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Die heutige Nummer umfahr 16 Seiten.
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der Vorurteile, über die „albernen Unterschiede zwischen Welta liberal und konservativ", womit er natürlich die Grund-, lichen
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seiner Initiative, er darr aber nicht Wirtschaftslebens werden."
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äußeren Kenntnissen verscharren. In ähnliä)ein Sinne war and) die Aussprache über die zu fordernde Arbeitsschule nützlich. Tie Pflege her Sinne und der Seele soll mit den Fortschritten des Geistes harmonisch verbunden werden; nur dann wird kongretes Teilten ohne die Verwicklung in leere Hirngespinste "erreicht werben. Wir schleppen noch zu viel Fanatismus und Wahnwissen mit uns herum.
Die Verhandlungen des deutschen Lehrertages haben sich in sehr interessanter Weise nut denen des evangelisch- sozialen Kongresses berührt. Harnack hat schon auf dem Begrußungsavend gute Aufklärungsarbeit besorgt. Auch er wies vor allem auf die Beachtung der unverfälschten, im Menschen liegenden Triebfederit hin. „Man wird niemals aus uns herausbringen, daß es einen Stampf des Guten gegen das Böse gibt." Und er spottete über das große Netz
sic in dcr kurzen Szene, die ihrem freiwilligen Tod vorausgehl, eine Kunst, seclischc Erregungen klar und ticfempsunden wreber- zugebeu, die ganz außerordentlich ist, und auch nicht durch die melskerhast ausgeiührte Selbftcntleibung übertroffen wurde. Hier barte sie eine ^öhe erklommen, die man mit heiligem Schauer empfand und die Erinnerung bleiben wird — wie altes bedeut-
gemeine Hebung der fundamentalsten Lebensbedingung und die Besserung des Geschmackes sind in Kulturfortsckiritten unerläßlich. Gerade darüber kann man in Strinobergs Werken eine Fülle von Belehrung und Anregung finden. Wir wüßten ihm keinen lebenden Dichter zur Seite zu stellen, der ihm auf dieser Bahn gleichkommt.
Bit Berliner Stellvertretung in Wien.
Wien, 31. Mai. Heute abend sand für die Abordnung der Berliner Stadtvertretung im Rathaus ein offizielles A b s ch ied s b a n fc 11 statt. Unter den Anw.senden befanden sich der deutsche Botschafter mit den Herren der deutschen Botschaft, der deutsdie Konsul, mehrere Minister, die Spitzen der staatlichen und der städtischen Behörden und andere.
Bürgermeister Dr. Neumaier brachte einen Trink- spruch aus, worin er unter anderem sagte, das deutsch- österreichische Bündnis konnte auck; die Seelen des Volkes so schnell, so dauernd und so innig gewinnen, weil es den echten Bedürfnissen und den innersten Gefühlen der Bevölkerung entspricht. Er dankte den Berliner Gasten auf das Herzlick)üe dafür, daß sie den Wienern durch ihren Besuch Gelegenheit gegeben haben, ihren Gefühlen Rechnung zu tragen. Berlin und Wien würden mit vereinter Kraft deutsche Kultur in d e r W e l t zur Geltung bringen und dafür sorgen, daß dem deutschen Stamm der Platz an der Sonne nicht genommen werde. Wenn wir Deutschen, fuhr der Bürgermeister fort, Zusammenhalten, werden wir unbezwinglich sein. Wir sind von Herzen denen dankbar, welche die obersten Schützer dieses deutschen Volks- bünduisses sind und unter deren Aegide sich dieses Bündnis zu einem unerschütterlichen Bollwerk entwickeln konnte. Ter Bürgermeister schloß mit einem begeistert aufgenommenen dreimaligen Hurra aus Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef. .....
Bürgermeister Neumaier verlas hierauf die inzwischen- abgesandten H u l d i g u n g s t e l e g r a m in e an die Staats-'
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Leider kam das Publikum der Thcatcrleitung, die dieses spiel nur unter großen Opfern ermöglichen konnte, nicht so ent- gcgen, wie cs zu erwarten geivesen wäre; das Haus war nur sehr mäßig besucht. N.
Hürden der Parteien ausbiegen. Der Vorsitzende Professor Baumgarten will den „herben Wirklichkeitssinn" den Führer sein lassen, damit zunächst die Gesetze und Erfahrungen des wirtschaftlichen Lebens klar ersaßt würden.
