Ausgabe 
4.5.1911 Zweites Blatt
 
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teilnehmen. Mit Recht hat schon DH. Carlyle inmitten der sozialen Wirren seiner Zeit die allen Kreisen gleich­mäßig zugängliche öffentliche Bibliothek als die Universität des Voltes bezeichnet. Abseits jeden Parteitreibens will die Lesehalle der Weiterbildung durch belehrende Werke dienen und durch gute unterhaltende Bücher den besten 'Schutz gegen die Schundliteratur und ihre schlimmen Er- scheinungen aus dem prosaischen und trocknen Pflichten­kreise des Alltagslebens emporheben. Diese hohe Aufgabe Lu erfüllen, ist die 1898 durch den Lesehallenverein ins Leben gerufene und aus freiwilliaen Beiträgen unter­haltene Gießener Bücher-und Lesehalle die Jahre hindurch nach Kräften und mit Erfolg bestrebt gewesen. Dank dem Entbegenkommen der städtischen Verwaltung ist ihr jetzt ein werteres Torhäuschen, das am Theater, Kur Verfügung gestellt worden, so daß die räumliche Entwick­lung nicht mehr gehemmt ist. Größere Kosten, einmalige und ständige, wird der in Zukunft getrennte Betrieb der Ausleih-Bibliothek und der Leseräume erfordern. Hoch­herzige Unterstützung wird dem Verein diese Schwierigkeit erleichtern; es fehlt aber an Mitteln zur zeitgemäßen Er­gänzung und Erneuerung des Bücherbestandes. Diese ist rns Stocken geraten, und die Neuanschaffungen haben schon in den letzten Jahren aufs empfindlichste eingeschränkt wer­den müssen; die Lesehalle kann aber nur ihren Zweck wirk­lich erfüllen, wenn namentlich die belehrenden Werke dem neuesten Stande des Wissens entsprechen. Dieser ihrer vor­nehmsten und dringendsten Aufgabe kann sie fernerhin nicht genügen, wenn ihr nicht mehr Mittel als bisher zur Ver­fügung stehen. Es handelt sich um eine gute und wichtige Sache, da darf der Verein bei der gemeinsinnigen und dildungsfreudigen Bevölkerung Gießens sicher auf ver­ständnisvolle Unterstützung rechnen, wenn er sich demnächst mt die zahlreichen Bürger unserer Stadt, die noch nicht Mitglieder des Lesehallenvereins sind, obwohl sie dazu in der Lage wären, mit der Bitte wendet, ihm beizutreten, unb an die bisherigen Mitglieder, durch Erhöhung ihres Beitrages oder durch einmalige Spenden diese gemein- ttützigen Bestrebungen noch kräftiger zu fördern.

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** Eine AusschUßsitzung des landwirt­schaftlichen Provinzialvereins fand hier im Cafe ,Ebel am 1. Mai statt. Die Rechnung für 1909 wurde vor- gelegt. Der Ausschuß, bestehend aus dem Präsidenten, dem Ki:eisrat Boeckmann und dem Oberverwalter Erb-Stock- hausen, berichtet über die Beschaffung von Diplomen und Denkmünzen, die in Zukunft an landwirt- schaftlicheDien st boten für langjährige treue Dienste gegeben werden sollen. Das vorgelegte, von einem ein­heimischen Künstler gemalte Diplom, das durch Druck ver­vielfältigt werden soll, und die silberne Denkmünze sanden allseitigen Beifall. Die Ausführung wird ausgesetzt his zur Entscheidung über die Frage, ob der landwirtschaft­liche Provinzialverein nach dem Anträge des landwirtschaft­lichen Bezirksvereins Alsfeld im Jahre 1912 aufgelöst werden soll. Die Mitgliederversammlung, die im Dezember statt­findet, wird darüber zu befinden haben. In dieser Ver­sammlung würde auch das Präsidium neu zu wählen sein. Der jetzige Präsident, Oekonomierat Schiente, gab die Er­klärung ab, das Präsidium, in dem er einige dreißig Jahre Wirksam war, dann niederlegen zu wollen.

