Zweite; Blatt
llr. 55
162. Jahrgang
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Tagesordnung:
Ticktcr ausgcführt werden sollte.
Line deutsche Wanderausstellung in Amertta
schlage ich vor, einzelnen Mit- Damit ist baS
Die »Oletzeoer L««lNntbIätttr" n> erben Bem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt. das „Xrebblett für Ben Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die ..Lanbwirtlchafllichea Seit- frage»" erscheinen monatlich zweimal.
Donnerstag, 8. Zebruar 1912
RoianonLdruck und Verlag der 8 r üb Indien Unwerülärs - Inch- und Stcuibrutfertt.
R. Lange, Lieven.
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J- Mährt K> ®- Matthaci
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noch in bei" Schwebe war, hat nun aber her Bankdirektor Lees er, der seiner Vaterstadt bereits das „Kehrwieder" Denkmal stiftete, für den genannten Platz einen Brunnen geschenkt. Ter Entwun dazu stammt von Pro'. Seeböck in tliom und zeigt einen -hach! - iüädfter, der mit eingelegter Hellebarde ein Mtutnl "l atzen oumeinander,niagen suckt. Die Hiinftircunbc, die den Raibe Brunnen ausgeführt und ausgestellt sehen möchten, fordeiit jetzt Tur ihr obfcadilo-3 gewordenes Monument einen anderen Platz, voraus- iidjtlid) wird wegen der Platzändernng auch der (Nitwurf zu dem Brunnen abgeändert werden müssen.
Die erste Tihrrrig des Reichstags.
Echan zwei Stunden vor Eröffnung der Sitzung hatte Bdj ein zablrcichcd Publikum vor dem EmgaiigSportalc der Abgeord- neten eingefunden, von einigen Schutzleuten in Reiben scnseitq M8 FahrdanimeS geordnet. Ter Andrang zu Len Tribunen rsl 'iberaus stdrk und nur die Hofloge bleibt leer. In der Wandel- balle drängen sich zahlreiche neue Gestalten und werden von Araktionskollegen onberen vorgesteklt. Der Sitzungssaal selbst bleibt bis wenige Minuten vor 2 Uhr leer, nur Latz hier und do
Redaktion, Ervedition unb Dnickerei: Schul- strotze 7. Exved.non und Vertag 51. fHeöattion:e^ll2. Tel.-2ldr^21nzeigerLietzen.
Alterspräsident Träger: Der Hebung gemäß daß da» provisorische Bureau die Verlosung dcr fllicbcr an die sieben Abteilungen oornimmt. Haus einverstanden.
Nächste Sitzung: Donnerstag 3 Uhr.
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I III 7.
Die Eröffnung -es Neict>stag-.
Berlin, 7. Februar.
Im Weißen Saale de» Königlichen Schlosses wurde heute •ntkifl der neue Reichstag mit großer Feierlichkeit eröffnet. Vorher hatte in üblicher Weise für die Mitglieder ber Laiben Ron« sessionen in der Schloßlapelle unb in de. HedwigSkirchc Gottesdienst stattgefunden. Am Festyottesdiensi in der Schloßlapelle ..ahm auch der Kaiser teil, ter lidj dann durch den Weißen Saal in die Bildergalerie begab. Inzwischen versammelten sich im Beißen Saale etwa 150 Mitglieder der bürgerlichen Parteien des neuen Reichstags. Tie Parteien waren etwa gleich stark vertreten. Zahlreiche Abgeordnete waren in ihren militärischen oder sonstigen Uniformen erschienen, u. a. auch Graf PosadowSky in der großen Gala der StaatLmmister. Seitwärts batte sich Xt Berliner Generalität aufgestellt, mit ihnen auch einige L ratsselretäre a. D., wie Herr Ternburg. Der Thronhimmel trug diesmal nicht die Preußischen, (/intern die ReichSsarben; vor dem Thronsessel waren vier TavurcttS aufgesiellt. Auf bei Mitteltribüne hatte die Kaiserin mit den Damen ihres Gefolges Platz genommen, in den anderen Mafien wohnten Mitglieder zurr eist exotischer ausländischer Gesandtschaften der Feier bei.
