Nr. 287
Lager
Karlsruhe
Bei Großvieh bleibt bei gebrücHem Geschäft
ihagen
chiveinen und Kleinvieh bei
"öpfereien
47-50
85-91
höchsten
50-55
89-96
ephon 460
87—88
ständig
gramni
lische
ik
Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe».
Dez.
Wetter
1912
10
10
10
66—76
60—70
94
99
90
Weizen 100 Mg. 21.15-Oo.OO Ulf. Roggen 100 Rc\. 18.25-00.00 Mk.
Weißbrot 2 Atg. 58 Utq. Schivarzbrot 2${g.4813fg<
36-41
30-35
32—87
73-80
4
4.
5.
2
2
2
83-88
85—94
42—45
44—49
■5
&
84—86
80-82
'jüiorfiDerlaut Ueberfiaiib, bei ausverkanst.
Mk.
95—100
93—98
gewicht ......
X Kirchhain, 3. Tez.
mittlerem Geschält Preike für 100 Pld. Lebenb- Schlacht- new icht
66—68
59-64
53—57
49-52
48-51
43-47
Höchste Temperatur am 9liebrtflfte „ „
Liieberschlag: 0,0 mm.
8 z eo
40-41
34-35
mdohne ihmen;;
111—115 98-108 88—96 84—86
67*/3-68‘/3 67-67»/,
Tlf. 52—55 51-54
1,6' C.
1,79 0.
Deutsche Kolonien.
Schon ein Kampf in Neu-Kamerun?
Ten „Berliner Neuesten Nachrichten" ist eine drahtlose Privat- depesche zugegangen, wonach eine Abteilung der neuen Kameruner Grenzexpedition auf bisher französischem Gebiet bereits ein Gefecht mit Eingeborenen zu bestehen hatte. Sie wurde beim Requirieren aus dem Busch angegriffen. Die Deutschen hatten keine Verluste. Tie Eingeborenen sollen 50 Tote gehabt haben. Eine amtliche Meldung liegt bisher nicht vor.
Tie Marktpreise für Vieh rrud Frucht «ud die C-ießener- Fleisch- mtb Broipreise am 3. Dezember 1912.
Donnerstag, 5. Dezember 1912
Rotationsdruck und Vertag der Brübl'schen UniversualS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
nehmen. Aber er hat doch auch angesichts des durchblicken lassen, daß er persönlich cs immer Bibel und mit dem Geist der Religion, als mit
Dogmen halte. Genau wie im Falle Iatho! Vorstand der Brandenburgischen Generalsynode
'21 eitere ouSgemästete Kühe und wenig gut ent- nuckelte jüngere Kühe.........
Mäßig genährte Kühe und Färsen
K ä l. b ec.
feinste Mastkälber ........
Mustere Dian- und beste Saugkälber . . . .
Geringere Plast- und gute Saugkälber . . .
Geringere Saugkälber.........
S rh a l «. Weidemastschafe Mastlämmer und Masthammel Geringere Mauhanimet und Schafe .... Schweine
Dollfleischige Schweins von 80—100 kt> Lebendgewicht ..............
Dollfleischige Schweine unter 80 KZ-Lebendgewicht
Vollfleijchige Schweine von 100—120 kg Lebend
land später den Zugang zum Grieben mit der katholischen Kirche nachdem man in Darmstadt sich die Scherben betrachtet batte, du ber Kulturkampf verursacht, nachdem man allerdings zu spät cmgeschen, das» der Kamps weit mehr dem Staat al-? der Kirch schwere Wunden geschlagen hatte — zu einem vollständigen kirchen politischen Frieden konnte man sich bislang noch nicht verstehen, dazu bedarf es des gründlichen Aufräum.ns mit dem letzten Res oder Kulturkämpserei, der Ordensgesetzgebung, die heute noch roit cm Pfahl im Fleische des latholischen Volkes steckt. Und nun das I es u ite n g e s e p! Hier heißt es Farbe belcnnen. Das katbo usche Volk ist jetzt der jaljrzehntelangen Mißhandlung müoe Keine Rücksicht könne mehr walten, wo solch wichtige und tief rinsckmeidende Interessen der Katholiken auf dem Spiele stehen! Das katholische Volk erwartet von seinen Abgeordneten im hessischen Landtag, daß sie ein ernstes Wort mit den leitenden Staatsmännern am großen Woog sprechen und die unveräußerlichen Rechte der katholischen Kirche und der katholischen Orden mit aller Ent schiedenheit erkämpfen.
