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Tährcnb ein anderer 5eil juf) in den 'ji'tnibelgängen erholte, lnzivifchen wurden neue Larmmslrumcnte y>ibiigc|ci)afst meine Äbaeordnete hantierten gl e i cb - feiti ß mit br ti Instrumente n. Der Abgeordnete srater blies aufeiner Militärtrompete unter ... r* _ . . k t-' m « f . t t n « tv«*rfrhtf*b<ne mir >

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Während daraus Pawlik effotflb^ mit bem Grasen Zi chy verbandelten, bemerkten die Oppositionellen, wie Präsident Tisza hinter dem Borhang eines Einganges den Vorgängen zu- ah. Sic riefen ihm Schmahrufc zu, einige Abgeordnete drohten, hm mit den geballten Fäusten hierauf entfernte sich der Präsi­dent. Auch Pawlik verliest wiederum den Saal, um sich vom

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Eandtdaten zu benennen. Man ist also so weit wie vor Itri Monaten, als der ungarische Reichstag nach unerhörten timpfen und Tumulten, vertagt wurde Ja, die Lage ist jetzt no' Is tn der \

Während fick die Aufmerksamkeit den Aertt.n luroenbete, wurde (ßroi Theodor Panboanni von Polizisten ergriffen und trotz seines deftigen Widerstande« hinau. geführt.

Inzwischen waren die hinaus geführten Abgeord» n e 11 n zu in größten Teil in dem Saal wieder er­schienen, so daß die Sänke der Cwoiitwndlcn einigermaßen wieder besetzt waren. Tanach wurden der Ne,he nach mehrere Abgeordnete hinausgesüdrt, aus Versehen auch zwei Abg<vrdnete rumänischer ^Nationalität, nämlich Tr Tb Michail und Stephan Bop. Polizeiinspektor Pawlik wandte sich nunmehr von neuem an die oppositionellen Abgeordneten mit der Aufforderung, frei­willig den Saal zu verlassen, da er sonst (Meroalt anwenden müßte. Die Abgeordneten lehnten jedoch wiederum die Anffor- derung ab. Abgeordneter Grat Michael Karolyi, der sich inzwischen erholt batte und in den Saal zuruckgekehn ivar, wurde von neuem zum Verlassen des Saales aufgeiorbert Seine Freunde erhoben jedoch einen groben Lärm und brachten ibn in eine andere Bank, wo er nicht weiter von den Polizisten behelligt rourba. xaraui wurde Graf Josef Marolni von zwei Poliziuen hinauepcfübrt. Dasselbe Schicksal ereilte die Abgeordneten Paizi, ^cuprentj, tul Norvatb. Saglnn, Kavotsffn, Benedek und Hammersberg. Sodann bemühten sich 6 Polizisten, den Abg. Vopohi Innauszu- führen, vermochten ibn aber nicht auS ber Bank zu beben. Zwischen ben Polizisten und dem Abgeordneten entstand ein Wonwechsel, der Abgordnete wich icbod) nicht von her Stelle. Abg. Zboray ivurdc daraut binauoneführt. Nunmehr wurde Graf Apponvi aufpe- forhert, freiwillig den Saal zu verlassen Er gab jedoch ketne Antwort Tie Cppofiiioiuilcn bereiteten ihm lebhafte Ovationen. Nute wurden laut: Rühren Sie ihn nicht an! Es ist eine schände, daß dieser Mann, vor deut ganz Europa und Amerika den 50ut zieht, hier von Polizisten hinausgeführt werden soll.

Andere forderten den Grafen Apponiii auf, ruhig den Saal zu verlassen, bame er nicht die Schmach erlebe, von einem Polizisten angegriffen zu werden, worauf andere riefen: Tao ist keine Schmach, das ist ein Ruhm iur ihn Polizcnnspektor Pawlik begab sich bann zu dem Präsidenten Grasen Tisza und fragte ihn, was mit dem Abgeordneten Grafen '?lpponi)i geschehen solle, der fich weigere, den Saal zu verlassen. Ter Präsident erwiderte, er möge den Grafen A p» p o n o t ruhig im Saal lassen.

