Ausgabe 
13.8.1912 Zweites Blatt
 
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Daß auch hier vorwiegend dem Gesang gehuldigt wurde, versteht sich von selbst. Eine Abwechselung bot der Auf­stieg eines großen Papierballons, den ein Mitglied mit- gebrachl hatte, und der bei bem herrschenden Wind bald den Blicken der Zuschauer entschrounden war. Der Ab­stieg nach Bieber erfolgte der gelben Strichmarkicrung nach und bot den Teilnehmern wiederum landschaftliche Schönheiten. Von Bieber, teilweise auch erst von Rod­heim, wo nochmalsdie hacke Untergestelle wurde, er­folgte dann die Heimfahrt.

"Stenogravhentag der Schule Stolze-Schrey. Unter lebhafter Beteiligung aus allen Gegenden des Reichs wurde dieser Tage in Magdeburg der 5. Berbandstag der Steno­graphie-Schule Stolze-Schrey abgehaltcn. Auch aus der Schweiz, aus Paris, Wien lind Kopenhagen waren Vertreter erschienen. In den Hauptversammlungen wurde verhandelt über die Pflege der Redeschrist in den Vereinen tttehrer KonerSmann-Kiel-, die gegenwärtige stenographische Lage und die firage der deutschen EinheitS ste u o g r a v h i e (VerbandsvorsitzenderBäckler-Berlin), Kurzschrcst unb Jugendpflege (Stadtverordneter Stark- Magdeburg). Ter kurzschriltliche Unterricht an den höheren Lehranstalten (Pro'. Tr. Mäule-Stutlgart und Prof. Tr. Schwärze-Wittenberg), Diktiermaschine und Stenographie (Bürger- schaltsftenograph Hennings-Lübeck) und die Werbetätigkeit der Stenographenoereine (Lehrer Hell-Kiel). Besonders an die Berichte über den Kurzschriftunterricht an den höheren Lehranstalten schloß sich eine lebhafte Besprechung, in der man allgemein zum lUiid- brud brachte, daß man aui lchrplanmähige Einführung des Steuo- graphieunterrtchts in den höheren Schulen hmwirken müsse. In ber von iveit über 2000 Personen besuchteti Festversammlung am Sonntag hielt Direktor Tr. Tewischcit einen nut großem Beisall aufgenomnienen Aortrag iiber die deutsche Einheilssieuographie. Redner trat für eine Vereinheitlichung der Kurzschrift cm, die dann noch iveit niehr als heute in den Dienst der wirtschaftlichen Kräfte, der politischen und geistigen Arbeit und der Volkswohlfahrt gestellt werden könne. Das W e t t s ch r e i b e n am Sonntag fand etwa 1500 Teilnehmer. Tic hervorragendste Leistung ivurde von Jean Schmig, Wiesbaden, erzielt, der bei eiiier Schnelligkeit von 400 Silben und einer Diktat- dauer von 5 Minuten eine preiswerte Arbeit ablieierte. Nicht minder glanzvoll war die Leistung des Herrn Bähr aus "Frankfurt, der in vollkommen ungekürzter Schulschrift 5 Minuten Inng 260 Silben leistete und eine fehlerlose Uebertragiuig abgab. Bon ben Aiiszeichnungen, die Mitglieder Oießenet Vcreitie errangen, sind bis jetzt nur die in den Abteilungen 200 Silbeir und darüber be­kannt. Bei 220 Silben errang einen 2. Preis.Jos. Kübel (Gyrn- nasium), bei 200 Silben je einen 1. Preis Kreiling (Stadl­verein) und Ad. D ö r m e r (Gymnasium).

Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Postdircktion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, bereit Ab- senber vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Post- amveisung über 5 Dtk. 30 Psg. vom 2b. Juli 1911 aus Bab- Nauherm, Empfänger unbekannt nach Tortmunb, Post­anweisung über 10 Mk. vom 19. Januar 1912 aus Gießen 1 an Lichtenstein & Eo. in Frankfurt (Main), Postamve'.sung über 7 All. vom 12. September 1911 aus Gießen 2, Empfänger und Be­stimmungsort unbekannt, ein Einschreibbrief vom 11. Oktober 1911 auS Bao-Nau he im an I. H. Hetheringtoi, in Philadelphia (Pens.). Tie zur Empsangnahme der Gegenstände Berechligten müssen sich binnen vier Wochen bei der Ober-Postdirektion melden, widrigensalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geld­beträge der Postunterstühungskasse überwiesen, die Briese aber ver° iclstet werden.

