Ausgabe 
30.3.1911 Erstes Blatt
 
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Dr. Wilh. Pinder zu Darmstadt an Stelle des au3- schcidenden ordentlichen Professors der Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Professor Dr. Rudolf Kautzsch zu Mitgliedern des Denkmalrats widerruflich bis auf weiteres bestellt.

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* Der neu gewählte Neichstagsabg. Werner hat sich gestern nach Berlin begeben, um an Reichstagsverhandlungen teilzunehmen.

V o m Stadttheater wird uns geschrieben:

Jur die FreitagS-Abonnement-Auffuhrung vonHeimat" mit Frau Baumeister in der Titelrolle gibt sich lebhaftes Interesse

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kund, da die erste Aufführung des neu einstudierten Werkes ganz außerordentlichen Beifall gefunden hatte. Ganz be­sonders sei auf die Aufführung von SudermannsEs lebe das Leben" am kommenden Dienstag hingewiesen. Das Schauspiel ist gewissermaßen Novität für Gießen und wird zum Ehrenabend für Herrn Oberregifseur Hermann Bakof gegeben. Was hier Bakof als Regisseur wie als Darsteller geleistet hat, ist zu allgemein bekannt, als daß eS besonderer Betonung bedürfte, sind doch verschiedene seiner charakteristischen Gestalten noch in frischem Gedächtnis, so vor allem sein prächtiger, geradezu vorbildlicher Christoph Rott inGlaube und Heimat". Es bleibt sehr zu wünschen, daß durch ein volles HauS am Dienstag dem verdienten Künstler auch die äußere Anerkennung zuteil wird.

** Bettler und Land st reicher in Hessen. Im Jahre 1910 wurde infolge gerichtlicher Ueberweisung der Landes­behörde in 166 Fällen (71 in Starkenburg, 46 in Oberhessen, 49 in Rheinhessen) die Unterbringung in ein Arbeitshaus, in 6 Fällen die Verweisung aus dem Reichsgebiet verfügt. Im Arbeitshaus Dieburg wurden im Jahre 1910 186 Per­sonen untergebracht, ferner wurden 22 Personen angemeldet, aber nicht eingeliefert. In der Anstalt sind 220 Plätze zur Unter­bringung von Nachhaftgesangencn vorhanden, davon waren 178 am 31. Dezember 1910 besetzt. Die männlichen Sträflinge wurden mit Kokosmattenflechterei, Herstellung von Strohhülsen, Blech­waren, mit Holzkleinmachen, Schneider-, Schuhmacher-, Schreiner- und landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt; die weiblichen mit Handarbeiten, wie Stricken, Sticken, Nähen, Stopfen usw.

** Maßnahmen gegen die Maul- und Klauenseuche. Das hessische Ministerium des I n n e r n hat an die K r e i s ä m t e r folgendes Ausschreiben geschickt: Indem wir Ihnen mitteilen, daß bei einem auf dem Viehhof KU Frankfurt a. M. am 27. lf. Mts. ange- kaufteu und Tags darauf in Offenbach a. M. geschlachteten Ochsen die Maul- und Klauenseuche festgestellt wurde, weisen wir Sie unter Bezugnahme auf die Vorschriften unseres Amtsblattes Nr. 2. vom 17. Januar lf. Js. Ziffer I an, eine genaue Kontrolle über das von Schlachtviehhöfen kom­mende Vieh, auch wenn es zur Schlachtung bestimmt ist, anzuordnen und Sorge zu tragen, daß eine Berührung dieses Viehs mit Nutztieren vollständig aus­geschlossen wird. Wir ermächtigen Sie zur Durchfüh­rung der Kontrolle zu der Anordnung, daß jeder, der Tiere von Ort zu Ort bringt oder an der Bahn ausläd, mit einem Ausweis über die Herkunft der Tiere versehen sein muß. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Aufe- ring, Regierungsbez. Oberbayern, Augsburg (Schlacht­viehhof) und Tönning, Regierungsbezirk Schleswig.

Landkreis Gießen.

A Ettingshausen, 29. März. Unser Dorf soll am 1. April zum Amtsgericht Grünberg kommen. Einige Leute wollen nun eine Eingabe dagegen veranlassen, viele sind aber mit der Neueinrichtung ganz einverstanden. Nach Grünberg führt nämlich eine Eisenbahn und das 1*/, Stunde entfernte Laubach kann man nur zu Fuß oder mit dem Wagen erreichen. Trotzdem wollen manche Leute als ehe- nialige Solmser bei Laubach bleiben. In der Woche nach Ostern soll Bürg erm ei sie r wähl sein. Gegen das seit­herige Ortßoberhaupt H. Keil V. ist kein Gegenkandidat aus­gestellt.

