Aus Maffauc. i ' vrndbet, daß der Kreuzer „C a l ab r ia" die t ü r l i s ch e n Forts Sch ech und Said unbrauchbar machte und zwei Sambulen, die die türkische Flagge führten, nahm.
Tie Lage in Terna und Deughasi.
K o n st a n t i n 0 p e l, 6. Febr. Tas Kriegsministerium erhielt eineTepesche des Majors EnverBei, nach welcher Türken und Araber drei nächtliche Angriffe auf Der na und Benghafi unternommen hätten, bei denen die Italiener größere Verluste hatten. Die Verluste der Türken betragen dreißig Tote und vierzig Verwundete.
B e n g h a s i, 6. Febr. Agcnzia Stefani.) Deute vormittag hatte eine Abteilung Ualieniick c Kavallerie, unterstützt von einer Batterie Scharmützel mit mehreren Haufen Beduinen, die in die Flucht geschlagen wurden. In dem (Gefecht znchnete sich auch das ous Arabern aus Benghasi gebildete Letachement durch Standhaftigkeit im Fetter aus.
Eine italienische Schlappe an der tunesisch-tripolitanischen Grenze?
P a r i s, 6. Febr. Der imtürlischenLager befindliche Sonderberichterstatter des „Petit Marseillaise" meldet aus Dehib at au der tunesiich-tripolitanischen Grenze, daß die türkisch-arabischen Truppen am 25. Januar nach einem mehrstündtgen Kampfe durch einen nächtlichen Angriff die Italiener aus ihren Verschanzungen vertrieben und beträchtliche- Kriegsmaterial erbeutet haben. Die Italiener, welche angeblich mehrere 100 Tote hatten, zogen sich in die Stadt zurück. Das Geschütz der italienischen Krieasschiise verhtnoerte die dürfen, welche 32 Tote und 81 Verwundete hatten, die Italiener zu verfolgen. Die türkischen Truppen hätten am 28. Januar Homs bombardiert. Mehrere Häuser bei Ro nata, in welchen sich große MumtionSvorräte befanden, seien dabei in die Lust geflogen, was unter den Italienern große Panik verursacht habe.
Kein Bombardement auf Hodeida?
R o m, 6. Febr. Die Agenzia Stefani teilt mit: Ausländische Zeitungen brachten Nachrichten, italienische Kriegsschiffe halten Hodeido beschossen und Werkstätten und Häuser der föc sellschaft, die die Eisenbahn nach Ras Ketib baut, bombardiert und zerstört. Der Ltvmmandant der italienischen Flotte im Roten Meer hat bis heute keinerlet Bombardements weder auf Hodeida noch auf die Gebäude der genannten Gesellschaft .gemeldet. Es bleibt also nur die Annahme übrig, daß das Lager regulärer türkischer Truppen bei Djubbanah, einer Ortschaft 16 Kilometer von Hodeida und 6 Kilometer von Ras Ketib entfernt, beschossen worden ist. Die Regierung erwartet indessen noch Nachrichten über diesen Gegenstand ab. ,
Gegenüber den Meldungen einiger ausländischen Blutter, daß Hodeida nicht beschossen werden dürfe, weil es nicht befestigt ist, wird hervorgehoben, daß Hodeida durch ein kleines Fort im Norden der Stadt geschützt ist und daß die Kanonen dieses Forts am 2 Oktober 1911 aus 'den italienischen Kreuzer „Bolturne" und das Kanoneiiboot „Arelusa" feuerten. Es muß auch Feldartillcrie im Süden der Stadt dem Meere gegenüber aufgestellt gewesen fein.
Aus Statt mit Cant«
Gießen, 7. Februar 1912.