Kreis Lauterbach.

d. Gunzenau, 11.'Jing. Lluch int nordöstlichen Teile /inseres Vogelsberges ist die diesjährige Fruchternte im Vergleich gegen früheren Jahren ganz besonders gut aus­gefallen. Der Kornschnitt ist soweit beendet, und Stroh- und Körnerertrag lassen nichts zu wünschen übrig. Ebenso stehen die übrigen Feldsrüchte ganz vorzüglich und lassen einen reichen Segen erwarten. Leider ging am SamStag gegen abend ein schweres Unwetter über die hiesige Gegend nieder, der Regen floß in Strömen und war zeitweise mit Kieseln vermischt.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 12. Slug. Der von dem Groß- h erzog zum Tennisturnier vorn 21.25. d. Mts. gestiftete Wanderpreis ist ein Meisterwerk edelster Goldschmiede- kunst. Er besteht auS einer goldenen Schale, welche auf einem in Darmstädter Stil verfaßten goldenen Sockel ruht. Da§ Werk ist Handarbeit, entworfen und ausgesührt von dem Mit- gliede der Darmstädter Künstlerkolonie Professor Ernst Riegel. Präsident des Ehrenvorstandes des Turniers ist General­leutnant v. Plüskow, Kommandeur der Hessischen Division. Zum Ehrenvorstande gehören ferner Generalmajor Hahn, Generaladjutant deS GroßherzogS; Kammerherr Dr. Hugo Freiherr v. Leonhardi, Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Usinger, Gießen; Kreisrat Schliephake, RegierungSrat Bartels, Präsident des Allgemeinen deutschen TenniSbundes; Bürger­meister Dr. Kayser, Professor Dr. Schott, Max v. Förster und Ludw. Gcüder, Frankfurt a. M.; Dr. Hermann Filling und Flimm, Darmstadt. DaS Großherzogspaar hat sein Kommen in Aussicht gestellt.

Starkenburg und Rheinhessen.

d. Mainz, 11. Aug Ter Verband hessischer st a a t l. kl n t e r b e a m t e r hielt heute hier seine IV. Landes- Versammlung ab. Der Versammlung ging eine Sitzung des HauptvorslandeS, eine Besprechung der Kanzlei-, Slmtsgerichts-, Kreis-, Hauptsteueramtsdieuer, Kanzleiwärter voraus. Der zweite Vorsitzende, V e i t h - Darmstadt, gab ben Jahresbericht bekannt Die Rechmmgsablage fanb die Genehmigung der Versammlung Die Versammlung beschloß, den ersten Vorsitzenden Häuser zum Ehrenvorsitzeuden zu ernennen. Die Satzungen wurden in der vom Vorstande vorgeschlggenen Weise abgeändert. In Zukunsl werden von den einzelnen Vereinen zur LandeSverfammlung Ver­treter entsendet. lieber die bevorstehende organische Besoldungsrevision entstand eine längere Aussprache. Tie Redner waren der 'D.'cimmg, daß die prozentuale Aufbesserung der Gehälter gleich Null sei. Tie Unter­beamten hatten daS Recht auf eine angemessene gute Be­zahlung. Auch sie hcftteu daS Jnteresie, ihre Familie anständig aii ernähren und ihre Kinder ordentlich erziehen zu können Die Frau müsse sich schon am 15. des MonatS darüber Gedanken machen wie sie bis zum Ende bes Monats auSkommen könne. ES wurde beschlossen Alaun für Alaun für ein einheitliches Besoldungs­gesetz einzutreten. Es sollen an das Ministerium und die Kammer entsprechende Eingaben gemacht werden. Als 1. Vorsitzender deS VerbandcS wurde Herr Veith gewählt. Die nächstiahrige Ver- 'ammlung soll in Bad Nauheim abgehalten werden.

HtfskN-Naffau.

h. Marburg, 12. Aug. Der Vorstand des Hessischen Diakonissenvepeins beschloß ben Ban eines Krüppel- Heim § und ernrorb einen Bauplan für 20(XX) Mark am Ortenberg. Der hiesige Hilfoausschuß bnuhte durch frei­willige Gaben bis jetzt 50000 Mark auf. Außerdem nahm der Vorstand ein T^rrlehen von 100000 Mark auf. Atit dem Bau füll halb begonnen werden.

