Ausgabe 
3.11.1911 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

161. Jahrgang

Nr. 259

Lrfchetni täglich mit Ausnabme des Sonntag!

unb oa:

Konventionen mit Deutschland uitb den übrigen Ländern, der Ibsen Verluste brachte. Erst 1903 wurden seine Werke, die in Dänemark erschienen, durch den Anschluß Dänemarks an die Berner Konvention dem Auslande gegenüber geschützt.

tag, 4. November te

Freitag, 5. November 19U

Rotarion-dnick und Verlag der Br üblichen UniversuälS - Buch- und StcmbrudcreL

31. Lange, Gießen.

TieGießener LamlliendlStter" werden dem , tl normet viermal wöchentlich beigelegt, das Kreiiblatl flr len Krell Gießen" zweimal wöchentlich. Die .^andwlrtschastllchen MV fragen" ertchemen monatlich jroeunoL

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3bjcns Einnahmen.

Henrik Ibsen gehört nicht Zu jenen weltfremden, nur im Gleich W Ideals lebenden Genies, die in allen praktischen Dingen des Lebens ewige Kinder bleiben und daher der irDiid/nt Not hils- los auSgelicserl sind. Von früh auf war vielmehr dem nordischen Dichter ein scharser Blick für alle Realitäten eigen, und als ein Erbteil der Kaujmannssamilie, der er entstammte, darf auch ein geschäftstüchtiger 2iiut angesehen werden. Dennoch sind auch ihm, der später so trefflich seine malmellen Vorteile zu ver- solgen wußte, die schweren Kümpfe ums tägliche Brot, die so oft das LoS des Poeten sind, nicht erspart geblieben. Lorbeerbaum und Bettelstab ivarcn eine Zeitlang die Symbole auch seines Schicksals. Tas läßt sich aus den Angaben eines vor kurzem er­schienenen Werkes über denMagus aus bcn£ 'Jiorbcn'' erkennen, das Johannes Mayrhofer unter dem TitelHenrik Ibsen, ein literarisches Charakterbild" bei Hermann Walther in Berlm veröffentlicht hat.

Daß es dem jungen Poeten in seinen Ansüngen recht schlecht ging, erhellt gleich aus dem ersten uns überlieferten Briefe an leinen Jugendfreund Ole Schulerud.Ebenso danke ich Dir vielmals", schreibt er da,für den Hosenstoff, ich hatte schon nicht n,ehr daraus gerechnet und geglaubt, dag er auch bei Dir in Vergessenheit geraten fei. Er ist mir jedoch sehr willkommen, da ich zurzeit gezwungen bin, io viel wie möglich zu sparen." Er wünscht sich nur, für sein erstes Drama, den Earilina, ein hübsches .Honorar einstreichen ait_ können, aber das Einstreichen halte gute Wege, denn der im Selbstverlag erscheinendeCalilina" sand erstreißenden Absatz als Makulatur". Auch ipater noch wurde es ihm schwer, seine Stücke anzubringen. 18ö7 such: er lürFrau Inger auf Oestrot", die er für sein bestes Stück hielt, einen Verleger.Verschaffe mir einen Verleger,' schreibt er an Botten-Hansen,die Bedingungen sind nur gleichgültig auf Honorar verzichte ich gern, wenn Du es nur zum Druck be- iördern kannst. . . Lieber Freund! Zeig mir, daß Du mir helfen willst ich gebe Dir Hals- und Hand«chr überFrau Inger' . Press' einen Verleger so lange, bis er nachgibl!"