Freilid) ging es dabei auf dem Kongresse nicht ohne Kampf ab. Ter Altmeister der Volkswirtfd-astslehre, Molf Wagncr, rückte mit seinem prächtigen Temperament die Bausteine zurecht, die einer seiner snngeren Kollegen nicht ganz in der Ordnung dahingerollt hatte. Prosessor Tr. v. Wiese hatte ausgesuhrt, daß mit dem ökonomischen Sozialismus der Kulturindividualismus Hand in Hand gehen müsse. Tas war dem alten Meister der theorelisck>en Auseinandersetzung zu nnfiar. Und in der Tat: das eine schließt ja im Grunde das andere aus. Pros. v. Wiese wollte prattisch klagen über die zunehmende Einschränkung des privaten Unternehmergeistes. Seine etwas vcr- schwoinmenen Aeußerungen faßte Adolf Wagner mit fester und sicherer Hand an. Er wurde deutlicher, stellte Unternehmer und Arbeitnehmer mit ihrer „Freiheit des Arbeitsvertrages" einander gegenüber und kam zum Schlüsse, daß aus die bloß formale Freiheit nicht viel zu geben sei, weil die pratiischc Entwickelung an allen Ecken und Enden schiebe. Tie moderne Technik und die Großindustrie haben in erster Linie den Arbeiter unter einen vergrößerten Zwang gestellt, und ihm mußte, so meinte Adolf Wagner mit Recht, Schutz zuieil werden. In dieser Richtting rückte er dann weiter vor und vertrat energisch feinen „Staats-
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den. Ein durchaus stimmen ist. „Auch seiner Tatkraft und zum Souverän des
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— Münchener Theaterbrief: Ein amcrckanisches Lustiviel. Aus München, 30. Mai, wird uns geschrieben: Tra- maln'chc Einfuhrware aus Amerika begegnet bei uns im allgemeinen noa) leiner großen Wertschätzung und bas Youngsche Lustspiel, das nötiger wohl als Schwank zu bezeichnen wäre, wird darin nichts ändern. Frnmcrhin wird es dank inner Fälligkeit ein lachtnniges Publikum ein paar Äbendsmndcn in fröhliche Vauiie zu versetzen, auch in Teutschland jeinen Weg macken. Ter Hergang ist mit wenigen Worten erzählt: Ein junger Zeitungs- rebaheur veranstaltet unter seinen Abonnentinnen eine Lotterie, in der er selbst den Haupigewinn barftcllt. Tie glückliche Ge Winner in ist eine unglaublich komische alte Jungfer, von der er natürlich so schnell wie möglich loszutommen sucht, um ein ebcnjo schönes wie reiches Mädchen heunrührcn zu können. Es gelingt ihm dies erst nach Ueberwindung allerlei verzwickter Widrigkeiten, woran' im dritten Äde sich alles in Wohlgefallen wandelt.
Kf. E i n Perpetnum-mobile mit Radiurn- bet r t c b. Ein Pervetuum-mobile, eure Maschine, die sich dauernd bewegt, indem ne eine Kraftquelle ausnutzt, ist aber fchr wohl denkbar. Seit die scheinbar unerschöpfliche Kraftquelle des Radiums bekannt ist, hat man diesen seltsamen Stoss zur Herstellung von Maschinen, die sich dauernd bewegen, mehriach heranziehen wollen, und der erste, dem dies einwandfrei gelungen ist, itt der Physiker 5 t r u 11. Neuerdings hat nun der der deutsche Physiker Steinadler in den Verhandlungen der Teutschen Phy- sikalischen Gesellschaft ein neues Radium-Perpetuum mobile beschrieben, ja-.' sich ui freier Lust bewegt während bas Struttfche im luftleeren tHaum arbeitet , ohne Schwicrigkeü auf'zufteilen ift und selbst bei Verwendung schwächerer tsiadiumpräparate — cm Milligramm genügt — einer größeren Zuschauerschatl vor geführt werden lann. In ein Gehäuse eingeiaUosfen hängt an einem jei;i iCiiicii ^laiiiWtüijt wagcr^cht eine dünne Nab' . Oben endet der Traht in ein kleines, in Paraffin gebettetes Messingscheibchen,
