Ausgabe 
30.3.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Esnsonoa

Ausland.

Tn§ neue bulgarische Ministerium ist gebil­det. (S-3 setzt sich aus Nationalisten und Progressisteu zu­sammen. Präsidium und Ministerium des Aeußern über nahm G e s ch o w.

DeutHct-es Aeicv.

Ter Zuwad> S ft c u c"rausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses beschloß, vei der Beratung deS § 3 gegen den Widerspruch der Regierung, daß der Anteil von 10 Prozent, der den Einzel ft aaten für die Ver­waltung und Einziehung der Reichszuwachssteuer gegeben werden soll, dahiu geteilt werde, daß o Prozent den ver anlagenden Gemeinden, und nur 5 Prozent dem Stank zuf allen.

Im Land es aus schuß iwn Elsaß-Lotb ringen wurde am Mittwoch eine Entschließung, die auch bic Billigung der Regierung fand, angenommen, wonach beim Buudesrai beantragt werden soll, die durch die Reblaus verseuchten Gebiete in Ober- und Unterelsaß von dem gesetzlichen Aus rottungsverfahren zu befreien und dafür die Rekonstruktion durch amerikanische Reben zu gestatten.

üie Ausrollung öcs Zerrer-prozesscs.

Madrid, 29. Marz. In der Kantmer fepte 3 er iano seine Ausführungen über den Prozeß Fcrrer fort und cr-- Hörte, bic .konservativen hätten sich an Kercer rächen wollen. Ta sie nbn nicht imstande gewesen seien, ,hn in Madrid er

und üppige .v. a u v t iu e r t mein esLeb en 5, und schon in dem Gedichte glaube ich der Ration ein Werk geschenkt zu haben, das ich mit S10I5 ihr auch für die Iiuunst empfohlen halten darf. . . Woher soll ich nun den Maßstab nehmen, um ein Honorar für den Berlag dieses unleugbar außerordentlichen Werkes danach zu beftinrrnen, da sehr ridittg selbst der Erfolg der ersten Aufrührungen hier nichts entscheiden tann."

Wagner fordert dann, um seinen sehnlichsten Wunsch, den Besch eines t lein en Grundstücks und Hauses bei Zürich, erfüllen zu tonnen, 2000 Louisdor ober 10000 Taler in Gold. Aber auf ein solches Risiko tonnte sich die Firma nicht einlassen. Tie Ver­leger schreiben gelegentlich^Tic vielfaci)en Gerüchte und zum Teil mehr als Gerückte - über die großen Schwierigkeiten, welclte Sie selbst den Aufführungen Ihrer Werke entgegen stellen, , bic hoben schriftlichen unh gedruckten Anforderungen an die Dar­steller und die sonstigen Dc^Ücllungsmittcl, die Bestimmtl-eit und Schnelligkeit, mit welcher Sic Ihre Partituren zurückztehen, wo nidtt alles ganz nach Syrern Willen beschafft wird, werden dem Verlag Il/rer Werte verhältnismäßige titfr.uicriglciten in den Weg legen." Trotzdem übernahmen sie gegen ein Honorar von 600 Louisdor den Verlag vonTristan und Isolde". Tic ge schaftlichen Beziehungen Wagners zu Breitkopf und Härtel finden durch einen Brief des Meisters vom 5. November 1864 ihren Abschluß, in dem Wagner bittet,statt aller etwa mir noch zum Vorteil gereichenden Vergünstigungen mich für alle Zeiten durch ein Geschenk aus Ihrem Verlage zu befriedigen". Dieses Ge schenk, ein Exemvlar der schönen Beethoven-Ausgabe und je ein Exemplar desLohengrin" und desTristan" wurde ihm gern überlassen.

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Tic neuen belgischen Po st marken, die das Bildnis des Königs Albert tragen, sollen in nächster Zeit, mög­licherweise ito cbwähreud des laufenden Monate, zur Ausgabe gelangen. Den Reigen der neuen Marken soll bi? rote 10-Een timcs Markcn eröffnen. Reben ihr werden die bisherigen Marken noch längere Zeit in Geltung und int Verkehr bleiben; es wird dies schon deshalb notwendig fein, weil, wie es heißt, der bisher angefertigte und zur Ausgabe bestimmte Vorrat an neuen 10X£en- times-Marken d ereits letzt in festen Händen ist, so daß nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der neuen Marken er hältlich fein dürfte.

