Ausgabe 
10.10.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

fragen

Kalj. E) Mr. i. "

n

da- rebt, sem NL <tick- jede

üi 7 ,

end-.

ümS $ig. .20 , 1.22,

n 186

Mu

aut

fett brot .58«. rot w«.

3

IACT

klcinc

Co* X%^

80ll°< icbt-

USZ WZ

WK

olgt sei.

Tic Stimmung in Sofia.

^inanzgescllsä.aft, die er für die Erfindung begrünt»er hatte, löste 'ich im Februar 1891 aus. Der Traum war zu Ende. Er hatte gegen 190000 Dollar in dieseTeufelssache" geftedt nnb sah sich Aum erstenmal seit zwanzig.Jahren wieder in die bittere Notwendigkeit versetzt, fürs täglid,-; Brot zu schreiben unb der drohenden Not durch mannhaften Fleiß zu begegnen. . .

es fehlte nodi der mechanische Zurichter. . Ende des Jahres 1885 Ham-Maschine Völlig zurüd. Senckn letzten Pfennig setzte Mark kommt Paige ganz unerwartet zu Clemens. , Er erklärt ihm, Twain für das Unternehmen ein, aber idüieBhd) mären alle daß er mit 30 000 Dollar die Vollendung der Maschine garem-' seine Hilfsmittel erschöpft: er hatte nur nod) schulden- Die

x» _. . , . < < v . ' . -...... £ V * Ar Xi? f MAI WA H "Arll H i\(»T Hrtf t 0 I mtl*

worden.

Montenegro und dre Haager Konventron.

Eine halbamtliche Note aus Paris besagt, die Kriegs­erklärung Montenegros stehe im Widerspruch mit den Be­stimmungen der Haager Konvention, da Montenegro nicht, ehe es die Waffen ergriffen habe, die Vermittlung einer dritten Macht angerufen habe. Andererseits spreche die Kriegserklärung von Mißverständnissen, was beweise, daß keine wirklich ernsten derartigen Gründe beständen, die einen Krieg rechtfertigen.

Lin Ausstand im Sandschak Novibazar?

Aus Wien wird berichtet,'daß fich die griechisch^ Bevölkerung von Nowa War es im Sandschak Novibazar erhoben, die Behörden vertrieben und die Freiheit vom türkischen Jwch prokla­miert habe. Die christliche Bevölkerung in Altserbien organisiert in jenen Gegenden, wo sie die Majorität besitzt, eigene Behörden, um sid) zu sd)ützen.

Die Verbündeten des Baifans.

Nack) Mitteilungen aus diplomatischen Kreisen, die in­dessen nur mit allem Vorbehalt wiedergegeben werden fön» neu, kann man, so teilt die Agenee Havas mit, nrcht eigentlid) von einem Bündnis der Balkan- staaten sprechen. Montenegro soll z. B. nicht mit Ser­bien verbunden sein, aber Bulgarien soll nad) dem Abschluß des Vertrages mit Serbien einen zweiten Vertrag mit Montenegro und dann einen dritten Vertrag mit Grie­chenland abgeschlossen haben. Bulgarien wäre demnach durch das die Balkanstaaten einigende Band in seiner Rolle vorherrschend. Es ist überflüssig, auf die Bedeutung des dritten Punktes der den Balkanstaaten überreichten Note besonders hinzuweisen. Ter Entschluß der Mächte, den territorialen Statusquo in der Türkei auf»

Billion fein müßte. . .

