162. Zahrgang
Drittes Blatt
Nr. 9
Krickeln« tlgfiA mti Ausnahme des EonntagS.
Verunglückte
DaS S(fiiff(i!jrt?abga6enqcfeH und da8 Ausland.
mit
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
10.
0 4 U.
Anstatt Lebertran I
neue vor
seit Wochen O b tu nicht Höbe mehr»
Nur ubt mit die!er Marl« — dem Fischer — demAennzrichnr des ecoitlojm D erfahrens.
Donnerstag, 11. Januar 1912
tRotanousönia tmO Verlag der Br üdllchen UinverülälS - Buck- und ätcmbrudetei.
R. Lange, tüießen.
Tie ^Gtetzener Kamittendlätler" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreublan für den Kreis Sieben" »roeimal wöchentlich. Die .^andwMjchailllchev 3dl» tragen" erscheinen monatlich zweimal.
üoUHänöig atisriß. Er war sofort tot. Der hinterlaßt eine Frau und 6 Kinder.
Kreis Alsfeld.
O Von der Ob in, 10. Ian. Trotz der niedergebenden reichen Wassermengen wollte die über die Ufer treten. Wobl bat Ne deren
mals erreicht, nie kam es aber zum Ueberschrciten derselben. Tas war ein Beweis davon, wie gierig die Erde noch die Niederschläge aufsangte. Jetzt ist aber die Ohm innerhalb weniger Tage zum zweitenmal über die Ufer getreten und bat die Wiesentäler überschwemmt. TaS geschah unmittelbar vor und nach dem Zwettage-Winter, dessen letzte Spuren heute wieder sich zu verlieren beginnen. Zur gründlichen Bewässerung der Wiesen ist es sonnt erst jetzt gekommen. Tie Feldgraben sind zum erstenmale wassergefüllt. Von der Bewässerung machen die Landwirte fleißig Gebrauch. Tie Brunnen sind allerorts gestiegen; sie führen mitunter trübes Wasser, was seit dem letzten Winter nicht vorkam. So mangelt eine gründliche Bewässerung des Erdreiches nicht mehr.
Redaktion, ErvedMou und Druckerei: ivckul« strave 7. Erved non und Bering *^N 5L SReöaftion:e=s£ 112. Lel.-AdruAnzeiaerGietzen.
vüchertisch.
— Rienzi. Ten bisher erschienenen Wagner-Heften der vopulären Noteu-Zeitschrift „Musik für Alle", Verlag von Ull- ftein & Co., Berlin SW. 68, schließt sich nunmehr auch „Rrenzi" an. Tie noch ganz im Meyerbeer-StU gehaltene Over bietet eine reiche nulle der herUichsien Melodien. Tie Hauptszenen aus dem fserk sind zum Abdruck gelangt, so das „Gebet' und der „Kriegsruf Rieuzls", der „Chor der Friedensboten", die große Arie Adrianos ,In seiner Blüte bleicht mein Leben", der „KriegSmarsch", die bedenluuqsvolle „Schlachthymne- und der herrliche Ehrensang an Rienzi „Dir sei Preis".
Warum quälen Sie sich denn mit dem gewöhnlichen Lebertran? ©reifen Sie doch zu Scotts Emulsion, die nicht nur angenehm schmeckt, sondern dank ihrer Zusammensetzmtg aus nur allerbesten Nohstossen rascher imb sicherer eine dauernde Kräftigung des ganzen Körpers herbeiführt.
Scotts Emulsion
Kleine Tageschromr.
Aus Blaubeuren wird gemeldet: Bei einer Kletterpartie stürzte die Tochter des Kommandeurs des Ulmer Ulanenregiments, Freiherrn von Lupin, ab und wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt .
Bei Landsberg a. d. Warthe wurde em he, fischer Deserteur, der nachts in Scheunen. und Strohmieten Unterschlupf gesucht hatte, mit erfrorenen Füßen in bejammernswertem Zustande aufgefunden und nach seiner Garnison zurückgebracht.
Vergangene Nacht erschlug in Schussenzc bet ^-cklawa der Landwirtssohn Herkt nach einem Streite fernen betagten Vater und z ü n d e t e das Anwesen an, wobei er selbst in den Flammen umkam.
kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag, den 11. Januar, abends 8 Uhr, im Matthäus, aal e : B l b e l st u n 0 e. (Bilder and der Apostelgeschichte.) Pfarrer D. Schlosser.
Israelitische keligionsgemeinde. (Bottcsöuiift in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstaa, den 13. Januar 1912:
Vorabend: 4.45 Uhr.