, Das katholische Volk weiß sich eins mit seinen Führern, wenn dieselben diese wichtige, grundsätzliche Frage zum Mittel- und Angelpunkt der initerpolitischen Frage stempeln und demgemäß ihr politisches Verhalten einrichten. Wir wissen, daß dies fein leichter Kampf ist. Wir haben in diesem Kampf gegen einen Berg von Vorurteilen und schiefen Ansichten zu kämpfen, die man protestantischerseits mit der Muttermilch in sich ausgenommen I)at — wir wissen, daß wir auch bei maßgebenden Persönlichkeiten antikatholische n Instinkten begegnen, die manchmal gegenüber katholischen kirchlichen Veranstaltungen, wie z. B. F r o n l e i ch n a m S v r o z e s s i o n e n, ungeschminkt zutage getreten sind und die bei nt a n ch e n Entscheidungen, auch in Fallen, wo konfessionelle Gründe nicht ma ß g e b e n d sein sollten, eine Rolle spielen — wir schrecken aber vor dem Kampf nicht zurück. Wir vertrauen auf unser gutes Recht und auf das zielbewußte energische Vorgehen unserer erwählten Vertreter im Landtag, hinter denen das katholische Volk in unverbrüchlicher Treue steht. Sei es auf dem Wege einer besonderen Interpellation oder aber bei den Beratungen des Etats zu Beginn des neuen Jahres, wird die Zentrumsfraktion in der Zweiten Kammer Rechenschaft von d e r h e s s i s ch e n Regierung über ihre Stellung in ber Jesuitenfrage verlangen. Tas katholische.Volk will volle Klarheit haben.
Zunächst wird man fragen müssen, was es mit den versteckten Angriffen auf „maßgebende Persönlichkeiten" auf sich hat. Die Verdächtigung, daß bei manchen Entscheidungen in unstatthafter Weise konfessionelle Gründe maßgebend seien, darf doch nicht nur so beweislos ausgesprochen, sondern sie muß auch begründet werden. Nach dem obigen Zeitungsartikel scheint das Zentrum Gelüste nach einer Auffrischung des Kulturkampfes auch in unserem löessenlande zu haben. Die hessische Regierung wird diese Rcchenschaftsforderuna zurückweisen müssen, und sie wird es leicht dabei haben, denn der Bundesratsbeschluß brauchte sich nicht nach religiösen ober konfessionellen Gesichtspunkten zu richten, sondern er mußte sich an die Rechtslage halten. DaS Zentrum muß mit seinen Wünschen an den Reichstag gewiesen werden.
Sitzung des Finanzansschuffes.