** Tageskalender für Mittwoch, 7. Februar: Stadt- theater: ,Ter Herr Senator." tilmang 7 Uhr.
Kauf m. Verein m e l b l. Angestellten: Aussprache über die SteNenlosenversicherung. Abends 81/« Uhr im Hotel Metropol. *
** „Ueberlandzentrale oder Kraftwerk" Wir lesen in einem Darmstädter Blatt folgende Einsendung, die auch für Gießen Interesse hat: „Brauchen wir eine Ueberlandzentrale, die durch Transformatoren das Land mit Energie versorgt? — Durchaus nicht! Das Elektrizitätswerk zu Darmstadt kann der ganzen Gegend als Kraftwerk dienen, und man braucht nur eine Fernleitung oder Landleitung, sowie Umspanner oder Umformer oder Um- svrmestellen, oder wie man sonst sagen will, um den Strom überall hin zu liefern. Eine Ueberschwemmnng des Landes mit unnützen Fremdlvörtern ist keineswegs nötig; wenn man will, kann man sich kürzer und verständlicher mit deutschen Wörtern auvbrüden, und das sollte uns Deutschen eigentlich am nächsten liegen. Die Verwendung von „Zentrale" für jedes beliebige größere Unternehmen ist eine Modetorheit; Mir werden es noch erleben, daß man den Schlachthof die Fleischzentrale nennt, die Brauerei Bierzentrale, das Kreisamt Kreiszentrale, die Bürgermeisterei Stadt- oder Torfzentrale usw. in herrlichem Neudeutsch. Vor wenigen Jahren noch tonnte man ohne „Zentrale" auskommen; unsere Väter sagten Gaswerk, Wasserwerk usw. Wir aber sind eben daran, „Zentrale" auch da zu setzen, wo es gar nicht paßt; denn die geplante Fernlei- tung für den Strom — für Energie, nne der jetzige Deutsche sagt —, eine Zentrale zu nennen, ist Unsinn, und das Kraftwerk, das man als Ueberlaiidwerk benützen will, hat schon längst den Namen Elektrizitätswerk. Warum also neue
sind Dichter, die an ihre Dichtungen glauben. Sie strahlen eine farbige Attiwspl-are aus, sozusagen Welle auf Welle eines rosigen Lühtes, in dem sie sich immer ben-egen, so daß sie immer alles durch diesen Hauch warmer Töne sehen, der sie umgibt." Emerson gesteht ein, er sei für Frauensawnheil und Schönheit überhaupt sehr empsänglich. Schönheit ist iiir ihn ein „Asyl", eine Zuflucht- lütte, und ebenso nennt er Bücher, die Wissenschaft, die Erfindung und die f)Nusik „ZusludKSftätten". Von feinen Büchern sagt er im besonderen: „Sie sind meine Gemäldegalerien. Jedem Mensch hat Gott feine Gunst crnxiefen und ihm seine eigene Anmut, wie leine eigene Beschäftigung verliehen. Tiefe adligen englisä)en Dichtungen, die so reich, so aufrichtig, fo faruig sind und aire den Tiefen der Natur hervorgegangcu fiird, als ein Widerhall des angelsächsischen HerzeiiS, das dahinter verborgen ist: die sind für mich der Palazzo Pitti, filr mich der Vatikan. Warum sollte ick) da wohl den Herzog von SoScana um seine Galerien beneiden ? Gottes Freigebigkeit gibt jedem Wesen das, >vas es brandn. Man nmß sich nut feinem Teile bescheiden und sich an Der Freude berauschen, die eS verschafft. Mait mutz feine Bücher kennen und die großen bcgcifteiten Seelen-, die sie sangen, ihren Glauben unb ihr Gesetz bewahren und von Der großen 'Natur zu furcdKn wissen." Trotz dieser Worte hatte Emerson keinen blinden Glauben an Bücher. Hierauf bezüglich sagt er nämlich von Shakespeare, bett er als Beispiel wählt: „Es sind nickft di? Bücher, Die den großen Dichter macken. Z wer fettes ter Dan Ice Shake, veare seinen Büchern viel, aber es ist unmöglich, in feiner Umgebung die Geschickte teines* Lebensiverkes zu finden. TaS ist vielmehr ohne Beihilfe einer fremden Hand entstanden in einem unsichtbaren Universum. Unsere ganze Gefchickäe rache in uns selbst. An anderer Stelle beißt es sogar: Es gibt feine Geschichte, keine Biographie. Der Versuch, einen Gedanken zu vcrwirUichcn und zum Abschluß zu brtnaen, irgend ein Prinzip zu delandeln, scheitert immer. Nur auf sich selbst heraus Linn man leben. Unser Tun hat nur insofern Wert, als eS lebt, als es inneres Leben ^st. Seine Naeo
Sck>üler ist keine Wiederholung, puDcni ein ganz neues Ding. Jeder einzelne Ädensck muß selbst das ganze Problem der Wißen idjait, der Kunst, der Theologie lösen. Er darf nichts seinen Vorfahren verdanken.
