Ausgabe 
7.10.1911 Fünftes Blatt
 
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Schulze

Städt- tjewerDe-^Kiaaoime

Hämatogen. Warnung! Man verlange aus drücklich den Namen Dr. Hammel. (D6/.

-----(12 Stunde von Frank furti ervcn- und innere Kranke.

MAGGI

Ssbr. Smheuser Marktplatz 9-10

find in großer Auswahl eingetroffen und haben wir diefeiben in der erften Etage ausgeftelit. b^g~s Die Befichtigung kann ohne jeglichen Kaufzwang erfolgen.

Berbft und Winter

Die letzt erfchienenen fleuheiten in

Damen- und Kinder-Konfektion

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MAGGI' Bouillon-Würfel

geben, nur mit kochendem Wasser übergossen, sofort beste, kräftige Fleischbrühe

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161. Jahrgang

fünftes Blatt

Nr. 236

Erscheint IS-lfch mti Ausnahme bei Sonntags.

2 Stunde von

lefimb, munter und geistig irisch sich entwickeln okuH mnilon In nofapn ihm l'v ÜSnm

aliebem ergebe jtd) > ebl-aster Beifall.)

DieWietzener §<nnlNenbIÜNer- werden dem ,Anzeiger^ viermal wöchentlich deigelegt, dal Krebblatl für bea Kreis Siehen" troeimal wöchentlich. Die£«n6rotrtfd)aftlid)en Lett, fragen erscheinen monatlich zwetmal.

\ iisclje Gemeinden zu bilden. Die kirchliche Statistik habe nicht n 11 Wert, die Steuerbelastung von Dissidenten und Juden ZU i. nl'ten der .Katholiken und Protestanten sei ungerecht. Unerträq ii:h sei auch der staatliche Zwang des Religionsunterrichts. Aus

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regung eine kleine Pause vor. Ter Vorsitzende war mit einer solchen einverstanden, wobei er allerdings bemerkte, wenn nach der Pause die Erregung noch anbnlte, idiente es ihm zweifelhaft, ob der Angeklagte nod) verhandlungsfähig sei. Nach Ablauf der Pause wurde in der Verhandlung sortgefabrcn. In der An­gelegenheit des Pferdekaufes der Frau Risch führte der An­geklagte ans, das; das Pferd, für das er 2600 Mark bezahlte, kaum 1500 Mark wert gewesen sei. Geschädigt sei die Zeugin Risd) überhaupt nicht. Diese gibt an, sie habe ein Jahr vorher für das Pferd 3200 Mark bezahlt. Tie Zeugin hat einmal an den deutschen Botschafter in London geschrieben, der ihr antwortete, daß er fid) von seinem Neffen vollständig losgesagt habe.

Redaktion. Expedition und Druckerei: Scbul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-Adr^ Anzeiger Dießen.

Samstag, 7. Oktober M

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Untserfufitl - Buch- und Sttmbrudcrct R. Lange, Dießen.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 6. Cft. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 10 Wagen Öen und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu ö.00b.30 Mk., Stroh (Nornlangstroh) 0.000.00 Alk, Wirrstroh 0,000,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft schleppend. Tie Zufuhren waren aud Oberhessen und aus den Kreisen Dieburg UNd 40011011.

Polytechn. Friedberg (Hessen) Institut

6 Bahn-Min.. Bad Nauheim, *' Bahnstde.v. Frankfurt a.M. ültil. f.Maschinenbau, Elektret *Archltekt. u. Baulngenleurwes progr. d. d. Sokret. Beginn der Semester: April u. Oktober.

Gras Wolfs Metternich vor Gericht.

4 Berlin, 6. Oft.

Zu Beginn des heutigen vierten Verhandlungstages gegen den Grasen Giesbert Wolff-Metternich teilte der Vorsitzende Land gericblsdirektor Erüg er mit, das; heute und morgen in der Beweisaufnahme noch fortgesahren, am Montag die Verhandlung ausgesetzt uno erst am Dienstag ivciter geführt werde.

Es gelangten verschiedene Darlehnsgeschäfte zur Besprcdmng, in erster Linie die bekannte Automobilverpsändung, wobei es iid) um eine Sdmld von 750 Mart handelte, die allerdings Graf Metternich lediglich als zu hohe Zinsen culärt. Ter Zeuge .Hub eil bemerkt, der Graf habe ihm bei Avschluß des Ge schäfts gesagt, es haitdle sich bei ihm darum, gelegentlich seiner Reise zu seinem Onkel, dem deutscl)cn Botschafter in Loudon, eine reiche Braut ausfindig zu machen: der Angeklagte will aber nur oou einer solchen Möglichkeit gesprochen haben. Interessant war die Feststellung des Inhabers eines Schuhhauses, daß der Gras in einem Jahre für rund 600 Mark Schuhe bezogen habe. Bet 'Jlbid'lun des Geschäfts habe der Angeklagte erklärt, er gehöre der Zamilie der Hohenlohe auf Schloß Gracht an. Der Angeklagte bemerkt hierzu, daß er niemals behauptet habe, auf Schloß Gracht zu wohnen, sondern nur der Familie auzugehöreu, in deren Besitz tag Schloß Gracht sei. Graf Hohenlohe auf Schloß Grad)t sei sein Onkel. Den hohen Preis von nahezu 6 0 M ar k r ei n P a a r Schuhe erklärte der Zeuge u. a. damit, daß die Kunden der Z>irma nur bei sehr langen Zahlungsfristen die Verbindung mit

Giehener Weiger

General-Anzeiger für Gberhesten

Ncbcrbciztc Wobnränme in der UeberqangSzeit sind eine längst be­kannte Ursache vieler Krankheiten. Man bcuc daher mit Oesen, die bei sparsamstem Brennstoffverbrauch Tag und stacht den ganzen Winter binburd) brennen, durch sichere bequeme Ncaulieruna sowohl milde nlo aurti kräftige Wärmeabgabe ganz nach Bedarf, crnüfglidieit. Winters Tnnerbranböfen Patent Germanen beizen dauernd, sparsam und mild bei leichter Negulierfäbigkeit. 9inberco über diese Ccfen ist aus der Original Berkaufslisle Ausgabe 1911 9ir. 0,113 zu ent nehmen, die durch jede bessere Osenbandlung ober, wo nicht er­hältlich, vorn Fabrikanten Germania Ofen und Herd Fabrik Winter & Co., Hannover, kostenfrei zu beziehen ist. D'/i,,

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Sommer und Winter befracht.

durch ---------' HBHtVTT?

Nervenarzt.

Deutscher Protestantenlag.

~ Berlin, 6. Oktober.

Zu Beginn der heutigen zweiten Sitzung des 25. Deutschen I Vroteslantentagcs gab der Vorsitzende, Reidistagsabaeordneter I £ d) r a b c r dem Bedauern darüber Ausdruck, daß Pfarrer I a t h o am Erscheinen verhindert sei. Tr. D. Baumgarten [ imel) regte hierauf die Absendung eines

Telegrammcs an Jatho

an, in welchem dessen Abwesenheit lebhaft bedauert, zugleich aber t.m ersten Opfür des Jrrlchregesetzcs die Shmvathie ausge i nochen wird. Tie Versammlung stimmte begeistert der Absendung d.s Telegrammcs zu.

Pfarrer Pfannkuche (Osnabrück) behandelte das Thema: Wie Tann b ic Landeskirche zur Volkskirche gestaltet werden."

Tr wies daraus hin, daß man die gegenwärtige Landeskirche in eine Volkskirche umgcwandelt wünsche. Um dieses Ziel zu er- reichen, müsse aber die Kirchenverfassung vollständig reformiert und ha-5 Verhältnis zwischen Staat und Kirche neugeslaltet werden. Er betonte, daß die Freikirche in Deutschland die Bekenntnis steiheit, weldie eine Volkskirche biete, nicht verbürge. Tie jetzige Landeskirche habe den Charakter als Volks'irche verloren, infolge des Bekenntniszwanges und des Eingreifens des Staates, der die Kirche in ihrer Entwickelung von parteipolitischen Einflüssen im Staatsleben abhängig mache. Tas Ziel der Umwandlung der Landeskirche könne nicht burd) kirchliche Beschlüsse, sondern nur durch den organisierten politischen Volkswillen, d. h. den Staat, erreicht werden.

Als zweiter Vortragender sprack) Lic. Pfarrer Traub'(Dort ntunb1, der beim Betreten des.Podiums stürmisch begrüßt wurde. Ct pflichtete dem Vorredner fast durchweg in allen Ausführungen ,;v und betonte, daß der RufLos vom Staatskirchemum" nahezu über Nacht von verschiedenen kirchlichen Gruppen lau: u'rbc. Eine Bekcnntniskirche könne eben nicht mehr Landes Urd)e fein, weil eine protestantische Kirche keine Glanbensitrche sein kann und weil die Landeskirche immer eine Massenkircb. ß. Es ist unerträglich, daß das Staatskirchentum dazu führt >.ß Politik und Religion ständig miteinander verknüpft werden >. ist aber ebenso unerträglich, daß der Staat seine Bürger und Lindeskinder zu kirchlichen Handlungen zwingt und daß ni; h r Staat das Recht haben soll, innerhalb der Kirche evan

dem Geschäfte aufrecht erhalten.

Im weiteren Verlauf der Verhandlung kommt cs zu einem c r.r e q t c n Auftritt zwischen dem Angeklagten und einem der Beisitzer, weil dieser eine Bemerkung des Beklagten mit den Worten unterbrach: Das gehört bod) ins Plädoyer. Daraufhin wurde der Angeklagte derart erregt, daß er auf die Schrank idilug und fast schreiend rief:Sie kommen schon wieder mit Ihren Zwischenbemerkungen." Auf die Rüge des Vorsitzenden, er solle nicht solche unartige D.'merkungen machen, erwiderte der .'Angeklagte, er habe das Recht feiner Ueberzeugung Ausdruck zu leben, wenn er aud) der Angeklagte sei. Schließlich beantragte er Staatsanwalt gegen den Angeklagten eine Ordnungs- rate w c g en Ung ebü h r von 3 Tagen Haft, über die später Beschluß gefaßt werden soll. . Gleich darauf kam es zu einem .weiten Zwischenfall, als der Pferdehandel mit einer icwissen Frau Risd) besprochen werden sollte. Auf die Frage es Vorsitzenden, ob er sich hierzu erklären wolle, erwiderte! (S)raT Metternich verneinend und fügte hinzu, er wolle überhaupt eine Erklärung mehr abgeben: die Stimmung hier sei derart legen ihn, daß eine weitere Bemühung seinerseits, seine Unschuld ladzuweisen, gar keinen Wert habe. Tas gestrige Auftreten seiner lux, __ v . Frau könne er allerdings aud) nicht billigen, sie könne aber nichts

aliebem ergebe sich die Forderung: Fort mit der Staatskirche, dafür, denn sie werde ebenfalls auf das ärgste mitgenommen; er ^bhafter Beifall.) werde infolgedessen überhaupt nichts mehr sagen.

______ Ter Verteidiger R.-A. Alsberg meinte, der Angeklagte

I ginge gewiß viel zu weit und schlug in Rücksicht auf seine Er-

Kuranstalt Hofheim T.L.