gerecht.
Tie „•itfeener Zamillenblätter" werden dem „Anzeiqer^ viermal wöchentlich beigelegt. doL „Krtisblah für dev Ureis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „candwirtschastlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich jroetmaL
Kr-129 Dritter Blatt jbf. Jahrgang
Erscheint ISgllch mit Ausnahme de« Betmtaee, W
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheifen
Zamrtag, Z. Zmtt i-N
lUtetUnlbrurf in* Itedee der v r L-ilch« Unteerfu&l - Vach- enb 6tembrnflteai.
9L Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Dreckeret: Schul- strahe 7. Expedition und Derla-: e<y 5L Redaktiom^HKIir. Tel.-Adr^ An-eigerGre-en.
Feiertag
Brausebäder
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Künstlnlebül e’°) an IponnQ., ul'iobtbilbtm, Reichlichen Rünjttr-
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licht vorbildliche Unternehmen — daS eine soziale Fürsorge für einen zahlreichen Teil der Bevölkerung ohne gesetzlichen 310Qng, nur auS freier Entschließung der Beteiligten und nur durch die Selbsthilfe deS Standes darstellt — auf das tatkräftigste unterstützt. Jeder Kaufmann, sei er selbständig oder angestellt, niuß Atitglicd der Gesellschaft werden. Damit daS Lpser, daS der einzelne zu bringen hat, kein zu großes wird, ist der Betrag auf daS geringste bemessen. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens für Angestellte Mk. 2.—, für sclb'ländige Kaufleute Mk. 10.—, für unterstützende Mitglieder und Vereine Mk. 50.—, für stiftende Mitglieder und Körperschaften Ml. 100.—. Die immerwährende Mitgliedschaft wird durch einen einmaligen Beitrag von Mk. 1000 erlangt. Ehrenpflicht eines jeden finanziell günstiger Gestellten ist eS freilich, nach seinen Kräften höhere Mitglieder- beiträge und größere einmalige Spenden beizusteuern. Durch die Stiftung eines Betrages von Mk. 10 000 erwirbt der Stifter den Anspruch auf jährlich hundert kostenfreie Verpflegungstage für seine Angestellten oder die dauernde Mitgliedschaft .mit) den Anspruch auf Benennung eines Bettes nach seinem Namen. Stiftungen sind die idealste Art der Beteiligung; die stiftenden Firmen unterstützen damit nicht nur die Bestrebungen der für den gesamten deutschen Kaufmannsstand in sozialer wie in nationaler Hinsicht so überaus bedeutungsvollen Gesellschaft, sondern auch ihre eigenen eingestellten durch den Anspruch auf Gewährung der freien Verpflegungstage, wobei die Wahl der Heime den Betreffenden freisteht. Tie Einzelmitglieder für ihre Person und die Angestellten selbständiger Mitglieder haben Anspruch auf vorzugsweise Berücksichtigung bei der Aufnahme in die Erholungsheime, Angesichte selbständiger Dlitglicder jedoch nur dann, wenn diese einen Jahresbeitrag von mindestens Mk. 2 onf den Kopf deS beschäftigten kaufmännijchen Personals zahlen. Tic Bestrebungen der Gesellschaft haben eine bei» spielsloS günstige Aufnahme gesunden; jetzt, zwei Monate, nachdcni sie in die Ocffentlichkeit getreten ist, sind bereits für über Alk. 1 500 000.— Zeichnungen, Stiftungen und Jahresbeiträge cingegangen.
•* Gießener Volksbad. Im Mai wurden 11929 Bäder verabreicht geaen 9 058 im 'Avril 1911 und 11384 im
selben, daß sie mich bis in den Tod begleiten und keinen Schritt von meiner Seite weichen würden.
Mein Diener S m o r g und die zwei Leute von S i n t e s folgten uns ebenfalls, wurden jedoch am nächsten Morgen ihrer sämtlichen Kleidung und Habe beraubt. Einer der Banditen wollte sogar meinem Smorg eines erbärmlichen silbernen Ringes wegen, den er am Finger trug, den Finger abschneiden, doch gelang es dem Aermsten in seiner Angst, den Ring mit den Zähnen von seinem Finger zu entfernen. Man ließ den Leuten nur einen alten Fetzen von Hemd und trieb sie mit geladenem Gewehr und unter Stößen und Fußtritten von dannen.