Kreis Büdingen.

A» Büdingen, 29. März. Heute vormittag sand im Anstaltsaebäude die Schluß fei er der Gewerbe­schule Büdingen statt, zu der sich außer den Lehrern und Schülern u. a. als Vertreter der Stadt Bürgermeister Fendt, mehrere Gemeinderatsmitglieder, die Pfarrer beider christl. Konfessionen und Mitglieder des Gewerbevereins und sonstige Gäste eingefunden hatten. Im Namen des Aufsichtsrats begrüßte Schulrat Scherer-Büdingen die Anwesenden. Der Redner verbreitete sich über die neuzeit­lichen Aufgaben der Gewerbeschulen und den Stand des Gewerbes in früheren Zeiten; er betonte, daß heute die materielle Betätigung nicht genüge, auch die ideelle müsse zur Geltung kommen, die Kunst im Handwerk gepflegt wer- den, die Arbeit des Handwerks nicht nur nützlich, sondern auch praktisch und schön sein, und dazu seien die Handwerker- schulen nötig Es sei .Aufgabe der Behörden, die Volks­und Handwerkerschulen auszubcuicu. Ein mit praktischen und theoretischen Kenntnissen ausgerüsteter Handwerker finde immer sein Fortkommen, es herrsche Mangel an Mei­stern und Werkführern. Der Redner schloß mit der Hoff­nung, daß auch die staatlichen und städtischen Vertretungen der Schule ihr Interesse cntgegcnbringen. Als Vertreter der Zentralstelle für die Gewerbe beglückwünschte Geh. Re- gierungSrat N o a ck - Darmstadt Schulleitung und Schule für das, was sie geleistet. Er weist auf die guten Leistungen und den Geschmack früherer Zeiten hin und die Förderung der Liebe zur Heimat durch Erhaltung £er alten guten Beispiele, wodurch auch die Liebe zum Handwerk gepflegt werde. An die Schüler richtete er die Bitte, die Schute und die Lehrer in gutem Andenken zu behalten und später mitzuarbeieut an der Hebung des Handwerks. Leider stehen dem Staate die Mittel nicht in der gewünschten Höhe zur Hand und die Schule müsse zeigen, daß sie auch mit Weni­gem großes, leisten könne; er hoffe, daß alle Körperschaften kein Opfer scheuen, die Schule zu halten, denn sie bedeutet den Segen des Handwerks. Ter Redner dankt schließlich den Lehrern für ihre erfolgreiche Tätigkeit und ihr auf die Förderung des Handwerks gerichtetes Bestreben. Hauptlehrer Mockenhaupt bittet ebenfalls die Schüler, die Schule in gutem Airdenten zu behalten, wünscht ihnen Glück auf ihrem ferneren Lebenswege und empfiehlt denen, die die Sck)ule verlassen, fleißigen Besuch der Sonntags- zeicheuschule und rege Benutzung der reichhaltig ausgestatte­ten Bibliothek, er dankt ferner den erschienenen Herren für ihr Interesse an der Schule und bittet, ihr solches auch in

fachmannes darstellt.Tas berühmte Dreieck von Mann, Frau und Liebhaber hat sich überlebt", so meinte dieser Geschäftsmann,ich werde feine solchen Stücke mehr geben. Das Publikum verlangt nicht nach ihnen. Das Drama der Zukunft wird zwar die Trennung zwischen Mann und Frau behandeln, aber es wird nicht mehr der Liebhaber sein, der die Gatten einander entfremdet. Ein großes neues Motiv wird entdeckt werden. Das Theaterstück der Zu­kunft wird sich zwar noch mit der Liebe beschäftigen, aber nicht mehr mit dem Liebhaber. WaS das amerikanische Publikum verlangt und was ich suche, ist das menschliche Drama." Aber die Wünsche des Theaterdirektors sind nicht allein auf dieses etwas unbestimmt umrifsene Ziel gerich­tet.Ich habe zudem eine Vorliebe für Diebes st ücke und werde demnächst ein neues Werk dieser Art aufsühren lassen. Das Publikum interesfiert sich lebhaft für das Auf­treten des Diebes, für seine Entwickelung und seine Besse­rung durch die Liebe, ja, der allgemeine Geschmack", so schloß Frohman,hat in Amerika in den letzten sechs Mo­naten gewaltige Umwälzungen erfahren." Freilich nicht im Sinne einer Veredlung wie es scheint.