X Kirchhain, 12. Aug. Infolge RadbrncheS verunglückte gestern im sog. Brückerwalde zwischen hier und Niederklein ein mit mehreren Personen besetztes Auto­mobil. Von ben Insassen, die sämtlich herauSgeschleudert wurden, erlitt nur ein Schüler eine kleine Handverletzung.

Gewerbliche Revisionen.

In ben Monaten April, Mar und Juni 1912 wurden in Gießen revidiert:

1. Warenhäuser bezüglich her gestellten Bedingungen. 2. Pfand­leiher und Trödler auf Grund der Berordnmrg vom 2. ?higuft 1899. 3. Färbereien auf Grund gestellter Bedingungen für die Benzin- Wälchcrei und -Lager. 4. Petrolcumtankwageu und verschiedene Petroleumlager auf Grund der Verordnung vom 20. Mai 1903. 5. Gummifabriken bezüglich der gestellten Bedingungen. 6. Fell- Handlungen und Lumpensortierereien in Bezug auf Umkleide- unb Eßräume beb Arbeiter auf Grund des 8 1*20 d der Geiverbe Ordnung. 7. Bierhändler bezügl. Führung von Bieren unter dem NamenMalzbier" aui Grund des 8 6 des Brauste uergesetzes. 8. Barbier- unb Friseurgeschaile auf Grund der Bekanntmachung vom 14. Juni 1904 unb 20. Dezember 1909. 9. Mineralwasser- fabrifen auf Grund der Verordnung vom 22. Juli 1885. 10. Steinbrüche und Steinhauereien auf Grund der Bekanntmachung vom 31. Mai 1909. 11. Die gewerbsmäßigen Gürerhändler von ländlichen Grundstücken auf Grund des (Hesepes vom 27. Juni 1908. 12. Steinbrüche und Gräbereien auf Grund der Verordnung vom 16. Dezember 1902, die Unfallverhütung bei dem Betriebe in Steinbrüchen und Gräbereien bctr. 13. Borstenz u ri chter ei en, sowie Bürsten- und Pinselmachereien auf Grund der bundesrätlichen Bestimmungen vom 22. Oktober 1902, sowie bezüglich Desinfektion ausländischer Borsten und Impfung ausländischer Arbeiter. 14. Karbidlager auf Grund der Polizei-Verordnung vom 4. April 1906. 15. Betriebe zur Herstellung von Präservativs, Sicherheilspefsaren und Suspensorien auf Grund der Bekanntmachung vom 30. Ja­nuar 1903 16. Verschiedene Schlossereien auf Grund des 8 120 d der Gewerbe-Ordnung. 17. Gast- und Sckrankwirtschaften bezüglich Beschäftigung fremden Personals, Einhaltung der Ruhezeiten ufro. auf Grund der bundesrätlichen Bestimmungen vom 23. Januar 1902. 18. Gewerblich- Nebenbeschäftigung schulpflichtiger Kinder auf Grund des Kinderschutzgesctzcs und des Lokal Reglements vom 22. Juni 1900. 19. Verschiedene Dampfkesselanlagen. _ 20. £ic Badeanstalten bezüglich Beschäftigung des fremden Personals an Sonntagen auf Grund des § 65 g der Ausführungsanweisung zur Gewerbe-Ordnung. 21. Tic Bäckereien unb die damit verbundenen Konditoreien auf Grund der Bundesrats Verordnung vom 4. März 1896 und der Polizei-Verordnung vom 20. Oktober 1907. 22. Die Backsteinfabriken (Ziegeleien, auf Grund der Bekanntmachung vom 21. Februar 1910 (Reg.-Bl. Nr. 3) und der Polizei-Verordnung vom 1. April 1907. 23. Lumpen- und Knochenlager auf Grund des Lokal-Reglements vom 8. Oktober 1884. 24. Offene Verkaufs­stellen mit in der Regel 20 Gehilfen in Bezug auf Erlaß einer Arbeits-Ordnung auf Grund des § 139 k der Gewerbe-Ordnung und des § 254 der Hess. Aussührungs-Llnweisung vom 20. März 1912. 25. Metzgereien und deren Filialen auf Grund der Polizei- Verordnung, das Schlachtwcsen in der Stadt Gießen bctr., vom 2. Januar 1891. 2b. Betriebe, in welchen in der Regel 20 Ar­beiter beschäftigt werden, in Bezug auf ylushändigung von schrift­lichen Belegen bei Lohnzahlungen (Lohntüten, Lohnzettel oder Lohnbücher) auf Grund des § 134 Abs. 2 unb 8 188 der Hess. Aussührungsanwcisuug vom 20. März 1912. 27. Gewerbsmäßige Stellenvermittler auf Grunb des Stellenvermittlergesetzes vom 2. Juni 1910. 28. Molkereien in Bezug auf Beschäftigung von Arbeiterinnen auf Gruub der Bekanntmachung des Reicltskanzlers vom 4. Juni 1910. 29. Benzin- unb Benzollager auf Grund der Verordnung vom 20. Mai 1903. 30. Bio- und Kinematographen. 31. Weißbinder, Maler, Anstreicher usw. auf Grund der bundes- rätlichen Bestimmungen vom 27. Juni 1905, § 107 der Gewerbe- Ordnung und der Bekanntmachung vom 1. Januar 1910, bctr. die Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern in Betrieben mit 10 und mehr Arbeitern. 32. Verkaufsstellen, in denen Margarine, Margarinckäse oder jkunstspeisefett feilgehalten und verkauft wird, auf Oft:und des Margarinegesetzes vom 15. Juni 1897. 33. Spreng- stofslager in Steinbrüchen uttb Sandgruben in Bezug auf Lagerung von Sprengstoffen auf Grund der Bekanntmachung vom 30. Aug. 1884 und 5. August 1904, sowie der Verordnung, den Verkehr mit Sprengstoffen bctr., vom 21. Dezember 1893. 34. Verkaufsstellen, in denen sog. Bluttvein angepriefen wird. 35. Die Milchhändler in Bezug auf spezifisches Gewicht der Milch, Reinlichkeit der Gefäße unb Fuhrwerke auf Grunb ber MilchverkaufS-Ordnung. 36. Zur Erhebung kamen 67 Nahrungs- und Gemlßmittelproben, darunter 44 Mildiproben, und mürben bem Chemischen Untersuchungsamte übergeben.