Morgens: 9.00 Uhr.
Nachmittags: 3.30 Uhr. Lchrifterkläruug.
SabbatauSgang: 5.45 Uhr.
Israelitische ^liaionsgesellschaft.
Sotterdienst.
Sabbat'eier am 13. Januar 1912
Freitag abend 4.25 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbat-Ausgang 5.40 Uhr.
Wochengottcsdienst: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.00 Uhr. _- !■ ■ .— ■■i
•• Steinkohlen-Bez ugSgesellschakt Gießen. Ter Vorstand der Vereinigung wird in den nächsten Tagcit seinen Bericht für 1910/11 versenden. Danach schliesst die Ein- und 9lu6aabe mit Bit. 140 668 ab (gegen Mk. 142 151 im Jahre zuvor). Für Kohlen wurden Vik. 72 229 (74551) ausgegeben. An Fracht waren zu decken Mk. 26305 (27021). Es wurden ferner bezahlt: Oktroi Mk. 3587 <5621). Wiegegeld 'Mk. 957 (956), Fiibrlobn SDlf. 5073 (5120), Embrmger- löhne '2)1 f. 2746 (2632) und Verwaltungslosten 'Mk. 2838 (2855). Zurtickgezablt an die DUtglieder oder übertragen für das neue Geschäftsjahr wurden Mk. 26 060. Der Mitgliederbestand betrug 1293 gegen 1275 im Jahre zuvor Ter ge- samte Kohlen- und Briketlbezug belief sich auf 94 607 Zentner gegen 94 510 im Vorjahre. Ter Reservefonds beträgt Mk. 5174. Tie für die Mitglieder der Vereinigung gelie-eitcn Kohlen stellten sich in 1910/11 frei bans mit allen Spesen einschließlich Vermaltungskoilen der Ztnr. Nußkohlen'Mk. 1,15 im Sommer (1,17 im Winter), AnihraziikoHlen Bik. 1,68 (1,72), Anthrazit-Briketts '2)ik. 1,10 (1,08), Braunkohlen- Briketts Mk. 0,84 (0,90)
LanokreiS Gictzen.
8. Lollar, 10. Jan. Auf den hiesigen Eisenwerken verunglückte der in NuttersHansen lüobnhnftc dlrbeiter Karber dadurch, daß er in die laivenbe Transmission ge- riet, die ihm unter anderen schweren Verletzungen ein.n Arm
vermischte-.
* 9 2 6 5 Linkshänder in Berliner Gemeindeschulen hat eine amtliche Statistik des Schularztes Dr. Schaefer festgestcllt. Das ist eine Zahl, mit der über 12 ganze Schulen gefüllt werden könnten. Und so viel Sinber werden, allein aus den jetzigen Jahrgängen gegen ihre na.ürliche Veranlagung erzogen. Tabei gilt der „Linkshänder" immer noch als Schande und die Links- Händigkeit wird oft verschwiegen. Seit jeher ist ja die Rech:e die Bevorzugte gewesen, obwohl auch die Liirle sehr geschickt sein kann. Schaefer hat 18 000 Gemeindeschullinder untersucht und dabei 692 Lintshäuder — 4,6 v. H. aller Kinder (ergibt die obige Zahl von 9265> — gefunden. Darun:er waren 433 Knaben und 259 Mäbchen. Mit beiden Händen gleich geschickt waren 37, davon 24 Knaben: alle übrigen sind Rechtshänder, das sind 95* 2 Prozent, wie auch schon der bekannte Spezialist auf dies m Gebiete, Tr. Manfred Franlel-Eharlottenburg, feststellte. In den meisten Fällen ist die Linkshändigkeit vererbt (bei 60 Prozent», in allen angeboren. Tal;er muß, wie die Berliner Schuldcpntation betont, auf die Linkshändigkeit Rücksicht genommen werden. Die linle Hand darf bei Linkshändern nicht brach liegen, ihr muß bei der Erziehung die gleiche Rolle zuerteilt werden, wie sie die rechte fcanb bei Rechtshändern schon immer gern Rt. Linkshänder sollen links schreiben, zeichnen und handarbeitm, lute Rechtshänder rechts.