Aus lange hin mutzte er sein Dichten noch als eine brotlose «unit betreiben und war zum Leben auf Unterstützungen durch ifißAnDrrcL'9id,e Regierung angewiesen. Sein erstes Gesuch von ,0 blieb erfolglos: mehr Glück hatte er ib62 und 1863 bei >:m arodewischen Kollegium der Universitär Christiania, von dem er

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejsen

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sie sich nicht auf meteorologische Beobachtungen, sondern auf botanisch-biologische. Das Klima kommt in seiner Wirkung zur Veranschaulichung Weil die Karte über das phänologisch-klimatische Verhalten der einzelnen Ge­biete unterrichtet, deshalb kann der Landwirt aus ihr Ruhen ziehen. Sie gibt ihm zum Beispiel Anhaltspunkte darüber welche Lrte sich zum etwaigen Anbau einer neuen Sorte eignen, die für warmes, günstiges Klima empfohlen wird, und welche Lrte für piche Sorten in Frage kommen, die für rauhere, ungünstigere Gegenden vorgeschlagen wer den; die Niederschlagsverhältnisse muß er natürlich mit berücksichtigest.

Im Obstbau hat die Phänologie bereits wiederholt VeNvendung gesunden. In dem im Zähre 1907 erschienenen Lbstsortiment für den Regierungsbezirk Wiesbaden" ist das Gebiet nach der Ihneschen Karte des Frühlingseinzugs in Mitteleuropa (Petermanns Mitteil. 1905) in phänvlo- gisch-klimatische Zonen abgeteilt. Es sind bestimmte Sorten empfohlen, und bei jeder ist angegeben, für welche Zone ihr Anbau zu entpsehlen ist. Je nach seinem Wohnort kann der Landwirt also sehen, welche Sorten bei etwaiger An- Pflanzung zu wählen sind. In ähnlicher Weise ist zurzeit für die Provinz O b e r h e f s e n ein Lbstsortiment in Arbeit, bei dem in gleicher Weise verfahren wird; selbstverständlich findet außer dem Klima auch der Boden Berücksichtigung.

Die Untersuchungen Ihnes sind als neuntes Heft der Arbeiten der Landwirtschaftskammer für das Großherzog- tum Hessen erschienen unter dem Titel:Phänologische Karte des Frühlingseinzuges im Großherzogium Hcffen. Mit ausführlicher Erläuterung und mit Behandlung eini­ger Beziehungen zwischen Phänologie, Landwirtschaft und Lbstbau." Mit sieben Karten. Tie Arbeit des Professors Dr. Ihne, der auf dem Gebiete der Phänologie Autorität ist, zeugt von großem Fleiß und gründlicher Sachkenntnis. Die Untersuchungen sind durchaus originell und geeignet, der Wissenschaft, und insbesondere dem landwirtschaftlichen Anbau, neue Ziele und Wege zu weisen.

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für Reisen HO und 100 Speziestaler erhielt. Auf eine Eingabe an den König von 1863 erhielt ec bann ein Reisestipendium von 400 Spezieslalern. Er hatte damals 500 Taler Schulden und trug sich mit dem Gedanken, nach Dänemark auszuwandern,da ich bis jetzt hierzulande keinerlei Aussicht auf Verbesserung meiner Lebenslage habe". 1858 hatte er geheiratet, 1859 war ihm em Sohn geboren worden, und die Gabe des Königs rettete ihn aus bringeitber Not. Mit dem Reisestipeudium ging er nun nach Rom, wohin er im folgenden Jahre Frau unb Kind nachlammen ließ. Auch in Rom war er nicht selten auf Geldlechen angewiesen. Tas Budget meiner nwnatlichen Ausgaben," heißt es in einem Brief an Björnson,beträgt 40 Scudi, und um meine Ausgaben vom 1. LUoder bis zur Antunst der Rimesse (16. Oktober» zu be­streiten. hatte ich borgen müssen." Und dann roieber:Von der Zeit kurz vor Weihnachten, bis wieder ein Brief von Dir kommt, muß ich auf Borg leben/