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sozialismus". Er will eine fortschreitende Verstaatlichung gegenüber der Sozialdemokratie, die eine Verstaatlichung des ganzen Privatuntexnehmertums erstrebt. „Die Fortentwickelung der ökonomischen Verhältnisse muß. so gestaltet werden, daß sie nicht dazu führt, daß große Reichtümer aufgespeichert werden". Ter Staat soll die großen Einnahmen bekommen, damit die Steuerzahler entlastet wer- rid)tiger Gedanke, dem lebhaft zuzu- der Privatunternehmer ist nötig mit
Adolf Wagners . , der Kongreßverhandlungen, die doch vor allem eine praktische Richlsdinur geben sollten. Mit seiner Gedankenreihe stiymttc der Vortrag Friedrich Naumanns über „Christentum und Bildung" vortrefflick) zusammen. Naumann vertrat die geistige Seite des Problems. Der Wert eines Menschen soll nicht danach bemessen werden, wieviel Reichtümer er anzuhäufen vermag; das könnten die Schlußfolgerungen aus Adolf Wagners Vortrag fein. Nau- mann stellt dazu in Parallele, daß das Bietwissen noch teine Bildung verbürge. Wie Harnack ist er der Ansicht, daß an Käferbeinen und an einem Elektrophor feine Welt- anschauung gewonnen werden könne. Das Streben nach wirklicher Weltanschauung muß andere Wege gehen als der Zug der praltischeu und wirtschaftlichen Entwicklung. Der verftorbene Strindberg hat uns in einem feiner lesenswertesten Romane den Typus eines hochentwicketten modernen Kulturmenschen dargestellt, und dessen Lebensgang und Ende war eine Tragödie. Der Fischmeister Borg hat sidf alle Fortschritte der Naturwissenschaften, ein großes und gediegenes Maß von Wissen, ungeeignet und zu einer Weltanschauung zu verarbeiten gesucht Aber die ursprüng- i Triebe im Menschen, Die gleichberechtigten Auf-
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sätze treffen will, die solche kampferprobte Geister heute bei jeder möglichen und nnmöglichen Gelegenheit Herausstellen. Es hegt denn auch schon darin eine erfreuliche Kundgebung, daß die evangelisch-sozialen Leute, so intensiv politisch ihr Streben ist, ebenso wie der Lehrettag, den
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flichkeiten des GemüteS stellt er ganz außer >ie hält er für etwas schlechteres als „klare, reife Gedanken". Darum ist er ein Weltflüchtling geworden, der die Mitwelt und schließlich sich selbst fürchtet. Er endet im Wahnsinn. Strindberg meinte wohl in diesem Roman „Am offenen Meer" mit Axel Borg der Menschheit hödfsteu Kulttirstolz darzustellen, und in der Tat fesselt des Fischmeisters Persönlichkeit von Anfang bis zum Emde, weil er ein lauterer, selbstloser Mensch nut rührender Natur- liebe geblieben ist, wahrend die £d)Ied)tigfeilcn seiner Umgebung damit in grellen Gegensatz gebracht werden. Aber einen Führer durch Leben und Welt hat Strindberg uns mit diesem VicUvisser nicht gezeigt. Dagegen hat er in diesem und in den anderen seiner Werke gerade mit der Leuchte seiner eiskalten Skepsis die vielen Gefühlsroheiten bloszu- stellen vermocht, die im täglichen Verkehr oft abstoßender nnrfen als leidenschaftliche Freveltaten Tie Taktlosia- feiten, die allerdings nur aus Zerfahrenheit deS Geisteslebens herausspringen. Man muß diesen Kritiker unseres modernen Gesellschaftslebens lesen, um zu ermessen, wie erstrebenswert die Ziele sind, die Naumann uns in seinem Vortrage ausgestellt hat. Glauben und Wissen müssen in lebendiger Beziehung zueinander bleiben, damit sie im praktischen Leben als Kulturwerte fid) bewahren können.
Tast in der Sdilußfitzung des evangelisch-sozialen Kon- gresses auch die Wohnungsfrage so gründlich und unter dem Gesichtspunkt des «chönheitsbedürfnisses behandelt worden ist, erhöht die Bedeutung der Tagung. Die afl-
Gicszener Stadttheater.
Gastspiel von Frau Hanako.
Gießen, 1. Juni.