lürcbe und Schule.

l Gedern, 11. Aug. Heute feierte der G u st a v - Adolf- Verein (Zweigverein Schotten) hier sein F e st. Es dürften wohl etwa 30 Jahre verflossen sein, seit zum letzten Male der Verein Gast unserer Gemeinde war. Reichgeflaggte Straßen grüßten die ankommenden Gäste. Nachdem am Vormittag vom Ortsgeistlichen, Hofprediger Widmann, ein Festgottesdienst, besonders für die jüngere Generation, gehalten worben war, begann nachmittags 2 Uhr der eigentliche Festgottesbienst. Eingeleitet wurde er durch ein Kirchenkonzertstück des Posauneuchors Ober-Mockstadt, worauf ber GesangvereinLieberkranz" unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Schaab, bas SonntagsliebSo feierlich unb stille- vor­trug. Mächtig erklangen bie Choräle, die gemeinschaftlich von Orgel unb Posaunenchor begleitet würben. Tie Festvrebigt hielt Pfarrer R a i n l) a r b t ans Bingen. Wohl mehr als 1000 Kirchen- be)ud)er lauschten cmbächtig ben Worten bes Festprebigers. Rach ber Prebigt trug ber Gesangverein .Lieberkranz" noch bas Lieb «Ich suche bid/ vor. Gewaltig burchbrauste zum Schluffe bie Kirche ber Choral:Nun banket alle Golt !* Die Nachverfammlung konnte infolge einsetzenben Regens nicht im Freien abgehallen werben, weshalb ber Saal besBergwirtshauses* bie Festteilnehmer aufnehmen mußte. Doch erwies sich ber Saal als viel zu fleht. Nach Begrüßung unb Ablage bes Rechenschaftsberichtes führte Pfarrer Roos au8 Lampertheim bie Feslverfammlnng im Genie in bas sübliche Starkenburg unb entwickelte ein anschauliches Bilb über Lattb unb Leute, beionbers bc6 Dorfes Viernheim. Die Sannnhing für Viernheim hatte einen recht annehtttbaren Betrag altfzuiveisen. Gesatigsvorträge besLiebcrkranz" unb Atusikstücke bes Posannenchores Ober-Akockstabt trugen sehr zur Verherrlichung ber Nachfeier bei.

wandern und Reifen, Bäder und Sommerfrischen.