Fremdwörter im Zeitatter der Heimatpflege und Heima.- kunst?" , ,
" Höherer Finanzdienst. Tie schriftliche Staatsprüfung für den höheren Finanzdienst sindet am 10. April und an den folgenden Tagen statt. Gesuche um Zulassung zu der Prüfung sind unter Verwendung eines Eingabe- Hempels von 1,50 Mk. bei der Prüfungskommisuon für den Höheren Finanzdtenst zu Darmstadt bis zum 30. März einzureichen.
"Lebensretter. Ter Schreibgehilfe Fritz Duch in Kemplen hat am 25. Juli 1911 einen Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von d^m Groß Herzog die Rettungsmedaille verliehen worden.
♦♦ Militärdienstjubiläum. Von sehr geschätzter Seile wird uns geschrieben: Am 26. Januar d. I. waren 50 Jahre verflossen, daß ein hier allgemein hoch- geschätzter und beliebter Mitbewohner unserer Stadt sein öOiahriges Militärdienst-Jubiläum feiern tonnte. Akajor a. D. Freiherr Friedrich Joseph Röder von Diersburg trat an dem genannten Tage des Jahres 1862 als Freiwilliger in das 1. Großherzogliche Jufauteriei-Regi- ment (Leibgarde) Nr. 115 ein und wurde mit einem Patent als Leutnant vorn 30. 6. 1866 am 2. 5. 18j9 in das jetzige Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm versetzt, in dem er am 11. 3. 1873 zum Oberleutnant und am 22. 3. 1881 zum Haupl- und Kompagnie-Ehef ausriickte. Bis zu seiner am 22. 3. 1889 erfolgten Verabschiedung aus dem altivcn Dienst mit dem Etzaratter als Major hat der Jubilar au der Spitze der 10. Kompagnie des hiesigen Regiments gestauden, die in ihm einen allzeit geregten, wohlwollenden Vorgesetzten verehrte und ebenso wie seine Kameraden sein Scheiden tief bedauerte. Am Feldzuge von 1866 hat Major Frhr. von Röder als Mitkämpfer teiigenommen; leider blieb ihm dies zu seinem großen Schmerz für den glorreichen Feldzug 1870/71 versagt, während dessen er die sorgen- und mühevolle Stelle als Adjutant des Ersatzba aillons des 2. Inj.-RegimcntS inne hatte. Zu seinem am 26. 1. d. I. erlebten Ehrentage beglückwünschen wir, wenn auch verspätet, so nicht minder herziich, den Herrn Jubilar von ganzem Herzen in alter Treue und Was,enbrudei.,'chaft. Wir wünschen, daß er, Der in diesem Jahre am 17. 8. jein 68. Lebensjahr zurücklegl, noch auf eine lange Reihe von Jahren hin, bei seiner je^r noch vorhandenen körperlichen und geistigen Nüstiglcit, einem ruhigen, gesegneten Lebensabend enlgegeitgehen möge.
" Vom Akad. Bismarckbund ivird uns gce schrieben: Auf Veranlosfung deS Akademischen Bismarckbundes spricht morgen abend im Hotel Einhorn Psarrer Dr. Kirfch aus Koblenz über ,Warum unsere Kampfesslellung gegen den Ultramontainsmus?" Dr. Kirsch war bis vor einem Jahre Redakteur des kirchlichen Teils der „Kölner Volkszeitung". Da er den Modernillenetd nicht leistete, wurde er gezwungen, sein Amt und seine schriftstellerische Tätigkeit mederzulegen. Die altkatholische Gemeinde in Koblenz nahm ihn dann als Pfarrer bei sich auf und dort ist et auch jetzt noch tätig. Er ist em erfahrener Kenner der ultramontanen Bewegung und sein Vortrag verspricht interessante Darlegungen.
*♦ Jubiläums-Gauturnfest Gießen 1912. Gestern abend hielt der Geschäslssühreuöe Ausschuß sür das Jubiläums-Gaulurnsest, das vom 6.-8. Juli in Gießen ftattjinbet, eine gut besuchte Sitzung ab, in der u. a. die Geschäflsleilung bestimmt wurde. Es wurden gewählt: als 1. Vorsitzender Gauvertreter, Stadtverordneter Fr. Helm, als 2. Vorsitzender Kommerzienrat A. Klingspor, als 1. Schriftführer Lehrer Georg Kling, als 2. Schriftführer Kaufmann Heinrich Wahl und als Fcstrechner Universi- tätsjelretär Wilhelm Erle.