bs. Darmstadt, 4. Dez. Tie heutige Tagesordnung umfaßte nicht weniger als 25 Punkte, von denen natürlich nur ein Teil erledigt werden konnce. In Sachen der Regierungsvorlage NebenbahnRüdesheim — Sarnsheim betreffend, wurde der Vortrag des Berichterstatters genehmigt. Zu der Regiernngs^ Vorlage Forst Nutzungen aus Staatswald ungen sollen noch weitere Beratungen mit der Regierung erfolgen, ebenso über die Regierungsvorlage, Verleihung der Zivilstaatsdiener-Rechte an die R e a l l e h r e r. Tie beiden Regierungsvorlagen, Verkauf von Gelände in Rüsselsheim und Verkauf des Warttnrms in Nierstein wurden nad^ben Anträgen der Regierung genehmigt. Bezüglich des Antrages Adelung, der den .Punkt 8 der Tagesordnung bildet, ging der Finanzausschuß von der Ansicht aus, daß zurzeit eine Entscheidimg über den Vorschlag des Ministeriums, die Beamten der Kammer aus dem Staatsverbande los zulösen und lediglich als Beamte der Kammer zu behandeln, nicht zu treffen sei. Dem Bescheide der Regierung, daß sie bereit sei, dem Initiativanträge beider Kammern entgegenzukommen, wird noch entgegengesehen. JntBezug auf den Antrag Diehl und Wolf- Stadecken, Bahn U n d e n h e i ni — A r m s he i m betreffend, will der Ausschuß auf dem früheren Beschlüsse der Zweiten Kammer, den Bahnbau zu befürworten, stehen bleiben, lieber den Antrag Scherr , Gehalte des Lehrer p er s on a ls an den Volksschulen in Bingen, soll iwch mit der Regierung Rücksprache genommen werden. Ein Antrag U l r i ch, Kinder unbemittelter Eltern betreffend, wurde abgelehnt, da diesem Antrag eine Begründung nicht beigefügt worden ist, und die Regierung ein Eingehen auf diesen Antrag ohne diese Begründung nicht für tunlich erachtet, lieber einen Antrag >R aab, der die S ch r e i o g e h i l f e n betrifft, oll über die gegenwärtige und künftige Rege- 1 u n g der Verhältnisse demnächst eine eingehende Beratung mit b e r r9i e g i e r u n g ft a 11 f i n b e n. Ter Vor- tellung der Bürgermeisterei Rüsselsheim wegen der Amtsgerichte, steht der Ausschuß zwar wohlwollend gegenüber, kann ihr aber wegen der Finanzlage deS Landes und wegen der beabsichtigten Vereiniachung der Staatsverwaltung zurzeit keine Folge geben. Die Vorstellung der Gcrichtsdiener-Witwe ,v> auptum Bewilligung einer Gnadenpension wurde für erledigt erklärt, nachdem die Regierung die Gewährung einer Gnadenpension zugesagt hat. Tie Vor tellung der Aktuare Tistel, Jullmann, Kaiser u. a. soll mit der neuen Besolbungsordnung ihre Erledigung finden, deren Erscheinen „in aller Kürze" in Aussicht gestellt wurde.
Tie nächste Sitzung desAusschusses wurde noch nicht bestimmt.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 3. Tez.
Urkundenfälschung.
Der frühere Rechner der Spar- und Tarlehenskasse in Langsdorf, A. R. IV., ist der Urkundenfälschung angeklagt. Er hat im Jahre 1907 auf vier Schuldscheinen über etwa 30000 Mk. den Namen des Direktors der Kasse gefälscht und die Scheine in den Verkehr gebracht. Er ist ber Tat in vollem Umfange geständig und entschuldigt sie mit ArbeitsuberHäufung. Unter Berücksichtigung dieses Grundes erkannte die Strafkammer auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten,
Aus Heiden.
Ein Vorstoß des Zentrums gegen die hessische Regierung.