Das Theater st ückder Zukunft. Einige intcr effantc Bemerkungen über den Wandel des Geschmackes des amerikanischen Tyeaterpubtikums hat der bekannte Unter­nehmer Fr oh man gemacht: der amerikanische Theater­leiter gibt dabei ein lehrreiches Bild von dem Drama der Zukunft, wie es sich tu den Augen dne-5 Aewyorker Bühuen-

Eiolitti wieder am Ruder.

Was zu erwarten war, iiar iuj erfüllt: Giolitti wird in Italien wieder Ministerpräsident:

Rom, 29. März. IicAgcnzia Stefani" meldet: Ter König nahm den Abschied des Kabinetts Luzatti an und beauftragte Giolitti mit der Neubildung

bürg.

Konstantinopel, 29. März. -itc gesamte Press e drückt ihr Bedauern und ihre Entrüstung über die Ermordung Schlichtings aus und hebt die ^vmpa-

Der Hälfet in Korfu.

Korfu, 29. März. Die ,.<? ohenzollern" und die Begleitschiffe' find gegen 12 Uhr nach sehr schöner Fahrt vor Korfu eingetrosfen. Der Kaiser empfing an Land die Spitzen der Behörden. Später war Fruhftnckstafel an Bord. Nach Uhr begaben fick das Kaiscrpaar und Prin­zessin Viktoria Luise mit Gefolge ans Land und fuhren in Automobilen nach dem Achilleion, wo sie Wohnung nahmen. . . .

Kairo, 29. März. Tor Kronprinz und die K r o n p r i n z esst n find nach Korfu abgereift. Ter Khe- divc fand sich zur Verabschiedung am Bahnhof ein.

Ueberlandflug öerlin-hamburg-vremen.

Berlin, 29. März. Am Dienstag nachmittag unternahmen die Militärflieger Maclenthun und Erter einen lieber land f(ug von Berlin über Hamburg nach Bremen. Tic Herren waren um 3 Uhr in Töbcntz aufgefhegen und landeten glatt um Gi/t Uhr aut dem Exerzierplatz bei Wandsbek: sic haben die in der Luftlinie 210 Kilometer betragende Strecke also in 3>/s Stunden, derselben Zeit wie der Schnellzug BerlinHamburg, znrückgelegt. Der Flug wurde mit einem Albatr o ß - Zweidecker ausgeführt, der 'ich hierbei ausgezeichnet bewährte.

Bremen, 29. März. Tic beiden Offiziere der Militär- luftidjifiahrtöabtcilung, Obcrlcunant Mackenthun, als Fahr­gast und Oberleutnant .E r l e r als Führer, die mit einem Mili­tärflieger Doppeldecker Albatroß) heute nachmittag 4 Uhr 50 Min vom Wandsbeter Exerzierplätze in Hamburg abgefahren waren, sind ohne Zwischenlandung nach einer außerordentlich raschen Fahrt um 6 Uhr 5 Min. auf dem hiesigen Exerzierplatz im Neuen lander Felde glatt gelandet. Die Fahrt fand bei scharfem

die ich meinem l uustler eschen c-iaubcu zu bringen hatte, desto stärker und unerschütterlicher befestigte iicb m mir bicier Glaube. Tiefem Glauben und diesem Streben messe ich cs bei, daß ich iümticrische Arbeiten schm, die Denjenigen, der sich anfmertiam mit ihnen beschäftigte, mix der Ueberz.ugung der Wahrheit und Ersprießlichkeit meines Strebens erfüllten. . . . Jetzt bin iw aber noch ein Einzelner; eine leidenschaftlich bestürmte Gesundheit läßt mich mit Grund an einem langen Leben zweifeln. Wohl möchte id cs üidit dem Zufälle über! an en haben, ob meine reifsten, k linst-

.. benber Überlassen, erhalten würden." Und bann kommt er wieder auf die alte Schuld zurück und bittet um deren Streimung als einziges Honorar.Es wäre schon von Ihnen, meine Herren, und Ihrer höheren Bildung und Ihres Charakters würdig, wenn Sic sich auf eine Unternehmung entließen, die Ihnen jnnäd:ft wohl nur Opfer und erst mit der Zeit einen vielleicht nur fefjr allmäligcn Erfolg in Aussicht stellen kann!',