" Der Schützen verein hält, wie er uns schreibt, nächsten Samstag seinen großen Maskenball in sämtlichen Räumen der LtebigShöhe ab unb verweist dabei auf die heutige Anzeige. Den Mitgliedern ist gestattet, Freunde ein« zuführen; ohne Karten ist der Zutritt nicht gestattet. Ter Vorstand hat sich bemüht, einen genußreichen und ftdelen Abend 311 bereiten, an Ueberraschungen wird es nicht fehlen. Zur Heimfahrt flehen Wagen der Straßenbahn am SchützenhauS.
** Alarmierung des Hilfszuges. Der im Bahnhof Gießen stationierte Hilfszug wurde gestern abend zur Probe alarmiert. Um 6 Uhr 20 Min. traf das Telegramm Tyier ein, das den Hilsszug nach Großen-Buseck rief. Um 6 Uhr 56 Min. fuhr der Zug, bestehend aus Lokomotive, Arztwagen, Hilfsgerätewagen und Mannschafts- loagen, in Begleitung der Vorstänbe bes Betriebs- unb Maschinenamts, des Bahnarztes, sowie bet vorgeschriebenen Sanitäts- unb Aufgleisungsmannschasten ab. In Großen-Buseck touroc ber Zug von einigen Mitgliedern der Eisenbahnbirektion Frankfurt a. M. erwartet. Diefe ließen verschiebene Hebungen im Verbinben, Einlaben von Verletzten vornehmen unb sprachen sich aner- tennend über bas rasche Eintresfen bcs Hilfszuges, sowie bie korrekte Ausführung ber Hebungen, ber Verbänbe usw. aus.
** Heber W. Eyle's Leipziger Sänger, die bem» nächst hier aufireten, leien wir in einer Kasseler Zeitung: „Man kann wohl mit Reckt sagen, bie frohe Künstlerschar hat an ihrer alten Frische nicytä uciloren. Köfuicher yiunoc ist es, ber uns in großer Fülle geboten. Wenn auch hier und da in den Liedervorträgen einmal der Ernst in den Vordergrund gestellt wird, so bucht der Humor doch immer wieder in spontaner Wehe Durch. Iedensatts verstehen es die „Leipziger" in hervorragender Weise, ihr Publikum zu umerhalten und diesem einige frohe Stunden zu bereiten. Cunneuvorträge, Duette, Soloszenen und humoristische Zusammenspiele löicn sich in schneller <yolße ab. Laß auch der Damenimitator nicht fehlt, ist wohl selbstverständlich, und das muß man sagen, Erista Jcböen oeeftebt es, allen Ansprüchen gerecki zu werden. Das zahlreich erschienene Publikum zollte den Künstlern denn auch nach jeder Nummer reichen Beifall."
Landkreis Gießen.
* Burkhardsfelden, 5. Febr. Gestern mittag gegen 2 Uhr erfüllte bei Ruf Feuer hier Es brannte die Scheune des Gcmeinderechiiers Alba ch. Dessen Nachbar, der Taglöhner Diehl, hatte seinen Holzschuppen, der unmittelbar an die Scheuer nngc- baut war, angeüccft und sich dankt in der Scheuer erhängt, wurde jedoch rechtzeitig bemerkt nnb abgeschnitten. Tie Okndarmerie von Reiskirchen, bie telephoni'ch herbeigerufen worden war, vcr- vastete den Brands'iiter und verbrachte ihn nach Gießen. Tie Sckjeune brannte vollständig nieder.
w. Londorf, 6. Febr. Am Sonntag wurde Pfar^" verivaltec Adolf Bausch aus Atzbach, der als zweiter Pfarr'-'r der hiestgen Pfarrei hierher berufen ist, der coang. Kirchen- eemcmDe m der Kirche zu Londorf vorgeftellt unb durch Dekan Wagner aus Grünberg in fern Amt eingeführt. Ter Vorgänger deS Herrn Banfch, Psarroerwalter A. Rabcnau, ist nach Cder-Bceidenbach ubergefiedelt.
Ruttersha 1: > ? n , :. Febr Dieser Tage weilte Sreoin- zialdirelwr Geheimerar Dr. Uiingcr, Kreisschulinwefror Prisessor Dr. Alles und Bauinspektor Hecklerü'-ießen hier Sie nahmen an einer Sitzung des Gemeinderats teil, in der beschlossen wurde, ein neues Schulhaus für die hiesige Volksschule zu eruch:eu.
Krciö Friedberg.