Nachdem Bayern mit seinen Jesuitenwünschen an bas Forum des Reichstags gewiesen worben ist, scheinen die Führer des hessischen Zentrums wegen derselben Angelegenheit der hessischen Regierung das Leben schwer machen zu wollen. Wir lesen im „Mainzer Journal", dem Hauptzentrumsblatt, folgenden geharnischten Artikel:
Nachdem der Bundesrat, der sich aus den Vertretern aller deutschen Bundesregierungen zusammensetzt, diese unselige Ent- ftficibung getroffen, und damit dem katholischen Volke einen Faust- schlag ins Gesicht versetzt hat, drängt sich uns Katholiken in Hessen die Frage auf: in welchem Lager stand die hessische Regierung bei jener verhängnisvollen Entscheidung? Es wird glaubhaft versichert, daß auch der Vertreter Messens int Bundesrat im Auftrage seiner Regierung für die schärfere Tonart gestimmt habe — ohne Rücksichtnahme auf die große katholische Minderheit Hessens, die dann doch auch ein Recht hat, in einem paritätischen Lande von ihrer Regierung in einer so ernsten, ihr konfessionelles Empfinden berührenden Frage nicht brüniert zu werden. Daß das von jeh.r intolerante Sachsen wtb die durchweg protestantischen thüringische Kleinstaaten dabei ’hem Katholikenhaß wieder gefröhnt haben, ist ja erklärlich. Wie scher hat Hessen im BunbeSrar gestimmt ? — das ist die »Frage, die die hessischen Katholiken nach Darmstadt richten und auf welche die hessische Regierung die Antwort nicht schuldig bleiben kann Md darf. Tas katholische Volk hat sich in Hessen im Kulturkampf flimmer als in anderen Bundesstaaten malträtieren lassen müssen "r- nirgenblüo hat der Kulturkampf in der liberalen Aera ärgere *-'gien gefeiert, wie im Lande Philipps des Großmütigen. Man
Markte.
F.C. Wiesbaden. Viehh «ft-»Mark ibe richt oom 4. Dez. Auftrieb: Rinder 76 (Ochsen 4 , Bullen 0, Kühe 136), Kälber 223, Schafe 4-1, Schweine 320.
(Graf Amim-Boitzenvurg, Frhr. v. Manteuffel, Wirkl. Geh. Obcr- Aegierungsrat Wrochem, .Hofprediger Wendlandt usw.) eine Audienz im Schlosse erbeten in der Hoffnung, Aeußerungen des Kaisers zu Ungunsten Jathos zu erlangen und öffentlich zu verwerten. Aber was sagte der Kaiser? Er gab ihnen einen Trost, der fast wie eine leise Ironie klang. Tie Herren sollten die Sache doch nicht so tragisch nehmen. Tas beste Mittel gegen solche Konflikte zwischen Kirche und einzelnen geistigen Widersachern sei, sich immer tiefer in die heilige Scbrist zu versenken und die Person Jesu Christi, des Heilandes, mit gläubiger Liebe zu umfassen. Also auch 'hier eine aus weid) ende Antwort und der Hinweis darauf, daß er, der Kaiser als evangelischer Christ seine eigene ganz persönliche Religion habe „ohne Umweg über die kirchlichen Formen".
Die Mitteilungen über die Eigenart der Religiosität des Kaisers haben selbstverständlich großes Interesse. Einen wesentlichen direkten Einfluß auf die Gestaltungen in der evangelischen Kirche hat die Meinung des Kaisers natürlich nicht und darf sie nicht haben.
Redaktion, Erpedition und Trucferei: Schulstraße 7. Erpedition imb Vertag: 51.
Redaktion:112. Tel.-Adr.:Anzeiger<-ieven.
SE SSW ESE
4.1,
4,2
3,3
87—88 86-87
Ausgesetzt
wurde die Verhandlung gegen die Witwe L. P. in Nidda, die vom Schöffengericht Nidda mit 10 Mk. bestraft worden war, weil sie Milch verkauft hatte, die 68 Proz. Wasser enthielt. Ta nicht nachzuweisen war, daß die Angeklagte die Tat begangen hatte, wurden weitere Ermittelungen angeorbnet.
Wegen Beleibigung
des ^Bürgermeisters in Fauerbach v. d. H war der Landwirt H. S. angeklagt. Es gelang, einen Vergleich herbeizuführen, in dem der Angeklagte die Vorwürfe zurücknahm und erklärte, daß Ihm eine Beleidigung des Bürgermeisters ferngelegen habe, worauf dieser seinen Strafantrag zurückzog.
B e r u f u n g s v e r w e r f u n g.
