viertes Blatt
Nr. 59
|62. Jahrgang
EHchenu tR-Nch mtt LuSnahm« W Sonnta-L.
furt abgeschlachtet werden muß. Tie Mittel wurden bc*
willigt.
Hessen-Nassau.
Salem Gott
VWWM
Salem WeAum
Die Hei<|fetT Jtmilknblätter* werden dem „ün^ifler* eiennal wöchentlich betgdegl, daß „Xretsblett fir öen Kreis Gieße«" »weimal wöchemluh. Di« ..Landwirljchastllchen Lett» |r*gee" erscheinen awnatlid) (roeimaL
Spielplan der Giehener Stadttheaterr.
Tirektion: Hermann Steingoetter.
Sonntag, den 10. März, nachmittags 3ZL Uhr, bei Volkspreifeitt .Als ich wicderkain.- (Fortsetzung von ,Im weihen fRööl.'j Ende nach 57, Uhr. Abends 77, Uhr, bei kleinen Preisen, (Biilfiiieiiie haben (Gültigkeit (mtter Piitwirkung der Kapelle deS biefiqcu Insanterie-RegimentSi: .Lnmpacivagabnndus oder Tas liederliche Kleeblatt.' Ende 107, Uhr. Dienstag, den 12. März, abends k Uhr (19. TienslagS-AbonnementS»Dorslel!nng): .Ter Leihgardist.' Komödie in 3 Auszügen voll Franz MolnLr. Ende 10' . Uhr Mittwoch, den 13. März, abends 7 Uhr (19. MittwochS-Abonne- nlent-Borslellnng): .Tie Bildschnitzer.' Hieraus: .Ter Barbier von Berrtac.' Zum Schluß: .Lottchens Geburtstag.' Ende 97« Uhr. Freitag, ben 15. März, abends 8 Uhr, bei Volkspreisen: Volks- Vorstellung (unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Infanterie- Regiments): .Polnische Wirtschaft.' Ende 10'/, Uhr. Sonntag, den 17. März, nachmittags 3'/, Uhr, bei kleinen Preisen (unter Mittvirknng der Kapelle des hiesigen Infanterie - Regiments): .Lnmpacivagabnndus oder TaS liederliche Kleeblatt.' Ende nach 6 Uhr. AbcudS 7'/, Uhr: Benefiz für Regisseur Curt G ü hne; bei gewöhnlichen Preisen : „Hamlet, Prinz von Dänemark.' Trauerspiel in 5 Akten von William Shakespeare. Ende 10X Uhr.
Samstag, 9. März (9(2
ItMettonlbrud und Verlag bet Brühlfchea UawersuätS - Buch- und Stemdruckent.
9L Lange, Siegen.
Redaktion, Exvedttion und Druckerei: Schul- ftraße 7. ExpedlNon und Verlag.
vedaklwwe^lir. Tel.-Adr^Anteiger^lehen.
91t M»5 fjjrw» 3M*5
2urwr- Nr « s 10
SualttSt.m 6 Ä 10 Pf.dae Sr '
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejjen
nabt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihn, von dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanislaus- Orden? 3. Klasse erteilt.
** 23 on der Fcchtriege des Turnvereins wird uns geschrieben: Im Anschluß an das am Sonntag nachmittag in der Turnhalle des Realgymnasiums ftattfinbenbc Bezirkssechten bes 3. Bezirkes veranstalte^ die Fechtriege bes Turnvereins von 1846 abcnbs im Saale des Cafs Ebel eine Abendunterhaltung in Form eines K ab a r e t t - A b eu d s. Ter Vergnügungsausschuß hat es ich angelegen sein lassen, den Teilnehmern eine in ihrer Art für Gießen vollständig neue Veranstaltung zu bieten. Mitglieder des Frankfurter Schauspielhauses unb des Hochschcn stonscrvatoriums werden im Verein mit Gießener Turnern ihr bestes bieten, um den Abend genußreich zu gestalten.