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Was wird nun werden? Wer findet den Faden \ vis biefent Wirrsal? Es wird und kann nicht besser werden, eljc nicht das ungarische Parlament auf einem neuen, einem vernünftigen und realen Wahlrecht neu aufgebaut ist. Ter tjiiflc ungarische Reicl-stag ist keine Volksvertretung. Er ; st in noch viel höherem Grade als das preußische Trei- tlLssenparlament eine Vertretung von Minderheiten. Er i umritt nicht Ungarn, sondern nur eine magiarische Minor,- :äl, richtiger, nicht das Magyarentum schlechten, fvndern [ !?h magnarische und magyarifierteGentry", d h. die aus [IMigcn und reid>en Siabtbürgcrn magi-arischer Abstam- n», einschließlich zalstrcicher deutscher, slawischer und umanischer Renegaten zusammengcsetzten Eliqnen Jnncr- : K'Jb dieser Cliquen spielt der Krieg nm die Beute, mögen mch immerhin die zurzeit in Opposition befindlichen Teile bcc Cliquen mit demokratischen Vorschlägen kokettieren, [ diigc wenige Ideologen sogar ehrlich beabsichtigen, das ! oligarchische Staatswesen an fier Donau auf eine volks- .iti gliche Grundlage zu stellen. ; z

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Furchtbare Tumulte im ungarischen Reichstag.

AuS deutfch-östcrreichifchen Kreisen wird in8 geschrieben: \

Graf Stephan Tisza, der Präsident des ungart- fcten Reichstags, hat sein sogenanntesParlament" wieder Tiiffnct und ist bemüht, die Politik derGesetzgebung mit Lolizcihilfe", so gut es eben gehen mag, fortzusetzen. '.Tbcr . geht bis jetzt gar nicht gut. Die Opposition ist mit z.tsnahme des einzigen noch in Haft sitzenden Attentäters titxttfd) vollzählig versammelt, da die Gültigkeit der Aus- per tu ng erloschen ist und deshalb keinem oppositionellen j Idgeordneten der Eintritt in das Parlamentsgebcntbe vor- ? Df tret werden konnte. Vergeblich hat der.Finan.zministcr insher versucht, sein Budget für 1913 vorzubringen, und für die "^legationswahlen weigert sich die Opposition, ihre

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Tie Räumung des Saales vollzog sich unter ben größten Schwierigkeiten, ba die meisten Abgeordneten ihrer Entfernung ben heftigsten Widerstand entgegensetzlen. Graf Julius A n b r e I s Y hielt in ben Wandelgängen eine Rebe an bic Oppositionell«. l$r verwies auf bie Notwendigkeit eines einheitlichen Vorgehens und forderte bie Abgeordneten auf, sich i n e i n H o t e l z u b ege­ben, wo über baS weitere Vorgehen beraten werden soll. Du Opposition bereitete bem Grafen Andrassy roiebcrum IcbHaite Ovationen. Jy mehr ober minder dramatisdren ^zem-n wurden bie Abgeordneten Hörster, Mclniwn und Fornbach aus dem Saale herauSgeführt. Besonders heftigen Widerilanb teritete P a l u f n a n , den 12 Mann aus bem Saale $u tragen suchten Vor dem Stenographentisch stürzten zwei Mann zu Boden, ohne Schaben zu nehmen. Auch der Abg. Berr'' wurde hinausgetragen Ter herkulisch gebaute Abg B ba es leistete hestigen^Diderslanb Er wurde schließlich hinaus- geführt, wobei er in den Saal bmetnriei: Es (rbe bte Sie- publik' ^hm folgte der Abg Lowaszv. Er setzte sich i'vNchen zwei alte Abgeordnete und es gelang erst nach ictwerer Muhe, ihn heraus-,ubeben. Schließlich blieben noch 14 Abgeordnete der

c bbaftciu Be'isall der Opposition verschiedene m 11- > irische Signale, die den übrigen Lärm übertönten Im 2 Uhr unterbrach Vizepräsident Beo t hu neucrung.' Sic Sitzung. Um 3i 2 Uhr ivurdc bic Sitzung von -LMä» ricder eröffnet. In demselben AugenbliÄ begann der Höllenlärm von neuem. Um Uhr wurde bu Sitzung lieber unterbrochen. .

r i c n pc n trat am gestrigen Dienstag das A b geor d ,etenhaus wieder zusammen. Tie OVPoitnon letzte w'^crum I ! voller Obstruktion ein, indem )ic lebeSmal, | obalb ber itäiibent Tisza zu reden begann, einen vollen ä r 'm verursachte. Es wurde gepj inen , g e b l a i e n, g c irrend mit Pultdeckeln gciwiagen. Tiiza und i Vacv nnirben unpuoortc jugeruien. Einmal droht^ e u ' - Mule dc.. Saales zu Tätlichkeiten zu kommen -chitetz. ich verlad Tisza unter ungeheurem Tumult.etwas, wovon man ILs oLL. Gegen 11'. Uhr dauert-^r ^rm^ atu J 10 Minuteii nad) 4 Uhr cridHcncn ungetahr l WUioi i z e i

