Nr. 289
Zweites Blatt
Erscheint täalich mit Ausnahme des Sonntags.
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Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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Samstag, 7. Dezember 1912
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilätS - Buch- und eteiitbvucfeeeL R. Lange, Gießen.
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T'e „rießener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beiqelegt, das „Kreitblatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schul- slraße 7. Expedition imb Verlag: 51.
SRebaftion:e^ll2. Tel.-Abr^AttzetgertLießen.
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rkauf von Büfinger- m lemden.
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wickelt werden, so würden Nachrichten über diese Kämpfe auf sunkentelegraphischem Wege in wenigen Tagen beim Gouvernement eintrcsfen, das Hilsserpcditioncn ausrüsten könnte.
Tie Teutsche .0olooialgcsellschast
blickt auf ihr 3Oj ä h r i g c s Bestehe n zurück. Eine am Freitag vormittag abgchaltene gut besuchte Borstandssitzung in Berlin wurde vom Präsidenten Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg mit einer Rede eröffnet, in der er auf das gute Einvernehmen mit dem R.ichsloionialaml hinwies und des verstorbenen Präsidenten Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg gedachte.
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Zulassung der Barfrankierung auch im internationalen Verkehr. — Ta int deutschen Reichspostgebicte die Barfrankierung sich gut bewährt hat, und deren weitere Ausdehnung und Verbreitung immer mehr Platz greisen wird, dürste eS angebracht sein, die Barfrankierung auch im internationalen Verkehr zuzulassen, was wohl auch wesentlich zur ausgiebigeren Benutzung dieser Einrichtung beitragen würde.
Zulassung der internationalen Antwortscheine bei sämtlichen Vereinsländern. — Internationale Antwortscheinc können zurzeit nur zwischen den Ländern ausgetauscht werden, deren Verwaltungen übereingekommen sind, an einem solchen Austausche leil.zunehmcn. Eine ganze Reihe von Ländern lassen
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* Geschäft i ft Geschäft. Frau Kohn: „Tein Freund Meier hat dir zu deinem Geburtstage gemacht ä Geschenk, was mindestens 250 Mark lvert war, und was du ihm zu seinem Geburtstage schielst, das ist höchstens 200 Mark wert!" ©alte: „Nu, mer will doch verdienen ä Kleinigkeit dabei!"
Vie Rauch- und Rutzplage.
Zurzeit werden amtliche Erhebungen über die Rauch- und Rußplage angcstellt. Es sind zu diesem Zweck Fragebogen aus gegeben worden, die über gewisse Beobachtungen, Maßnahmen und Vorschläge, die dieses leidige Thema betrrrfen, Ä:'"'"nff verlang n. Hierin t bütttc der Auf .ng gema ht sein, d n Plagen und schweren Nachteilen, welche die den Feuerungsamagcrn . .u weichenden Rauchmassen hervorruien, energischer als bisher ent- gcgcnzutreten. Allerdings l>at es an mandwdei Bemühungen, btc Rauch und Rustplage einzuschränken, nicht gefehlt, wie denn die deutschen Architekten- und Fngenieur-Berein.' schon wiederlwlt die Frage der Abhilfe in den Kreis ihrer Beratungen und Untersuchungen gezogen haben. Aber gegenüber den Schwierigkeiten, die aus der Vielgestaltigkeit der Feuerungsanlagen für Jndustrie- und .Hauszweckc und aus der Verschiedenartigkeit der Brennstoffe mrad hüt, ist ein wirtlich durcl>grcisender Erfolg nicht crziclk worden. Nach wie vor hängen über unseren größeren Städten und Jndustriebezirken graue