Friedberg, 11. August. Einmal im Jahre macht ber TaunuSklub ,,W et ter au" unb Zweigverein Fricbberg-Bab Nauheim des V. £>. C. eine zweitägige Programmwanderung. Die biesiährigc ging in den Vogelsberg unb wurde gestern und heute ausgeführt bei verhältnismäßig guter Beteiligung der beiden Sektionen Friedberg und Bad-Nauheim. Der Marsch be gann unter Führung von Stadtrcchner Presser Friedberg an Sta­tion Laubach-Wald und führte über den Petershainer Hof und Kölzenhain nach Ulrichstein, wo in Gesellschaft des dortigen B. H. C. ein gemütlicher Abend erlebt wurde. Der heutige Tag brachte die Wanderer und Wanderinnen in sechsstündigem Marsch über den Totcnküppcl bei Mcickies, Kestrich, Groß-Felda und Sd)ellchausen nach dem Endziele N i e d c r - G e m ü n d e n.

" Tie neue Vogelsbergkarte. Tie Wegebczeich- nttitgSanlagen in unseren Mittelgebirgen haben in ben letzten Jahren einen erfreulichen Fortschritt genommen. ES ist besonders nach ber Richtung Hut ein begrüßenSiverter Au'fchivung zti ver­zeichnen, baß man sich in ber Marlicrmtgsarbeil jetzt immer mehr von großen Gesicbtsptmkten leiten laßt, mbem man baS ganze Ge birge burchkrettzenbe Wegeslrecken anlegt, wie sie unseres Wissens erftmaltg ber Eifclverein mit feinen über 200 km langen touristischen Hauplllnien Köln-Trier, KölttAachen, Trier Aachen u. a. geschaffen hat. Auch ber Vogelsberger Höhen- n n b hat in seinem rot-weißen Band, baS IN 27 Stunden von Frank- snrt a. M. durch die Wetterau und über den gesamten Vogelsberg ttach Alsfeld führt, basneue Eyfiem" zum erftenmal angewandt unb im Anschluß baratt in fleißiger Arbeit noch 19 andere Haupt- lottrcmvcge durch bett Vogelsberg unb bie Wettcrau m ähnlicher Weise gekennzeichnet. Es seien von ben 20 Hauptlinien nur bic folqetibcn genannt: ''fteßenWrinibergHoherodsfopfHochwald- hauseu-Vtanfeuau (blaues 15 Stunden >: GießenLaubach- TaufsteinHerchenhcuner HöheBirstemWächtersbach (gelber, 17 Stunden); Vab-Nauheini1' ünzenberg Arnsburg^ich

LaubachUlrichsteinLauterbachSchutz (blauer O, 16 Stunbem. So ist in ben letzten zwei Jahren vorn 'IßegebeieirtmtingiauSidmit des B. H. E. unb bett einzelnen V. H. E.-Zweigvereinen em Markierungsnetz geschaffen worben, bas in jeber Beziehnng m u ft e r. g i 111 q unter den brutschen Mittelgebirgen baftebt unb die bÜI,[. bare Slnerfennung eines jrben Touristen unb WanderftenndrS nnd^ wird. Die Krone ist brnt Werk nun noch burch die Herausgabe vcn Ravensteins Wegebezeichnitngsfarte fürVogelz. berg unb Wetter au" aufgesetzt worben. Ta burch bie netten Markierungslinien viele ber früheren Linien aufgrfaugt lourben überhaupt bas gesamte Wegenetz eine bitrdtgreifenbe Ibnänberunj erfahren hat ist bie nette, von HanS Raoensletn unter Mitwirku»? beS Wegebezeichnungs - ZluSfchnffeS bes D. H. E. tut Maßstab, 1: 120 000 gezeichnete Karle ein znverläisiger Wegweiser für Vogel», bergroaitberet. Zu erwähnen ist noch, baß ber am meisten de suchte Teil bes Gebirqes, ber Oberwalb, aui einer brigefnotk! Spe ialkarte im Maßstäbe 1:50 000 nochmals beionber» barqefieQt ist. Auch wirb jeber Tourist auf ber Rückseite ber Karte die bar gebotenen Wanbervorschläge, sowie ein Verzeichnis ber 20 markierten Haiiptlinien, ein Hoteloerzrichnis unb bie wissenswertesten. teilungeii über ben Voqelsberger Höhrnklub beqrüßen.