** Maul-und Klauenseuche. Das Ministerium des Innern hat für die Kreise Darmstadt, Bensheim, Die­burg, Offenbmh, Gießen, Lauterbach, Mainz und Worms langeordnet, daß infolge der wiederholt vorgekommenen Ausbrüche von Maul- und Klauenseuche bei Tieren, die von größeren Schlachtviehmärkten kamen, angeordnet, daß Tiere in le b en dem Zu stände aus den Schlacht- böfen der genannten Kreise nicht entfernt werden dürfen. Besonders gilt dies für die im Bereiche mancher Schlachthöse untergebrachten Schweine, die zu Zeiten des Herrschens der Seuche oft ständige Seuchenherde bilden. Ferner wurde verfügt, daß unter den erwähnten Umständen der Beseitigung des Düngers und der Schlachtabfälle aus Schlachthöfen und Schlachthäusern eine besondere Auf- merksamkeit zuzuwenden sei.

Landkreis Gießen.

H- Wieseck, 3. Mai. Hier fand' gestern eine Ge­meinderatssitzung statt, in der wegen des Neu­bau es eines Schulhauses beraten wurde. Ein Ver­treter der Kteisbauinspektion war zugegen. Die Pläne, die von der Großh. Baubehörde vorgelegt wurden, sehen einen zweiklassigen Anbau an das neue Schulhaus vor, der mit einem Kostenaufwand von etwa 19 000 Mk. zu er­bauen wäre. Auch soll eine Zentralheizung für diese Schule angelegt werden. In dem Erdgeschoß ist ferner für die Schüler ein Brausebad mit 20 Brausen vor­gesehen; die Arbeiten sollen so beschleunigt werden, daß mit dem 1. Oktober eine Klasse bezogen werden kann. Heute mittag 4 Uhr tagte der Ausschuß für Einführung von elektrischerEnergie. Oberbürgermeister Mecum- Gießen erläuterte an. Hand einiger Vorträge die Einführung von Licht und Kraft. Es wurde hierüber eine Einigung erzielt und es soll demnächst dem Gemeinderat ein Vertrag unterbreitet werden. Die Gemeinde ist gewillt, die An­lage auf eigene Regie zu übernehmen. Auch wurde die Frage wegen der elektrischen Straßenbahn berührt, jedoch scheint Gießen, im Gegensatz zu anderen Städten, den An­schluß seiner Vororte nicht zu suchen, denn der von der Stadt geforderte Preis ist so hoch gesetzt, daß sich die Ge­meinde an ein solches Unternehmen nicht heranwagen kann, ohne eine große Mißstimmung unter den Bewohnern zu erzeugen.

Kreis Alsfeld.

§ Rupp er tenr o d, 2. Mai. Eine Schar seltener Gäste übernachtete auf heute in unserem Ort. Zigeuner aber nicht Zigeuner der gewöhnlichen, landläufigen Art, sondern wohlhabendere. In zwölf schönen, reich verzierten Wagen, an deren Stirnseite zwei Adlerprofile prangten, kamen sie angefahren. Das Pferdemateriäl war tadellos, manches Geschirr silberplattiert. Auch die Kleidung der Fremden zeigte nicht das lumpige Kunterbunt der gewöhn­lichen Horden. Sie bettelten auch nicht, sondern versuchten zu kaufen. Als ihr Gewerbe bezeichneten sie Pferdehandel, Gymnastik und Wahrsagen. Nur in einem Fall verachte eine braune Genossin beim Geldwechseln, bei dem sie an 1/2 Markstücken mit glattem Rand zu suchen vorgab, ein 1/2 Markstück verschwinden zu lassen. Die Geschäftsinhaberin hatte es jedoch bemerkt und erzwang die Herausgabe von der Handfertigen.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 2. Mai. lieber das letzte Schuljahr der hiesigen Webschule erstattete der Hauptlehrer Pfund el fol- genben Bericht: Das Hauptergebnis des vergangenen Jahres war wohl die Eröffnung des n e u e n S ch u l g e b ä u d> e s. Nach­dem der für die Web- und Handwerkerschule errichtete Neubau im vorigen Jahre im Rohbau fertiggestellt worden war, wurde int Sommer der innere Ausbau Vollender. Unterdessen war auch