Kurz vor 12 Uhr erschien der VundeSrat paarweise im Saal mr der Spitze der Reichskanzler von Belhmann Hglliveg mit dem doyerischcii Gesandten von Lerchenfeld, bann die anderen Dantes, ratsbevollmächtigten nach ihrer Wmicnnilät. Sie nahmen linkt bom Throne Aufstellung, ivorans der Reichskanzler wieder ber raal verließ, um dem Üaiser ßn melden, daß ber Rcickiktag ber- semmelt sei. Rach seiner Rück'rtir gab Oberhosmarschall Gras
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ein Aniömmling seinen Platz in den Tischreihcn sucht, was v.rl fach gerate den alteingesessenen Mandataren nicht leicht fällt Tie Führer der Parteien, soweit fic wiedergckehrt sind, hohen freilich zumeist ihre angenammten Sitze bei alten. Der Reil der yialionnlliberalcn ist durch An rücken der früher dem Zeniiuin zugehörigen Tischreihen tcibreitcrt worden, sodaß auch Herr Bassrrmann seinen Vorderplatz an derselben Stelle ungefähr er. halten konnte. Freisinnige und Rationalliberale birgt derselbe nach hinten weit «iusgreiiende Keil: die 57 neuen Sozialdemokraten schließen sich, zum Tei! auf bm alten Plätzen der Polen seitwärts nach hinten an. ihn breiter ü'-nng hübet die Sd/eibc« grenze zwischen den Nat'onalliberalen^ und dem Zentrum.
Um 2 Uhr 15 Minuten besteigt der ?lbgeorbi'elc Träger (Dp ). der im Königlichen Schlosse dav erste Äaijerkmch auS- gebracht hatte, die Präsidenteneslrade und er nimmt Bezug auf ii 1 der Geschäftsordnung des Reichstags, ivonact» bei Eintritt einer neuen Legislaturperiode das älteste Mitglied des Hauses als Alterspräsident die Sitzung zu eröffnen hat. Ich bin 1S30 geboren, stehe also im 83. Lebensjahre. Sollten höhere Lebens, jahrc hier im Hause vertreten sein, dann bitte ich, die Träger derselben sich zu melden. Das ist nicht der Fall.
Nun liegt mir nach der Geschäftsordnung ob, vier Mitglieder des Hauses zur provisorischen Konstituierung des Vor- jtandcS in bas Amt der Schriftführer zu berufen. Ich erlaube mir zu prov'sorisä»en Schriftführern Voranschlägen die Herren Rogalla von SBiebcrftein, Engeken, Baertviulel und Tr. Sübckum.
Tie vier genannten Herren nehmen zu den Seiten des AlterSpräsidenteii Platz. Tie allgemeine Bewegung, die sich bc- sonders dcr Rechten bei der Berufung des s o z , a I b c in o ! r a t i - scheu D r. Südekum bemächtigt hatte, weicht einer Heiterkeit, als Tr. Südekum sich auf seinem Platze vor dem Hause verneigt.
Der Schriftführer Abgeordneter Rogalla von Bieberstein (ftonf.) nimmt nunmehr, unterstützt von dem Abgeordneten Bacrwinkel (Ratl.) den R a m e nß a u f r u f vor zur Feststellung der Beschlußfähigleit des Reichs tags.
Der Namensaufruf ergibt die Anwesen beit von 374 Mitgliedern. Daß Hauß ist also beschlußfähig. Während der Feststellung diese» Ergebnisses tritt ber Schriftführer Dr. Südekum in Funktion. Er teilt mit, welchen Abteilungen die verschiedenen Wahlakten durchs Laß zugcteilt worden find, und verlieft die Eingänge. Eingegangen ist neben Ucbersichten und Rechnungösachen der Etat, der Entwurf eines Reichs- und StaatSangehörigkeitSgesetzeß unb eine Novelle zur Abänderung des Reict'Smilitär- ge setz es sowie des Gesetzes über die Acnderung der
— Bon dem neuen „L. Z. XI.“ Das neue ■Büppelin,<f)iü ,L Z. XI.“ steht schon seit längerer Zeil fertig auf bei- Wern. Es hat die gleichen Großenckerhattnissc nric die »u Grunde g> qangcnc „Deutschland“ und dieselbe Bauart wie das erprobtc Passagiersckiff „Schwaben". Drei Mavbackmotoren geben dem Lckifse die (yincngeichroiiibigTeit. Zwischen dem 1 ». und 20. Acbr finh die ersten Probefahrten in Aussicht gen ommen. Ende Februar ivird das Schm nach Frankfurt übcigcführt. Wann und tote lange dasselbe in Hamburg stationiert wird, ift noch nicht frti gesetzt.