(> Norbseebab Wittbün, 18. Aug. In Art brr Margariirntagc fnnb hier zum besten der Nationalfluqfpeitde ctu Lamptonlag' statt, an bem Damen ber Babeqesellfchot't kleine bunte Laternen verkauften. Abenbs^prangtrn bann bie zahlrcicben Ltirgen am Sträube im reizrnben Schmiick; unter Vorantrilt be, Thifif bewegte sich ein Ziig Kinber unb Erwachsener durch bit Straßen imb am Strande entlang unb noch lange unterhielt bat Straubfonzert bic luftigen Biirgbewohner. Em schöner Var- Überschuß konnte bas Gelingen deS Festes krönen. Das Kinder­fest schloß sid) ein paar Tage später an: unter zahlreicher V,- leiliqung faubeu Spiele und Wettkampfe am Strande statt, uittet benen besonders ein Stafettculauf über 1400 vieler Icbhahcn« Jntereffe weckte. Ein reichhaltiges Feuerwerk bildete ben Schlutz bes Tages. Ter Besuch beS Babes ist in biesem Jahre de- sonbers groß.

Sport.

* Der Gießener Sportverein von 1 900 war am Sonntag in Limburg bei den Olympischen Wettkämpfen durch fein- Leichtathletik-Abteilung erfolgreich. Er gewann ie den 1. Preis 3000-Mcter-Stasctte (3 ä 1000), bic Olympische Stafette (200 800, 400, 200 Meter), den 800-Mcter-Lauf und im Dreisprung den 2. Preis.

- \ Gerichtssaat.

2^ Schwarzbrot aus Semmeln. Ein ganz eigen» artiger Fall von Nahrungsmittelverfälschung unter lag der Beurteilung der Licgnitzer Strafkammer. Eni Bäckermeister war von einem entlassenen Gesellen angezeigt worden, daß er zum Brotbacken zerriebene angefeuchtete Semmel unter ben Brotteig gemischt habe unb zwar je zwei Pfund auf 100 Pfund Brottcig. Bei dem Angcllagten fand man tatsächlich ein große» Quantum gedörrter Semmel, die aber, was AAsschen und Erhal­tung betrafen, vollständig einwandfrei erfchicncn. Die Bc'hördr holte bei dem Nahrungsmittelamt ein Gutachten ein, auf Grunb dessen aegen den Bäckermeister Anzeige wegen Nahrungsmittel- Verfälschung erstattet wurde. Der Bäckermeister bestritt zunacdü in der Verhandlung jede gewinnsüchtige Msickst, bic schon um deswillen ausgeschlossen sei, weil ja Semmelmehl bedeutend teurer sei als Brotmehl: außerdem sei das Jahr 1911 bekanntlich ein sehr trockenes gewesen, so daß bei ber Verwendung Dort Brotmedl ausgiebige Bindemittel notwendig seien, um überhaupt Brot baden . zu können. Außerdem werde durch bic Beimisclwnq von Semmel­mehl bas Brot eher verbessert als verschlechtert. Die beiden Der nommenen Sachverständigen äußerten sich in ihrem Ofutacbtn sehr günstig für ben Angcllagten, so baß der Vertreter ber An­klage selbst besten Freisprechung beantragte, bie denn aui; erfolgte.

Vermischter.

* Anpflanzung von W a lnu ßb äumen. Die Zaül ber Walnußbäumc scheint in Thüringen unb in anberen (ifcgen- ben immer mehr zurückzugehen, wie man ja überhaupt bic Baume in Felb unb Flur an so vielen Orten abschlägt aus getabqiti lächerlicher Profitgier, um ein paar fußbreit £anb fchattenfmf zu machen. Die Beseitigung ber Walnußbäume ist aber um io i unverständlicher, als der Bedarf an Walnüssen von Jahr zu Iadr wächst, wie t)ie steigende Einfuhr deutlich zeigt. Es sind deshalb Be­strebungen im Wang, um ben Anbau von Walnußbäuinen nach Möglichkeit zu fördern. Man weist mit Recht darauf hin, daß Walnüsse auch in höherer Lage gedeihen unb keine großen ".In forderimgcn an den Boben stellen. So hat z. B. jetzt dec deutsche pomologischc Verein in Eisenach an die Landwirtschaft-- tammem unb Lanbesobstbauvereine das Ersuchen gerichtet, tm Laufe dieses Sommers besonders kräftige, gesunde und reich- - tragende und vor allem großftüchtige Walnußbäume fest- zustellen. Von den Ernten dieser Bäume will der $n* ein im Herbst in großen Mengen kaufen unb daraus junge Bäume heranzichcn. Diese sollen an solche Land­wirte unb Obstzüchter verteilt werben, die sich bereit erllSren/ die Bäume aufzuschulcn und später auf ihrem Grundstück an pflanzen. Hoffentlich finden diese Bestrebungen überall da- nöt Entgegenkommen und auch andertoärts Nachahmung.