kf. Ein 86j übriger, der in den Krieg will. Zu Piacenza lebt ein ehemaliger Oberst der Bcrsaglieri namens Severino Gamerra, der jetzt 86 Jahre alt und schon seit geraumer Zeit aus dem Tienstc geschieden ist. Tiefer Tage hat der Alte sich nach Rom aufgemacht, um von dem Kriegsminister General Spingardi die Erlaubnis zur Teilttahme an dem Feldzüge in Tripolis zu erwirken. Ter alte Bersagliere erklärte dem Minister: „Ick will bei den Bcrsaglieri sterben, di: General Fara, den ich einst als Unterleutnant in meiner Truppe hatte, jetzt wieder zu neuen Ruhmestaten geführt hat. Mein Alter hat mir nicht den Mitt geraubt. Gestern war ich bei Monteron- tonbo, wo ich vor 20 Jahren mich geschlagen habe, und ich fühlte, daß ich mich vor dem Feinde noch gut würde halten können." Der Minister nahm dies Gesuch mit fchuldigcr Ehrerbietung auf, erklärte es aber unmöglich bewilligen zu können. Als der Lberit sah, daß er keine Aussicht habe, sein Ziel auf diesem Wege zu erreichen, teilte er dem Minister seinen Entschluß mit. „Ich will als simpler Bürger da herunter gehen; und wenn ich meine Trompeten das Signal -.um Borrücken geben höre und mein Enkel mitmarschieren dürfen, dann wird keine Macht der Welt mich daran bindern, mit ihren Kugeln die meines Revolvers zu vereinigen." Kriegsminister Spingardi hat übrigens bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, daß das Gesuch des Oberflen Gamerra, keineslvegs allein stehe. Im Ministerium laufen Anträge von Siebzig- und Achtzigiährigen ein, die durchaus wieder in die Stammrollen eingetragen werden und am aktiven Dienste in Tripolis teilnehmen wollen.
* Richtigstellung. Gattin: „Das Telephon ist doch ein: großartige Erfindung. Jetzt kann ein Mann auf 100 Meilen Entfernung mit seiner Frau sprechen." — Gatte: „Na, jagen wir lieber, ihr zuhören
politische Tagerschau. lieber eine nrue fcefremriage sind, so schreibt man uns aus Berlin, in der Presse in letzter Zeit wiederholt Einzelheiten verbreitet worden. Diese Mitteilungen waren zum Teck unvollständig, zum Teil unrichtig. Es trifft zu, daß dem Reichstage in seiner nächsten Session eine neue Heeresvor- lage zugehen soll. Diese Vorlage wird zwar die Kaders vermehren, die F ried e nsp r ä s e nzst ä r k e dagegen nicht erhöhen oder nur zu einem geringen Teile, soweit die Vermehrung der technischen Truppen dies erforderlich machen wird.
lieber die Einzelheiten der neuen Heeresvorlage ist vorläufig Authentisches nicht zu erfahren. _ Es ist zwar vorgeschlagen worden, die Etatsstärke der Jnfanteriekompagnien um etwa 10 Mann zu vermindern, sie also auf die Zahl von etwa 135 Mann herabzusetzen und den überschießenden Teil dazu zu verwenden, die bisherigen Regimenter mit 2 Bataillonen auf den Stand von 3 Bataillonrn zu bringen. Bei diesem Vorschlag wurden nach Abzug eines Teiles für technische Truppen für die Infanterie etwa rund 22 000 Mann frei werden, so daß etwa 38 Bataillone neu gebildet werden könnten. Hiervon würden 33 Bataillone zur Auf-
Man schreibt uns aus Berlin:
Die deutsche Regierung hat die Verhandlungen Oesterreich, Holland und der Schweiz über die deutschen Schiffahrtsal'gaben eröffnet. >Jn deutschen Regierungskreisen besteht die Hoffnung, daß Oesterreich und Holland im Laufe der Verhandlungen ihren alten Widerstand auf» geben werden, da Deutschland beiden Ländern Kompensationen wirtschaftlicher und politischer Natur für ihre Zustimmung zum Schiffahrtsabgabengesetz bieten wird. Der österreichischen Regierung soll der Vorschlag gemacht werden, die Elbe von A u ß i g bis Hamburg gemeinsam zu regulieren, um Katastrophen zu verhindern, wie sie der letzte wasserarme Sommer gezeitigt hat. Für den Fall, daß Oesterreich oder Holland ihre Zustimmung zu den Schiffal)rtsabgaben nicht geben werden, werden weder auf der Elbe noch auf dem Rheine diese zur Einführung gelangen, auck nicht für die deutsche Schiffahrt. Die deutsche Regierung glaubt aber, daß ein solcher Fall nicht eintreten wird, da der Widerstand des Auslandes gegen die Schiff al)rtsabg ab en vielfach auf falschen Ansichten beruht und man der Meinung ist, daß die Schisfahrtsabgaben einen versteckten Zoll barfteilcn, während sie in Wirtlichkeit dazu verwendet werden sollen, Erleichterungen für die gesamte Schiffahrt auf den großen deutschen Stromgebieten durch Vertiefung und Wegradnng Der Wasserläufe zu schaffen uud dadurch sowohl für die deutsche als für die ausländische Schiffahrt nicht zu unterschätzende Vorteile in die Wag-
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Scotts Emulsion wird von uns avSschlietzitch im grohenverkan't. und zwar nie los nach Bewichl oder Dian, ionbtrn nur in versiegelten m
Harten mit unserer Schutzmark iFUchcr mit dem Dorsch». Scott L. -Korunt, ©. m. b H.. Frankfurt a. 3JL
» Bestandteile: Feinster Medizinal»^srtran Vmma vunertn ä /^. unter.