— Das Verdienst um die Nalionallitcratui. Bei der Polemik, die icnt hüben und drüben in Fragen der Scknllerstifkung durch die Zeitungen und Zcitickrtn.n geht und bei der das letzte Wort noch lange nidü gesprochen in, ipicli unc entscheidend Rolle der Wortlaut der Statuten, in denen es daß diejenigen zu berüdiidtigen sind, „die sich ein Verdienst um bic Rationalliterarur erworben haben". Es n-erben mahl ub.r biete Verdienste niemals einheitliche Urteile cruclt werd n kann n, ivenn es fick um Dichtungen bandelt, die ron den ' r.til rn io oft gegcniäRbd enigcickmtzl werden. Zweifellos aber war verdienst um die Nationalliteratur — unb das in mehr als einem Sinne — bei Josef Gilling er, der nun nach einem Lebim, das Mühe und Arbeit gewesen ist, seinem 'egensreichen Wirlen entrissen wurde. Er, der selbst nicht tdwpTentch taug war uno dessen hervorrageiidcs Talent anßerordemlich auMahmew ng war, bat sehr häufig feinen Freund Hans 'Dorrmmn, der damal - Generalsekretär der Schillerstiitung war, aut ringende Talente, die lieh ba^ statuarische" Verdienst um die Rationalliterarur noch nicht erworben batten, bingewieseu. Aus den Jfriefai, die in seinem Nachlaß gefunden sind, weht ein voller ytroni ber lautbarfeu, bic junge dichter für den Förderer und fdbitloten >?el»er gehabt haben So wie er von dem Platz, der ihm einen weiten Blick über das Werden unb Wachsen aut dem deutschen Parnaß gewährt hat, den Ämtern des Natwrialfchatzes Winke gab, wohin he ihre Wohltätigkeit lenken durften, fo möge jeber, den der Berni mit den Strömungen der werdenden NmwnaÜilerarur m enge Beziehungen
GießMt Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefjen
bringt, der Theaterdirekwr, der Redakteur und in erster Linie der Verleger bic Aufmerksamkeit ber Schillerstiftung auf junge Talente lenken! Es hieße das, Eltlingers Verdienst um die deutsche Rationalliteratur nach seinem Tode lebendig erhalten.
— „E i n wildes Volk, genannt Heidschnucke n". In der Lüneburger .Heide, wo gegenwärtig, dank der tatkräftigen Bemühung des Vereins vRaturschutzparf Stuttgart E. B.. der Grund zu dem ersten beulten Naturschutzparke gelegt wird, ferner in der '■Bremer Heide, sowie im Süden Oldenburgs und Ostsries- lands, find bekanntlich die Heidschnucken, in alter Zeit auch Heide- schnacicn genannt, bic genügiamite unb ausdauerndste, aber auch kleinste aller Schafrassen, heimisch. Rach einer alten, viel er» zählten Anekdote soll nun ein Franzose, ber viel von den in der Lüneburger Heide lebenben Heidschnucken hörte, aber nicht wußte, dai damit die Sckafe gemeint seien, in seinen Rcisebeinerkungen die Heidschnucken als ein wildes Volk bezeichnet hoben. So heißt es in Fritz Reuters „Reise nach Braunschweig": „Ein Franzose, dessen Ramc mir entfallen ist, sagt in seinen Rci'ebemerkungen über Hannover a il y a un pt-uph? gui s’appelle Haidßchnuckes." Wer dieser französische 2<hriftifeller ist, darüber bat man schon viel hin unb her geraten. Voltaire unb die Frau v. Staöl futb genannt worden, aber man hat in ihren Schristen diese Perle vergebens gesucht Jetzt berichten uns die vorzüglich geleiteten „Zeiten unb Völker", Monatshefte für Geschichte, .Kulturgeschichte, Länder- unb Völkerkunde Stuttgart, Frankhsche Verlagslmnotung), ber man den riclgesucktcn Ramm gefunden I)at. Der Turnooter Jahn behauptet nämlich, es sei der Franzose Psangouril, bet in seiner Schritt über das hannöversche Lano beridnet habe, in der Herbe wohne ,,un peuple sauvage, presque inconnu, nomine Heidschnucken". Zahn fügt hinzu, es müsse fick fchr hübsch ausnehmen, ben Titeln Napoleons „ttaifer der Franzosen, 5lönig von Italien, Beschützer des Rheinbünde-, Vermittler der Schweizer Eidgenossenschaft" noch himuiügcn „Hüter der Heidschnucken". — O ciraF, nur icigt sich bei näherem Zusehen, daß die ganze beliebte Erzählung bloß eine Seifenblase in. Zn Mangourits „Voyage en Hanovre“, Paris 1805, lautet nämlich die Stelle: ,,De loin en loin des oies, de^ canards. des moutons d une evpece miserable iudiquent la viciniu- d uu hamean cbdtif ou d’une habitation. Qaels repaires! Des familles au teint Läve, aux vetements dechirös, devisent, dinent et durment dans l etable de leure bestiaux.“ Hier kommt also das Dort Heidschnucke nickst einmal vor. Wohl aber in ber deutschen Uebersetzung, Hamburg, 1S0.7: „Von Zeit zu Zeit fünDiicn Gänse, Enten, Schafe von einem erbärmlichen Aussehen '.Haydeschnucken die Nachvarfchaft eines armseligen Dorfes, einer elenden Hütte an. Welcki- Wohiivlätze! Gaine Famüicn mit bleichem Gesicht, mit -ersetzten ffl v n leben, essen, schlafen im Stall ihr. Viehes." Entwedei hat olio Zahn oder sein Gewährsmann diese Sähe ganz stückig gelesen oder
beffourierr, die Obcrhofchargen und die anderen Chargen, nach ihnen mit den Insignien des Reiches der Staatssekretär von Tir- pitz unb der ilricflvmniiftcr von Heeringen und die Gcneralseld. rnarschällc von Schlicfsen und Freiherr von Goltz. Mit den in Berlin anwesenden Prinzen betrat, in der Uniform der Garde, kürassiere, nunmehr der Maifec den Saal, ivahrend der Alters. Präsident des ReiästitagS, der soctschrittlick)e Abgeordnete Geheim, wt Träger ein dreimaliges .siaisechoäi auäbtadjte. Den Helm ir der Hand schritt der Kaiser bic Stufen des Thrones heran, tväh 7end die Insignienträger .ftronc unb Schivert, Szepter uni üleichSapfel mir den TavurcttS nieberlegieu. 2<r Slaifcc bedcckv fein Hauvt mit dem Helm und nahm die Thronrede aus bei oänden des ReickSkanzlerS, der in der Blauen Uniform bei Äardedragouei erschienen war, entgegen.
Der Kaiser verlas die Thronrede mit scharfer Betonung uni unkr besonderer Hervorhebung einzelner Punkte, die bei dev tlkeichStagSabgeordneten hin und wieder lauten Beifall hervor- riefen. Der erste Beifall setzte ein, ailS der Kaiser davon sprach hak eine völlige Gesundung der Finanzen in Aussicht stehe Starker wurde die Zustimmung noch, als er daraus hinwieS, daß !<im Abschluß neuer Handelsverträge die Bahn dcr bisherigen Schutzzollpolitik nicht verlassen werden soll. Laut auf rauschte fic Kundgebung deS Beifalls, als dcr Kaiser betonte, daß Deutschland seine nationale Ehre in der Welt wahren werde uno 'eine Wehrkraft erhalten und stärken müsse, und als er mit er« hobener Stimme darauf hinwies, daß seine Politik daraus binzielen werde, mit allen Mächten freundliche Beziehungen zu haben. Auch zum Schluß der vcrhältiiirmäßig kurzen Thronredl folgte lauter Beifall. •
Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg erklärte daraus euf Allerhöchsten Befehl im Namen ber verbündeten Negierungen den Reichstag für eröffnet. Der bähe rische BundesratSbevoll- mächtigte Graf von Lerchcufeld brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Tann i-erabschiedete sich der Kaiser mit einer Verbeugung bon den NeichStagsavgeordncten. ber Zug ordnete sich unb verliest langsam den Saal. 10. Minuten nach 12 Uhr war der StaatS-ki sendet.