'Was ein Engländer vom Berliner Schu mann erzählt. Die Zahl ber englischen Journalisten, Deutschlcmb bereifen unb für ihr Vaterlaubentbecken', wächst, sehenbs Was bei solchen liefgtünbige», in zwei Wochen p Ei gesührten Stnbien herauskommt, zeigt sehr amüfaut bie Srfnlben des Berliner Schutzmannes unb bc5 Berliner Pollzeiwesen«, jetzt ®. Warb Pricc m berDaily Mail" veröffentlicht. .Ter Berliner Schutzmann scheint einer riesigen Familie von Vettern anzugehören, bas ist der erste Einbrnck. Tie Schutzleute haben einen Leibesumfang, ber größer ist als ihre Brust unb sie alle umgürten abenbs, wenn sie zu Bett gehen, ihre Oberlippe mit einem Netzwerk, baS bazu bient, ben Schnurrbart so kühn empor *ii sträuben, tute ben bc5 Kaisers. Alle Schutzleute hallen, wenn sie gerabe nichts zu tun haben, bic tzänbe auf bem Rücken unt> bilden grimmig aus bie Passanten, bie sie alle für ihre gemerb»- mäßigcn Feinbe halten. Fast jeben Morgen wirb man in den beutschen Zeitungen bei bem Bericht über bie in ber Rächt vor- genomtnenen Verhaftungen zwei ober brei stets tpieberfehren'e eälje nnben, bie bas Verhältnis bes Berliner Schutzmanns kenn­zeichnet zu jebem Aienschen, ber ihm trotzt, wie winzig unb schwäch­lich ber llcbeltätcr auch sein möge: .Darauf zog ber Schutzmann blank unb hieb auf ihn ein, bis ber Mann blutüberströmt zusammen- drach." Man nimmt biesc intereffanten Ausführungen bes Idiad* sinnigen britischen Beobachters, baß allnächtlich in Berlin auf diele Weife ein paar MenschenznsammengehtinenE werben, H6 W blutüberströmt zufammenbrechen', nirgends ernst. Ttcrfniürbm bleibt es, daß bie beuischen Augen von bieser nach enalifchem Begriff für den Berliner Schutzmann charakierri'tifchen tägliche« Berufsaibeit mdit viel zu sehen bekommen. ,

* T ie verstcigcrtenErntearbeiter. ImGarten' Amerikas, bem rrudrtbaren Kansas, sind augenblicklich Erntearbefter das Kostbarste und Unersckwinglichfte auf Gottes Erdboden. -j.'W verzweifelten Gnindbefitzer machen ben Erniearbeitern die umttrfl* lichsten Versprechungen, um der drohenden Gefahr zu cntacden, daß das überreife Korn nicht rechtzeitig cingebracht werden wird. Weid) heißer Kamps sich mandmial unter den Farmern um einen Trupp Erntearbeiter, der mit Mühe und Not aus der Ferne her- geholt »vorden ist, bei [einer Ankunft entspinnt, davon itvtp amerikanische Korrespondent eines Londoner Blattes ein liches Bild zu geben. Er ivar Zeuge, wie 30, keineswegs fevc einladend aussebendeStädter" die zum Ernt carbeiter .edea'» wenig geeignet schienen, nie der Droschkenkutscher zum Mmiftenai- dircktor, heiß von einer großen Anzahl von Farmern umworven wurden. «Leute, ich -adle eudt zehn Mark täglich bei völlig traec Staricm!" war der Oftmß, den ihnen ein Fariner aus dem Distrikte entgegenbrüllle.Kommt zu mir!", rief John ein Farmer von Meadc, mit Stentorstimme dazwischen, bevor dw Leute sich noch das cnte Angebot durch den Kops geben MIK» konnten.Ich zahle fürs 2lusladcn allein zwanzig Mark läflU®