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Halten ivir mnS an die Minderheit des derzeit ivieder fföffuetcu Paria, "s. Ttrcn Grimm und Wut ist ledig hd) darin begründet, daß Gras Tisza in ihrer Knebelung glüßere GeschicHichkcit und gesundere Mcksichtslosigkeit ge- L-uflt hat und somit ersolgreichcr gewesen ist, als die Herren, ht heute auf den Oppositiolisbänken fitzen und die früher, ou» sie das Heft in Händen hatten, genau fo rücksichtslos vc gtiigen. Tiefclben Herren, die sich beute als Märtyrer dLifpuleu, sind vor zwei Jal-reu im Parlament über den grafen Kyuen yergefallen und haben ihn blutig gefchlageu. ti. Art, wie sie jetzt wieder jede parlamelitarische Tätigkeit durch gassenhaste Obstruktion zu verhindern suchen, hat nichts gemein mit der gerechten Empöru^ig einer machtlosen Minderheit über schädliche Gesetze Tic Widersetzlichkeit Der Opposition entspringt lediglich bem Bedürfnisse, bic bk-gicrung zu stürzen, um die eigene Clique wieder ans jiuder zu brutgen. Blutige nrawallc, politische Vergewalti- u-ng, Attentate, die packende Wirkung solcher brama- lischcn Steigerungen ist kaum noch zu übcibktcn. Aber :it ein neues Wahlrecht wird diesem Fluche d»s Eliquen- larlameiits Erlösung bringen.

Tic Opposikion hat besurchtet, daß man sie durch eine Dauersitzung ersU)opscii werde, und Hai deshalb ihre 11 a 11 i l geändert. Es war immer nur ein ^.eil Der Opposition im Saale, um den r m f o r 15 u) cy cn,

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Präsidenten neue Weisungen zu holen.

Polizeiliche Gewalt.

Einige Minuten nach 6 Uhr kam Pawlik wieder in ben Saal und sonderte ein*- Reihe von Abgeordneten auf, den saal zu verlassen. 2lls fid, biefu meigtrun, ttHänc er, u unmthr Gewalt anwenbcn zu müssen. Er befahl zwei Polizei- bcamten, ben Abgeordneten Graf Ladislaus S c m s e y hinaus- iuführen. Jnzwiicben war dieser aber- von den Abgeordneten Josef ttarolm, Markgraf Georg Pallavicini und Graf Madar 3id)i) in bie Mitte genommen worden. Tiefe faßten sich gegen, eilig unter bic Arme und verhinderten 10, bau bie Wachleute Semico aus bem Saale führen konnten. Graf Michael Karolyi drängte sich durch die Abgeordneten. Er war ungeheuer erregt, und fcklug mit Fäusten auf die Wachleute ein, die i'chließlich zuruck- gedrängt wurden. Nunmehr venuchte Polizefoberinfpcklor Pawlik an einer anderen Stelle, den Abgeordneten Georg Szmreesanyi zum Vcrlaffen dcS Saales zu bewegen. Als sich auch bieicr weigerte, forderte Pawlck wiederum zwei Wachleuchtc aut, den Abgeordneten zu ergreifen. Einer der Wachleute, namens Stefan P 0 liick , salutierte und sagte: Id, bitte gc- horiamst, ich greife einen unabhängigen Ab - geordneten nicht an Tic Cppofition brach bei diesen Worten in einen ungeheuren Jubel aus und ichwenkle Tafchcntüchcr. Georg Szmrccsanhl benieg einen vor der MmiNer- bant stehenden Tisch und verkündete den Vorfall, rooraui ein Teil ber Tribüncnbefucher gleichfalls in stürmische Elfenruic ausbrach, bic von den Oppofitionellen mit großer Begeisterung erwidert wurden Ter Wachmann Polyck wurde inzwifchcn abgeiührt.