** I m Kaufmännischen Verein und C r t ä gewerbe verein sprach in der neuen Universitätsaula vor einer zahlreichen Zuhörerschaft Hein; R i ch a r d t - Frankfurt a. M. über „Norwegen, das Wunderland der Fjorde". Ter Redner führte an der Hand zahlreicher, selbstgesertigter ^photographischer Naturaufnahmen die Sehenswürdigkeiten und Schönheiten des Landes vor: mit seinen fchnee- und eisbedeckten Bergriesen, großartigen Wasserfällen, tief eingeschnittenen Schluchten und Fjorden. Zn dem Vortrag gab er feine Reiseerlebnisse zum besten und, be lehrte die Zuhörer über Land und Leute. Tie Hauptstadt Christiania war das erste Ziel der Reise. Sie macht trotz ihrer 1 t Million Bewohner, mit ihren engen Straßen und ment niederen Häusern den Eindruck einer Provinzialstadt. Was sie auszeichnet, ist die Unmenge von Tenkmälern berühmter Männer des Landes, die aber in ihrer Ausführung klein geraten sind. Ter Norweger schläft bei offenen Türen. Tiebstahl wird sehr hart bestraft, kommt indessen selten vor Die Land- und Felsen bewohnet machen zwar einen etwas düsteren, unklugen Eindruck, sind aber nichtsdestoweniger recht intelligent. Tie sich immer mehr ausbreitende Lepra, die dem starken Fischgennß zngeschrieben wird, macht allenthalben, den Bau von Krankenhäusern nötig. Ter Norweger ist ein äußerst tätiger Mensch, was schon daraus hervorgeht, daß seine Handelsflotte mit 2 154 000 _ Tonnen an vierter Stelle steht, also unmittelbar nach der deutschen kommt. Von Clwisriania ging die Fahrt in 14 stündiger Tauer auf ein gleisiger Bergbahn nach dem Hasenplatz Bergen. Neun Jahre baute man an dieser Eisenbahn. Anfangs strategischen Zwecken dienend, ist ihre Benutzung so stark geworden, daß man die Anlage eines zweiten Gleises beschlossen hat. Tas Städl eben Bergen, ein ehemaliger Stützpunkt des Hansabundes, hat eine malerische Lage, reinliche, breite Straßen und erinnert in seiner ganzen Anlage an Heidelberg. Unter den 365 Tagen des Jahres sind etwa 300 Regentage. Weiber führte die Rei,e nach Trontheim, Tromsö, Hammersest und ans Nordkap. Als Sehenswürdigkeit ersten Ranges verdient der Tom in Trontheim erwähnt zu werden, der in seinen Größenverhältnissen und in feiner Ausführung als außergewöhnlick)es Bauwerk angesprockwn le erben darf. Eine Begegnung mit den im Norden Norwegens, Schwedens und Rußlands lebenden Lappen gab dem Redner Veranlassung über Sillen und Lebensart dieses Volksstammes recht iuleressanle Ausführungen zu machen. Der an der Küste betriebene Walfischfang hat solche Ausdehnung angenommen, daß die norwegische Regierung zur Erhaltung der Art besondere Bestimmungen erlassen Hal. Ein eigenartiges Schauspiel, das nur recht selten unb dann nur sehr kurz wahrgenommen lverden kann, wird dem Besucher der nördlichen Teile dieses Landes in der Mitternachtssonne geboten. Es war dem Vortragenden geglückt, mehrere Ausnahmen davon macken zu können. Nach einer gefahrvollen Rückreise, auf der der Dampfer Neptun auf einen Felsen ausgefahren unb nur schwer wieder flott gemacht werden konnte, landete der Vortragende in Bergen, von wo aus er dann die Heimreise antrat. Der Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen.