der 'ältere Bau, der den Websaal enthält, uw gebaut, so daß die Einweihung des Neubaues am 15. Oktober begangen werden konnte. Der Schulbetrieb hatte durch die Bauarbeiten vielfache Störungen erlitten. Von älteren Schülern fanden sich drei noch­mals für längere Zeit ein, bis sie eine Stellung gefunden hatten. Die Oberklasse besuchten 11 Schüler, wovon zwei die Schule vorzeitig verlassen haben, so daß sich bei Schulschluß 9 der Prüfung unterziehen konnten. In die untere Klasse eingetreten sind 10 Lehrlinge und weitere 3 in den halbjährigen theoretischen Kurs, so daß die Schule von 27 Schülern besucht war. Es war dies die höchste bisher erreichte Ziffer. 20 waren aus Lauter­bach, 3 aus Frischborn, 2 aus Maar, 1 aus Wallenrod und 1 aus Sorau in der Miederlausitz. ßln Kostgeldern wurden 5049 Mk. gezahlt. Angefertigt wurden in der Webschule 515 Stück verschie­dene Waren für Fabrikanten aus Lauterbach, Schlitz, Alsfeld und Lardenbach, wofür 1946 Mark Weblöhne vereinnahmt, außerdem aber für 279 Mark selbstgefertigte Waren verkauft wurden. An Schulgeld gingen 130 Mark ein. Trotz der hohen Schülerzahl sind die vorgesehenen Weblöhne nicht erreicht worden. Es ist dies darauf zurückzuführen, daß durch den Umbau des Webfaales der Betrieb Längere Zeit gestört war, eine weniger lohnende Arbeit wie sonst zu leisten war, auch hatte der Fleiß mancher Schüler zu wünschen übrig gelassen. Alle diese Umstände zusammen haben darauf hingewirkt, daß das abgelaufene Jahr mit einem' größeren Fehlbetrag abschloß. Soweit sich übersehen läßt, werden die Ver­hältnisse im kommenden Jahre künftiger werden. Der Er­neuerungsfonds wurde im Berichtsiahre durch die Anschaffung von 4 Webstühlen und 6 Motoren nebst zugehöriger Leitung mit dem Betrage von 3800 Mark in Anspruch genommen. Für Möbel und Einrichtungsgegenstände konnten 348 Mark cmfgewenbet werden, welcher Betrag vom Landesgewerbeverein besonders be­willigt worden war.

Kreis Schotten.

8. Höckendorf, 3. Mai. lieber unseren Ort brauste liefet: T.age eine Windhose und richtete große Ver­heerung'an. Die Halle der hiesigen Holzschneiderei, die zum Aufbetvahren von Dielen, Balken u. bergt, dient, wurde umgeb'lasen wie ein Kartenhaus. Auf dem Wege, den die Windsbraut nahm, wurden die Dächer glatt abgedeckt, Schornsteine umgestürzt, Bäume entwurzelt, Fensterscheiben zertrümmert. An einem Hause wurde ein Fenster von der Gewalt des Sturmes herausgehoben und mit solcher Wucht auf die Wiesen geschleudert, daß man das Fenster vorerst gar nicht zu finoen vermochte. Ein solcher Orkan gehört in unserem Tale zu den seltensten Vorkommnissen.

x Aus dem Vogelsberg, 3. Mai. Unsere Ort- schaften wurden jüngst von Photographen besucht, die im Auftrage eines Geschäftes aus Eisenach fast alle Häuser der Dorfschaften aufnahmen. Auch anziehende Bilder der Dorftchaft wurden photographiert. Jetzt erscheinen die Reisenden der Firma mit den Bildern, bereit Abnahme ber Bilber beit Leuten frei steht. Wie lukrativ übrigens bie§ Geschäft sein muß, zeigt ber Absatz ber Bilber tn einem Ort ber Umgegenb Gießens, in bem, nacfy Aussage des Reisenben, für über 1000 Mk. in Bilbern unb Postkarten bestellt würben.