Dunstnrassen, die voruelnnlich. auf Rauch und i)tu(: zurückzuführen sind. Ruß, die Ausscheidung von lestem Kohlenstoff und unzersetztem Teer, macht die beim Feuern entweichenden Gase, denen audi Kohlenoxhd und schweflige Säure angchören, zum grauen oder schwarzen Rauch. Um so mehr ist das der Fall, wenn der Verbrennungsprozeß aus Mangel an ^aueritoff, mithin an genügender Zufuhr atmosphärisch r Lust, oder an zu niedriger Temperatur nur unvollkommen vor sich gehr. VeionderS hat die Plage mit dem mehr und mehr wachsenden Ver brauch von Steinkohlen zugenommen. Hierbei fällt ins Gewicht, daß in den Äausfeiierungen, sowohl in Küchenherden wie Bade und Zinimeröfcn, vielfach Flammkohlcn vernwndct werden, obwohl gerade in dieser Kvlstenart so viel Teer vorhanden ist, daß er in den kleinen Feuerungsanlagcn gar nid-i zur völligen Verbrennung gelangen kann. Zn welchen Mengen Ruß in der Großstadt ent- wickelt wird, läßt sich^am besten int Winter erkennen — sclwn wenige Stunden nach Schneefall pflegt die weiße Tecke mit seinen Rußpartikelchen dicht übersät zu sein. Was sich in der Luft heL- umtreibt, müssen die Lungen einatmen. Aber nidjt allein der Ruß verursacht Schädigungen, sondern auch das Kohlenoxvd und noch mehr die schweflige Säure, obwohl beide nur in stark ver dünnten: Zustand in die Atmosphäre gelangen. Tie nachteilige Wirkung bezeugen gewisse empfindliche Pflanzen, die in der groß- ttädtischen Luft bald hinsiechen und eingehen. Ter Schluß liegt nahe, daß solche Atmosphäre auch dem Menschen nickt förderlich ist. Und die weiter die schweren Schädigungen, die der Ruß und die schweflige Säure den Bauten, Denkmälern und verwandten Anlagen der Großstadt zufügen. Wenn die meisten Brouzcstatuen wie schwarze Schornsteinfeger dastehen und keine Patina annehmen wollen, so liegt die Schuld nicht zum geringsten am Ruß und seinen Begleitern. An den Fronten des Reichstagsgebäudes zu Berlin^hat der Ruß sein böses Werk schon soweit vollbracht, daß der Sandstein stellenweise tief geschwärzt erscheint und die Ornamentik in einiger Entfernung kaum noch erkennbar ist. Ebenso Hub die Museumsbauten nicht verschont geblieben, vier ist das Nebel durch ben Oualm der beim Fundamentieren des Messel - scheu Museumsbaucs tätigen Lokomobile in jüngster Zeit noch verschärft worden. In anderen Großstädten dürften solche Schädigungen und Entstellungen öffentlicher Bauten nicht weniger schmerzlich empfunden werden. Abhilfe ist aus allen Gründen um so mehr geboten, als die starke Rauchentwickelung audj eine erhebliche Verschwendung an Brenmnaterial bedeutet. Zwar sind von der Großindustrie schon mancherlei Vorkehrungen zur möglichst vollkommenen Ausmitzung des Brennmaterials und zur Beseitigung der Rauch- und Rußbelästigung getroffen worden, aber nicht überall ist das geschehen. Auch hapert es nod) immer daran, daß beim Anheizen eines Kessels und beim jedesmaligen Aufschütten von Kohlen der Rauch minutenlang tote eine schwarze Flut den: Schornstein entguillt. Vielleicht zeitigen die neuen Anstrengungen glückliche Ergebnisse, so daß die Rauch- und Rußplage, wenn auch nicht völlig beseitigt, so dock) stark herabgenündert wird.
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Eine ganze Reihe von Ländern lassen icdock die Antwortscheine noch nickt zu. Im Interesse des Ge schäftsverkchrS läge es, wen,: auch die Länder, die sich zum Umtausch der Antwortscheine poch nicht bereit erklärt haben, dem UcL'crcinfomnten beitreten und ebenfalls diese Scheine zu lassen würden.