L. Friedberg, 6. Febr. Tic zu Ende gehende Jagdzeit war für die Jagdpächter unserer Gegend nicht ersprießlich. Es waren nur wenige Hasen und Rede. Die vorjährige Seuche unter dem Wild war wohl die Ursache.
Starkenburg und Rheinhessen.
Tarmsta-dt, 6. Febr. Heute vormittag ist der Seniorchef der Firma L. C. Wittich'sche Hofbuchdruckerei, Kommerzienrat Ferdinand Wittich, nach längerem Leiden im 86. Lebensjahre gestorben. Er war nahezu 60 Jahre in der Firma tätig und hat den Fragen des öffentlichen Leben?, namentlich aiich den sozialen Fürsorgebestrebungen, stets reges Interesse entgegengebracht.
rm. Auerbach, 6. Febr. Heute morgen wurde die Leiche emeS unbekannten Mannes auf der Bahn- strecke Darmstadt — Heidelberg in der Nähe von Auerbach von einem Streckenwärter aufgefunden. Der Tod ist jedenfalls durch einen Stoß dec Lokomotive verursacht worden. Es scheint Selbstmord oorzuliegen.
= Mainz, 6. Febr. Für die am Sonntag, 11. Februar, -A stattfindende weitbekannte karnevalßtische Fremoensitzuna in das Komitee in eifriger Tätigkeit. Sie wird sich ihren Vorgänge- H rinnen würdig zur Seite stellen. Ter Grundgedanke, der Dem 1 diesjährigen Fastnachtsmonlagszug sein Gepräge geben W soll, iit nun festgelegt: es werden aus aller Herren Ländern Ab- 1 gei'ancie erscheinen, um für das kommende Jubeljahr 1913, zu dem alle Welt herbeieilen wird, vorläuftg Cuartier zu machen » unb einmal eine Kostprobe der Freude bei Frau Moguntia g unb ihren Kindern zu nehmen.
Kreis Wetzlar.
x Dutenhofen, 6. Febr. Trotz rühriger Arbeit» ist es nicht gelungen, vor Wintersanfang den im SpätherbsteD begonnenen Schulbau unter Dach zu bringen Tie Zim-M mcrleute habep in diesen Tagen das Gebälk aufgeschlagen. I Infolge der Zusammenlegung ber Gemarkung kommt bie ■ Schule ziemlich m bie Mitte oes Dorfes, auch Schulgärten H werben bei ihr nicht fehlen. Tas stattliche Gebäube ist für fl vier Klaffen unb zwei Lehrerwohnuugen vorgesehen.
w. W i ß m a r, 6. Febr. Der Gesangverein „G e r • | mania" hat bie Feier seines 66jährigen Bestehens end-» gültig aus ben ersten Julisonntag festgesetzt. Da ber sest-W gebende Verein bisher ein gerngesehener Gast auf auswär- ■ tigen Gesangs festen war, wird wohl der Besuch sehr stark W werden.
Hessen-Nassau.
ßj Marburg, 6. Febr. Die Bäckerinnung gibt be- kannt, baß 4 Pfunb Schwarzbrot von morgen ab 50 Pfg. ] und 4 Pfund Weißbrot 54 Pfg. tosten. Es bedeutet dies ein Aufschlag von 2 Pfg. für den Laib.
fc. Hanau, 6. Febr. Vorn 12. Februar ab wird beim hiesigen Land- und Amtsgericht bie englische Arbeitszeit von vormittags 8 Hhr bis nachmittags 3 Hhr ein- geführt.
Universitäts-Nachrichten.
— Frankfurt a. M., 6. Kebr. Das Vorlesungs- Verzeichnis der Akademie für das am 25. April beginnende - Sommer-Semester ist erschienen. Es kündigt, einschließlich der Seminarübungcn und naturwissenschaftlichen Praktika, im Ganzen 126 Vorlefungen an. Von diesen entfallen 18 auf die Gruppe Volkswirtschaftslehre. Völkerkunde und Geographie, acht auf Rechtswissenschaft, 5 aus Versicherunaswissenschast unb Gtattstik, 15 auf HanbelSwisfenfchaften, 8 auf Philosophie, 7 auf Geschichte x unb Kunstgeschichte, 34 auf Sprach- unb Literaturgeschichte unb Neuere Sprachen, 29 auf Marhematik, Naturwiffenschasten unb Technik, 2 auf Künste unb Fertigkeiten. Der Stundenplan weist eine Anzahl von Ntorgen-, Mittag- unb Abenbvorlesungen auf, mit benen bie Akabernie, wie bisher, nach Möglichkeit ben Bedürf- t nissen ber Beamten, ber kaufmännischen Angestellten, der Lehrer' unb anberer beruflich tätiger Personen Rechnung träat.