Eine seltsame, phantastische Welt, die aber doch ganz in bet Natur wurzelt und durch ihre Natur völlig bedingt ift, eine Welt, von dcr uns nicht nur räumliche Entfernungen trennen und die uns in vielem, wenn auch nicht unbegreiflich, so doä, schwer verständlich ist, hat uns Frau Hanako die berühmte kleine Tragödin mit tief ergreifender, aus dem vollen Borne de > Lebens schöpfender Kunst bei ihrem gelingen Gamvtcl genug und seelisch naher geruckt. Sie spielte mit ihrer gruppe drei Einakter, drei Stückchen, die mit unserem an den Klassikern und ihren Nachsvlgern geschulten Maßstab ober auck an unterem Geschmack gemessen unbedingt zur minderwertigen Lüeratur gerechnet werden müßteii, und denen man wohl keine be,andere^B«> achlung schenken würde. Aber merkwürdig: Sic Art der xat stellung, das Bühnenbild, die ganze Umwelt lauen btcu'it Ge danken nickt überwuchern, es scheint alles \o völlige Natur zu sein es paßt alles so zueinander, daß man iud> den ersten ad wartenden Minuten nur nock die künstlensch bedeutsame ^.ar stellung sieht, daß man sich an einer aufs ebenmauigite ausge bildeten, durch ein glückliches Talent und fcinue Bcobacolung zur Meisterschast erhobenen Schauspielkunst wahrhaft erfreu:
Leider gilt das nur von Frau Hanako, wie das bei wandernden Bühneiislernen nun einmal überall der §all M, denn was neben der kleinen Zapanerui auf der Buhne Hebt, ift der Äunitlenn nicht ebenbürtig. Während Frau vanako ihre S rotzten Erfolge durch ihr durchaus natürliches, jeher Voie abholde spiel erringt, legen die übrigen Mitglieder der Lruppe mt ein ge- spreiztes, gewalttätiges Gehaben an öen -tag, nne uniere ganz jungen jugendlichen Helden zum Entzücken öcö „Mijmp und zur Freude aller Backfische häufig tun. ~ t.eie Art nt aber fern Unvermögen, sondern her durch dte Uebcrliererung gib.tligte —tu der alten japanischen Menschcndarstellung, der ^?tU, der uns Durch seine würdevolle Prackt am japaniicken tnibern ort genug begeistert hat. In diesem bildlichen lag nut^L -gi0^.L Kraft der Darstellung, die einen erlejencn G^nutz bereitete. Frau Hanako versagt nicht nur uba Die
Träne, sondern auch über ein glockenhelle-, übcnur<r.-
Lachen und ob sie im Teehanse die habgierige Jturaiah )D ober als Oiake n dem gleichnamigen stuitoen u- tokiu Tieneri!-. die sich harmlos mit dem Butz ihrer d . aar,
fie bcgiiireric immer durch Die natürliche Ännuü iljni den größten Erfolg aber hatte sie als zu Unrecht des ^tebfiahis
— Auf der H a n p t v e r s a m rn l n n g des T e u t f ch c n Fröbelverbandes, dcr gegenwärtig in Nürnberg tagt, hielt Frl. Klostermann, die Tirektorin des Oberlnzeums in Bonn, einen interessanten Vortrag über „Tas weibliche Tienstjahr"- Sic vertrat Die schon häufig laut gewordene Forderung, daß oas weibliche Geschlecht gleich dem Manne ein Fahr dem Staate Dienen soll, nickt mit der Waffe, sondern als Kindervücgerin ui Volksgärten oder sonfttgen derartigen Anstalten. Fedes qciunoc Weib tollte ein Fahr nack vollendeter ^ckulzeit den noch nicht schul- pftichtigen Kleinen feine Kräfte weihen.
— Eine Fundkarte der s u d l i ck e n W e t t e r a u. Von der Römisch-Germo in scheu Kommission wird augenblicklich eine Fundkarte der südlichen Wctterau bearbeitet, die icreiis soweit gebier;n ist, baß sie in den nächsten Tagen btudiertig wirb. Sie dielet in sünfsarb.gcm Truck je nach her Zeüperiooe arte trcsilick' Ucbcriid-1 über bic Fundorte der Gegend. Außerdem wirb ein beigegebenes Heft eine Fülle von Erläuterungen bieten.
— Kurze Nachricht e n aus ft unft und Wissen- schasl. Erzellcn; Tr. Haeckel in Fena kann am 3. Furn aut eine 50 jährige Tätigkeit als Universitätsvrosuior zur^- blicken. Ter berühmte Gecehne, ein geborener Potsdamer, steht im 79. Lebensjahre. — Unter zahlreicher Beteiligung fand in üt ü n* eben die gemaniame Tagung der deutschen, österreichischen unb schweizerischen Bibliothekare statt. Auch eine grobe Anzahl von Bibliothekarinnen nahm an den Verhandüingen teil. T.r Verein beschloß, seine Versammlung im Fahre 1913 in M a i n j ab zuhalten. Bei her Vorstandswahi wurde der erste Vorstand Schnorr von Earolsfelb wiedergewahli. Tic w sercnz zur Ausarbeitung einer russisch-deutschen Lit raiurkonvcntion unter dem Vorsitz des Gehilicn des Fust Ministers Verjewktn hat beicklosün. Der deutschen diegierm g die Konvemion den Wortlaut dcr franMisch-russischei: . tom>e:itton, rorzuid lagen und diesen durch Bestimmungen Über Uebersetzungs- ircü^itcn für wissenschaftliche, technische und Lehrbücher zu ergänze:'..