Vermischtes.
fr. Aus den Abenteuern eines Büchcrlieb^- habers. Hugo Thimig, der gegenwärtig die provisorische Leitung dcs Burgtheaters führt und wahrscheinlich in: neuen Jahre endgültig sein Tirektor werden wird, pflegt im Nebenberufe mit größtem Eifer die edle Bibliophilie. Seine Sammellust erwuchs unmittelbar ans seinem Interesse am Theater, dessen Gesckffchte in Wort uick Bild er sich zu vergegenwärtigen bestrebt war. Ter gefeierte Künstler gibt in dem soeben in: Verlage von Moritz Perles in Wie:: erfdvmcnben, von Hans Feigl h.-rausgegebenen allerliebsten und reid b-alligen „Teutschen Bibliovhilenkalendcr für das Jahr 1913" eine ^clbikbiographie von sich als Bibliovh'le. Nickt weniger als 18 000 Bände und Faszikel sowie 10000 Bildnisse umfassen seine Sammlungen zur Geschickte des deutschen Theaters und seiner Literatur, unb es sind diese Sammlungen, aus denen das berühmte Monumentalwerl „Tie Theater Wiens" eigentlich heransgewacksen ist. Nämlick so: eines Tages kam Erzellenz Wiesfer, der Vorstand der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, zur Tl)in:ig, mit der Bitte, ihm einige scköne und seltene Blätter für eine, der Wiener Theaterausstellung gewidmete Sondermmnmer zu gebe::. Thimig breitete darauf vor seinem Gaste eine derartig reiche und vollständige Bilderreihe aus, das- daraufhin der Plan jenes Monumental wertes gefeit t wurde. Ganz reizend erzählt der Künstler von jenen Ueinen Erlebnissen und Menteuern, die doch iim Leben des Bibliophilen eine so große Rolle spielen. Eine dieser „kuriösen Zufälligkeiten" war d:e, daß er unter .Herzklopfen :n einem Wieiver Makulaturkeller die seltene Ausgabe von F. M. Klingers Theater, Riga bei Johann Friedrich vartknoch 1786, auf fand. Tie Ausgabe war gut erhalten, abev m 5iuac geteilt, und als Tlstmig die Stücke zuhause zufammenstellte, do zeigte sich, daß gerade das wichtigste Werk Klingers „Sturm und Drang" fehlte. Vergebens war alle weitere Schatzgräberei im Keller: es blieb bei dem Mangel. „Weit nach Ihresfrist geht mir ein Angebot, auf Zetteln notiert, von einem Antiouar am Nordseestrande zu. Dabei: „Sturm :tnd Drang", o. O. u. Z. Kostenpunkt 1 Mark. Zch riskiere die Atckage. Und siehe da, ich habe mein fehlendes Teil desselben Ereinplares des Werkes in der Hand, am Schnitt, an einem niedlichen Wurmstick deutlich bestimnchar." Sehr hübsch erzählt Thimig des weiteren, wie er einmal seine Theaterferien zu Ostern zu einer Entdeckungsreise benutzte, wo er mit Glück auf ein von einem Wiener Händler
Zulassung von Briefsendungen mit Nachnahmen nach allen Vereinsländern. — Tie Zahl der Länder, die am Austausch von Nachnahmesendungen tcilnekmen, ist noch Verhältnis- mäßig gering. Es wäre bringe::i> zu wünschen, daß möglichst sämtliche Vereinsländer der Vereinbarung über die Zulassung von Nachnahmesendungen beitreten würden, damit die gegenwärtigen Ungleichheiten verschwinden.
Auch mit Bezug auf die zwischen einigen Staaten geschlossenen N c b e n a b ko m n: e n hat die Handelskammer Frank furt a. M. wichtige Abänderungsvorschläge gemacht, so z. B. über eine Verbilligung der Beförderungsgebühr von Geldbeträgen zwischen Deutschland und -Oesterreich, eine Aus dehnung des Zeitungs-Uebexein kommens oder Ermäßigung der TrucksadwN'Gebühren mit den betreffenden Län ben:, schließlich befürwortet die Handelskammer eine E r - Mäßigung des Weltpo st Portos und des Auslandsportos überbau vt.
fandet.