Unterdessen tauchte die Nachricht auf, daß auch andere Er­finder am Werke mar en: doch Mark Twain lachte nur über diese Wahnsinnigen, die mitseiner Sache" konkurrieren wollten. Die Maschine Paiges verschlang immer neue Summen; ehe die 000 Teile, aus denen sie bestand, richtig zusammengesetzt und erprobt waren, waren viele tausend Dollar nötig, die Mark -troain hergcben mußte. Mer er tat es .gern, denn sein und «eines ganzen Hauses Denken und Fühlen war nur noch von dieser einen Idee beherrscht. Immer wieder hieß es:Wenn die Maschine erst fertig ist, dann ist.alles wieder gut", und Mrs. Clemens machte die ausschweifendsten Pläne für Wohltätigkeits­veranstaltungen, die sie dann durchführen wollte. Endlid), am 5. Januar 1889, waren Maschine und Zurichter fertig; Mark Twain schrieb in sein Notizbuch, daß er die erstaunlid)ste Sache von der Welt gesehen habe, schrieb Briefe über Briefe an Freunde in Amerika und Europa, um sie .für das große Unternehmen finanziell zn interessieren. Er war in «einer Art Delirium; die fieberhafte Aufregung ließ ihn die.Nächte nicht schlafen und wie in einem Taumel betrieb er die geschäftlichen Abmachungen. Freilid) drückte ihn aber auch oft ein schwerer Alb und er schickte Kapitalien, die ihm Freunde übersandten, sogleich nrieber zurück, weil er seinen Hoffnungen doch nicht so recht traute. Im llcbrigen aber war er weiter her Ansicht, baß er jährlich 35 Millionen bannt in Amerika unb 20 weitere in Europa oerbienen werbe. Die Konkurrenten waren jedoch auch auf bem Schauplatz erschienen, unb ihre großen Erfolge brängten die Fam-

Sofia, 9. Ott. Der Eindruck der Vorstellungen Oesterreich-Ungarns nnd Rußlands zugunsten der.Erhaltung des Friedens ist bisher nicht zn beurteilen, weil der Inhalt geheim gehalten wird. Die allgemeine A u f f a s s u n g der polttischen, selbst der amtlid)en Kreise, geht dahtn, daß, wenn die Großmächte nicht selbst weitgehende Re­formen Vorschlägen und sid) für die Durchführung ver­bürgen, die Bemühungen für eine friedliche Lösung scheitern werden. Ter Minister rat verhandelte über die gestern von dem russischen und dem österreichisch- ungarischen Gesandten dem Ministerpräsidenten und dem Minister des Aeußern überreichte Mitteilung. Ter Mi­nisterrat fand in der Mitteilung leider nicht das, was er erwartete, nämlich genaue Angaben über die der Türkei vorgeschlagenen Reformen und Garantien für deren Ver­wirklichung. Ter Ministerrat will, ehe er eine Lnt- s ch l i e ß u n g f a ß t, mit den K a b i n e 11 e n tn V e l g r a d und Athen einen Meinungsaustausch über die br>

ticrcn könne. Der Dichter, der damals.gerade mit seinemHuck Finn" glänzende Einnahmen erzielt hatte, sagte ihm das Geld zu, und im iFebruar 1886 wird,ein neuer/Vertrag aufgesetzt, durch den Mark Twain Millionen über Millionen sicher zu haben wähnte. In dem Kontrakt befand sich.die Klausel, daß Clemens nicht nur für die Vollendung der .Masdnne, sondern auch für ihre Einführung und gesd)äftliche Kapitalisierung euiiutreten habe, worauf sein Freund Whitmore sagte:Das kann ^ich Ban­krott machen." Aber Mark Twain antwortete: ,,^as i)t un­möglich, ich habe mir das genau überlegt: nichts leichter, als tausend Leute mit einer Million Dollar zu finden, wenn die Ma­schine fertig ist." Er verbrachte nun viele Zeit damit, die Mllionen auszurechnen, die ihm die Erfindung einbringen mußte, auf bic die ganze Welt harrte. Seiten über Seiten deckte er mit Zahlen unb kam schließlich zu bem Ergebnis, baß es ungefähr eine

Der Balkanbrand.