Daraufhin nimmt die Firma beim den Verlag desLohetigrtit" an, aber zunächst nur den Klavierauszug. Als fic fick dann bereit erklärt, auch die Partitur desLohengrin" zu drucken, tarnt Wagnernicht anders als in dieser Bereitwilligkeit einen Akt von Noblesse zu finden, der mich fast beschämt". Ein Honorar tut denLohengrin" erhält der Komponist dann 1854 und zwar 300 Talerals Benefiz". Zugleich nehmen Breitkopf und Härtel eine Schrift Wagners, nämlich dieDrei Overndichtungen nebst einer Mitteilung an meine Freunde", in Verlag. Sie zahlen chm dafür 10 Louisdor Honorar, sind aber aufs Peinlichste über nascht, als die letzten Bogen des Vorworts gedruckt werden, Aeußerirngen über ihre politischen Schicksale in Sachsen, welche die Ausgabe des Buches jedenfalls unmöglich machen, und ebenso Äcnßermigen über das Christentum, welche leicht einen gleichen Erfolg haben dürsten", darin zu finden. Wagner muß sich zu burchgr eilenden 'ienberungen verstehen, bevor die Ausgabe er folgen kann. Unterdessen ist der Meister bereits über denRing des dttbelungen" in Verhandlungen mit der Firma getreten, die er viermal immer wieder anknüpsr und in ausgedehnten Besprechungen zum Abschluß zu bringen gesucht hat. Aber es konnte keine Einigung erzielt werden.

Ter bedeutendste Brief Wagners ui dieser laiigiährigcn, er­gebnislos verlaufenden Angelegenheit ist der vom 10. Juli 1856. Er fragt hier die Verleger:Sind Sie schon in der Lage.gewesen, ein' dramatisches Ättisikwcrk ui Ihren Verlag zu nehmen, für melde? Sic un voraus eine unberechenbare Dauer anzunehmen hatten?" Bon seinem Werke glaubt er diese Tatsache, behaupten zu können, die in Dautschland noch nicht vorgekommen ist,seitdem der Mufikhanbei seinen jetzigen Charakter angenommen hat.Es ist nicht möglich, daß ich >e wieder etwas meinemN i b e l n n g c n- werl" ähnliche- cvnzipire oder gar aussührc: cs ist das volle

thien der Türkei für die deutsche Armee und das gedeihliche Wirken der deutschen Instruktoren hervor. Der Sultan richtete an den deutschen Kaiser emo Beileids- b e p e) d) c, in der der Tod Schlichtings als großer Ver- lüft für die türkische Armee bezeichnet wird. Ebenso briidtc ber Kriegs in i n ist er dem preußischen Kriegsminister seine Teilnahme aus.

Konstantinopel, 29. März. Ter Mörder von Schlichtings wurde heute mittag von dem zusammengctrete- neu Kriegsgericht einstimmig zum Tode verurteilt. Heute nadjmittag erschien der erste Mfutant des Sultans m der deutschen Botschaft um das Beileid des Sultans aus- zusprechen. Namens der Regierung kondolierte der Groß- wesir. Tic türkischen Marineoffiziere sandten dem deutschen Botschafter ein Beileidstelegramm.

Aus neuen Briefen Richard Wagners.

Richard Wagners Munfl, die fick) eilt nach langen Kämpfen aegen den damals herrschenden mnsitalisd)cn Ge,chmack durch!ctzcn konnte, hat dem Meister auch in materieller -viuncht zunächst nur geringe, ja gar teinc Fntdilc getragen, diese Zett ieiner Anfänge, da her junge Komponist nur mit großer Muhe einen Verleger für seine Werke gewinnen konnte, und in die -rage des beginnenden Ruhms, in denen ihm die Unterbringung Mufildramcu «och immer große Schwierigkeiten bereitete, tu ort uns sein Briefwechsel mit den Verlegern B reit köpf und Härtel, den Pros. Will). Altmann weben im Ver^ läge der berühmten Musikfirma veröffentlich: hat. .