Tie fünftägige Gefangenschaft hat unsere Gesundheit sehr benachteiligt. Unsere Nahrung war ein Stück Brot, aus Kleie und Stroh hergestellt, und Wasser. Der Raum, in de?n wir eingeschlossen waren, war etwa 3,3 qm groß, und die Wände nach allen 4 Seiten hin voll größerer und tleincrcr Schießscharten. Sowohl die Kälte als auch die Unruhe ließen uns keine Stunde schlafen. Die Bande beraubte uns vollständig und ließ uns nur mit den notdürftigsten Kleidungsstücken auf dem kahlen Boden liegen.
Am letzten Tage unserer Gefangenschaft kam der Räuberhauptmann mit vier seiner Brüder und brachte uns in einen tiefliegenden feuchten Kelterraum, der Tag und Nacht dunkel war. Gegen Abend trat der Räuberhauptmann mir einem Lichte bei uns ein und hinter ihm einige seiner Leute, welche ein leeres Schmary, einen Eimer Wasser und einige frischgeschliffene, lange Messer brachten und diese vor uns niederlegten. Ter.Hauptmann erklärte uns, daß er dem Kaid von Tarubant ein Ultimatum gestellt habe, und daß man uns, falls bis 3 Uh r nach Mitternacht nicht die Summe von 300 Diu ros ausgehändigt sei, ohne Gnade den Kops ab sch neiden würde.
Diesen Zeitraum von der Ankündigung bis 3 Uhr nach Mitternacht erlaube ich mir schweigend zu übergehen!
Kurz vor 3 Uhr hörte ich ein starkes Klopsen unten
x, urtaiM tolle Humoreske, tiijjetb ÄE adeln | «njetmjmd
London
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Gefangennahme einer Mannerniannschen Crpedition durch Räuber im Großen Atlas.
Eine der in Marokko tätigen Mannesmannschen Expe- bitionen, die zurzeit die hauptsächlichsten Minengebiete bearbeiten, ist kürzlich in die Hände berüchtigter Räuber gefallen. lieber die abenteuerlichen Erlebnisse dieser Expedition, bei der sich die deutschen Ingenieure Wagner undSintes befanden, berichtet Wagner als Leiter dec Expedition folgendes:
„Morgens gegen 5 Uhr verließen wir das Lager, um dbends in Tarudant einziehen zu können. Auf der ganzen Keife ist weder Sintes noch ich als Christ erkannt worden, lind somit stießen wir auf kein Hindernis. 2lls wir die etwa fünf Stunden vor Tarudant auf dem Berge gelegene kabyle „El Mue" passierten, wurden wir von dem am Hege gelagerten Gesindel, welches das Straßcngcld ftir die den Weg ziehenden Tiere erhebt, anstandslos durch- gelassen. Wir ritten ruhig weiter und hatten bereits 500 vis 800 Meter zurückgelegt, als die ganze Bande, etwa 30 an der Zahl, mit Gewehren auf uns zugerannt kam, sich mit gespanntem Hahn vor uns aufpflanzte und 2 0 0 Duro verlangte. 8nnüchst versuchten Sintes und ich sowohl wie der Kaid- hoTbat Sel e m, der die Karawane leitete, mit der Bande auf gütlichem Wege zu verhandeln. Ich erklärte mich bereit, i firnen unsere zwei Reitmaultiere mit neuen Sätteln sowie inm Packtiere zum Pfand zurückzulassen, bis ich die Lumme ton 200 Turo aus Tarudant holen und die verpfändeten Sicre auslösen könne. Die Bande lehnte jedoch alles ab, s'tzte uns die Gewehre auf die Brust und trieb u ns cuf entsetzlichen Wegen in die Berge.
Sian trieb uns abseits vom Wege auf lebensgefährlichem >dfide durch die Schluchten bis zu einem einzelftehenden b«use des Schech Ali, des Räuberhauptmannes, und mit Eurö vier beladene Tiere.
Der alte Schech Sachsen, der Freund Rattos und Dr. ^rpinghaus' aus Aid Bu Amran und dessen Diener Hassan, d^lche die. Räuber zurücktreiben wollten^ erklärten deu-
>v>e folgt:
Schwimmbad: 5092 Männer, darunter 1028 zu 10 Psg, „ 1415 Frauen, „ 501 „ 10 ,
Wannenbäder I. SU.: 279 Männer, 102 Frauen,
FrohD Juni.
Mai 1910 oder im Durchschaut täglich 3 5 Bäber gegen 302 im April 1911 und 367 im Mai 1910. Ter Bestich verteilte sich
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Dampf- und Heißltlftbäder sowie Massage zusainmen 86 Männer, 21 Frauen. Tie Bersonenwage mttrde von 240 Personen benutzt, das Bad von 10 Personell besichtigt.