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Durch die tatkräftige Hilfe Björnsons erhielt er noch einige andere Stipendien, so 1866 100 Taler von der NorwegnÄen Gesellschaft der Wiffenschanen in Tromhenn. 1866 wurde ihm auf eine Eingabe an Den König hin von der Norwegischen Regie­rung eine jährliche Gage von 400 Speziestalem beroüligt, um ihmdadurch die Möglichkeit zu schaffen, ausschließlich seinem Beruf als Dichter leben zu lörmen". Auch seine schri'l!tetleri>cheu Einkünfte wurden von mm an reichlicher: die Zeit der Not war endgültig überwunden. Sein dömscher Verleger Frederik Heget erwres sich ihm in allen Geldverhaltnissen als freigebig und ge­fällig: Ibsen erhielt von ihm sogleich Vorschüsse unb bezog von ihm ansehnliche Honorare, die er wieder in geschickter Weise an- zulegen wußte. Schon 1875 erfahren wir, daß er für 1500 Taler Aktien bei derBergener .Hrebitbanf" und dem Passagicrdampscr Dronnrngen" zeichnete, 1880 beauftragte er Hegel, ihm für 4000 Kronenichwcdiscbc Staatsobligationen oder äbnlicyc Pa­piere" zu kaufen: 1882 erteilt er weitere derartige Aufträge über 5000 und 4000 Kronen. So war denn eine feste Grundlage für sein Vermögen geschaffen. Trotzdem mußte er noch 1884 Btörnwn

Seinen niait genug zum Leben besitzen nmroe. _ Ter Gründ darür, t>Gti seine Werte auß) nach den ersten großen Erfolgen feint l)eoeure::i-cn Erträge abwarien, ist darin zu suchen, Daß feine Dranren in Skandinavien ohne Honorar gcipielt rvcrdcn tonnten , g.zahtt wurde.., ganz im Ermej en der .er. _u^u tarn -xt ..cangel an literarischen

unb verstümmelten unb mörderische OK'fchosfe unter sie warfen. Die KriegSkorrefpondenien geniesten volle Bewegungsfreiheit.

Rom, 2. Niw. (tu i Uhr abends.^ Ageuzia Stefauis erklärt: Einige Blätter brachten Nachrichten über m ä in p f e, die am 30. unb 31. Lktober bei Tripolis statt- gefunden haben sollen, von denen die italienische Re­gierung der Presse keine Mitteilung gemacht habe. Diese Behauptungen entbehren jeder Begründung. Auster was offiziell durch Vermittelung derAgcnzia Stefani" mit- geteilt wurde, ist biö jetzt keine andere Nachricht von Kämpfen unb Scharmützeln vom Gencralkommanbv in Tri­polis eingetroffen.

Tie Lage in Tripoli?.

Berlin, 3. Nov. DerB'rl. Lokalanz." meldet aus London: Der Korrespondent derExchange Telegraph? Eompanh" telegraphiert heute aus Tripolis: In den Vorstädten wird überall geplündert.^ Die äußeren positiven Forts sind von den Italienern im Stiche gelassen. Weitere vereinzelte Cho Icrafällc fanden statt

AnS Konstantinopel.

Konstantinopel, 2 Nov. Im Kriegsministerlun, sind gestern unb heute keine Depeschen a u 3 Tri­polis eingelaufen. Vom Ministerium bes Acustern wirb bestätigt, bast alle befestigten Positionen außerhalb bet Stabt Tripolis eingenommen finb.

Konstantinopel, 2. Nov. Die Pforte veriffsent- licht ein Zirkular des Ministeriums des Innern, in dein genaue Instruktionen darüber gegeben werden, wie alle bisher nur von den Lltomancn gezahlten Steuern und Abgaben auf die Italiener angewendet lucrbeti sotten. Tie türkischen Behörden sotten die italienischen Unternehmuitgen wie ottomanische bei;anbchi unb al.e M.- nahmen, die zur Sicherung der Steuerzahlung für di. L.to- manen in Kraft sind, auch auf die Italiener anwenden. Hiernach ist zum Beispiel der Verkank von Gütern ohne Intervention der deutschen Konsuln zugelassen.

Tie italienische Flotte in den türkischen Gewässern?

Malta, 2. Nov. Hier ist eine Nachricht eingegangen, dast alle italienischen Kriegsschiffe Tripolis verlassen hätten, um, wie vermutet wird, in die t ü r k i - scheu Gewässer zu gehen.

Ein Gefecht bei Ben-Chasi.