Ein neuer schöner Titel. Die allbekannten schönen bayerischen BezeichnungenOchsenmaulsalatfabri- kantenswitwe" undStarnbergerfeeoampfschif,ahrtSgesell- schaftsinspettor" haben einen Mitbewerber bekommen. Frau Lina Hornbach von Landau, die Inhaberin eines Dach- deckungs- und BlitzableitergeschästS, unterzog sich in Kaisers­lautern einemBlitzableiterlurse" (sehr schön! Die Red.). Sie hat bei der Prüfung die nötigen Fachkenntnisse bewiesen und führt als erste Dame den TitelStaatlich geprüfte Blitzableitersetzerin".

Kurze Nachrichten ausKun st u. Wissenschaft. In Kral au ist der üumtr,i|toritcr Hvirat Professor Dr. Marian von Sokolowski .im 72. Lebensjahre gestorben.

An» Stadt sind Land.

Gießen, 30. März 1911.

** Lehramtspersonalien. Der Großherzog hat den Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberreal­schule zu Gießen Professor Dr. Fritz Sommerlad auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen.

** Lelirerpersonalien. Ueb ertragen wurde der Lehrerin an der höheren Bürgerschule zu Lauterbach Auguste H o o s eine Lehrerinstelle an der höheren Bürger- (Madchen-) Schule zu Alsfeld. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Darm­stadt Pbil. Raab auf sein Nach such en, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste; die Lehrerin an der Volksschule zu Worms Elise Eich b erg auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste; die Lehrerin an der Volksschule zu Worms Kathinka Eich berg auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste. Erledigt eine mit einem isr. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneindeschule zu Gre­benau.

Denkmalrat. Mit Ermächtigung des Groß- herzogs wurden der ordentliche Professor der klassischen Archäologie an der LandeSunioecsität Professor Dr. Karl Watzing er zu Gießen an Stelle beS ordentlichen Professors der Kunstwissenschaft an der Landesuniversität Professor Dr. Bruno Sauer unb ber zum ordentlichen Professor der Kunst­geschichte an ber Technischen Hochschule ernannte Privatdozent

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fcnbtoefhühtb, aber sonst herrlichem Wetter statt. Die Luft- «)i{feT nahmen den Weg diesseits und jenseits der Eisenbahnlinie HamburgBremen. Wie von einem Fahrgast, des um 4 Uhr ßl Min. von Hamburg ab gegangenen Schnellzuges mitgeteilt tourte, holte die Flugmasckine den Schnellzug allmählich ein, Kreuzte bann die Bahn, begleitete den Zug eine Strecke weit und pcherholte ihn dann. Der Flug Hamburg-Bremen wurde in IVi Stunde gemacht. Die Luftschisfer erreichten damit eine Durch- schnittsgeschwindiareit von 92 ftuometept in der Stunde, lieber hie Weiterfahrt ist nichts bekannt.

Dieser Flug nach Hamburg ist der größte Ueberlanb- f(ug, ber bis jetzt nicht nur deutschen Offizieren, sondern Über­haupt deutschen Fliegern mit deutschen Maschinen gelungen ist. Die bisherigen Hauptleistungen unserer Osfizierflieger waren die Fluge von Döberitz nach Magdeburg und von Döberitz nach Küstrin, beide über etwa 100 Kilometer Land. Besonders bemerkenswert ist, daß der neue Flug mit einem Fahrgast und nur mit einer kleinen Zwischenlandung ausgeführt worden ist. Die mittlere Geschwindigkeit beträgt demnach etwa 70 Stundenkilometer. Die Schnelligkeit des Fluges kann durch die zwischen Hamburg und Berlin herrschende Luftströmung, die die Wetterkarte als von Ost nach West mit einem kleinen Strich nach Süd gerichtet angibt, nicht wesentlich günstig beeinflußt worden fein. Ohne die Belastung der Maschine durch den Mitfahrer wäre sie natürlich größer gewesen. Die Lust war fast ganz böenfrei.

Zrühjahrs-pserdemartt zu Eichen.

th. Gießen, 29. März.