** Sendungen an Militärpersonen auf Truppe n - U c b u ngs p l ä tz e n. Auf Postsendungen an Militzär- personen auf Truppen Uebungsplätzen werden vielfach als Bestimmungsort sowohl der Garnisonsort als auch der Truppen- UebungSplatz, also zwei Bestimmungsorte, angegeben. Dadurch entstehen bei den Postanstalten Zweifel über die Leitung der Sendungen, sowie Unzulräglichkeiten für den Betrieb und die Empfänger Namentlich wird auch die Unterbringung der an Offiziere, Fahnenjunker, Einjährig-Freiwillige usw. gerichteten Sendungen häufig durch derartige Aufschriften erschwert. Mil Rücksicht auf die auS der Angabe von zwei Bestimmungsorten entstehenden erheblichen Weiterungen und Verzögerungen empfiehlt es sich, auf Sendungen an Militärpersonen auf Truppen-Uebungsplätzen entweder den Garnisonsort ober den Truppen-Uebungsplatz — am zweckmäßigsten den letzteren — als 2teltunmungdort anzugeben.
Kreis Friedberg.
L. 23 a b«92 a u b e i m, 7. März. Das hiesige Elisabeth- hauS (Kinderhospital) war im abgelaufenen BetriebSjabre von 1060 Kindern besticht. Es gab 5 Sommerbabepenoden, jede hatte 194 Pfleglinge, unb 2 Winterperioden. Tie letzte zu Weihnachten bis zu Anfang März war von 61 Kindern besucht; 8 Schwestern unb 6 Helferinnen pflegten im Sommer die Kinder, im Winter sind eS 4 Schwestern.
Starkenburg und Rheinhessen.
statt unb ihre Insassen. L
Dr. Berliner fährt weiter unb be,chre,bt kurz zwei Insassen bei- Anstatt. Er untersckfeidet zwischen schwach,innigen und Psychopateu. Der erste ist ein Psnckovate. Er war bereits ncb zehn Jahre, als er in der Anstalt Aufnahme tanb. Dies war von vornherein ein böses Zeichen Es ilt der Lohn eines Ober- Vvstassistenlen, der in der Volksschule ganz gut fortgekommen n>ar. Er wurde jedoch als Kaufmannslehrling entlassen: eherno laugte •er auf der Unteroffizierschule nichts. Er kam letzt zu einem Rechtsanwalt in die Lelpe. Seiner Mutter drohte er mtt -latltdp feiten. Er stiehlt seinem neuen Lehrlvrrn einen Revolver, mit dem er auf offener Straße schießt, ohne glücflidKrmnie .tt'mand zu verletzen. Von seiner Unterbringung beim Militär wild 2lb= stand genommen, da GehörsamSverireiqerung erwartet wird, .tut der „S teinmühl e" tut er anfangs gut. Plötzlich laurt er weg, ohne bei seiner Wiebereinlieferung einen Grund angeben zu rönnen. Von jetzt an zeigt er sich verstimmt und gibt ferne Antwort. Nach kurzer Zeit wird er dabei betroffen, rote er aui einmt Schleifstein zwei Eßmesfer zu hmitgerechten Toldwn umidneui Er gibt darüber sehr harmlose Austum^ wird aber bod) jept im Irrenhaus untergebracht. Der ^v eite ff all betnrrt einen schwach sinnigen. Sein Vater ist an Tuberlulo,e verstorben, wie ub.i Haupt erbliche Belastung häufig vorkommt Der 'llkohol lviAt dabei eine grausige Rolle. Der Iunge heck er,t mit b Jahren laufen gelernt. In der späteren Lehre fuhrt er N<b Mtt. ist aber zu dumm, sein Gesellen, tück anzufertigen, weswegen er
weggeschickt wird. Er neigt dazu, kleinere
Ander zu necken. Als Ausläufer ist er nicht ZU verwend^, da er nicht mit Geld umgehen kann. Er kommt in die t e wühle. Hier sind ihnen die Begriffe wie kinks, rechts, t g, feig ganz fremb Im Unterricht ist er mumfmerks^ und ohne Ausdauer. Da er sich aber geheitert hat, nter , öertlt in einer STartonagefabril' in Frankfurt untergibra , -
jetzt gut getan i>at. Dieser Fall zeigt batt en Men.ch b^ eignetet- Behandlung und frühzetttger Elnlienrung noch auf bvn rickstigen Weg gebracht werden Fann. hnn
Im Laufe der kurzen Aussprache imrd MtgMeltt da» .solche Anstalten nicht nur für Jungen, iandern, n .