Zwar steht bis zur Stunde Montenegro mit seiner Kriegserklärung nock) allein, aber es herrschst überall die Ueberzeugung, daß die andern Balkanstaaten dem Krtege sich anschlicßen werden. In erster Linie scheinen die ä e r - b c n es eilig zu haben. Amtlich verlautet aus Belarad noch nichts, desto mehr aber außeramtlich. Man befürchtet euren Vorstoß gegen den Sandschal Novibazar, wo bereits ein Aufstand ausgebrochen ist und wo dieAltserbew das tur^ tische Joch bereits abgeschüttelt haben sollen. Die Ber­liner Handelsgesellschaft erhielt aus Belgrad eine Drah­tung, das; die s c r b i f ch e n T r u P P e n tu E i l m a r schen zur Grenze zögen. Nun wird man mit Inter­esse abzuwarten l)aben, was Graf Berchtold meinte, als er vor der österreichischen Delegation sagte,schwren- gen Verhältnissen gegenüber müsse der Staat Selbstvertrauen zu seiner eignen Kraft haben". Wird er den Serben drohend entgegentreten?

Die Montenegriner und die Türken sind schon kräftig aneinander, nur weiß man nicht, auf welcher Seite bisher die Erfolge stehen. Die Meldungen sind nod) widerspruchs­voll. Einmal heißt es, die Albaner hätten die Monte­negriner besiegt, ein andermal sollen sie den türkischen Truppen in die Arme gefallen sein. In Sofia herrscht nad; einer Meldung derKöln. Ztg." eineunwidersteh- iid c kriegerische Begeisterung". Ter König Nikolaus wird fast vergöttert, die Abgeordneten senden ihm die. über­schwänglichsten Glückwunschtelegramme. Der Ministerrat, dem die österreichisch-russische Erklärung vorlag, will nut den Kabinetten in Belgrad und Athen einen Meinungs­austausch herbeiführen. Keine Aenderung des jetzigen B e s i tz st a n d e s, so haben die Großmächte be­stimmt, und bennod) werden die Balkanstaaten, was kaum noch zweifelhaft erscheint, in den Krieg gehen. Ob die Mächte ihr Wort halten werden, ob sie es halten können? Herr Paschitsch und Herr Geschow werden auch nach dem Berchtoldschen AuSsprud) handeln: Selbstvertrauen zu der ciflcncn Kraft! Und das Wort wird sid) erfüllen, das dieser Tage cüi englischer Staatsmann ausgesprochen haben soll: ohne ein bestimmtes Maß von Kampf wird es nicht abgehen. Der Wortlaut der montcncgriuischcn Kriegserklärung.

IHarf Twains Tragödie.

Im Leben des großen amerikanischen Humoristen gab es eine bisher wenig bekannte Tragödie, die ihm mandres Jahr mit fieberhaftester Aufregung und Furcht erfüllte und den in gc- iiclKiten Verhältnissen Lebenden plötzlich wieder vor den barten Kampf ums tägliche Brot stellte. Seine.alte Goldgräberphan- tafic, sein leibenscl>astlich?r Optimismus gaukelten ihm Trug­bilder eines ungeheuren Reichtums vor, bis er eines Morgens jäh emporfuhe aus seinem Millioncntraum und als armer Mann envachte. Eine genaue Darstellung dieser Tragödie im Leben Mark Twains gibt auf Grund der.eigenen Auszeichnungen des Dichters sein Biograph Albert Bigclow Paine in Harpers Ma­gazine. .

Diese Episode", so beginnt der Bericht, den Mark Twain selbst einige Zeil nad) der Katastropl>e darüber aufsetzte,hat sich über mehr als ein Fünftel meines Lebens ausgedehnt, eine bcträd;tlid;e Strecke Zeit, da ich jetzt 55 Jahre alt bin. Vor zwölf Jahren etwa kam ein Juwelier, namens Twight Buell in unser Haus und wollte mich.iür eine Setzmaschine inter­essieren, eine neue Erfindung, die bald vollendet sein sollte. Id) zeichnete 2000 Dollars unb einige Zeit später ging ich in bie Fabrik unb sah bie Maschine an., Ich versprach mir nichts bet ber Sacke, ja als früherer Setzer kannte ich die Sacke aus prak­tischer Erfahrung und hatte bie feste Absicht, baß eine gute selbsttätige Setzmaschine eine Unmöglichkeit märe, beim ich fagic mir, daß eine Maschine nickt zum Denken gebracht werben kann unb' baß bas, was bewegliche Tppen setzt, benken muß ober versagen So mußte mich denn bas Sd-auspiel, bem ich beiwohnte, auf das höchste m Erstaunen setzen. Da war eine Maschine, bie wirklich) Typen setzte, unb zwar mit Leichtigkeit unb Genauigkeit. ' Die Maschine war säst ein vollkommener Setzer: es fehlte nur nod) eins; sie richtete bie Zahlen nicht zu, bas mußte ein Mensch tun. Ich) zeichnete darauf nock 3000 Dollar unb das mar ber Anfang vom Liebe. . ." Tie Erfindung, bie sich nun­mehr allmählich für Mark Twain zu einem gigantischen Vampyr auswuchs, ber alle feine Interessen unb alle seine Krarte ver­schlang, mar die sog. Farnham-Maschine, deren Erbauer ^amcs W. Paige, ein kleiner beweglicher Mann mit funkelnben Augen, den Dichter völlig für sich entnahm. . Paige war ein knstall- klarcr Geist, aber zugleich ein Träumer und Visionär, von dem Clemens fdjrcibt:Er ist ein Dichter, rem sehr grober^nnb ganz eigenartiger Dichter, dessen herrlickw Schöpmngen in stahl geschrieben sind." Ungeheure Reichtümer schienen mit dieser äw- finbung zu winken; aber sie war noch nicht ganz vollkommen;

Roald Amundsen hielt auf Einladung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin einen Vortrag über feine Südpolar- expedition. Tie ebenso große wie glänzende Versammlung, welche die herrlichen Räume der Aula der Universität bis auf den letzten Platz füllte, folgte den zweistündigen, durch schöne Lichtbilder illustrierten Ausführungen des Forschungsreisenden mit gespannter Aufmerksamkeit und unterbrach ihn mit stürmischem Beifall, als er schilderte, wie am 14. Dezember 1911 er und feine Begleiter, indem sic die Hand an die Fahnenstange legten, bie norwegische Flagge am Sübpol hißten. Der Vorsitzende der Gesellschaft Pro­fessor P e n ck , der den Forscher herzlich begrüßt hatte, überreicht ihm nach bem Vortrag als größte Auszeichnung, roeld)c die Gesell­schaft zu vergeben hat, bie golbenc Humbolbtmcbaille.

ck.Lorb Rutlanb ist Shakespeare", unter biefent Titel läßt in ben nächsten Tagen ber bekannte Brüsseler Literatur­professor unb sozialistische Abgeorbnete Celestin Temblon in Paris ein Werk von 570 Seiten erscheinen, in bem er bie auch von einem deutschen Shakespearekenner bereits ausgestellte Hypothese be­weisen will, baß bie Dramen Shakespeares von bem Earl of Rut- lano verfaßt feien. Dem Werk, bas aud) in Englisch erscheinen soll, wird ein anderes Buch folgen unter dem TitelDer Verfasser des Hamlet und seine Umgebung". In diesen beiden Arbeiten glaubt ber belgische Gelehrte feine Theorie in fo überzeugender Weise bewiesen zu haben, baß man nach seiner Ansicht die Trei- hundertjahrfeier zu Ehren Shakespeares int Jahre 1916 in eine Rutlanb-Feier umwandeln wird, ja daß sid) an diesem Fest sogar bie Baeonianer beteiligen werden.