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ter-Varictt Karl Ohm.
45 WalllorsW abends 71: Ft jnstlerkooM' ■t von derWi® pelle
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tree frei. *1 am Samsiif Februar sX tlffllifc
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. 75 Pfg.
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- Striiimi! nerbol", i.;
geborenen h.ruptsäck:lich durch bic Impfung gegen Pockenkiankheit rnb durch bic — übrigens noch lange nicht ;;i Ende geführte -- BekLn"'fung ber Sckstafkranlnc.t unb her Lcpr.r. Gegen die Pocken uab t ic Schlafkrankheit wurde oud) in Cftafrifa nut Erfolg an gekämpft unb überdies noch die Ansbrcitung der Pest bwd) en ei gijri.e Eingr.i'en verhindert. In Südwestasi-fka find Lungen- c.itsünbuna, Tnpbus und Ruhr in gesteigertem Maße aufgetreten, ebne daß es zu verheerenden Evibemien kam.
Das Verhältnis ’.u den Eingeborenen tuar gut unb friedlich in den afrikanischen Kolonien, mir in Kamerun mußte gegen die aufrührerischen Stämme der Mokkas unb Baias vorgcaangen wer den Doch blieben auch diese Unrubtii aut ihren Herd beschränkt Durst .Kontrolle der Aus- unb Einwanderung von Eingeborenen »ou Einstig die Einwirkung aufrührerischer Elemente noch mehr als bisher unterdrückt werden. Ist es dock auch, wie gerade dos Bericl t.jal r zeigt, in Südwestafrilo ickwn in der Haiiptfache ge lungen, bic Eingeborenen durch Kontrolle und Erziehung zur Arbeit einerseits, durch (rrnydnng von Venraucii auf den ischutz unb die Fürsorge bet Regierung anderseits mehr unb mehr in t ine friedlich gesinnte unb an regelmäßige Arbeit sich gewöhnende Bevölkerung innzuwandcln.
In Rcn-Gtiiiiea fehlte es freilick, nicht an bett auch »rül'cv sckon mit einer gewissen Regclmäsigfcii nokn'.nbig genesenen ! cinercii Strafcipcditioncn. Im Jnselaelict dagegen kam cs in P o n a p e zu einem sck'wercn Bruck» des Landfriebens durch einen Eingeborenenstamm, ber den Bcsirksamtmann uub mehrere Beamte ermordete. Die mir >?ilfc der Kaiserlichen Morine er- ’einte Niederwerfung ber Aufständischen kostete nicht nnbeträckst liste Opfer, leider auch an Menschenlebsn. Die atlistänbischen Eingeborenen iDiirben zum Teil schwer bestraft unb im übrigen von Ponape entfernt und in Palau an*icjicbclt.
lieber die n>eiste Bevölkerung in den Schntzge bieten wird berichtet: Es in nicht nur die absolute Zahl und i! re Zunahme lonbern auch die Zusammensetzung nach Nationalität, Beruf, Ec schlecht usw. uub die Entwicklung dieser Verhältnisse aut dos sorgfältigste zu beachten und zu verfolgen. Unter Berück iid.tigung solcher Ci-csichtSpunlte ist besonders bic Zunahme der n eisten Bevölkerung in Ostafrika im Berick töj ihr als sehr crfrenlid zu bezeichnen. In M' a in c r u n beruht bic Zunolnne f er weißen Levollerung nicht bloß auf einer Vermehrung der Beamten unb Eisenbahnlechiiilei, sondern namentlich auch der Kaufleute. In Samoa hat sich ersreulickferweise die weiße Bc ■."blkrung vermehrt, während die Zahl der Äischlinge ziemlich gleich geblidKit ist. Dagegen scheinen in Togo bic Mischlinge sich zusehends zu vermehren, unb in Ncn Guinca ist die Zu nähme der weißen Bevölkerung auch auf die zu dieser gerechneten Japaner zurückznsühren. Die bedeutendste Zunahme hat aber Südwcstasrila oufzuweisen, toobc, freilich ebenso wie in Ostafrika unb Manu-run ber Bahnban eine Rolle mit spieli. Bezüglich der farbigen Bevölkerung scheint int allgemeinen bic Tendenz einer, wenn auch langsamen, Zunahme in den afrikanischen Schutzgebieten vorzuhalten.