phoLpdorigsaurer Äall 4A unterphospNortgsaure-- Natron 3A Pute.
feinster arab. Gummi vulv. -A Wasser 12U,-. SNodol NA, «omrUsSt äaulfUm mit Zuuk, äJUtnötl» mib ©auüljeriaöl le 2 Tropf«.
Niedrigste , , 9.
ViteberiChina: 0.7 mm.
schale werf en.______________________
Aus StaM und Land.
ic i; c n, 11. Januar 1912.
♦* Reichsgründungsfeier. Boni Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Ter jetzige Wahlkampf zeigt wie viele seiner Vorgänger eine auffällige und vielleicht für Deutschland charakterisiilche Erscheinung: Die verhältnismäßig untergeordnete Rolle, welche der auswärtigen Politik dabei angewiesen wird. Die Parteien zanken sich saft ausschließlich darum, wie das Brot unter den verschiedenen Ständen verteilt werden soll; hie erste Voraussetzung der Verteilung, das Vorhandensein, bezw. die Herbcischas- fung des Brotes in der bisherigen Weise, durch friedlichen Güteraustausch zwischen uns und dem Ausland, wird für alle Zukunft als etwas so Selbstverständliches angesehen, wie das ungestörte Weiterbestehen des Deutschen Reiches an sich und seiner noch von Bismarck her gewohnten Stellung in her Welt. Aber unser Reick ist jung, die Lage, in der wir uns befinden, viel ernster, als die meisten glauben wollen, und der kommende Reichstag wird wahr scheinlich vor viel entscheidendere Fragen geltellt werben als es die der Steuern und der Zölle sind. Mit welcher Gesinnung das gesamte Ausland den territorialen Ausdehnungsbestrebungen des deutschen Volkes gegenübcrftcht, darüber dürfte das vergangene Jahr auch dem unverbefserlichsten Optimisten die, Augen geöffnet haben; die nächste Stufe in der Behandlung Deutschlands, zu der das Ausland fortsckreiten wird, werden wirtschaftliche Absperrungs- und Erdrosselungsv^xfuche sein. Nun kann es ein gefundes Volk ganz gut vertragen, wenn sich in seiner inneren Politik die Stände um Die Verteilung des Brotes streiten; keinem Volk bleiben,derartige Kämpfe erspart. Aber auch das gesünbeste Volk muß zu Grunde gehen, wenn es sich nicht einig ist in Fragen der Herbei- schaffung des Brotes, ober, was für ein auf die Ausfuhr angewiesenes Volk dasselbe ist, in der Behauptung feiner Weltstellung. In dieser Einigkeit stehen aber wir Deutsche hinter den anberen Völkern, hinter Engländern, Franzosen, Amerikanern noch weit zurück, und es ist gewiß nicht zu viel, wenn einmal im Jahre durch die Gründung des Reichs, dessen Bestehen uns zunächst äußerlich zusammenhält, an bas erinnert wird, was uns auch innerlich Zusammenhalten sollte, das Bewußtsein^ der Zn- nehörigteit zu einer großen Volksfamilie, deren letzte Interessen ftetS gemeinsame Interessen sind. Der Gedanke der vom Alldeutschen Verband in die Hand genommenen Reichsgründungsfeier am nächsten Donnerstag wird daher wohl bei den gut Deutsch- gesinnten aller Parteien Anklang und Unterstützung finden.
** 4 4 Wohnhäuser sind un abgelaurenen Jahr vom städtischen Hochbauamt zur Erbauung genehmigt morden. Die Gesamtzahl der Baugenehmigungen beträgt für diesen Zeitramn 91.