Kurze Nachrichten aus Kun ft unb Wissen­schaft. In Charlotten bürg ist ber frühere langjährige Honorarbozent für landwirtschaftliche Maschinenkunbe an ber Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule, Geh. Regierungsrat Professor Friedrich Schotte im 81. Lebensjahre gestorben. Tie längst mit Spannung erwarteten Gedichte Wilhelm Raabes werden Anfang November im Verlage von Otto Janke, Berlin, erscheinen.

rcchtzucrhalten, ist derart, daß er diese Staaten zum Nachdenken zwingen muß und ist auch ein Beweis für den Wunsch der Mächte, alles zu tun, um eine Verallgemeine­rung des Konfliktes zu verhindern.

In der Pariser Presse gelangte trotz der lebhaften Besorgnis über die möglichen Folgen der nioutenegrini- d)cn Kriegserklärung sonst im allgemeinen die Hoffnung zum Ausdruck, daß der Balkankrieg lokalisiert bleiben werde. Fast durchs-weg herrsckt die Ueberzeugung vor, daß der Sdjritt Montenegros au f An stiften Bulgariens er»

sagte Mitteilung pflegen.

Kricgsproklamationen schon gedruckt?

Die bulgarische Regierung hat nach einer nicht ganz zweifelfreien Meldung derBerliner Morgenpost" bereits Kriegsproklamationen drucken lassen, die Donnerstag abend oder Freitag früh verkündet werden sollen. In dieser Proklamation fordert die bulgarische Re­gierung unter Berufung auf die Sklaverei der d)ristlichen Bevölkerung in der Türkei das Volk auf, der Verwirklid)ung der nationalen Aufgabe zu Hilfe zu kommen nnd weist die Armee an, den militärischen Kampf zur Befreiung der Brüder zu beginnen. Nack, dem Kriege werde eine europäische Konferenz die vollzogene Tatsache anerkennen.

An Pariser amtlichen Stellen gilt es als sicher, daß die Gesandten Bulgariens, Serbiens und Griechenlands morgen dem türkischen Minister des Aeußern eine genau formulierte Anfragenote mit kurzer Frist zur Beantwortung kollektiv überreichen werden.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Sofia: Mi­nisterpräsident Geschow erklärte in einer Unter­redung, daß es jetzt sehr schwer sein würde, eine Mög­lichkeit, den Frieden zu erhalten, zu finden.

Tas Reutersche Bureau erfährt, in bulgarischen Streifen glaube man, daß Bulgarien erst in ein oder zwei Tagen den Mächten antworten werde. Es wird als sehr un­wahrscheinlich betrachtet, daß Bulgarien, Serbien und Griechenland den Krieg erklären könnten, bevor sie den Mächten die Antwort zugestellt hätten. Der griechische Gesandte antwortete auf eine Anfrage be­züglich der gerüchtweise gemeldeten Kriegserklärung durch Griechenland bem Reuterschen Bureau, daß der König erst Mittwod, abend in Athen eintreffe und daß während seiner Abwesenheit ein solcher Schritt nicht unternommen werden könne.

Der Text ber Note, die von dem montenegrinisd)en Geschäftsträger Plamenatz überreicht wurde, lautet:

Iw bedauere, baß die inonteiiegriinfd;e Regierung vergeblich alle freunbfdxutlidien Mittel erschöpfte, um auf gütlichem Wege bic eal Ireiden Mißverständnisse unb Konflikte mit ber Türkei au beseitigen, bie sich ftänbig erneuern. Auf Ermächtigung des Königs, meines erhabenen Souveräns, habe id> die Ehre, Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß bic montenegrinische Regierung v o n heute ab alle Beziehungen mit der Türke i ab - bricht und bie Entscheidung den montenegrini, chen W affen zur Anerkennung ihrer Rechte und der seit Iahrhundctt minad'teten Reckte ihrer Brüder in der Türkei überläßt, ^ch verlasse Konstantinopel. Die Regierung wird dem ottomani|d)en Vertreter in Cetinje seine Pässe übergeben. ..