** Deutschlands größtes Pfingstfest. Die großartigste Pfingstfeier, die Deutschland je schaute, ein Prunkfest ohnegleichen, war jene nod) lange in der (Hcknnerung des Volt.-s forllebende Reichsfcier, die auf Barbarossas Wunsch in den Pfingsttagen des Jahres 1184 zu Mainz abgehallen wurde. Fürsten und Bisckwfe, Marlgrafeu und Grafen, Freiherren, Gesandte, eine gewaltige Schar von Rittern folgte dem Rufe. Die Zahl der letzteren soll 40 000, wenn nicht gar 70 000, betragen haben. All diese Gäste sowie die herbeigeströmte Volksmenge sollten an den drei Pfingsttagen, an denen Friedrich I. ihr Wirt sein wollte, die „Schwectlcile", die Wehrhaft mach urig der beiden ältesten Kaiser - söhne feiern helfen. Den Hauptzweck des großen Festes aber imit dem auch die Erledigung einiger Reichstagsgeschäfte verbmrdnt war) sah der Kaiser in etwas anderem: Es sollte vor allein auf- geführt werden als ein Arrsdruck der Freude über den ruhmvoll errungenen äußeren und inneren Frieden, dessen das Reich zu diesem Zeitpunkt dank Barbarossas Walten genoß. Und die frohe Söimmung, die im Lande herrschte, kam in der Tat zum Ausdruck auf, dem bunten, riesigen Festlager, das man für den Kaiser, die Gäste mrd den Troß in der lieblichen Rheinebene aufgeschlagen hatte. Stattlich erhob sich in des Lagers Mitte die reich und schön verzierte, aus Holz gezimmerte Pfalz und Kapelle des Kaisers. Und eine lachende Augenweide boten die farbcnprunkenden, zahl-
5oll in Frankfurt a. HI. eine Universität begründet werden?
Der 84jährige berühmte Pandektist und Rechtslchrer Exzellenz Dr. Belle r -Heidelberg, der Senior der deutschen Gelehrten, hat neuerdings zu der Frankfurter Universitätsfrage das Wort ergriffen, allerdings wesentlich und zunächst nur zur Frage einer juristischen Fakultät. Aber er spricht sich doch in der neuesten Rümmer der „Juristen Zeitung" zugleich über die ganze Frage aus. Auch die Franlfurter Kreise werden ihm gewiß ein maßgebendes Urteil nicht absprechcn, wenn er auch zu einem ablehnenden Ergebnisse gelangt, indem er bemerkt:
Dieser neueste Beweis des jüngst erwachten Strebens, die aus dem Aufblühen von Industrie und Handel stammenden größeren Vermögen idealen Zwecken dienstbar zu machen, sei freudig zu begrüßen, doch schwebe das flnter- nehmen selbst noch durchaus in der Lust, da die bedenklichen Folgen, welche an die Gründung einer ersten, nicht rein staatlichen höchsten Gelehrtenschule sich knüpfen könnten, noch nicht in vollem Umfange erwogen, geschweige denn als beseitigt anzusehen wären. Belker kommt daher zu dem Ergebnis, daß in jedem Falle zu hoffen steht, daß der schöne Eifer Frankfurts sein Ziel nicht verfehlen könne, und wenn auch die Universität dort nicht zustande kommen sollte, die bereits gesammelten Kapitalien auf anderem Wege der Pflege der Wissenschaft zufließen möchten. In der „Deutschen Juristenztg." wird der Wunsch hinzugesügt, „daß für den wahrscheinlichen Fall, daß die llniversitätsgründung in Frankfurt nicht zustande kommen sollte, diese Kapitalien benutzt werden sollten, eine preußische Verwaltungsakademie an Stelle der zwar glänzend organisierten und geleiteten, aber doch nicht mit genügenden Mitteln misgestatteten Vereinigungen für staatswissenschaftliche Fortbildung in Berlin und Köln zu begründen."
Aus Stafct und fand.
Gießen, 3. Juni 1911.
•• Landesversicherungsamt. Der Großh er; og hat den Landgerichtsrat Dr. Ferd. Stein auf fein Nach- silchen von der ihm seither übertragenen Stelle eines stellv, richterlichen Mitgliedes deS LandeSversicherunqSamtcS und den KreiSrat des Kreises Dieburg Dr. Eugen Wagner von der ihm seither übertragenen Stelle eines ständigen Mitgliedes des LandeSoersicherungSainteS enthoben und das stellv, ständige I Mitglied deS LandesoersicherungSamtes RegierungSrat Gust. Spam er zu Darmstadt zum ständigen Mitglied im Nebenamt ernannt.