ringercin Maße, für Mädchen bestehen 'iasterswert a.^.tzmm nru Hamburg). Die ^luSsührnngen der beiden Redner w Beifall aufgenommen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 9. März 1912.
lieber moderne Probleme der Zwangserziehung sprachen am Donnerstag abend im großen Hör,aal der Universität iPvo^essor Klumker - Frankfurt unb Privatdozent Berliner- ,©ie,;cn. Zunächst brachte Prof. Klumkcr einen geschichllickien Ucberblid: Es ist eine weitverbreitete falsche Meinung, daß das Gebiet der modernen Zwangserziehung neu sei Ihre Probleme sind genau so alt wie die des Unterrichts Tie ältesten ErziehnngS-
1 anflalten sind die Waisenhäuser und Blindenanstalten. In ihnen <mürben dieselben Elemente erzogen, wie es heute die Zwangszöglinge sind. Die Waisenhäuser mären Erziehungsanstalten, die die jungen Leute zur Arbeit bringen unb die Bettelei bekämpfen sollten. Man zwang also die Stinber zur Arbeit, um das Herum
। treiben zu unterbinden. Diese Kinder ivaren alle zu späterer Arbeit bestimmt. Erst die Frankeschen Erziehungsanstalten setzen neben die Arbeit den Unterricht. Tie meisten dieser Anstalten waren mit den Zuchthäusern vereinigt Anfangs des neunzehnten .Jahrhunderts jedoch lösten sich viele dieser Häuser auf und die übrig bleibenden wurden von den Zuchtlfäusern losgelöst. Um diese Zeit erscheint Pestalozzi. Er war nicht imstande, irgend eine seiner Anstalten längere Zeit hindurch zu halten; aber trotz dem sind alle aus jener Zeit stammenden Anstalten daraus bedacht, seine Ideen einzuführen: Die Erziehung der Kinder darf nicht daraus beruhen, diese nur arbeiten zu lassen, sondern man,muß au, ihr ganzes Leben durch Wanderungen unb Spiele einwirken Es entstehen die RettungSl)äuser. Die Arbeit darin ist zunächst nur ein Mittel zur Disziplin; erst in zweiter Linie dient die Arbeit einem Selbstzweck. Im achtzehnten Jahrhundert wurde die Arbeit dieser frinber von der Industrie, ohne Mcksickst auf persönlich Interessen, ausgebeutet. Jetzt soll aber dem Kinde die Freude an der von ihm verrichteten Arbeit ertveckt werden In den achtziger und neunziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts ent stehen die ersten Blindenanstalten. Ihnen folgen bald Idioten und Zbrüppell-eime. Diese Anstalten sprechen zum erstenmal den Gedanken aus, daß verschieden geartete Wesen in verschiedenen .Anstalten erzogen werden sollen. Heute ist diese Arbeitsteilung bis ins kleinste burd>geführt; ja wir haben sogar Anstalten, in denen drei bis vierhmrdert Zöglinge sind bis zulsolchen, die nur zehn bis zwölf Kinder unterrichten. In letzteren soll den Kindern die Familie ersetzt werden. Sie sollen aber auch ju gleicher Zeit Schule sein. Eine andere Richtung betont, die Schule kann keine Familie sein. Jede Anstalt muß, menn sie etwas leisten soll, einen geimjfcn Geist, ein gewisses Schma haben. Eine Anstalt kann nidjt zu gleicher Zeit Blinde, Lahme, Idioten usw unterrichten. Es gibt keine allgemein idealen Anstalten; iedc kann nur für ihren bestimmten Zweck ideal fein. Der Redner führte weiter aus, daß es int Deutschen Reiche ungefähr 50 000 Zwangserziehungszöglinge gibt. Ungefähr 200 000 werden von den öffentlichen Armenhäusern erzogen. Für alle diese Kinder trifft die zuständige Behörde nur die Auswahl des Erziehungsortes. Ec- ist jetzt die Aufgabe, die Massenerziehung einzuleiten: Einige wenige frinber finb leicht zu er.;lehn; steigt aber bie Zahl in die Hundert ober selbst Tausend, bann wird obige