Berlin, 3. Nov. DasBerl. Tagcbl." meldet ans Konstantinopel: Bei Ben-Ghasi stießen die von dem Abgeordneten Jussuf Schetmann-Bey befehligten Freiwil­ligen auf italienische Abteilungen unb warfen diese energisch zurück. Die Italiener flüchteten ans Ge­stade unb ließen viele Tote, eine Mitraillense und große Mengen Munition zurück.

Weitere Anfragen im englischen Unterhanfe.

London, 2. Nov. In der heutigen Sitzung des Unterhauses wurde eine Reihe von Fragen an den Staatssekretär des Aeußern Sir Edward Grey bezüglich der Ereignisse in Tripolis gerichtet. U. a. fragte Leach den Staatssekretär, ob er den Einfluß Großbritanniens benutzen würde, nm der Tötung der arabischen Männer, Frauen und Kinder ein Ende zu bereiten. Grey erwiderte: Die mttitärischen Lperationen der italie­nischen Regierung in Tripolis sind Angelegenheiten, in die sich die britische Regierung nichteinmischen kann. Jede andere Haltung würde mit der Neutralitätöertlä- rung, die wir abgegeben haben, unerträglich sein. Ich erfahre, daß die in Frage stehende Meldung von der höchsten Autorität in Abrede gestellt worden ist. Ich muß auf das ernstlichste bedauern, daß die Anfragen in einer Form gestellt werden, die für andere Länder verletzend sein muy.

In Erwiderung auf eine andere Frage sagte Grey: Die erste Andeutung einer Absicht, Tripolis zu besetzen, war die Notifizierung der Kriegserklärung vom 30. Sep­tember. Wir gaben sofort die Absicht kund, die Neutrali­tätserklärung zu erlassen. David Mason (Uniomjt) fragte

Landwirtschaft und Phänologie.

Regierungsrat K n ö p f e l in Darmstadt, der Vorsitzende btr Zentralstelle für die Lanbesstatistik, veröffentlicht in derTarrnst. Ztg." folgende interessante Ausführungen:

Es ist bekannt, daß das Pflanzenleben abhängig ist von vielen äußeren Faktoren, vor allem von Klima unb Bobcn. ES wäre nun für Wissenschaft und Praxis von höchster Bedeutung, Landkarten zu eGalten, au5 denen man ersehen könnte, welche Gegenden für oen Anbau bestimmter Pflanzen befo»iders günstig sind und welche sich weniger dafür eignen. Es ist aber kaum möglich, etwa den Ein­fluß von Bodenbefchaffenhcit, Temperatur, Sonnenschein, Niederschlagsmenge usw. auf den Pslanzenwuchs zahlen­mäßig festzustellen. Hier seht nun die Phänologie ein, die Wissenschaft, die sich mit der Feststellung der wich­tigsten Entwicklungsstufen des jährlichen Pflanzcnlebens beschäftigt und hieraus Gesetzmäßigkeiten ablcitct. Sie be­obachtet unter anderem die Aufblühzeiten der Pflanzen und stcttt für möglichst viele Lrte eipes Gebietes den Fruh- lingseinzug fest, das heißt, sie ermittelt das durchschnitt­liche Datum, an dem bestimmte, allgemein verbreitete Pflan­zen, in bereit Aufblühen sich eben ber Frühling kunbgibt, aufblühen. Tie Gegenden, in denen diese Pflanzen (z. B. Johannisbeere, Schlehe, Apfel, Birne, Kirsche, Roßkastanie, Vlägeldten, Goldregen, Weißdorn) am frühesten im Jahre zur Blüte kommen, bilden die erste Zone, während die Lrte mit spätester Ausblnhzeit zur letzten Zone gerechnet werden. Teilt man auf diese Weise ein Land in mehrere Zonen, so erhält man eine phänologische Karte. Eine solche d e s G r o ß h e r z o g t n m s H e s s e n hatte Pro­fessor Dr. Ihne bereits im Jahre 1905 veröffentlicht. Die einzelnen Zonen, jede zu sieben Tagen, waren durch verschiedene Farben gekennzeichnet. Tie^e Karte, die auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Mainz im Jahre 1905 bei der Prämiierung des Lbftes eine wichtige An­wendung fand, hat nun ihr Verfasser auf Grund fort­gesetzter zahlreicher Beobachtungen neu bearbeitet und ver­liest. Jede Zone umfaßt jetzt nur vier Tage, so baß die Karte acht verschiebene Zeiten zeigt. Daburch ist das Land viel eingehender gegliedert. Der ersten günstigsten Zone gehören an die gesegnete Bergstraße, sowie die Stabtgebicte Mainz unb Worms. Für bie achte u n g ü n ft i g ft e Zone kommt nur ber ober ft c Vogelsberg in Befrackt, also besonbers die Gegenb von Herchenhain unb Reogeshain.