Gestern blickte alles, was mit dem Pferdemarkt zu tun hatte, zum Himmel, der bedenllich nach Regen aussah. Als aber der Morgen anbrach, lachte die warme Sonne am blauen Himmel, wie es unsere Wetterwarte voraus gesagt halle. Es schien ein glänzender Markt werden zu sollen, aber es kam anders. Schon itanben die Tiere aus Oberhessen und den angrenzenden preußi­schen Gebietsteilen friedlich auf der Rodheimer Straße bei ein» einander, aber noch fehlte der Arzt, der die Besichtigung der Pferde vornehmen muß. Er war noch auf dem Schweinemarkt beschäftigt. Schon wurden die Rosse ungeduldig, daß die Eigen­tümer ihre Last hatten, unter den Tieren Ordnung zu halten. Als bann bie Veterinarpolizei auf dem Plan erschien, verbot sie den Auftrieb der Pferde aus dem Kreise Friedberg, der Pro­vinz Hessen-Nassau, Rheinpreußen usw., weil in diesen Gebieten die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh herrscht. Ein Verhandeln zwischen Marktkomitee und Kreisamt wegen Zulas­sung ber betreffenben Pferbe hatte keinen Erfolg, weil ber Kreis- assistenzarzt erklärte, er könne bie .Verantwortung wegen ber Ansteckungsgefahr nicht übernehmen, unb so blieb es bei bem Verbot, durch bas ber Markt sehr beeinträchtigt würbe. Das Komitee für den Pferbemarkt verstaub sich aber zu helfen. Tie vom Markt ausgeschlossenen 5060 Pferbe würben auf einer bem Markt benachbarten stäbtischen Wiese ausgestellt unb auch prämiiert, so baß den Besitzern wenigstens kein Schaden entstand. Auf bem Markt befanben sich 250 Pferbe, darunter 22 Fohlen. Der Handel ging sehr langsam unb schleppenb und die Ver­käufer Hagten über knappen Verdienst unb die Käufer wegen ber hohen Preise, die sie anlegen mußten. In biete Klage stimmten auch bie Einkäufer für bie Verlosung lebhaft ein. Sie erklärten, daß es immer schwerer werbe, für bie vorgesehenen Beträge gutes Material zur Verlosung anzukaufen. Der Prämiierungsausschuß, bestehend aus ben Oekonomieräten Müller-Neuhofs, Hoffmann- Hosgüll, Gutspächter Ab. Bene-Altenberg, Oberstleutnant Henning- Gietzen unb Schlachthofsbirektor Mobbe-Gießen hatten bis gegen 2 Uhr nachmittags zu tun. Das Urteil des Ausschusses erging dahin, daß die von Händlern zur Prämiierung vorgeführten Pferde durchschntttlich nicht die Qualität erreichen, wie man sie früher gewöhnt war, daß dagegen die Züchter aus der Provinz wieder seit dem Herbst erhebliche Fortschritte gemacht haben. Oekonomierat Müller machte unfern Berichterstatter aus einen von Wilh. Weil-Langgöns gezüchteten 2jährigen Hengst aufmerk­sam, den er als ein Ideal bezeichnete. Er bemerkte, daß bei weiterer guter Entwicklung das Tier geeignet sei, für das Landes- geftüt angekauft zu werden. Die Prämiierung, bei der 2000 Mk. vergeben wurden, hatte folgendes Ergebnis. (Die Zahlen be­deuten die Preise, Ä ist Anerkennung, der Stern vor dem Preis bezeichnet einen Preis der Landwirtschaftskammer):

Reitpferde unter bem Reiter gezeigt: Ludw. Tasch-Atzbach (braune Stute) 2., Conrab Weitz IV.-Torf-Gull (S^var^schirnrnel, Stute) 2., Georg Dietrich-Langb (braune

Ä^agenschläge, paarweise zu prämiieren: Ed. Kaufmann-Nieder-Weisel (braune Wallache) 1., S. Michel-Gießen (dunkelbraune Stuten) 2., David Leopold-Frankfurt a. M. A.

Schwere Arbeitsschläge, paarwei)e au prämi­ieren: S. Michel-Gießen (braune Wallache) 1., Äug. Frens­dorf-Gießen (braune Stuten) 2., Simon Kaufmann-Nieder-Weisel (Füchse, Stute und Wallach) 3.