Der Dachdecker A. I. in Friedberg hatte gegen ein Urteil des Schöffengerichts Friedberg, burri) bas er wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Ruhestörung mit mehreren Monaten Gefängnis belegt worden war, Berufting verfolgt, war aber trotz ordnungsgemäßer Ladung zur Verhandlung nicht erschienen. Seine Berufung wurde daher verworfen.
Tie „tieficncr Samilicnblätter“ werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tic „Landwirtschaftlichen 5eit= fragen" erscheinen monatlich zweimal.
waren ehua 130 Kühe, Rinder und Kälber ziigetriebeii. Bei guten Preisen wurde soziisagen schon vor Beginn des Marktes auSvertauft. Tein Schweinemarkl waren eiwa 450 Ferkel und L'äufer zuaefahren. Für 4 — 6 Wochen alte Ferkel ivurben 32—38 Mk das Paar, für 8—12 Wochen alte größere Ware 40—.'0 9)1 f. und für Läufer je nach Größe und Qualität 70—110 Mk. bezahlt Ter Handel ließ zu wünschen übrig.
Limburg a. d. Lahn, 4. Tez. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis vro Malter. SHofcr Weizen Masfaniscder) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebaute Frenidsorten) 16,5» Korn 12,90 Mk., Gerste: ,'iittergersle 11,00 Alk., Braugerste 13,25 Mk., Hafer Alk. 9.50—0,00 Atk., Erbsen 0,00 Mk„ Kartoffeln 3,40 bis 4,00 Mk.
59,9 i — 05
5*4,5 - 11
55,6 — 3,9
FW
•M
m Schauzenstr.
0 ch f en.
Vokl^eifck-iae. ouSgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 4-7 Jahren ....
Tie noch nicht gezogen haben lungejocht) . .
Cinige, s'eischige, nicht anSgeinäftete uns ältere ausgemästete.......... .
Bull en.
Vollfleischige, ausgew» höchsten Schlachtw. . .
Lollfleijchige, jüngere
Fär > c n. K ü i) •_
ske.
ierkowsk*
kirchliche Nachrichten.
Israelitische Heligionsgemeinbc.
Gottrro ii.it ft in ver >^uo-Anlage).
Samstag, den 7. Tezember 1912:
Vorabend: 4.30 Uhr,
Morgens: 9.00 Uhr. Predigt.
Nachmittags: 3.30 Uhr.
Sabbatausgang: 5.15 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst.
Sabbatfeier am 7. Tezember 1912:
Freitag abend 4.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbat-Ausgang 5.20 Uhr.
Woci enootlesdienn Moroens 7.00, nheuM 4.00
Des Religion.
Im sächsischen Landtag hatte der Abg. Nitzschke Aeußerungen Kaiser Wilh lms üb>r Religion und Konfession erwähnt, die in diesem Herbst bei den Schweizer Manövern bekannt geworden waren: der Kaiser habe geäußert, er schöpfe feine religiöse Erbauung direkt a u s d e r Bibel o h'n eben Um we g ü ber die kirchlichen T o g m e n. Dr. Beck, der sächsische Kultusminister, bezweifelte die Richtigkeit der Nitzschleschcn Zitate und meinte, es sei ein Tementi ergangen. Nitzschke wandte sich an den Züricher Prof. Arnold Meyer um Auskunft. Dieser bestätigt nun die Erklärungen Nitzschkes in einem Briese und damit auch jenen Ausspruch des Kaisers. Jene freiheitliche Aeußc- rung des Kaisers, so schreibt Meyer, bestehe zu Recht. Der Kaiser habe in der Tat gewünscht, daß die Pfarrer dem Volke nicht sowohl Dogmen predigen, sondern es daran gewöhnen möchten, sich bei allem zu fragen, was Christus dazu sage. Anderseits freilich habe der Kaiser betont, daß die Kirche nicht die feste Form entbehren könne. Ties müsse der Objektivität wegen hinzugefügt werden, um so mehr, da damit auch die letzte Entscheidung im Falle T-aub stimme.