Tie ersten Beziehungen zu dem schon damals hoch angelcheneu GesdwfiSljausc knüpfte Wagner als 18 jähriger Student, indem er sich in aller Bescheidenheit für Klavicrarrangements von L r - dieftenverfen anbot. Tas war im Jahre 1831. Zwölf Jahre 1 pater bietet er dem Verlage feinenFliegenden Holländer an. Tic Firma lehnt aber ab, da sie ihm fein Honorar zahlen will, und Wagner muß sich mit der traurigen Erfahrung begnügen,bai; eine unter noch so günstigen Auspizien iiw Leben getretene deut s ch c £riginalopcr einem deut s d) e n Verleger bod) lein io |id)crc-5 Gesckiäst cr|'d)citu alS eine französische Da ibn dieehren­werteste und reichste Musilhandlung Tcutschlaichs" abgewiesen hat, so verzichtet er aus weitere Versuch? und läßt denFliegenden Holländer" auf eigene Kosten erscheinen. 1848 tritt er wieder an Ravmnnd Härtel mit der Anfrage heran, ob er den Verlag des ,^Lol)engrin" übernehmen wolle. Er ist schon bescheiden ge worden. Honorar verlangt er nidrt mehr, sondern bittet nur, ihm als Entgelt» eine Rcstschuld von 200 Talern, die er noch von bem Ankauf eines Flügels her bei der Firma hat, zu ctlaffen. 'Jiachban die Verleger zuerst adgelchnt hatten, schreibt er nach drei Jahren deswegen nod) einmal an sic. Er weiß, daßeine Verbreitung meiner Oper auf den Tl-catern aus vielfachen Gründen gar nstht zu ermatten" ist.Boni rein musiigeschäftt Ischen Standpunkte aus müßten Sic mir angesichts dieser Tat- iachen daher eine abschlägige Antwort geben, der ich im Voraus 10 gewiß zu sein hätte, daß schon meine Ansrage mir nur albern rorfomincn müßte, trenn td? nicht int Staube wäre, mein An­erbieten aus aut.cre Motive zu stützen". Aber vott einem ibcalat Stanbpuuttc aus glaubt er ihre Unterstützung zu verdienen. An den gegenmärtigeu Versa 11 der Overschließt sich bei itrebenben Geistern notroenbig dann die Hosfming, daß dem Verfalle gegenüber eine gründliche Besserung, eine ersehnte Veredelung aud> dieser Äunrtaattung cintrcicn werde: diese aus allen Mräften zu fördern, ist der Trang eines Jeden, der nicht in unmätinlrcher Erschlaffung zu Grunbe gehen will. In diesem Sinne darf ich mir jagen, als Künstler das Meinige gctlpan zu haben: ie höher die Ov'- r stiegen.

Zur Ermordung der Oberstleutnants v. Zchlichting.

Der in Konstantinopel von einem türkischen Soldaten Sene deutsche Offizier hat auf dem Sterbebette seltene ' e von Charakterstärke gezeigt. Wir entnehmen einer ausführlicheren Mitteilung im B. T.:

Der beklagenswerte Vorgang spielte sich ab, als Oberstleutnant o Schlichting in Gegenwart des TivisioitsgeneralS in seiner Kaserne hinter Iilbis Die Wache ab lösen ließ. Tabci korrigierte Schlich tinfl einem Posteti in üblicher Weise die Kops Haltung und rückte mtt der Hand bic Schütter des Mannes zurück: alles das geschah int Beisein des Generals ohne jegliche Heftigkeit. Als Schlichtcitg bann zum nächsten Bosten trat, schoß der korrigierte Mann bic noch geladene Waise aus Schlichting ab, der sofort besinnungslos zu Boden fiel, jebod) bald wieder zu sich kam. Er wurde, da beide Beine durch den Lchuß gelahmt mären, in die ftaferne getragen, wo er einen deutschen Arzt ver langte, der sosott geholt wurde. Als der dirigierende Arzt des seutfchen Krankenhaufes Dr. S chle i p bald darauf in die Maternc kam, hatte Schlick)ting einen Brief an den H r t e g ntt n i st e r a b m u b Schewket gefdineben, in dem er ihm Dafür bantte, oaß er ein so gutes Regiment gehabt habe. Er habe seine Leute aufrichtig geliebt Trotz der tvahnfinnigeti schmerzen, bic er litt, gab Schlichting zunächst meitexe dienstliche Anordnungen, liefe feinen Adjutanten beauftragen, Wetter so wie bisher zu arbeiten, und liefe sich dann den Attentäter vor. führen. Als der Albanese eintrat, jagte ädiltdihng:Letzen Sie Ihren KalVak gerade," und korrigierte ihn, Ins die Kopl bebedung vorschriftsmäßig saß: bann fragte er hon -V>auu .Warum haben Sie ans mich g e 1 dj o H c n Als Der ilbanefc behauptete, Schlichting habe ihn gcfdilagcn, antwortete Schlichting: ,^>ier auf dem Totenbett crilarc id), baß ich Sie nicht geschlagen habe." Aus ber xenton- ftration der Vorgänge, die der Soldat bann gab, zeigte nch, baft non irgendwelcher Handgreiflichkeit feilens Sd)lid)ting5 gar lerne Rede sein konnte. Tic übrigen Soldaten und Lmziere ivarcn durchweg über das Attentat entrüstet, und bezeigten sdUichnng ihre Snmpatbic. Noch mährenb des Transports zum Krankenhaus gab Scklichtmg dienstliche 'lufträge und ordnete Mitteilungen iür feine ^-rau und feine Söhne an, die noch ui QliariOttenburg >mb, da Der Oberstleutnant er|i vor wenigen Wochen hierher kam. Ter Minister Mahmud Schcwket und ein laucrhcbcr'brrns ivradien nod) mittags im Krankenhause vor, um sich nad; «d)lid)tings Befiiiden zu erkundigen. ..