Wenn diese phänologische Karte auch nur eine Seite des Pflanzenlebens, numlich bas Aufblühen von Frub- lingSpilau.'.i'ii, zum AuSbruck bringt, fo darf man boch nicht annehmcn, baß nur in bem frühen Süifbliiljen allein ber Wert einer Zone liegt. Es ist vielmehr so, baß bie frühere ober spätere Blütenentfaltung ber Zonen einen Maßstab bafür gibt, baß biefe Zonen überhaupt klimatisch günstiger ober ungünstiger daran sind. Die Zonen gestatten dem­nach einen Rückschluß aus das ganze Pslanzenleben.

Professor Dr. Ihne hat sich deshalb nicht damit begnügt, nur fine phänologische Karte des Frühlingscinzuges im Großherzogtum Hessen herzustetten, sondern er hat weiter untersucht, ob sich ein Zusammenhang zwischen bem phänologisch- klimatischen Verhalten unb bem Anbau gewisser Nutzpflanzen nach­weisen läßt. Zu bieieni Zweck hat ber Verfass er Karten entworfen, welche bie Verbreitung von Wein, Tabak, Apri- kose und Pfirsich, Walnuß und Zuckerrübe, für jede einzelne Gemarkung des Landes barstellen, unb auf benen auch bie phunologffchcn Zonen eingezeicknct finb. Es ergibt sich, daß sich ber Anbau biefer Gewächse mit verschiedenen Zonen deckt. So liegen von den sämtlichen Wcinbergslächen Hessens 98 Prozen,. in Zone 1 unb ll, von sämtlicher Zuckcrrüben-Anbaujläche 99 Prozent in Zone I, II unb III. Ter Verfasser folgert daraus, baß wesentlich nur in diesen Zonen die betreffenden Gewächse die ihnen zusagenden Be­dingungen finden, und baß Anbau in späteren, ungün­stigeren Zonen wohl wenig Erfolg versprechen bürste. Gexabe durch solche BeobamMngcn zeigt sich, baß bie phä- nologische Karte jincf) eine Klimakarte ist. 9hir gründet

Der italienisch-türkise Krieg.

Die Türken wiebcrholen immer noch ihre Angriffe auf bie italienischen Stellungen. Tic amtliche Ageuzia Stefani ereifert sich auch heute wieder über die arabischen Rebellen" und sucht die Italiener von den durch sie ver­übten Gräueltaten reinzmoafchen, bie neuerdings auch von französischen Blättern bestätigt werden. Und int englischen Unterhause sind die Ausschreitungen der Italiener gegen wehrlose Menschen gestern gleichfalls erörtert worden.

Ein neuer türkischer Angriff.

Trip olis, 2. Nov. (Ageuzia Stefani.) Gegen 5 Uhr früh unternahm die feindliche Artillerie etliche erfolglose AngriffeausdieitalienischenLinienimSüb- o ft ciL Um 8 Uhr hörte das Feuer auf. Bis 9y2 Uhr vor­mittags ist kein Anzeichen einer Tätigkeit des Feindes wahr- genommen worden.