Frage brennend Jedes Kind will anders behandelt sein. Wie können wir die Kinder so kennen lernen, daß wir sie schnell und sicher am richtigen Platz unterbringen. Redner zeigt an einem Beispiel, daß ein guter Leiter die Kinder nicht erkannte und sie durch Prügett strafe zwingen wollte. Ta diese aber von ihrem fast täglich be trunkenen Vater oft geschlagen wurden, machte diese Strafe gar keinen Eindruck auf Jie. Die Versckwrfung der Strafe führte zur Mißhandlung Man muß in die Seele deS Kindes ein- dringen, um keine planmäßige Erziehung zu ermöglichen. Es gibt eine Menge guter Lehrmeister, die ganz verschieden veranlagt sind, beiten man bie Zöglinge übergeben kann. An einer Reihe von Beispielen zeigt der Vortragende, daß wir Anstalten nötig haben, in denen die Kinder individuell behandelt werben. In der Nähe von Frankfurt wurde zum Versuch eine kleine Anstalt gegründet. Ganz klein hat bie Anstalt angefangen; jetzt beschäs tigt sie sckwn zwei Lehrer. Die Beobachtung bes Geistec^ustanbes der Kinder führt ein Pfychiatiker (jetzt Dr. Berliner) aus. Jetzt sind über 20 Kinder darin untergebracht. Die einen lverden im Garten beschäftigt, andere sind in der Schlosserei, wieder- andere in der Schreinerei tätig. Ein anderer Teil flicht Matten, bie, wenn fein Interesse mehr vor gruben ilt, zur Vollendung für spätere Insassen aufgehoben werden. Zunächst waren nur Frank furter dort, später suchten bie KreiSverwaltungen von Mainz und Worms um Ausnahme vost Zöglingen nach, die sonst nirgends untergebracht werben konnten. Zuletzt mürben auch Kinber aus mittleren Kreisen aufgenommen. Jetzt trifft man bort auch In fassen, bie zur Beobachtung bort finb, um festzustellen, was mit ihnen anzusangen sei. Eine Anzahl Lichtbiiber bringen bie .In
-(Marburg, 7. März. Der Akademischer u r n- verein hat sich mit Rücksicht auf seine große Mitglieder- zahl geteilt und einen neuen Verein mit dem Namen „« urhessen" gegründet. Der alte Verein wird im nächsten Monat mit dem Bau seines eigenen Verein' : « am Kaffweg beginnen.
z Franken berg, 7 März. Die Vermin, rn, fra« die in der Neustädter Gegend hausenden Zigeunei Burgwald „wechseln" würden, scheint sich zu befic . . a. Sic aus Diescnfeld gemeldet wirb, bemerkte man dort in der vorletzten Nacht mehrere Z i g e u n e r iv a g e n auf der in den Burgwald führenden Straße. Hoffentlich werden die Bewohner hier nicht so nervös, wie in Neustadt, wo in den letzten Tagen mcbrercmalc auf harmlose Lrtseinwohner geschossen wurde, die man für Zigeuner hielt.
Bobnftrcctenretlame und heimalschuh.
zj. Frankfurt a M., <> März.
Ter deutsche Verband der Reklamcinicvefi'enten hielt hier seine Generalversammlung ab, in deren Mittelpunkt eine entgehende Besprechung der Babiistreckenrettame stand Ter VerbandSshndituS Tr. L. Lindner ।'Berlin) führte dazu aus:
TaS Heraustreien der PlatätreName auS den geschlossenen Crtfd'aften sei eine Folgeersckieinung der modernen Enlivickelung von Handel und Verkehr. Es sei vom ideellen Standpunli des Heimatsckmtzes, der dem Strom des Wirtschaftslebens ferner stehe, durchaus logisch und verständlich, wenn er diese Tatsache bedauere und von ihrer prattischen Verwirklickmng nichts wissen wolle. Tarum wandte sich der Verband für Denkmalspflege und Heimat- ,'chutz erst kürzlich wieder gegen alle Reklame an Bahn und Straßcnstrecken." Der Verband der Reklameinterefsenlen fordere aber auch hier den Mittelweg, nämlich die individuelle Behandlung des einzelnen Falles.