Tie allgemeine V e r w a l t u n g ö t ä t i g f c i t und -orga- nifation bewegte sich in dec Hauptsache in den Bahnen der vorauegegangeiien Jahre Wie in diesen, so war auch int Berichtsjahre bic richterliche unb Polizeitätigkeit in Südwcst ' a s r i k a, namentlich infolge des Tiamanlenabbaues, crlKblid» gesteigert, lieber die Entwicklung des Schulwesens, sowohl was Regiernngs- wie Missionsschulen anbetrifft, und des Mis - swiisweseirs liegen fast nur günstige Bcrickste vor, so namentlich auS allen Südseegebieten und To.fo. In Mamerun wurde bic staatliche Unterstützung des Unternchtswcsens der Missionen neu geregelt. AuS Südwestafnta wirb über bic Tätigkeit ber Mis- itonen unb über bic Eittwicklnng des Schulwesens nur Günstiges berichtet. In Sstatzstka, Wo die christliche Mission durch den Islam einen besonders schweren Stand hat, ist die Zahl der Missioimre so groß geworden, daß sie in ber Bernfsstatiftik unmittelbar hinter den Pflanzern unb Farmern stehen. Tie Missionsschulen weisen über 50 000 Schüler auf, und bic von den einzelnen Missionsgesellschaften angegebenen Ziffern über Bekehrung zeigen zum Teil außerordetitlich große Zunahme.
Tie toi rt schäft liche Entwicklung läßt int Berichtsjahr abermals die rasch aufi'lcigenbe Linie erkennen, bic für unsere Schutzgebiete seit einer Reihe von Jahren in fricblidjen Zeiten charakteristisch ist. In einzelnen Gebieten der afrikanischen Schutzgebiete, namentlich in Ostafrika, machte bic Wetterführung bet Eisenbahnen bereits ihre erschließenbe Wirkung deutlich geltend, iDäljrcnb ber Reubau von Eiscnbahnstrcckcn vielfach eine Handel unb Produktion stark steigernde Wirkung auSübtc. Dazu
Man schreibt uns ans Hagen i. W.: Das hiesige deuifckfe ufeum ist gegründet worden, um die Möglichkeiten für das .vierandren eines einheitlichen Stiles im deutschen Shinftgcrocrbc, der (ibaratter absoluter Qualitätsware prägen wirb. ZU ver- ?ßcrn ober zu schaffen. Es sammelt und photographietl daher tc Werkstücke unb Bauten, läßt sie aut WandcraltSNellungen icn eine ganz geringe LeihgebMp: reifen, vermittelt zwilchen initlcr, .ttanfmaun unb Publikum, ergänzt die funftgoucrbhd)c robuttion durch Herausgabe m Monographien, besitzt eine 2.1a- iitiv unb Photographien zentrale. vereinigt in lieh alfo alle fgaben, die dem Gcdanlcn Dies deutschen Stiles im -0. Zam- nbcrt dienen. Die Ausstellungen, die bis letzt, folgende Wirte fassen: Rcklamebrucks.ch-.n und Plakate, Entstehung der ^npe loö moderne Kimstlerschritten, Tapeten, graphiicbc -BcmelT.il- tiiJintgöPerfahrcn, Buchgewerbe, üeramir, OMüvmalrrci unb -toiati, riobcrne Architektur und Induscriebanten, Metallarbcrten, -tel- rJ.tcn unb Flechtarbeiten gehen, durch Deutschland, Leiterreich, Schweiz, Belgien unb Holland. Sie haben den Zweck, da-.' oubh' Lm mit den zentralen Bestrebungen ber Reuzett_bet.annt 5:1 n,a*f n- bie Freude am guten Dinge zu wecken und die <2uhcrlfcit un urteil stärken. Da aber kein Stil möglich ist, ohne daß bic wirt- ifyftlidKn Forderungen des Landes berücksichtigt,werden, ^cutick- Icitb aber teilt (Srportlnnb von