oiiiticn ui dem Beifall der Tribüncnbefucher fttmmten die Oppofitionellen das ytoiiutblicö an. Jnzwu'cknn war auch S t a b t- Hauptmann Szeßler im Saale erfchienen, um den An­ordnungen des Präüdcnten Geltung zu verschaffen. <nn Pouzi't wandte fich an eine Gruppe Abgeordneter und griff den Abgeord- neten Jarmv an Ewige Älbgcordnetc riefen bem Polizeibeamten su, er möge fich an feinem Kollegen ein Beispiel nehmen Jarmv wurde icbod) von fünf Wachleuten ergriffen und aus t>em Saale geichlcppt, obwohl er fich wütend wehrte. Alsbald teilte der Abgeordnete Szmrecsanni mit, daß Jarmy eine Armvcrrenkung erlitten habe, und verlangte einen Arzt. Es (teilte ftd) icdoch heraus, daß es fich um einen einfachen Lhn- machtsanfall handelte. Inmitten des eaalc» dauerte Die «c- H ^Jlbg.1 Benedek rief: Julius Kovacs! istooacs Hat bekannt­lich auf ben Grafen Tifza gefchoffen.) Nunmehr begab »ich der Sladlhauptmann in den Korridor, um iim von dem dort weilenden Obcrüadthaupimann neue Wci>ungen zu holen. ,

C'bcrftabihauptmann Boda befahl die N r e n g n e x. u r ffi- fübrung der llnroci jungen des Präsidenten. Um 6,. Uhr cn'diiencn zwei Polizclinspekteure Mil einer weiteren aro's-cn PoliZCiablcilung und erteilten den Befehl, 'amtliche Ad- acorDnctc aus dem Saale zu drängen. Es begann bub 11 n wahnsinniges Handgemenge, ein xrängen unb stoßem Ttc 111 den ersten Reihen nehenben Abgeordneten, namiidf^ubann o.uüb Michael Marolm und Georg ^-,mrcc»anpi uno andere, Hdltcn sich mit Gewalt zur Wehr und ) (f> l u g c n auf Die ja a cb l e u t c los, die idrcr'Cits auf die Abgeordneten drein- ichluacn Ter Abacordne:e Bola Jarmv,-cm Bnider des zucrn abgciubrtcn Stephan Jarmv, wurde von vier Wachleuten trotz heiligster Gegenwehr an Händen und druijen er- Riffen unb au» bam 6«U «eidtleilt cj ibidleij »id» unbcidirciblid) rouu c Szenen ab_ Grat Albert AoV 0 nvi wurde von Wachleuten aus bem -saolc gcbrangl, «S«« w.toer surud. « r a, 3 u H u e 3 n b r a >! n T1 üd>tete aui Den J.'c In 1Nerti, ch. Abg. Andreas Rach wurde Hinausgeschlciil, ebenso die Abgeordneten Ltto ^ont« unö = Oaller Mehrere Polizutcn mi-len den i^uafen Michatt naroim, der mit .vanDcn und ivuien um itblug schlietzttch aüang es ihm, nd> m c.ne Bankrcihc iu 'luchten, wo er nieder- nürzt?. Man ries nach Aerzten. Zwei Aerzte der Frei- iDilltgcn SlettungigeieUid»a»i jprongen über die Barriere der Journaunentribunc in den saal und labten den Grafen Karochi, ber nach einigen Minuten wieder zu uch kam.

sallS in der Gruppe der Cöpofiiionellcn stand, vergebens Per- I,'anbeitc Jetzl begaben sich auch Graf Andrassv unb die übrigen partcilofen Siebenunbscduiger zu ben Oppositionellen. Tiefe bradA-n in stürmischc E 1 jenrufe au** Pawlik verließ jetzt den Saal und begab sich inS Präsidialbureau, wo sich Graf T'iia seit ber Unterbrechung der Sitzung ausdielt. Nach einigen Minuten kehrte er tn den Saal zurück. Zu dem traten Avponyi gciocnbfi, sagte Pawlik, eS sei der Wunsch des !Zräsidenlen, daß Die Abgeordneten, bie auf einer Liste verzeichnet sind, freiivillig ben Saal ver» ließen, sonst würden sie mit Waffengewalt ent­fernt werden.

Barrikaden au8 Miniflersefleln.

Nunmehr entstand ein g roher Lo rm. .Die oppositionellen Abgeordneten stimmten bas Kossuthlied an und riefen wie­derholt : E» lebe das Vaterland' und sangen daraus tu.' ungarische Hymne. Sie erklärten, sie würden sich der Entfernung aus dem Saale widersetzen Pawlik ließ sich Darauf die Liste geben, auf welcher der Präsident bic auszuwriscnben Abgeordneten verzeickmet Halle. Diese bcantroorlticn dies mit Höhnisdien Zurusen. Paivlik begab sich nodwal-5 zu Tisza, um sia» neue Instruktionen zu holen, erschien wiederum im Saale unb forderte nacheinander mehrere Abgcordneie aus, sich aus Dem Saale zu entfernen. Diese befolgten die Aufforderung nicht unb ihre Freunde umringten sie jedesmal, um sic zu schützen Einige titbgcorbnctc bauten aus den Ministersesseln Barrikaden aus. Paw­lik begab sich wiederum zum Grafen Tisza.