Preiserhöhungen. Die linksrheinische, die Hessen« nassauische und die hannoversche (Gruppe für Eisenguß werden Preiserhöhnugen eintreten lassen. — Ter Verband der Fabrikanten isolierter Leitungsdrähtc beschloß einen Preisaufschlag von 3 Mark. — Der Verband der deutschen B ü r st e n - u » d P i n s c l - I n d u st r i e l l c n plant eine Erhöhung der Verkaufspreise. — Tie niederrheinisch-westfäliscke Gruppe dcs Vereins deutscher Eisengießereien hat infolge der erhöhten Preise der Rohstoffe die Preise für sämtliche Handelsguß wäre n mit sofortiger Wirkung zunächst um 1.50 Mark pro 100 Kilogramm bez. 772o/o Ausschlag für Stückware beschlossen. — Am belgischen Roheisenmarkt notieren die Preise um 2 Franken höher. Es notieren Gießereiroheisen 85--86 Franken, Thomasroheisen 84 -86 Franken, Frischereiroheisen 78—80 Franken. — Ans Schlesien wird gemeldet, daß ein mäßiger Aufschlag auf die Preise für Walzeisen bcvorsteht.
Zur wirtschaftlichen Lage im Maschinenbau. In einer jüngst in Düsseldorf abgehaltenen Vorstandssinung des Vereins Deutscher Maschineubauanstaltcn wurde vom Vorsitzenden u. a. mitgeteilt, daß die ihm vorliegenden Berichte über die wirtschaftliche Lage in den verschiedenen Geschäftszweigen des Maschinenbaues ein Anhalten der eingetretenen Besserung im allgemeinen erkennen lassen, was auch in einer gesteigerten Aussuhr bei nur wenig gesteigerter Einfuhr an Maschinen zum Ausdruck kommt. Tic Beschäftigung i st d u r ch - weg gut, mitunter bereits so stark angefpannt, daß über einen Mangel an gelernten Facharbeitern geklagt wird. T:e Erhöhung der Rohsloffprcffe und der Löhne haben die Selbstkosten der Maschinenfabriken in einem Maße gesteigert, daß die infolge des vermehrten Umsatzes verbesserte Ausnutzung der Wcrkstatteinrich- tmigei: keinen Ausgleich bieten kann. Tie Preise haben sich trotzdem noch nicht genügend erholen können, so daß trotz der günstigen Wirtschaftslage ein weitgehendes Mißverhältnis zwischen Selbstsosten und Verkaufspreisen besteht: der Grund liegt in dem außerordentlichen Wettbewerb, teilweise wohl auch in oen niedrigen Angeboten einzelner Firmen, die auf unzureichende Kalkulation der Selbstkosten zurückzuführen sind. Nur in einzelnen Geschästszwcigcn ist cs bisher gelungen, durch Vereinbarungen angemessene Preise zu erzielen. Dazu kommt, daß die Abnehmer bei: Wettbewerb dazu ausnutzen, auch die übrigen Lieferungsbedingungen für die Maschinenfabriken ungünstig zu gestalten.
Höchste Temperatur am 5. bis 6. Tezember
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Niederschlag 0,0 mm.
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nach Berlin verkauftes Bilderlistel falmfcete. Ein andermal bc- nurtc er ein Gastspiel in einer österreick scheu Provinzsmdt, um in einem Buchbändlcrlädcken ltcrumzuschinökern und wird gerade Zeuge davon, wie der Händler zu ?inem Herrn gebeten wird, der einen Packe:: ererbter alter Bücher zu verlausen habe. Tln- mig schließt sich „zufällig" an, durchwühlt den Packen und finbet: Heinrich Leopold Wagners „Vo.t.ire an Mend feiner Apoth osc", von der nur ein bel'a cmeö Exemplar, u.tb zwar in der Berliner Bibliothek, nadiyutreifa: ist. Tas find des Bibliophilen Freuden. Taiür fehlt es auck nicht an gelegentliche!: Wermiitslrovsen. „Vor ungefähr 30 Fahren habe ick e n gutes Exemplar der Erstausgabe der „Räuber" für 60 Gulden laufen können. 11 nb ick tat cs nicht Zch hielt diese:: Verzicht für Charakterstärke. Die Haare, die ich mir seither deswegen ausgerauft habe, hätten, gesammelt an den Perrückenmacher verkauft, schon mehr getragen."