Hessen-Nassau.

( ) Marburg, 3. Mai. Zwei Polizeibeamte aus Rosenthal lieferten heute nachmittag einen von hier ge­bürtigen jungen Mann ein, ber im Verbacht steht, ben Raubmorbversuch am Samstag verübt zu haben. Der Betreffenbe, ber früher bei ber Firma Weis Haupt gearbeitet hat, machte sich, obwohl er arbeitslos war, in ben letzten Tagen burch größere Gelbausgaben verbächtig, man fanb bei ihm auch einen zweimal abgeschossenen Re­volver. Er begab sich gestern nach Gemünben unb würbe bereits abenbs burch einen Marburger Kriminalbeamten verhaftet unb bann ins Rpsenthaler Gefängnis gebracht. Die Gegenüberstellung mit bem Verletzten soll morgen er­folgen. _______________________________________________________

(ßeridnsiaaL

Wiesb aden, 3. Mai. Die Arbeiterin Sophie Christens von Biebrich hatte zeitweilig einen Arbeiter namens K. aus Wiesbaden bei sich wohnen, welcher im September 1908 zu einer Reserveübung eingezogen wurde. Während K. noch bet seiner Hebung war, verschaffte sich Frau Ehr. feine Heiratsurkunde, präsentierte sich als Frau K. auf der Wiesbadener Stadtkäfse und erhob die bei derarttgen Hebungen gezahlte Unterstützung mit 12,48 Mark. Vor der Sttafkammer gab die Frau an, die rück­ständige Miete des Mannes mit dem Geld bezahlt zu haben, was aber nicht zutrifft. Sie wird wegen Betruges und Hr- kundenfälschung zu 1 Monat Gefängnis verurteilt.

Berlin, 3. Mai. Ter große Spielerprozeß gegen den Generalagenten Josef Matiske und fünf Mitangeklagte, in dem es sich um die bekannte Affäre des mehrmals von der Berliner Kriminalpolizei in der Wilhelmstraße gesprengten Spielklubs handelte, fiel der Vertagung auf morgen anheim, da sich bei Sitzungsbeginn ergab, daß Matiske nicht erschienen war. Das Gericht erließ deshalb Haftbefehl gegen Matiske.

Zweibrücken, 3. Mai. Das Schwurgericht verurteilte gestern den Fabrikarbeiter Georg B r i g a l d i n 0 aus Pirmasens, der am 27. Januar dieses Jahres in Pirmasens aus den dortigen Schafhüter Jakob Arendt mehrere Revolverschüsse abfeuerte in der Absicht, diesen zu töten, wegen Mordversuchs zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust__________________________

Lustschiffahrt.

Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein.

Frankfurt a. M., 3. Mai. Tie Meldungen zum deutschen Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein sind außerordentlich zahlreich emgelaufen. Bis zum 1. Mai waren 18 Flieger gemeldet: Emil Jean n in (Aviatik), Charles La eml in (Aviatik), Eyrin g (Albatros), Brun b über (Albatros), W i r t e rst ä t t e r (Euller), Hellmuth Hirt, Vertreter Bruno Jablonsky (Rumpler-Etrich', Robert Thelen (Wright), Bruno Warntgen (eigene Kon­struktion), Leutnant v. H a m m a ch e r (Euler), Leutnant Scanzoni v. Lichtenfels (Euler), Leutnant v. Hidessen (Euler), In­genieur Otto Reichardt Euler), August Euler (Euler,, W. D a ck e r (Euler), Willi Reinhard (Etrich-Rumpler), In­genieur Hans Krastel (eigene Konstruktion), Dr. I. Hoos (eigene Konstruktion), sowie Oberleutnant H. Roser (Aviatik), der gestern bei Haxheim verunglückte und deshalb ausscheidet.