Materialien ist, >0 wird cm wirt-- gastlicher Aufschwung nur bann erfolgen, wenn deutfche ~*arai im weitesten Auslände ihrer Verarbeitung, ihrer <yoint unb -^ecknit btgen gekauft werden. Um nun das Intcrestc an der deutichen Arbeit zu wecken und das alte „Mabe in Germann wieder zu doller Ehre kommen zu lassen, hat das den ticke .Uhnami eint Ausstellung vom gesamten deutschen Mumtgrtvcrbc zuwmni.nge. teilt, bic in diesem Soinnrer in ben Museen von Rcuvort, Bitts- hirg, Dctrotl, St. Louis, Chikago unb Indianapolis äezetgt uvroen toirb. Die Sammlring umfaßt moderne Architektur, Grapmt, MkNamedruckiachcn, Mitstlerschristen, Bückier, Lederarbetteu, -i a- peten, Linoleum, Textilien, Keramik, Glas, Metall, Elfenbein, dvlz und Spielzcng. Sowohl die Presse, wie Publikum unb seufmaunsckxitt sielst ben Ausstellungen mit großem 3nterrt|c cut- SMcn. Werden diese Ausstellungen, wie zu erwarten ftem, einen chFetischen und somit wirtichasrjick nationalen Erfolg haben, w vird der Aufschwung, der sich daraus für die beutldfc <snöuitrie ergibt, dem deut schien NLuseum zu danken sein.
* •
— Das 0 b da chl 0 s c R a a b c - D c nk m a l. Ein Ausschuß T Hildesheim hatte für ben Neustädter stärkt, einen bei - Hänsten Plötze des „iwrdischen Numbcr.1", einen Raabe-Brunnen Stimmt, der nach dem Entwürfe des Hilbhancrs Ernst Mullcr- tlwrlottenburg als Ehrung für den vor einem Jahr verstorbenen
<u Eulenburg ein dvcimaligcs ?,eid'cn mit dcm Stabe und dir örbloßgardekompagnte mit der äahuc marschierte nut drölmcnocri radftitten in den Saal. Uiunitletbar darauf erschien der jlaifct mit dem großen Vortritt. Voran die Hosfouricre, die Ober-
Selk
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^Steins Gart» llontag.dfi ri.Febrwf
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Dir.: f ’ lEyle-Schmitl O.SO in der isikalien-Hind 1$ 11.00. Aul 81 1 seit eitlen ite Gesellschifi ■
Wahl des Präsidenten, der Vizepräsidenten ujib der Schriftführer, " /
Schluß 3 Uhr,____________________________________________
Die deutschen Schutzgebiete in Afrika unb der 5üdsee 1910H.
Tic von allen Freunden unserer Kolonien mit Spannung erwarteten amtlichen Jahresberichte des Reichs-Kolo- nialamts werden am 8. Februar bei E. S. Mittler u. '^ohn in Berlin erscheinen. Durch das Entgegenkommen dcr Ver- lagshandlnng uub unter Zustimmung des Reichs>Äolonial- amts sind wir schon heute in den Stand gesetzt, unseren Lesern Nachstehendes aus dem Berichtsteil des Werkes dar- zubieten.
In dem Berichtsjahr iAprit 1910 bis April 1911) ist die Entwicklung ber Schutzgebiete im allgemeinen günstig gcro:|cn
Die klnnonschcn Verhältnisse waren nickst überall gut, namentlich nickt in Sübwestasrika, aber doch in den meisten E'c^nden normal. Tic Geiunbheilsverhältnissc ließen in tnandicu Schutzgebieten zn ivünschen übrig. Insbesondere in Togo in bic Entwicklung zu besseren Geiuublicitsverhältnissen noch recht ungleichmäßig und mit Rückschlägen verbunden. Dagegen |d)cuit sich tu Ramcritn sowohl unter den Eingeborenen wie unter hen Weißen die Sterblichkeit-ziffcr zu verringern, bei den Ein-