Leichte Arbeit S schlüge, paarweise zu prämi­ieren: S. Michel-Gießen (Füchse, Wallach und Stute) 1., Ed. Kaufmann-Nieder-Weisel (Rotschimmel, Wallache) 2., Ang. Frens­dorf-Gießen (braune Stuten) 3., derselbe (Goldfuchs-Stuten) 4., M, Bing-Lich (brauner Wallach unb Stute) A.

Schwer e Arbeits sch läge, einzeln zu prämi­ieren: August Frensdorf-Gießen (braune Stute) 1., Simon

Kaüfmann-Nieber-Weisel (Fuchsstute) 2., Ang. Frensborf-Gießen (Kohlfuchsstute) 3.

Leichte Arbeitsschläge, einzeln zu prämi­ieren: Simon Kaufmann-Nieber-Weisel (braune Stute) 1., (Rappenstute) 6., M. Bing-Lich (brauner Wallach) 2., August Frensdorf-Gießen (Fuchsstute) 3., (Kohlfuchsstute) 4., (Roth- schimmelstute) 5.-, Jakob Katz-Hungen (dunkelbrauner Wallach mit Stern) 4.:

Arbeits schlüge, einzeln zu prämiieren. Diese Pferbe müssen minbe)tens 6 Monate im Besitz von Landwirten sein, die dem Landespferdezuchtverein oder einem landwirtschaft­lichen Bezirksverein des Großherzogtums angehören. Otto Schmibt- Laubach (6jährige braune Stute) 1., C. I. Melchior-Butzbach (4jährige Rotschimmelstute) 2., Earl Hofmann-Wetterfeld (7jähr. Rotschimmelstute) 3., H. Köhler XXI.-Langsdorf) (5jährige braune Stute) 4., Aloysius-Dorn-Assenheim (7jährige Rotschimmel- stute) 5., Carl Schneiber-Eberstadt (5jährige Rotschimmel) 6., Hch Goerlach XI.-Eberstiadt (8jährige Fuchsstute mit Blässe) A.

Arbeitsschläge, paarweisezu prämiieren. Diese Pferde müssen minbestens 6 Monate im Besitz von Lanbwirten sein, bie bem Landespferdezuchtverein oder einem landwirtschaft­lichen Bezirksverein des Großherzogtums angehören. Bürger­meister Rompf-Langgöns (3- unb 4jährige braune Stute und Wallach) 1., Wilh. Klotz Vl.-Holzheim (6- und 8jährige braune Stuten) 2., Wilh. Goüiel-Pohlgöns (9- unb 3jährige braune Stute und Wallach) 3., Hch. Goerlach VIII.-Eberstabt (3- unb 9jährige braune Stuten) 4.

Dreijährige Fohlen, geboren 1908, Wagen­schläge: Hch. Bieker VI. -MiF.chen.heim (braune Stute) 1*, Louis Christ-Griebel (braune Stute) 2., Ph. Reitz-Weckesheim (braune Stute) 3., Joh. Faber X.-Leihgestern (brauner Wallach) 4., Bürgermeister Rompf-Langgöns (braune Stute) unb Conrab Schepp X.-Pohlgöns (Fuchsflute) je A.

Dreijährige Fohlen, geboren 19 08, Arbeits­schläge: I. C. Melchior-Butzbach (braune Stute) 1*, Moritz Müller-Oberhörgern (Fuchsstute) 2., Konr. Hch. Becker-Gambach (Fuchsstute) 3., Hch. Goerlach VIII.-Eberstabt (braune Stute) 4., Joh. Hch. Moß-Gambach (Fuchsstute), Aug. Schmibt-Großen- Buseck (braune Stute) unb H. Conr. Goerlach-Ober-Hörgern je A.

Zweijährige Fohlen, geboren 1909, Wagen­schläge: Wilh. Weil-Langgöns brauner Hengst) 1* Ph. Rock-Hattenrod (braune Stute) 2., W. G. Straßheim-Griedel (braune Stute) 3., Carl Leibig I.-Grüningen (brauner .Hengst) 4.

Zweijährige Fohlen, geboren 1909, Arbeits­schläge: Louis Ronthaler-Langd (Fuchsstute) 1*, C. I. Melchior-Butzbach (Rotschimmelstute) 2., Fürstliche Gutsverwal- tung-Lich (brauner Hengst) 3., Otto Schmidt-Laubach (brauner Hengst) 4.