Die Pforte befahl dem türkischen Geschäftsträger, ihr Axckiv der deutschen Gesandtschaft zu übergeben und Cetinje zu verlassen.

Die ersten montenegrinisch-türlischen Kampfe

Konstantinopel, 9. Okt. Blättermeldungen zu­folge gelang cs den Albanesen unter Riza-Bey B c r a n a zu entsetzen und dort einzuzichen, woran sie auf m o u t c n c g r i n i s d) e s G e b i c t v o r r ü ck t e n. In patriotisdicn Aufrufen wird die Bevölkerung aufgc- sordert, sid) für die Armee anwerben zu lassen. Eine große

Nr. 259 Erster Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 10. Oktober 1912

fcet eichener Anzeiger Ah m? ntlidi75l^mertel-

erscheint täglich, außer _ . _ . - A ItS A AA jährlich Alk. 2.20; durch

ntaqS. - Beilagen: A Jk A A AA Abhole-

mödientlid) Iw gf Wff ^vt H monatlich durch

6ie6enerSa*ilicnblätter, Ä « U OO O K F? S X fl B MV B die Post Mk.2.-viertel-

zweimalwöchenilRreir. WM Q V\^ Bestelle.

blaNsürdenBreiiGiehen Wt MW ÄT a B M B Bk B Bk

(DienstagundFreiiaq); Jff ES F-'J VA. R »L M R auswärts 20 P'enniq.

Land- M BW ^B^ DM MM WW B A Goetz.

oirtfd)aft!id?e Seitfraaen ~ WB MM Verantwortlich für den

Fernsprech - Einschlüße: politisck)en Teil: Angnst

LZW General-Anzeiger für Oberhessen WM Vnnahme^von iin^igeti Hofattonsörud und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulsttahe 7. E.Seß; für den iur die las^ummet Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 SeschastLftelle vahnhosstrahe 16a. ^"ze.genteii: e>, Be^

Di6 vormittags » ugr. = u r ____mjhmuwu.'n----' n»i u r

Zahl albanischer Freiwilliger meldete sid) zum Truppen- uenst. _.. _

Sabah" glaubt, die Montenegriner hatten Ber an a gewählt, um mit der serbischen Armee sich ver­einigen zu können. Die Montenegriner hätten euch vcr- acht, die Grenze in der Richtung auf G u s s i n j e zu über» chreiten.

Der Sonderberichterstatter des Reuterschen Bureaus meldet aus Podgoritza vom 9. Ott.: Die montenegri­nische Armee hat heute vormittag den Krieg gegen die 'ürkei mit einem Angriff au f die starken türki­schen Stellungen gegenüber von Podgoritza begonnen. Nach einem vierstündigen erbitterten Kampf räumten die Türken die Höhen von Plaminitza. Tie Montenegriner rückten zum Angriff auf Detchitd) vor. Am Nachmittag trafen türkische V c r st ä r k u n g e n ein und es entspann sich ein allgemeiner Kampf, der zurzeit nod) andauert.

Der BerlinerLokalanzeiger" will aus Konstan­tinopel erfahren haben: Bei einem Angriff auf ver­miedene Grenzsorts und Wachthäuser wurden die M on t e- n eg rin er mit starken Verlusten von den Türken z u r ü ck g e s ch l a g e n. Die Türken hatten 15 Verwundete. Ter Kampf bei Berana dauert fort.

Saloniki, 9. Okt. Gifa-b Pascha, ber ben Marsch von Aktschi-Hissar nach Skutari fortgesetzt hat, hat m ber Gegenb von Berana ein Bataillon zur Sicherung ber -strotze zuruck- getaffen. Diese finb von starken Arnautenscharen an» gegriffen worben unb bauen schwere Verluste erlitten -Lie Ärnamen sind aber mit empsinblichen Verlusten zuruckgebrangt