Ter Verstorbene war ein Sohn des bekannten Militar- fchriststellers und kommandierenden Generals. Er war verheiratet, Vater mehrerer Kinder und wollte in wenigen Tagen zur Einsegnung des älteste». Sohnes uaa> Dcutid)- (ano reifen. Seit Anfang Januar dieses Jahres war er in der türkischen Armee als Oberstleutnant und Minnman beur deS fünften SdiützenbataillonS im Salonikcr '.'(rniee» korps. Turd) feine Frau war Sdftiditing mit Frhrn. v. Goltz verschwägert Vertragsmäßig hat die Witwe An­spruch auf 3000 Mk. jährlid) Pension Ter in fo trauriger AZeise itms Leben gekommene Offizier hatte seine Lauf­bahn im Grenadicrregimenl König Wilhelm I. (2. Weft- preußisches» Nr. 7 in Licgnitz begonnen, stand dann längere Seit im Kaiser Alexander-Gardcgrenadicrrcgiment Nr. 1 in Berlin, wurde dann Adjutant der 28. Division in Karls­ruhe und war zuletzt Bataillonskommandeur im Königin- Elisabcth-Gardegrenadierregiment Nr. 3 in Charlotten-

scklcßen zu lassen, hätten sie dies in Barcelona getan, scriano verlangte schließlich die Revision des Vrozcncs öerrer und die Einleitung einer Untersuchung über das damalige Verhalten bc-x Ministerpräsidenten und deS Ministers des Innern, -lcjui es sei. sagte Seriano, nicht zn erklären, bau crcrrcr und viele andere zu der Zeit, als bic Konservativen hcrriditeit, cr|chpl)cii wurden, daß man aber niemand mehr binrichlttc, als die Libe­ralen zur Mackn gelangten. Tee Justiz Minister erklärte, ba-x Urteil des Ywricktes unterliege nur dann der .Nevilwn. wenn das Gcrickt wissentlich dos Gesetz verletzt habe. Tie Urteile müßten auch dann geachtet werben, wenn bie Gerichte einen In tum begangen hatten. (Widerspruch aus Seiten der Acvubl, fancr ' Ter Minister erNärte weiter, dan bic Ereigmife, in bic Ferrer verwickelt gewesen sei, sehr wohl unter b a Militär st rasge setz fielen, da es sich um E m v o r n n g nchanbclt habe. Tic gesetzlichen Formen icieit roahrciw bc-x Prozesses vollkommen eingehalten worben. Er wolle noch bemerken, bah bei Bcrteibiger von bent RcdUc, bas er be faß, nämltd) um Aufschub zu bitten, feinen Gebiaud, gentadit habe, daß fenter das Zcugeuverhör nm zwei -tage ver langen worden sei. 911 vor es (Republikaner) beteuerte seine Ueberseugung von der Unschuld Ferrcrö und von per llngc rechtigkeit seiner VernrtciUtng in so lebhaften Ausdrücken, datz ec bei einem großen Teil der Kammer verschiedene Male Wider svrnch erweckte, während die Republikaner stürmuch Beifall klatschten.

Dcrliufftan» an der türkisch monicnMinischen Grenze.

Getinfc, 29. März Von der Grenze cingctrossenc Nachrichten besagen, daß bie Albaner, nachdem sie alle türkischen Blockhäuser in Kaza und Tuzi g c- nommcn, die Soldaten entwassnct und Tuzi bei c 1; t hätte». Sic bcinäditigten fid) der Waffen und der Munition und erbeutc:cn drei Kauonen

In ber vergangenen Naclil fetzten die Albaner die M a - feine in Tuzi' und bie Beseitigungen in den benachbarten Ortfchaften Vranja und ?)atagii|di in Brand. Der Kampf um das kleine Fort der Stadt Tuzi, in das fid) die Garnison zurüdgezoge» hatte, dauerte die gauze Nacht. Große Scharen von Frauen, Kindern und Greifen flüd)tctcn.

Sato.:'li, März. Lrotz amtlicher günstiger Tarstclluug der Lage in Nordalbanien verschlechtert sich die Lage täglich, so daß die Regierung ge­zwungen ist, wieder schärfere M rßnahmeil zu ergreifen. Der K r i c g s m i ni ft c r wird morgen hier erwartet.

Nr. 76 Erster Blatt M Jahrgang Donnerstag, SO.JUäH W

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