— Zum Nachfolger von Geheimrat Pros. Ziehen auf Dem Lehrstuhl ber Psychiatrie an ber Berliner Hniversität ist der Gelzcime Medizinalrat Prof. Dr. August Cramer, Orbinaruis f unb Direktor bei Hniverfitäts-Klinik unb Poliklinik für psychische, unb Nervenkrankheiten in Göttingen berufen worden. Der Gelehrte ist der Sohn des späteren Professors der Psychiatrie Geh. j Med.-Rats H. Cramer in Marburg.
war ist Sport?
Dem französischen Nationalverbanb für bie physische Ausbildung ber Jugenb ist kürzlich von einem Ungenannten bie Summe von einer Million Franken geschenkt worben, mit der Weisung, bies große Kapital zur Fürberung bes Sports zu txr- wenben. Wenn aber Der Vorsitzende Der genannten Gesellschaft, General Langlois, ein Mann ist, dessen Geist, wie man zu sagen pflegt, am Buchstaben zu hasten pflegt, bann dürfte bie Million kaum ihren Zweck erreichen. Tenn was bebeutet bas Wort „Soorl" . nach ber offiziellen Ausfassung, nach ber Definition, die M Wörterbuch ber „Akabemie" gibt?»Man findet in ihm eine Erklärung, die vielleicht für 1850 genügen könnte, für das Zeitalter des Skis, des Autos, bes ^leroplans aber ganz jidjer nickt „Sport ist jede Art von Sviel ober von Hebung in freier Lust." Demnach hat also der Tennisspieler, der in gedeckter Halle eine Weltmeisterschaft ausgefochten hat, nicht Sport getrieben? Hub die Rabckxlmpions, die sechs Tage lang un Velodrom oder Zirkus bie Rckorbs zu brücken versuchten, iwch bazu die Nächte bui« durch bei elektrischem Licht, — auch sie haben mit dem, was laut Dekret der AkaDeinie als Sport gelten darf, nichts zu tun -* „Figaro", ber bie akabemische Definition ironisiert, ivwit bie Frage aus, burch welche bessere sie zu ersetzen sei. Nehmen mir an, sie habe zu lauten: Sport ist eine Kombination mannig' faltiger Muskelanstrengungen. Tann ist bas Billarbspiel aus Dem Bereich des Sports oerroiefen. UnD ebenso alles, was bi.cker als Schießsport galt. Ist es da nicht besser, Gewandtheit unb Geschicklichkeit als Die übergeordneten Begriffe einzusetzen? Dann ist zwar ber Clown, ber auf seiner Nase einen Stod balanciert, ein Sports mann, nicht aber ber Schnell-Läuser ober ber Ailirr der seine Gewidite stemmt; nod) viel weniger der Schwimmer, Denn man kann nicht gut behaupten, daß Die Gewandthett kchs HaupterforderniS einer Dieser „Sportsarten" ist.
In Der neuesten Auflage von Brockhaus' Konversationsleiil.a> wird „Sport" folgenbermayen definiert: „Im Freien audgeruhrU Tätigkeit zur Förderung Der körperlichen Leistungen, verbünde« mit Dem ehrgeizigen Bestreben, auf einem bestimmten (M’-ct HervorragcnDes zu leisten." Demnach wäre Die ganze .Ivint'k und Der gefamte Auloinvbilismus lern Sport, Denn inan kann nickt gut behaupten, baß ber Flieger, Der feinen Aeroplan immer höher in Die Luft fchraubl. Dies zur FörDerung körperl'i-r Vnüuiigcn tut; um fo weniger, da 1 einem Flug gervobnli® besondere Mattigkeit und Erschlaffung folgt. Dasfelbe läßt stck von dem Rennfahrer auf Dem Auw sagen. Wenn man aber, wie „Iigaro" vorschlägt, all bas als 5Dort gelten läßt, was als KnnmdK Mombination von Muskelanstrengl : •
werden kann, Die von Menschen oDer Tieren zu Dem ausgesprocl urn Zweck sich zu vergnügen ausgMhrt rocrDcn, — Dann wurDe uurn untet den Begriff sogar Das Kutschieren unD bie Jagd cinreiM können, unD es mütis flud) Das Tanzen Darunter fallen, Uiw