Da nur 15 Teilnehmer angenommen werden dürfen, muß der Sportsausschuß am nächsten Sonntag die Entscheidung treffen. Falls das preußische Kriegsrnmisierium den Offizieren die Teilnahme trotz der gegenwärtig gepflogenen Verhandlungen nicht gestattet, treten die sieben Euler-Flieger zurück- Tie Kartellvereine haben heute beschlossen, einen Offizier-Sonderflug auszuschreiben, der nur die letzten Stationen: Karlsruhe, Heidel­berg, Mannheim, Ai a i n z, Darmstadt und Frankfurt berührt. Das Kriegsministerium hat zugesagt, hierzi« einige Offiziere der Militär-Fliegerschule in Töberitz zu beurlauben. Tie Preise bestehen in E h r e n p r e i s e n die von hohen Gönnern der Veranstaltung bereits gestistet sind.

Rom, 3. Mai. Der italienische Flieger Marra wollte gestern einen Ueberlanbflug über Toskana unternehmen. Vorher führte er mit einem Fahrgast über der Stadt Pisa Flüge aus, als plötzlich der Apparat 30 Meter tief h e r a b st ü r z t e. Der Flieger wurde besinnungslos aus den Trümmern hervor- gezogen. Man befürchtet, daß er innerlich schwer verletzt ist Der Mitfahrer wurde nur leicht verletzt.

Petersburg, 3. Mai. Der französische Flieger Ble- riot ist hier eingetroffen, um einige vom Kriegsministerium erworbene Flugmaschinen abzuliefern unb eine Fliegerschule zu eröffnen.

Kleine Tageschromk.

Im Dorfe Ziegelerben bei Coburg erschlug ber 60jährige Musiker Graf feine gleichaltrige Frau, weil fit ihm Geld zum Trunk verweigerte. Der Mörder würbe verhaftet.

J-n Sonderburg erfolgte am Mittwoch mittag bie Ein­weihung eines Seemannsheim für Unteroffiziere und Mann­schaften der kaiserlichen Marine, an ber il a. Prinz und Prin­zessin Heinrich von Preußen teilnahmen.

In Brzezowitz (Oberschlesien) stürzte beim Auswechseln der Masten der elektrischen Leitungen ein schwerer eiserner M a ft um und fiel in eine Schar spielender Kinder. Ein lljähriger Knabe wurde getötet, sein kleinerer Bruder lebensgefährlich unb zwei andere Knaben schwerver­letzt.

In Spitzberg im bayerischen Wald ftarb die wohl älteste Bewohnerin Deutschlands Josefa Eder im Alter von 116 Jahren.

In Zürich erschoß der Barbier Bucher, der von ber Armenpolizei mit seiner Familie in seine Heimatgemeinde ge­schafft werden sollte, zwei seiner Kinder, verletzte seine Frau und ein drittes Kind schwer und beging dann Selbstmord.

Aus Nancy wird gemeldet: Ein Boot mit zwei Studenten, die eine Fahrt auf die Meurthe unternommen hatten, ken­terte. Einer ber Insassen ertrank. Bei Cahore kenterte ein Boot, in dem sich vier Militarmusikev befanden, im Lot. Drei Soldaten ertranken. Bei Havre ereignete sich auf dem Kanal von Tancarville ein ähnliches Un­glück, dem drei Arbeiter zum Opfer fielen.

In Port de Buc bet Marseille nahm bie Polizei in einem von Apachen besuchten Nachtlokal sieben Verhaf­tungen von Mädchenhändlern vor.