* W i e Al ö n u: c s di 1 aieii erzählt der ,(5orririe della Sera" leinen Lesen:. Vom deutsche» Raiicr nurb berichtet. Da6 er (aft ft et:- in seinen: schlickten Feldbette ruht, Ronin Victor Emanuel schläft in einer kleinen veickeckenen eisernen 'Bettstelle :n cmcni sehr einfachen Ziinmei, das keinen anderen Schmuck zeigt als ein vaar stch'en mit Medaillen. Origineller verlni >gt der Honig der Belgier i ine Nodnrnhe, denn er idü.ut häufig in einer Hängematte. Doch den Rekord dcs einsaclien Lebens stellt anscheinend der neue Mikado an>, i er aick flacker Erde a d einen: einfachen Tepvick ruht und als Roofimtcrlnge ein vaar zufanunemiebundene .Bambusstäbe benutzt. 6wnz anders ivie diele gekrönten Hänvtcr uerbrmgt ein ungekrönter Völlig, Rocke'eller, der 1 etroteumkönig, seine 9lad)t. Er s bläkt in einem Zimmer, das im obersten Stock seines Palastes liegt; man kann dieses Tusculum nur erreichen, wenn man eine ganze lange Reihe von Zimmern durchschreitet. Und m dielen Zimmern stehen nachts Wächter, die den Schlaf des Milliardärs behüten. Tie ganze Nacht hindurch svielen Scheinwerfer und leuchten Bogen- lainpen, um, das ü'ebiet iingß um :)iodefe(ler6 Burg zu erhellen. Wächter patrouillieren in den Garten, und außerdem find noch zwei Leibjäger, ein Irländer und ein Schweizer, bereit, den Scklas ihres Herrn nut ihrem Leben zu verteidigen. Tein: der ungekrönte Möiüg bedarf einer doppelt königlichen Bewachung.
vorkchlägc für den rvelipoltkongrcs;.
Für den 1914 in Madrid stattfindende:: Weltpost - kongreß, der über Aendernngen und Ergänzungen des Weltpostvertrags vom 2 i. Mai 1906 und der an: selben Taae zwische:: einem Te:l der Bcrtragsländer gesch'os-cnen fünf Nebenabkommen (betr. Wertbriefe, Postanweisungen, Postpakete, Postaufträge, Postbezug von Zeitungen unb Zeit- schrtsten) beraten soll, hat die Handelskammer Frankfurt a. M., wie wir deren Mitteilungen entnehm men, dem Staatssekretär dcs Reichspostamts sowie dem Deutschen Handelstag folgende Vorschläge zum Weltpostvertrag unterbreitet:
Einheitliche Festsetzung des Portos und Brief- gcwichts. Zahlreichc Latcker, wie Griechenland, Italien, Rußland und eine größere Anzahl von außereuropäischen Ändern haben die Erhöhung des Briefgewichtssatzes von 15 auf 20 Gramm und bic Herabsetzung dcs Portos für die höheren Gcwicht-stuwu von 25 auf 15 Centimes noch nicht cingesührt. Dadurch'ergeben stch «ehr mcle unerwünschte Taxverschiedenlwilcn im gegenseitigen Verkehr der Veremsländer. Insbesondere wird'hicrburcl) die Zahl der unbenügend frankierten Sendungen wesentlich erhöht Eine einheitliche Regelung der Gewichts- und Portvsätzc wäre daher bringen!) erwünscht.
i g u n g d c s P o r t os für kleinere Sendungen von Gcschackspapieren. Das Porto für Geschäflspapicre darf beftim nmngsgeman nickt weniger als 25 Centimes für jede Sendung betragen . Sendungen von geringem Gewicht unterliegen somit dem Briefporto. Niedriger? Porlosätte für kleinere Sendimgen Geichastspaplere :m Getrickste von 50 bis 250 Gramm wären daher im Interesse der Geschäftswelt dringend zu wünschen.