Weiter meldet das amtliche italienische Bureau: Gestern abend gegen 5 Uhr zeigten sich bie Türken auf der Ber- teibigungdlinie des italienischen 82. Regiments, zogen sich aber sofort zurück, ohne den Italienern Verluste beigebracht zu haben. Der PanzerkreuzerCarlo Alberto", von bem aus baü> bie Stellung ber türkischen Artillerie erkannt würbe, zwang sie durch ein Bombardement zum Schweigen. Heute morgen eröffneten die Türken ein Feuer aufbieitalienischeStellungbeiSidi Messri, bas wirkungslos blieb, da die Granaten nicht explodierten Tie italienischen Gesästitze brachten das Feuer zum Still­stand. Nach Versicherungen aus guter Quelle fehlen den Arabern Lebensrnittel unb Munition Bei den Vorposten würbe ein Eingeborener aus Fczzan verhaftet, ber den heiligen Krieg geprebigt haben sott. Entgegen den tenbenzio,en Gerüchten, baß gegen die arabi fchen Re­bellen Repressivmatzregeln ergriffen worden seien, muß sestgestettt werben, baß nach dem Mfftanb nur Ver­räter unb Waffenträger erschossen würben. Im Gegenteil waren es bie Türken, bie gegen die Angehörigen des Roteir Kreuzes Grausamkeiten verübten, sie verletzten

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4 Millionen Mark. 122 Millionen Mit irch: Chr. lall rstr.14., Kaiserin

Die Neuordnung der Petersburger Ere­mitage. Der Direktor der Kaiserlich russischen Kunstsamm­lungen, Graf Iwan Tolstoi, hat kürzlich eine Neuordnung der Schätze der Eremitage 6ecni>et, in der die unvergleichlichen Neichrümcr dieser Sammlung mehr zur Geltung kommen. Unter den Gegenständen, die besonders auffallen, beünden sich zwei ko st bare Bronzevasen von Goulhiöre, die einst das Schlaf­zimmer der Marie Antoinette schmückten. Neben herrlichen micü nodün, die früher Potemkin und Suwarow gehörten, erregt beson­deres Jnieresse ein ganz einzigartiges P o r z e l l a n g e s ch i r r von 1700 Stück, die alle Selten betten sind und in Vermeil von Th. Germalil ausgeiührt wurden. Jeder Teller dieses Geschirres wird auf einen Wert yon über 6000 Mark geschätzt.

DerScheniclewirl. x.<t dritten Nummer des bereits erwähnten Feübtallcs zur Einweihung des neuen Kottegienhauics zu Freiburg entnehmen wir die folgende Anekdote: Ter Schrnkele- wirt in Ebnet war berühmt wegen ieiner originellen Grobheit, stein Wunder also, daß auch Fremde gern ihn auffuchtcn und eine Probe davon zu hören hofften. Kam da auch einil ein Nord­deutsch er mW kchrie bei ihm ein, in der sicheren Erwartung, was ganz besonderes zu erleben. Aber alles verlief so glatt und ruhig, wie wenn er beim höslichsten Dorswirt eingekehrt wäre. Ter Fremde verwunderte lieb, und als er weggmg, konnte er es nicht untcrloiien, dem Sdrntelewirt sein Erßaunen darüber aus^r drücken:Nun habe ich immer g.bürt, Sie seien em so grober il'iann, unc mir Huben Sie gar kein grobes Wort gejagt."Io naiierli," sagte ber Schcnkelewirt. verächtlich lachend,m'r wird glri jedem herg'lau'ere Kerli ä Grobheit mache!" Sprachs und ti-tz den Fremden stehen. Ter beklagte sich jetzt nicht m:hr.

Äinbermunb. KätHi ging mit ihren sieb.'n Schwestern und ihrer Mutter spazieren ^ic gingen zwei und zwei, in Reih prach Kätyi an und fragte, ob dies ein 1-cn u-nat fei.Nein," jagte Käthi sehr stolz,das in alles Privateigenlum." Man diniert dem zwölijährigen Helmm: -Laniour est uue passit n 6pb6mercu. Er schreibt: ^Lawour eat iiue passioa et fait mere/

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