G Uhr. Nadx»cm Pawlik den Saal nneder betreten hatte, be­mühte er sich sortgesctzl, tüc Abgeordneten znnr Verlassen des ^aalcs zu veranlassen Zwei W a chl tu t c , bic ben Abgeord­neten Abraham Justhpartcu anfassen wollten, wur­den znrüägestoßen Als Pawlik fid) dem Grasen A p- vonni näherte und gegen ibn Gewalt anzuwenden schien, ertönten die stürmischen Rufe: Wer Apponyi anrühri, ist des TodeS. Eine ähnlidK Szene ereignete fid), als Pawlik mit dem Grafen A n drafih pcrbanbeltc. Ter Ab geordnete M o z 0 o ssy entriß Dem Saa l fomjltisfa r die Oiste der aufgeschnedenen Abgeordneten und zerriß sic unter großem Beisall.

Gras Tisza als Zuschauer.

»ch viel schlimmer geworden. Ter Opposition ist Zwischenzeit gelungeii, besonders ausaeregte Stn- bmtenfreife gegen bic Regierung mobil zu mack>en, und Sozialisten sind auch wieder kampfbereit. '

Cppofitton^im Saale.

Nachdem Graf Apvonvi bem Polizcioberinspcktor erklärte, bau fic ruhig ben Saal vcrlasfen würden, wenn die Polizei sich zurückziche, mürben die Polizeimannfciaitcn zurückgezogen, worauf die Abgeordneten den Saal verließen.

U m 8.15 Uhr war der Saal geräumt Tie Abgeord­neten Apponm und Anorassi) urden nut Icbljarten Ovationen in den Wandelgängcn empfangen

Eine TutHforbtrung.

Infolge der Vorgänge in der h.ul.g^u Sitzung des W- geordnelcnhaufes kant es zu einer Ehrenaffäre zwischen den Adgeordnercii Geza Kubtnyi und dem Abgeordneten der Volkspartei Georg Szmrecsanyi, der Kubinyi zu- rief: Bezahlter Schurke!

Sozialdemokratische Strafrn-thinbgcbnng.

Lsenpcsi, 17. Sept Tic sozialdemokratische Partei beschloß, morgen abend eine Stratzcntundycbung für das allgemeine Wahlrecht und gegen die Vorgänge im Purla- ment zu veranstalten.__

Die Eröffnung der nieö>rlanöifd)cn Parlaments.

Haag, 17. Sept. Die feierliche Eröffnung b er Kammern fand nach bem üblichen Zeremoniell statt. Ter königliche Zug bewegte sich durch bic Straßen, in denen sich eine ungeheure Menschenmenge angesammelt hatte, bic die Königin und den Prinzregenten lebhaft begrüßte. Nicht der geringste Zwischenfall er­eignete sich.

Mittlerweile versammelten sich die Sozialisten zu ihrer geplanten Kunbgebung aus der gemieteten Rennbahn, bic etwa eine Stunde vom Zentrum der Stadt entfernt ist, in einer Anzahl von etwa 20000 Personen. Tie Redner der Versammlung sprachen für das allgemeine Stimm» recht und tadelten den Bürgermeister, der einen Zug durch bic Stabt derboten habe Nach ber Versammlung, als bic Königin bereits ins Schloß zurückgekehrt war, bildeten bie Versammlungsteilnehmer große Gruppen, bic ocr,uchten, fxd) an ben Zugängen zu bem Parlamcntsgcbaube aufzu- stellen. Polizcimannschaften, burch Genbarmeric oeritarlt, bilbcien eine Kette unb zwangen bic Menge, weiter zu gehen. Nichtsbestowentger versuchten verschiedene Trupps auf benr Platze, wo sich bie meisten Ministerien^beflnben, bie Ab­sperrung burchzubrechen x. i c B e a ui ten mußten einigemale blank ziehen Tic Menschen sammelten sich bann von neuem, fangen sozialoemokratifche Lieber und v7r höhnten Die Polizei, bis biefe, burch berittene Gcnbarmen verstärkt, sich entschloß, bta Platz zu säubern.

In der Thronrede

;ur Eröffnung der Generalstaaten heißt es: Tic Beziehungen zu Den anberen Mächten find bie freunbschafttichsten geblieben, die

Nr. 22ü Erster Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 18. September 1912

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