•* Die elektrische Straßenbeleuchtung Liebig- Frankfurter Straße-Wesl-Anlage (der zweite Stromkreis) soll bis zum 15. b. Mts. brennen. Der Kandelaber am Selterstor, der für die Nachtbeleuchtung mit vier Metallsädenlampen eingerichtet ist, die bereits jetzt ihr Licht spenden, reicht nach 12 Uhr vollkommen aus, um den großen Platz bester zu beleuchten, als dies durch GaSlaternen geschehen fa nn.
sütlung der Regimenter mit 2 Bataillonen zur Verwendung gelangen, so daß noch u Bataillone für die Schaffung von etwa 2 neuen Regimentern in Betracht kämen. Ob dieser Vorschlag zur Ausführung gelangen wird, steht noch nicht fest. Die Aufstellung von haHbataillonen, wie sie bereits in den 90er Jahren versucht worden ist, hat sich nicht bewährt und wird wahrscheinlich auch in der neuen Leeresvorlage nicht in Vorschlag gebracht werden. Die .Heeresvorlage dürfte dem Reichstage übrigens schon Ostern zugehen.
Lingcsandt.
.Für Form und Jnhatt alter unter Omer Rubrik stehenden Artikel ■ibcrnimnu Die Rebaklion Dem Publikum gegenüber (einerlei
Berantworttinq \
Gießen. 10. Januar.
Letze gegen das Gießener Säuglingsheim In einer nickt sckönen Weise wird in den letzt.-,i Wochen Stimmung gegen das Gießener Säuglingsheim von einer cc'\ c gern acht, die nicht bedenkt, daß sie sick bamii an dem Gemeinwohl versündigt. Es wird bamii operiert, daß eine Dame des Vor andes in Frankfurt a. M. den Versuch gemacht habe, aus einem W.ische- Engrosgesckäft Waren für das Gießener Säuglingsheim zu bekommen. Es ist aber lediglich bei einem nnternomm nen Versuch geblieben, den gewiß niemand entschuldigen loill. Es ist auch der Gießener Gesckfäftswelt gewiß nicht verdacht worden, wenn sie an zuständiger Stelle gegen die Art, wie hier mtt Gießener Gelb umgegangen werden sollte, energudt protestiert hat. Dies hat ben Erfolg gehabt, daß die leitende Stelle des Säuglingsheims sich gegen das Verhalten jener Tarn' des Vorstandes ausgefprocken hat, die zwar den Auftrag hatte, Em- käuft für das Institut zu machen, nicht aber jene Einkäufe in Frankfurt a. M. vorzutiehmen. Unrecht und nicht im Interesse unserer Stadt ist cs aber, wenn man es unternehmen will, benr Säuglingsheim die Eristenzmöglichkeit abzugvaben. Es handelt sich bei dem Säuglingsheim um eine außerordentlich wichtig- wztale Einrichtung. Bietet es doch nicht nur ben nickt mit besonderen Glü'cksgütem gesegneten Muttem ein wohlfeiles Afyl für ihre Säuglinge, sondern es sorgt außerdem durch s ine Milchküche für eine einwandfreie Nahrung für die Säuglinge aller Stände in unserer Stadt. Wer einmal das Säuglingsheim in der Kirckstraße besucht und besichtigt hat, wird mit dem Bewußtsein erfüllt fein, daß darin etne Jufg.tbc gelojr wird, die weittragende soziale Bedeutung hat.. Aus diesem Grnnde ist es mit großer Freude zu begrüßen, daß der Automobilklub Gießen ein Wohttätigkeitsfest veranstaltet, dessen zahlreicher Besuch im Jitteresfe der gutut Sacke ein Werk schönster Nächstenliebe ist Es hieße das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man gegen die Veranstaltung und damit auch gegen bas Säug- lingshcim Stimmung machte. '
Märkte.
fc, Frankfurt a. M., 10. Jan. Heu- und Strohmarkt. ^Ungefähren waren 12 Wagen Sen und 7 Wagen Stroh. Man notierte: reit >.bO—4.50 Mk., Stroh (ftornlangftroh) 2.80-3.00 All., Wirrilroh 0—0,no Mk. Alles für 50 Kilo. Geschält flott. Tie Zufuhren waren aus LbeiHessen und den Kreisen Dieburg und Hanau. ______________________
Jan.
1912
Barometer auf 0* reduziert
lemoeiauir 1
bei Lust |
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Grad txr Bewölkung In grhnirl bei sickub 6ini:iitk.p.
Wetter
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