Zuchtstuten mit Fohlen ober nachweislich ge­deckt, Wagenschläge: Gg. Dietrich-Langd (5jährig, braun) 1*, Wilh. Wagner II.-Kirchgöns (lljährig, braun )2., Wilh., Goebel-Pohlgöus (9jähr., bunteibraun) 3., D. Schaefer II.-Heskem (9jähr., dunkelbraun) 4., Conr. Ant. Wagner-Langgöns (8jähr., braun) 5., Eugen Weil-Ober-Hörgem (8jähr dunkelbraun) 6.

Zucht stuten mit Fohlen^ oder nachweislich ge­deckt, Arbeits sch läge: Otto Schmibt-Laubach (6jähr. braun) 1*, C. I. Melchior-Butzbach (4jähr. Rotschimmel) 2., Aloysius -Dorn-Assenheim (7jähr. Roychimmel) 3., H. Weil-Berstadt (4jähr., braun) 4., Bürgermeister Neichharbt-Rabertshausen (Ol­denburger) 5., Wilh. Klotz Vl.-Holzheim (8jähr., braun) 6., Jakob Fey IV.-Laugsdors (9jähr., braun) 7., H. C. Goerlach-Ober- Hörgern (3jähr.. braun) 8. und Hch. Goerlach XI.-Eberstadt (8jähr. Fuchs mit Blässe) A.

Nach der Prämiierung, der ber Lanbesstallmeister von Willich- Tarmstadt und als Vertteter des Landes-Pferdezuchtvereins Frhr. v. Stark-Darmstadt beiwohnten, folgte das Glanzstück des dies- malgien Pferbemarktes, bie Vorführung von Reit- unb Geschirren im Privatbesitz. Zuerst ritt in allen Gang­arten Eilenbahnbetriebsinspektor Wallot seinen Schimmel vor unb erntete bamit von zahlreichen Kennern, wegen bes eblen Tieres allgemeinen Beifall. Es folgten bann mit ihren Reit­pferden, die von Gendarmen vorgeritten wurden: Leutnant Wolf (Schimmel), Leutnant v. Holly (dunkelbrauner Wallach), Ober- leutnant Iebens (brauner Wallach), Leutnant Ebel (schwarzer Wallach), Oberleutnant v. P e n tz (braune Stute), Hauptmann Schwendy (Fuchs-Stute),^ Oberleutnant F i r m e n i ch (Fuchs- Stutt> und Hauptmann Busse (Fuchs-Wallach). Es ist das erste­mal, daß sich unser Offizierkorps so zahlreich an dieser Veran­staltung beteiligte. Hierauf wurde ein Einspänner-Möbelwagen der Firma Franz Brück gezeigt, dem das 31 Jahre alte braune Poiiny von Frl. Wilh. Schmidt- Gießen int Kabriolett ein­gespannt munter voran trabte. Ten .Schluß des Marktes bil­deten die Vorfahrt des Hoflohnkutschers Huhn bestehend in zwei Gummi-Mylords, bespannt mit je 1 Paar Apfelschimmel, ein Gummi-Landauer von Rappen gezogen unb ein Sommerwagen von dunkelbraunen Wallachen gezogen. Pserbe, Geschirre unb Wagen sowie bie Livree der Kutscher waren hoch herrschaftlich. Oberland- ftallmeiftcr v. Wittich und Freiherr von Stark erklärten, da könne selbst unser Landesherr nicht ganz mit.

Angekört zum Eintrag in das Pferdestammbuch wurden gestern nach beendetem Pserdemarkt durch Dr. Müller-Darm­stadt von der Landwirtschaftskammer unb Oekonomierat Müller- Neuhof : Fuchsstute, Ljährig, Eigentümer: Konr. Hch. Becker- Gambach; Fuchsstute, 2jÜhrig, Eigentümer: Moritz Mütter-Ober- Hörgern; Rotfuchs, 5jährig, Eigentümer: Karl Schneider-Eber- ftabt; braune Stute, 3jährig, Eigentümer: H. Görlach-Eberstadt; braune Stute, 3jährig, Eigentümer: Hch. Konr. Görlach-Ober­hörgern; braune Stute, 6jährig, Eigentümer: Eugen Weil-Ober­hörgern; braune Stute, 3jährig, Eigentümer: Aug. Schmidt-Weiß- mühle^bei Großeu-Buseck; Rotschimmel, 6jährig, Eigentümer: Hch. Felten VIII.-Gabcnrob; braune Stute, 4jährig, Eigen­tümer Wilh. Wagner II.-Kirchgöns.