Zulassung von Sendungen mit Geschäftsvapieren zu den für Geschäftspapiere vorgesehenen Portosätzen im Verkehr mit O e st e r- re:ch-Un garn. Im Vcrlelw mit Oesterreich Ungarn sind Sen- dünge:: mit Gefchäftspapieren gegen das ermäßigte Porto nicht zuläs'ig -tiefe Sendungen könnm mir als Brie'e ober Pakete versandt werden. Es find mithin wesenilich höhere Gebühren für derartige Sendungen als die sonst üblichen zu entrichten. Es läge :m Interesse des deutschen Haickels, wenn Sendungen mit Gesckästspaviercn nach Oesterrcich-Ungarn ebenfalls gegen bat ermäßigte Porto befördert würden.
Abänderung^ der Vorschrift, wonach Warenproben sen- dun gen keinen Gegenstand von .Handelswert enthalten sollen. Gegen das für Warenproben festgesetzte ermäßigte Porto dürfen nur solche Warenproben befördert werden, die keinen Handelswerl haben. Es ist dringend zu wüittchen, daß bei Warenproben die Bestimmung, die Gegenstände dürfen keinen Handelswert haben, wegfallt und zu ben für Warenprobe;: feftgefctUcn ermäßigten Portosätzen alle diejenigen Gcge::stände, auch solche, die nicht Warenproben sind, befördert werden, welche hinsichtlich ihres Ge Wichtes und der sonsttgen Bestimmungen den Warenproben entsprechen.
162. Jahrgang
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
Dentscbc Kolonien.
Neber einen Kamps in Neu-Kamernn
Zwischen einer der deutschen Vermes'ungs- e$Petitionen und Eingeborenen sind in der Presse Mitteilungen laut geworden. Im Reichskolo- itialamt sind Nachrichten über einen solch':: Kampf bisher nicht eingetroffen. Es wird aber nicht als ausgeschtosse:: betrachtet, daß die Bermessungsexpeditionen bei den Eingeborenen im neuerworbenen Kongogebiete auf Schwierigkeiten stoßen könnte::. Tie Gebiete sind zun: großen Teil noch unerforscht, mancher Stamm dürfte mit Weißen noch nicht in Berührung gekommen sein und vielleicht sind einzelne Stämme auch von französischen .Händlern beeinflußt worden, denen die Ausdehnung der deutschen Machtsphäre unangenehm ist. Besorgnisse um das Schicksal der Expeditionen sind aber nicht zu hegen. Tie Erpeditionen sind in vier Teilexpedi tion en geteilt, die untereinander in Verbindung stehen. Tie beiden Hauptexpeditionen Süd und Ost stehen unter der Leitung eines Lberleiters, der sich unabhängig von den Einzelexpeditionen bewegt und mit Fu n ke n t e l eg r a p h i e ausgerüstet ist, somit mit der Telefunkenstation Tualla in Verbindung treten kann. Jedem Oberleiter stehen 30 bis 40 Soldaten als Eskorte zur Verfügung. Die vier Teilexpeditionen bestehen aus 26 Weißen, 180 Soldaten und etwa 1500 Trägern. Tie kleinste Expedition besteht aus 5 Weißen, 30 Soldaten und 250 Tragern. Tie Expeditionen sind also jederz-eit in der Lage, sich gegen Ueberfälle der Eingeborenen zu verteidigen. Tie Expeditionen sind so ausgerüstet, daß sie im Notfälle ntonatelang ohne Proviantnachschub leben können, da man damit gerechnet hat, daß Lebensrnittel bei den Eingeborenen schwer zu erhalten sein werden. Für den Prooiantnachschub ist in ganz bestimmter Weise vorge- sovgt worden. .Sollten die Expeditionen in Kämpfe ver-
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