Zn diesen verschicdentlichen Erklärungen Nitzschkes, Tr. Becks und Prof. Meyers erhalten wir von einer Persönlichkeit, die über viele Tinge und Vorgänge in der Umgebung des Kaisers sich stets als besonders gut unterrichtet gezeigt hat, nachstehende Mitteilungen:
Die Schweizer Religionsgespräche des Kaisers sind in sehr voneinander abweichender Form veröffentlicht und roritcrqetrageu worden. So hatte z. B. ein Sonderberichterstatter des „Temps" behauptet, der Kaiser habe im Gespräch mit dem Bundespräsidenten Forrer auf einer Eisenbahnsalwt vom Manöverselbe aus- geruren: „Sehen Sie, Herr Präsident, id) liebe sehr wenig die Pfaffen, die Pastoren und alle die Predigtenmacher. Sie fügen an die Worte des Evangeliums viel zu viel au5 ihrem Eigenen hinzu. Mir genügt die Bibel, die id) lese und immer ivieder lese. Man findet darin Lösungen für alle Schwierigkeiten, alle Probleme, selbst solche der hohen Politik." In dieser Form ^hat sich der Kaiser niemals ausgedrückt und in dieser Form ist jene Aeußernng durch berufene Personen damals sofort dementiert worden. Insofern hat sich also aud) der sächsische Kultusminister in seiner Erinnerung nicht getäuscht. Richtig aber ist folgendes, und dies mag zur Ergänzung und Bestätigung des Menerschen Briefes bienen: A rn Portal des Berner Münsters erzählte der Kaiser in liebenswürdigem Gespräch ben Pfarrern, er sei mit seinem Hause Angehöriger der reformatorischen Kirche, er sei burd) seinen Lehrer, Prof, s.rinzpeter, einen strengen Kalvinisten, nach ber Lehre der reformierten Kirche erzogen. In dieser Erziehung sei das Haupt- lttwicht auf die Bildung der Persönlichkeit auf Grund der Bibel fident worden Erst in der letzten Zeit seines religiösen Unterrichts sei er dann mit den Dogmen vertraut gemacht worden. Dieser reformierten Erziehung, deren Ergebnisse er heute noch aus voller Ueberzeugung für seine Person festhalte, verdanke er leine weitherzig e Auffassung in religiösen Dingen. Tann streifte der Kaiser and) den großen Streit, der in den Fällen Iatho und Traub die preußische Kirche beschäftigte und meinte, man dürfe die Geistlichen nicht allzu sehr auf den B u ch st oben verpflichten. Die Hauptsache sei daS Festhalten an der Bibel als Gottes Wort und an der Person Jesu.
Wenn jetzt der Züricher Professor in seinem Auskunftsbrief hinzufügt, mit der Notwendigkeit fester Formen in der Kirche habe ber Kaiser ben Fall Traub gemeint, so müssen mir widersprechen. Ter Kaiser hat die Maßregelung Traubs tatsächlid) nicht gebilligt. Er konnte als snmmuS epiScopuS der preu- hifchen Landeskirche nicht gegen die Maßnahmen deS Oberkirchen-
3. bis 4. Dezember = +
3. „ 4. = —
...... 69'/,-70'/, Dem heutigen Rindvieh markt
“bieder h“r«
Der v« S8!er^-
u.
Akten ;r ca. 3/i Std.
Vollslcischige auSgemästete Färsen Schlachtwertes . fToIlfieiidjige ouSgemästete Kuhs höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren ...
Wenig gut entwickelte Färsen
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Alt
Zweites Blatt (62. Jahrgang
erscheint täglich mit Ausnahme des SonntaoS. W
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhessen
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ratS Stellung krall es Traub lieber mit der den kirchlid)en Ta hatte der
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Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schrveine
50 Kg. Schlachtgewicht 85—102 Alk.
1, Kg. Cchlachtgw. 81-108 Uf. '/, r__86—89 „
'/, Kg. 92-100 Pfg.
7, , 92—96 ,
7, , 90-110 ,
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen


