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07/10/1911 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Nr. 25b

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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CI.Hass»

Heute Abend

Aiarktzeir von 82 Uhr.

Wetter

e Beobachtungen der Station Lietzen

Sonnenschein Bew. Himmel

Ztr. Psd.

'JJIL, Ml.

Tie ..Stehen« ZamllienblStler" werben dem »Anzeiger' oiennal wöchentlich beiqelegt, das ..«reisdlatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Dielandwirtschaftlichrn udt- fragen*' erscheinen monatlich jrocimoL

+ 15,2 * C. t 6,0 "J.

L.

Redaktion, Expedition und Tnickerei: bchul- ftrnüe 7. Expedition und Verlag: e^Ä5L Redaktion:e^KI12. Tel.-Adru Anz^gerGleßen.

Aunst und Wissenschaft.

3000jährige Grabstätte. Bei Marbjcrg zwischen Kopenhagen und Roskilde ist eine 3000jährige Grabstätte, ohü dein jüngsten Teil der Steinzeit, entdeckt worden. Sie Wrab- kammer, ^>ie nach den Kuochensunden zwölfmal benutzt worden zu sein scheint, hat eine länglich-runde Form unb i)t in der Richtung Ost-West gelegen. Nach derUmschau" wird jede der Zang seilen von fünf großen, senkrecht stehenden, Steinen begrenzt; üic westliche Seite ist durch einen einzigen sehr aroßeu Stein ab­geschlossen. Ter Raum ist 31/» Meter lang, 90 Zentimeter breit und 80 Zentimeter tief. Tic Decke wird aus fünf flachen Steinen gebildet. Das Ganze ist an den Seiten durch eine Menge kleiner Flintsteine verstopft. Der Eingang ist am östlichen Ende ge­wesen; dort fand sich zum jeweiligen Oeffncn eine breite, aber dünne Steinplatte. Tie Kirschen und die Zähne sind diirchweg gut erhalten. Einige Dolche aus Flintsteinen und mehrere Nadeln aus Knochen, sowie einfache Schmuckgegenstände sind in der Karnrn^ gefunden worden.

Kurze .Nachrichten aus Kun st und Wisse n - chaft. Ter Chirurg, Geheimrat Tr. Edmund Rose, ord. Honorarprofessor in der Berliner medizinischen Fakultät, voll­endet am 10. Oktober das 75. Lebensjahr.

A Abends SM im Metrov-l

Z Jjiltiffi«* M Tagesordnung: - V LatzungsanKn» «intcrproflrüC

I Nerichiedenes.

politische Lagesschau.

Tie Regnrung und die Einführung der Laleinschrift.

Der erste Beschluß des wiederzusanimentretenden Reichs tags wird die Entscheidung sein, ob statt der deutschen Schrift die Lateinschrift cingeführt werden soll. Es ist möglich, daß die betreffende Bittschrift aber nicht, wie in der Tagesordnung vorgesehen, zur Abstimmung kommt, son­dern vertagt wird, da die Fraktionen nochmals zu der Frage Stellung nehmen wollen. Interessant ist die Fest­stellung, das; man rcgicrungssciug der Lateinschrift als Schulschrift nicht mehr freunolich gcgenübcrsteht, was auf die Gegnerschaft des preußischen Kultusministeriums zu- ruckzuführen ist. Es ist wohl taum daran zu denken, daß Preußen als sührende Macht in Deutschland die deutsche Schrift plötzlich verleugnen sollte und als Schulschrift allein die Lateinschrift einfuhre. Es ist auch recht zweifelhaft, ob überhaupt der Reichstag in dieser Frage zuständig ist, da Schulfragen Sache der Einzelstaaten sind.

Der Zwischenfall von Agadir.

Zu dem gestern aemrlucLii Z iico.n'all von Agadir schreibt das amtliche Wolssschc Bureau: Bei dem sogenaun- ten Zwischenfall von Agadir, von dem in Privatdcpcschen einiger Blätter die Rede ist, handelt es sich lediglich um einen Akt des ll e b e r m u t e s einiger junger Leute, die auf das falsche Gerücht von der Erklärung eines sranzofischen Protektorats über Marokko eine franzö­sische Fahne über einer alten, militärisch nicht besehen Bastion in Agadir hißten. Tie französische Regierung hat auf diese Naairicht, da sie in Agadir teilten Vertreter hat, sofort ii/rcu Konsul in Mogador beauftragt, bei den marok­kanischen Behörden daS Nötige zu veranlassen, um dem Unfug zu steuern und die Flagge n i e d e r z u h o l e n. Tas deutsche Kriegsschiff, baS zum Schutze von Leben und Eigentum der Deutfa-en vor Agadir liegt, hat mit der Sache nichts zu tun.

Samstag, 1. Oktober 19U

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversnätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Dießen.

KopfschmerzenSchlaflosigkeit.

Tiefe Störungen sind in den meinen .Zullen Zeichen von Mageu- nnd Lcbernörung, wodurch das Blut mit Harn- und Gallenswn'en überfüllt ist.

Das beite Mittel um gute Verdauung und Lebermnkrion herzu- stellen ist Tr. Lsegener s Tee. Tas beite Hausmittel, k v cimach zuzubereilen und angenehm zu nehmen. Beneiu aus eblc:: räubern. Tr. LLcgcucr's Tcc fuftet M. 1.50 das Paket, in .ten er­hältlich: wo nicht vorrätig wende man sich an die KerromangavM- gcielljchaft, Krouvrinzeustraße 55, Frankfurt a. M.

Ausarbeitung k Auswahl

Privatwaldbcsihcr 2. Klasse ernannt; dem Ministerialfckrctar, Forstmeister Ramspeck, vom Ministerium der Finanzen be­rufen. AlS Stellvertreter der Vorstandsmitglieder sind von denselben Stellen bestellt: Bürgermeister Fendt in Hungen, Bürgermeister Saalivächter in Rieder-Ingelheim, Landwirt Gg. Rockemcr in Schotten, Forstmeister Delp beim Forst- vermessungS- und Taxationsbnrcan. Ter für den Bürger- meister Ruß in Gernshcint gewählte Stellvertreter ist ge­storben. Neuwahl erfolgt durch den nächsten ordentlichen Provinzialtag. Zum Vorsitzenden des Vorstandes ist von diesem anS seiner Mitte der Ministerialfekretär, Forstmeister Ramspeck, und zn seinem Stellvertreter Bürgermeister Alles u Nieder-Florsladt gewählt worden.

Der 7. Rndertag de§ Süddeutschen Ruder- verbandes, dem der hiesige Ruderklub .Hast'ia* angehört, findet morgen in Gießen statt. Es werden dazu etwa 100 Delegierte und Verbandsmitglieder nach Gießen kommen. Die Verhandlungen, bei denen die Neuwahl des VerbandS- vorstandeS statlsindet und Festsetzung der nächstjährigen Ruderregatten erfolgt, beginnen vormittags 91/, Uhr im Saale des Restaurants ,ßum Fclscnkcllcr'. Ein gemeinschaftliches Mittagesien findet im Hotel .Großherzog von Hessen" statt. Nach ihm ist ein Rnndgang dlirch die Stadt vorgesehen, ivoranf sich die Teilnehmer mit den Damen des Vereins zu einer Abendunterhaltung int Saale des Hotels Großherzog ivieder einsinden. Seitens des Ruderklubs »Hassia" i|t alles aufgeboten worden, um den Gästett nach beit Verhandlungen einige gemütliche Stunden in Gießen widmen zu können. Ter NuderveremUndine", Frankfurt a. 3)1., hat sich zur Aufnahme in den Süddeutschen Ruderverband augemeldet.

Vortrag über Tripolis. Tr. Grothe-Leipzig kann Montag, 16. Oktober, den vom Kaufmännischen und OrlSgeiverbcverein angckündigten Vortrag über Marokko leider nicht halten. Er wird überTripolitanicn, den italienisch- türkischen Kriegsschauplatz" (mit Lichtbildern), sprechen. Ter Marokko-Vortrag ist für später in Aussicht genommen.

" Fl ottenverein. Am Freitag, 13. Oktober, wird im Hotel Einhorn der Kontre-Adnnral Recke einen Vortrag mit Lichtbildern halten über daS Thema:Welche Bedeutung haben die Panzerkreuzer für die deutsche Flotte im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse?" Da in keinem Augenblick die Flottensrage eine bedeutendere Rolle gespielt hat wie. eben, so dürfte dem Vortrage eines unserer befähigsten Seeoffiziere von der Gießener Bürgerschaft geiviß großes Interesse entgegen­gebracht werden.

"Von den Wandernden. In der Herberge zur Heimat kehrten int September 262 Wanderer gegen Arbeits­leistung (int gleichen Monat 1910 347) und 858 Gäste gegen Bezahlung (538) ein. Tie Gesamtzahl der Gäste betrug demnach im September 1120 (885). Im 3. Vierteljahr stellt sich die Benutzung der Herberge: 691 Gäste gegen Arbeit <1661), 2140 Selbstzahler (1821), im ganzen 2831 Gäste (3518). Ter Rückgang ist demnach nur bei den ärmsten zu ver­zeichnen, da die Selbstzahler sogar eine Vermehrung gegen das Vorjahr zu verzeichnen haben. Im Arbeits­nachweis der Herberge waren int September 146 offene Stellen gemeldet und zivar 62 auswärts und 84 in Gießen: Besetzt konnten tverden 125 Stellen, 41 nach auswärts und 84 in Gießen. Gesucht waren 52 Handwerker und 94 Ar­beiter. Vock den untergebrachten Arbeitskräften fanden 18 Stellung durch die Nachweise in Wetzlar, Herborn und Friedberg.

** Preußische Klassen-Lottcrie. Tie Lose der 4. Klasse müssen unter Vorlegung der, Lose der 3. Klasse bis zum 9. Oktober, abends 6 Uhr, eiugelöst sein. Auch müssen die Freilose, gegen Rückgabe der Gewinitlose, bis zu obigem Termin eingelöst sein.

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Ausland.

Wie aus Paris gemeldet wird, drangen am Donnerstag früh 7 00 Monarchisten unter Eontacho in den p o r t u g i e s i i d) e n Bezirk Braganze ein und besetzten mehrere Ortschaften. Zweitaufcttd Mann sind dort versammelt und er­warten dort eine andere Kolonne unter Eonceiro, die von ^erin cinmarschierett soll.

Der russische F i n a n z m i n i st e r brachte tn der Reichs duma eindn Gesetzentwurf ein, nach welchem ihm anheimgestellt werden soll, die minimalftcn und äußersten Gewichtsnormen für den A n S l a n d s e x p o r t b e ft i nt m t c n Sandzuckers und Zuckcrraffinade festzustellen, um der russischen Ausfuhr vor­zugsweise nach der Türkei und Bulgarien zu verstärken und den Wettbewerb mit dem österreichischen Zucker zu erleichtern und die Normen des Konventionalcxportes in vollem Maße ans- zunützen.

Aus Stockholm wird gemeldet: Der Vorsitzende der liberalen Partei, Staaff, hat heute dem König folgende Liste für das neu z u bildende M i n i ft e r t u m vorgelegt: Vorsitz Staaff, Auswärtiges Graf Ehrens v aerd, Krtegs- mimster Tr. Bergstrocm, Marine Jakob Larsson, Justiz S a n d st r o e m , Inneres Schotte, Finanzen A d e l s v a e r d, Kirchenwefen Tr. FridtiM) Berg, Landwirtschaft Alfred Pe- tersson, Minister ohne Porteicuille Perron und «teu­ft r o e m. Ta die fozialdemokratifche Partei cs abgelehnt hat, sich in der Regierung vertreten zu lassen, gehören die vorgcschlagcnen Minister ausschließlich der liberalen Partei an. Schotte, Vcrgstrocm und Berg waren bereits im erften Kabinett im Jahre 1905.

Dem Reuter - Bureau wird von den Missionaren aus Tschengtu gemeldet: Tie Gesamtzahl der bei den Kämpfen um Tschengtu Getöteten wird bisher auf zehn­tausend geschätzt. Unter den Gefallenen befinden sich zwei­tausend Soldaten, die übrigen sind Aufständische. In den um­liegenden Bezirltn sind taufende von Menschen obdachlos. Viele begingen aus Verzweiflung Selbstmord. Tschengtu selbst ist ruhig, aber die Aufrührer, die 10 000 Mann stark find, haben sichrere Städte südwestlich von Tschengtu besetzt, wovon Truppen gegen sie abgegangen find.

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Telephon

Krcis Lauterbach.

4 Lauterbach, 6. Okt. Tic hiesige Bezirks spar- lasse hat auch in diesem Jahre wieder einen cmsehnlickfcn Betrag zu w o h 11 ä t i g en und gemeinnützigen Zwecke n ge- Ipendet. Bei der Hauptversammlung wurden im ganzen 23/4 Mark zu diesen Zwecken bewilligt rind zwar: der Webschnle hier 250 Mark, der Handwerkerfchule daselbst 534 Mark, der /Handels­schule daselbst 100 Mark, dem landwirtschaftlichen Bezirksverein 200 Mark, der Heilanstalt für Kranke hier 400 Mark, dem Vogels­berger Hohenilub daselbst 200 Mark, den Kriegervereinen des Bezirks 200 Mark, dein Turnverein hier 100 Mart, dem Früh- stucksfonds für die Volksschule hier 100 Mark, der Pfennigspar- kaise daselbst 40 Mark, für Tienstbotenprämien 200 Mark, dem Tialow seuhaus Elifabethenftist in Darmstadt 50 Mark. Nach dem vorliegenden Rechenschaftsbericht ist der Umsatz der Kasse int Rechnungsjahr 1910 um 40 Prozent gegen das Vorfahr ge­stiegen. Tie neuen Einlagert betrugen 392 946 MPck gegen 342 884 Mark im Vorjahre. Tie Gesamteinlagen betrugen am Schlüsse des Rechnungsjahres 2 206 422 Mark. Ausgeliehen wur­den im Rechnungsjahre 1910: 396 730 Mark gegen 268113 Mark im Vorjahre. Die Gcfamtausleihcn betrugen Eitdc 1910 2 286 988 Mark.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. M., 6. Okt Tie Erweiterung des H a u p t b a l) n h o f e s wird die Stadt 1126 000 Mk. kosten. Ta die Eisenbayndirektion nur die zurzeit bestehen­den Straßcnübergänge unterführen will, soll, wie im Sonderausschüsse der Stadtverordnetenversammlung be­schlossen wurde, die Legung des Industriegeleises tn der Waldstraße mit dem Anschluß an den städtischen Schlacht- Hof auf städtische Kosten ausgeführt werden, die 500 000 Akk. betragen. Ferner soll auf Kosten der Stadt die Karlstraße unterführt werden, deren Herstellung auf 80 000 Mk. zu stehen kommt. Außerdem soll die Grenzstraßenunterführung verbreitet werden, die 16000 Mk. Kosten verursacht, und schließlich die Unterführung der MittelfeeftraßeSenefelder Straße mit 150 000 Mk. Kosten und die Fußwegunterführung der Luifenstraße mit einem Kostenaufwand von 80 C00 Mt. ausgeführt werden. Zu diesen der Stadt durch diese Unter­führungen entstehenden Kosten 'kommt noch der von der Eifenbal'ndircltion geforderte Zuschuß zu der Bahnhoss- anlage in Höhe von 300000 Mk., so daß die der Stadt entstehenden Gesamtkosten auf 1126 000 Mk. zu stehen lom-

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161. Jahrgang

Giehener Anzeige

General-Anzeiger für Vberheffen

Die nach- A0r7fC* sind am Sonntag, den 8. Okt. stehenden Xlvl ZjIV von 12 Uhr miitaxs bis U LUr nacu: nur für dringende Fälle sicher auzulreifen: D 7/10

Dr. MeyerbofF, Süd-Anlage (Neubau Nicolaus).

Dr. Steinreich, Neuen Bäue 22.

Markte.

Gieße«, 7. Cft. Marktb cr i cht. Ans heutigem Wochen markte kostete: Butter pr. Pfd. 1,301.40 Mk, Hühnereier 1 2t. 910 Psg^ Käse pr. St. 68 Psg., Käsematte pr. St. 56 '1 sg., Tauben pr Pr. 0,801,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hahnen pr. Stück 0,801,80 Alk., Enten pr. St. 1,80-2/20 Mk., Gänse das Psd. 6870 Pig., Ochsenfleisch pr. Pid. 8290 Pig» Jünbfleifd) pr. Psnnd 8486 Psg., Kuhfleisch 70 Psg., Cchioeme- sleisch pr. Psnnd 7090 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 7478 Psg., oannnelfleisch pr. Pid. 6080 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,u0 bis 8.60 Alk., Weißkraut das Stück 15 bis 30 Psg., Zwiebeln per

10,0012,00 Mk., Milch das t'iter 22 Psg., 'Jlep.cl per 8 bis 15 Psg., Slüsse 100 Stück 5000 Psg., ver ;,ir. 000 Bohnen per Psd. 2540 Psg, Gurken 100 Stück 2,003,50 Birnen das Psnnd 1020 Psg., Zwetschen der Ztr. 8-10

Aus Stadt und Land.

Gteuen, 7. Oktober 1911.

" Kunstverein. Tie Gemäldc-Ansstellnng im Turm­haus am Brand wird in ungefähr 10 Tagen wieder geöffnet und bringt als Eröffnnngs-'Ansslellnng KoUcktioncn von Prof. R. v. Hang, Otto Inng-Stnttgart, Robert Riemerschmied, Fran Easper-Filser-Rtünchen, Anna Beyer-Tarmsladt und von D. Motto-Genna.

Ter Vorstand der Genossenschaftskasse für Kommu nalf orslwa rte besteht für die Rechnungsjahre 19111915 einschließlich aus dem Bürgermeister 9luß in GernLhciui, dem Bürgermeister Alles m Nieder - Florstadt, dem Bürgermeister Unkelhänser in Budenheim, ein jeder von dem zuständigen Provmzialtag der Provinz ans der Zahl der OctSvorstandsniitglieder der mit Waldbefitz beteiligten Ge­meinden gewählt; dem Gntsbesitzer Ioh. Schwöbel II. in Hnttenthal, vom Minisieriunt des Innern ans dec Zahl der

men. Von der von der Stadt gewünschten Unterführung der Sprendlinger Straße wurde Abstand genommen, weil die Eisenbahuoircktion der Stadt insofern ein Enigegen- kommen bringt, daß sie im Zuge der Bismarckstraße yuiftneii Sprendlinger und Tulpenhof Straße ein Stück fiSkalijmen Geländes abtreten will, das für die Stadt^bei der Enveite rung des Straßenbahnnetzes nach dem Süden der Stadt von großem Vorteil fein wird. Auf nächsten Dienstag ist eine dringende Stadtverordnetensitzung cinbcrufcn, die *ür die Bahnhossfrage bestimmt ist.

Kreis Wetzlar.

w. W c tz l a r, 5. Okt. Au dem Ausbau des Bahuhof. : Wetzlar wird schon seit Jahren gearbeitet. Während der große Raugicrbahnhof sich in der Richtung nach Garbcnheim ausdehnt, gibt es auf dem Perfoneubahuhof uoch beben lende Schwierigkeiten zu überwindeu. Tie Nähe der Siadl unb bic Buberusschen Werke gestatten keine weitere^ An: - dehnnng, bazu führt die belebte Hermaunsleiner Strafe über die Schienengleise. Tie Firma Wayß L Freytag auS Franlbach hat zurzeit an dieser Stelle eine Ueberführuug in Angriff genommen, bei der Hunderte fleißige Arbeiter während der Wintermonate eine lohnende Beschäftigung iuben.

X Atzbach, 6. Okt. Hier besteht die Absicht, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Im Kreise Wetzlar bestehen bis jetzt freiwillige Wehren in Braunfels, Ehrings- Hausen, Leun, Wißmar und Wetzlar. Sie sind dem Feuerwehr- verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden angeglicdert.

= Vetzberg, 5. Okt. Unsere so lang ersehnte Wasser­leitung wird in 14 Tagen fertig gestellt unb dem Betrieb übergeben werden. Bei der Legung der Rohrleitung im Ort ii die Befürchtung, daß mßn auf Fellen stoßen würde, ohne Grund ßt-roefen. Teilweise hat man das Rohrnetz ui auf gefülltem, gutem Baden und teilweife in verwittertem Basalt betten können. Es ist bekannt, daß der Südabhaug des Burgberges aus sehr frucht barem Land begeht. Unserer Bevölkerung hat bisher nur Wüster gefehlt, um in den Gärten reichlich Gemüse zu ziehen. Ta jetzt Wasser in Hülle und Fülle vorhanden ist, wird zweifellos der Gemüsebau eine Quelle des Wohlstandes unserer Bevölkerung werden. Bei einigem Fleiß wird es bei ^ber sonnigen geschützten Lage unserer Gärten lohnend werden, Frühgemüse anzubaueu, da dafür in dem nahen Gießen und Wetzlar stets gute Ab vorüarüren ist. Tic bei den Arbeiten für die Wasserleitung g« sundenen Gegenstände sind von dem Konservator des Ober- hessischen Geschichtsvcreins Tr. Kramer besichtigt worden. Nach dessen Urteil ist nichts darunter, was aus der Zeit vor oem 12. Jahrhundert stammen könnte. Tic Funde decken sich übrigens mit denen bic aus dem Gleiberg gemacht wurden unb jetzt dort ausgestellt sind.

Höchste Tempercuuc am 5.

Niedrigste . 5.

Nlederjchlag: 0,0 mm.

Vie Erhebung der portugiesischen Monarchisten.

äiifabou, 6. Cit. (1 Uhr nachts.- Hier geht das Gerüu-r, daß zahlreiche portugiesische Aeouar- chistcu die Grenzen bei Braganza überschritten unb meh­rere größere Ortschaften besetzt hätten.

Deutsches Ncich.

In der Sitzung des Bundesrat y am Mittwoch wurde der Vorlage, betreffenb die BetriebSvcrgüilsligllngcn für Brenne­reien aus Anlaß ber Futternot, der Vorlage, betreffend Fest­legung des Turchschnittsbrandcs der Brennereien für das Be- tricbsiahr 1911/12 unb der Bestimmung der ron der Vergällungs­pflicht befreiten Branntweinmenge zugcftimmt.

Ter frühere langjährige fPrüfident des königl. preußischen statiftifchcn Landesamls Tr. Emll Blenck ist nach längerem Leiden im 79. Lebensjahre gestorben.

Vom Stabtvorfland in Essen (Ruhr) wurde aus Anlaß der Teuerung beschlossen, für die Unterstützung der städtischen Be­amten unb Arbeiter 30 000 Mk. bereit zu stellen.

Tie Stadt Düsseldorf will mit den Fischhändlern eine Einkaufsgenossenschaft bilden, um einen billigen Fischverkauf zu crmöglickscn.

Okt.

1911

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