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Apolitische Wochenschau.
Gießen, 1. Juni.
Es sind in dieser Pfinqstwoche gute, in der politisch stillen Zeit doppelt faul hallende Worte aesprochen worden. Fn der Rcichsl-auptstadt hat der deutsche Lehrertag feine Richtlinien für die nächste Zukunft feftgefteftt und er hat damit das ganze Volk innig berührende Fragen angeschnitten. Es ist wahr, aus der Arbeit des Lehrerstandes wird sich ein gutes Stück deutscher Zukunft aufbaucn; nicht nur die Schlachten, die vielleicht gefchlaaen werden muffen, wird, nach dem befannten Wort, der oentschc Schulmeister zum Siege zu führen haben, fonbern er wird, darüber hinaus, dte Struktur unseres gesamten geistigen und wirtschaftlichen Lebens entscheidend beeinflussen. Tenn unsere staatlichen Zustände werden unbestreitbar demokratischer. Die aus der Volkssck)Ule l^ervorgehendeu Volksgenossen werden einen wachsenden Anteil an unserem politischen Leben nehmen und sie sollen dazu natürlich and) die nötige Bil- bung besitzen Dieses Maß von Bildung, das den Menschen befähigt, frei nm sich zu blicken und nach gesunden, soliden Ansdiauungen innerhalb deS Kreises seiner staatlichen Pflichten und Rechte fick) »u entscheiden, setzt, das wird heute überall erkannt, nicht den Besuch der „höheren" Scfyranftalten oder dcr Hochschule voraus. Eine sehr gute Grundlage kann and) die Volksschule dazu legen, und zwar dann, wenn im Lehrerstande der Geist des Fdealismus bewahrt bleibt, wie er die Berliner Tagung getragen hat. Tas wirtschaftliche Moment hab ei, die entsprechende Besoldung und Bewertung der Lehrerardeit, ist eine selbst- verständliche Notwendigkeit, die der Lehrcrstand mit Recht sich erkämpfen will. Gerade in Hessen, wo diese staatliche Aufgabe in der allernächsten Zeit erledigt werden muß, wollen wir dem Streben der Lehrer den verdienten Erfolg kvünsd)en.
Unter stürmischem Beifall hat der Vorsitzende des Lehrcrtages als Antwort auf die Ansprache des preußischen Kultusministers ausgernfeu, daß der Lehrerstand ein Geschlecht heranziehcn wolle, das treu ist seinem Herrgott, treu seinem Vaterlande. Tiefer Ausruf darf von halb- flüggen Geistern nicht miBoerjiaitben werben; es ist keine Frömmelei, kein Hurrapatriotismus habet. Der ift treu seinem Herrgott, der bie in ihm wohnenben Gesetze ber Menschlichkeit bei den Forschungen bcs Berstanbes nicht verletzt, ber sich „lein Bildnis noch irgend ein Gleichnis macht". Unb gernbe ber Erzieher soll bie hohen Werte bcs Gemütes und bcs intuitiven Wissens nicht unter allerlei
Ur. 127 Erster Blatt 162. Jahrgang . Samstag, Juni 19tZ
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befchulbigte O - kiku in bem Selbftmocb. Hier offenbarte auf das bas Rabiumpräpara: getcgl wirb. Unter seiner Einwirkung ‘ ~ - " * - - iäbt sich daS Stiflem. Tie Nabel wirb von ein paar zur Ervi
abgeleiteten Metallplatten angetogen unb abgelenkt und entlobt ficb bann an einem Kontakt, kehrt zurück, wtro von neuem ab- gelenkt, unb so gebt bas Spiel immer lueitrr. Ein kleines Spiegel* dien, aus bas ber Lichtstrahl einer Lamyc fällt, ift mit dcr Nadel je ft verbunden, unb so kann man mit diesem gewickrloien Licht- zctger einem großen Kreise bas ruhelose, regelmäßige Hin- und Herwandern ber Nabel zeigen.
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