Markte.

ko. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 3. Mai. Aufgetrieben waren 1544 Schweine. Vollfleifchige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 47.00 49.00 Mk., Schlachtgewicht 60.00-62.00 Alk., vollfleifchige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 46.0047.00 Mk., Schlachtgewicht 59 60.00 Mk.; vollfleifchige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 47.0049.50. Mk., Schlachtgewicht 59.0061 Mk.: vollfleifchige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 48.0<)49.50 Mk., Schlachtgewicht 6061.00 Mk.; Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht 00.00 bis 00.00 Mk., Schlachtgewicht 2)0.00-00 Mk. Sauen 0000 Mk. Geschäft langsam, bleibt etroaL0'* Erstand.

F.C- Wiesbaden. V ieE/J^ -Mark tberi cht vom 3. Mai. Auftrieb. Rinder 39 (Ochsen II, Kühe 28, Bullen 00), Kälber 276, Schafe 22, Schweine 449.

Tendenz: Rinder gedrückt, Kälber, Schafe und Schweine mittel­mäßig. Preis Durch-

pro 100 Pfd. schnittspreis

fiebenb» schlacht' pro 100 Pfund

... Lebend. Schlacht,

O chf en. von-vlSvon-biS -«wicht

Dollfleischige, ausgemästete, höchsten

Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 4749 8589 48 87

Junge, fleischige, nicht ausgemäste und

altere ausgemästete 4346 8384 44 83

Ungejochte 4951 8991 60 90

Bull en.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten

Schlachtwertes 44-46 8084 45 82

Vollfleischige, jüngere 4043 7578 41 76

Färsen, Kühe.

Dollfleischige ausgemästete Färsen höchst

Schlachtivertes. . . . . . 4650 3487 48 85

Dollflelschige ausgemästete Kühe höchst

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 4043 7778 41 77

Aeltere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 3539 7075 37 72

Kälber.

Feinste Mastkälber 6663 110-114 67 112

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 59-62 98-106 60 102

Geringere Mast- und gute Saugkälber 5457 9095 55 92

Geringere Saugkälber..... 4853 8089 50 84

Schafe.

Weidemastschafe 4500 9000 45 90

Schweine.

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht........ 4748 6062 47 61

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht 4748 6062 47 61

Dollflelschige Schweine über 21/, Zentner

Lebendgewicht........ 4546 5860 45 59

Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend­

gewicht ........ 4648 5961 47 60

Ueberstand bei Rindern, Kälbern, Schafen und Schweinen.

Limburg a. d. Lahn, 3. Mai. Fruch tmarkt. Durch­schnittspreis pro Malter Roter Weizen (naffauischer) 17,00 Mst weißer Weizen (angebaute Frenidsorte) 16,50 Alk., Korn 12,50 Alk., Gerste: Futtergerste 0,00 Alk., Braugerste «0,00 Mk., Hafer SIL 8,75, Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 8,50-9,00 Alk.

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Airchliche Nachrichten.

Israelitische Rehgionsgemeinoe.

Gottesdienst in 0er Spnagoac (Süd-Anlages Samstagden 6. M a i 1911:

Vorabend: 7.30 Uhr.

Morgens: 8.30 Uhr.

Nachmittags: 4.00 Uhr. Predigt.

Sabbatausgang: 8.45 Uhr.

israelitische tteliglonsgesellschast. Eotterdienft.

Sabbatfeier am 6. Mai 1911:

Freitag abend 7.30 Uhr.

Samstag morgen 8.00 Uhr. Predigt.

Samstag nachmittag 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.45 Uhr.

Wochengottesdienfi Morgens 6.00 Uhr, abends 8.45 Ubr.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Sieben.

Mai | 1911

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke

Grad ba Bewölkung In gehnlet ber Rchtb. tztmmekfl.

Wetter

| co cd

2»

747,5

17,7

7,8

52

8

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Bew. Himmel

9

746,7

13.9

8,3

70

8

2

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4.

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745,7

10,4

7.8

84

8

2

5

Sonnenschein

Höchste Temperatur am 2. bis 3. Mai -f- 18,6 6 3.

Niedrigste , , 2. , 3. , =- + 3,3 0,

Niederschlag: 0,0 mm.______________________

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