** Die Feierabendstunde. Die seit einigen Monaten bestehende Anordnung der Rich t e inh al t ü n g der Feierabend st unde hat in allen Kreisen großen Anklang gefimden. Voraussetzung bleibt allerdings, daß der Wirt für Ruhe und Ordnung in seinem Lokale sorgt, tut er dies nicht, so macht die Polizei sofort von dem Recht des Feierabendbietens Gebrauch. Wirtschaften mit Tamen- bedienung find selbstredend ausgenommen, beim diese wec- I öen nach wie vor um 11 Uhr geschlossen Das Feierabendbieten durch die Schutzleute entzog diese nicht allein sehr dem nächtlichen Außendienst, sondern es sanden auch häufig unliebsame Zusammenstöße mit angeheiterten Gästen in den [ Wirtschaften statt, die Gäste fühlten sich bevormundet und f es kam vielfach zu beleidigenden Aeußevungen. Diese Vor- konnnnisse haben sich wesentlich verringert, Anzeigen wegen Widersetzlichkeiten und Beleidigungen kommen viel seltener vor als früher. Die Einrichtung hat sich bis jetzt nur gut bewährt.
M Von der deutschen Gesellschaft für Kauf- nianns-ErholungSheime wird uns geschrieben: Es ist beabsichtigt, eines der ersten Heime in Hessen zu errichten. ES darf wohl bestimmt erwartet werden, daß k die hessische Kaufmannschaft, Angestellte oder selbständige Kaufleute, eS als ihre Pflicht ansehen, dieses in sozialer Hin-
'8er-. StW«*.
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II. „ 860
I. „ 1205
II. „ 1404
reichen Zelte der Fürsten und Herren, mit ihren luftig flatternden Fabnen. Der Wind allerdings, der sie so luftig weben ließ, blies bald recht laute Melodien: Am Abend des ersten Festtages, des Psingftfainstags, schwoll er zu einem so wütenden Sturme an, daß außer der Kapelle noch in rer andere Holzbauten vollständig icrftdrl wurden Des massen teten Lölkes beniair •
tigte sich zunächst ein abergläubij er Seiwecken Man überwand ihn aber schnell unb freute sich wieder wie zuvor lachend und. fraunenb, der gewaltigen Vorräte, die der kaiserliche Wirt für seine Gäste batte herbcischaffen lassen. Heiterkeit erregten namentlich zwei große, höbe Holzbauten, bir „von unten bis oben voll schnatternden Geflügels" waren. Bewirtet ward jedermann. Besonders, freudig und glanzvoll verlier der dritte unb letzte Tag des großen Reichs-, Ritter- und Bolkssestes. Au ihm, dem zweiten Psing'tfciertag, erhielten der junge König Heinrich und sein Bruder, Herzog Friedrich von Schwaben, von Friedrich I. den Ritterschlag. An dem großen Turnier, bei dem sie zuvor hatten Proben ihrer Kraft unb Geschicklichkeit ablegen müssen, beteiligte fich voll Lust unb Laune auch der damals iwch stattliche unb rüstige Kaiser Rot-» bart selbst. Den strahlendsten Anblick aber soll bei dein Feste die zweite Gemahlin Barbarossas geboten haben, die Kaiserin Beatrix. Als „Königin der Schönl>eit" saß sie dieser walubaft blendenden Feier vor, die auch heute noch mit Recht bezeichnet! toerben darf ,^ls Deutschlands größtes Pfingstfest", O. K.
Kreis Friedberg.
Bad-Nauheim, 2. Juni. Schon mehrmakS i|t in letzter Zeit eine am Elisabeth enhaus an geb rächte Sammelbüchse, deren Ertrag für die Verpflegung der im Haus zur 5kur weilenden armen Krnder bestimmt ist, in ruchloser Weise ausgeplündert worden. Dieser Tage ist es nun dem eifrigen Bemühen der Polizei gelungen/ die Diebe in Gestalt einiger 10—12jähriger Jungen zu entdecken. Eine tüchtige Bestrafung dieser frühreifen „Früchtchen" wäre wirklich am Platz. Im letzten Fall, den. die Entdeckten eingestanden haben, war die Büchse gewaltsam geöffnet und ihres Inhalts beraubt worden. Zumt Glück ist nur ein geringer Betrag in die Hände der Diebesbande gekommen.