Geheimrat Professor v. O e ch e l h ä u s e r KarlSi ni e , der als Vertreter des Verbandes für Denkmalschutz und Heimatpflege an ber Versammlung teilnahm, erwiberte auf bie Ausführungen Tr. Lindners, baß er als Sohn eines Großinbusttiellen ben Bestrebungen deS Verbandes der Reklameinteresseitten yuar durchaus sumpathisch gegenüberstehe, aber doch schon häufig auf seinen Reiseir durch marktschreierische Reklame in schönen Gegeirdeu in Widerstreit nut feinen fünftlcrifchcn Ansichten gekommen sei. Er wolle gern hoffen und wünschen, daß es auf der mittleren Linie zu einer Einigung komme — Im Anschluß daran wurde mitgeteilt, daß in Bauern ein Reklameausschuß gebildet worden sei, in denen je drei Herren vom Verband für Tenlinalpflege unb Heimatschutz und aus Handels- unb Jndnstriekreisen gewählt worden feien, bi. in allen Fragen ber Reklame Gutachten abgeben unb dadurch ein« Grundlage für friedliche Verständigung schaffen sollen.
Außer Geheimrat Professor Oechelhäuser sprachen u a. noch die Vertreter mehrerer an dieser-Art von Reklame beteiligten; Firmen. Sie forderten besonders, daß die Plakatreklame, an der deutsche Künstler zu beteiligen seien, möglichst vornehm gehalten fein sollte.
Kuranstalt Hofheim JL
________(1 2 Stunde von Frankfiirti. M->. für Erholungsbedürftige,--- Nerven-jir.d innere Kranke. Sommer und Winter be«- ■ t.
m. Offenbach, 7. März. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden für die Er w e i t e r u n g s b au - ten des städtischen Krankenhauses 177288 Mk. bewilligt. Ter Stundung der Verbrauchssteuer auf Ge- tränke wurde unter der Bedingung zugestimiftt, daß eine Sicherheit im durchschnittlichen Monatsbetrag der Steuer hinterlegt wird. Ter Verband fortschrittlicher Frauenvereine ist in einer Eingabe darum vorstellig geworden, daß die Nationalökonominnen und Juristinnen für die Armen- und fBaifenpflegc, die Wohnungsinspektion, Berufsvormundschaft, Jugendfürsorge usw. herangezogen werden sollen. Tie Stadtverordneten erklärten sich damit grundsätzlich einverstanden. Ter städtische Kartofsel- v er kauf ist jetzt, soweit der Großvertauf in Frage kommt, beendet, während der .stleinverkauf im städtischen Verlor- gungshaus weiter betrieben wird, bis der Vorrat zu Ende ist. Nach der Mrechnung betragen die Ausgaben hierfür 89 727.40 Mk. und die Einnahmen 85 988.65 Mk. Ter von der Stadtkasse zu leistende Zuschuß beträgt 3738.75 Mk., der von der Versammlung genehmiat wurde. Aut ein Geiuch der Stadt iii das Ministerium des.Innern bei der (Eijen- bahnverwaltung um die Anweisung eines Platzes am Guter- bahnhof eingekommen, um das Großvieh direkt nach Offenbach bringen zu können. Tie Eisenbahnverwaltung hat sich hierzu bereit erklärt unter der Bedingung, daß die Stadt 2500 Mk. für die Herstellung einer Rampe bewilligt. Aus diese Weise wird es möglich, daß während des Ausbruchs c Der Großherzog Hail einer Seuche im Frankfurter Biehhof das Großvieh direkt
mO.rdenSangelegenheit. D Tarm-Inach Offenbach befördert werden kann und nicht in orank-
'bein Revier-Polizeikominifsar Hch. Ltnoeman" z»