-l- Butzbach, 1. Juni. Gemeinderatssitzuug vom 31. Mai. Die Firma Gebrüder Gerhardt hier bcab-- sichtigt von der Stadt einen Gcländestrcifen von 3y2 Quadratmeter Trottoir, östlich vor ihrem Hause in der Wetzlarer Straße, anzukaufen. Dem Gesuche soll durch Ge- läudetausch entsprochen werden, wenn die Firnnr nach Süden! zu ihre Schaufenster ca. 40 Zentimeter zurückstellt. Die Einladung des Hessischen Fechtvereins LLaisenschutz bont 26. Mai 1911 zu der am 18. Juni d. I. im Hessischen Hof hier stattsindenden Landesversammlung des hessi- ichcn Waisenschutzes wurde bekannt gegeben. Medi- zinalrat Dr. Vogt beantragte, daß, wenn nicht der gesamte Gemeinderat erscheinen kann, doch mindestens eine Vertretung des Gemeinderats der Versammlung beiwohnen soll. — Hch. Konr. Boller von Gambach beabsichtigt auf dem Grundstück Flur II Nr. 6:/10 an der St. Wendelstraße in der Gemarkung Butzbach ein neues Wohnhaus zu erbauen. Da Gründe zur Verweigerung dieses Projekts nicht vorliegen, so wird Dispens von § 6 des Ortsboustatuts. befürwortet unter der Bedingung, daß die Stadt für Herstellung eines Weges, für BeleuchMng und für Herstellung der Kanal- und Wasserleitung keinerlei Verpflichtung übernimmt, solange die Stadt nid)t hierzu gesetzlich verblühtet ist, sowie, daß die Nord- und Südwand mit Brandgesimsen versehen werden, daß drei Meter für Vorgarten liegen bleiben und der Bau dementsprechend zurückgestellt wird. — Die Beschlußfassung wegen Anschaffung eines Wege- Hobels wurde vertagt, da noch Erkundigungen bei der Gemeinde Ostheim eingeholt werden sollen, wie er sich bewährt. — Der Kostenanschlag über Anschaffung eines. Jauchen- und Drehkranen für die Kläranlage der hiesigen Gemeinde wurde auf Antrag des Gemeinderats Oppenheim mer an den technischen Ausschuß zur Prüfung überwiesen. — Das Gesuch des Peter Rössel von hier um Erlaß des Wassergeldes für den Wasseimrehrverbrauch wurde abgelehnt, da die Satzungen des Lrtsstaruts aufrecht erhalten werden sollen. — Die ortsüblichen Tagelöhne wurden wie folgt festgesetzt für: männliche erwachsene Arbeiter drest Mark, für weibliche 2.50 Mk., für jugendliche männliche
am Tore, und bald darauf näherten sich Schritte unseren^ Gefängnis, die Tur ward geöffnet, unb herein trat her Schech von Menisla und M u l a y A m m a r, ein Freund des Kaid von Tarudant, in Begleitung des Räuberhaupt-. manns. Man sagte uns, daß wir frei seien und foferct aufbrechen müßten.
Cfjne Verzögerung verließen wir das Haus, begleitet von den beiden oben Genannten. Bon allem, was wir brachten, bekamen wir nur die Tiere wieder zurück. Schweigend schritten wir durch die stockfinstere Nacht. Ta die Abhänge zu steil, die Pfade zu gefährlich unb die Tiere halb verhungert waren, wie wir selbst, so mußten wir den Weg" nach Menisla zu Fuß machen. Bald sollten wir die Folgen der Aufregung und Entbehrung erkennen: Schon nach faunt. 11 km Weg stürzte Sintes ohnmächtig zusammen. Nachdem er sich einigermaßen erholt hatte, eilten wir, Sintes halb schleifend und halb tragend, weiter, denn wir hatten keine Zeit zu verlieren, da unsere Begleiter befürchteten, daß uns die Bande umginge und in der Dunkelheit beschieße. Doch der arme ausgehungerte Sintes siel wiederholt in Ohnmacht, so daß wir nur langsam vorwärts kamen. Als wir endlich einen etwas besseren Weg vor uns hatten, setzten wir Sintes auf ein Maultier und. hieüxm ihn auf beiden Seiten fest. So gelangten wir glücklich bei Anbruch des Tages nach Menisla. Erst hier, wo man ohne Angst wrckder frei sprechen konnte, erfuhr ich, welches schwierige Werk Herr Dr. Dör ping haus mit Hilfe des Kaid von Tarudant vollbracht hatte. Diesem ttaib verdanken Sintes und ich unser Leben. Bon allen Seiten crfnl^n wir nun, wie Tag und Nacht Boten und Militär zu Fuß und zu Pferd die Strecke von Tarudant nach dem Räubernest und zurück rannten. Dem Kaid pon Tarubant gebührt die höchste Auszeichnung und Unterstützung. Ich habe ihn nachträglich persönlich kennen gelernt und glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, daß; seinesgleichen wohl keiner in Marokko zu finden ist.


